Der VfL Wolfsburg will am Ende der Saison in den Top 6 der Bundesliga landen, um sich für das internationale Geschäft zu qualifizieren. So zumindest der Anspruch …
Aber die Wölfe haben das Siegen verlernt. Nach zwei Auftakt-Dreiern 2025, konnte von den vergangenen sechs Begegnungen nur eine gewonnen werden (2:1 in Stuttgart). Zuletzt gab es ein ernüchterndes 1:1 gegen Abstiegs-Kandidat Bochum.
Die Lage des SV Werder im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga der Frauen bliebt kompliziert – aber sie ist weiterhin nicht aussichtslos. Durch das 22:22 am Sonnabend bei der HSG Bad Wildungen verpasste die Mannschaft von Bremens Interims-Trainer Patrice Giron zwar einen Befreiungsschlag in diesem Vier-Punkte-Spiel, andererseits holte Werder damit den ersten Auswärtspunkt der Saison – ein Zähler, der in der Endabrechnung noch wichtig werden könnte. Bitter: Werder führte zur Halbzeit verdient mit fünf Toren (12:7), brachte das aber nicht ins Ziel.
So ist die Lage im Keller: Werder steht mit acht Punkten auf dem vorletzten Platz, hat aber noch ein Nachholspiel. Für die Grün-Weißen stehen noch elf Spiele aus, es gibt also noch 22 Punkte zu holen und damit genügend Möglichkeiten, den erstmaligen Abstieg nach dem Aufstieg vor zehn Jahren zu verhindern.
Das macht Mut: Die Mannschaft spielt seit dem Trainerwechsel einen völlig anderen Handball, mit mehr Tempo, mehr Teamgeist und mehr Aktionen im Rückraum. Es wirkt, als hätte Giron Blockaden bei den Spielerinnen gelöst. Der Trainer geht auch jetzt mit positivem Denken voran: „Wir haben auswärts in der ersten Halbzeit nur sieben Gegentore zugelassen, das ist selten in dieser Liga. Unsere Halbzeitführung war nach einer tollen Hälfte auch in der Höhe verdient. Und obwohl Bad Wildungen in der letzten Minute mit 22:21 in Führung lag, haben wir vor diesem Heimpublikum weiter dagegengehalten und sind nicht leer ausgegangen.“
Das macht Probleme: Primär der Kopf. Wieder hatte Werder deutlich geführt, wieder sorgten eine offensive 3-3-Deckung des Gegners und Zeitstrafen dafür, dass die Führung bröckelte. In solchen Phasen fehlt es an Leitfiguren auf dem Feld, um die Nerven und den Überblick zu behalten – im Jahr ein nach der herausragenden Spielmacherin Denise Engelke ist das ein anhaltendes Thema. Die freien Fehlwürfe sind unverändert zu hoch: Werder wirft in manchen Spielabschnitten mehr komplizierte Tore als einfache. Andersherum wäre es für den Spielstand und das Selbstbewusstsein besser.
Die Lernkurve: Die Abwehr arbeitet deutlich stabiler. Das sonst so starke Spiel von Bad Wildungen über den Kreis konnte Werder zum Beispiel komplett stoppen, „das haben sich die Mädels im Training gezielt erarbeitet“, lobt Giron. Andererseits verursachte Werder in der Abwehr neun Siebenmeter und bekam selbst nur einen. Clever mit Heimschiedsrichtern umgehen zu können, wenn man sie schon ertragen muss, das könnte also noch gelernt werden.
Schlüsselspieler für den Abstiegskampf: Werder wird starke Torwart-Leistungen brauchen, um enge Spiele zu gewinnen. Deshalb ist es gut, dass Wioleta Pajak und Yasmin Friesen gegen Bad Wildungen nun wieder stark waren. Vorher war das phasenweise anders. Zudem muss sich Naomi Conze im Rückraum mehr zutrauen: Wenn sie mit Tempo zum Tor und ins Eins-gegen-eins geht, ist sie in dieser Liga kaum zu stoppen und kann den Unterschied ausmachen.
Die Perspektive: Giron arbeitet zweigleisig. Die Chance auf den Ligaverbleib ist gegeben, andererseits ist es dem Trainer wichtig, dass Werder im Falle eines Abstiegs nicht komplett neu aufbauen muss. Die Spielerinnen sollen Lust auf Handball und auf Werder haben, dafür steht er mit seinem positiven Denken. Giron über die Saison hinaus in einer Funktion im Werder-Handball zu halten, könnte eine Überlegung wert sein, wenn er das denn wieder will. Er war schon einmal Sportlicher Leiter. Im wichtigen Nachholspiel empfängt Werder am Freitagabend (19.30 Uhr) HSV Solingen.
SV Werder: Pajak, Friesen – Conze (2), Schumacher (1), Probst (1), Becker (3), Häberle (4), Bergmann (4), E. Ruwe (2), L. Ruwe (3), Zemke, Thorn (1), Albert, Birk, Rode (1/1)
Bochum. Die Aufgabe gegen den Abstiegs-Kontrahenten wird schwer genug. Danach aber geht es gegen die derzeit drei besten deutschen Teams und dazu gegen Stuttgart und Augsburg. Ein Kommentar.
Für den VfL Bochum steht die nächste spannende Woche an. Am kommenden Freitag wird das Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt mündlich die Berufungen von Union Berlin, Holstein Kiel und dem FC St. Pauli gegen die Wertung des Spiels Union Berlin gegen den VfL Bochum verhandeln.
Etwas mehr als 24 Stunden später, findet dann das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim statt.
Der VfL Bochum kann am Ende der Woche fünf Punkte mehr haben
Der VfL Bochum kann am Ende dieser Woche fünf Punkte mehr auf der Habenseite haben. Sehr wahrscheinlich ist das allerdings nicht.
Das liegt vor allem daran, dass es nicht die letzte Verhandlung über die Wertung des Spiels Union Berlin gegen den VfL Bochum sein wird.
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Bekommt der VfL Bochum diesmal nicht recht, ruft der VfL Bochum die nächste – dann aber auch letzte Instanz an.
Das Spiel gegen Hoffenheim ist für den VfL Bochum aufgeladen genug
Vor diesem Hintergrund kommt dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim eine noch größere Bedeutung zu. Wobei das Spiel ohnehin schon dadurch für die Bochumer aufgeladen ist, weil es ein Heimspiel ist und weil die Aufgaben danach schwerer kaum sein könnten.
Nicht falsch verstehen: Das Spiel gegen die TSG Hoffenheim gehört auch aufgrund der Tabellensituation in die Kategorie „ganz, ganz wichtig und daher ungemein schwer“. Aber einfacher als jetzt gegen Hoffenheim wird es erst einmal nicht.
Es geht danach gegen die derzeit drei besten Teams Deutschlands und dann auch noch gegen den VfB Stuttgart und den aktuell sehr formstarken FC Augsburg.
VfL Bochum spielt gegen Bayern, Frankfurt und Leverkusen
Nach dem Heimspiel gegen Hoffenheim geht es zu den Freunden des FC Bayern München. Eintracht Frankfurt heißt der Gegner im Heimspiel danach. Der kurzen Länderspielpause folgt Ende März die Partie beim amtierenden Double-Sieger Bayer Leverkusen, bevor schließlich die Heimspiele gegen Stuttgart und Augsburg folgen.
VfL-Trainer Dieter Hecking hatte vor dem 2:0 im Derby gegen Borussia Dortmund gesagt, sein Team müsse mal einen überraschenden Sieg schaffen, den Bock damit umstoßen. Mit dem Sieg gegen Dortmund scheint das Team das bereits geschafft zu haben.
Aus den fünf Partien nach dem Hoffenheim-Spiel ebenso drei Punkte zu holen, erscheint allerdings dennoch ungleich schwerer.
Das Selbstvertrauen wächst beim VfL Bochum
Da hilft es, dass Hecking das Team stabilisiert hat, dass das Selbstvertrauen wächst. Mit dem 2:2 in Kiel, dem 2:0 gegen Dortmund und nun dem 1:1 in Wolfsburg ist der VfL Bochum seit drei Spielen ungeschlagen.
Das hat es lange nicht gegeben. In dieser Saison noch gar nicht.
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Und so wächst der Glaube daran, erneut die Klasse halten zu können und so wächst auch die Hoffnung darauf, etwas gegen die fünf Top-Teams der Bundesliga holen zu können. Jeder Punkt zählt, jeder Punkt hilft.
Mit Hecking kam die Hoffnung zum VfL Bochum zurück
Zunächst einmal aber liegt der Fokus auf dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim. Im Hinspiel zeigte der VfL Bochum die vielleicht schwächste erste Hälfte der Saison. Dass die Leistung im zweiten Abschnitt besser wurde, dass schließlich noch ein Punkt drin war und dass der möglicherweise dazu geführt hätte, dass Peter Zeidler noch VfL-Trainer wäre – aus heutiger Sicht erscheint das undenkbar.
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Erst mit Hecking kam die Hoffnung zurück. Sie könnte am Ende dieser spannenden Woche noch etwas größer sein. Und das unabhängig davon, ob es am schließlich drei oder fünf Punkte sind, die dem Konto des VfL Bochum zugeschrieben werden.
Bremen/Wolfsburg (dpa/lni) – Niemand packte die sportliche Krise von Werder Bremen in so deutliche Worte als Romano Schmid. „Ich schäme mich für den Auftritt“, sagte der österreichische Nationalspieler nach dem 0:5 (0:2) beim SC Freiburg. „Wir haben den Start ins Jahr verkackt.“
In dieser Woche wollen sowohl Werder als auch der VfL Wolfsburg das Halbfinale des DFB-Pokals erreichen. Am nächsten Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es dann im direkten Nordduell in der Fußball-Bundesliga darum, den Anschluss an die Europa-League-Plätze nicht noch weiter zu verlieren.
Doch gerade zu Beginn dieser wichtigen Woche ist der Frust bei beiden Clubs groß. Die Bremer haben vor dem Pokal-Viertelfinal-Spiel beim Drittligisten Arminia Bielefeld (Dienstag, 20.45/ZDF und Sky) nur eines ihrer acht Bundesliga-Spiele in diesem Jahr gewonnen.
Wolfsburger Punktverluste in Serie
Und auch die Wolfsburger ließen vor ihrem Pokalduell bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.45 Uhr/Sky) mal wieder wichtige Ligapunkte liegen. Der VfL Bochum (1:1) war am Samstag der nächste Abstiegskandidat, den die ambitionierten „Wölfe“ im eigenen Stadion nicht besiegen konnten. Das 2:2 gegen Holstein Kiel war am Samstag nicht einmal einen Monat her.
Rechnet man die 15 Punkte hinzu, die der VfL in dieser Saison schon nach eigener Führung verspielte, wird klar: Die Wolfsburger könnten zwölf Spieltage vor dem Saisonende längst eine ganz andere Ausgangsposition haben, als den Europa-League-Plätzen als Tabellenachter weiter hinterherzulaufen.
Dennoch: Mit den Wolfsburger Sorgen würde man bei Werder wahrscheinlich gern tauschen. „Wir machen uns das Leben einfach sehr schwer zu Hause“, sagte VfL-Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Bochum-Spiel nur. „Wir werden ein bisschen kopflos, wenn wir in den ersten 20, 25 Minuten nicht gleich den Erfolg sehen. Das ist einfach ein Entwicklungsprozess, den wir gehen müssen. Wir haben so viele Dinge in diesem Jahr schon verbessert und angeschoben. Das ist unser Anspruch. Darauf werden wir unsere ganze Energie verwenden.“
Stimmt es bei Werder nicht mehr?
Sein Bremer Kollege Ole Werner wurde da am Wochenende deutlich grundsätzlicher. Bei Werder, einer der positiven Überraschungen der Bundesliga-Hinrunde, steht nicht weniger als der Verdacht im Raum, dass es mannschaftsintern nicht mehr stimmt.
Jeder im Team müsse wieder „seinen eigenen Job machen“, sagte Werner dem ZDF. Und nicht: „Die hinten reden über die vorne. Und die vorne reden über die hinten. Ich sehe das. Und ich sehe das als Teil des Problems. Und das ist abzustellen.“
Erstaunlich antriebslos schleppen sich die Bremer aktuell durch die Liga. „Wenn du solche Leistungen ablieferst, dann brauchst du nicht über Europa zu reden“, sagte Sportchef Clemens Fritz.
Bielefeld schlägt Werder-Besieger
Der DFB-Pokal ist auch eine Chance, ins internationale Geschäft zurückzukehren. Nur noch zwei Siege fehlen Werder zum Einzug ins Finale. Gegen Drittligist Bielefeld sind die Bremer selbst in ihrer aktuellen Verfassung der klare Favorit. „Wir sind Werder Bremen. Ich weiß, dass wir die bessere Mannschaft sind, wenn wir alles auf den Platz bringen“, sagte Schmid.
Gewarnt ist der Österreicher trotzdem. Denn einer der beiden Bundesligisten, die die Bielefelder auf dem Weg in dieses Viertelfinale ‘herauswarfen, war der Werder-Bezwinger SC Freiburg (3:1).
Diese Metamorphose wird Dieter Hecking (60) jetzt durchleben. Am Samstag versuchte er mit dem VfL Bochum beim VfL Wolfsburg zu gewinnen – das klappte nicht (1:1). Vier Tage später drückt er den Niedersachsen aber vor dem Fernseher die Daumen.
Mittwoch treten die Wölfe im Viertelfinale des DFB-Pokals beim favorisierten RB Leipzig an. Auch für den Trainer-Dino ein besonderes Spiel. Er selbst war fast vier Jahre Wolfsburg-Coach (Januar 2013 bis Oktober 2016) und wurde zum letzten Titel-Bringer des VfL, als er 2015 den Pokal holte.
Zum Jahreswechsel stand der SV Werder Bremen so gut da wie lange nicht – seitdem geht es abwärts. Verspielt man in kurzer Zeit nun das, was die vergangenen Monate aufgebaut wurde?
“Ein bisschen schäme ich mich”: Werder-Profi Romano Schmid (l.) nach dem 0:5 in Freiburg.
picture alliance/dpa
Die Selbstkritik am Freitagabend fiel harsch aus, und doch verblieb der Eindruck, dass sich die Zitatgeber aus dem Lager des SV Werder Bremen mit ihren Aussagen noch zurückhielten. Romano Schmid beließ es nach dem 0:5 in Freiburg dabei zu offenbaren, “dass ich mich schon ein bisschen schäme”. Und Clemens Fritz wollte “gar nicht auf die Details eingehen”, nur so viel ließ der Sportchef ob der “schlechtesten Saisonleistung” wissen: “Die zweite Halbzeit war eine Katastrophe.”
Bis zum 20. Spieltag noch hatten die Bremer in dieser Spielzeit keine zwei Niederlagen in Serie hinnehmen müssen; auf schwache Auftritte gegen den FC Bayern (0:5) oder Borussia Mönchengladbach (1:4) folgte sogleich eine entsprechende Reaktion, jeweils mit einem Sieg. Nach der bereits dritten Bundesliga-Niederlage im dritten Februar-Spiel wurde in Freiburg nun allerdings ein Tiefpunkt der laufenden Saison erreicht.
Bröckelt der Werder-Zusammenhalt?
Die Mannschaft erscheint schwer angeschlagen – und innerlich längst nicht mehr so gefestigt wie noch zum Jahresende 2024. Da hatte man mit einem perfekten Dezember und vier Pflichtspielsiegen aus vier Partien ja berechtigterweise die Hoffnung genährt, sich im Jahr 2025 möglicherweise nach langer Zeit mal wieder mit dem internationalen Geschäft beschäftigen zu dürfen. Nach 15 Spieltagen stand der Klub nach Punkten so gut da wie zuletzt 2011/12.
Stimmen von einem außergewöhnlichen Teamzusammenhalt gingen nicht nur den kicker-Interviews mit Mitchell Weiser oder auch mit Marvin Ducksch hervor. Nach der 0:5-Klatsche im Breisgau war bei Ole Werner nun jedoch die Rede davon, dass “keiner mit dem Finger auf andere zeigen” dürfe, so der Bremer Cheftrainer: “Das sehe ich. Es ist Teil unseres Problems und das ist abzustellen.”
Europa? Die Stimmung hat sich komplett gedreht
Innerhalb von acht Spielen seit Jahresbeginn mit nur einem Sieg und fünf Niederlagen hat sich die Stimmung am Osterdeich komplett gedreht: Statt auch nur noch einen einzigen Gedanken an Europa zu verschwenden, stutzte Werner den Realitätssinn im Werder-Kosmos deutlich zurecht: “Vielleicht haben wir auch schon gedacht, dass wir ein bisschen weiter sind, als wir wirklich sind”, befand der 36-Jährige.
An der Weser gehe es “immer schnell, auch drumherum” darum, sagte Werner, “dass wir reden, dass wir von der Vergangenheit träumen” – und wenn all das der Fall sei, “dann kriegen wir auf den Deckel”. Das sei der Status quo im Jahr 2025 beim SV Werder Bremen.
Noch bestehen Chancen auf mehr
Tendenziell lenkte Werner den Blick gar eher nach unten: “Die Saison ist nicht vorbei. Wir werden noch Punkte brauchen.” Für den Klassenerhalt versteht sich; zehn fehlen noch bis zur ominösen 40-Punkte-Marke, die zumindest offiziell als Saisonziel ausgegeben wurde.
Inoffiziell hingegen soll es um mehr gehen, und es ist ja zumindest tabellarisch nach wie vor nicht so, dass Werder angesichts einer Handvoll Punkte Rückstand auf die einstelligen Platzierungen bereits völlig aussichtslos wäre. Noch eröffnet die anständige Vorarbeit bis zu jenem 15. Spieltag gewisse Möglichkeiten.
Verspielt Werder die Saison vorzeitig?
Doch jetzt ist für die Bremer die Zeit gekommen, in der die gesamte bisherige Saison auf dem Spiel steht. Gerade die kommenden Partien gegen Wolfsburg und zwei Spiele später gegen Gladbach dürften in der Bundesliga darüber entscheiden, ob Werder die zuvor über Monate erfolgreiche Arbeit vorzeitig verspielt – oder die eigenen Ambitionen eben noch nicht komplett aufgegeben werden müssen.
Und dann ist da ja noch das vorerst wohl wichtigste Spiel der restlichen Saison am kommenden Dienstag in Bielefeld, im DFB-Pokal-Viertelfinale. Ein dortiges Weiterkommen würde die Chance auf eine bedeutende Saison sowie die Qualifikation für Europa perspektivisch ebenfalls weiter aufrechterhalten.
Diese Möglichkeit erscheint – aufgrund des kürzeren Weges – aktuell jedenfalls durchaus größer als in der Liga. Andererseits machte Sportchef Fritz noch am Freitagabend in Freiburg auch mit Blick auf den vermeintlich kleinen Gegner aus der 3. Liga deutlich: “Wenn du so in Bielefeld aufläufst, dann wird das auch nichts werden.”
Manchmal passiert es im Fußball, dass urplötzlich Querverweise auftauchen, die niemand für möglich gehalten hätte. Dass Werder Bremens Auswärtsspiel im September 2023 beim 1. FC Heidenheim (2:4) während des Auswärtsspiels im Februar 2025 beim SC Freiburg wieder zum Thema wird, war am Freitagabend so ein Fall. Warum? Weil es die bisher einzigen beiden Bundesligaspiele sind, in denen Marvin Ducksch beim SV Werder zu Beginn auf der Bank saß. In allen anderen seiner 88 Erstligaeinsätze für Grün-Weiß gehörte der Stürmer der Startelf an, gilt grundsätzlich als gesetzt unter Chefcoach Ole Werner. Was, bitte schön, war also im Breisgau los? Nach der 0:5-Pleite klärte Werner auf.
Ducksch wirkte zuletzt müde
„Man muss bei ihm wissen, dass er keine Vorbereitung im Winter gemacht hat, und jetzt haben wir eine Englische Woche. Da müssen wir die Spielzeit aufteilen“, sagte der 36-Jährige über Ducksch, der sich kurz vor Weihnachten bekanntlich einer OP an der Schilddrüse hatte unterziehen müssen und deshalb einige Wochen lang kürzertreten musste. Zuletzt hatte Ducksch in der Tat etwas müde gewirkt und wiederholt Probleme dabei offenbart, ins Spiel zu finden. Gegen die TSG Hoffenheim war der 30-Jährige deshalb zur Pause ausgewechselt worden, auch dass ein Vorgang, der in Bremen Seltenheitswert hat. Dass Ducksch in Freiburg nun zunächst ganz außen vor blieb, wollte Werner nicht als Kritik am Spieler verstanden wissen: „Es ging nicht darum, einen Denkzettel zu verteilen.“
Ducksch sei nicht gerade glücklich gewesen, als er von der ungewohnten Reservistenrolle erfuhr. „Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihm die Beweggründe genannt“, sagte Werner. „Das ist grundsätzlich angekommen bei ihm. Er ist damit professionell umgegangen, so, wie man es erwarten kann. Natürlich war er nicht begeistert“, berichtete Werner – und schob hinterher: „Ich habe es aber auch noch nie erlebt, dass es einen Spieler gefreut hat, wenn ich ihm sage, dass er nicht von Anfang an auf dem Platz steht.“ Komplett auf der Bank schmoren musste Ducksch dann auch nicht. In der 61. Minute wurde er für Justin Njinmah eingewechselt. Zu retten war da für den SV Werder allerdings nichts mehr, weil die Mannschaft bereits uneinholbar mit 0:3 hinten lag.
Am Freitag ist es mal wieder soweit: unser SC lädt zu einem Flutlichtspiel ins Europa-Park-Stadion ein. Zu Gast ist der SV Werder Bremen.
Unsere Gäste stehen aktuell mit 30 Punkten auf Rang 10. Mit einem Sieg könnten Sie den direkten Anschluss zu den europäischen Startplätzen wieder herstellen, bei einer Niederlage vergrößert sich der Abstand auf unseren SC auf 9 Punkte. Im neuen Jahr fallen meist viele Tore bei Spielen der Bremer Mannschaft: 9:17 Tore in 7 Spielen liefern mit beinahe 4 Tore pro Begegnung einen gewissen Unterhaltungswert. Dabei bespielte man Topteams (Leipzig, Dortmund, Bayern), formstarke Teams (Augsburg und Mainz) und Teams im Abstiegskampf (Hoffenheim und Heidenheim). Mit 5 Punkten aus diesen Spielen ist die aktuelle Bilanz durchaus ausbaufähig. Insbesondere die Niederlagen zu Hause gegen Augsburg (0:2) und am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim (1:3) schmerzen sehr.
Die jüngste Bilanz unseres SC gegen die Bremer spricht eher für den SC: In den vergangenen 7 Spielen konnte man 4 mal als Sieger vom Platz gehen, 2 mal teilte man sich die Punkte und einmal siegte Bremen. Somit konnte man eine schlechte Bilanz gegen die Bremer deutlich verbessern (insgesamt steht in der Bundesliga eine Bilanz von 13 Siegen, 10 Remis und 24 Niederlagen zu Buche).
Unser SC konnte sich nach einem sehr durchwachsenen Start ins neue Jahr (Angefangen mit der Schlussphase gegen Kiel) wieder stabilisieren und konnte zuletzt gegen 3 Kellerkinder jeweils knapp, aber nicht unbedingt unverdient mit 1:0 gewinnen. Gerade auswärts in St. Pauli und Bochum ist das ganze nicht selbstverständlich. Dabei bestach man vorallem mit einer defensiven Stabilität, die den Gegnern nur sehr wenig Torchancen ermöglichte. Darunter litt jedoch die Offensive Power. Man schaffte es dennoch trotz weiterhin ausbaufähiger Chancenverwertung immer das eine entscheidende Tor zu erzielen, was uns in Summe wieder auf Platz 5 und damit in Schlagdistanz zu den Champions League Plätzen bringen konnte.
Personell wage ich vor den Pressekonferenzen noch keine Prognose.
Allen im Stadion wünsche ich einen schönen Abend. Bleibt bitte alle friedlich und macht am Sonntag von eurem Wahlrecht gebrauch!