Werder Bremen ist völlig aus dem Tritt geraten. Rettet der DFB-Pokal die Saison? Der Trainer sieht Chance und Druck zugleich.
Es ist einiges aus den Fugen geraten bei Werder Bremen. Statt über die Liga den Angriff auf Europa zu starten, stecken die Grün-Weißen in einer tiefen Krise. Nur ein Sieg aus den bislang acht Spielen in diesem Jahr, drittschlechtestes Team der Rückrunde, Absturz auf Platz zwölf – das große Ziel Europapokal ist für Werder wohl nur noch über den DFB-Pokal möglich.
Doch in der aktuellen Verfassung wird selbst das Viertelfinale beim Drittligisten Arminia Bielefeld an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) zur hohen Hürde. Zumal nach dem peinlichen 0:5 beim SC Freiburg deutliche Risse in der Werder-Mannschaft zutage getreten sind.
«Wir haben momentan nicht den Ehrgeiz, den letzten Push und den letzten Willen, um uns gegenseitig zu helfen», kritisierte Romano Schmid den inneren Zusammenhalt des Teams. «Das ist eine bittere Erkenntnis, aber es ist die Realität, weil wir bei Widerständen auseinanderfallen und auf den anderen zeigen», sagte Werder-Coach Ole Werner. «Wenn es gut läuft, so wie im Dezember, sind wir eine Mannschaft. Aber jetzt zeigt sich wirklich, ob wir eine sind oder nicht.»
Der Bremer Trainer hatte daher am Wochenende erhöhten Redebedarf und nahm seine Mannschaft in die Pflicht. Damit will es Werner aber erst einmal auch bewenden lassen. «Dass wir es anders machen müssen, das ist jedem bewusst», sagte der Coach. Nun soll der Fokus auf Arminia Bielefeld liegen, das in dieser Saison bereits Hannover 96, Union Berlin und den SC Freiburg aus dem Pokal geworfen hat.
«Es geht nicht um Abwechslung vom Bundesliga-Alltag, sondern um eine große Chance für uns. Wir haben uns dieses Viertelfinale mit harter Arbeit verdient und wollen diese Chance mit aller Macht ergreifen», sagte der Bremer Trainer, der sein Team gegen den Drittligisten trotz der sportlichen Talfahrt weiter als Favorit sieht. «Klar ist es Druck, aber es ist auch eine große Chance für uns.»
Diese wollen die Bremer nahezu in Bestbesetzung beim Schopfe packen. Lediglich Abwehrchef und Kapitän Marco Friedl fällt für die Partie in Ostwestfalen weiter wegen einer Innenbandzerrung aus. Dafür ist Routinier Jens Stage nach seinem Kurzeinsatz in Freiburg wieder vollkommen fit und dürfte mit seiner Präsenz und Erfahrung in die Startelf rücken.
Dort dürfte auch Marvin Ducksch den in Freiburg zwar engagierten, aber glücklosen André Silva ersetzen. Im Breisgau saß Ducksch zunächst eine Stunde nur auf der Bank, auch weil er nach einem operativen Eingriff in der kurzen Winterpause noch seine Form sucht. «Es ist gut, dass wir wieder mehr Möglichkeiten haben, auch wenn noch nicht alle Spieler, die zurückkommen, komplett im Rhythmus sind», sagte Werner.
Werder Bremen ist völlig aus dem Tritt geraten. Rettet der DFB-Pokal die Saison?
Werder Bremen kann im DFB-Pokal-Viertelfinale bei Arminia Bielefeld nahezu in Bestbesetzung auflaufen. Lediglich Abwehrchef und Kapitän Marco Friedl fällt für die Partie beim Fußball-Drittligisten an diesem Dienstag (20.45 Uhr/ZDF und Sky) weiter wegen einer Innenbandzerrung aus.
Nach dem peinlichen 0:5 in der Liga beim SC Freiburg stehen die Grün-Weißen auf der Bielefelder Alm gewaltig unter Druck. Nach nur einem Sieg aus acht Spielen in diesem Jahr ist Werder in der Tabelle auf Platz zwölf zurückgefallen. Der Weg ins internationale Geschäft dürfte daher nur noch über den DFB-Pokal möglich sein.
“Es ist eine Chance für uns, ins Halbfinale zu kommen. Deshalb hat das Spiel eine große Bedeutung für uns”, sagte Werder-Coach Ole Werner. “Klar ist es Druck, aber es ist auch eine große Chance für uns.”
Hinzu kommen die zahlreichen Fehlpässe beim Herausspielen aus der eigenen Hälfte und vor allem im letzten Drittel. “Das Thema Unsauberkeit begleitet uns schon die ganze Saison, wir sind zu unpräzise”, meinte der 48 Jahre alte Rose, dem die Enttäuschung im Gesicht stand. Dennoch bemerkte er: “Ich habe ein Gefühl für meine Mannschaft, ich habe nicht das Gefühl, dass wir verunsichert sind. Das würde ich erkennen.”
So bleibt RB statt im Fortschritts-Modus weiter im Kampf-Modus, “so wie ich es schon am 1. oder 2. Januar gesagt habe”. Nun wolle Rose “gegen Wolfsburg Lösungen finden, um ins Pokal-Halbfinale einzuziehen”, denn er glaube an sein Team. Torwart Peter Gulácsi sieht “insgesamt noch sehr viel Luft nach oben. Ich finde, dass die Richtung nicht schlecht ist, wir müssen Spiele gewinnen und in den Flow kommen”.
Orban bemängelt Torgefahr
Kapitän Orban, der als Abwehrchef Teil des Defensiv-Problems und auch Verursacher des Strafstoßes zum 0:2 war, sieht das Problem in der Offensive: “In der letzten halben Stunde waren wir zu ungenau und haben zu wenig Torgefahr ausgestrahlt. Gerade in den letzten 20 Minuten hätte ich mir hier zuhause etwas mehr erhofft.”
Werder Bremens Winter-Neuzugang André Silva spricht in seinem ersten Interview an der Weser überhaupt über seine ersten Wochen am Osterdeich und verrät, warum er früher ein Fan von Hugo Almeida war und was er sich im Training von Cristiano Ronaldo abgeschaut hat.
Bremen – Erst das Mannschaftstraining, dann eine Extra-Einheit Torabschlüsse und schließlich noch 30 Minuten Programm im Kraftraum: Hinter André Silva liegt bereits ein langer Arbeitstag, als er gut gelaunt zum Termin mit der DeichStube erscheint, um sein erstes Interview als Profi des SV Werder Bremen zu geben. Der Wechsel des 29-Jährigen von RB Leipzig an den Osterdeich hatte Anfang Februar für viel Aufsehen gesorgt. Während des Gesprächs erklärt Silva nun, wie er die ersten Wochen am Osterdeich erlebt hat, warum er früher Fan von Hugo Almeida war und was er sich beim gemeinsamen Spielen und Trainieren von Superstar Cristiano Ronaldo abgeschaut hat. Weitere Themen: Eine mögliche Zukunft über den Sommer hinaus bei Werder, die Sportart Rollhockey und ein kurioser Social-Media-Fauxpas, mit dem Silva kürzlich für Schmunzler sorgte.
Wechsel zu Werder Bremen? André Silva im DeichStube-Interview: „Das klang sofort interessant für mich“
Herr Silva, vor ein paar Tagen haben Sie im Internet für einen Lacher gesorgt, weil in Ihrem Profil auf der Plattform „X“ nicht „SV Werder Bremen“, sondern „SV Werner Bremen“ geschrieben stand. Ein versteckter Gruß an Ihren neuen Trainer?
(lacht) Nein, das war einfach ein lustiger Fehler. Ich habe ein Team, das mir hilft, meinen Auftritt in den Sozialen Medien zu betreuen, und da hat sich offenbar jemand vertippt. Vielleicht hat der ja an den Trainer gedacht. Ich habe es selbst gar nicht bemerkt, bin aber von mehreren Leuten darauf hingewiesen worden. Wir haben es dann schnell korrigiert.
Sie stehen nun seit knapp drei Wochen bei Werder unter Vertrag. Wie waren die ersten Tage? Haben Sie sich schon eingelebt?
Ja, absolut. Ich bin gut im Verein und in der Stadt angekommen. Bei einem Wechsel im Winter ist das immer etwas schwieriger als im Sommer, weil einfach weniger Zeit für alles da ist. So langsam sind die wichtigsten Dinge aber geregelt. Noch wohne ich zwar im Hotel, ich habe aber inzwischen eine Wohnung gefunden und ziehe bald um.
Was war Ihr erster Gedanke, als Sie erfahren haben, dass Werder an Ihnen interessiert ist?
Es klang sofort sehr interessant für mich. Es ging darum, eine Lösung für meine Situation zu finden, denn in Leipzig habe ich zuletzt kaum noch gespielt. Ich bin kein Typ, der Dinge überstürzt, sondern denke gerne in Ruhe darüber nach. Ich möchte einfach sicher sein, dass der nächste Schritt der richtige ist. Bei Werder war ich mir schnell sicher.
„Wahnsinn!“: Neuzugang André Silva verbindet Hugo Almeida und Diego mit Werder Bremen
Für Frankfurt und Leipzig haben Sie mehrfach gegen Werder gespielt. Abgesehen davon: Was verbinden Sie mit dem Verein?
Ich bin Portugiese, deshalb natürlich zuerst Hugo Almeida, aber auch Diego, der vor seiner Zeit bei Werder bei meinem Heimatverein FC Porto gespielt hat. Als ich jünger war, ist Almeida für die Nationalmannschaft aufgelaufen, und ich weiß noch, wie beeindruckt ich von seiner Schussstärke war. Wahnsinn! Diego ist natürlich ein ganz besonderer Spieler gewesen, mit unglaublichen Fähigkeiten.
Im März bestreitet Diego sein Abschiedsspiel im Weserstadion. Werden Sie sich das Spektakel vor Ort ansehen?
Das weiß ich noch nicht, aber ich werde definitiv darüber nachdenken. Vielleicht bekomme ich ja noch eine Karte (lacht).
In Bremen sind mit Diego Erinnerungen an große internationale Spiele verbunden. Viele Werder-Fans träumen davon, dass sich der Verein nach langer Zeit endlich mal wieder fürs internationale Geschäft qualifiziert. Ist das in dieser Saison möglich?
Wenn ich sehe, wie hart und konzentriert die Mannschaft allein in der Zeit, seit ich hier bin, gearbeitet hat, dann ist sehr viel möglich. Wir sollten aber nicht zu weit in die Zukunft schauen und unnötige Erwartungen schüren. Nach Europa zu kommen, ist sehr schwer. Wir müssen es mehr wollen, als die anderen Mannschaften und jeden Tag hart dafür arbeiten. Dann sehen wir, was dabei am Ende herauskommt.
Zwei Spiele haben Sie bisher als Werder-Profi erlebt, beide gingen verloren. Nicht gerade ein Traumstart für Sie persönlich. Dämpft das die Stimmung?
Nein, denn es waren nur zwei Spiele. Das erste davon war gegen die Bayern, und das ist die schwierigste Aufgabe, die du in der Bundesliga haben kannst. Gegen Hoffenheim hätten wir es definitiv besser machen müssen, denn die Qualität dafür haben wir. Aber trotz der beiden Spiele habe ich weiterhin ein sehr gutes Gefühl für den Rest der Saison.
Werder Bremen-Neuzugang André Silva im Interview: „Hätte nie gedacht, dass ich mal fünf Jahre in der Bundesliga spiele“
In der Saison 2020/21 haben Sie stolze 28 Bundesligatore für Eintracht Frankfurt geschossen, was Sie nicht nur in Deutschland berühmt gemacht hat. In den drei schwierigen Spielzeiten danach waren es für Leipzig und San Sebastian insgesamt 19 Treffer. Was denken Sie über diese Zahlen?
Fußball kann sehr einfach, aber auch sehr kompliziert sein. Es gibt immer wieder Dinge, die du nicht kontrollieren kannst, die aber neben der eigenen Form auch Einfluss auf deine Leistung haben. Der Trainer, die Mitspieler, die Situation des Vereins, auch die Vertragssituation. In Frankfurt lief es einfach perfekt, alles hat gepasst, und ich konnte meine Stärken voll einbringen. Das Selbstvertrauen aus dieser Zeit habe ich nicht verloren. Ich arbeite jeden Tag daran, mich weiterzuentwickeln. Auch wenn die Torquote in den letzten Jahren niedriger war, bin ich heute insgesamt vielleicht sogar ein besserer Spieler als während der Zeit in Frankfurt.
FC Porto, AC Mailand, FC Sevilla, Eintracht Frankfurt, RB Leipzig, San Sebastian und jetzt Werder – Sie haben in Ihrer Karriere schon für viele Vereine gespielt. Bei Ihrer Vorstellung in Bremen haben Sie kürzlich gesagt, dass Sie gerne mal für einen längeren Zeitraum in einem Club bleiben würden. Könnte Werder dieser Club sein?
Warum nicht? Vorstellbar ist vieles. Ich hätte früher zum Beispiel nie gedacht, dass ich mal fünf Jahre lang in der Bundesliga spiele, und doch ist es so gekommen. Ich habe mir mit der Zeit abgewöhnt, zu weit in die Zukunft zu schauen, weil es nichts bringt. An den Sommer denke ich jetzt noch nicht.
Das Leihgeschäft zwischen Werder und Leipzig läuft bis zum Ende der Saison. Ihre Verpflichtung ist in Bremen mit großen Hoffnungen verknüpft. Wie schwer ist es, innerhalb kürzester Zeit sofort helfen zu müssen?
Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung. Mit der Erfahrung, die ich in meiner Karriere gesammelt habe, bin ich mir aber sicher, dass ich sie meistern kann. Ich bringe mich mit allem ein, was ich habe, um dabei zu helfen, dass wir unsere Ziele erreichen.
Mal was anderes: Es heißt, Sie seien ein großer Rollerhockey-Fan, ein Sport, der in Portugal enorm populär ist…
(lacht) Nein, nein, da ist über die Jahre ein etwas schiefes Bild entstanden. Ich habe als Kind früher neben dem Fußball viele andere Sportarten ausprobiert, unter anderem eben auch Rollerhockey, also Hockey auf klassischen Rollschuhen, nicht auf Inlineskates. Einige meiner Cousins waren darin ziemlich gut und sind bis heute aktiv. Ihre Spiele sehe ich mir manchmal an. Als Fan würde ich mich aber nicht bezeichnen.
Dann zurück zum Fußball: Wie würden Sie sich selbst als Stürmer beschreiben?
Ich bin ein Stürmer, der gerne viel unterwegs ist und nicht nur im Strafraum lauert. Das Zusammenspiel mit meinen Mitspielern ist mir sehr wichtig, ob ich dabei nun Bälle festmache oder es One Touch weitergeht. Ich bin sicher nicht der schnellste Stürmer und nicht der, der am höchsten springt, aber ich würde sagen, dass ich gut den richtigen Moment finden kann. Im Strafraum kann ich ein Killer sein.
Werder Bremen-Neuzugang André Silva im DeichStube-Interview über Cristiano Ronaldo: „Wir haben uns immer gut verstanden“
Werders nächster Gegner ist der SC Freiburg. Sie sind eine Art Experte für diesen Club. Neun Mal haben Sie bereits gegen Freiburg gespielt, unter anderem 2022 im DFB-Pokalfinale, das Sie mit Leipzig gewonnen haben. Was erwartet Werder am Freitag für eine Mannschaft?
Freiburg ist ein physisch starkes Team, das taktisch sehr diszipliniert auftritt. Sie haben viele Automatismen, mit denen sie große Dynamik auf dem Platz erzeugen können. Es wird eine schwere Aufgabe für uns, aber ich bin mir sicher, dass unser Trainer uns sehr gut darauf vorbereiten wird.
2017 hat Weltstar Cristiano Ronaldo mal Folgendes über Sie gesagt: „Portugal ist in guten Händen, wenn ich einmal aufhöre, denn wir haben bereits einen tollen Stürmer gefunden: André Silva.“ Wie ist Ihr Verhältnis zu Ronaldo?
Das war damals ein großes Lob! Wir haben uns immer gut verstanden, wenn wir uns bei der Nationalmannschaft gesehen haben. Es war nicht so, dass wir abseits davon viel Kontakt hatten, denn Cristiano ist ein vielbeschäftigter Mann, aber der Austausch mit ihm war immer sehr angenehm.
16 Mal standen Sie gemeinsam für Portugal auf dem Platz. Was haben Sie von Ronaldo gelernt?
Ich bin damit aufgewachsen, zu ihm aufzuschauen. Er ist ein Idol für mich. Seine Disziplin, sein unbändiger Wille, hart an sich zu arbeiten und sich zu verbessern, ist beeindruckend. Er erinnert mich daran, dass man immer sein Bestes geben muss, um erfolgreich zu sein.
Ihr bis dato letztes Länderspiel war im Jahr 2022. Wann sehen wir Sie wieder für Portugal auflaufen?
Ich hoffe bald. Die Nationalmannschaft ist immer in meinem Kopf. Wenn ich gute Leistungen im Verein bringe, kommt das eine zum anderen. Mit dem Nationaltrainer (Roberto Martinez, Anm. d. Red.) gibt es hin und wieder Kontakt, das letzte Mal bei einem Champions-League-Spiel mit Leipzig, das er sich angesehen hat. Er hat mir Glück gewünscht und gesagt, dass ich weiter fokussiert arbeiten soll.
Herr Silva, zum Abschluss vervollständigen Sie bitte diesen Satz: Nach der Saison bin ich zufrieden, wenn…
(überlegt) … ich viel gespielt und Werder dabei geholfen habe, seine Ziele zu erreichen. Ach ja: Und ein paar Tore wären auch nicht schlecht (lacht).
Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat seinen Einsatz für eine solidarische Gesellschaft angesichts des Ausgangs der Bundestagswahl bekräftigt. Das Ergebnis sei “Ausdruck besorgniserregender Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Es zeigt, dass unser Einsatz für demokratische Grundwerte nicht mit dem Wahlabend enden darf”, teilten die Norddeutschen mit.
Werder stellte zudem fest: “Demokratie, Vielfalt und eine weltoffene Gesellschaft sind und bleiben unverhandelbar.” Der Klub werde sich daher “weiter lautstark für eine solidarische Gemeinschaft frei von Ausgrenzung, Diskriminierung und verfassungsfeindlichen Kräften eintreten”. Die AfD zieht als zweitstärkste Kraft in den Bundestag ein, als klare Sieger gingen CDU/CSU aus dem Wahlabend hervor.
Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen formulierte indes seine Erwartungen an die künftige Bundesregierung. “Wichtig wird sein, dass wir in Deutschland eine vorwärtsgewandte Politik wieder sehen werden, die auch Themen voranbringt und die insbesondere die Leistungsträger fördert und uns insgesamt in Deutschland hilft”, sagte der 57-Jährige dem Nachrichtenportal t-online zufolge nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt (4:0) am Sonntagabend.
Die Bremer wollen weiter intensiv für demokratische Grundwerte eintreten. Bayerns Vorstandschef formuliert indes Erwartungen an eine neue Regierung.
Fußball-Bundesligist Werder Bremen hat seinen Einsatz für eine solidarische Gesellschaft angesichts des Ausgangs der Bundestagswahl bekräftigt. Das Ergebnis sei “Ausdruck besorgniserregender Entwicklungen in unserer Gesellschaft. Es zeigt, dass unser Einsatz für demokratische Grundwerte nicht mit dem Wahlabend enden darf”, teilten die Norddeutschen mit.
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Werder stellte zudem fest: “Demokratie, Vielfalt und eine weltoffene Gesellschaft sind und bleiben unverhandelbar.” Der Klub werde sich daher “weiter lautstark für eine solidarische Gemeinschaft frei von Ausgrenzung, Diskriminierung und verfassungsfeindlichen Kräften eintreten”. Die AfD zieht als zweitstärkste Kraft in den Bundestag ein, als klare Sieger gingen CDU/CSU aus dem Wahlabend hervor.
Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen formulierte indes seine Erwartungen an die künftige Bundesregierung. “Wichtig wird sein, dass wir in Deutschland eine vorwärtsgewandte Politik wieder sehen werden, die auch Themen voranbringt und die insbesondere die Leistungsträger fördert und uns insgesamt in Deutschland hilft”, sagte der 57-Jährige dem Nachrichtenportal t-online zufolge nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt (4:0) am Sonntagabend.
Nichtsahnend und enttäuscht stand Justin Njinmah am Anstoßpunkt, soeben hatte der SV Werder Bremen in Freiburg das 0:3 kassiert. Die Sache mit dem Auswärtssieg hatte sich früh erledigt. Und ehe sich der Angreifer versah, eilte auch schon Mittelfeldspieler Romano Schmid auf ihn zu und erklärte ihm ein paar Takte. Untermalt wurde die unmissverständliche Ansage mit deutlichen Gesten – kurzum: Schmid war so gar nicht zufrieden mit dem Verhalten Njinmahs auf dem Platz. Nun dürfte genau diese Szene eine derjenigen gewesen sein, die Trainer Ole Werner nach der 0:5-Abreibung scharf kritisierte. Der 36-Jährige hatte ungewohnt offen angeprangert, dass die Werder-Profis aktuell lieber die Schuld bei einem Nebenmann und nicht bei sich selbst suchen. Für die ohnehin schon poröse Teamchemie ist das nicht gerade förderlich. Wenn die Mannschaft aktuell etwas zu einen scheint, dann die Tatsache, dass sie geschlossen unter ihren Möglichkeiten bleibt. Das gilt somit nicht nur, aber eben auch für den gescholtenen Justin Njinmah.
Nnjinmah benötigt nach überstandenen Verletzungen noch Zeit
Der 24-Jährige kann an richtig guten Tagen ein Sieggarant für die Bremer sein. Ein Unterschiedsspieler, der den Gegner mit seinen Qualitäten vor erhebliche Probleme stellt. In der Sportwelt wird in solchen Fällen ganz gern etwas martialisch von einer „Waffe“ gesprochen. Werders Nachteil ist, dass diese – um im Bilde zu bleiben – derzeit nicht scharf schießt. Njinmah arbeitet nach seinen überstandenen Verletzungspausen eifrig, doch zu oft laufen seine Aktionen ins Leere. Bei der Jagd nach seinem einstigen Leistungsvermögen will er mitunter zu viel, holt sich beim Sprint mit dem Kopf durch die Wand oft eine blutige Nase. „Er hat nie so richtig seinen Rhythmus gefunden, nie die hundertprozentige Form gehabt“, erklärt Clemens Fritz als Werders Fußball-Chef. „Uns war schon klar, dass er ein bisschen braucht und sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen darf, aber er muss auch weiter arbeiten. Das ist unser Anspruch an ihn.“
Immer in der Hoffnung, dass die Leichtigkeit irgendwann wieder Einzug in sein Spiel hält. Und der Kopf sich am besten gar nicht mehr meldet. Anders als derzeit. „Es ist ganz normal, dass du dir als Spieler Gedanken machst, wenn es nicht so gut läuft“, meint Fritz. „Du fängst an zu überlegen – und das sind dann halt diese Hundertstel, die dir im Spiel fehlen. Du denkst plötzlich, dass du es letzte Woche vielleicht so gemacht hast und heute dann mal andersrum, obwohl die andere Bewegung anders als in der Vorwoche dieses Mal die bessere wäre.“ Unter dem Strich steht sich ein Spieler so selbst im Weg. Umso wichtiger ist für Clemens Fritz: „Du darfst dich nicht selbst runterziehen. Du musst es auch positiv angehen.“ Nur aktuell ist das gar nicht so einfach. Schließlich hängt Werder komplett durch – nicht nur Justin Njinmah.
Das Wunschlos der Werder-Spielerinnen, ein Duell mit dem Nord-Rivalen, hat sich erfüllt: Der Weg ins Finale führt für die Bremerinnen über Hamburg.
Die Partie beim Zweitligisten findet am 22. oder 23. März statt. Im zweiten Halbfinale stehen sich Meister Bayern München und die TSG Hoffenheim gegenüber. Die genaue Terminierung der beiden Duelle durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) folgt.
Werders Pokalreise führte bisher über Arminia Bielefeld, Fortuna Köln und Bayer 04 Leverkusen. Waren die ersten beiden Partien noch noch eindeutige Angelegenheiten (4:0- und 3:0-Sieg), war das Viertelfinale in Leverkusen sehr viel knapper. In einem umkämpften Spiel, bei dem die klareren Chancen bei der Heimmannschaft lagen, setzten sich die Bremerinnen dank eines Kopfballtors durch Larissa Mühlhaus mit 1:0 durch.
Die Hamburgerinnen schalteten im Viertelfinale Ligakonkurrent Mönchengladbach mit 2:0 aus.
Die Halbfinals des DFB-Pokals
Hamburger SV
Werder Bremen
Bayern München
TSG Hoffenheim
Quelle:
buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
Bremen Eins, 17. Februar 2025, 21 Uhr
Der SC Freiburg hat zum Auftakt des 23. Spieltags einen deutlichen 5:0-Sieg gegen Werder Bremen gefeiert und ist weiterhin auf Kurs Europa. Sildillia eröffnete den Torreigen per Fallrückzieher, Grifo und Doan trafen doppelt.
Eröffnete den Torreigen traumhaft per Fallrückzieher: Kiliann Sildillia.
IMAGO/Steinsiek.ch
Drei Spiele in Folge hatte der SC Freiburg mit 1:0 gewonnen und sich so bis auf einen Punkt an die Champions-League-Plätze herangepirscht. SC-Coach Julian Schuster sah daher gegenüber dem Dreier beim FC St. Pauli keinerlei Änderungsbedarf und schickte die gleiche Anfangself erneut auf den Platz.
Werder-Coach Ole Werner tauschte im Vergleich zur 1:3-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim dagegen viermal: Pieper verteidigte für den verletzten Veljkovic (Rückenprobleme), außerdem spielten Köhn, Njinmah und erstmals von Beginn an Silva für Kaboré, Grüll und Ducksch (alle Bank). Nach zwei Niederlagen nacheinander und überhaupt erst einem Dreier im Jahr 2025 wollte der SVW wieder einen Schritt in Richtung Europa machen.
SC trifft zweimal traumhaft
Die erste Chance gehörte den Hausherren, als Ginter aus abseitsverdächtiger Position in die Arme von Zetterer köpfte (3.). Doch danach übernahm Bremen das Kommando und gab durch Silva den ersten Warnschuss ab, den Atubolu sicher parierte (8.). Freiburg setzte aus einer kompakten Defensive heraus auf Umschaltsituationen und mischte so in einer unruhigen Anfangsphase mit. Und plötzlich durften die Hausherren jubeln, nachdem Sildillia eine Ecke per Fallrückzieher in die Maschen jagte (15.).
Freiburg überließ danach den Bremern das Spiel. Doch bis auf eine Großchance von Silva (18.) kam der SVW kaum zu Möglichkeiten, die giftige wie gut strukturierte Abwehr der Hausherren bereitete Werder große Probleme. Und Freiburg blieb bei Umschaltsituationen hocheffizient: Grifo zirkelte einen Freistoß traumhaft über die Mauer zum 2:0 ins Netz (33.).
Werder bot sich kurz darauf die große Chance zum Anschlusstreffer, nachdem Sildillia eine Flanke in der Box unglücklich, aber strafbar an die Hand bekommen hatte – was erst der VAR sah. Silva trat zum Strafstoß an und zielte wuchtig in die rechte Ecke, doch Atubolu war mit einer starken Parade zur Stelle (39.) und hielt für den Sport-Club die Null zur Pause fest.
Kopfball-Doppelpass leitet 3:0 ein
Auch nach dem Seitenwechsel bot sich das gleiche Bild: Freiburg ließ Werder kommen, ließ mit einer gut sortierten Defensive nichts zu und lauerte auf Konter. Oder auf den langen Ball. Nach einem solchen hebelten Höler und Doan per Kopfball-Doppelpass die SVW-Defensive aus, Grifo musste nur noch den Fuß zum 3:0 hinhalten (57.).
Während bei Bremen nun alle Hoffnungen schwanden, zog der Sport-Club sein Spiel weiterhin durch: Höler köpfte aus kurzer Distanz an den Hinterkopf von Agu, der so auf der eigenen Torlinie den Ball noch glücklich über die Latte lenkte (68.); Agu warf sich in einen Schlenzer von Doan (75.). Nur eine Minute später kam der Japaner dann zu seinem Treffer, auf Vorlage des eingewechselten Dinkci traf er zum 4:0.
Doan krönt Freiburgs Auftritt in der Nachspielzeit
Doan ließ erst noch den fünften Treffer liegen (88.), in der Nachspielzeit sollte er aber doch noch fallen, als Beste Doan bediente (90.+2). Es war die Krönung eines bitteren Bremer Abends. Der Sport-Club feierte dank einer reifen Leistung hochverdient den vierten Sieg in Folge und das nächste Spiel ohne Gegentor – seit 400 Minuten musste Atubolu nun nicht mehr hinter sich greifen.
Tore und Karten
1:0
Sildillia (15′)
2:0
Grifo (33′)
Spieldaten
Freiburg
Bremen
Spielinfo
Stadion
Europa-Park-Stadion
Zuschauer
34.700 (ausverkauft)
Diese Serie könnte Freiburg am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) in Augsburg weiterführen. Bremen hat vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr) unter der Woche noch das DFB-Pokal-Viertelfinale bei Drittligist Arminia Bielefeld (Dienstag, 20.45 Uhr) vor der Brust.