Der Sport-Tag Max Eberl graut es in der Königsklasse vor Bayer Leverkusen
19.02.2025, 06:29 Uhr
Bayer Leverkusen oder Atlético Madrid? Nach dem mühsamen und am Ende sogar glücklichen Einzug ins Achtelfinale der Champions League mochte niemand beim FC Bayern einen Wunschgegner für die nächste K.o.-Runde benennen. Am klarsten äußerte sich noch Sportvorstand Max Eberl darüber, ob er sich bei der Auslosung an diesem Freitag eher den deutschen Meister oder den spanischen Topklub wünsche. “Wir werden sehen, was kommt. Wenn man sagt Europapokal, dann würde man gerne international spielen“, sagte Eberl. Ein deutsches Duell würde da nicht passen.
Gespielt wird Anfang März. Der FC Bayern bestreitet die erste Partie zu Hause.”Das sind zwei starke Gegner“, sagte Nationalmannschaftskapitän Joshua Kimmich mit Blick auf die möglichen Kontrahenten. Von der Spielweise seien beide Teams unterschiedlich. “Egal, welcher Gegner, wir wollen das auf jeden Fall wieder angehen”, sagte Trainer Vincent Kompany.
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Als Ademola Lookman (27) in der 61. Minuten beim Stand von 1:3 gegen Club Brügge zum Elfmeter antrat, waren die Chancen auf das Weiterkommen nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel für Atalanta gering – ein Treffer hätte die Hoffnung wieder geweckt. Es folgte der Fehlschuss gegen Simon Mignolet (36) und das Aus in den Playoffs der Champions League. Trainer Gian Piero Gasperini zeigte sich nach dem Spiel wenig begeistert von seinem Schützling: „Ich denke, er ist einer der schlechtesten Elfmeterschützen der Geschichte, selbst im Training tritt er sie wirklich schlecht.“
Gasperini sah den ersten Fehlschuss Lookmans im Atalanta-Trikot seit seinem 9,35 Millionen Euro teuren Wechsel von RB Leipzig – zuvor traf er viermal vom Punkt. „De Ketelaere und Retegui waren auch da, er nahm den Ball auf der Welle der Euphorie. Es ist eine Geste, die mir absolut nicht gefallen hat“, so der 67 Jahre alte Erfolgstrainer. Lookman kam von der Bank und erzielte direkt nach der Pause das zwischenzeitliche 1:2, in der Folge war Mignolet unüberwindbar.
In der Serie A hatte auch Top-Torjäger Mateo Retegui (25) zuletzt aus Elfmetern vergeben – 2024/25 verwandelte der Europa-League-Sieger von 2024 fünf seiner acht Strafstöße. Für Mignolet war es der zweite Elfer, der in dieser Saison nicht gegen ihn verwandelt werden konnte. In seiner 19 Jahre langen Profikarriere entschärfte er 16 von 74 Strafstößen.
Für Brügge ist es der zweite Einzug in das Achtelfinale der seit 1992/93 ausgetragenen Champions League, wo man auf Lille oder Aston Villa trifft. Der beste Lauf im Europapokal der Landesmeister endete 1978 erst im Finale am FC Liverpool.
Borussia Dortmund steht vor dem Rückspiel gegen Sporting mit anderthalb Beinen im Achtelfinale der Champions League. Ein Ausscheiden wäre historisch.
Dortmund – Die Champions League ist für Borussia Dortmund in der laufenden Saison so etwas wie eine Wohlfühloase. Aus neun Spielen holte der BVB sechs Siege, vor dem Rückspiel in der Playoff-Runde gegen Sporting am Mittwoch (18.45 Uhr, alle TV-Infos) steht das Team von Trainer Niko Kovač schon mit anderthalb Beinen im Achtelfinale.
Beim portugiesischen Meister und aktuellen Tabellenführer hatte Dortmund in der Vorwoche überraschend deutlich mit 3:0 gewonnen. Jedoch ist dem BVB einmal mehr misslungen, den Schwung aus dieser Partie mit in den tristen Alltag in der Bundesliga zu nehmen. Nach der 0:2-Blamage im kleinen Revierderby beim VfL Bochum unken viele Fans, dass der Truppe selbst das Verspielen des Vorsprungs gegen Sporting zuzutrauen ist.
Niko Kovač warnt Dortmund: „Es ist erst Halbzeit“
Dabei handelt es sich freilich vor allem um Galgenhumor, dessen sich die Fans bedienen, um die desaströse Bundesliga-Saison zu ertragen. Ernsthaft an ein Aus des BVB gegen Sporting glaubt kaum jemand. Chefcoach Kovač warnte seine Mannschaft dennoch eindringlich davor, bereits mit dem Achtelfinale zu planen.
„Ich bin Fußballer. Die Runde ist noch nicht vorbei, es ist erst Halbzeit. Ich erwarte ein hartes Spiel für uns, wir gehen da mit 100 Prozent an die Sache. Es gibt kein Kalkulieren, wir wollen das Spiel gewinnen. Gehen Sie davon aus, dass wir nicht zu viel verändern werden“, schloss Kovač am Dienstag in der UEFA-Pressekonferenz Rotation, um Kräfte zu schonen, aus. „Wir sind nicht so dumm zu sagen, dass die Sache schon durch ist.“
Ein BVB-Aus wäre ein historisches Novum
Ein Aus des BVB hätte jedoch absolut historische Ausmaße.
In der Geschichte der Champions League, die seit 1992/93 unter dieser Bezeichnung firmiert, hat es in K.-o.-Runden erst sechs Duelle gegeben, in denen die Mannschaft, die im Rückspiel auswärts antreten musste, einen Rückstand noch aufgeholt und sich durchgesetzt hat. Dazu trug auch die inzwischen in allen Europapokalen abgeschaffte Auswärtstorregel bei.
Sollte der BVB tatsächlich eine Drei-Tore-Führung verspielen, wäre es ein völliges Novum: Das größte Auswärtscomeback in der Geschichte der Königsklasse legte Manchester United im Achtelfinale der Saison 2018/19 gegen Paris Saint-Germain hin. Der englische Rekordmeister verlor das Hinspiel daheim mit 0:2, gewann aber in Frankreich wegen eines späten Handelfmeters mit 3:1 und dankte somit der Auswärtstorregel fürs Weiterkommen.
Die fünf übrigen Fälle von Comebacks der Gästeteams im Rückspiel einer K.-o.-Runde geschahen nach Heimniederlagen mit nur einem Treffer Unterschied.
Immer wieder Barça: Die heftigsten Comebacks
Selbst wenn die Portugiesen am Mittwochabend Heimrecht hätten, wäre derweil ein Comeback von Sporting eine historische Angelegenheit: In lediglich drei K.-o.-Duellen konnten Heimteams einen Drei-Tore-Unterschied noch umbiegen.
2003/04 gelang Deportivo La Coruña nach einem 1:4 bei der AC Mailand im Rückspiel ein 4:0
2017/18 gelang der AS Rom nach einem 1:4 beim FC Barcelona im Rückspiel ein 3:0 (Auswärtstorregel)
2018/19 gelang dem FC Liverpool nach einem 0:3 beim FC Barcelona im Rückspiel ein 4:0
Das größte Comeback der Champions-League-Historie ist indes so außergewöhnlich, dass es unter einem eigenen Namen bekannt ist: Barça legte im März 2017 gegen PSG ‚La Remontada‘ hin. Die Katalanen verloren das Hinspiel in Paris mit 0:4, im Camp Nou schien es bis tief in die Schlussphase hinein, als würde sich PSG ins Viertelfinale der Königsklasse retten. Durch Treffer von Neymar (88., 90.+1) sowie Sergi Roberto (90.+5) gelang Barça das legendärste Comeback der Champions League.
Sporting ist ohne zwei Topstars angereist
Der Glaube an ein ähnliches Wunder von Sporting, noch dazu beim Auswärtsspiel in Dortmund, ist nicht sonderlich ausgeprägt. Der portugiesische Meister reist sogar ohne zwei seiner besten Spieler an. Stürmer Viktor Gyökeres und Mittelfeldmann Trincão, die es in dieser Saison zusammen auf 63 Scorerpunkte bringen, sind in Lissabon geblieben.
Dass sich Sporting vor allem um die Titelverteidigung in der Liga kümmert, hatte Ricardo Granada, Experte bei der portugiesischen Sportzeitung Record, gegenüber fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA, bereits vor dem Hinspiel erläutert.
Nachdem der amtierende Meister am Wochenende gegen den FC Arouca nur Remis spielte, ist der Vorsprung gegenüber dem ärgsten Verfolger Benfica auf nur noch zwei Zähler zusammengeschrumpft. Für die Mini-Chance auf ein historisches Comeback gegen den BVB will Trainer Rui Borges keine Risiken bei seinen wichtigsten Spielern eingehen. Trincão stand bei 38 Saisonspielen 37 Mal in der Startelf und soll eine Pause erhalten, Gyökeres hat zuletzt eine Oberschenkelblessur auskuriert.
Als Ademola Lookman (27) in der 61. Minuten beim Stand von 1:3 gegen Club Brügge zum Elfmeter antrat, waren die Chancen auf das Weiterkommen nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel für Atalanta gering – ein Treffer hätte die Hoffnung wieder geweckt. Es folgte der Fehlschuss gegen Simon Mignolet (36) und das Aus in den Playoffs der Champions League. Trainer Gian Piero Gasperini zeigte sich nach dem Spiel wenig begeistert von seinem Schützling: „Ich denke, er ist einer der schlechtesten Elfmeterschützen der Geschichte, selbst im Training tritt er sie wirklich schlecht.“
Gasperini sah den ersten Fehlschuss Lookmans im Atalanta-Trikot seit seinem 9,35 Millionen Euro teuren Wechsel von RB Leipzig – zuvor traf er viermal vom Punkt. „De Ketelaere und Retegui waren auch da, er nahm den Ball auf der Welle der Euphorie. Es ist eine Geste, die mir absolut nicht gefallen hat“, so der 67 Jahre alte Erfolgstrainer. Lookman kam von der Bank und erzielte direkt nach der Pause das zwischenzeitliche 1:2, in der Folge war Mignolet unüberwindbar.
In der Serie A hatte auch Top-Torjäger Mateo Retegui (25) zuletzt aus Elfmetern vergeben – 2024/25 verwandelte der Europa-League-Sieger von 2024 fünf seiner acht Strafstöße. Für Mignolet war es der zweite Elfer, der in dieser Saison nicht gegen ihn verwandelt werden konnte. In seiner 19 Jahre langen Profikarriere entschärfte er 16 von 74 Strafstößen.
Für Brügge ist es der zweite Einzug in das Achtelfinale der seit 1992/93 ausgetragenen Champions League, wo man auf Lille oder Aston Villa trifft. Der beste Lauf im Europapokal der Landesmeister endete 1978 erst im Finale am FC Liverpool.
Jamie Gittens erfreut sich auf dem Transfermarkt an großer Popularität. Zum Leidwesen des BVB, der ihn wahrscheinlich nicht über diese Saison hinaus halten kann. Ein Wechsel in die Premier League nimmt offenbar Formen an.
Borussia Dortmund hat für den kommenden Transfersommer wohl seinen nächsten Exportschlager gefunden. Jamie Gittens weckt nicht nur beim FC Bayern, sondern insbesondere in der Premier League Begehrlichkeiten. Ein Klub soll dabei besonders auf den Spuren des 19-Jährigen unterwegs sein.
Nach Angaben des Portals GiveMeSport hat der FC Chelsea in seinen Bemühungen um Gittens einen enormen Schub bekommen. Demnach ist der Dortmunder Überflieger bereit, im kommenden Sommer zu den Blues zu wechseln, sollte sich der BVB nicht für die Champions League qualifizieren. Das wäre zumindest der aktuelle sportliche Istzustand.
Der BVB spielt mit 25 Punkten nach 16 Spielen seine schwächste Bundesliga-Saison seit sieben Jahren, in der Spielzeit 2017/18 waren es ebenfalls 25 Punkte. Die Borussen gewannen nur eines der letzten fünf Meisterschaftsspiele (3 Remis, 1 Niederlagen). Momentan befindet sich das Team von Trainer Nuri Sahin nur auf Platz 8.
Chelsea soll Gittens schon über einen längeren Zeitraum beobachten und sei für den kommenden Sommer optimistisch, den Transfer einfädeln zu können. Die Blues sind im Sommer offen für die Verpflichtung eines Stürmers und Gittens gilt als potenzieller Neuzugang, der perfekt in den Spielstil unter Trainer Enzo Maresca passen würde.
Gittens möchte aber erst mal die aktuelle Saison zu Ende spielen, bevor er seine Zukunft neu bewertet. Chelsea und alle anderen Interessenten müssten für den englischen U21-Nationalspieler tief ins Portemonnaie greifen. Mindestens 100 Millionen Euro sollen vonnöten sein, um Gittens vom BVB weglotsen zu können. Dessen Vertrag ist noch dreieinhalb Jahre gültig.
Der Sport-Tag Atalanta-Trainer geht nach Aus in Champions League auf eigenen Spieler los
19.02.2025, 07:53 Uhr
Gian Piero Gasperini, der Trainer von Atalanta Bergamo, ist nach dem überraschenden Aus gegen Club Brügge in der Champions League auf den eigenen Spieler Ademola Lookman losgegangen. “Lookman war nicht für den Elfmeter vorgesehen. Er ist einer der schlechtesten Elfmeterschützen, die ich je gesehen habe“, schimpfte der 67-Jährige. “Sogar seine Bilanz im Training ist einfach grauenhaft. Er verwandelt kaum einen. [Mateo] Retegui war auf dem Platz, [Charles] De Ketelaere auch. Aber Lookman war nach seinem Tor vollkommen euphorisiert und hat sich den Ball geschnappt. Das hat mir überhaupt nicht gefallen.”
Der frühere Leipziger Lookman, Afrikas Fußballer der Jahres 2004, war in der 61. Minute kläglich mit einem Elfmeter an Brügges Torhüter Simon Mignolet gescheitert. Es war das Ende einer Aufholjagd, bevor diese überhaupt beginnen konnte. Lookman hatte Sekunden nach seiner Einwechslung zur Halbzeit für den Serie-A-Klub verkürzen können. Atalanta hatte in der ersten Halbzeit mitansehen müssen, wie es ist, wenn alles gegen einen läuft. Trotz großer Überlegenheit, trotz einer Vielzahl an Chancen, waren es die Belgier, die gleich dreimal jubeln konnten.
Atalanta schied nach dem 1:3 (0:3) gegen den belgischen Vertreter überraschend früh aus. Bereits das Hinspiel hatten die Italiener mit 1:2 verloren. Der einzige Klub der Bayer Leverkusen in der Spielzeit besiegen konnte – und das noch im Finale der Europa League – musste sich somit bereits vor dem Achtelfinale aus der Champions League verabschieden.
Mit welcher Startaufstellung gehen Niko Kovac und der BVB heute in das Champions-League-Duell gegen Sporting Lissabon?
David Inderlied/dpa
Am heutigen Mittwoch, dem 19. Februar 2025, trifft Borussia Dortmund in der UEFA Champions League im Playoff-Rückspiel auf Sporting Lissabon. Der BVB ist in dieser Saison äußert schwer einzuschätzen. Im Hinspiel in Lissabon gewannen die Dortmunder souverän mit 3:0 und haben sich so eine komfortable Ausgangssituation für das heutige Rückspiel erspielt. Am Wochenende in der Bundesliga zeigte die Mannschaft jedoch wieder ein komplett anderes Gesicht und ging im Derby beim abstiegsbedrohten VfL Bochum unter. Welchen BVB sehen die Fans heute und welche Spieler schickt Trainer Niko Kovac von Beginn an in die Partie?
BVB-Aufstellung heute: Can und Schlotterbeck wieder in der Innenverteidigung?
Torhüter Gregor Kobel steht im BVB-Tor. Emre Can bildet mit Nico Schlotterbeck wohl das Duo in der Innenverteidigung. Auf den Außen verteidigen voraussichtlich Julian Ryerson und Daniel Svensson. Nach dem Debakel in Bochum ist es gut möglich, dass Niko Kovac sein instabiles Mittelfeld verändert. Im defensiven Mittelfeld könnten Salih Özcan für Marcel Sabitzer und Pascal Groß von Beginn an spielen.
Wer spielt im Dortmunder Mittelfeld?
In der Offensive sollen wohl Julian Brandt, Karim Adeyemi undJamie Gittens die Defensive von Sporting Lissabon beschäftigen und für Torgefahr sorgen. Torjäger Serhou Guirassy startet in der Spitze.
Der BVB hat wieder einige Alternativen auf der Ersatzbank. Anton, Bensebaini, Süle und Yan Couto können in der Defensive für neue Impulse sorgen. Duranville und Beier können offensiv für frischen Wind sorgen.
Aufstellung von Borussia Dortmund
Abwehr: Ryerson, Can, Schlotterbeck, Svensson
Mittelfeld: Özcan, Groß, Brandt, Gittens, Adeyemi
Angriff: Guirassy
Ersatzbank: Lotka, A. Meyer, Anton, Bensebaini, Kabar, Süle, Yan Couto, Azhil, Car. Chukwuemeka, Reyna, Sabitzer, Wätjen, Beier, Duranville
Aufstellung von Sporting Lissabon
Tor: Rui Silva
Abwehr: Fresneda, Diomande, Eduardo Quaresma, Matheus Reis
Im Pott heulen alle Sirenen Der BVB ist nur noch ein Debakel vom Höllenschlund entfernt
19.02.2025, 06:33 Uhr
Noch klopft Borussia Dortmund nur am glutleuchtenden Tor zur Hölle. Die Schläge des Pottgiganten werden lauter und lauter. Bald muss der Teufel sich den Verein schnappen. Noch ein Debakel, dann ist es vorbei. Gegen Sporting Lissabon geht es heute um alles und noch viel mehr.
Borussia Dortmund ist im negativen Sinne vieles zuzutrauen – aber das? Inmitten der Krise kann nur ein historischer Kollaps den BVB noch vom Achtelfinal-Einzug in der Champions League abhalten. Zu sicher jedoch will sich nach den Totalausfällen dieser Saison niemand sein.
“Ich bin extrem zuversichtlich”, sagte Sport-Geschäftsführer Lars Ricken vor dem Playoff-Rückspiel gegen Sporting Lissabon am heutigen Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN und im Liveticker auf ntv.de). Selbst angesichts des überzeugenden 3:0 aus dem Hinspiel aber “müssen wir gewarnt sein. Es darf nichts passieren, kein schnelles Gegentor.” Nie in der Geschichte der Königsklasse oder des alten Europapokals der Landesmeister, selbst nie in der Europa League, dem UEFA-Cup oder dem Europapokal der Pokalsieger ist eine Mannschaft in der K.-o.-Runde nach einem Drei-Tore-Auswärtssieg noch ausgeschieden.
Also: Wohlfühlminuten im Lieblingswettbewerb? Nein. Dafür ist die Lage nach zwei Niederlagen in den ersten beiden Bundesligaspielen unter dem neuen Trainer Niko Kovac zu brisant. Jeder Sieg kann helfen, das erodierte Selbstbild aufzubauen, eine neue Identität zu finden. In der zweiten Halbzeit in Lissabon sah das hervorragend aus, das 0:2 beim VfL Bochum war dann eine schrille Warnung.
Rickens Löscharbeiten bislang ohne Erfolg
“Wir haben in dieser Saison gesehen, dass das alles noch einigermaßen fragil ist”, sagte Ricken, der in den vergangenen Wochen als Boss zahlreiche Brände ausgetreten hat. “Wir müssen uns die Leichtigkeit in jedem Spiel erarbeiten.” Kovac setzt auf seine Erfahrung. Der 53-Jährige hat im Fußball vieles erlebt, er weiß, worum es geht: “Wir werden nicht die Nerven verlieren.” Noch ein, zwei Bundesliga-Niederlagen aber, dann wird der Champions-League-Sieg womöglich der “leichtere” Weg zur erneuten Qualifikation sein.
Die Achterbahnfahrt bläst dem BVB das Haar nach hinten. Nach einem frühen Tor, “das die Handbremse löst” (Ricken), kann sich die Mannschaft in einen Rausch spielen. Mit Widerständen allerdings weiß sie überhaupt nicht umzugehen, dann rauscht sie herab, dem nächsten Looping entgegen.
Beispiel: Vor dem Bochum-Spiel ist alles wieder einigermaßen rosig gewesen. In einem Zwölf-Minuten-Interview auf der Homepage schwärmte Ricken in seiner Lissabon-Euphorie von Kovac: “Niko kommt ein Stück weit in die Beine, in den Kopf, ins Herz.”
Doch die Beine versagten, der Kopf streikte, das Herz brannte nicht. Das wirkte sich offensichtlich auf die Stimmbänder aus: Sprechen wollten danach weder Ricken noch Sportdirektor Sebastian Kehl noch die Spieler – niemand kam zu den Journalisten in die Mixed Zone. Im Nachgang wirkte Rickens froher Satz vor Bochum plötzlich düster: “Es ist immer wichtig, dass man schnell Erfolgserlebnisse hat, wenn ein neuer Trainer kommt.”
Heute kann aber nicht viel passieren – eigentlich. Denn einen Fall, einen einzigen, gibt es doch: Maccabi Tel Aviv feierte sich im Achtelfinale der Conference League 2023/24 für ein 4:1 bei Olympiakos Piräus. Und schied zu Hause aus.
DORTMUND (dpa-AFX) – Borussia Dortmund will im Playoff-Rückspiel gegen Sporting Lissabon den Einzug ins Achtelfinale der Champions League perfekt machen. Das Team von BVB-Trainer Niko Kovac geht nach dem 3:0-Hinspielerfolg in Portugal als klarer Favorit in das Heimspiel an diesem Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN).
Die Dortmunder wollen mit dem möglichen Einzug in die Runde der letzten 16 der Königsklasse auch Selbstvertrauen für die weiteren Aufgaben in der Fußball-Bundesliga schöpfen. Nach der 0:2-Niederlage am Samstag beim VfL Bochum steckt der Revierclub in der heimischen Liga weiter tief in der Krise.
Im Playoff-Topspiel trifft Real Madrid vor den eigenen Fans auf Manchester City. Die Spanier hatten das Hinspiel beim Team von Startrainer Pep Guardiola mit 3:2 gewonnen./mam/DP/jha