In der Winterpause hat Bayer 04 gleich dreifach auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Der Werksklub verstärkte sich mit den beiden Leihspielern Mario Hermoso (AS Rom) und Emiliano Buendia (Aston Villa), um die langfristigen Ausfälle von Jeanuel Belocian (Kreuzbandriss) und Martin Terrier (Achillessehnenriss) zu kompensieren. Während die beiden gestandenen Profis bereits ihre ersten Einsätze hatten und auch schon Teil der Startelf von Trainer Xabi Alonso waren, geriet der dritte Zugang des Winters zuletzt aus dem Fokus: Alejo Sarco.
Nichtsahnend und enttäuscht stand Justin Njinmah am Anstoßpunkt, soeben hatte der SV Werder Bremen in Freiburg das 0:3 kassiert. Die Sache mit dem Auswärtssieg hatte sich früh erledigt. Und ehe sich der Angreifer versah, eilte auch schon Mittelfeldspieler Romano Schmid auf ihn zu und erklärte ihm ein paar Takte. Untermalt wurde die unmissverständliche Ansage mit deutlichen Gesten – kurzum: Schmid war so gar nicht zufrieden mit dem Verhalten Njinmahs auf dem Platz. Nun dürfte genau diese Szene eine derjenigen gewesen sein, die Trainer Ole Werner nach der 0:5-Abreibung scharf kritisierte. Der 36-Jährige hatte ungewohnt offen angeprangert, dass die Werder-Profis aktuell lieber die Schuld bei einem Nebenmann und nicht bei sich selbst suchen. Für die ohnehin schon poröse Teamchemie ist das nicht gerade förderlich. Wenn die Mannschaft aktuell etwas zu einen scheint, dann die Tatsache, dass sie geschlossen unter ihren Möglichkeiten bleibt. Das gilt somit nicht nur, aber eben auch für den gescholtenen Justin Njinmah.
Nnjinmah benötigt nach überstandenen Verletzungen noch Zeit
Der 24-Jährige kann an richtig guten Tagen ein Sieggarant für die Bremer sein. Ein Unterschiedsspieler, der den Gegner mit seinen Qualitäten vor erhebliche Probleme stellt. In der Sportwelt wird in solchen Fällen ganz gern etwas martialisch von einer „Waffe“ gesprochen. Werders Nachteil ist, dass diese – um im Bilde zu bleiben – derzeit nicht scharf schießt. Njinmah arbeitet nach seinen überstandenen Verletzungspausen eifrig, doch zu oft laufen seine Aktionen ins Leere. Bei der Jagd nach seinem einstigen Leistungsvermögen will er mitunter zu viel, holt sich beim Sprint mit dem Kopf durch die Wand oft eine blutige Nase. „Er hat nie so richtig seinen Rhythmus gefunden, nie die hundertprozentige Form gehabt“, erklärt Clemens Fritz als Werders Fußball-Chef. „Uns war schon klar, dass er ein bisschen braucht und sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen darf, aber er muss auch weiter arbeiten. Das ist unser Anspruch an ihn.“
Immer in der Hoffnung, dass die Leichtigkeit irgendwann wieder Einzug in sein Spiel hält. Und der Kopf sich am besten gar nicht mehr meldet. Anders als derzeit. „Es ist ganz normal, dass du dir als Spieler Gedanken machst, wenn es nicht so gut läuft“, meint Fritz. „Du fängst an zu überlegen – und das sind dann halt diese Hundertstel, die dir im Spiel fehlen. Du denkst plötzlich, dass du es letzte Woche vielleicht so gemacht hast und heute dann mal andersrum, obwohl die andere Bewegung anders als in der Vorwoche dieses Mal die bessere wäre.“ Unter dem Strich steht sich ein Spieler so selbst im Weg. Umso wichtiger ist für Clemens Fritz: „Du darfst dich nicht selbst runterziehen. Du musst es auch positiv angehen.“ Nur aktuell ist das gar nicht so einfach. Schließlich hängt Werder komplett durch – nicht nur Justin Njinmah.
Manchmal passiert es im Fußball, dass urplötzlich Querverweise auftauchen, die niemand für möglich gehalten hätte. Dass Werder Bremens Auswärtsspiel im September 2023 beim 1. FC Heidenheim (2:4) während des Auswärtsspiels im Februar 2025 beim SC Freiburg wieder zum Thema wird, war am Freitagabend so ein Fall. Warum? Weil es die bisher einzigen beiden Bundesligaspiele sind, in denen Marvin Ducksch beim SV Werder zu Beginn auf der Bank saß. In allen anderen seiner 88 Erstligaeinsätze für Grün-Weiß gehörte der Stürmer der Startelf an, gilt grundsätzlich als gesetzt unter Chefcoach Ole Werner. Was, bitte schön, war also im Breisgau los? Nach der 0:5-Pleite klärte Werner auf.
Ducksch wirkte zuletzt müde
„Man muss bei ihm wissen, dass er keine Vorbereitung im Winter gemacht hat, und jetzt haben wir eine Englische Woche. Da müssen wir die Spielzeit aufteilen“, sagte der 36-Jährige über Ducksch, der sich kurz vor Weihnachten bekanntlich einer OP an der Schilddrüse hatte unterziehen müssen und deshalb einige Wochen lang kürzertreten musste. Zuletzt hatte Ducksch in der Tat etwas müde gewirkt und wiederholt Probleme dabei offenbart, ins Spiel zu finden. Gegen die TSG Hoffenheim war der 30-Jährige deshalb zur Pause ausgewechselt worden, auch dass ein Vorgang, der in Bremen Seltenheitswert hat. Dass Ducksch in Freiburg nun zunächst ganz außen vor blieb, wollte Werner nicht als Kritik am Spieler verstanden wissen: „Es ging nicht darum, einen Denkzettel zu verteilen.“
Ducksch sei nicht gerade glücklich gewesen, als er von der ungewohnten Reservistenrolle erfuhr. „Ich habe mit ihm darüber gesprochen und ihm die Beweggründe genannt“, sagte Werner. „Das ist grundsätzlich angekommen bei ihm. Er ist damit professionell umgegangen, so, wie man es erwarten kann. Natürlich war er nicht begeistert“, berichtete Werner – und schob hinterher: „Ich habe es aber auch noch nie erlebt, dass es einen Spieler gefreut hat, wenn ich ihm sage, dass er nicht von Anfang an auf dem Platz steht.“ Komplett auf der Bank schmoren musste Ducksch dann auch nicht. In der 61. Minute wurde er für Justin Njinmah eingewechselt. Zu retten war da für den SV Werder allerdings nichts mehr, weil die Mannschaft bereits uneinholbar mit 0:3 hinten lag.
Sieben Spiele ist das Jahr 2025 inzwischen alt – und in sechs dieser Partien ist der SV Werder Bremen weniger gelaufen als der Gegner. Das geht aus der offiziellen Statistik hervor, die Spieltag für Spieltag die Gesamtlaufleistungen der Mannschaften in Kilometer angibt. Für Werders Cheftrainer Ole Werner sind diese Zahlen allerdings wenig aussagekräftig. Warum? Das hat der 36-Jährige im Vorfeld des Auswärtsspiels beim SC Freiburg (Freitag, 20.30 Uhr) erklärt.
Trainer sieht keine Verbindung zu mangelnder Kondition
„Darauf gebe ich grundsätzlich nicht viel“, sagte Werner zum Thema Gesamtlaufleistung, „denn es liegt ein Stück weit an der Art und Weise, wie wir spielen und wie es andere Mannschaften machen“. Lediglich während des 2:2 bei Borussia Dortmund hat Werder im Jahr 2025 mehr Kilometer auf dem Platz abgerissen als der Gegner (110,44 im Vergleich zu 106,07), während des 1:3 gegen Hoffenheim sprach das Verhältnis zuletzt deutlich gegen die Bremer (122,91 im Vergleich zu 116,15). Was für den Chefcoach aber nichts mit mangelnder Einsatzfreude oder Kondition zu tun hat.
„Wir sind so organisiert, dass wir sehr genau wissen, wer wann wo und wie hinzulaufen hat, gerade im Spiel gegen den Ball. Da haben wir eine klare Verantwortlichkeit“, betonte Werner – und hielt fest: „Dadurch sind viele Wege im Anlaufen kürzer, als wenn du eher Dinge aus dem Raum heraus löst oder dein Spiel mit Ball auf zweite Bälle anlegst und nachgehst. Da ist das Laufverhalten einfach anders.“ Demnach liegt es also an der Spielstruktur, dass Werder (meistens) weniger Meter macht als der Gegner. „In dem Vergleich stehen wir wahrscheinlich schon seit Jahren eher im unteren Drittel“, sagte Werner, für den das Ganze aber „kein signifikantes Thema ist“.
Nimmt man die Gesamtlaufleistung aller Bundesligisten nach bisher 22 Spieltagen in den Blick, bestätigt sich die Einschätzung des Trainers. Mit 2533,50 Kilometern rangiert Werder auf dem 13. Platz. Spitzenreiter ist der FC St. Pauli (2668,14), Schlusslicht der VfL Bochum (2494,25). Der SC Freiburg als kommender Gegner der Bremer belegt Rang vier (2637,24), dürfte also auch am Freitagabend die Nase im Laufduell vorn haben. Für Werner kein Problem. Er hat für sich festgestellt: „Wenn wir weniger laufen als der Gegner, macht es unser Spiel nicht automatisch schlechter, und wenn wir viel mehr gelaufen sind, haben wir nicht unbedingt besser gespielt.“
Kylian Mbappé hat bei den möglichen Achtelfinal-Gegnern in der Champions League eine klare Präferenz.
Real Madrids Kylian Mbappe will mit seinem Klub in der nächsten Runde der Champions League am liebsten gegen den Stadtrivalen Atletico spielen. Das sagte er nach dem 3:1-Erfolg der Königlichen gegen Manchester City am Mittwochabend, den er mit drei Treffern fast im Alleingang perfekt machte. Am Freitag findet die Auslosung des Achtelfinales statt, bei dem Real entweder Atletico oder der deutsche Meister Bayer Leverkusen zugeteilt wird.
Es sollte seine Saison werden – und sie begann auch mehr als verheißungsvoll. Mittlerweile ist Jamie Gittens, das Top-Talent von Borussia Dortmund, allerdings auf der Suche nach seiner Form. Das hat mehrere Gründe.
Jamie Gittens hatte auch am Dienstag erneut früher Feierabend als erhofft und wollte nach Hause. Er war in der Halbzeitpause des Rückspiels der Dortmunder in der Play-off-Runde gegen Sporting Lissabon ausgewechselt worden. Nach Spielende stand er vor dem Kabinentrakt im Stadion und wartete auf das Shuttle-Fahrzeug, das die BVB-Spieler zu ihren Privatwagen chauffiert. Er hatte die Kapuze seines Hoodies hochgezogen, seine Körpersprache signalisierte, dass er eher nicht sprechen will – auch nicht über den Einzug ins Achtelfinale der Champions League. Denn dazu hatte das schmucklose 0:0 ja gereicht, da das Hinspiel eine Woche zuvor mit 3:0 gewonnen werden konnte.
Dabei ist die Champions League so etwas wie das Lebenselixier von Gittens – der Wettbewerb, für den er am meisten brennt. Das hatte der 20-jährige Engländer, der als eines der größten Talente der Bundesliga gilt, zu Beginn der laufenden Saison anschaulich unter Beweis gestellt. Er war beim ersten Spiel des BVB in der Liga-Phase beim FC Brügge nach 70 Minuten eingewechselt worden und hatte es dann quasi im Alleingang entschieden, als er das 2:0 und 3:0 für Dortmund erzielen konnte. Anschließend war er grinsend durch die Katakomben des Jan-Breydel-Stadions gelaufen und hatte den Journalisten stolz den „Man-of-the-Match“-Award der Uefa gezeigt: „Nicht schlecht, oder?“ Seitdem ist Gittens Stammspieler und steht bei vielen Vereinen auf dem Zettel.
Doch seitdem sind auch viele andere Dinge passiert – beim BVB und bei Gittens. Die Dortmunder schlitternden in eine Krise, mussten den Trainer wechseln – und Gittens, der trotzdem lange eine der wenigen positiven Entwicklungen in einer schwierigen Saison war, verlor irgendwann seine Leichtigkeit. Beides hängt miteinander zusammen.
Seit dem letzten Hinrundenspiel in der Bundesliga, einer 2:4-Niederlage bei Holstein Kiel, hat er weder ein Tor erzielt noch eines vorbereitet. Das war in der ersten Hälfte der Saison noch ganz anders gewesen. Da hatte der Tempodribbler in 14 von 17 Spielen immer eine Torbeteiligung verbuchen können. Er war Publikumsliebling.
Kehl stärkt Gittens
Das ist er mittlerweile nicht mehr, wie er am vergangenen Samstag schmerzlich erfahren musste. Der BVB verlor 0:2 in Bochum, ihm persönlich gelang nicht viel. In der 58. Minute wurde Gittens ausgewechselt. Als er dann hinter dem Tor entlang zur Dortmunder Bank gehen wollte, wurde er von den Fans ausgepfiffen und angefeindet. Gittens blieb stehen, drehte sich um und lieferte sich mit den Pöblern ein Wortgefecht. Mitspieler eilten hinzu, um ihn zu beruhigen.
„Jamie ist ein super wichtiger Spieler für diese Mannschaft, der in dieser Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht. Er hat momentan ein paar kleinere Themen, die sind aber auch nicht schlimm“, sagte Sebastian Kehl. Dies sei in der Karriere eines jungen Profis nicht ungewöhnlich. Er durchlaufe eine Talsohle, wenn man so will: eine vorübergehende Sinnkrise. Das ändere aber nichts an dem Vertrauen, das Gittens im Klub entgegengebracht werde. „Ich weiß, dass der Trainer ihn sehr schätzt. Er genießt große Wertschätzung in der Mannschaft, ist ein Unterschiedsspieler. Wir werden alles dafür tun, damit er das Lächeln zurückbekommt, damit er Tore schießt, dass er Vorlagen gibt. Dafür ist er gemacht“, so der BVB-Sportdirektor.
Das Problem ist jedoch: In seiner derzeitigen Verfassung kann Gittens dem BVB kaum helfen, um in der Bundesliga endlich eine Aufholjagd zu starten. Das scheint auch Niko Kovač zu befürchten. Der neue Dortmunder Trainer ist sich bewusst, dass er die Schnelligkeit und Explosivität des Flügelstürmers braucht, um das zuletzt oftmals statisch wirkende Offensivspiel zu beleben. Deshalb hat er Gittens ja in allen vier Pflichtspielen seit seiner Amtsübernahme starten lassen – obwohl er gleichzeitig auch die Notwendigkeit sieht, dass der eigentlich mal eine Pause benötigen würde. Denn oftmals reibt sich Gittens auf, da er es wegen seiner Fähigkeiten meist mit zwei Defensivspielern zu tun bekommt. „Es ist für ihn nicht einfach“, so Kovač. Am Dienstag habe Gittens „auch ein wenig unglücklich gespielt.“
100 Millionen Ablöse?
Es gibt jedoch auch einen anderen Grund, warum die Dortmunder ihr Offensivtalent so schnell wie möglich wieder in die Spur bringen müssen. Gittens ist mittlerweile einer ihrer werthaltigsten Spieler. Und sollte es am Ende der Saison nicht die für erneute Qualifikation für die Champions League reichen oder sogar der Einzug in die Europa League verpasst werden, müsste ein Verkauf wohl zumindest in Erwägung gezogen werden. Denn dann könnten die ausbleibenden Einnahmen allein durch einen Transfer kompensiert werden.
Mit den Tottenham Hotspurs, dem FC Arsenal und dem FC Chelsea sollen gleich drei englische Schwergewichte an Gittens, der noch einen Vertrag bis 2028 hat, interessiert sein. Bei einem Angebot von über 100 Millionen Euro Ablöse dürfte der BVB gesprächsbereit sein. Es sind auch diese Zahlenspiele und Spekulation, die es Gittens derzeit nicht unbedingt erleichtern, den Kopf freizubekommen und wieder in die Spur zu finden.
Bayer 04 möchte Nordi Mukiele fest verpflichten. Bislang ist der Verteidiger von PSG ohne Kaufoption ausgeliehen. Der Bundesligist hat gute Gründe, den Deal schnell einzutüten.
Bekam zuletzt von vielen Seiten Applaus: Nordi Mukiele.
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Zurzeit erntet Nordi Mukiele Lob von allen Seiten. Zu Recht. Präsentierte sich der französische Abwehrspieler doch seit geraumer Zeit als Garant in der Leverkusener Defensive. So attestiert Leverkusens Geschäftsführer Simon Rolfes nach dessen schwierigem Start bei Bayer 04 zuletzt “richtig gute Spiele”. Zu Recht, wie auch Mukieles jüngster Auftritt beim 0:0 gegen Bayern München belegte.
Nordi kann große Spiele.
Trainer Xabi Alonso geht in seinem Urteil noch einen Schritt weiter. So erklärt Leverkusens Trainer anerkennend: “Er kann uns viele Qualitäten bringen, die uns in diesem Mannschaftsteil fehlen. Er kennt die Bundesliga, die Champions League – Nordi kann große Spiele.”
Nach seinem desaströsen Start beim 4:3-Sieg gegen Wolfsburg hat sich Mukiele gemausert. Der letzte von Xabi Alonso genannte Aspekt ist der, der den 27-jährigen Athleten besonders ausmacht. Mukiele ist ein aggressiver Zweikämpfer, sehr dynamisch, allerdings kein Filigrantechniker – doch in den Top-Spielen ist der Rechtsfüßer stets voll da. So setzt Leverkusens Trainer folglich gegen die stärkeren Gegner regelmäßig in der Startelf auf Mukiele, der hingegen gegen Mannschaften, gegen die Bayer die Partie spielerisch diktiert, öfter außen vor bleibt.
Bayern neben der Spur: So gefährlich ist die Lage
Nach dem schwachen Auftritt gegen Leverkusen liefert der FC Bayern auch in der Champions League gegen Celtic Glasgow ein denkwürdiges Spiel ab. Woran hapert es beim Rekordmeister? Und welches Risiko geht der Verein mit den Vertragsverlängerungen von Alphonso Davies und Jamal Musiala ein?
19.02.25 – 13:35 Uhr
10:12 Minuten
Mukieles Bilanz gegen die Top-Klubs ist beeindruckend
Seine Bilanz in den “großen Spielen” ist in der Tat beeindruckend: Im DFB-Pokal beim 1:0-Sieg in München (kicker-Note 2,5), in der Champions League beim 1:0-Erfolg gegen Inter (2) und beim 1:2 bei Atletico (2,5) sowie in der Liga beim 3:2-Sieg in Dortmund (2,5), dem 2:2 in Leipzig (2,5) und am Samstag beim 0:0 gegen die Bayern (2) zeigte der frühere französische Nationalspieler starke Leistungen.
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Der Fakt, dass Mukiele gerade in den Top-Spielen liefert, sollte Bayer 04 auch dazu veranlassen, den angestrebten Kauf der PSG-Leihgabe zeitnah über die Bühne zu bekommen. Schließlich stehen Anfang März die Achtelfinalspiele in der Champions League an, in denen Bayer 04 entweder auf Bayern München oder Real Madrid treffen wird.
Im Achtelfinale der Königsklasse könnte Mukieles Preis steigen
Definitiv “große Spiele”, die Mukiele kann. Und in denen er mit erneut starken Leistungen noch mehr Interesse auf sich ziehen könnte – und damit die Ablöse-Forderungen von Paris St. Germain, das sportlich nicht mehr auf Mukiele baut, nach oben treiben könnte. Bayer dürfte sich also sputen, den Deal einzutüten. Damit sich Mukiele im März in den Spitzenspielen nicht noch für andere Klubs interessant macht.
Die AC Milan ist raus aus der Königsklasse! Gegen Feyenoord Rotterdam schieden die “Rossoneri” nach einem 1:1 im Playoff-Rückspiel mit einem Gesamtscore von 1:2 aus. Spielbericht >>>
So gefällig die Leistung, speziell im Vergleich zum Hinspiel, gewesen sein mag – das Ausscheiden ist beispielhaft dafür, dass beim Traditionsverein vieles im Argen liegt.
In der Serie A belegt Milan derzeit nur Rang sieben, immerhin aber in Schlagdistanz zu Rang vier. Tabelle der Serie A >>>
Auch wenn es unter Neo-Coach Sergio Conceicao dem Champions-League-Aus zum Trotz nun etwas aufwärts geht: Das ist viel zu wenig für die Ansprüche der stolzen “Rossoneri”. Die Saison ist eine verkorkste, einzig die Derbys gegen Inter (von den bisherigen drei konnte man zwei gewinnen, eines endete Remis) und ein Sieg in der CL-Ligaphase gegen Real Madrid sorgten für Freude.
Doch woran genau hakt es, welche Fehler wurden in den vergangenen Monaten und Jahren gemacht? LAOLA1 hat sich die Situation zu Gemüte geführt. Das sind die sechs wesentlichen Gründe dafür, dass die Mailänder ihren Ansprüchen aktuell weit hinterherhinken:
1.) Der Rausschmiss von Klub-Ikone Paolo Maldini
Die Aufregung in Mailand war im Sommer 2023 groß, als klar wurde, dass einer der maßgeblichen Architekten des Erfolgs der letzten Jahre gehen muss. Nach der Übernahme des Klubs durch RedBird Capital, angeführt vom nunmehrigen Klubbesitzer Gerry Cardinale, blieb kein Stein auf dem anderen und der Technische Direktor Maldini – die Vereinsikone schlechthin – war eines der ersten Opfer.
Das Duo Maldini-Massara musste im Sommer 2023 gehen.
Man warf ihm vor, auf dem Transfermarkt schlecht gearbeitet zu haben. Wenig später musste auch Sportdirektor Fredric Massara gehen. Sie beiden formten in Zusammenarbeit mit Ex-Trainer Stefano Pioli aus einem desolaten Milan ab 2019 eine Meistermannschaft, die 2022 den “Scudetto” holte.
Cardinale und Maldini haben nie richtig harmoniert. Maldini wollte den bedachten und über Jahre angelegten Kurs der Entwicklung weiterverfolgen, Cardinale aber wollte den schnellen Erfolg. Der Klubboss warf den langjährigen Kapitän samt seiner rechten Hand Massara kurzerhand raus und köpfte damit die sportliche Abteilung. Mitgeteilt wurde dies in einer dreizeiligen Pressemitteilung. Ein Affront für die Fans.
Gerade in Italien spielen Sentimentalitäten eine gewichtige Rolle. Maldini rauszuschmeißen – und das noch dazu so ungalant – hat auch dem Image des Klubs massiv geschadet. Seit Maldinis Abgang hat sich das Budget verdoppelt – aktuell bei nicht einmal halbem Ertrag.
2.) Die Trennung von Meistercoach Stefano Pioli
Es gab Befürworter und Kritiker der Entscheidung, sich mit Ende der Saison 2023/24 von Stefano Pioli zu trennen. Stand heute lässt sich sagen: Es war ein Fehler. Milan konnte nach seinem Abgang nicht mehr an die letzten Jahre anschließen.
Pioli coachte Milan für vier volle Saisons, in diesen wurde er ein Mal Meister (2022), zwei Mal Vizemeister (2021, 2024) und ein Mal Vierter (2023). Dazu kommt ein Halbfinale in der Champions League 2023.
Er war im Zusammenspiel mit Maldini und Massara maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus einer überalterten und leidenschaftslosen Truppe ein Meister geformt werden konnte. Zudem erreichte er den selben Punkteschnitt wie Carlo Ancelotti (beide 1,93; K.o.-Spiele exkludiert). Pioli gelang es, Spieler wie Davide Calabria, Alessio Romagnoli, Rafael Leao und Theo Hernandez zu Top-Stars und wesentlichen Faktoren für den Gewinn der Meisterschaft zu formen.
Bild mit Symbolcharakter: Pioli wurde von den Spielern nicht nur sportlich, sondern vor allem für seine menschlichen Qualitäten geschätzt.
Seine Mannschaftsführung wurde insbesondere in seiner letzten Saison als zu kumpelhaft kritisiert, was tatsächlich immer wieder zu blutleeren Auftritten führte. Ihm wurde zudem vorgeworfen, das Team taktisch und spielerisch nicht weiterentwickelt zu haben. Die Spiele unter ihm wurden immer unattraktiver, speziell nach dem Abgang von Denker und Lenker Sandro Tonali. Dazu gesellten sich auch defensive Schwächen.
Dennoch gelang es ihm, Milan zum Vizemeistertitel zu führen. Pioli selbst deutete immer wieder an, dass es auch Phasen geben müsse, in denen man das aktuelle Niveau hält, ehe man den nächsten Schritt machen kann. Nur, was man bei einem Spitzenklub eben nicht hat, ist Zeit. Speziell, seit RedBird das Sagen hat.
Am Ende wurde ihm die Vorsaison, in der man in den internationalen Bewerben sowie in der Coppa Italia früh raus war, zum Verhängnis. Der Vizemeistertitel hinter einem überlegenen Inter konnte darüber nicht hinwegtrösten.
Etwas mehr als ein halbes Jahr später wünschen sich nicht wenige einen wie Pioli zurück. Oft weiß man erst zu schätzen, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat.
3.) Die Verpflichtung von Paulo Fonseca
Als Nachfolger von Stefano Pioli wurde Paulo Fonseca von OSC Lille geholt. Spielerisch sollte es unter ihm einen Schritt nach vorne gehen, nachdem Pioli speziell in seiner letzten Saison oft sehr pragmatischen Fußball spielen ließ.
Dieser Gedanke kam bei den anfangs eher skeptischen Fans (Fonseca trainierte einst die AS Roma) naturgemäß gut an. Fonseca hatte die Kurve auch bis zum Ende großteils hinter sich, weil er zeigte, dass er dem Team Feuer unter dem zuvor oft zu bequemen Hinterteil machen will.
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)
Abgesehen vom Derbysieg über Inter und dem 3:1 gegen Real Madrid, in denen Milan wirklich überzeugen konnte, blieb die gewünschte Entwicklung aber großteils unsichtbar. Die Fans sehen die Gründe dafür aber eher bei der Mannschaft, als bei Fonseca.
Das Verhältnis zwischen dem Portugiesen und seinem Team war nie das Beste, wie aus dem San Siro zu vernehmen war. Am Ende scheiterte er an seiner Mannschaftsführung, die zu unterschiedlich von jener Piolis war, unter dem sich Milan zur Wohlfühloase entwickelt hatte. Auch das sollte durch die Verpflichtung des strengeren Fonseca gebrochen werden, der Kontrast war am Ende aber zu krass.
Fonseca legte sich öffentlich mit Stars wie Theo Hernandez und Rafael Leao an. Zudem griff er phasenweise das ganze Team medienwirksam an, wie etwa nach dem CL-Spiel gegen Roter Stern Belgrad, was die Kabine mehr und mehr spaltete, anstatt die Spieler anzustacheln.
Auch der schon unter Pioli nicht immer sattelfesten Defensive konnte er nicht die nötige Stabilität verleihen. Er rotierte oft wild durch, fand nie einen Stamm für die Viererkette.
Funktionierte der “Fonseca-Ball” aber einmal, war ersichtlich, welches Potenzial in dem Team steckt. Das gelang aber zu selten. Fonseca selbst betonte glaubhaft, er habe “alles versucht”. Das mag so sein, aber nicht immer passt der gekaufte Trainer-Deckel auch zum vorhandenen Mannschafts-Topf.
4.) Die wackelnden Säulen der Meistermannschaft
Einige elementare Säulen aus der Meistermannschaft von 2022 spielen nach wie vor für die “Rossoneri”. Keeper Mike Maignan, Theo Hernandez, Rafael Leao und Fikayo Tomori halten bis heute die Knochen für Milan hin.
Sie bildeten gemeinsam mit Franck Kessie, dem erst kürzlich zu Bologna gewechselten Davide Calabria und Alessio Romagnoli das Gerüst des Teams. Sie spielen eine ebenso gewichtige Rolle im Zustandekommen der aktuellen Situation.
Theo und Leao: Die vielleicht beste linke Seite Europas
Insbesondere Theo und Leao, die – wenn sie ihr Potenzial voll ausschöpfen – wohl die beste linke Seite Europas sein können – fielen in der jüngeren Vergangenheit zu oft durch Extravaganzen und abseits des Feldes auf, anstatt mit Leistung zu glänzen. Was aber nicht nur an den beiden Egozentrikern liegt, sondern auch am geschassten Fonseca, der es im Gegensatz zu Pioli nie wirklich schaffte, die Stärken des Duos in sein System einzubinden.
Keeper Maignan erlebte ebenso schon bessere Tage, leistete sich in dieser Saison auffällig viele Unsicherheiten und Patzer. An ihm alleine liegt es aber natürlich nicht. Denn genauso gab es zahlreiche Situationen, in denen er seinem Team den Allerwertesten rettete.
Tomori, unter Pioli unumschränkter Stammspieler und Abwehrchef, wurde von Fonseca rasiert. Einsätze in der Startelf wechselten sich mit 90 Minuten auf der Bank regelmäßig ab. Da so etwas wie Konstanz in seinen Leistungen zu entwickeln, ist eine Mammutaufgabe. Dennoch passierten ihm zu viele einfach Fehler, die einem selbst bei mangelnder Spielzeit nicht unterlaufen sollten.
Unter Conceicao zeigten aber zumindest Hernandez und Leao wieder in Ansätzen, wozu sie in der Lage sind. Unter dem Neo-Coach arbeitet Leao nun auch endlich defensiv mit. Maignan wurde zum Kapitän ernannt, zumindest in dieser Rolle macht er sich bisher gut.
5.) Die Entscheidungen von “König” Zlatan
Zlatan Ibrahimovic mag ein großartiger Fußballer gewesen sein. Das steht außer Frage. Nach seinem Karriereende 2023 wurde er Chef-Berater von Milan-Eigentümer RedBird und Klubboss Gerry Cardinale.
Seither wird keine sportliche Entscheidung ohne den selbsternannten “König von Mailand” getroffen. Ibrahimovic sollte den Klub sportlich neu ausrichten, hatte Cardinale doch den Sieg in der Champions League als großes Ziel für die nächsten Jahre ausgerufen. Wohin dieses Vorhaben und Zlatans Entscheidungen bisher geführt haben, sieht man.
Bisher ist Zlatan Ibrahimovics Ära als “starker Mann” der AC Milan nicht von Erfolg gekrönt.
Ibrahimovic drängte auf die Ablöse von Stefano Pioli und die Verpflichtung von Fonseca. Es war seine erste große Entscheidung als Quasi-Sportdirektor (kaufmännisch wird der Klub von Ex-Bänker Giorgio Furlani geführt) und diese stellte sich als Fehler heraus.
Als Spieler war der selbstbewusste Schwede in seinem Ausgedinge ein wesentlicher Faktor beim Wiedererstarken der “Rossoneri”. Mit der gleichen Attitüde geht er an seine nunmehrige Aufgabe heran, bisher mit mäßigem Erfolg. Das führt uns auch zum nächsten Punkt, in den “Ibra” wesentlich involviert ist.
6.) Die chaotische Kader-Politik
Der Transfer-Sommer bei der AC Milan war auffällig ruhig. Er symbolisierte weder den von den Fans erhofften Aufbruch, noch war er es schlussendlich.
Als Ersatz für den zu Los Angeles abgewanderten Stürmer-Haudegen Olivier Giroud holte man Spaniens Teamkapitän Alvaro Morata und Tammy Abraham von der Roma. Beide sollten nicht einschlagen. Hoffnungsträger Morata suchte mittlerweile wieder das Weite und wechselte zu Galatasaray.
Dazu gab man ohne jede Not mit Pierre Kalulu eine Abwehrkonstante der letzten Jahre ab, was für breites Unverständnis sorgte. Ihn sollte Ex-Salzburger Strahinja Pavlovic ersetzen, der unter Fonseca gar nicht funktionierte, sich jetzt unter Conceicao aber langsam fängt.
Mit Youssouf Fofana holte man einen universellen Sechser, dem man bis dato tatsächlich wenig vorwerfen kann. Er ist von den Neuzugängen der mit Abstand konstanteste.
Die Verpflichtung von Santiago Gimenez erwies sich bisher als Erfolg.
Was Ibrahimovic und Fonseca geritten hat, Emerson Royal als Konkurrenz für den etablierten Rechtsverteidiger Davide Calabria zu holen, wäre spannend zu erfahren. Der Brasilianer offenbarte schon bei Tottenham Schwächen im Spiel gegen den Ball – eigentlich war das genau jene Baustelle, die es zu schließen galt.
Immerhin erkannte Zlatan seine Fehler und reagierte im Winter.
In der Defensive gelang dies mit der Verpflichtung von Kyle Walker. Der langjährige City-Kapitän kann in der Abwehr rechts und innen spielen, er blieb bisher nichts schuldig.
Offensiv bediente sich bei Feyenoord Rotterdam und holte Shootingstar Santiago Gimenez. Der mexikanische Teamspieler geht bisher wie gewünscht auf und lieferte in fünf Einsätzen drei Tore und eine Vorlage.
Auch war im Sommer erwartet worden, dass man endlich die Baustelle auf der Zehner-Position schließt, welche der Abgang des von Real Madrid zurückgeholten Brahim Diaz aufgerissen hat. Fonseca versuchte aber stattdessen, Flügelspieler Christian Pulisic dort zu etablieren – und scheiterte. Auch hier reagierte man im Winter und lieh Joao Felix von Chelsea, der zumindest in Ansätzen zeigt, dass er die erhoffte Verstärkung sein kann. Für ein Urteil ist es aber noch zu früh.
Fazit: Bisher ist die Kaderpolitik von Ibrahimovic chaotisch und erfolglos. So unreflektiert, wie er sich gibt, scheint er aber nicht zu sein. Die Schritte, die man im Winter gesetzt hat, sind durchaus erfolgversprechend. Es wartet aber noch viel Arbeit auf und abseits des Platzes. Das hat das Rückspiel gegen Feyenoord gezeigt.
Die 20 wertvollsten ablösefreien Transfers aller Zeiten
Das Ruhrgebiets-Derby wurde für Borussia Dortmund zum Desaster! Nach dem 0:2 in Bochum gab es nicht nur auf dem Platz eine Klatsche – auch nach dem Spiel sorgte der BVB für Kopfschütteln.
Kein Spieler stellte sich den Reportern in der Mixed-Zone! Nur Nico Schlotterbeck und Keeper Gregor Kobel erfüllten die Verpflichtungen aus den TV-Rechteverträgen und gaben Interviews. Ansonsten: Funkstille! Kein Can, kein Süle, kein Brandt. Statt einer Analyse der Pleite – Flucht durch den Hinterausgang.