Borussia Dortmund will auch im Frauen-Fußball nach oben. Im Sommer kommt ein Erstliga-Trainer zum Team des BVB, das aktuell noch viertklassig spielt.
Trainer Markus Högner wechselt von den Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen zu Borussia Dortmund. Der 57-Jährige übernimmt vom 1. Juli an die erste Frauenmannschaft des BVB, wie der Revierclub mitteilte. Essen liegt derzeit auf Platz neun der Bundesliga. Dortmund ist Tabellenführer der viertklassigen Westfalenliga.
Dortmunds aktueller Frauen-Cheftrainer Thomas Sulewski übernimmt vom Sommer an die Position des Nachwuchskoordinators der BVB-Frauen.
Essen. Markus Högner verlässt den Bundesligisten SGS Essen und wechselt zu Borussia Dortmund. Der Westfalenligist will in wenigen Jahren Bundesliga spielen.
Paukenschlag in der Länderspielpause. Cheftrainer Markus Högner wird in der kommenden Saison 2025/26 nicht mehr an der Seitenlinie des Frauenfußball-Bundesligisten SGS Essen stehen.
Der 57-Jährige wird die SGS zum Saisonende verlassen und sich der Frauenmannschaft von Borussia Dortmund anschließen. Markus Högner ist Rekordtrainer der SGS Essen und hat aktuell fast 300 Pflichtspiele als Cheftrainer der Lila-Weißen auf dem Konto. Er führte die Essenerinnen 2014 und 2020 ins DFB-Pokal Finale und erreichte in der vergangenen Saison den vierten Platz in der Bundesliga. Seine Leistungen wurden noch am vergangenen Wochenende mit dem Titel Trainer des Jahres 2024 der Stadt Essen ausgezeichnet.
Markus Högner war zwölf Jahre lang Trainer der SGS Essen
Mit einer kurzen Unterbrechung in den Jahren 2016 bis 2019, als Högner Co-Trainer bei der deutschen Frauen Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg war, war er insgesamt zwölf Jahre lang Cheftrainer des Essener Bundesligisten und formte in seiner Amtszeit eine Vielzahl an jungen Talenten zu gestandenen Bundesliga- und Nationalspielerinnen.
So geht es bei der SGS Essen nach dem Winkler-Wechsel weiter
„Ich habe mich zu diesem Schritt entschieden, weil ich das Gefühl habe, dass es mir guttun wird, nochmal etwas anderes zu machen“, erklärt Högner. „Aber natürlich fällt es mir alles andere als leicht und die SGS wird immer einen Platz in meinem Herzen haben.“
SGS Essen: Vorsitzende bezeichnet den Trainer als „SGS-Legende“
„Mit Markus Högner verlässt uns eine echte SGS-Legende“, meint die erste Vorsitzende der SGS Essen Helga Sander. „Seine Verdienste für die Mannschaften, die er in seiner langen Zeit hier trainiert hat, sowie für den gesamten Verein sind kaum aufzählbar. Wir werden Markus für alles, was er für die SGS geleistet hat, für immer dankbar sein.“
„Die Bundesliga-Geschichte des Vereins ist ohne Zweifel sehr eng mit Markus Högner verbunden“, betont auch der Aufsichtsratsvorsitzende Dirk Rehage. „Schon im ersten Vorstellungsgespräch Anfang 2010 wusste ich, dass Markus und die SGS zusammenpassen würden. Wir hätten gerne auch noch weiter mit Markus gearbeitet, können seine Entscheidung aber nachvollziehen. In all den Jahren hat sich ein sehr vertrauensvolles und gutes Verhältnis zu Markus aufgebaut, welches sicher auch nach dem 30. Juni Bestand haben wird. Selbst dann, wenn wir uns in einigen Jahren sportlich gegenüberstehen sollten.“
Borussia Dortmund ist derzeit Tabellenführer in der Westfalenliga
„Wir haben jetzt viele Jahre intensiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet und können mit Stolz darauf zurückblicken, was wir zusammen geleistet haben“, äußert sich SGS-Geschäftsführer Florian Zeutschler, der trotz des Abgangs positiv in die Zukunft blickt. „Nun gilt es für uns, mit der Situation bestmöglich umzugehen und ich bin mir sicher, dass wir eine Lösung finden werden, mit der wir unseren Weg weitergehen können und auch ab der kommenden Saison erfolgreich sein werden.“
Borussia Dortmund baut seine Frauenfußballabteilung seit einigen Jahren kontinuierlich auf und führt die Westfalenliga derzeit mit einem Punkt Vorsprung auf den FC Schalke 04 an. Ziel der Dortmunder ist es, in wenigen Jahren in der Bundesliga zu spielen. Der Aufstieg in die Regionalliga wäre der nächste Schritt, der im Sommer folgen soll.
Markus Högner (Archivbild): Der Cheftrainer der SGS Essen wird den Frauenfußballklub im Sommer verlassen und sich Borussia Dortmund anschließen. (Quelle: IMAGO/Oliver Zimmermann)
Markus Högner wird die SGS Essen zum Saisonende verlassen. Der 57-jährige Cheftrainer übernimmt ab der Saison 2025/2026 die Frauenmannschaft von Borussia Dortmund.
Markus Högner wird die SGS Essen zum Saisonende verlassen. Der 57-jährige Cheftrainer übernimmt ab der Saison 2025/2026 die Frauenmannschaft von Borussia Dortmund. Das hat der Ruhrgebietsklub am Freitag (21. Februar) in einer Pressemitteilung bekannt gegeben.
Högner, Rekordtrainer der SGS Essen, führte das Team in fast 300 Pflichtspielen an und erreichte mit dem Verein herausragende Erfolge. Unter seiner Leitung stand die Mannschaft 2014 und 2020 im DFB-Pokal-Finale und belegte in der vergangenen Saison einen beachtlichen vierten Platz in der Bundesliga. Am 15. Februar 2025 wurde er zudem als Trainer des Jahres 2024 der Stadt Essen ausgezeichnet.
Mit einer kurzen Unterbrechung von 2016 bis 2019, während der er als Co-Trainer bei der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und beim VfL Wolfsburg tätig war, prägte Högner über insgesamt zwölf Jahre hinweg den Essener Bundesligisten. Er formte zahlreiche junge Talente zu gestandenen Bundesliga- und Nationalspielerinnen.
“Ich habe mich zu diesem Schritt entschieden, weil ich das Gefühl habe, dass es mir guttun wird, nochmal etwas anderes zu machen”, erklärte Högner seine Entscheidung. “Aber natürlich fällt es mir alles andere als leicht und die SGS wird immer einen Platz in meinem Herzen haben.”
Helga Sander, die erste Vorsitzende der SGS Essen, betont: “Mit Markus Högner verlässt uns eine echte SGS-Legende. Seine Verdienste für die Mannschaften sowie für den gesamten Verein sind kaum aufzählbar. Wir werden Markus für alles, was er für die SGS geleistet hat, für immer dankbar sein.”
Auch Dirk Rehage, Aufsichtsratsvorsitzender der SGS Essen, würdigt Högners langjährige Arbeit: “Die Bundesliga-Geschichte des Vereins ist ohne Zweifel sehr eng mit Markus Högner verbunden. Schon im ersten Vorstellungsgespräch Anfang 2010 wusste ich, dass Markus und die SGS zusammenpassen würden.”
Florian Zeutschler, Geschäftsführer der SGS Essen, blickt trotz des Abgangs optimistisch in die Zukunft: “Wir haben jetzt viele Jahre intensiv und vertrauensvoll zusammengearbeitet und können mit Stolz darauf zurückblicken, was wir zusammen geleistet haben. Nun gilt es für uns, mit der Situation bestmöglich umzugehen.”
Wer die Nachfolge Högners ab Sommer antreten wird, ist indes bisher nicht bekannt.
BVB-Fans beim Spiel gegen Sporting Lissabon: Bei der Champions-League-Partie am Mittwoch kam es zu einem traurigen Zwischenfall. (Quelle: Federico Gambarini/dpa/dpa-bilder)
Beim Spiel von Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon ist es zu einem tragischen Zwischenfall gekommen. Ein Mann kam im Stadion ums Leben.
Beim Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon ist am Mittwoch ein freiwilliger Helfer des BVB gestorben. Zu den Umständen des Todes des 63-Jährigen beim 0:0 im Playoff-Rückspiel machte der BVB tags darauf keine Angaben.
Der Mann war demnach seit 2013 als Volunteer bei Dortmunder Heimspielen im Einsatz, verpasste kaum eine Partie der Schwarz-Gelben. Er hinterlasse eine Frau und zwei Töchter.
Die Handballerinnen von Borussia Dortmund werden ihr letztes Saisonspiel in der European League vor großer Kulisse in der Westfalenhalle bestreiten. Der BVB hofft für die Partie am Samstag (15 Uhr) gegen die Norwegerinnen von Sola HK auf einen neuen Besucherrekord.
Fast genau vor zwei Jahren erreichten die Dortmunderinnen den derzeitigen Beststand: 11.112 Fans hatten den 26:23-Sieg in der Partie der European League gegen den Siofok KC (Ungarn) bejubelt. Damit hatte die Borussia einen neuen Zuschauerrekord für deutsche Vereinsmannschaften bei Spielen von Frauen aufgestellt.
Für beide Teams ist nach dem Spiel die EL-Saison vorbei
Emma Olsson (Borussia Dortmund) 2023 beim Rekordspiel in der Westfalenhalle.
Beide Teams hatten sich damals schon zuvor für das Viertelfinale qualifiziert, und auch 2025 hat das Spiel keinen sportlichen Wert mehr. Doch dieses Mal ist es andersherum: Weder der BVB noch Sola können sich noch für die nächste Runde qualifizieren. Doch für Kreisspielerin Emma Olsson ist die Partie trotzdem ein ganz besonderes Spiel: “Die Vorfreude im Team ist riesig. Für uns ist es sehr wichtig, dass wir allen Fans unsere Qualität zeigen und einen schönen Nachmittag bescheren.” Und sie ergänzt: “Es darf für uns keine Rolle spielen, ob es um das Viertelfinale geht oder nicht, sondern wir wollen den Menschen für ihren Besuch etwas bieten und sie begeistern.”
Emma Olsson: “Größte Spiel meiner Karriere”
Die Schwedin war bereits 2023 dabei und bekommt in Gedanken daran eine Gänsehaut: “Das war für mich das größte Spiel in meiner Karriere. Ich habe das erste Tor gemacht, und die Stimmung war unfassbar”, wird sie auf der BVB-Homepage zitiert.
Aus dem aktuellen Team durften außerdem mit Maraike Kusian, Dana Bleckmann, Lisa Antl, Haruno Sasaki und Lena Hausherr fünf weitere Spielerinnen bereits einmal das Parkett der Westfalenhalle erleben. Letztere fällt dieses Mal jedoch verletzt aus.
Bislang 8.000 Tickets verkauft – BVB-Legenden kommen
Normalerweise tragen die Borussinnen ihre Bundesligaspiele in der Sporthalle Wellinghofen aus, die gerade einmal 1.500 Zuschauern Platz bietet. Die EL-Partien trägt das Team in der Westpress-Arena in Hamm (2.650) sowie in der Helmut-Körnig-Halle in Dortmund (4.500) aus.
Bereits jetzt sind mit 8.000 Karten (Stand 20.02.) schon fast so viele Tickets verkauft, wie alle drei Hallen zusammen aufnehmen können. Zu den bisherigen neun Bundesligaspielen des BVB kamen in dieser Saison insgesamt 6.386 Zuschauer (im Schnitt 710).
Auch Großkreutz und Weidenfeller kommen
Als zusätzlichen Anreiz lassen sich mit Kevin Großkreutz und Roman Weidenfeller zwei Fußball-Legenden des BVB beim Spiel blicken und werden eine Autogrammstunde geben. Und dann findet im Anschluss ja noch die Partie der Fußball-Bundesliga zwischen der Borussia und Union Berlin statt (18.30 Uhr).
Dass es sowohl bei den Fußball-Herren als auch bei den Handball-Damen des Vereins jüngst nicht so rund lief, trübt die Vorfreude auf den Schwarz-Gelben Sporttag nicht. Die Dortmunderinnen wollen sich für die knappe Hinspiel-Niederlage (30:32) bei den Norwegerinnen revanchieren. Und außerdem braucht das Team nach den Niederlagen im Bundesligaspiel in Ludwigsburg am Mittwoch (29:40) und der Pleite bei SCM Ramnicu Valcea (27:32), die wenige Tage zuvor das Aus in der European League besiegelte, wieder ein Erfolgserlebnis.
Noch wichtige Spiele für die Borussinnen
Denn das Team hat in dieser Saison noch einige Herausforderungen vor der Brust. Da ist zum einen das FinalFour-Turnier im DHB-Pokal in Stuttgart (01./02.03.), bei dem der BVB im Halbfinale gegen HB Ludwigsburg Revanche nehmen will, um tags darauf das Finale gegen den Sieger der Partie HSG Bensheim/Auerbach gegen HSG Blomberg-Lippe bestreiten zu können.
In der Liga gilt es, eine gute Platzierung zu erreichen, um nach Beendigung der Hauptrunde Anfang April eine gute Position für die Viertelfinal-Playoffs zu haben. Derzeit sind die Westfälinnen auf Platz drei punktgleich mit dem Zweiten Thüringer HC und zwei Zähler vor Verfolger HSG Blomberg-Lippe.
“Extrem guter Teamgeist”
Doch trotz der jüngsten Rückschläge ist die Stimmung im Team von Trainer Henk Groener gut: “Der Teamgeist ist extrem gut, wir führen sehr viele Gespräche miteinander oder gehen gemeinsam Kaffee trinken”, berichtet Olsson und fügt an: “Wenn wir auf Auswärtsreisen sind, haben wir immer viel Spaß zusammen. Das ist auch wichtig, um auf dem Feld gut zu funktionieren und erfolgreich Handball zu spielen.”
Die spielerische Qualität des BVB unter Niko Kovač enttäuscht. Unterschiedsspieler Jamie Gittens ist tief in einem Leistungsloch gefangen.
Dortmund – Als Niko Kovač den Trainerposten bei Borussia Dortmund übernahm, spekulierten viele Beobachter, die den Kroaten kritisch sehen, darüber, welchen Star er als erstes ‚rasieren‘ würde, um ein Zeichen zu setzen.
Immerhin hatte sich der 53-Jährige bei vorherigen Stationen des Öfteren mit großen Namen angelegt. Ob aus absoluter Überzeugung, oder um einen Claim abzustecken, das sei dahingestellt. Beim BVB versucht es Kovač bisher auf die sanfte Art. Immer wieder betont der Trainer, wie viel Vertrauen er seinen Spielern einimpfen möchte, damit sie endlich ihr Potenzial mit einer gewissen Verlässlichkeit abrufen.
Zum größten Sorgenkind der noch jungen Kovač-Ära wird jedoch mit Jamie Gittens ausgerechnet der BVB-Profi, der im bisherigen Saisonverlauf noch am häufigsten für den Unterschied sorgen konnte.
Jamie Gittens enttäuscht nicht erst gegen Sporting
Sowohl bei der 0:2-Niederlage in Bochum als auch der langweiligen Nullnummer gegen Sporting am Mittwochabend wurde der Engländer absolut folgerichtig ausgewechselt, weil er völlig wirkungslos blieb. Immer wieder rennt sich Gittens dieser Tage bei Dribblings fest, seine Entscheidungsfindung im letzten Drittel, ohnehin noch eine deutliche Schwäche beim 20-Jährigen, lässt derzeit extrem zu wünschen übrig.
In Bochum nahm Kovač den Flügelspieler nach 58 Minuten raus, beim schleichenden Gang zur Ersatzbank lieferte sich Gittens sogar ein Wortgefecht mit Teilen der Gästekurve. Gegen Sporting hatte der Chefcoach schon nach einer Halbzeit genug gesehen. Offiziell hatte dies keine Leistungsgründe.
„Es ging darum, dass wir ein gutes Ergebnis hatten und mit den Kräften haushalten müssen. Deshalb habe ich ihn in der Halbzeit runtergenommen: Nicht, weil er schlecht war, sondern es war eine Maßnahme, dass wir ihn ein bisschen schonen“, erklärte Kovač nach dem Spiel zu Gittens.
Wann verordnet BVB-Coach Kovač für Gittens eine Pause?
Der Cheftrainer bleibt sich damit seiner Linie treu: Er will beim verunsicherten BVB-Team nicht mit harter Hand weiter draufhauen, sondern Vertrauen ausstrahlen und sich vor die Spieler stellen. Jedoch drängt sich die Frage auf, ob es zielführend ist, schwache Leistungen zu beschönigen und auch die sportlichen Konsequenzen zu vermeiden.
Schon nach der Partie in Bochum hätte sich eine Pause für Gittens angeboten, die mit Blick auf den 3:0-Hinspielsieg in Lissabon als Schonungsmaßnahme gewiss für weniger Gesprächsstoff gesorgt hätte als eine Auswechslung nach 45 Minuten. Spätestens nach der extrem schwachen Vorstellung gegen den portugiesischen Meister drängt sich ein Bankplatz für Gittens auf.
Alle Scorerpunkte unter Ex-BVB-Trainer Nuri Şahin
Die Frage lautet dabei, warum der Tempodribbler in ein solches Loch gefallen ist. Starke 15 Scorerpunkte hatte Gittens unter Nuri Şahin gesammelt, seit dessen Beurlaubung ist keiner mehr hinzugekommen. Die Leistungskurve zeigt vor allem unter Kovač steil nach unten.
Ist Gittens das erste Opfer des Kovač-Fußballs beim BVB? Dem Trainer wird schon länger vorgeworfen, seine Mannschaften zwar zu ordentlicher Arbeit gegen den Ball und im Umschaltspiel erziehen zu können, im Ballbesitz aber keine große Idee zu entwickeln. In den ersten vier Spielen von Kovač in Dortmund fliegen viele Flanken und zischen viele flache Hereingaben von den Flügeln in den Strafraum.
Gittens ist aber eher ein Spieler, der sich mit seinen Dribblings selbst in Abschlusssituationen bringen will und vor allem in engen Räumen kombiniert. Dass er die Defensivarbeit eher als lästiges Übel wahrnimmt, sehen ihm die Kollegen so lange nach, wie der Engländer mit Einzelaktionen für entscheidende Momente in der Offensive sorgt.
Gittens scheint dieser Tage beim BVB klassisch ‚überspielt‘
Kovač nach nur vier Spielen die Schuld an einem Negativtrend bei Gittens zu geben, der auch schon zuvor eingesetzt hatte, ginge sicherlich zu weit. „Jamie hat in der Hinserie richtig klasse gespielt. Es ist für ihn jetzt schwieriger, auch aufgrund der gesamten Gemengelage“, analysierte der BVB-Coach am Mittwoch durchaus zutreffend.
Gittens scheint dieser Tage klassisch ‚überspielt‘, auch fehlen ihm Selbstvertrauen und Leichtigkeit, für die es nicht zuletzt Erfolgserlebnisse brauchen dürfte. In der Hinsicht reiht sich der Jungstar in eine längere Liste von BVB-Profis ein. Wegen seiner mangelnden Erfahrung kann kaum vom Juniorennationalspieler erwartet werden, dass er mit Leistung vorangeht.
Waren die Transfergerüchte für BVB-Jungstar Gittens eine zu große Ablenkung?
Nicht auszuschließen ist wohl auch, dass es zuletzt die ein oder andere Ablenkung zu viel war, die sich um Gittens drehte. Trotz noch erheblicher Defizite in seinem Spiel wird über Transfers in der Größenordnung von bis zu 100 Millionen Euro Ablöse fantasiert, verschiedene Berichte schrieben Gittens schon zum FC Bayern oder den Tottenham Hotspur.
Dass so etwas bei einem Spieler, der noch in der sportlichen, aber auch der Persönlichkeitsentwicklung steckt, nicht spurlos vorbeigeht, noch dazu, wenn das Team insgesamt in der Krise steckt, liegt auf der Hand.
Union Berlin will Borussia Dortmund die nächste Niederlage in der Bundesliga zufügen. Der Hauptstadt-Club hat gute Erinnerungen an das Hinspiel.
Am 23. Spieltag steht für den 1. FC Union Berlin ein Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund auf dem Programm. Die Partie wird am Samstag (18.30 Uhr/sky) im Signal Iduna Park angepfiffen.
Unbefriedigend: Beide Mannschaften liegen auf für sie selbst unbefriedigenden Tabellenpositionen. Dortmund rangiert mit 29 Punkten auf Platz elf. Union hat als Tabellen-13. derzeit 24 Zähler auf dem Konto.
Trainerwechsel: Beide Vereine haben in dieser Spielzeit schon den Trainer getauscht. Bei Union löste zum neuen Jahr Steffen Baumgart Vorgänger Bo Svensson ab. Beim BVB übernahm Niko Kovac anstelle von Nuri Sahin beziehungsweise Interimscoach Mike Tullberg.
Beschäftigt: Dortmund spielte am Mittwoch noch in der Champions League. Durch ein 0:0 gegen Sporting Lissabon erreichte man das Achtelfinale. In der Bundesliga setzte es für Dortmund unter Kovac zu Hause gegen den VfB Stuttgart (1:2) und beim VfL Bochum (0:2) nur Niederlagen. Vor Heimpublikum konnten die Schwarz-Gelben keines ihrer letzten fünf Heimspiele gewinnen.
Punktlos: Der 1. FC Union ist in der Bundesliga ein gern gesehener Gast in Dortmund. Alle fünf Spiele beim BVB gingen verloren. In Köpenick konnte Union dagegen schon viermal gegen Dortmund gewinnen, auch das Hinspiel (2:1).
Bekannte: Auf beiden Seiten gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Der Dortmunder Abwehrmann Julian Ryerson bestritt zwischen Sommer 2018 und Januar 2023 109 Pflichtspiele (3 Tore) für Union. Auf Seiten der Berliner wechselte vor Saisonbeginn Außenbahnspieler Tom Rothe von Dortmund nach Köpenick. Rothe absolvierte vier Bundesligaspiele (1 Tor) und drei Champions-League-Partien für den BVB.
Borussia Dortmund erreichte mit einem 0:0 gegen Sporting Lissabon das Achtelfinale der Champions League. Ausgerechnet der eigene Kapitän gab zu, dass man Schlendrian spielte. Hat er vergessen, wie das wohl bei 80.300 Zuschauern ankommt?
Diese Kolumne stellt die Sicht von Pit Gottschalk dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.
Beim Champions-League-Abend am Mittwoch in Dortmund waren 80.300 Zuschauer im Signal Iduna Park. Sie kamen, obwohl Borussia Dortmund das Hinspiel bei Sporting Lissabon 3:0 gewonnen hatte und das Rückspiel eigentlich nur eine Formsache auf dem Weg ins Achtelfinale werden konnte. Sie kamen und zahlten Eintritt, weil sie ein schönes Fußballspiel sehen wollten.
Mehr News zur Champions League
Dass das Heimspiel dann 0:0 ausgeht – dafür kann niemand etwas. Wir lieben den Fußball ja, weil niemand weiß, wie’s ausgeht. Nein, die Unverschämtheit passierte hinterher. BVB-Kapitän Emre Can räumte am DAZN-Mikrofon ein: “Wir haben nicht mehr gemacht als nötig.” Dienst nach Vorschrift also. Die Millionäre in kurzen Hosen taten nichts, was die Beine ermüden könnte.
BVB-Krise: Emre Can dachte nicht an Wiedergutmachung
Hat Can keine Sekunde daran gedacht, wofür die 80.300 Zuschauer ins Stadion gekommen sind? Ganz sicher nicht, um nur das Nötigste zu sehen. Und schon gar nicht nach den Fehlschlägen, die das Publikum bei den vergangenen Auftritten, zuletzt 0:2 in Bochum, ertragen musste. Das Mindeste, das man als Fan erwarten kann, ist doch, dass die Mannschaft viel mehr tut, als nötig ist.
Das ist ja schon eine Frage der Ehre. Wenn man als BVB-Profi eine Bundesliga-Saison verkorkst wie der aktuelle Kader 2024/25, dann ist jedes Spiel eine Form von Wiedergutmachung. Man muss im Stadion bis zur hintersten Reihe spüren, dass die Spieler alles geben. Und nicht nur das, was nötig ist. Emre Can ist Kapitän – wie kann er diesen Schlendrian öffentlich vertreten?
Momente der Offenbarung für die BVB-Kaderplaner
Vermutlich liegt genau hier das Problem von Borussia Dortmund: Die Spieler haben längst vergessen, worauf es ankommt. Ja, auf die Ergebnisse – aber nicht nur. Man muss nicht gleich die Phrasen von “Gras fressen” oder ähnlichem auspacken. Aber die Verwaltung eines Europapokal-Rückspiels ist so ziemlich das Letzte, was die zahlende Anhängerschaft einem Team in der Krise zugesteht.
Als Kaderplaner sollte man diese Momente der Offenbarung registrieren und bei der Zusammenstellung für die nächste Saison berücksichtigen. Gerade Borussia Dortmund lebt von der bedingungslosen Identifikation mit denen, die auf der Tribüne ihr letztes Hemd für den Verein geben. Wenn Emre Can das nicht kapiert, sollte er seine Spielführerbinde zurückgeben.
Über den Autor
Pit Gottschalk ist Journalist, Buchautor und ehemaliger Chefredakteur von SPORT1. Seinen kostenlosen Fußball-Newsletter Fever Pit’ch erhalten Sie hier.
Fever Pit’ch ist der tägliche Fußball-Newsletter von Pit Gottschalk. Jeden Morgen um 6:10 Uhr bekommen Abonnenten den Kommentar zum Fußballthema des Tages und die Links zu den besten Fußballstorys in den deutschen Medien.
“So arbeitet die Redaktion” informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.
Borussia Dortmund erreichte mit einem 0:0 gegen Sporting Lissabon das Achtelfinale der Champions League. Ausgerechnet der eigene Kapitän gab zu, dass man Schlendrian spielte. Hat er vergessen, wie das wohl bei 80.300 Zuschauern ankommt?
Diese Kolumne stellt die Sicht von Pit Gottschalk dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.
Beim Champions-League-Abend am Mittwoch in Dortmund waren 80.300 Zuschauer im Signal Iduna Park. Sie kamen, obwohl Borussia Dortmund das Hinspiel bei Sporting Lissabon 3:0 gewonnen hatte und das Rückspiel eigentlich nur eine Formsache auf dem Weg ins Achtelfinale werden konnte. Sie kamen und zahlten Eintritt, weil sie ein schönes Fußballspiel sehen wollten.
Mehr News zur Champions League
Dass das Heimspiel dann 0:0 ausgeht – dafür kann niemand etwas. Wir lieben den Fußball ja, weil niemand weiß, wie’s ausgeht. Nein, die Unverschämtheit passierte hinterher. BVB-Kapitän Emre Can räumte am DAZN-Mikrofon ein: “Wir haben nicht mehr gemacht als nötig.” Dienst nach Vorschrift also. Die Millionäre in kurzen Hosen taten nichts, was die Beine ermüden könnte.
BVB-Krise: Emre Can dachte nicht an Wiedergutmachung
Hat Can keine Sekunde daran gedacht, wofür die 80.300 Zuschauer ins Stadion gekommen sind? Ganz sicher nicht, um nur das Nötigste zu sehen. Und schon gar nicht nach den Fehlschlägen, die das Publikum bei den vergangenen Auftritten, zuletzt 0:2 in Bochum, ertragen musste. Das Mindeste, das man als Fan erwarten kann, ist doch, dass die Mannschaft viel mehr tut, als nötig ist.
Das ist ja schon eine Frage der Ehre. Wenn man als BVB-Profi eine Bundesliga-Saison verkorkst wie der aktuelle Kader 2024/25, dann ist jedes Spiel eine Form von Wiedergutmachung. Man muss im Stadion bis zur hintersten Reihe spüren, dass die Spieler alles geben. Und nicht nur das, was nötig ist. Emre Can ist Kapitän – wie kann er diesen Schlendrian öffentlich vertreten?
Momente der Offenbarung für die BVB-Kaderplaner
Vermutlich liegt genau hier das Problem von Borussia Dortmund: Die Spieler haben längst vergessen, worauf es ankommt. Ja, auf die Ergebnisse – aber nicht nur. Man muss nicht gleich die Phrasen von “Gras fressen” oder ähnlichem auspacken. Aber die Verwaltung eines Europapokal-Rückspiels ist so ziemlich das Letzte, was die zahlende Anhängerschaft einem Team in der Krise zugesteht.
Als Kaderplaner sollte man diese Momente der Offenbarung registrieren und bei der Zusammenstellung für die nächste Saison berücksichtigen. Gerade Borussia Dortmund lebt von der bedingungslosen Identifikation mit denen, die auf der Tribüne ihr letztes Hemd für den Verein geben. Wenn Emre Can das nicht kapiert, sollte er seine Spielführerbinde zurückgeben.
Über den Autor
Pit Gottschalk ist Journalist, Buchautor und ehemaliger Chefredakteur von SPORT1. Seinen kostenlosen Fußball-Newsletter Fever Pit’ch erhalten Sie hier.
Fever Pit’ch ist der tägliche Fußball-Newsletter von Pit Gottschalk. Jeden Morgen um 6:10 Uhr bekommen Abonnenten den Kommentar zum Fußballthema des Tages und die Links zu den besten Fußballstorys in den deutschen Medien.
“So arbeitet die Redaktion” informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.
Schon im vergangenen Sommer spielte er mit Wechsel-Gedanken, im Januar wurde er wieder umworben. Beide Male war das Ergebnis das gleiche: Marcel Lotka blieb Borussia Dortmund treu. Nun aber sind seine Tage gezählt. Die Entscheidung ist gefallen: Der Torwart wird den BVB im Sommer verlassen.
Zu gut für die 3. Liga, ist die Aussicht auf einen Stammplatz bei den Profis nicht existent. Seinen auslaufenden Vertrag wird er nicht verlängern, dass ließ Lotka nun noch einmal durchscheinen. In der Bundesliga könnte er trotzdem bleiben.
Borussia Dortmund: Marcel Lotka wird gehen
„Der beste Torwart der 3. Liga.“ Mit diesem Lob wird Lotka ständig umschmeichelt. Allein: Er kann sich dafür nichts kaufen. Dass er besser als drittklassig ist, war schon bei seinem kuriosen BVB-Wechsel klar. Im März 2022 hatte er in Dortmund unterschrieben, war kurz darauf zum Stammtorwart bei Hertha BSC geworden und hatte dort überragende Leistungen gezeigt. Alle Bemühungen seines Noch-Klubs, ihn doch irgendwie zu halten, scheiterten. Und so wechselte er von der Bundesliga zwei Klassen tiefer.
+++ Borussia Dortmund: Einfach weiter so? Diese Worte verraten es +++
Beim BVB ging die erhoffte Tür nie auf. Keine einzige Minute spielte er für die Profis. Dort steht mit Gregor Kobel einer der besten Keeper Deutschlands im Tor und auch seine Vertretung Alexander Meyer ist durch seine Erfahrung und seine starken Auftritte unüberwindbar. Immer wieder traten Bundesligisten an Lotka heran, doch der geduldige Schlussmann entschied sich stets für den Verbleib. Nun wird er seinen Vertrag bis Sommer 2025 sogar erfüllen. Doch dann ist endgültig Schluss.
Mehr Nachrichten:
Die Zeit des Lauerns hat ein Ende. Nach der Saison, das ist inzwischen allen klar, wird der 23-Jährige Borussia Dortmund verlassen. Die Verpflichtung von Perspektiv-Keeper und inoffiziellen Kobel-Nachfolger Diant Ramaj im Winter dürfte ihm die Entscheidung leicht gemacht haben. „Jedes Spiel ist ein Bewerbungsschreiben. Wir werden sehen, was im Sommer passiert“, sagte Lotka jüngst den „Ruhr Nachrichen“. Diese Bewerbungsschreiben sind jede Woche wieder beeindruckend.