Mit seinem Wechsel ins Red-Bull-Imperium hat Jürgen Klopp im vergangenen Jahr die Gemüter erhitzt. Beim anstehenden Mainzer Rosenmontagszug wird das nochmal Thema sein.
“Wir alle wir leben im Schatten des Doms”, heißt es in einem Fastnachts-Klassiker, der nicht nur vor jedem Heimspiel des 1. FSV Mainz 05 gespielt, sondern auch an Rosenmontag gesungen wird. Denn es werden auch in diesem Jahr wieder hunderttausende Narren durch die Stadt ziehen und ein rauschendes Fest feiern.
Traditionell fährt auch die Mannschaft des 1. FSV Mainz 05 auf einem Wagen beim Rosenmontagszug mit. Auch Jürgen Klopp war dort anzutreffen, hat er die Mainzer doch als Trainer 2004 in die Bundesliga geführt.
Mittlerweile lebt er aber schon längst nicht mehr “im Schatten des Doms”, sondern vielmehr “im Schatten der Dos’”. Sein Wechsel ins Red-Bull-Imperium, wo er als Global Head of Soccer fungiert, hat in ganz Fußball-Deutschland und natürlich auch in Mainz für Aufregung gesorgt.
Der “Mainzer Carneval-Verein” (MCV), der jedes Jahr für kreative Motive in Bezug auf Politik und Weltgeschehen bekannt ist, hat sich der Thematik auch noch einmal angenommen.
Das Motiv zeigt Klopp in blau, wie er gerade von einem Steinsockel fällt. Darauf wiederum prangen die Logos von Mainz 05, Borussia Dortmund und des FC Liverpool, wo sich Klopp jeweils ein Denkmal gesetzt hat. Mit einem Fuß steht er gerade noch darauf.
Im Motiv des MCV scheint ihn das aber nicht zu stören. Denn Klopp grinst breit, hält eine Dose “Red Bull” in der Hand. Darauf steht allerdings “Red Bapp”, eine mögliche Anspielung auf die Konsistenz des Getränks. “Bappisch” oder “bappig” heißt im lokalen Dialekt so viel wie “klebrig”.
Klopp grinst breit und hat eine Kappe mit einem großen Euro-Zeichen auf dem Kopf. Dazu trägt er Flügel aus 500-Euro-Scheinen. Eine Anspielung auf seinen Verdienst, der bei Red Bull mehr als fürstlich ausfallen dürfte. Die Flügel wiederum sind außerdem an die bekannte Werbekampagne des Konzerns angelehnt.
“Red Bull verleiht Flügel” – in Klopps Fall finanzielle. Bleibt abzuwarten, wie das Motiv bei den Mainzer Fans, die am Montag natürlich wieder die Straßen fluten werden, ankommen wird.
Gut für die SSVg Velbert, dass vereinslose Spieler immer wechseln dürfen. Das macht sich der Oberligist jetzt zu Nutze.
Noel Czapelka, bis zum vergangenen Sommer in der U19 des SC Paderborn unterwegs, verstärkt ab sofort das Abwehrzentrum des Oberliga-Niederrhein-Topklubs SSVg Velbert.
Mit der Verpflichtung von Czapelka reagiert die SSVg gezielt auf die personellen Engpässe in der Defensive. “Nach einigen Tagen im Probetraining sind wir froh, Noel fest in unseren Reihen zu haben. Er ist ein talentierter Abwehrspieler, der uns insbesondere in der Kaderbreite weiterhelfen kann. Gerade mit Blick auf unsere derzeitige Verletzungssituation ist seine Verpflichtung ein wichtiger Schritt”, sagte der Sportliche Leiter Michael Kirschner.
Noel Czapelka, geboren in Dortmund, hat das Fußballspielen bei Eintracht Dortmund und dem Kirchhörder SC gelernt, ehe sich der VfL Bochum seine Dienste gesichert hat. Aus deren Akademie ist er im Sommer 2019 zum BVB gegangen, zwei Jahre später dann aber zurückgekehrt.
Im Sommer 2022 hat er die U17 des VfL Bochum dann aber für die U19 des SC Paderborn verlassen. Dort ging es im vergangenen Sommer jedoch nicht mehr weiter. Seitdem war Czapelka vereinslos und hat nun eine neue Aufgabe in der Oberliga Niederrhein gefunden.
Dort soll er etwa Tristan Duschke ersetzen. Der hatte sich beim 3:2-Sieg im Spitzenspiel gegen die SpVg Schonnebeck zuletzt einen Kreuzbandriss zugezogen.
Mit Duschke und Manuel Schiebener fehlen zwei Führungsspieler langfristig. Beide hatten sich beim Top-Spiel bei Schonnebeck das Kreuzband gerissen.
Große Möglichkeiten, das Ganze zu kompensieren, hat der Verein nicht. Der Plan deswegen: “Wir versuchen, die Spieler, die wir jetzt haben, weiterzuentwickeln, auch auf anderen Positionen. Die Mannschaft ist aber widerstandsfähig und kann sich immer wieder aufrappeln”, sagte Trainer Ismail Jaroui zuletzt nach dem 0:2 gegen den TSV Meerbusch.
Mit Noel Czapelka hat er nun aber noch eine weitere, vielversprechende Option in der Innenverteidigung an der Hand.
Laut, lauter, Steffen Baumgart. Der Cheftrainer des 1. FC Union bläst seinen Profis nach dem 0:6 beim BVB und vor dem Spiel gegen Kiel (Sonntag, 15.30 Uhr, Dazn und im KURIER-Liveticker) gehörig den Marsch. Stürmer Marin Ljubicic (22) verrät, wie angefressen Baumgart wirklich ist.
1. FC Union: Baumgart nach BVB-Pleite wütend
„Ich glaube, der Trainer hat uns genug an den Kopf geworfen, um aufzuwachen“, erklärt Ljubicic in seiner ersten Medienrunde nach seinem Winter-Wechsel nach Köpenick. Der Kroate lässt dabei durchblicken, dass der Ton unter Baumgart (53), der sich nach dem Debakel in Dortmund noch auf die Zunge gebissen hatte, rauer ist als unter anderen Trainern in seiner bisherigen Karriere.
„Das ist schwierig zu beantworten“, erklärt er mit einem Lachen auf die Frage, wie Baume tickt, und schiebt hinterher: „Es ist hart. Er ist streng und coacht sehr laut. Und nach dem Dortmund-Spiel war er sehr wütend.“ Was ein bisschen negativ klingt, meint Ljubicic durchweg positiv: „Eine andere Reaktion auf das Spiel wäre komisch gewesen. Er macht das sehr gut, nimmt sich immer viel Zeit für jeden Spieler. Auch das gesamte Trainerteam macht einen guten Job.“
Marin Ljubicic findet 0:6 beim BVB „eine Schande“
Baumgarts Standpauke hätte Ljubicic wohl gar nicht gebraucht. Unions neuer Stürmer gibt sich sehr selbstkritisch: „Das war die schmerzhafteste Niederlage meiner Karriere. Ich habe als Sportler schon viele Spiele verloren. Das gehört dazu. Aber ich habe erwartet, dass wir bis zum Schluss kämpfen. Das war eine große Schande.“
Die Profis des 1. FC Union ließen beim 0:6 in Dortmund alles vermissen und mussten sich danach von Trainer Steffen Baumgart viel Kritik anhören.Matthias Koch/imago
Verständigungsprobleme hat Ljubicic nicht. Deutsch versteht er, nachdem er zweieinhalb Jahre für den Linzer ASK in der österreichischen Bundesliga auf Torejagd gegangen war. Interviews führt der Angreifer, den Union Ende Januar für vier Millionen Euro verpflichtete, dennoch lieber auf Englisch.
Debüt-Tor für 1. FC Union bedeutet für Marin Ljubicic mehr
Trotz anderer Angebote habe er sich ganz bewusst für Union entschieden: „Es war die beste Option und der logische Schritt für mich. Aus Kroatien, nach Österreich und dann in die Bundesliga. Das ist der Traum für jeden jungen Spieler.“
Träumen tun viele auch von einem Einstand, wie ihn Ljubicic feiern durfte: Beim 4:0-Sieg in Hoffenheim erzielte er nach seiner Einwechslung mit seinem ersten eisernen Ballkontakt ein Tor. Ljubicic ist zwar Wiederholungstäter, traf auch für Hajduk Split und den LASK beim Debüt. Der Treffer für Union bedeutet ihm aber mehr: „Ich habe ein paar Tage zuvor ein Familienmitglied verloren und nicht erwartet, überhaupt im Kader zu stehen. Als es dann aber so weit war, wusste ich, dass ich wieder treffen würde.“
Marin Ljubicic will mit 1. FC Union hoch hinaus
Selbstvertrauen, das die Offensive des 1. FC Union gut gebrauchen kann. In Köpenick hoffen sie natürlich, dass Ljubicic noch öfter jubeln wird – am besten bereits am Sonntag gegen Kiel. Den Union-Fans verspricht Ljubicic nicht nur wegen Baumgarts Brandrede eine Reaktion: „Die Atmosphäre in der Alten Försterei ist der Wahnsinn. Die Fans feuern uns an und geben alles. Das müssen wir auch.“
Ljubicic weiß, dass Union mit einem Heimsieg die größten Abstiegssorgen los wäre. „Wir müssen gewinnen. Dann haben wir erstmal keinen Stress.“ Mittelfristig will er mit Union wieder höher hinaus: „Der Klub hat international gespielt. Da wollen wir wieder hin. Das ist mein Ziel.“ ■
Die Heim-Premiere im neuen Jahr hat sich der Brinkumer SV anders vorgestellt. Zu Hause unterlag der Tabellendritte am vergangenen Wochenende dem Aufsteiger Habenhauser FV mit 0:2. “Was wir da geboten haben, ist nicht das, was man vom Brinkumer SV kennt”, sagt Coach Iman Bi-Ria rückblickend. “Unabhängig vom Ergebnis. Auch was Emotionen, Leidenschaft und Zweikampfverhalten angeht.” Die Niederlage habe man unter der Woche besprochen. Nun richtet sich der Fokus auf die anstehende Partie beim SV Werder Bremen III.
“Wir wollen eine Reaktion zeigen. Beim Training war der Spaß wieder drin”, betont Bi-Ria. “Jetzt kommen Gegner, die auch Fußball spielen wollen. Die liegen uns mehr als welche, die sich hinten rein stellen.” Von Werders Dritter trennte sich der BSV in der Hinrunde mit 2:2. In der Vorbereitung auf das Spiel gegen den SVW ging eine Krankheitswelle durch das Team des BSV, die unter anderem Dimitri Khoroshun, Kasim Uslu und Jeremiah Windsor ausbremste. “Der Kader ist groß genug”, betont Bi-Ria dennoch. Unter anderem könnten Leon Hansemann und Tetje Dziubinski nach guten Trainingsleistungen in die Startelf rücken, so der Übungsleiter.
Der Tabellenführer verteidigt eine beeindruckende Erfolgsserie und will gegen City den Vorsprung auf Verfolger Arsenal ausbauen
Arne Slot reist mit breiter Brust nach Manchester.
Manchester/London – Pep Guardiola erlebt gerade seine wohl schwierigste Phase als Trainer, einen “Hangover” kann sich der Spanier mit seinem Team aber nicht leisten. Vier Tage nach dem Aus in der Champions League hat der englische Fußballmeister Manchester City am Sonntag (17.30, Sky) Tabellenführer Liverpool zu Gast. Der Lokalrivale reist mit einer Erfolgsserie an und will den Vorsprung auf Verfolger Arsenal ausbauen, das am Samstag 0:1 gegen West Ham United verlor.
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Mehr als 70 Millionen Euro hat Borussia Dortmund vor der Saison in neue Spieler investiert. Wirklich eingeschlagen hat aber nur einer. Ein anderer zeigt aufsteigende Form.
In den vergangenen Jahren hat Borussia Dortmund auf dem Transfermarkt in der Regel ein gutes Näschen bewiesen. Erling Haaland, Jadon Sancho, Niclas Füllkrug, Nico Schlotterbeck oder Marcel Sabitzer waren von Anfang an echte Verstärkungen. Jude Bellingham darf in dieser Aufzählung natürlich nicht fehlen. Es war stets eine Mischung aus Spielern, die ihr Können bei anderen Vereinen unter Beweis gestellt haben und jungen Talenten, die sich dann beim BVB zu Weltstars entwickelt haben.
Das hat sich auch sportlich bemerkbar gemacht, auch wenn der ganz große Wurf ausblieb. Der BVB gehörte in der Bundesliga stets zu den Topteams, schrammte 2023 nur knapp an der Meisterschaft vorbei und stand 2024 im Finale der Champions League. In diesem Jahr ist das anders. Mit Rang zehn in der Liga hinkt der BVB den Erwartungen hinterher.
BVB investierte mehr als 70 Millionen Euro
Dabei hatte sich der BVB im Sommer vielversprechend verstärkt. Mehr als 70 Millionen Euro investierte die Borussia für die Dienste von Serhou Guirassy (VfB Stuttgart), Maximilian Beier (TSG Hoffenheim), Waldemar Anton (VfB Stuttgart) und Pascal Groß (Brighton & Hove Albion).
Nach Kantersieg gegen Union – BVB kann wieder lachen
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Wirklich eingeschlagen ist aber nur einer: Serhou Guirassy. Mit 13 Saisontoren ist er der Toptorjäger des BVB. In der Champions League steht er bereits bei zehn Treffern und steht damit in der Torjägerliste vor Spielern wie Harry Kane, Robert Lewandowski, Erling Haaland oder Kylian Mbappe.
Vier Tore erzielte der Guineer allein am letzten Bundesliga-Spieltag beim 6:0-Erfolg gegen Union Berlin. BVB-Trainer Niko Kovac griff daraufhin gleich ins oberste Regal und bezeichnete die Leistung seines Stürmers als “Weltklasse. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen”.
Dortmunds mutiger Plan mit Guirassy
In 31 Spielen für den BVB hat Guirassy 23 Tore erzielt. Neben Innenverteidiger Nico Schlotterbeck wirkt er quasi “immun” gegen die Formschwankungen, die viele seiner Kollegen aktuell erfahren. Der 28-Jährige ist damit auch der Hoffnungsträger, dass die Trendwende in Dortmund noch gelingen kann.
Dabei ist der BVB mit Guirassy auch ein gewisses Risiko gegangen. Denn einen wirklichen Ersatz gibt es im Dortmunder Kader nicht. Mit Niclas Füllkrug (West Ham United), Sebastién Haller (FC Utrecht/Leihe) und Yousouffa Moukoko (OGC Nizza/Leihe) gab der BVB vor der Saison gleich drei Mittelstürmer ab und setzte nur auf Guirassy. Eine mutige Entscheidung.
Beier bislang hinter den Erwartungen
Sollte sich Guirassy verletzten, oder nicht mehr treffen, mangelt es an Alternativen. Sicher hätten sich die BVB-Verantwortlichen mehr von Maximilian Beier versprochen. Beier kam mit der Empfehlung von 16 Saisontoren aus Hoffenheim nach Dortmund und war mit geschätzten 28,5 Millionen Euro auch der teuerste BVB-Transfer des Sommers.
Bundesliga: Borussia Dortmund gegen 1. FC Union Berlin – die Zusammenfassung
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Der 22-Jährige sollte in Dortmund den nächsten Schritt machen, kommt aber noch nicht so recht aus den Startlöchern. 32 Mal stand er in dieser Saison in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League für die Dortmunder auf dem Platz. Mit fünf Toren und drei Assists ist die Ausbeute für einen Offensivspieler und auch Nationalspieler jedoch dürftig.
“Maxi ist jemand, der immer hart arbeitet, nach vorne und nach hinten. Manchmal ist er ein bisschen unglücklich, manchmal ein bisschen ungestüm”, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl gegenüber der “WAZ”. Kehl ist sich jedoch sicher: “Der Junge wird kommen.”
Waldemar Anton nur noch Ersatz
Ob das auch für Waldemar Anton gilt, ist unklar. Als Kapitän war Anton neben Guirassy einer der Hauptgründe, warum der VfB Stuttgart in der vergangenen Saison Vizemeister wurde. In Dortmund kann der Innenverteidiger noch überhaupt nicht an die starke Vorsaison anknüpfen.
Negativer Höhepunkt war ein Eigentor bei der 1:2-Niederlage gegen den VfB Stuttgart. In den beiden Spielen danach kam Anton nicht mehr zum Einsatz. Kovac setzt neben Schlotterbeck nun vor allem auf Emre Can und Niklas Süle in der Innenverteidigung.
Groß landet gegen Union persönlichen Befreiungsschlag
Ähnlich wie Anton ist auch Pascal Groß mit vielen Erwartungen nach Dortmund gekommen. In Brighton war der 33-Jährige spät zum deutschen Nationalspieler gereift und glänzte in der vergangenen Saison mit 18 Torbeteiligungen.
Groß überragt mit vier Vorlagen gegen Union
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Wie Beier und Anton blieb aber auch Groß lange hinter den Erwartungen. Gerade einmal drei Torvorlagen standen nach 20 Spielen in seiner Bilanz. Doch dann kam das Spiel gegen Union Berlin, in dem Groß gleich vier Tore vorbereitete und so seinen persönlichen Befreiungsschlag landete.
Kovac’ Plan mit Groß geht auf
Das hat vor allem mit Trainer Kovac zu tun, der Groß anders als Vorgänger Nuri Sahin mehr offensive Freiheiten gibt. Zwar spielt Groß weiter neben Marcel Sabitzer auf der Doppelsechs, schaltet sich unter Kovac aber viel mehr ins Offensivspiel ein.
“Ich habe ihm das Selbstvertrauen gegeben, welches er braucht. Ich kenne ihn. Ich weiß, welche Fähigkeiten er hat und wo seine Position ist”, sagte Kovac gegenüber “Sport1”. Gegen Union stellte Groß vor allem seine Flankenqualität unter Beweis.
Geht das so weiter, könnten sie in Dortmund noch viel Spaß an dem Duo Groß und Guirassy haben. Sollten dann auch Beier und Anton zu alter Form finden, könnte der BVB – mit einiger Verspätung – doch noch von einem erfolgreichen Transfersommer 2024 sprechen.
Marin Ljubicic ist der einzige Winterzugang bei Union Berlin. Und feierte einen Einstand nach Maß: Der Kroate war bei seinem Debüt in Hoffenheim gleich erfolgreich. Nun sprach er erstmals in einer Medienrunde.
Marin Ljubicic wartet noch auf sein Startelf-Debüt.
imago images / Matthias Koch
Lediglich Marin Ljubicic ist in der Wintertransferperiode zum Kader der Eisernen hinzugestoßen. Bisher durfte der Stürmer noch nicht von Beginn an ran, vielleicht aber dann am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Heimspiel gegen Holstein Kiel. Zuvor sprach der Kroate in einer Medienrunde erstmal über …
… sein Debüt in Hoffenheim: “Als ich hierher gekommen bin, hatte ich nur zwei Trainingstage mitgemacht vor dem Spiel. Ich musste mich erstmal an die neue Situation gewöhnen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich direkt im Kader stehen würde. Es war ein sehr glücklicher Moment, als ich eingewechselt wurde und bei meiner Premiere gleich noch treffen konnte.”
Es war die höchste Niederlage meiner Karriere.
Marin Ljubicic über das 0:6 beim BVB
… das 0:6-Debakel in Dortmund: “Das war eine große Schande. Wir haben erst 75 Minuten gut gespielt, wir hatten Chancen, sie hatten Chancen. Das Eigentor war unglücklich, aber die letzten 15 Minuten dürfen so nicht passieren, es war die höchste Niederlage meiner Karriere.”
… seinen Wechsel im Winter zu Union: “Ich hatte ein paar andere Optionen, aber darüber rede ich jetzt nicht. Union war die beste Option für mich, weil es für mich einen großen Schritt darstellt. Von Kroatien nach Österreich und dann nach Deutschland. Das ist für jeden jungen Spieler ein Traum. Bei meiner Ankunft haben mir die kroatischen Spieler im Kader sehr geholfen, mich hier im Verein und in der Stadt zurechtzufinden.”
… seine Lieblingsposition: “Ich mag es, mehr im Zentrum zu spielen. Egal, ob mit einem anderen Stürmer oder alleine. In Linz und in Split habe ich ebenso auf dem rechten Flügel gespielt. Ich habe viele Positionen gespielt. Aber im Zentrum fühle ich mich am wohlsten, weil ich auf der Position am stärksten bin.”
… das anstehende Spiel gegen Holstein Kiel am Sonntag: “Es ist ein sehr wichtiges Spiel für uns nach der Pleite in Dortmund. Wir müssen auf die drei Punkte gehen. Nur darum geht es in dem Spiel.”
… Trainer Steffen Baumgart: “Er ist sehr streng und findet auf dem Platz immer die richtigen Worte. Dabei führt er viele Einzelgespräche. Obwohl wir nicht die gleiche Sprache sprechen, weil er nur Deutsch redet, verstehen wir seine Anweisungen trotzdem.”
Das beeindruckende 6:0 gegen Union Berlin definiert neue Standards beim BVB. Abseits des Platzes schafft Lars Ricken spannende Fakten.
Dortmund – Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Samstagabend herrschte große Erleichterung. Mit dem 6:0-Erfolg gegen die Köpenicker setzte das Team unter dem neuen Trainer Niko Kovač ein erstes bedeutendes Zeichen in der Bundesliga und zeigte, dass es seine fußballerischen Fähigkeiten nicht verloren hat.
Die Hoffnung auf einen positiven Impuls ist vorhanden, muss jedoch am kommenden Wochenende gegen den FC St. Pauli bestätigt werden. In dieser Saison hat der BVB nach starken Leistungen bereits zu häufig Rückschläge erlitten.
Nicht nur das Geschehen auf dem Spielfeld war am Samstagabend derweil von Interesse. Am Rand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine langjährige Tradition des Vereins.
Die ‚Elefantenrunde‘ wird beim BVB nicht mehr einberufen
Vor dem Spiel äußerte der Sportchef beim TV-Sender Sky, dass die sogenannte ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund nicht mehr einberufen wird. Diese Treffen fanden in den vergangenen Jahren üblicherweise monatlich statt und dienten dazu, die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Fragen rund um die Profimannschaft zu bestimmen.
In diesen Runden wurden sowohl Transferziele festgelegt als auch Entscheidungen über den Trainerposten getroffen. Im Jahr 2022 etwa führte eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde zur völlig überraschenden Trennung von Cheftrainer Marco Rose.
Zu den festen Teilnehmern der Runde zählten seinerzeit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl, sein Vorgänger Michael Zorc und Klubberater Matthias Sammer. Marco Rose war speziell für die Analyse eingeladen worden.
Ricken hat die Elefantenrunden seit dem Ende der letzten Saison geleitet, nachdem Watzke die Umstrukturierung in der Führungsebene angestoßen hatte. In der ersten Sitzung unter Leitung von Ricken im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin im Mittelpunkt. Das Ausscheiden Şahins im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat führten nun auch zum Ende der Elefantenrunden.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken und erklärte: „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dieser Entscheidung stärkt Ricken seine Machtbasis beim BVB. Der Sportchef besitzt die klare Richtlinienkompetenz, während Sportdirektor Kehl für die Umsetzung der Kaderplanung verantwortlich ist und als Verbindungsglied zwischen Trainerteam und Klubführung fungiert. Ricken hat sich für schlankere Strukturen entschieden.
BVB-Boss Ricken konnte sein Profil zuletzt schärfen
Bei seiner Beförderung vom Leiter der Nachwuchsabteilung zur zentralen Figur aller Fußballgeschäfte bei Borussia Dortmund begegnete dem ehemaligen BVB-Spieler anfängliche Skepsis. Kritiker bemängelten, dass Ricken kein besonders ausgeprägtes öffentliches Profil habe und es ihm an Erfahrung im Profi-Management fehle.
In den ersten Monaten seiner neuen Rolle konnte Ricken den Vorwurf der Farblosigkeit nicht ganz entkräften. Während Watzke als Vereinschef gelegentlich lautstark auftrat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigte sich der geborene Dortmunder Ricken eher zurückhaltend. Doch die letzten Wochen verdeutlichen, dass er trotz seiner ruhigen Art durchaus entscheidungsfreudig agiert.
Ricken korrigierte den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank weitgehend eigenständig. Er betraute den langjährigen U19-Trainer Mike Tullberg für drei Spiele als Interimstrainer, um in Ruhe Gespräche mit Kovač zu führen. Obwohl Kovačs Verpflichtung mit einem Vertrag bis 2026 in Dortmund keine Begeisterungsstürme auslöste, bietet sie dem Verein Planungssicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Klub-WM im Sommer.
Manche Entscheidungen beim BVB sind für Ricken „unbequem“
Ricken hat bewiesen, dass er vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Er selbst sagte: „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer.“
Die Abkehr von der traditionellen BVB-Elefantenrunde fügt sich in dieses Bild ein. Auch das klare Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll, passt dazu. Sammers Auftritte als TV-Experte in der Champions League hatten in Dortmund gelegentlich für Unruhe gesorgt.
Den Ausschlag gab schließlich Sammers Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage gegen den FC Bologna in der Champions League erklärte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft präsentiere sich „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
BVB-Berater Sammer wohl erfolgreich eingenordet
Inhaltlich lag Sammer nicht völlig falsch, doch für das öffentliche Bild des Vereins war es katastrophal, dass jemand, der in die Kaderplanung und Trainerentscheidungen involviert ist, so kritische Worte wählte.
Ricken, der zu aktiven Zeiten mit Sammer im Trainingslager gelegentlich ein Doppelzimmer teilte, forderte ihn daher auf, bei BVB-Spielen auf seine Rolle als Experte zu verzichten. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, fügte Ricken hinzu, wobei seine Worte darauf hindeuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr kommentieren wird.
Das Achtelfinalhinspiel gegen den OSC Lille wird beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Es wäre überraschend, wenn Sammer dabei eingesetzt würde.