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  • Beim BVB passt einfach gar nichts mehr

    Beim BVB passt einfach gar nichts mehr


    Bei Borussia Dortmund hat man nach wie vor das Gefühl, dass es hinten und vorne nicht stimmt. Der BVB braucht deshalb dringend einen Neuanfang auf allen Ebenen. Doch das scheint leichter gesagt als getan.

    Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Stefan Rommel sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.

    Spät am Dienstagabend hat Emre Can einen bemerkenswerten Satz gesagt. “Wir haben nicht mehr gemacht als nötig”, erzählte Borussia Dortmunds Kapitän nach dem 0:0 gegen Sporting und dem damit verbundenen Weiterkommen in der Champions League.

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    Cans ehrliche – oder naive, je nach Lesart – Ausführung hat danach ein paar Wellen geschlagen, sein Trainer Niko Kovac musste ihm widersprechen, heftige Kritik gab es von Seiten der BVB-Fans und unter anderem auch von Ex-Kapitän Roman Weidenfeller.

    “Was ist denn das für ein Ansatz”, fragte Weidenfeller in einem Fußball-Talk bei “Sky”. “Ich finde es fahrlässig, dass der Kapitän von Borussia Dortmund das sagt. Bei einem Champions-League-Abend im Signal Iduna Park muss die Luft und der Platz brennen!”

    Eine nichtige Episode, möchten man meinen. Im Grunde spiegelt sich darin aber tatsächlich sehr viel von dem, was Borussia Dortmund in dieser Saison anbietet und wofür es steht. Und das ist in diesem Fall nicht als Qualitätsmerkmal zu verstehen.

    Platz elf entspricht den Leistungen

    Gegen Sporting blieben zum ersten Mal seit einer gefühlten Ewigkeit Plätze im Stadion frei, die Partie war nicht ausverkauft oder ein kleiner Teil der Fans verzichtetet freiwillig auf einen Besuch. Nun könnte man das mit den besonderen Vorzeichen erklären, unter denen die Partie stand: Das Duell gegen den portugiesischen Meister schien nach dem 3:0-Erfolg aus dem Hinspiel bereits entschieden, außerdem war es lausig kalt.

    In “normalen” Zeiten wären die Fans trotzdem ins Westfalenstadion gepilgert und hätten sich darauf gefreut, dass dann “die Luft und der Rasen brennt”. Aber “normal” im Sinne von “geregelt” scheint bei Borussia Dortmund schon lange nichts mehr.

    Vielmehr wird BVB seit Monaten nur so durch diese Saison geschleudert, vereinzelten Highlights folgen immer noch schlimmere Tiefpunkte. Zuletzt beim 0:2 in Bochum, samt indiskutabler Leistung. Es war die fünfte Bundesliga-Niederlage im siebten Spiel in diesem Kalenderjahr, Tabellenplatz elf ist deshalb längst keine flüchtige Bestandsaufnahme mehr, sondern entspricht exakt der Leistungsfähigkeit der Mannschaft.

    Kovac und die Standard-Rezepte

    Dies zu ändern, wurde vor wenigen Wochen Niko Kovac als Aufgabe aufgetragen. Die große Euphorie versprühte Kovac‘ Berufung von Anfang an nicht, eher das Gefühl einer zweckdienlichen Entscheidung. Eine gute Halbzeit gegen Sporting ist der Mannschaft mit ihrem neuen Trainer aus den ersten vier Spielen geglückt. Der Rest war genau das, was man schon in den Wochen und Monaten davor sehen konnte.

    Mit Kovac holten sich die Verantwortlichen um Lars Ricken und dem immer noch omnipräsenten Hans-Joachim Watzke so etwas wie den kleinsten gemeinsamen Nenner ins Haus. Und zeigten damit bei der Besetzung der Trainerstelle, welche Art Lösungsansätze für den BVB definiert sind.

    Im offenkundigen Irrglauben, doch noch irgendwie auf Platz vier in der Tabelle und damit erneut in die Königsklasse zu springen, sollte es ein Trainer sein, der schnell die soften Faktoren anspricht und verbessert: Leidenschaft und Kampfgeist, “den Kopf frei machen”, Selbstvertrauen tanken, Gras fressen beim selbst ernannten Malocher-Klub. Und – als inhaltlichen Aspekt – die Stärkung der Defensivleistung der Mannschaft.

    Jeder einzelne Punkt für sich genommen ist eine wichtige Zutat erfolgreicher Mannschaften. Die eigentlichen Kernprobleme der Mannschaft werden dabei aber geflissentlich immer noch übersehen.

    Der Ballbesitz als größtes Problem

    Kovac versucht sich in seinen ersten Tagen beim BVB mit dem Patentrezept für abstiegsbedrohte Teams: Eine defensive Grundordnung zuerst, ein großer Fokus auf die viel zitierten Basics und Disziplin, ausgeführt von einem kleinen Stamm an Startspielern. Das ist nicht falsch, für die Ansprüche und die Ziele von Borussia Dortmund aber vermutlich auch zu wenig. Der BVB muss jetzt Spiele gewinnen, und das in Serie.

    Wie das mit den gravierenden Problemen im eigenen Ballbesitz, im tiefen Aufbau und vor allen Dingen im letzten Drittel funktionieren soll, ist schleierhaft. Dafür hat Kovac noch keine Ideen entwickelt oder aber eine gewisse Rotation innerhalb der Mannschaft gefunden, die wichtige Spieler in die für sie besten Positionen bringt.

    Pascal Groß bleibt ein Pendler zwischen seiner angestammten Position im zentralen Mittelfeld und der des Außenverteidigers. Maximilian Beier spielt nicht als zweite, hängende Spitze, sondern als Achter oder Flügelangreifer, Emre Can hat sein flüchtiges Glück nun als Innenverteidiger gefunden, zumindest vorerst. Am auffälligsten lässt sich das Problem aber wohl an einem Spieler belegen, der fast komplett unter dem Radar fliegt.

    Yan Couto als Sinnbild

    Yan Couto ist als Rechtsverteidiger von Manchester City ausgeliehen, in wenigen Monaten soll eine Kaufoption für den Brasilianer greifen. Kolportiert wird eine Summe von 25 Millionen Euro, inklusive der rund fünf Millionen Leihgebühr wäre Couto damit einer der teuersten Transfers der Dortmunder Klubgeschichte.

    Aktuell steht Couto bei 14 Einsätzen in der Bundesliga, rund die Hälfte davon als Einwechselspieler. Unter Kovac hat Couto bisher 27 Minuten spielen dürfen, gegen Sporting saß er in beiden Partien 90 Minuten lang nur auf der Bank. Eingekauft wurde Couto als offensivstarker Rechtsverteidiger, der im eigenen Ballbesitz in die letzte Linie hochschiebt – ganz so, wie es sich Ex-Trainer Nuri Sahin vorgestellt hatte und wie Couto bei seinem vorherigen Klub in Girona auf sich aufmerksam machen konnte.

    Mit den Trainerwechseln zu Interimslösung Mike Tullberg und nun zu Kovac wurde Coutos Spielerprofil quasi wegrationalisiert: Den Job übernehmen nun auf der anderen Seite Groß und Winter-Zugang Daniel Svensson – während Coutos Planstelle auf rechts mit dem Kämpfertyp Julian Ryerson besetzt ist.

    Kaum etwas könnte die Dortmunder Malaise besser zusammenfassen als Coutos momentanes Schicksal: Ein Spieler mit reichlich Potenzial und einem sehr spielerischen Ansatz wird zum Opfer mehrerer Trainer- und damit auch Philosophiewechsel, findet sich vorerst lediglich auf der Bank wieder und “muss” im Sommer womöglich doch für sehr viel Geld fest verpflichtet werden.

    Dortmunds Ideen greifen einfach nicht

    Das Problem eines krumm und schief geplanten Kaders drängt sich wegen Geschichten wie dieser immer mehr auf. Wobei da weder Niko Kovac noch Yan Couto eine Schuld trifft. Die Zusammensetzung der Mannschaft erfolgte auf Grund einer gründlichen Analyse im Sommer nach einer holprigen letzten Saison, der Kern und der Charakter der Mannschaft wurden dafür aber offenbar außer Acht gelassen.

    Can bleibt Kapitän, das hat auch Neu-Trainer Kovac noch einmal mit Nachdruck bestätigt. Ein Stellvertreter ist Julian Brandt. Beide, Can und Brandt, galten vor nicht einmal zwei Jahren als Verkaufskandidaten Nummer eins und zwei – nun führen sie eine Mannschaft an, der es mehr denn je an Führung fehlt. Und an Charakteren, an der sich andere aufrichten können.

    Die Idee, auf Spielern der Vergangenheit die Basis zu bauen für eine erfolgreiche Zukunft, mit Zukäufen von in der Regel ligabekannten und -erprobten Spielern hat sich zum wiederholten Mal als Trugschluss erwiesen und die Frage wird sein, wann der BVB diese Strategie mit erfahrenen, teilweise (zu) satten Spielern wieder zu den Akten legt.

    Mit deutlich über 200 Millionen Euro unterhält der BVB immerhin den zweitteuersten Kader der Liga nach dem der Bayern. Aufwand und Ertrag passen da nun schon seit Jahren nicht mehr zusammen und es wird mehr als “nur” eine Transferperiode brauchen, die Fehleinschätzungen der letzten Jahre wieder zu kassieren.

    Watzke und die gespielte Lässigkeit

    Der BVB steht unter den besten 16 Mannschaften Europas, das ist nicht nur fürs Renommee, sondern auch aus finanzieller Sicht eine gute Nachricht. Nicht nur die Teilnahme an der Champions League in der kommenden Saison steht auf dem Spiel, womöglich haben die Dortmunder Spieler dann ganz grundsätzlich unter der Woche frei, wenn es nicht mal für die Trostpreise Europa League oder Conference League reicht.

    Möglich ist das allemal, die gespielte Gelassenheit von Klub-Boss Watzke, der seinem Klub auch zwei Jahre ohne Königsklasse zutrauen würde, mag in finanzieller Dimension stimmen. “Dann macht der BVB wieder ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot”, sagt Watzke. Dass dann aus einer mittelmäßigen Mannschaft ein oder zwei herausragende Spieler gerissen würden, sagt er nicht.

    Der fest beanspruchte Platz zwei hinter den Bayern, der Beste vom Rest quasi, ist an Bayer Leverkusen übergegangen, hinter der Borussia scharrt Eintracht Frankfurt schon mächtig mit den Hufen.

    Intern dürfte sich die Unruhe auch nach der Demission von Sven Mislintat und der Beschneidung von Matthias Sammers TV-Eskapaden nur geringfügig legen, so lange die Mannschaft nicht in die Spur findet. Wer ab sofort den Kader für welche Wettbewerbe planen wird, steht allenfalls auf dem Papier fest – ob Niko Kovac je nach Abschneiden noch über den Sommer hinaus Trainer bleiben kann, muss sich erst noch zeigen.

    Dazu kommt die zwar finanziell lukrative, aus sportlicher Sicht aber fragwürdige Klub-WM, die im Sommer eine gezielte Vorbereitung torpediert. Für den BVB und seine Ambitionen sind die Aussichten nicht gerade rosig. Eigentlich müsste eine komplette Neuausrichtung des Klubs her – das ist aber leichter gesagt als getan.

    Verwendete Quellen

    JTI zertifiziert
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  • Chelsea wildert beim VfL Wolfsburg

    Chelsea wildert beim VfL Wolfsburg


    Der FC Chelsea hat ein Auge auf Kofi Jeremy Amoako vom VfL Wolfsburg geworfen. Wie die ‚Bild‘ berichtet, wollen die Blues den 19-Jährigen von einem Wechsel an die Stamford Bridge überzeugen und haben mit der Spielerseite bereits Kontakt aufgenommen. Der defensive Mittelfeldspieler ist in dieser Spielzeit an den VfL Osnabrück verliehen. Beim Drittligisten ist Amoako absoluter Stammspieler.

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    Der siebenmalige deutsche U19-Nationalspieler kam in 20 Ligaspielen zum Einsatz und bereitete einen Treffer vor. Der starke Zweikämpfer steht noch bis 2026 in Wolfsburg unter Vertrag und kam bei den Niedersachsen bereits zu zwei Kurzeinsätzen in der Bundesliga. Chelsea möchte den Yougster laut der Boulevardzeitung gerne im Sommer nach London lotsen und zunächst an den französischen Erstligisten RC Straßburg weiterverleihen. Neben den Blues hat auch Standard Lüttich ein Auge auf Amoako geworfen.



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  • Kovacs Kampf gegen die Blockade beim BVB

    Kovacs Kampf gegen die Blockade beim BVB


    Im großen Buch der Fußball-Psychologie bewegt sich Niko Kovac früh auf das Kapitel „Durchhalteparolen“ zu. „Nach Regen kommt wieder Sonne“, sagte der immer noch recht neue Trainer von Borussia Dortmund am Freitag, und: „Wir sollten zusehen, dass wir uns durch den Kopf selbst stärken.“

    In dieser zutiefst verfahrenen Situation, als Antreiber für eine verunsicherte Mannschaft, hat Kovac selbstverständlich keine andere Wahl, als stoisch Zuversicht auszustrahlen. Darüber redet er ganz offen. Er ist lange genug dabei, um zu wissen: Diese Art von Blockaden lösen nur Siege. Denn der Kopf „kann vieles manipulieren“.

    Kovac: „Wir brauchen drei Punkte“

    Seit Wochen ist schon zu lesen, eine weitere Niederlage könne die Bundesliga-Saison des BVB quasi beenden – vor dem Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ist das so nah an der Wahrheit wie noch nie. „Wir brauchen drei Punkte – nicht nur, um uns heranzupirschen, sondern für uns selbst“, sagte Kovac. Was einst ein Pflichtsieg war, ist heute ein schwerer Brocken.

    „Die Jahresuhr steht niemals still“, heißt es im Kinderlied. Ende Februar bleiben noch exakt zwölf Spiele, um die acht Punkte Rückstand auf den vierten Platz schmelzen zu lassen. „Im März muss man im Rennen sein, denn was man bis dahin verloren hat, wird schwierig aufzuholen sein“, sagte Kovac.

    Dieser vierte Platz, von der Vereinsführung ohnehin als „Minimalziel“ nachgeschoben, führt wieder in die Champions League. Dort schlägt sich der BVB nicht begeisternd, jedoch beachtlich: Am Freitagmittag bekam er für das Achtelfinale den machbaren Gegner OSC Lille zugelost, Fünfter der französischen Liga. Von mehr zu träumen, ist erlaubt.

    Kovacs letzter Bundesligasieg war im Dezember 2023

    Die Grundlage für europäische Fest-Abende wird im Brot-und-Butter-Geschäft gelegt. Niko Kovac kann den Geschmack eines Bundesliga-Sieges allenfalls noch erahnen: Kurz vor Weihnachten war sein letzter – aber nicht vor zwei Monaten, sondern am 16. Dezember 2023 – da gewann er mit dem VfL Wolfsburg bei Darmstadt 98 1:0.

    Elf Spiele ohne Sieg später war Kovacs Uhr abgelaufen. Die kläglichen ersten Versuche mit dem BVB gegen den VfB Stuttgart (1:2) und beim VfL Bochum (0:2) eingerechnet, hat er also 13 Bundesligaspiele in Serie nicht gewonnen. Es wird wahrlich Zeit. Dennoch spricht Kovac weiter analytisch und aufbauend, vom Kapitel „Verzweiflungsfloskeln“ ist er noch einige Seiten entfernt. Gras fressen, Bock umstoßen, alles raushauen, das ist nicht seine Sprachwelt. Zumindest noch nicht.



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  • Union Berlin: Juranovic hofft auf Punkt-Premiere beim BVB

    Union Berlin: Juranovic hofft auf Punkt-Premiere beim BVB



    Die aktuelle Saison war für Josip Juranovic wegen einer Verletzung im Sommer lange ein einziger Horror. Erst 2025 schaffte er den Sprung zurück in die Startelf von Union Berlin.

    Darf Josip Juranovic am Samstag die ersten Union-Punkte in Dortmund bejubeln?


    Darf Josip Juranovic am Samstag die ersten Union-Punkte in Dortmund bejubeln?

    IMAGO/Eibner


    Gerade einmal zwei Jahre spielt Josip Juranovic für den 1. FC Union Berlin. Der Rechtsverteidiger hat mit den Köpenickern dennoch schon einige Hochs und Tiefs erlebt: Europa-League, Champions League und Bundesliga-Abstiegskampf. Aber noch nie war er in der Hauptstadt so lange außen vor wie in der ersten Halbserie dieser Spielzeit. Mitten in der Hochphase der Sommervorbereitung verletzte sich der Kroate schwer am linken Fuß.


    Wochenlang humpelte er mit einem Spezialschuh durch die Gegend. “Unglücklicherweise habe ich mich in der Vorbereitung verletzt. Ich war für drei, vier Monate raus. Das war schwierig für mich”, sagte Juranovic in einer Medienrunde. “Es war nicht einfach für mich, die Spiele von der Tribüne aus zu sehen. Ich wollte meinen Mitspielern helfen.”



    Keine Gedanken an Konkurrenz-Kampf


    Das konnte er erstmals wieder am 30. November 2024 bei der 1:2-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen. Inzwischen stehen acht Saisoneinsätze zu Buche. In den letzten fünf durfte Juranovic unter Trainer Steffen Baumgart immer von Beginn an ran.


    Aktuell scheint er im Dauer-Duell mit Kapitän Christopher Trimmel die Nase vorn zu haben. Juranovic hegt aber keine Konkurrenz-Gedanken. “Wir haben ein wirklich gutes Verhältnis. Wenn ich spiele, hilft er mir – genauso ist es auch umgekehrt. Das war schon immer so. Er ist ein guter Mensch und eine Union-Legende”, erklärte Juranovic.


    Der Vertrag von Juranovic bei Union ist bis 2027 datiert. Eine weitere eiserne Erfolgsgeschichte könnte er am Sonnabend (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Partie bei Borussia Dortmund mitschreiben.

    Premiere in Dortmund?


    Denn noch nie konnte der FCU im Signal Iduna Park punkten. “Als ich 2023 zu Union kam, haben wir eines meiner ersten Auswärtsspiele mit 1:2 in Dortmund verloren. Aber wir hatten unsere Möglichkeiten”, sagte Juranovic. “Die Stimmung bei uns ist sehr gut. Wir können den Anpfiff kaum erwarten, nach dem wir zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach (1:2, d. Red.) verloren haben.”


    Unions Punkt-Premiere in Dortmund und weitere ordentliche Spiele im Verein könnten Juranovic auch das Comeback im Nationaltrikot von Kroatien bescheren. Wegen seiner Verletzung erlebte der WM-Dritte von 2022 das letzte seiner 39. Länderspiele bei der EM beim bitteren Last-Minute-Vorrundenaus gegen Italien (1:1) am 24. Juni 2024 in Leipzig.


    Jetzt könnten wieder weitere Einsätze winken. “Ich will so schnell wie möglich wieder dabei sein. In vier Wochen ist Länderspielpause. Wir spielen zweimal gegen Frankreich”, schaut Juranovic sehnsuchtsvoll auf das Viertelfinale der Nations League.



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  • Gewinnen in Dortmund? Natürlich will der 1. FC Union beim

    Gewinnen in Dortmund? Natürlich will der 1. FC Union beim


    Steffen Baumgart hegt mit seinem 1. FC Union ein ehrgeiziges Ziel. Gewinnen will der Coach am Sonnabendabend im Topspiel der Bundesliga bei Borussia Dortmund (18.30 Uhr). Wenn ihm aber einer mit der Logik kommt, dass das angesichts der Dortmunder Krise ja auch klappen sollte, ist der Coach ganz schnell auf dem Baum.

    Baumgart lässt sich von den zwei Pleiten in der Liga, die die Borussia unterm neuen Trainer Niko Kovac kassierte, nicht blenden. „Ich beurteile die Mannschaften nicht nach den Ergebnissen“, sagt Baumgart und legt los in seiner Analyse der Dortmunder. „Sie haben Fehler gemacht, die ihnen sehr ins Kontor schlagen. Es ist der Ansatz, sie dahin zu bringen, dass sie Fehler machen, die sie nicht machen möchten.“

    Für einen Sieg muss viel für den 1. FC Union laufen

    Was in der Theorie ziemlich einfach klingt, erfordert auf dem Platz einen Mix aus fehlerfreiem Spiel der Eisernen sowie höchster Effektivität. Baumgart sagt es so:  Es müsse viel für Union laufen, „um da nicht nur einen Punkt zu holen, sondern dort auch zu gewinnen. Das ist das erklärte Ziel. Wir wollen da hin, um das Beste rauszuholen. Dass das schwer wird, ist klar. Es muss defensiv viel passen, offensiv musst du die Chancen nutzen.“

    Von seiner Mannschaft fordert Baumgart einen „mutigen“ Auftritt: „Sonst gewinnst du kein Spiel. Dortmund ist eine Mannschaft mit hoher individueller Qualität. Sie sind in der Lage, aus wenig viel zu machen.“

    Trainer Steffen Baumgart (r.) erklärt Benedict Hollerbach, wie das auf dem Platz laufen soll.

    Trainer Steffen Baumgart (r.) erklärt Benedict Hollerbach, wie das auf dem Platz laufen soll.Matthias Koch/Imago

    Im Gegensatz zum 1. FC Union holte Baume beim BVB schon mal einen Punkt

    Gelingt den Eisernen der große Wurf, beenden sie eine Negativserie in ihrer noch jungen Bundesligageschichte. Bei fünf Gastspielen in Dortmund setzte es fünf Niederlagen. Baumgart kann da zumindest einen Punkt vorweisen. Allerdings fühlt sich der vom 3:3 mit Paderborn auch wie eine Niederlage an. Baumgart: „Wir haben damals schon 3:0 geführt.“

    Womit der Coach wieder bei der Effektivität ist. Dortmund ist in der Lage, Fehler eiskalt zu bestrafen. Deshalb hofft er, dass seine Stürmer den Lauf vom 4:0 in Hoffenheim wiederfinden. Auf wen er dabei von Beginn an setzt, ist offen. „Ich entscheide mich nicht gegen einen Spieler sondern immer für einen. Das wird so bleiben, bis einer wie Phönix aus der Asche kommt und uns 20 Tore schießt. In den nächsten fünf Spielen. Jetzt kommt das Rechenspiel. Wird nicht ganz klappen. Ich lasse es mir offen, mit wem ich immer wieder beginnen werde.“ ■



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  • Gittens im Leistungstief: Ein Kovač-Opfer beim BVB?

    Gittens im Leistungstief: Ein Kovač-Opfer beim BVB?


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    Die spielerische Qualität des BVB unter Niko Kovač enttäuscht. Unterschiedsspieler Jamie Gittens ist tief in einem Leistungsloch gefangen.

    Dortmund – Als Niko Kovač den Trainerposten bei Borussia Dortmund übernahm, spekulierten viele Beobachter, die den Kroaten kritisch sehen, darüber, welchen Star er als erstes ‚rasieren‘ würde, um ein Zeichen zu setzen.

    Immerhin hatte sich der 53-Jährige bei vorherigen Stationen des Öfteren mit großen Namen angelegt. Ob aus absoluter Überzeugung, oder um einen Claim abzustecken, das sei dahingestellt. Beim BVB versucht es Kovač bisher auf die sanfte Art. Immer wieder betont der Trainer, wie viel Vertrauen er seinen Spielern einimpfen möchte, damit sie endlich ihr Potenzial mit einer gewissen Verlässlichkeit abrufen.

    Zum größten Sorgenkind der noch jungen Kovač-Ära wird jedoch mit Jamie Gittens ausgerechnet der BVB-Profi, der im bisherigen Saisonverlauf noch am häufigsten für den Unterschied sorgen konnte.

    Jamie Gittens enttäuscht nicht erst gegen Sporting

    Sowohl bei der 0:2-Niederlage in Bochum als auch der langweiligen Nullnummer gegen Sporting am Mittwochabend wurde der Engländer absolut folgerichtig ausgewechselt, weil er völlig wirkungslos blieb. Immer wieder rennt sich Gittens dieser Tage bei Dribblings fest, seine Entscheidungsfindung im letzten Drittel, ohnehin noch eine deutliche Schwäche beim 20-Jährigen, lässt derzeit extrem zu wünschen übrig.

    In Bochum nahm Kovač den Flügelspieler nach 58 Minuten raus, beim schleichenden Gang zur Ersatzbank lieferte sich Gittens sogar ein Wortgefecht mit Teilen der Gästekurve. Gegen Sporting hatte der Chefcoach schon nach einer Halbzeit genug gesehen. Offiziell hatte dies keine Leistungsgründe.

    Jungstar Jamie Gittens ist beim BVB die Leichtigkeit abhandengekommen.
    Jungstar Jamie Gittens ist beim BVB die Leichtigkeit abhandengekommen. © IMAGO/VITALII KLIUIEV

    „Es ging darum, dass wir ein gutes Ergebnis hatten und mit den Kräften haushalten müssen. Deshalb habe ich ihn in der Halbzeit runtergenommen: Nicht, weil er schlecht war, sondern es war eine Maßnahme, dass wir ihn ein bisschen schonen“, erklärte Kovač nach dem Spiel zu Gittens.

    Wann verordnet BVB-Coach Kovač für Gittens eine Pause?

    Der Cheftrainer bleibt sich damit seiner Linie treu: Er will beim verunsicherten BVB-Team nicht mit harter Hand weiter draufhauen, sondern Vertrauen ausstrahlen und sich vor die Spieler stellen. Jedoch drängt sich die Frage auf, ob es zielführend ist, schwache Leistungen zu beschönigen und auch die sportlichen Konsequenzen zu vermeiden.

    Schon nach der Partie in Bochum hätte sich eine Pause für Gittens angeboten, die mit Blick auf den 3:0-Hinspielsieg in Lissabon als Schonungsmaßnahme gewiss für weniger Gesprächsstoff gesorgt hätte als eine Auswechslung nach 45 Minuten. Spätestens nach der extrem schwachen Vorstellung gegen den portugiesischen Meister drängt sich ein Bankplatz für Gittens auf.

    Alle Scorerpunkte unter Ex-BVB-Trainer Nuri Şahin

    Die Frage lautet dabei, warum der Tempodribbler in ein solches Loch gefallen ist. Starke 15 Scorerpunkte hatte Gittens unter Nuri Şahin gesammelt, seit dessen Beurlaubung ist keiner mehr hinzugekommen. Die Leistungskurve zeigt vor allem unter Kovač steil nach unten.

    Ist Gittens das erste Opfer des Kovač-Fußballs beim BVB? Dem Trainer wird schon länger vorgeworfen, seine Mannschaften zwar zu ordentlicher Arbeit gegen den Ball und im Umschaltspiel erziehen zu können, im Ballbesitz aber keine große Idee zu entwickeln. In den ersten vier Spielen von Kovač in Dortmund fliegen viele Flanken und zischen viele flache Hereingaben von den Flügeln in den Strafraum.

    Gittens ist aber eher ein Spieler, der sich mit seinen Dribblings selbst in Abschlusssituationen bringen will und vor allem in engen Räumen kombiniert. Dass er die Defensivarbeit eher als lästiges Übel wahrnimmt, sehen ihm die Kollegen so lange nach, wie der Engländer mit Einzelaktionen für entscheidende Momente in der Offensive sorgt.

    Gittens scheint dieser Tage beim BVB klassisch ‚überspielt‘

    Kovač nach nur vier Spielen die Schuld an einem Negativtrend bei Gittens zu geben, der auch schon zuvor eingesetzt hatte, ginge sicherlich zu weit. „Jamie hat in der Hinserie richtig klasse gespielt. Es ist für ihn jetzt schwieriger, auch aufgrund der gesamten Gemengelage“, analysierte der BVB-Coach am Mittwoch durchaus zutreffend.

    Gittens scheint dieser Tage klassisch ‚überspielt‘, auch fehlen ihm Selbstvertrauen und Leichtigkeit, für die es nicht zuletzt Erfolgserlebnisse brauchen dürfte. In der Hinsicht reiht sich der Jungstar in eine längere Liste von BVB-Profis ein. Wegen seiner mangelnden Erfahrung kann kaum vom Juniorennationalspieler erwartet werden, dass er mit Leistung vorangeht.

    Waren die Transfergerüchte für BVB-Jungstar Gittens eine zu große Ablenkung?

    Nicht auszuschließen ist wohl auch, dass es zuletzt die ein oder andere Ablenkung zu viel war, die sich um Gittens drehte. Trotz noch erheblicher Defizite in seinem Spiel wird über Transfers in der Größenordnung von bis zu 100 Millionen Euro Ablöse fantasiert, verschiedene Berichte schrieben Gittens schon zum FC Bayern oder den Tottenham Hotspur.

    Dass so etwas bei einem Spieler, der noch in der sportlichen, aber auch der Persönlichkeitsentwicklung steckt, nicht spurlos vorbeigeht, noch dazu, wenn das Team insgesamt in der Krise steckt, liegt auf der Hand.



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  • “Da hilft auch kein Schamane mehr”: Niko Kovac liegt beim

    “Da hilft auch kein Schamane mehr”: Niko Kovac liegt beim


    Der BVB klammert sich an den Glauben an Besserung. Doch damit liegt Trainer Niko Kovac falsch – und nicht nur bei diesem Ansatz.

    Kaum im Amt, schon hätte Niko Kovac in die Historie von Borussia Dortmund eingehen können. Mit einem Erfolg gegen Sporting wäre für den BVB der höchste Gesamtsieg in einer K.o-Runde der Champions League gestanden. Stattdessen gab’s gegen biedere und ersatzgeschwächte Portugiesen ein ebenso biederes 0:0, das ein weiteres Mal aufzeigte, wie unheimlich schwach die Westfalen seit Wochen auftreten.

    “Wir versuchen, auch heute das Positive mitzunehmen. Müssen wir”, sagte Kapitän Emre Can bei DAZN. Auch Kovac klammerte sich an den Glauben, dass demnächst alles besser würde. “Ich bin guter Dinge, dass die Jungs in den nächsten Spielen durch gute Ergebnisse auch mehr Selbstvertrauen bekommen. Ich glaube daran – ich als Trainer muss auch daran glauben.”



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  • Trauer beim BVB: Helfer stirbt während Champions-League-Partie

    Trauer beim BVB: Helfer stirbt während Champions-League-Partie


    „Martin Labus war seit Juli 2013 ein fester Bestandteil des Volunteer-Teams und hat seither bei fast jedem Spiel unterstützt. Mit seiner unermüdlichen Einsatzbereitschaft war er eine große Bereicherung für die Volunteers“, schrieb der BVB.



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  • Fußball-Bundesliga: So will Union Berlin am Samstag beim BVB punkten

    Fußball-Bundesliga: So will Union Berlin am Samstag beim BVB punkten


    Fußball-Bundesliga

    Stößt Union Berlin den BVB noch tiefer in die Krise?


    Union-Stürmer Benedict Hollerbach geht jubelnd zum Trainingsplatz (Quelle: IMAGO / Matthias Koch)
    Bild: IMAGO / Matthias Koch

    Nach der Pleite gegen Gladbach soll es bei der anderen Borussia klappen: Union will am Samstag (18:30 Uhr) in Dortmund Punkte gegen den Abstieg sammeln. Der BVB droht derweil den Anschluss an die europäischen Plätze zu verlieren.

    Fakten zum Spiel

    • Der BVB ist seit fünf Bundesliga-Heimspielen sieglos
    • Gegen Union gewann der BVB aber bislang jedes Bundesliga-Heimspiel
    • Der Ex-Unioner Julian Ryerson hat sich beim BVB etabliert, bei 55 seiner bislang 56 Bundesliga-Partien für Dortmund spielte er von Beginn an
    • Union könnte mit einem Sieg in Dortmund auf zwei Punkte an den BVB heranrücken
    • Gegen Borussia Dortmund feierte Union Berlin seinen historisch ersten Sieg in der Bundesliga (21.08.2019)

    Der Gegner-Experte

    Jannik Schröder arbeitet für das Dortmunder Fanzine “Schwatzgelb” [schwatzgelb.de]. Die Leidenschaft für den BVB wurde dem 29-Jährigen familienbedingt in die Wiege gelegt und ist im Laufe der Jahre eher größer als kleiner geworden. Bei “Schwatzgelb” schrieb er zuerst Gastbeiträge und ist mittlerweile fester Teil der Redaktion.

    So läuft es bei Borussia Dortmund

    Die Krise beim BVB spitzt sich zu. Nur zwei Siege aus den letzten elf Spielen sind zu wenig für den hochambitionierten Champions-League-Achtelfinalisten und bedeuten in der Liga mittlerweile graues Tabellenmittelfeld. Selbst im heimischen Westfalenstadion, normalerweise eine Borussen-Bastion, wollte es mit dem Siegen zuletzt nicht mehr klappen: Bereits seit fünf Spielen warten die Anhänger auf einen Erfolg. Es ist die längste Durststrecke seit 2006.

    Auch unter dem seit zwei Wochen amtierenden Trainer Niko Kovac bleibt das Team weit hinter den Erwartungen. “Mit dem Trainerwechsel wünscht man sich einen Ruck, einen neuen Impuls”, sagt Jannik Schröder vom Fan-Portal “schwatzgelb”. Doch genau dieser Anschub fehle dem Team. Vor allem die jüngste Vorstellung bei Abstiegskandidat VfL Bochum sei “offensiv ideenlos” gewesen, während sich die Defensive erneut grobe Fehler erlaubte. “Kovac hat es noch nicht geschafft, das Spiel seiner Mannschaft hinten zu stabilisieren und vorne effektiver zu gestalten.

    Vielleicht kommt Union Berlin aber genau zur richtigen Zeit für kriselnde Borussen. Immerhin konnten sie die Köpenicker in jedem der bisherigen fünf Bundesliga-Heimspiele schlagen.

    Auf diesen Spieler sollte Union besonders achten

    Die Frage nach dem gefährlichsten Borussen bezeichnet Schröder als “No-Brainer” – die Antwort sei also offensichtlich: “Serhou Guirassy ist die Lebensversicherung der Mannschaft. Er trifft regelmäßig, trotz aller Widrigkeiten auf dem Platz.” Neun Treffer waren es bislang in der Liga. Sogar einen mehr erzielte der Franzose in der Champions League, macht Platz eins in der Königsklassen-Torjägerliste. Auch Karim Adeyemi könne gefährliche Akzente im Angriff setzen, allerdings brauche dieser dazu ein “funktionierendes Team um ihn herum”.

    Das bewegt die Fans

    Viele Borussen stellen sich die Frage, wie sich der Verein künftig aufstellen will, so Schröder. “Die laufende Saison kann man ohnehin schon jetzt als Fehlschlag bezeichnen.” Eine entscheidende Personalie, an der sich einige Fans reiben, sei Sebastian Kehl. Schröder sagt: “Ein Großteil der Spieler, die heute auf dem Platz stehen und enttäuschen, hat er zu verantworten.” Der Vertrag des Sportdirektors wurde im Januar trotzdem verlängert und gilt nun bis 2027. Der technische Direktor Sven Mislintat musste wiederum vor drei Wochen seinen Hut nehmen.

    Das sagt der Trainer

    Steffen Baumgart (Union Berlin): “Borussia Dortmund ist in der Lage, aus wenig viel zu machen. Es wird ein interessantes Spiel.”

    So könnte Union spielen

    Unter Steffen Baumgart konnten sich die Unioner einen soliden Abstand von zehn Punkten zum Relegationsplatz erarbeiten. Obwohl die Mannschaft zuletzt bei Borussia Mönchengladbach mit 1:2 unterlag, bewiesen die Spieler zumindest, dass die intensive Baumgart’sche Spielidee mittlerweile bei ihnen angekommen zu sein scheint. Union lief am vergangenen Samstag 128,3 Kilometer, das ist ein neuer Saisonrekord.

    Beim BVB erwartet Baumgart nun eine schwierige Aufgabe. “Borussia Dortmund ist in der Lage, aus wenig viel zu machen. Es wird ein interessantes Spiel”, sagte er auf der Pressekonferenz am Donnerstag.

    Verzichten muss der Trainer am Wochenende auf den verletzten Außenspieler Robert Skov. Doch der Däne sei weiter als erwartet: “Ich hoffe, dass er nächste Woche mehr in Bewegung kommt”, so Baumgart. Für Skov dürfte Tom Rothe starten – den die Unioner im Sommer vom BVB holten.

    Ebenfalls wieder in den Kader rutschen könnte Innenverteidiger Kevin Vogt.

    Unions mögliche Startelf: Rönnow – Juranovic, Doekhi, Diogo Leite, Rothe – Haberer, R. Khedira – Benes – Skarke, Hollerbach – Prtajin

    Die Prognose

    Der Tipp des Gegner-Experten: “Es wird keine glorreiche Geschichte. 2:1 für den BVB”, sagt Schröder.

    Der Redaktionstipp: Wütende Dortmunder verpassen Union eine 0:2-Pleite.

    Sendung: rbb24 Inforadio, 20.02.2025, 15:15 Uhr



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  • Spielt Julian Brandt beim falschen Verein?

    Spielt Julian Brandt beim falschen Verein?


    Eigentlich ließe sich der kleine verbale Irrweg vom Samstagnachmittag leicht als typischer Niko-Kovac-Fauxpas übergehen, schließlich lag der Trainer von Borussia Dortmund, der am Mittwochabend (18.45 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei DAZN) gegen Sporting Lissabon um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League kämpft, schon in anderen Fällen nicht ganz richtig mit seinen Überlegungen. Bei Thomas Müller zum Beispiel, den er beim FC Bayern aussortieren wollte.

    Oder in Wolfsburg, wo Kovac an Omar Marmoush zweifelte. Am Samstag nun hat der kroatische Trainer vor der Partie seiner Dortmunder in Bochum bei „Sky“ mit einer Aussage über seinen heutigen Spieler Julian Brandt für Verblüffung gesorgt: „Wir sind uns alle, glaube ich, einig, dass Jule neben Wirtz und Musiala in diese Range dazugehört.“

    Fachleute, die das genauso denken, dürften eher selten sein, wobei: Erstaunlicherweise zog bereits Nuri Sahin diese Parallele. „Jule hat heute wieder einmal gezeigt, dass er für uns absolut unersetzlich ist“, sagte Kovacs Vorgänger nach einem Sieg in Wolfsburg kurz vor Weihnachten. „Für mich ist Jule in der Bundesliga auf dieser Position unter den Top 3 – neben den anderen beiden Experten.“ Gemeint waren: Wirtz und Musiala.

    Damals, an jenem kalten Dezemberabend, hatte Brandt tatsächlich beeindruckend gespielt, der BVB gewann 3:1, Brandt schoss ein und lieferte eine Torvorlage. Der 28 Jahre alte Offensivspieler hatte gegrätscht, gekämpft und geackert, war ein echter Anführer. Es war ein Auftritt entgegen des Klischees, denn eigentlich steht Brandt seit Jahren unter dem Verdacht, zu glänzen, wenn es läuft.

    Und immer dann abzubauen, wenn Widerstandskraft gefragt ist, so wie in den Wochen vor der Wolfsburg-Partie, als wieder einmal eine Großkrise drohte, die mit Brandt als entschlossenem Anführer abgewendet wurde. Die Erzählung vom Schönspieler greift also zu kurz, die Wahrheit über den Fußballprofi Julian Brand ist komplexer.

    Das falsche Umfeld?

    Denn der in Bremen geborene Offensivspieler ist eine facettenreiche Persönlichkeit, ein Spieler, der nicht einfach sein Ding durchzieht. Ein unglaublich talentierter Fußballer, was wohl zu den Vergleichen mit Wirtz und Musiala verführt. Aber er ist auch ein ewiges Versprechen und ein sensibler Mensch, was ungünstig ist, weil er in einem Klub spielt, wo sensible Menschen nicht unbedingt das beste Leistungsumfeld finden.

    Als er vor dem Champions-League-Finale 2024 nach dem Unterschied zu seinem vorigen Klub Bayer Leverkusen gefragt wurde, sagte er: „Dieser Kontrast ist schon sehr krass. Ich glaube, dass ich hier sehr viel gelernt und erfahren habe. Ich hatte auch mal eine Zeit hier, in der es gar nicht lief. Jetzt bin ich ein viel gestandenerer Spieler.“ Er wurde in den Mannschaftsrat befördert, darf manchmal die Kapitänsbinde tragen.

    Wer mit fast 30 immer noch als „Talent“ gilt, bei dem ist was schiefgelaufen
    Wer mit fast 30 immer noch als „Talent“ gilt, bei dem ist was schiefgelaufenReuters

    Zu einem kühlen Profi, an dem alles abperlt, hat ihn dieser Reifeprozess aber nicht werden lassen. So hat er sich die Trennung von Nuri Sahin sehr zu Herzen genommen. „Wir schämen uns dafür, dass wir den Verein in eine Situation gebracht haben, Nuri Sahin zu entlassen“, hat Brandt im Januar gesagt. „Ich persönlich hätte supergerne mit ihm weitergearbeitet.“

    Der Sport-Geschäftsführer Lars Ricken berichtete von emotionalen Szenen, nachdem er die Mannschaft im Januar unmittelbar nach der Niederlage in Bologna über die soeben vollzogene Entlassung Sahins in Kenntnis gesetzt hatte, er habe „die eine oder andere Träne“ gesehen. Geweint hat dem Vernehmen nach Julian Brandt.

    Acht Trainerwechsel beim BVB seit 2019

    Man muss vorsichtig sein mit Einzelaussagen aus einem Unternehmen mit mehr als 600 Mitarbeitern, aber aus dem Inneren von Borussia Dortmund ist auffallend oft zu hören, dass die Alltagsatmosphäre besser sein könnte. Inwieweit das auch auf die Mannschaft zutrifft, ist schwer zu sagen, aber in Krisenmomenten war immer wieder sogar von außen sichtbar, wie unter den Spielern gestritten wurde. Und Konflikte im unmittelbaren Umfeld wie die verhärtete Front zwischen dem mittlerweile entlassenen Sven Mislintat und Sebastian Kehl ließen sich auch kaum ausblenden.

    Vielleicht spielt Brandt beim falschen Klub, in dem seit seinem Wechsel aus Leverkusen eigentlich noch keine vollständige Saison ohne ernstere Krisenphase zu Ende ging. Acht Trainerwechsel hat er seit seiner Ankunft beim BVB 2019 miterlebt. Dieses Pech mit der Wahl des Arbeitgebers zählt zu den wichtigsten Unterschieden gegenüber Wirtz und Musiala, aber es gibt noch weitere.

    Die Bedeutung des Moments

    Brandt ist ein Offensivspieler alter Schule, technisch stark, ein Spieler voller Ideen mit brillantem Gespür für Räume, der aber nicht immer entschlossen mitverteidigt, wenn Gegner angreifen. Und er war in den vergangenen Jahren für erschreckend viele Ballverluste verantwortlich, die zu gegnerischen Chancen oder gar Toren führten.

    Das ist besser geworden, war aber immer eine Schwäche, die die Jungstars aus der Nationalmannschaft nie hatten. Wenn der Name eines beinahe 30 Jahre alten Fußballprofis immer noch regelmäßig in Verbindung mit dem Begriff „Talent“ auftaucht, ist etwas schiefgelaufen.

    Aber Brandt erweckt auch als gereifter Nationalspieler irgendwie den Eindruck, als sei er nicht vollständig fokussiert. Als lasse er seine Gedanken schweifen, träume ein bisschen. Er darf Ecken und Freistöße schlagen, macht das im Training auch immer wieder brillant, aber in den Spielen führte er Standardsituationen viel zu oft schludrig aus, nicht mit der erforderlichen Konzentration und Wertschätzung für die Bedeutung des Moments.

    Besonders sichtbar war das beim 1:2 gegen Stuttgart vor zehn Tagen, als sein Freistoß tief in der Nachspielzeit die letzte Chance auf den Ausgleich bot. Die Südtribüne hoffte und fieberte, im Strafraum lauerten die Kopfballspieler, doch Brandt schlug den Ball absurd weit am Tor vorbei, irgendwo ins Fangnetz vor dem Publikum.

    Das passte zum Bild vom empfindsamen Spieler, der starke Gefühle nicht so gut in konstruktive Energien umsetzen kann wie manche Kollegen. Das ist sehr menschlich, im Fußball aber manchmal eben eine Schwäche – die Florian Wirtz und Jamal Musiala nicht haben.



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