BVB-Neuzugang Carney Chukwuemeka gibt sein Bundesliga-Debüt gegen Union Berlin. Der Mittelfeldspieler lässt aufhorchen – und verrät anschließend sein Geheimrezept.
Nichtsahnend und enttäuscht stand Justin Njinmah am Anstoßpunkt, soeben hatte der SV Werder Bremen in Freiburg das 0:3 kassiert. Die Sache mit dem Auswärtssieg hatte sich früh erledigt. Und ehe sich der Angreifer versah, eilte auch schon Mittelfeldspieler Romano Schmid auf ihn zu und erklärte ihm ein paar Takte. Untermalt wurde die unmissverständliche Ansage mit deutlichen Gesten – kurzum: Schmid war so gar nicht zufrieden mit dem Verhalten Njinmahs auf dem Platz. Nun dürfte genau diese Szene eine derjenigen gewesen sein, die Trainer Ole Werner nach der 0:5-Abreibung scharf kritisierte. Der 36-Jährige hatte ungewohnt offen angeprangert, dass die Werder-Profis aktuell lieber die Schuld bei einem Nebenmann und nicht bei sich selbst suchen. Für die ohnehin schon poröse Teamchemie ist das nicht gerade förderlich. Wenn die Mannschaft aktuell etwas zu einen scheint, dann die Tatsache, dass sie geschlossen unter ihren Möglichkeiten bleibt. Das gilt somit nicht nur, aber eben auch für den gescholtenen Justin Njinmah.
Nnjinmah benötigt nach überstandenen Verletzungen noch Zeit
Der 24-Jährige kann an richtig guten Tagen ein Sieggarant für die Bremer sein. Ein Unterschiedsspieler, der den Gegner mit seinen Qualitäten vor erhebliche Probleme stellt. In der Sportwelt wird in solchen Fällen ganz gern etwas martialisch von einer „Waffe“ gesprochen. Werders Nachteil ist, dass diese – um im Bilde zu bleiben – derzeit nicht scharf schießt. Njinmah arbeitet nach seinen überstandenen Verletzungspausen eifrig, doch zu oft laufen seine Aktionen ins Leere. Bei der Jagd nach seinem einstigen Leistungsvermögen will er mitunter zu viel, holt sich beim Sprint mit dem Kopf durch die Wand oft eine blutige Nase. „Er hat nie so richtig seinen Rhythmus gefunden, nie die hundertprozentige Form gehabt“, erklärt Clemens Fritz als Werders Fußball-Chef. „Uns war schon klar, dass er ein bisschen braucht und sich auch nicht zu sehr unter Druck setzen darf, aber er muss auch weiter arbeiten. Das ist unser Anspruch an ihn.“
Immer in der Hoffnung, dass die Leichtigkeit irgendwann wieder Einzug in sein Spiel hält. Und der Kopf sich am besten gar nicht mehr meldet. Anders als derzeit. „Es ist ganz normal, dass du dir als Spieler Gedanken machst, wenn es nicht so gut läuft“, meint Fritz. „Du fängst an zu überlegen – und das sind dann halt diese Hundertstel, die dir im Spiel fehlen. Du denkst plötzlich, dass du es letzte Woche vielleicht so gemacht hast und heute dann mal andersrum, obwohl die andere Bewegung anders als in der Vorwoche dieses Mal die bessere wäre.“ Unter dem Strich steht sich ein Spieler so selbst im Weg. Umso wichtiger ist für Clemens Fritz: „Du darfst dich nicht selbst runterziehen. Du musst es auch positiv angehen.“ Nur aktuell ist das gar nicht so einfach. Schließlich hängt Werder komplett durch – nicht nur Justin Njinmah.
Eintracht Frankfurt spielt bislang eine starke Saison. In den kommenden Wochen zeigt sich, ob das Team von Trainer Dino Toppmöller schon ein Spitzenteam ist. Erster Prüfstein: Das Gastspiel bei Rekordmeister Bayern München.
Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für Fans von Eintracht Frankfurt. Beginnen wir mit der schlechten: In rund drei Monaten begibt sich der Fußball in die ungeliebte Sommerpause. Die gute Nachricht: Es spricht vieles dafür, dass die Eintracht auch dann noch auf einem Champions-League-Platz steht.
Das Team von Trainer Dino Toppmöller spielt bislang “eine gute Saison”. Das meinte nicht nur der Chef-Trainer selbst am Freitag mit dem Blick auf Tabelle und Kalender, das meinen auch die allermeisten, die es mit den Hessen halten. Tabellendritter in der Bundesliga, in der man 2025 noch ungeschlagen ist, souveräner Einzug ins Achtelfinale der Europa League: Das ist schon beachtlich. Und das, wohlgemerkt, obwohl Omar Marmoush, die vermeintliche Lebensversicherung der Mannschaft, Mitte Januar zu Manchester City gewechselt ist. “Eine gute Saison” scheint da als Zwischenfazit fast schon untertrieben.
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Sebastian Rode im hr-heimspiel!
Am Montagabend ist Sebastian Rode im hr-heimspiel! zu Gast. Das Thema wird dabei natürlich das Top-Spiel in der Bundesliga zwischen dem FC Bayern München und Eintracht Frankfurt sein. Rode hat für beide Klubs gespielt, war bei den Hessen lange Zeit Kapitän. Die Sendung ist um 21 Uhr im hr-fernsehen und in der ARD-Mediathek zu sehen.
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Ein Dreiklang als Schlüssel zum Erfolg
Für die Eintracht beginnen jetzt die Topspiel-Wochen. Am Sonntag (17.30 Uhr) geht es zum Rekordmeister nach München, die Woche darauf (1. März) gegen den Meister und aktuellen Liga-Zweiten Bayer Leverkusen. Noch einmal fünf Tage später steht das Achtelfinal-Hinspiel im Europapokal bei Ajax Amsterdam an. Drei Prüfsteine, die es in sich haben.
“Wir brauchen einen guten Plan, eine Top-Leistung und das Spiel-Glück auf unserer Seite”, zählte Toppmöller die Schlüssel zum Erfolg in München auf, wohlwissend, dass die Bajuwaren auch gegen eine gut aufgelegte Eintracht der klare Favorit sind. Umso mehr, da die Hessen weiter auf den an der Schulter verletzten Abwehrchef Robin Koch und wohl auch auf den erkrankten Mittelfeld-Regisseur Mario Götze verzichten müssen.
“Wir sollten uns auf eine Bayern-Mannschaft einstellen, die ihre letzten neun Bundesliga-Heimspiele alle gewonnen hat und in jedem mindestens drei Tore geschossen hat”, warnte der Eintracht-Trainer, schickte aber immerhin auch eine kleine Kampfansage gen München: “Wir fahren da mit einem guten Gefühl und Selbstvertrauen hin und rechnen uns schon aus, einen Punkt oder mehr mitnehmen zu können.”
Natürlich werden sich die Hessen hüten, mit einer Drei-Siege-Ansage in die Topspiel-Wochen zu gehen. Und natürlich wird man bei der Eintracht nicht in Depressionen verfallen, wenn die Partien gegen die Bayern und in Leverkusen verloren gehen. Die Hessen, das hat die bisherige Saison gezeigt, müssen sich derzeit aber eben auch nicht kleiner machen als sie sind.
Die Adlerträger sollten die anstehenden Festspiel-Wochen als Chance begreifen: Sie haben gleich mehrere Möglichkeiten zu beweisen, dass diese Saison etwas ganz Besonderes ist. Entführt die Eintracht vielleicht einen Punkt aus München oder überrascht gegen Leverkusen und hält ihren Vorsprung auf das Verfolgerfeld in der Tabelle, rückt die erstmalige Qualifikation für die Champions League über die Bundesliga in immer greifbarere Nähe. Und was so ein Auswärtssieg bei einem starken Gegner in der Europa League alles auslösen kann, das wissen sie in Frankfurt ohnehin am allerbesten.
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FAQ: Jetzt jagt bei Eintracht Frankfurt ein Spitzenspiel das nächste!
1. Was bedeutet es, dass Eintracht Frankfurt "ein Spitzenspiel jagt"?
Ein "Spitzenspiel" bezeichnet in der Regel ein besonders wichtiges und spannendes Fußballspiel, oft zwischen Teams, die in der Tabelle oben stehen oder große Rivalen sind. Eintracht Frankfurt ist bekannt für seine ambitionierten Auftritte in der Bundesliga und europäischen Wettbewerben.
2. Welche Spiele werden als Spitzenspiele betrachtet?
Spitzenspiele sind oft Begegnungen gegen starke Gegner wie Bayern München, Borussia Dortmund oder RB Leipzig. Aber auch Derbys gegen Nachbarn wie Mainz oder Darmstadt können als Spitzenspiele angesehen werden.
3. Wie kann ich die Spiele von Eintracht Frankfurt verfolgen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Spiele von Eintracht Frankfurt zu verfolgen:
Live-Übertragungen im Fernsehen: Viele Spiele werden auf Sendern wie Sky oder DAZN übertragen.
Livestreams: Auf der offiziellen Website und in den sozialen Medien von Eintracht Frankfurt gibt es häufig Updates und Live-Kommentare.
Apps: Sportliche Apps wie OneFootball oder die Sky Sport App bieten Live-Ticker und Spielberichte.
4. Wo finde ich die nächsten Spieltermine?
Die Spieltermine sind auf der offiziellen Website von Eintracht Frankfurt zu finden. Dort gibt es auch Informationen zu Ticketverkäufen und Anreise.
5. Wie ist die aktuelle Form von Eintracht Frankfurt?
Eine Analyse der aktuellen Form erfordert einen Blick auf die letzten Spiele, Statistiken und Spielergebnisse. Diese Informationen sind auf Sport-Websites und im Sportteil der Nachrichten leicht zugänglich.
6. Gibt es besondere Spieler, auf die man achten sollte?
Eintracht Frankfurt hat oft Schlüsselspieler, die den Unterschied im Spiel ausmachen können. Achten Sie auf die Top-Torjäger und Spieler mit herausragenden Leistungen in den letzten Spielen.
7. Was sind die Ziele der Mannschaft in dieser Saison?
Eintracht Frankfurt hat in der Regel das Ziel, sich für europäische Wettbewerbe zu qualifizieren und möglichst gut in der Bundesliga abzuschneiden. Die genauen Ziele werden regelmäßig von Trainern und Vereinsführung kommuniziert.
8. Wie kann ich Eintracht Frankfurt unterstützen?
Es gibt viele Möglichkeiten, den Verein zu unterstützen, darunter der Kauf von Tickets, Fanartikel oder die Mitgliedschaft im Fanclub. Auch das Teilen von Informationen in sozialen Medien hilft, die Community zu stärken.
9. Was ist die Bedeutung der Fangemeinschaft für Eintracht Frankfurt?
Die Fangemeinschaft ist essenziell für den Verein. Die Unterstützung der Fans im Stadion schafft eine besondere Atmosphäre und motiviert die Spieler. Die Loyalität der Fans ist ein wichtiger Bestandteil der Identität von Eintracht Frankfurt.
Falls Sie weitere Fragen haben oder mehr Informationen wünschen, stehen offizielle Kommunikationskanäle des Vereins zur Verfügung!
Borussia Dortmund trauert um einen Mitarbeiter des Vereins. Der Volunteer verstarb während des Champions-League-Spiels gegen Sporting Lissabon.
Dortmund – Beim Champions-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon ist am Mittwoch ein freiwilliger Helfer des BVB gestorben. Zu den Umständen des Todes des 63-Jährigen beim 0:0 im Playoff-Rückspiel machte der BVB tags darauf keine Angaben.
Borussia Dortmund macht Tod des Mitarbeiters öffentlich
In einer Mitteilung des Vereins auf dessen Website wurde der Vorfall öffentlich gemacht. Der Verstorbene „war seit Juli 2013 ein fester Bestandteil des Volunteer-Teams und hat seither bei fast jedem Spiel unterstützt“, so Borussia Dortmund.
Der Volunteer wäre sowohl bei Fans, denen er nach besten Wissen und Gewissen Auskünfte gab, als auch bei seinen Kolleginnen und Kollegen allseits beliebt gewesen: „Seine kecken Sprüche brachten immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter seiner Mitmenschen.“
Martin Labus, so der Name des Verstorbenen, hinterlässt eine Frau und zwei Töchter. Er wurde 63 Jahre alt. Zu den Todesumständen machte Borussia Dortmund in der Mitteilung keine Angaben. (dpa/sch)
Manchester (dpa) – Tabellenführer FC Liverpool hat im Meisterschaftsrennen der Premier League ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Die Engländer von Trainer Arne Slot setzten sich am Sonntag wie schon im Hinspiel mit 2:0 (2:0) bei Titelverteidiger Manchester City durch. Liverpool führte die seit Monaten kriselnden Gastgeber um den Ex-Frankfurter Omar Marmoush streckenweise vor.
Salah und Szoboszlai mit Teamwork
Der überragende Mohamed Salah brachte die Reds in der 14. Minute nach einer Vorlage des früheren Leipzigers Dominik Szoboszlai mit einem abgefälschten Schuss in Führung. In der 37. Minute erhöhte Szoboszlai wiederum nach Vorlage von Salah und traf im verregneten Manchester per Linksschuss ins rechte Eck.
Mohamed Salah war bei Liverpool mal wieder ein entscheidender Mann. (Foto: Martin Rickett/PA Wire/dpa)
City-Trainer Pep Guardiola, der in den letzten Wochen zunehmend ratlos wirkte, musste verletzungsbedingt auf Stürmer Erling Haaland und Abwehrspieler John Stones verzichten. Seine Cityzens, die sich unter der Woche mit einem 1:3 bei Real Madrid aus der Champions League verabschiedet hatten, hatten zwar mehr Ballbesitz, entwickelten bei ihren Offensivaktionen jedoch zu selten Torgefahr.
Man City wieder zu anfällig und zu harmlos
Nachdem Curtis Jones’ vermeintlicher Treffer zum 3:0 nach einer knappen Stunde wegen einer Abseitsposition vom Videoassistenten aberkannt wurde, bäumte sich Manchester City noch einmal auf. Fast im Gegenzug forderte Marmoush mit seinem Schuss Liverpool-Keeper Alisson. Doch die Hausherren blieben zu harmlos. Liverpool verpasste mehrfach die Vorentscheidung.
Ratlos: Pep Guardiola steckt mit Manchester City weiter tief in der Krise. (Foto: Dave Thompson/AP/dpa)
Durch den Auswärtserfolg festigte die Slot-Elf ihre Spitzenposition. Der Vorsprung auf den Tabellenzweiten FC Arsenal betrug nach dem Abpfiff elf Punkte, wobei die Reds ein Spiel mehr absolviert hatten als die Konkurrenz. Man City hatte als Tabellenvierter bereits 20 Punkte Rückstand auf den Spitzenreiter.
Ein kleines Wort reichte dem Fußballtrainer Niko Kovac, um den Auftritt seines Tageshelden zu beschreiben. „Weltklasse“ sei die Leistung des Torjägers Serhou Guirassy gewesen, der vier Treffer zum 6:0-Sieg beigetragen und damit erstmals in seiner Profikarriere in einer Partie viermal getroffen hatte. „Das war ein perfekter Abend“, ergänzte der Nationalspieler Guineas, der bereits die Torjägerliste der Champions League vor Superstars wie Kylian Mbappé, Robert Lewandowski oder Harry Kane anführt. In der Bundesliga war er vor diesem 23. Spieltag mit neun Toren weit weniger effizient. Haben die Dortmunder also am Samstag den endgültigen Durchbruch eines Fußballers erlebt, der alle mitreißen kann?
Das Gesicht dieses für Borussia Dortmund befreienden Abends mag Hans-Joachim Watzke gewesen sein, dessen ungetrübtes Lachen auf der Tribüne eine bislang verborgene Seite des Klubchefs sichtbar machte. Der heimliche Held war Pascal Groß, der vier Tore vorbereitet hatte, aber die große Hoffnung ist Guirassy.
Denn zumindest auf den ersten Blick verkörperte der im vorigen Sommer für 18 Millionen Euro aus Stuttgart ins Revier transferierte Profi die stark schwankenden Ergebnisse zwischen nationalem und internationalem Wettbewerb wie kaum ein anderer. Wenn er jetzt auch in der Bundesliga regelmäßig träfe – so könnte man annehmen –, würden für das gesamte Team bessere Zeiten anbrechen. Wobei Guirassy auch in Partien ohne Tore häufig zu den stärksten Dortmundern zählte.
Kovac schickt Groß bei Ballbesitz auf die Außenbahn
Denn er arbeitet auch dann intensiv mit, wenn die Gegner den Ball haben. Er wartet nicht nur auf Torvorlagen, sondern bereichert den Spielaufbau, indem er sich in den engen Räumen des offensiven Mittelfeldes anbietet. „Ich würde Serhou gegen keinen Spieler der Welt tauschen“, hat der im Januar beim BVB entlassene Nuri Şahin im Herbst über Guirassy gesagt. Das war vielleicht ein wenig übertrieben, aber nicht erst seit der Show gegen Union ist der Nationalspieler Guineas neben Nico Schlotterbeck der zuverlässigste Stabilisator des launischen BVB-Konstrukts. Es hat allerdings lange gedauert, bis er auf diesem Niveau angekommen ist.
Nach ersten Profistationen bei Stade Laval, AJ Auxerre und OSC Lille wechselte er 2016 zum 1. FC Köln in die Bundesliga, wo er – auch aufgrund von Verletzungen – drei Jahre lang eher mitschwamm. Erinnert wird bei den Rheinländern vor allen Dingen eine Szene aus einer richtungsweisenden Partie im Kampf um den Klassenverbleib gegen Werder Bremen, als Guirassy aus drei Metern das leere Tor verfehlte. Danach war das Kölner Urteil gefällt: Das ist keiner.
„Weltklasse“: BVB-Coach Kovac ist voll des Lobes für seinen trefffreudigen Torjäger. Der Erfolg liegt auch an der Zusammenarbeit mit Pascal Groß.AFP
Zurück in Frankreich blieb er zunächst ein Mittelklassestürmer, schoss in einer Saison zehn Tore für Stade Rennes, in einem anderen Jahr traf er neunmal, aber kaum jemand konnte sich vorstellen, dass dieser Spieler in die Phalanx der Allergrößten vorstoßen würde. Doch die 28 Treffer in der vergangenen Bundesligasaison für den VfB Stuttgart waren ein Statement. Und dass Guirassy sich im laufenden Jahr nicht dauerhaft von den Krisendynamiken beim BVB herunterziehen ließ, ist beeindruckend. Nach dieser Partie besteht nun sogar die Hoffnung, dass er einen kongenialen Partner gefunden hat.
Drei Guirassy-Treffer und Maxi Beiers 6:0 hatte Pascal Groß aufgelegt. Vier Assists eines Bundesligafußballers in einem einzigen Spiel gab es nach Angaben des Statistikdienstleisters „Opta“ seit Beginn der Datenerhebung erst zweimal: durch Christopher Nkunku für RB Leipzig gegen Schalke 2020 sowie acht Jahre zuvor durch Szabolcs Huszti für Hannover 96 beim Niedersachsen-Derby in Wolfsburg.
Besser als Şahin scheint es Kovac zu gelingen, Groß ins Spiel des Teams zu integrieren, eine direkte Verbindung zu Guirassy herzustellen und nebenbei eine kleine BVB-Revolution in Gang zu setzen. In der jüngeren Vergangenheit wurde das alte Prinzip Flanke-Kopfball-Tor eher umgangen, Treffer sollten herauskombiniert werden. Weil aber Groß solch ein brillanter Flankengeber ist und Guirassy der passende Abnehmer, ändert sich das gerade.
Ein Grund dafür ist, dass der defensive Zentrumsspieler Groß seit einigen Wochen bei Ballbesitz regelmäßig die Position mit dem Linksverteidiger tauschen soll. Dadurch kommt er oft in Räume weit vorne auf dem Flügel, aus denen er seine Bälle in den Strafraum schlagen kann. Zwei Guirassy-Treffer und das Tor von Beier bereitete er auf diese Art vor, blieb anschließend aber selbstkritisch. „Wir haben in dieser Saison kein einziges Mal zwei Spiele hintereinander in der Bundesliga gewonnen, das ist schon echt schwach.“
Es ist also verständlich, dass die Angst vor dem nächsten Rückschlag noch nicht verflogen ist. Es sei dringend nötig, „mal drei, vier Spiele am Stück“ zu gewinnen, sagte Marcel Sabitzer, und nicht sofort wieder zusammenzufallen, wenn „dann auswärts wieder so ein ekliges Spiel kommt, wo wir uns den Schneid abkaufen lassen“. Auch Kovac mahnte: „Dieses Spiel ist ein schönes Zeichen, aber mehr auch nicht.“
Hinter solchen Aussagen steckt das ewige Problemthema beim BVB: Es gelingt nicht, die Spannung hoch zu halten und dauerhaft mit der erforderlichen Intensität zu arbeiten. Der abermals schwache Karim Adeyemi forderte erst mal sehr forsch zwei freie Tage, statt fokussiert zu bleiben, was Guirassy eher nicht tun würde. Der Stürmer ist auch deshalb solch ein bedeutsamer Spieler, weil er zwar auf die Vorlagen der Kollegen angewiesen ist, aber relativ unabhängig von den Leistungsschwankungen und Stimmungen seiner Mannschaft bleibt. Das trifft wahrlich nicht auf viele Dortmunder Profis zu.
Bremen/Wolfsburg (dpa/lni) – Niemand packte die sportliche Krise von Werder Bremen in so deutliche Worte als Romano Schmid. „Ich schäme mich für den Auftritt“, sagte der österreichische Nationalspieler nach dem 0:5 (0:2) beim SC Freiburg. „Wir haben den Start ins Jahr verkackt.“
In dieser Woche wollen sowohl Werder als auch der VfL Wolfsburg das Halbfinale des DFB-Pokals erreichen. Am nächsten Samstag (15.30 Uhr/Sky) geht es dann im direkten Nordduell in der Fußball-Bundesliga darum, den Anschluss an die Europa-League-Plätze nicht noch weiter zu verlieren.
Doch gerade zu Beginn dieser wichtigen Woche ist der Frust bei beiden Clubs groß. Die Bremer haben vor dem Pokal-Viertelfinal-Spiel beim Drittligisten Arminia Bielefeld (Dienstag, 20.45/ZDF und Sky) nur eines ihrer acht Bundesliga-Spiele in diesem Jahr gewonnen.
Wolfsburger Punktverluste in Serie
Und auch die Wolfsburger ließen vor ihrem Pokalduell bei RB Leipzig (Mittwoch, 20.45 Uhr/Sky) mal wieder wichtige Ligapunkte liegen. Der VfL Bochum (1:1) war am Samstag der nächste Abstiegskandidat, den die ambitionierten „Wölfe“ im eigenen Stadion nicht besiegen konnten. Das 2:2 gegen Holstein Kiel war am Samstag nicht einmal einen Monat her.
Rechnet man die 15 Punkte hinzu, die der VfL in dieser Saison schon nach eigener Führung verspielte, wird klar: Die Wolfsburger könnten zwölf Spieltage vor dem Saisonende längst eine ganz andere Ausgangsposition haben, als den Europa-League-Plätzen als Tabellenachter weiter hinterherzulaufen.
Dennoch: Mit den Wolfsburger Sorgen würde man bei Werder wahrscheinlich gern tauschen. „Wir machen uns das Leben einfach sehr schwer zu Hause“, sagte VfL-Trainer Ralph Hasenhüttl nach dem Bochum-Spiel nur. „Wir werden ein bisschen kopflos, wenn wir in den ersten 20, 25 Minuten nicht gleich den Erfolg sehen. Das ist einfach ein Entwicklungsprozess, den wir gehen müssen. Wir haben so viele Dinge in diesem Jahr schon verbessert und angeschoben. Das ist unser Anspruch. Darauf werden wir unsere ganze Energie verwenden.“
Stimmt es bei Werder nicht mehr?
Sein Bremer Kollege Ole Werner wurde da am Wochenende deutlich grundsätzlicher. Bei Werder, einer der positiven Überraschungen der Bundesliga-Hinrunde, steht nicht weniger als der Verdacht im Raum, dass es mannschaftsintern nicht mehr stimmt.
Jeder im Team müsse wieder „seinen eigenen Job machen“, sagte Werner dem ZDF. Und nicht: „Die hinten reden über die vorne. Und die vorne reden über die hinten. Ich sehe das. Und ich sehe das als Teil des Problems. Und das ist abzustellen.“
Erstaunlich antriebslos schleppen sich die Bremer aktuell durch die Liga. „Wenn du solche Leistungen ablieferst, dann brauchst du nicht über Europa zu reden“, sagte Sportchef Clemens Fritz.
Bielefeld schlägt Werder-Besieger
Der DFB-Pokal ist auch eine Chance, ins internationale Geschäft zurückzukehren. Nur noch zwei Siege fehlen Werder zum Einzug ins Finale. Gegen Drittligist Bielefeld sind die Bremer selbst in ihrer aktuellen Verfassung der klare Favorit. „Wir sind Werder Bremen. Ich weiß, dass wir die bessere Mannschaft sind, wenn wir alles auf den Platz bringen“, sagte Schmid.
Gewarnt ist der Österreicher trotzdem. Denn einer der beiden Bundesligisten, die die Bielefelder auf dem Weg in dieses Viertelfinale ‘herauswarfen, war der Werder-Bezwinger SC Freiburg (3:1).
Diese Metamorphose wird Dieter Hecking (60) jetzt durchleben. Am Samstag versuchte er mit dem VfL Bochum beim VfL Wolfsburg zu gewinnen – das klappte nicht (1:1). Vier Tage später drückt er den Niedersachsen aber vor dem Fernseher die Daumen.
Mittwoch treten die Wölfe im Viertelfinale des DFB-Pokals beim favorisierten RB Leipzig an. Auch für den Trainer-Dino ein besonderes Spiel. Er selbst war fast vier Jahre Wolfsburg-Coach (Januar 2013 bis Oktober 2016) und wurde zum letzten Titel-Bringer des VfL, als er 2015 den Pokal holte.
Borussia Dortmund hängt den eigenen Ansprüchen derzeit meilenweit hinterher. Der BVB rangiert auf Tabellenplatz elf und droht die Champions-League-Plätze bereits vor Saisonende aus den Augen zu verlieren.
Dementsprechend groß dürfte auch die Unzufriedenheit in der Chefetage von Borussia Dortmund sein. Schon jetzt könnte Sportdirektor Sebastian Kehl nach Neuverpflichtungen für den Sommer Ausschau halten. Nun hat der BVB offenbar einen prominenten Namen im Visier – doch ein Liga-Konkurrent mischt sich ein!
Borussia Dortmund: Bellingham vor BVB-Wechsel?
Im Rückblick auf die Zeit von Jude Bellingham im schwarz-gelben Trikot dürften viele BVB-Fans sicher ins Schwärmen kommen. Der englische Nationalspieler startete in Dortmund komplett durch und entwickelte sich zum Weltstar. Inzwischen hat der 21-Jährige den Ruhrpott für mehr als 100 Millionen Euro zu Real Madrid verlassen. Nun könnte es jedoch zu einem kuriosen Transfer kommen.
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Denn Jobe Bellingham ist nicht nicht nur der kleine Bruder von Jude Bellingham, sondern auch eines der aktuell größten Talente auf der Insel. Der 19-Jährige kickt derzeit in der zweiten Liga Englands für den AFC Sunderland und ist beim Aufstiegskandidaten absolut gesetzt. Durch Bellinghams starke Leistungen ist zuletzt auch Borussia Dortmund auf den Youngster aufmerksam geworden. Sollte Sunderland den Aufstieg verpassen, ist ein Abgang des Achters laut „Football Insider“ sogar unausweichlich. Die Chance für den BVB?
Auch Leverkusen ist dran
Die Dortmunder Bosse müssten sich wohl ordentlich strecken, um sich die Dienste des 19-Jährigen zu sichern. Denn mit Bayer Leverkusen soll nun auch ein Bundesliga-Konkurrent ins Bellingham-Rennen eingestiegen sein, der dem Mega-Juwel – im Gegensatz zum BVB – die Champions League in der kommenden Saison garantieren dürfte.
Angesichts der überaus erfolgreichen Zeit von Jude Bellingham bei Borussia Dortmund könnte der BVB jedoch ein möglicherweise entscheidendes Ass in der Hinterhand haben. In dieser Causa dürfte es aber vorerst heißen: Abwarten.