Nach hartem Urteil: Spieler feiern Trainer – der reagiert emotional
07.03.2025 – 00:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Emotional: Lyons Trainer Paulo Fonseca im Spiel gegen den FCSB Bukarest. (Quelle: IMAGO/Stéphane GUIOCHON/imago-images-bilder)
Lyon-Trainer Paulo Fonseca darf nach einem Ausraster sein Team neun Monate lang nicht von der Seitenlinie aus betreuen. Seine Spieler entschließen sich nach dem Urteil zu einer Aktion auf dem Rasen.
Bewegende Szenen beim Achtelfinal-Hinspiel in der Europa League zwischen Olympique Lyon und dem FCSB Bukarest: Nach dem zwischenzeitlichen 1:0 für die Gastgeber durch Nicolas Tagliafico liefen die Lyon-Spieler geschlossen und demonstrativ zu ihrem Trainer Paulo Fonseca, jubelten gemeinsam mit dem Portugiesen, umarmten ihn. Dieser war durch die Geste sichtlich gerührt, auf TV-Bildern waren sogar Tränen zu sehen, die dem 52-Jährigen über das Gesicht liefen.
“Diesen emotionalen Moment gemeinsam mit meinen Spielern erlebt zu haben, war sehr wichtig”, sagte Fonseca nach Spielende im TV. “Zusammen mit meinen Spielern, meinem Trainerstab und meiner Klubführung werde ich niemals aufgeben.” Später postete Fonseca sogar einen kurzen Ausschnitt der Szene bei X, versah seine Nachricht mit einem Herzen. “Die Aktion seiner Spieler wird ihm gut getan haben, hatte Fonseca doch zuletzt negative Schlagzeilen geschrieben – und wurde dafür hart bestraft.
Im Ligaspiel gegen Brest am vergangenen Sonntag sah Fonseca in der Nachspielzeit die Rote Karte, als er einen möglichen Elfmeterpfiff für die Gäste wild gestikulierend und schreiend kommentiert hatte. Als Schiedsrichter Benoît Millot ihm die Rote Karte zeigte, baute sich Fonseca praktisch Millimeter vor dem Referee auf und schrie ihn aus Leibeskräften an.
Die Disziplinarkommission der französischen Fußball-Liga hatte daraufhin am Mittwoch bekanntgegeben: Fonseca darf bis zum 30. November nicht an der Seitenlinie stehen. Bis zum 15. September ist ihm zudem noch der Zutritt zur Umkleidekabine seines Teams an Spieltagen untersagt. Die Strafe trete sofort in Kraft, hieß es in der Mitteilung. Die Strafe gilt allerdings nur für nationale Wettbewerbe in Frankreich. So konnte Fonseca in der Europa League wieder an der Seitenlinie stehen, den letztlichen 3:1-Sieg sehen – und die bewegende Geste seiner Spieler miterleben.
Bayern-Leihgabe Mathys Tel (19) muss um das Weiterkommen in der Europa League kämpfen: Mit seinen Tottenham Hotspur verlor der französische Stürmer im Achtelfinal-Hinspiel mit 0:1 gegen Holland-Klub Alkmaar. Und noch schlimmer für Tel: Nach einer schwachen Vorstellung wurde er schon zur Halbzeit ausgewechselt!
Die englische Presse geht hart mit den Spurs ins Gericht – und knöpft sich auch Tel vor!
Tottenham Hotspur schafft es einfach nicht aus der Krise raus.
Im Hinspiel des Achtelfinals der UEFA Europa League müssen sich die Londoner mit 0:1 bei AZ Alkmaar geschlagen geben. Trotz der tristen Lage glaubt ÖFB-Teamspieler und Winterneuzugang bei den Spurs, Kevin Danso, “zu 100 Prozent” an die Titelchancen seines Teams.
“Wir wissen, was für ein großartiges Team wir haben, also liegt es jetzt an uns, das in jedem Training und Spiel zu beweisen”, sagt der Innenverteidiger in der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Europa League Tottenhams letzte Chance auf einen Titel
Zu der Leistung in den Niederlanden findet der 26-Jährige jedoch klare Worte: “Wir haben heute Abend nicht gut gespielt. Wir haben den Gegner in keiner einzigen Phase des Spiels wirklich in den Griff bekommen und hatten Mühe, mit dem Ball in Schwung zu kommen und waren ohne Ball nicht so aggressiv, wie wir es hätten sein müssen.”
Der Europacup-Bewerb ist die letzte Chance auf einen Titel in dieser Saison. Während man sowohl im FA Cup als auch im EFL Cup bereits frühzeitig ausgeschieden ist, liegen die Spurs mit Rang 13 in der Premier League ebenfalls ihren Erwartungen weit hinterher.
Der Sport-Tag Star-Trainer Mourinho “schläft” während Endlos-Frage ein
07.03.2025, 11:21 Uhr
Nach der Europa-League-Niederlage gegen die Glasgow Rangers sieht Fenerbahçe-Coach Mourinho ziemlich ermattet aus. Als die Frage eines türkischen Journalisten während der anschließenden Pressekonferenz auch nach zwei Minuten einfach nicht enden will, kann Mourinho nicht mehr an sich halten.
Romelu Lukaku hat schon für so manche Schlagzeile gesorgt, nun aber blüht der Belgier in Neapel wieder auf. In einem seiner seltenen Interviews blickte er zurück auf seine Zeit beim FC Chelsea – nette Worte fielen dabei nicht.
In Neapel angekommen: Romelu Lukaku.
IMAGO/LaPresse
Romelu Lukaku ist ein Mensch, der im Gedächtnis bleibt – sei es ob seiner hünenhaften Statur, seiner fußballerischen Fertigkeiten, seiner Erfolge und Misserfolge oder eben auch wegen der zahlreichen Gerüchte rund um seine Person. Der Belgier hat eine Odyssee hinter sich, scheint in Neapel nun aber endlich angekommen.
“Ich wusste, dass ich nach Neapel kommen werde”, sagte Lukaku in einem Interview mit Corriere dello Sport und lobte die fußballverrückte Region. “Das ist sehr inspirierend hier, alles in der Stadt erinnert an den Klub und die Leidenschaft der Menschen gegenüber diesem. Jeder Angestellte im Klub ist ein Fan.” Das setze “unglaubliche Energie” frei, Energie, die Lukaku in der laufenden Saison in neun Tore aus 25 Ligaspielen ummünzte. Auch deshalb befindet sich Napoli als Tabellenzweiter mit einem Punkt Rückstand auf Spitzenreiter Inter Mailand im Rennen um die Meisterschaft.
Vereine brauchen nicht viel, um einen Spieler in ein schlechtes Licht zu rücken.
Für den Belgier läuft es wieder, vielleicht ist das auch ein Grund, warum er überhaupt gewillt war, mal wieder ein Interview zu geben. Für gewöhnlich meidet der 31-Jährige die Medien – und das hat einen Grund, wie er erklärt: “Die Vereine haben enge Beziehungen zu Medien und sie brauchen nicht viel, um einen Spieler in ein schlechtes Licht zu rücken. Deshalb hat man in England eine falsche Meinung von mir und denken, ich sei faul. In Italien hat sich das Bild um 180 Grad gedreht und man sieht mich als großen Arbeiter.”
Chelsea liegt noch immer schwer im Magen
Gerade seine Zeit beim FC Chelsea liegt dem Stürmer offenbar noch immer schwer im Magen. So verwies Lukaku auch darauf, dass nicht nur er bei den Blues schlechte Erfahrungen gemacht habe. “Aubameyang und Ziyech waren in der gleichen Situation. Sie haben uns gezwungen, uns in der Juniorenumkleide umzuziehen, wir haben wochenlang gewartet, sie haben Angebote abgelehnt.”
Wo liegt der Reiz der Serie A, Lazar Samardzic?
Seit 2021 spielt der in Berlin geborene Lazar Samardzic inzwischen in Italien bei Atalanta Bergamo. Im Interview mit Host Matthias Dersch erzählt der frühere Profi von Hertha BSC, was ihn an der Serie A reizt und wie er charakterlich gereift ist, seit er fern der Heimat auf eigenen Füßen steht. Welche Ziele er mit Atalanta hat und ob für ihn irgendwann eine Rückkehr in die Bundesliga ansehen könnte, spricht der 22-Jährige ebenfalls – und verrät, wo es in Bergamo den besten Caffè gibt.
12.02.25 – 06:00 Uhr
36:49 Minuten
Das sei aber eben so in diesem Business. “Der Klub sagt dir, dass er dich nicht mehr möchte und er entscheidet, wo du enden wirst. Aber, wenn du gehen möchtest, dann hast du nicht diese Option. Sie führen dich an der Nase herum und täuschen dich. Ich habe Dinge gesehen, die ich nicht für möglich gehalten habe. Eines Tages werde ich jungen Spielern erklären, wer in ihrem Interesse und wer gegen sie arbeitet.”
Kein Inter-Hass und Dank an Conte
Lukaku bedauert zudem, dass sein Verhältnis mit den Fans von Inter Mailand inzwischen stark erkaltet ist. Das hat auch damit zu tun, dass er die Nerazzurri gleich zweimal enttäuscht hat – das erste Mal 2021, als er seinen Wechsel zum FC Chelsea mit großem Nachdruck vorantrieb und 2023, als er nach einer enttäuschenden Phase in London zunächst auf Leihbasis nach Mailand zurückkehrte, dann aber mit Serie-A-Konkurrent Juventus verhandelte und schlussendlich bei der AS Rom landete. Ihm ist es nun wichtig, zu betonen, dass er “Inter nie gehasst habe, niemals. Wenn jemand etwas anderes erzählt hat, dann war das nicht ich.”
Die ganze Zeit über war er aber Spieler des FC Chelsea, erst im vergangenen Sommer schloss er dieses Kapitel endgültig und blüht in Neapel nun wieder auf. Ein Grund dafür ist auch Coach Antonio Conte, mit dem er 2021 bei Inter Mailand den Scudetto gewonnen hat. “Bevor ich Conte getroffen habe, habe ich es gehasst, mit dem Rücken zum Tor zu spielen. Aber er war da sehr deutlich, als er mir sagte, dass ich bei ihm nicht spielen würde, wenn ich dieses Segment nicht verbessere. Heute bin ich ihm dankbar, denn er hat eine Schwäche von mir in eine Stärke verwandelt.”
Eintracht Frankfurt darf nach einem starken Auftritt auf weitere magische Fußball-Abende in der Europa League hoffen. Der Bundesliga-Tabellendritte kam im Hinspiel des Achtelfinales beim niederländischen Rekordmeister Ajax Amsterdam zu einem 2:1 (1:1) und hat damit beste Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten Acht. Brian Brobbey brachte den Spitzenreiter der Eredivisie in der 10. Minute in Führung, doch Hugo Larsson (27.) und Ellyes Skhiri (70.) drehten die Partie für die Frankfurter. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag vor heimischer Kulisse hat das Team von Trainer Dino Toppmöller nun alle Trümpfe für das Weiterkommen in der Hand.
Danach sah es zunächst nicht aus. Ohne ihren Abwehrchef Robin Koch, der die Reise nach Amsterdam wegen einer Gehirnerschütterung nicht mit antreten konnte und von Nnamdi Collins in der Viererkette ersetzt wurde, gerieten die Hessen zu Beginn der Partie enorm unter Druck. Nicht einmal 90 Sekunden waren gespielt, als sich Ajax-Stürmer Brobbey energisch gegen Tuta durchsetzte. Zum Glück für die Eintracht landete sein Schuss nur am Außenpfosten. Frankfurts Torwart Kevin Trapp wäre machtlos gewesen.
Die Hausherren blieben am Drücker und belohnten sich für ihren anfänglichen Offensivdrang. Kenneth Taylor flankte an den langen Pfosten, wo Brobbey frei zum Kopfball kam und aus Nahdistanz zur Führung traf. Der auf der Linie verharrende Trapp sah in dieser Szene nicht gut aus.
Erst nach dem Rückstand fanden die Gäste ins Spiel – und kamen gleich zu einer Großchance. Ansgar Knauff hatte auf halbrechts plötzlich freie Bahn, scheiterte aber mit seinem zu unplatzierten Schuss an Ajax-Torwart Remko Pasveer. Kurz darauf führte auch die nächste verheißungsvolle Aktion nicht zum Erfolg, weil Josip Sutalo im letzten Moment vor dem einschussbereiten Hugo Ekitiké rettete.
Der Europa-League-Gewinner von 2022 gestaltete die Partie nun ausgeglichen, wirkte in der Abwehr aber weiter anfällig. Taylor hatte das 2:0 auf dem Fuß, doch dieses Mal war Trapp auf dem Posten und parierte. Wenig später kam dann das frühe Aus für seinen Gegenüber Pasveer, der seinen Platz zwischen den Pfosten verletzt räumen musste.
Für ihn kam Ersatz-Keeper Jay Gorter, der mit seiner ersten Aktion den Ball aus dem Netz holen musste. Larsson fasste sich aus knapp 20 Metern ein Herz und traf mit einem platzierten Schuss, den Brobbey noch abfälschte, ins Eck. Das sorgte für noch mehr Ruhe und Selbstvertrauen bei den Gästen, die das Spiel nun fest im Griff hatten.
Die erste Chance nach Wiederbeginn gehörte den Gastgebern, doch dieses Mal blieb Trapp im Duell mit dem kaum zu stoppenden Brobbey der Sieger. Praktisch im Gegenzug verpasste Ekitiké die Führung für die Frankfurter. Sein Schuss strich knapp am langen Pfosten vorbei. Die Eintracht agierte in der Folge abgeklärt und wartete geduldig auf ihre Chance. Die kam nach 70 Minuten. Knauff tankte sich auf der rechten Seite durch und legte im Strafraum quer auf Skhiri, der eiskalt vollendete. In der Schlussphase verteidigten die Hessen mit Glück und Geschick den knappen Vorsprung.
90′
José Mourinho und seine Elf reisen somit mit einer größeren Hypothek zum Rückspiel in Glasgow in einer Woche.
90′
In einer mit offenem Visier geführten Partie gewannen die Glasgow Rangers durchaus überraschend mit 3:1 bei Fenerbahce, das zwar selbst einige gute Chancen liegen ließ, allerdings auch erhebliche Lücken in der Defensive offenbarte – und bei zwei revidierten Abseitstoren der Schotten sogar noch Glück hatten.
Abpfiff
T. Lawrence kommt für Cerny
Igamane kommt für Dessers
Im dritten Anlauf gilt der dritte Treffer für die Schotten: Der aus der eigenen Hälfte steilgeschickte Cerny tauscht nach Sprint frei vor dem Tor auf und schiebt souverän an Egribayat vorbei ins linke Toreck.
Kahveci kommt für Müldür
Sterling kommt für Ridvan
60′
Riesenglück für das Team von José Mourinho: Innerhalb weniger Minuten kommt Dessers zweimal zu vermeintlichen Treffern zum 3:1. Doch beide Male werden die Tore nach VAR-Check – wegen hauchdünner Abseitsstellungen – revidiert.
Nach rustikaler Grätsche von hinten gegen Dzeko.
Saint-Maximin kommt für S. Szymanski
Talisca kommt für Akcicek
Anpfiff 2. Hälfte
45′
Nach einer abwechslungsreichen ersten Hälfte, in der das Mittelfeld von beiden Seiten schnell überbrückt wurde, führt Glasgow durchaus ein wenig überraschend mit 2:1.
Halbzeitpfiff
Die Schotten führen wieder. Erneut bekommt Fenerbahce im eigenen Strafraum keinen richtigen Zugriff. Diesmal ist es Cerny, der halblinks am Fünfmeterraum zu viel Platz hat und flach an Egribayat vorbei einschiebt.
Nach einem Eckball von rechts wird der Ball am ersten Pfosten irgendwie verlängert. Djiku kommt am linken Pfosten aus spitzem Winkel mit rechts zur Volleyabnahme – und trifft wuchtig in die Maschen.
Balogun kommt für R. Pröpper
Djiku kommt für Söyüncü
Fenerbahce bekommt den Ball am eigenen Strafraumrand nicht weg. Am Ende umkurvt Dessers rechts im Strafraum Egribayat und schließt aus spitzem Winkel aufs Tor ab. Söyüncü versucht noch zu klären, schlägt den Ball aber erst knapp hinter der Torlinie weg.
Anpfiff
Achtelfinalhinspiel in der Europa League in Istanbul: Fenerbahce empfängt um 18.45 Uhr die Glasgow Rangers.
Bochum. Tom Krauß hat Anthony Losilla auf die Bank verdrängt. Eine Datenanalyse zeigt, dass die Wachablösung dem VfL-Spiel enorm hilft – und zwar nicht nur gegen den Ball.
Trainer Dieter Hecking überlegte nicht lange. Dani de Wit, meinte er auf die Frage, ob der Niederländer mal wieder von Beginn an spielen könnte in München, biete sich im Training an, „er bringt seine Leistung.“ Doch beim größtmöglichen Außenseiter-Spiel beim FC Bayern an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) „sehe ich ein anderes Mittelfeld“, sagte Hecking.
VfL Bochum nach dem DFB-Urteil: Zwei Punkte noch in Gefahr?
Dani de Wit, der wohl teuerste Spieler im Kader, spielt sportlich längst nur noch eine Nebenrolle, ebenso wie mittlerweile der ein gutes Jahrzehnt lang gesetzte Anthony Losilla. Der Kapitän nimmt im Team, beim Training, in der Kabine als „Integrationsminister“ und Führungsspieler auch ohne viel Spielzeit eine wichtige Rolle ein. Auch de Wit lässt sich nicht hängen. Gesetzt aber sind andere.
Bochums Mittelfeldtrio ist gesetzt – Krauß verdrängt Losilla
Hecking hat seine Mittelfeldzentrale gefunden: Ibrahima Sissoko, Matus Bero und Tom Krauß bilden das Herzstück. Krauß, zuvor Stammkraft in der zweiten englischen Liga bei Luton Town, lieh der VfL Ende Januar vom FSV Mainz aus bis zum Saisonende.
Nach wenigen Trainingstagen wechselte ihn Hecking gegen Freiburg gleich ein. Gegen Kiel (2:2), Dortmund (2:0), Wolfsburg (1:1) und Hoffenheim (0:1) spielte er von Beginn an. Seit dem Freiburg-Spiel hat der bald 39-jährige Losilla, dessen Position Krauß übernahm, sein Stammplatz-Abo verloren.
Losillas Werte klar schwächer – Es liegt nicht nur am Kapitän
Zahlreiche Werte etwa in den Bereichen Zweikampf und Pass-Spiel hat der VfL mit Krauß auf dem Feld gesteigert, das belegen die Daten des Datenanalyse-Unternehmens Createfootball. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, dass die Mannschaft unter Hecking insgesamt deutlich stabiler auftritt als etwa zu den teils vogelwilden Zeiten unter Peter Zeidler und Markus Feldhoff. Ein Fortschritt, der die persönlichen Werte von Krauß‘ Vorgänger auf seiner Position, Anthony Losilla, eben auch nach unten drückt.
Krauß aber hat einen großen Anteil daran, dass der VfL weiter hoffen darf auf den Klassenerhalt. Ein „klares Qualitäts-upgrade“ leitet createfootball aus den Zahlen ab. So hat der VfL etwa bei den gewonnenen Defensivduellen (von rund 52 auf 61 Prozent), bei den kreierten Chancen (von 8,5 pro Spiel auf 11,6) oder bei den Ballgewinnen (von 40 auf 47 Prozent) einen Sprung gemacht.
Das Pressing funktioniert: Ein Topwert in der Liga
Und: Die Effizienz beim Pressing, einem wichtigen Element des VfL-Spiels, ist vom zweitschwächsten Wert der Liga (11 Prozent) auf den fünfthöchsten Wert (15 Prozent) geklettert. Bochum ist hier derzeit auf Europa-League-Niveau.
Krauß bringt seine hohe Intensität und läuferische Qualität ein. Mit zwölf Bodenzweikämpfen pro 90 Minuten (Losilla: 7,4) und einer Pressing-Effizienz von 21 Prozent (Losilla: 12 Prozent) liegt er unter allen von Createfootball bewerteten 93 Bundesligaspielern (zentrales Mittelfeld/mindestens 900 Einsatzminuten in dieser Saison) in den Top fünf.
Sechs Ballgewinne pro Spiel: Tom Krauß ist auch im Ligavergleich stark
Auch bei den Balleroberungen hebt er Bochum auf ein anderes Level. Krauß kommt auf sechs Ballgewinne pro Partie, Losilla auf 3,5 – der Ligaschnitt liegt bei fünf Ballgewinnen. In einer Kategorie aber liegt Losilla vor Krauß, nämlich mit durchschnittlich 1,7 abgefangener Pässe des Gegners (Krauß: 0,8).
Überhaupt toppt Krauß in etlichen Kategorien nicht nur Losilla deutlich, sondern liegt auch klar über dem Ligaschnitt. Mit dem Ex-Schalker erzielt der VfL nicht nur insgesamt mehr Ballgewinne und hält den Gegner effektiver vom Tor fern, sondern er überbrückt auch mit dem Ball deutlich häufiger gegnerische Linien (progressive Pässe) und kreiert mehr Torgefahr in Umschaltsituationen, so ein Fazit der Analyse.
Pässe mit Raumgewinn: Krauß hebt das Level im Umschaltspiel
Eine Erfolgsquote von 76 Prozent bei den Pässen ins letzte Drittel zeugen von seinem Spielverständnis, auch seinen Fähigkeiten im Spiel mit Ball. Mit dem technisch und läuferisch starken Georgios Masouras, der auch in die Tiefe zieht, gibt es dabei seit dem Kiel-Spiel eine neue wichtige Anspielstation. Auch Masouras, der zweite Wintertransfer, trägt zur höheren fußballerischen Qualität bei.
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Mit 9,1 progressiven Pässen, die viel Raumgewinn erzielen, ist Krauß klar die Nummer eins beim VfL (Losilla: 4,3/Ligaschnitt: 6). Er leitet nach erfolgreicher Balleroberung viele Kontersituationen ein, ist am Ball auch unter Druck sicherer als Losilla, was dem Übergangsspiel des VfL mehr Stabilität verleiht, so die Datenanalyse.
1,5 Chancen pro Partie hat Krauß bisher kreiert (Losilla 0,4), auch das ist ein guter Wert für einen zentralen Mittelfeldmann mit vielen Defensivaufgaben (Ligaschnitt: 1). Allerdings sprang noch kein Tor dabei heraus. Auch sein eigener Abschluss ist verbesserungswürdig. Luft nach oben gibt es auch bei der Passquote insgesamt (80 Prozent, Ligaschnitt 85), wobei Krauß auch hier vor Losilla liegt (76 Prozent). Unter Gegnerdruck ist der Unterschied noch deutlicher (Krauß 78, Losilla 70 Prozent).
Bayern wird rotieren
Nach dem 3:0 gegen Leverkusen ist für den FC Bayern vor dem Rückspiel im Achtelfinale der Champions League – dazwischen kommt der VfL Bochum in die Allianz Arena. „Das Wichtigste ist, dass alle Spieler frisch sind. Es ist eine Notwendigkeit, den ganzen Kader zu verwenden“, sagte Trainer Vincent Kompany auf der Pressekonferenz.
Entsprechend ist mit vielen Änderungen zu rechnen. Leroy Sane, Serge Gnabry, Thomas Müller etwa sind Startelf-Kandidaten vorne, geschont werden könnten Jamal Musiala, Kingsley Coman, Michael Olise. Mittelfeldmann Aleksandar Pavlovic fällt weiterhin aus, für Manuel Neuer (Muskelfaserriss) steht Talent Jonas Urbig im Tor. Bei Bochum fehlen Ivan Ordets, Gerrit Holtmann und Myron Boadu.
So könnten sie spielen:
FC Bayern: Urbig – Stanisic, Upamecano, Dier, Ito – Kimmich, Joao Palhinha – Gnabry, T. Müller, L. Sané – Kane Alternativen: Ulreich, Boey, Davies, Guerreiro, M.-J. Kim, Coman, Goretzka, Laimer, Musiala, Olise, Vidovic
Alternativen: Drewes, Gamboa, Tolba, Passlack, de Wit, Losilla, Miyoshi, Pannewig, Bamba, Broschinski. Passlack könnte auch als rechter Schienenspieler beginnen, Oermann dann in die Dreierkette rücken für Masovic.
Herausragend ist Krauß‘ Klasse im Umschaltspiel mit schnellen Pässen in die Spitze: Er spielt 2,9 Vertikalpässe nach Ballgewinn pro Spiel, fast einen mehr als die Profis im Ligaschnitt (2) und als Losilla (2,1).
Bald neues Tattoo bei Krauß: „Harte Arbeit zahlt sich aus“
Die nicht messbare Mentalität spielt freilich gerade im Abstiegskampf eine wichtige Rolle. Losilla bringt sie mit – Krauß auch. Er ist ein Typ, der immer gewinnen will, der immer den Ball fordert, auch im Training. Er ist defensiv ein „ekelhafter Spieler“, wie er selbst über sich sagt. Sein Motto „Harte Arbeit zahlt sich aus“ will sich der 23-Jährige bald sogar tätowieren lassen, verriet er nun den Vereinsmedien.
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Seine Zweikampfhärte, Laufstärke, Pressing-Intensität und Präzision im Vertikalspiel zeichnen Kraus aus. Exakt diese Stärken sind im Abstiegskampf bedeutend, bilanziert „createfootball“.
Hecking vor Bayern-Spiel: „Werden viel leiden müssen“
Auf mentale und physische Stärke wird es auch bei den Bayern ankommen. „Wir werden in München viel leiden und laufen müssen“, meinte Trainer Dieter Hecking am Tag vor der Abreise. Es gelte, gegen die Dominanz der Champions-League-Bayern kräftig „Widerstand“ zu leisten – und selbst aktiv zu sein. Einen selbstbewussten Auftritt fordert Krauß, man dürfe als Team „keine Angst haben“, erklärt der Mittelfeldmann. „Sonst brauchen wir auch gar nicht anzutreten.“