Der Sport-Tag “Hopfen und Malz verloren”: Hamann vernichtet Borussia Dortmund
16.02.2025, 08:11 Uhr
Dietmar Hamann hat die Profis von Borussia Dortmund angesichts der nächsten Enttäuschung schwer kritisiert und personelle Konsequenzen gefordert. “Die Dortmunder spielen wie eine Jugendmannschaft. Professionalität, Seriosität, Leidenschaft – nicht zu sehen”, sagte der frühere Fußball-Nationalspieler nach dem 0:2 beim VfL Bochum als Sky-Experte. “Da ist Hopfen und Malz verloren. Alles, was Grundvoraussetzung sein sollte, das zeigen sie nicht. Die brauchen keinen Trainer, die brauchen einen Zauberer.”
Als Tabellenelfter hat der BVB bereits acht Punkte Rückstand auf den angestrebten Champions-League-Platz. Auch der Wechsel von Trainer Nuri Sahin zu Niko Kovac hat bislang keine Besserung gebracht, auch wenn die Dortmunder in der Champions League vor dem Einzug ins Achtelfinale stehen.
Hamann kritisierte besonders Julian Brandt und attestierte dem 28-Jährige eine “unterirdische” Leistung. “Der ist jetzt Ende 20, ewig im Verein und einer der Spieler, an denen du dich aufrichten musst”, sagte Hamann. “Du musst irgendwann mal den Spielern wie Brandt oder (Marcel) Sabitzer sagen: “Es ist genug” und diese Spieler ersetzen. Es geht nicht anders.”
Auch mit Niko Kovac schafft Borussia Dortmund nicht die Wende – im Gegenteil. Aus Sicht von Experte Dietmar Hamann braucht der BVB einen “Zauberer”. Die Leistung eines Spielers erzürnt ihn besonders.
Dietmar Hamann hat die Profis von Borussia Dortmund angesichts der nächsten Enttäuschung schwer kritisiert und personelle Konsequenzen gefordert. “Die Dortmunder spielen wie eine Jugendmannschaft. Professionalität, Seriosität, Leidenschaft – nicht zu sehen”, sagte der frühere Fußball-Nationalspieler nach dem 0:2 beim VfL Bochum als Sky-Experte. “Da ist Hopfen und Malz verloren. Alles, was Grundvoraussetzung sein sollte, das zeigen sie nicht. Die brauchen keinen Trainer, die brauchen einen Zauberer.”
Als Tabellenelfter hat der BVB bereits acht Punkte Rückstand auf den angestrebten Champions-League-Platz. Auch der Wechsel von Trainer Nuri Sahin zu Niko Kovac hat bislang keine Besserung gebracht, auch wenn die Dortmunder in der Champions League vor dem Einzug ins Achtelfinale stehen.
Hamann kritisierte besonders Julian Brandt und attestierte dem 28-Jährige eine “unterirdische” Leistung. “Der ist jetzt Ende 20, ewig im Verein und einer der Spieler, an denen du dich aufrichten musst”, sagte Hamann. “Du musst irgendwann mal den Spielern wie Brandt oder (Marcel) Sabitzer sagen: “Es ist genug” und diese Spieler ersetzen. Es geht nicht anders.”
Für Kovac war es die zweite Niederlage im zweiten Ligaspiel als BVB-Trainer. Die ersten beiden Bundesliga-Partien als Coach der Dortmunder verlor zuletzt Timo Konietzka im August 1984.
Hamann sieht für die Westfalen die Notwendigkeit, den Kader deutlich zu verändern. “Wenn es nicht geht und wenn keine Besserung in Sicht ist, musst du irgendwann mal einen Schnitt machen”, sagte der 51-Jährige. “Vor dieser Entscheidung stehen sie jetzt bei sechs bis acht Spielern. Das mag teuer werden, vor allem wenn du nicht in die Champions League kommst. Aber mit der Truppe, so wie die zusammengestellt ist, ist Hopfen und Malz verloren.”
Bochum. BVB-Profi Jamie Gittens muss in der zweiten Halbzeit gegen Bochum Platz machen für Maximilian Beier – und ist darüber gar nicht begeistert.
Es lief schon die 58. Minute, als der Frust aus Jamie Gittens heraussprudelte. Borussia Dortmunds Flügelstürmer sah die rote Nummer 43 an der Seitenlinie aufleuchten, das Signal: Der Arbeitstag ist nun für ihn beendet. Also musste Gittens einmal um den Rasen des Ruhrstadions laufen. Giovanni Reyna und Waldemar Anton versuchten den Engländer noch zu beruhigen, er schimpfte nämlich auch in Richtung der Fans. Doch es war offensichtlich, dass Gittens über seine Auswechslung alles andere als glücklich war.
Gittens setzte sich auf die Bank, ohne mit jemandem abzuklatschen. Auch nicht mit Trainer Niko Kovac. Der hatte sogar Verständnis dafür. „Wir sind alle erwachsen, müssen nicht in alles, etwas reininterpretieren. Du bist im Tunnel, da kannst du nicht immer mit dem Trainer sprechen, das ist kein Problem“, sagte Kovac nach der Derby-Niederlage beim VfL Bochum (0:2). „Der Junge hat sich geärgert, dass er ausgewechselt wurde und wir hinten lagen. Dass die Spieler enttäuscht sind, dass sie ausgewechselt werden und die Fans enttäuscht sind, wenn wir verlieren, ist normal. Der Jamie ist ein feiner Junge und keiner, der da irgendwas vom Zaun bricht.“
BVB: Serhou Guirassy kann an seine Champions-League-Quote nicht anknüpfen
Gittens erlebte einen schwierigen Nachmittag. Er war bemüht im Duell mit Tim Oermann, den VfL-Trainer Dieter Hecking dazu verpflichtet hat, sich einzig und allein um Dortmunds schnellen Angreifer zu kümmern. Und der machte seine Sache dabei sehr ordentlich. Gittens probierte es in der ersten Halbzeit häufig, ging ins Dribbling, zog nach innen. Doch relativ schnell hatte sich die Bochumer Abwehr auf den BVB-Unterschiedsspieler eingestellt. Sie rückte in der Kette klug nach. Und so kam am Ende viel brotlose Kunst dabei heraus.
Dennoch hatte man den Eindruck: Wenn an diesem Tag etwas gelingen könnte, dann über die linke Seite. Aber lediglich in der ersten Halbzeit. Drei dicke Möglichkeiten hatte der BVB in Person von Serhou Guirassy, der aber nicht an seine exzellente Champions-League-Quote anknüpfen konnte – die Chancenverwertung, ein Knackpunkt, wie schon im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. „Die erste Halbzeit war besser als die zweite“, fasste BVB-Trainer Kovac zusammen. Lediglich zwei Halbchancen habe er gezählt. Wieder einmal wusste der BVB mit Ballbesitz nicht viel anzufangen, wieder tat er sich gegen tiefstehende Mannschaft schwer, wieder versprühte er keinen Esprit. „Wir können es besser, das haben wir in der zweiten Halbzeit in Lissabon bewiesen.“ Da schossen die Dortmunder alle drei Tore beim 3:0 nach der Pause.
BVB: Maximilian Beier kann nicht überzeugen
Am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) geht es in der Champions League mit dem Play-off-Rückspiel gegen Sporting weiter. Wahrscheinlich wieder mit Jamie Gittens in der Startelf. Denn Maximilian Beier, der für Gittens in Bochum ins Spiel kam, hat in seiner halben Stunde Spielzeit nicht überzeugen können.
BVB: Mehr News und Hintergründe zu Borussia Dortmund
Sirtaki anne Castroper! Der VfL Bochum hat am 22. Spieltag der Bundesliga 2:0 (2:0) gegen Borussia Dortmund gewonnen. Winterneuzugang Georgios Masouras schnürte dabei einen Doppelpack (33., 35.). Durch den Sieg holte der VfL wichtige Punkte im Abstiegskampf und ließ BVB-Trainer Niko Kovac weiter auf seinen ersten Bundesliga-Sieg mit den Schwarz-Gelben warten.
In einem richtungsweisenden Spiel für beide Mannschaften empfing der VfL Bochum Borussia Dortmund zum 22. Spieltag der Bundesliga. Während die Gastgeber dringend Punkte im Abstiegskampf benötigten, wollten die Dortmunder den Anschluss an die Champions-League-Plätze wahren. Bochums Trainer Dieter Hecking musste auf den gesperrten Maximilian Wittek und den verletzten Myron Boadu verzichten, während beim BVB Julian Ryerson ebenfalls gesperrt fehlte.
Bochum startet furios
Horn steht hinten sicher – Christof Koepsel
Nach der Pause versuchte Dortmund, das Spiel zu drehen. Salih Özcan kam für Marcel Sabitzer ins Spiel, um das Mittelfeld zu stabilisieren. Trotz deutlicher Überlegenheit im Ballbesitz (63 Prozent) gelang es den Schwarz-Gelben nicht, klare Torchancen zu kreieren. Die Bochumer Defensive um den starken Debütanten Timo Horn im Tor stand sicher. In der 69. Minute hatte Masouras sogar die Chance auf seinen Hattrick, scheiterte aber dreimal in Folge an Kobel. Dortmund erhöhte in der Schlussphase den Druck, doch selbst die Einwechslungen von Maximilian Beier und Giovanni Reyna brachten nicht den gewünschten Erfolg.
Spieler des Spiels: Georgios Masouras
Bundesliga Match Facts xGoals: Bochum 2,98 – Dortmund 3,25 Schnellster Spieler: Julien Duranville (BVB), 34,78 km/h Tor mit der geringsten Torwahrscheinlichkeit: 2:0 von Georgios Masouras (BOC), 41 Prozent Most Pressed Player: Jamie Gittens (BVB), 25 Mal unter Gegnerdruck Beste Pass Effizienz: Pascal Groß (BVB), +4,34
Drei Jahre kickte Jude Bellingham für Borussia Dortmund. Im schwarz-gelben Trikot reifte der 21-Jährige vom Mega-Juwel zum Weltstar. Folgerichtig wagte der Engländer im Sommer 2023 den nächsten Schritt und wechselte für über 100 Millionen Euro zu Real Madrid.
In der spanischen Hauptstadt hat sich Jude Bellingham inzwischen nahtlos eingefügt. Doch nach einer überragenden Premierensaison inklusive Champions-League-Titel läuft es in diesem Fußballjahr noch nicht ganz rund. Nun sorgt der Ex-BVB-Star für Aufregung – ein Ausraster wird ihm zum Verhängnis!
Jude Bellingham: Platzverweis nach Schiedsrichterbeleidigung
Es ist die 39. Spielminute im Estadio El Sadar des CA Osasuna. Real Madrid gastiert beim Tabellensiebten der La Liga, liegt nach einem frühen Führungstreffer von Kylian Mbappe mit 1:0 in Führung. Doch dann zeigt Schiedsrichter Jose Luis Munuera Montero auf einmal die rote Karte für Jude Bellingham. Der verlässt sichtlich gereizt den Rasen, ist mit der Entscheidung des Spielleiters offenbar überhaupt nicht einverstanden.
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Doch was war passiert? Wie „The Athletic“ berichtet, soll der 21-Jährige schon vor der Szene von der Schiedsrichterleistung genervt gewesen sein. Die erneute Diskussion mit Munuera Montero soll dem Schiedsrichter dann zu weit gegangen sein, weil sich Bellingham eine verbale Entgleisung erlaubt haben soll. Laut der „Sun“ fielen die Worte: „Mit allem Respekt, aber fuck off.“
Bellingham beteuert seine Unschuld
Nach dem Spiel bestätigt der Star von Real Madrid diese Berichte zwar, stellt aber auch klar: „Ich habe niemanden beleidigt, das ist auf dem Video deutlich zu sehen, ich sage es nicht einmal direkt zum Schiedsrichter, ich sage es zu mir selbst. Es war ein Kommunikationsfehler und ein klarer Fehler des Schiedsrichters“. Hintergrund: Im Spielbericht hatte Munuera Montero vermerkt, Bellingham habe „fuck you“ zu ihm gesagt.
Besonders ärgerlich aus Sicht der Madrilenen: Osasuna konnte die Überzahl ausnutzen und sich am Ende noch durch ein 1:1-Unentschieden einen Zähler erkämpfen. Reals Vorsprung auf Stadtnachbar Atletico Madrid und den FC Barcelona schmilzt dagegen weiter.
Ein historischer Fehlstart und ganz viele Horrorstatistiken: Niko Kovac und vor allem die BVB-Fans können einem leidtun. Ein Kommentar.
Nach dem 3:0 in der Champions League bei Sporting Lissabon war eigentlich alles für einen Aufschwung beim BVB angerichtet. Das kreative Lebenszeichen in der Offensive und die stabile Defensive ernteten von allen Seiten Lob, vier Tage später war davon allerdings nichts mehr zu sehen. Überhaupt nichts.
Nach einem desaströsen Auftritt und individuellen Totalausfällen wie von Niklas Süle ging Borussia Dortmund mit 0:2 in Bochum baden – mit Vollgas zurück auf dem Boden der Tatsachen. Platz elf in der Bundesliga, acht Punkte Rückstand auf die direkte Champions-League-Qualifikation und ein historisch schlechter Start für Trainer Niko Kovac sind die bittere Realität.
Der Nachfolger von Nuri Sahin und Interimscoach Mike Tullberg ist der erste BVB-Trainer seit Timo Konietzka vor 41 Jahren (!), der seine ersten beiden Bundesligaspiele verloren hat. Ein Negativwert, der für immer an Kovac haftet. Obendrein baute er seine Durststrecke von 13 sieglosen Spielen (elf davon mit dem VfL Wolfsburg) im deutschen Oberhaus aus.
Kovac kann einem nur leidtun. Gleiches gilt auch für die BVB-Fans, deren Geduld längst überstrapaziert wurde. Jene, um die Sahin noch bei der Saisoneröffnung im Sommer vor tausenden Dortmund-Anhängern im Signal Iduna Park gebeten hatte. Dieser Saisonverlauf geht einzig allein auf die Kappe der Mannschaft und diejenigen, die sie zusammengestellt haben!
Nach der enttäuschenden Niederlage gegen Bochum steht Borussia Dortmund heftig in der Kritik. Die Stars verweigern Interview, Trainer Kovac gibt dafür eine blamable Erklärung. Experte Didi Hamann findet klare Worte – und fordert drastische Konsequenzen.
Borussia Dortmund steckt nach der 0:2-Niederlage beim VfL Bochum tief in der Krise. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac zeigte eine desolate Leistung. Vielleicht noch schwächer als der Auftritt auf dem Platz: Nach dem Spiel verkrochen sich die Spieler, stellten sich keinen Interviews (nur das Pflichtprogramm für TV-Rechteinhaber wurde gemacht).
Auf die Frage eines Reporters dazu an Kovac, gab der eine beschämende Antwort. Der Reporter fragte in der Pressekonferent: “In der Mixed Zone war keiner Ihrer Spieler, da bekommt das Gefühl, als würde keiner Verantwortung übernehmen. Wie sehen Sie das?”
Kovac blamiert BVB mit Aussage, wieso sich Verlierer vor Interviews drückten
Die Antwort von Kovac: “Die Jungs haben ihr Programm, sie spielen wieder in vier Tagen, glaube ich, da ist es klar, dass die Jungs dementsprechend Maßnahmen unternehmen, damit sie so schnell wie möglich regenerieren und so schnell wie möglich die Nahrung zu sich führen, die sie brauchen, um dementsprechend schneller wieder an Bord zu sein. Ich bin ja da, das reicht ja.”
Eine krampfhafte Aussage, die den desolaten Zustand des BVB in aller Klarheit beschreibt.
Hamann: „Wie von allen guten Geistern verlassen“
„Ich bin sprachlos“, sagte auch Sky-Experte nach dem BVB-Spiel über das gesamte Auftreten der Dortmunder. Noch wenige Tage zuvor hatte der BVB mit einem souveränen Sieg in der Champions League noch überzeugt, doch in Bochum wirkte das Team wie ausgewechselt.
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„Sie machen ein schönes Spiel in Lissabon, wo es nicht einfach ist zu gewinnen. Und heute sind sie wieder wie von allen guten Geistern verlassen.“
Besonders in der Kritik stand Julian Brandt. Der Mittelfeldspieler fand gegen Bochum kaum ins Spiel, verlor viele Bälle und leistete sich eine schwache Passquote. Hamann nahm kein Blatt vor den Mund: „Was Brandt heute gespielt hat, war unterirdisch.“
Während der TV-Experte Kapitän Emre Can und Verteidiger Nico Schlotterbeck zumindest für ihren Einsatz lobte, sah er bei anderen Akteuren kaum Hoffnung. „Die Dortmunder spielen wie eine Jugendmannschaft. Professionalität, Seriosität oder Leidenschaft waren nicht zu sehen“, urteilte er und fügte hinzu: „Die brauchen keinen Trainer, die brauchen einen Zauberer.“
Der BVB hat wohl zu viele „Schönspieler“, findet Hamann
Für den TV-Experten steht fest: Beim BVB muss sich grundlegend etwas ändern. Die Mannschaft habe zu viele „Schönspieler“, die dem Team nicht weiterhelfen würden. Er forderte daher einen personellen Umbruch: „Du musst irgendwann mal sagen bei diesen Spielern: ‚Es ist genug!‘ Dann musst du einen Schnitt machen und die Spieler ersetzen.“
Doch dieser Neuanfang könnte teuer werden. Dietmar Hamann glaubt, dass Dortmund sich von bis zu acht Spielern trennen müsste – eine Herausforderung, gerade wenn die Qualifikation für die Champions League verpasst wird. Dennoch sei das für ihn keine Ausrede: „Mit der Truppe, so wie sie zusammengestellt ist, ist Hopfen und Malz verloren.“
Die Krise in Dortmund spitzt sich weiter zu. Während die Fans auf eine Reaktion der Mannschaft hoffen, stellt sich die Frage, ob die Vereinsführung Hamanns drastische Einschätzung teilt – und ob sie bereit ist, die von ihm geforderten Konsequenzen zu ziehen.
In der Fußball-Bundesliga standen am Samstagnachmittag vier Spiele an. Borussia Dortmund wollte nach dem klaren Sieg in der Champions League beweisen, auch im Alltag bestehen zu können. Das ging in die Hose. Genau wie das Heimspiel der VfB Stuttgart.
Blamage statt Befreiungsschlag: Borussia Dortmund hat das Derby beim stark abstiegsbedrohten VfL Bochum verloren und rutscht immer tiefer in die Krise. Das Team von Trainer Niko Kovac unterlag dem Revierrivalen verdient mit 0:2 (0:2). Vier Tage nach dem 3:0-Sieg in der Champions League bei Sporting Lissabon leistete sich der BVB krasse defensive Patzer und war vorne harmlos.
Das Szenario einer Saison ohne internationalen Startplatz wird immer realistischer. Dortmund ist nur noch Mittelmaß. Erstmals seit 41 Jahren unter Timo Konietzka verlor wieder ein BVB-Trainer seine ersten beiden Bundesliga-Partien. In den vergangenen sechs Ligaspielen hat die Borussia nur einmal drei Punkte geholt.
Bochum schöpfte mit dem prestigeträchtigen Erfolg dagegen neuen Mut im Abstiegskampf. Der VfL gab zumindest vorübergehend den letzten Platz an Holstein Kiel ab. Vor 26.000 Zuschauern im ausverkauften Ruhrstadion erzielte Georgios Masouras (33./35. Minute) beide Bochumer Tore.
Erst drückte er den Ball nach starker Vorarbeit von Philipp Hofmann über die Linie, dann nutzte er einen haarsträubenden Dortmunder Abwehrfehler eiskalt aus. Niklas Süle, der erstmals seit Anfang Dezember wieder in der Bundesliga spielte, wollte den Ball zu Kobel zurückspielen. Masouras lief den Rückpass jedoch problemlos ab und traf zum 2:0 für Bochum.
VfB Stuttgart – VfL Wolfsburg 1:2 (0:0)
rotz des sehenswerten Solos von Joker Nick Woltemade hat der VfB Stuttgart einen Rückschlag im Kampf um die erneute Qualifikation für die Champions League hinnehmen müssen. Die Mannschaft von Coach Sebastian Hoeneß musste sich in der Fußball-Bundesliga dem VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:0) geschlagen geben. Dadurch beendeten die Gäste, die sich weiter im Tabellenmittelfeld aufhalten, ihre Sieglos-Serie im fünften Anlauf. Stuttgart verpasste den Sprung auf einen Königsklassen-Platz und ist nur noch Sechster.
58.000 Zuschauer sahen ein intensives, aber auch fehlerbehaftetes Duell. Die beste Möglichkeit im ersten Durchgang vergab VfB-Kapitän Atakan Karazor per Kopf (44. Minute). Nach der Pause brachte Woltemade die Gastgeber in Führung (72.), ehe der ehemalige Stuttgarter Tiago Tomás nur fünf Minuten später ausglich und Mohamed Amoura die Partie per verwandeltem Handelfmeter drehte (87.).
1. FC Union Berlin – Bor. Mönchengladbach 1:2 (0:2)
Der Positiv-Trend des 1. FC Union ist schon wieder gestoppt. Die Berliner kassierten daheim im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei ein 1:2 (0:2) gegen Europapokal-Anwärter Borussia Mönchengladbach. Mit schnellem und direktem Spiel legten die Gäste die Schwächen der Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart offen, die Tore für Gladbach erzielten Lukas Ullrich (10. Minute) und Tim Kleindienst (26.).
Per Foulelfmeter gelang Andrej Ilic (63.) noch der Anschlusstreffer für die Berliner nach einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte. Für zumindest einen Punkt reichte es aber nicht. In der Tabelle verpassten es die Berliner, sich nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen weiter von den Abstiegsrängen abzusetzen. Die Gladbacher unterstrichen ihre Ambitionen auf den Einzug ins internationale Geschäft.
FC St. Pauli – SC Freiburg 0:1 (0:0)
Durch ein Eigentor kurz vor Schluss hat der FC St. Pauli sein Heimspiel noch verloren. Der Aufsteiger unterlag dem SC Freiburg mit 0:1 (0:0). Das Tor für den Tabellensechsten der Fußball-Bundesliga fiel erst in der 88. Minute, weil Philipp Treu einen Schuss von Christian Günter noch ins eigene Netz lenkte.
Für die Freiburger war es im engen Rennen um die Europa-League-Plätze bereits der dritte 1:0-Sieg in Serie. Da fiel es am Ende auch nicht mehr ins Gewicht, dass Vincenzo Grifo kurz vor der Pause einen Foulelfmeter auf groteske Weise verschossen hatte (45.).
Beim FC St. Pauli gehören insgesamt vier ehemalige Freiburger zum Kader und auch der Sportchef Andreas Bornemann spielte und arbeitete früher einmal für den SC. Der Stadionsprecher stellte die Hamburger deshalb auf launische Weise als „Badischer FC“ vor, aber die besondere Kenntnis der Freiburger Spielweise half dem Aufsteiger kaum.
Rot-Weiss Essen (3:1 beim SV Wehen Wiesbaden), der VfL Osnabrück (5:1 bei Hannover 96 II) und Waldhof Mannheim (5:0 gegen Hansa Rostock) hatten die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund mit ihren Siegen mächtig unter Druck gesetzt. Die U23 des BVB ging so mit einem auf drei Punkte geschrumpften Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ins Heimspiel gegen den SV Sandhausen – und landete einen extrem wichtigen Befreiungsschlag.
Nach drei Niederlagen in Folge ohne eigenes Tor fand die im Vergleich zur 0:1-Niederlage am vergangenen Sonntag in Osnabrück auf drei Positionen veränderte Borussia gut ins Spiel und beendete früh ihre Flaute. In der 14. Minute spielte sich Jordi Paulina im Strafraum durch und legte mit viel Übersicht ab für Franz Roggow, der das erste Dortmunder Tor seit dem 3:1-Sieg am 18. Januar bei der SpVgg Unterhaching besorgte.
Marcel Lotka hält die Null
In der Folge hatte der BVB gleich mehrere hochkarätige Chancen, auf 2:0 zu erhöhen, ließ aber sämtliche Gelegenheiten liegen und hatte etwa bei einem Aluminiumtreffer von Jordi Paulina auch eine Portion Pech. Von Sandhausen kam vor der Pause nahezu nichts. Im zweiten Durchgang agierten die Kurpfälzer verbessert, waren aber nicht wirklich zwingend und scheiterten bei ihren beiden besten Chancen an einem jeweils gut reagierenden Marcel Lotka im BVB-Tor, während die Borussia nur noch selten gefährlich wurde.
Vor einem schwierigen Programm mit drei echten Auswärtsspielen bei Alemannia Aachen, beim TSV 1860 München und bei Dynamo Dresden sowie einem gefühlten Auswärtsspiel gegen Rot-Weiss Essen war es für die Mannschaft von Trainer Jan Zimmermann enorm wichtig, sich Luft zu verschaffen. Punkten die Kellerklubs so weiter wie in den ersten Wochen des Jahres, muss die BVB U23 aber sicherlich noch weitere Siege einfahren, um auf der sicheren Seite zu bleiben.
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat auch in der Krise Ruhe und Konzentration gefordert. „Es geht darum, dass man in der Situation trotzdem die Ruhe bewahrt. Das ist das ganz Wichtige“, sagte der 53-Jährige nach der 0:2-Niederlage des BVB beim VfL Bochum. „Wir werden nicht die Nerven verlieren.“ Dortmund hat in diesem Jahr von sieben Bundesligaspielen fünf verloren und nur eins gewonnen.
Kovac verteidigte, dass keiner seiner Spieler nach den TV-Interviews in der Interviewzone für die anderen Medien in den Katakomben des Ruhrstadions auftauchte. „Wir spielen wieder in vier Tagen“, sagte er mit Blick auf das Rückspiel in den Playoffs der Champions League gegen Sporting Lissabon am Mittwoch.
Kovac ergänzte: „Es ist klar, dass die Jungs Maßnahmen unternehmen, dass sie so schnell wie möglich regenerieren, die Nahrung zu sich nehmen, die sie brauchen, um wieder an Bord zu sein.“ Kovac ergänzte auf der Pressekonferenz mit einem Lächeln: „Ich bin ja da. Das reicht ja.“