Borussia Dortmund erreichte mit einem 0:0 gegen Sporting Lissabon das Achtelfinale der Champions League. Ausgerechnet der eigene Kapitän gab zu, dass man Schlendrian spielte. Hat er vergessen, wie das wohl bei 80.300 Zuschauern ankommt?
Diese Kolumne stellt die Sicht von Pit Gottschalk dar. Informieren Sie sich, wie unsere Redaktion mit Meinungen in Texten umgeht.
Beim Champions-League-Abend am Mittwoch in Dortmund waren 80.300 Zuschauer im Signal Iduna Park. Sie kamen, obwohl Borussia Dortmund das Hinspiel bei Sporting Lissabon 3:0 gewonnen hatte und das Rückspiel eigentlich nur eine Formsache auf dem Weg ins Achtelfinale werden konnte. Sie kamen und zahlten Eintritt, weil sie ein schönes Fußballspiel sehen wollten.
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Dass das Heimspiel dann 0:0 ausgeht – dafür kann niemand etwas. Wir lieben den Fußball ja, weil niemand weiß, wie’s ausgeht. Nein, die Unverschämtheit passierte hinterher. BVB-Kapitän Emre Can räumte am DAZN-Mikrofon ein: “Wir haben nicht mehr gemacht als nötig.” Dienst nach Vorschrift also. Die Millionäre in kurzen Hosen taten nichts, was die Beine ermüden könnte.
BVB-Krise: Emre Can dachte nicht an Wiedergutmachung
Hat Can keine Sekunde daran gedacht, wofür die 80.300 Zuschauer ins Stadion gekommen sind? Ganz sicher nicht, um nur das Nötigste zu sehen. Und schon gar nicht nach den Fehlschlägen, die das Publikum bei den vergangenen Auftritten, zuletzt 0:2 in Bochum, ertragen musste. Das Mindeste, das man als Fan erwarten kann, ist doch, dass die Mannschaft viel mehr tut, als nötig ist.
Das ist ja schon eine Frage der Ehre. Wenn man als BVB-Profi eine Bundesliga-Saison verkorkst wie der aktuelle Kader 2024/25, dann ist jedes Spiel eine Form von Wiedergutmachung. Man muss im Stadion bis zur hintersten Reihe spüren, dass die Spieler alles geben. Und nicht nur das, was nötig ist. Emre Can ist Kapitän – wie kann er diesen Schlendrian öffentlich vertreten?
Momente der Offenbarung für die BVB-Kaderplaner
Vermutlich liegt genau hier das Problem von Borussia Dortmund: Die Spieler haben längst vergessen, worauf es ankommt. Ja, auf die Ergebnisse – aber nicht nur. Man muss nicht gleich die Phrasen von “Gras fressen” oder ähnlichem auspacken. Aber die Verwaltung eines Europapokal-Rückspiels ist so ziemlich das Letzte, was die zahlende Anhängerschaft einem Team in der Krise zugesteht.
Als Kaderplaner sollte man diese Momente der Offenbarung registrieren und bei der Zusammenstellung für die nächste Saison berücksichtigen. Gerade Borussia Dortmund lebt von der bedingungslosen Identifikation mit denen, die auf der Tribüne ihr letztes Hemd für den Verein geben. Wenn Emre Can das nicht kapiert, sollte er seine Spielführerbinde zurückgeben.
Über den Autor
Pit Gottschalk ist Journalist, Buchautor und ehemaliger Chefredakteur von SPORT1. Seinen kostenlosen Fußball-Newsletter Fever Pit’ch erhalten Sie hier.
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In seiner Jugend wurde Ramy Bensebaini in Algerien mit kuriosen Maßnahmen auf den Profifußball vorbereitet. Wie außergewöhnlich sein Weg zu Borussia Dortmund war und welche Erinnerung „für immer“ in seinem Kopf bleiben wird.
Barfuß und ohne Torhüter – der Weg von BVB-Star Ramy Bensebaini in den Profifußball und in die Bundesliga war durchaus kurios. Wie kurios, das hat der Algerier jetzt erzählt.
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Im Interview mit dem Vereins-TV von Borussia Dortmund gab der Linksverteidiger Einblick in seine Zeit in der Jugendakademie bei Paradou AC in der Hauptstadt Algier. Dorthin war er im Alter von zwölf Jahren gewechselt und wurde Teil eines kuriosen Ausbildungsprogramms.
BVB-Star spielte in der Jugend barfuß und ohne Keeper
„Ja, das ist wahr“, bestätigt Bensebaini die Berichte, wonach bei Paradou barfuß trainiert wurde: „Sie haben uns gesagt, dass es darum geht, mehr Kontrolle über den Ball zu haben. Wenn du mit Schuhen spielst, hast du nicht die gleiche Kontrolle. Es ging also um den technischen Aspekt. Darin machst du Fortschritte. Ich habe dreieinhalb Jahre barfuß gespielt. Ich trainierte barfuß, wir spielten Barfußspiele.“
Gerade die Duelle mit Gegnern, die Schuhe anhatten, sorgten für eine besondere Herausforderung. „Es war also sehr kompliziert und sehr schmerzhaft, vor allem, wenn jemand auf deinen Fuß trat. Es tat echt sehr weh“, blickt der heute 29-Jährige zurück.
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Eine weitere außergewöhnliche Maßnahme in den Freundschaftsspielen: Es wurde ohne Torhüter gespielt. „Wir hatten einen zusätzlichen Spieler, aber wir hatten keinen Torwart. Es ging darum, gut zu verteidigen und den Gegner zu pressen, denn wenn du ihm Zeit lässt, ist es für ihn leichter, aus der Ferne zu schießen“, erklärt der Algerier: „Das richtige Herausrücken und Draufgehen standen im Vordergrund, denn man durfte den Gegner ja eigentlich nie schießen lassen.“
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Bensebaini: „Wir waren wirklich so gut wie unbesiegbar“
Die ungewöhnlichen Methoden führten offensichtlich zum Erfolg: Der offensivstarke Bensebaini sorgte in den vergangenen Jahren schon bei Borussia Mönchengladbach für Aufsehen, nach einem schwierigen ersten Jahr beim BVB kommt er auch dort immer besser in Schwung.
2019 durfte er außerdem mit Algerien den Titel beim Afrika-Cup feiern – ein absolutes Highlight seiner Karriere. „Das war unglaublich. Das ist eine Erinnerung, die für immer in meinem Kopf bleiben wird, und ich denke, auch in den Köpfen der anderen Spieler, die auch da waren“, schwärmt der Verteidiger: „Wir waren in diesem Turnier wirklich so gut wie unbesiegbar. Wir waren eine sehr starke Gruppe. Außerhalb des Spielfelds und auf dem Spielfeld.“
Seit 20 Jahren führt er Borussia Dortmund, Ende dieses Jahres soll Schluss sein. Wie schwer Hans-Joachim Watzke das Loslassen fällt, hat sich schon mehrfach gezeigt. Öffentlich wie hinter den Kulissen mischt er noch immer fleißig mit.
Ruhestand genießen? Bei Watzke kaum denkbar. Und so kommt nun ein Hammer raus, den viele bereits geahnt haben. Trotz des Rückzugs bei Borussia Dortmund bleibt er dem Fußball erhalten.
Borussia Dortmund: Watzke kandidiert erneut
Er steht auf dem Trainingsplatz, auf der Tribüne, vor den Mikrofonen, in der Geschäftsstelle. Auch wenn die Entscheidungsgewalt inzwischen bei Nachfolger Lars Ricken liegt: So richtig kauft man „Aki“ Watzke seinen Rückzug noch nicht ab. Noch immer ist er massiv beim BVB involviert. In der aktuellen Krise hat er sein Engagement eher weiter verschärft als gemindert.
+++ Borussia Dortmund lange ohne Bensebaini? Kovac klärt auf +++
Ende des Jahres soll dennoch Schluss sein. Beim BVB zumindest (hier die Details). Jetzt ist aber klar: So manches anderes Amt will der Dortmunder Sport-Geschäftsführer nicht aufgeben. Sonne, Strand und Sauerland werden sein Leben auch 2026 nicht prägen – stattdessen kandidiert er nun erneut für einen großen Posten.
BVB-Boss will UEFA-Amt behalten
Seit 2023 sitzt Watzke im UEFA-Exekutivkomitee, dem höchsten Gremium des europäischen Fußballverbandes. Am 3. April wird dort neu gewählt. Bereits jetzt ist die Kandidatenliste veröffentlicht worden. Und: Hans-Joachim Watzke steht erneut drauf. Für vier weitere Jahren will er sich in das Komitee wählen lassen. Und es könnte nicht sein einziger Job bleiben.
Auch bei der DFL steht er als Mitglied und Sprecher des Präsidiums weit oben in der Hierarchie. Ohne Posten bei einem Profi-Klub ist eine erneute Kandidatur aber nicht möglich. Wie praktisch, dass die Neuwahlen des DFL-Präsidiums schon in diesem Herbst sind und damit kurz vor seinem BVB-Rückzug. Der Verdacht liegt nahe, dass das kein Zufall ist und er sich schnell noch in seinem Amt bestätigen lassen will.
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Und auch der DFB-Bundestag steht im September 2025 wieder an. Im deutschen Fußballverband ist Watzke derzeit Vize-Präsident. Steht er auch hier erneut zur Wahl? Ziemlich sicher wird man den Funktionär auch nach seinem Abschied aus dem BVB-Alltagsgeschäft weiter sehen. Denn selbst über eine Kandidatur für ein anderes Amt bei Borussia Dortmund wird bereits gemunkelt. Hier mehr dazu.
Dortmunds Königs-Knipser Guirassy erzielte beim 6:0 gegen Union Berlin den ersten BVB-Viererpack seit Erling Haaland, brachte mit seiner Tor-Gala die Freude in den Signal-Iduna-Park zurück.
Nach Sieg gegen Union : Kovac’ Gesicht plötzlich verändert
Quelle: BILD24.02.2025
Der Stürmer erzielte zwei seiner vier Treffer gegen die Eisernen nach Flanken. Auch Maxi Beier traf nach einer Hereingabe am langen Pfosten per Kopf. Kein Zufall! Dortmunds Stürmer profitieren von der neuen Spielweise unter Trainer Niko Kovac (53), der überraschend voll auf Flanken setzt…
Nanu?! BVB spielt plötzlich Füllkrug-Fußball
Allein gegen Union segelten 21 Hereingaben in den Strafraum – für den BVB ein irrer hoher Wert.
Im Schnitt flankte Dortmund pro Spiel in dieser Saison nur etwa zehnmal. Ein neuer spielerischer Ansatz, den sich in der vergangenen Saison sicherlich auch DFB-Stürmer Niclas Füllkrug (32) gewünscht hätte!
Erleichterung pur! Serhou Guirassy (28) mit seinem Viererpack-Ball
Foto: Getty Images
Der Kopfball-Spezialist hatte intern immer wieder beklagt, dass kaum Bälle in den Sechzehner fliegen und er dadurch zu wenig Chancen bekomme.
Unter Edin Terzic und Nuri Sahin war das Flankenspiel eher verschmäht. In der vergangenen Spielzeit schlug Dortmund die wenigsten Flanken (258) aller Bundesliga-Teams – eigentlich kurios, wenn man vorne Fülle hatte… Und mit ein Grund dafür, warum es nach nur einer Saison wieder zur Trennung kam.
Nach der 6:0-Gala gegen Union Berlin ist die Stimmung bei Borussia Dortmund erstmals seit vielen Wochen wieder etwas ruhiger. Man konnte an die internationalen Plätze heranrücken und den Fans endlich wieder ein Feuerwerk liefern.
Neben all der Freude über diesen Erfolg ist eine neue Personalie bei Borussia Dortmund völlig untergegangen. Auch, weil der er dem BVB in Zukunft hinter den Kulissen helfen soll. Wird er zu einem wichtigen Faktor?
Borussia Dortmund holt neuen Spielanalysten
„Ich freue mich, mitteilen zu können, dass ich zum Champions-League- und Bundesliga-Riesen Borussia Dortmund gewechselt bin! Es ist eine unglaubliche Chance, Teil eines Vereins mit einer so reichen Geschichte, einer leidenschaftlichen Fangemeinde und dem Streben nach Spitzenleistungen zu sein“, schreibt Ex-Leicester-Co-Trainer Steven Rands bei „LinkedIn“.
„Ich freue mich darauf, einen Beitrag zu der vor mir liegenden Reise zu leisten und mit einigen der besten Köpfe des Sports zusammenzuarbeiten“, so Rands weiter. Von nun an wird er also ein wichtiger Teil des Analyse-Teams sein. Kovac soll den 39-Jährigen bei seiner Ankunft mitgebracht haben.
Rands blickt bereits auf eine Menge Erfahrung im Spitzenfußball zurück. Unter anderem fungierte er unter Pep Guardiola sieben Jahre als Spielanalyst bei Manchester City – auch mit Trainergrößen wie Frank Lampard, Nuno Espirito Santo und Steve Cooper arbeitete er zusammen.
Liverpool-Co-Trainer spielt entscheidende Rolle
Rands hat sich in den letzten Jahren einen exzellenten Ruf in der Branche erarbeitet, in England gilt er als einer der Pioniere der modernen Spielanalyse. „Die Verschmelzung der beiden Rollen von Coaching und Analyse beginnt sich mehr und mehr zu vollziehen. Es kommt immer häufiger vor, dass ein Analytiker auf der Bank sitzt und dem Spieler direkt Anweisungen gibt, anstatt den Weg über den Trainer zu nehmen“, erklärte er beispielsweise 2022 in einem Interview mit „TGG“.
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Kovac kennt seinen neuen Analysten über seinen Ex-Co-Trainer Aaron Briggs, mit dem er beim VfL Wolfsburg zusammenarbeitete. Briggs ist mittlerweile Individualtrainer von Arne Slot beim FC Liverpool, kennt Rands jedoch bestens aus gemeinsamen City-Zeiten. Nun hat Briggs Rands zum BVB geschleust, während er mit den „Reds“ um Titel kämpft.
Das 6:0 gegen Union Berlin setzt neue Maßstäbe beim BVB. Interessant ist aber auch, was neben dem Platz passiert. Lars Ricken schwimmt sich frei.
Dortmund – Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Samstagabend herrschte große Erleichterung. Mit dem 6:0-Erfolg gegen die Köpenicker setzte das Team unter dem neuen Trainer Niko Kovač ein erstes bedeutendes Zeichen in der Bundesliga und zeigte, dass es seine fußballerischen Fähigkeiten nicht verloren hat.
Die Hoffnung auf einen positiven Impuls ist vorhanden, muss jedoch am kommenden Wochenende gegen den FC St. Pauli bestätigt werden. In dieser Saison hat der BVB nach starken Leistungen bereits zu häufig Rückschläge erlitten.
Nicht nur das Geschehen auf dem Spielfeld war am Samstagabend derweil von Interesse. Am Rand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine langjährige Tradition des Vereins.
Die ‚Elefantenrunde‘ wird beim BVB nicht mehr einberufen
Vor dem Spiel äußerte der Sportchef beim TV-Sender Sky, dass die sogenannte ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund nicht mehr einberufen wird. Diese Treffen fanden in den vergangenen Jahren üblicherweise monatlich statt und dienten dazu, die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Fragen rund um die Profimannschaft zu bestimmen.
In diesen Runden wurden sowohl Transferziele festgelegt als auch Entscheidungen über den Trainerposten getroffen. Im Jahr 2022 etwa führte eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde zur völlig überraschenden Trennung von Cheftrainer Marco Rose.
Zu den festen Teilnehmern der Runde zählten seinerzeit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl, sein Vorgänger Michael Zorc und Klubberater Matthias Sammer. Marco Rose war speziell für die Analyse eingeladen worden.
Ricken hat die Elefantenrunden seit dem Ende der letzten Saison geleitet, nachdem Watzke die Umstrukturierung in der Führungsebene angestoßen hatte. In der ersten Sitzung unter Leitung von Ricken im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin im Mittelpunkt. Das Ausscheiden Şahins im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat führten nun auch zum Ende der Elefantenrunden.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken und erklärte: „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dieser Entscheidung stärkt Ricken seine Machtbasis beim BVB. Der Sportchef besitzt die klare Richtlinienkompetenz, während Sportdirektor Kehl für die Umsetzung der Kaderplanung verantwortlich ist und als Verbindungsglied zwischen Trainerteam und Klubführung fungiert. Ricken hat sich für schlankere Strukturen entschieden.
BVB-Boss Ricken konnte sein Profil zuletzt schärfen
Bei seiner Beförderung vom Leiter der Nachwuchsabteilung zur zentralen Figur aller Fußballgeschäfte bei Borussia Dortmund begegnete dem ehemaligen BVB-Spieler anfängliche Skepsis. Kritiker bemängelten, dass Ricken kein besonders ausgeprägtes öffentliches Profil habe und es ihm an Erfahrung im Profi-Management fehle.
In den ersten Monaten seiner neuen Rolle konnte Ricken den Vorwurf der Farblosigkeit nicht ganz entkräften. Während Watzke als Vereinschef gelegentlich lautstark auftrat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigte sich der geborene Dortmunder Ricken eher zurückhaltend. Doch die letzten Wochen verdeutlichen, dass er trotz seiner ruhigen Art durchaus entscheidungsfreudig agiert.
Ricken korrigierte den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank weitgehend eigenständig. Er betraute den langjährigen U19-Trainer Mike Tullberg für drei Spiele als Interimstrainer, um in Ruhe Gespräche mit Kovač zu führen. Obwohl Kovačs Verpflichtung mit einem Vertrag bis 2026 in Dortmund keine Begeisterungsstürme auslöste, bietet sie dem Verein Planungssicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Klub-WM im Sommer.
Manche Entscheidungen beim BVB sind für Ricken „unbequem“
Ricken hat bewiesen, dass er vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Er selbst sagte: „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer.“
Die Abkehr von der traditionellen BVB-Elefantenrunde fügt sich in dieses Bild ein. Auch das klare Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll, passt dazu. Sammers Auftritte als TV-Experte in der Champions League hatten in Dortmund gelegentlich für Unruhe gesorgt.
Den Ausschlag gab schließlich Sammers Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage gegen den FC Bologna in der Champions League erklärte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft präsentiere sich „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
BVB-Berater Sammer wohl erfolgreich eingenordet
Inhaltlich lag Sammer nicht völlig falsch, doch für das öffentliche Bild des Vereins war es katastrophal, dass jemand, der in die Kaderplanung und Trainerentscheidungen involviert ist, so kritische Worte wählte.
Ricken, der zu aktiven Zeiten mit Sammer im Trainingslager gelegentlich ein Doppelzimmer teilte, forderte ihn daher auf, bei BVB-Spielen auf seine Rolle als Experte zu verzichten. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, fügte Ricken hinzu, wobei seine Worte darauf hindeuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr kommentieren wird.
Das Achtelfinalhinspiel gegen den OSC Lille wird beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Es wäre überraschend, wenn Sammer dabei eingesetzt würde.
Eigentlich scheint Borussia Dortmund auf dem zehnten Platz schon alle Champions-League-Träume begraben zu können. Doch der Abstand zu Platz vier ist nicht groß. Das Glück des BVB: Keines der Teams auf den vorderen Plätzen kann sich wirklich bedingungslos für das internationale Geschäft empfehlen.
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Julian Münz sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.
Nicht jeder Fußballfan beschäftigte sich am vergangenen Wochenende in erster Linie mit Fußball, schließlich stand am Sonntag auch die vorgezogene Bundestagswahl an. Wer also am Sonntagabend bei den Wahlsendungen und nicht beim Topspiel zwischen Bayern und Frankfurt einschaltete, wird dabei in das ein oder andere ratlose Gesicht geblickt haben. Keine der großen Parteien konnte restlos zufrieden sein – eine Situation, die an die Teams der oberen Tabellenhälfte in der Bundesliga erinnert. Auch hier gibt es von Platz vier bis ins Tabellenmittelfeld viele aussichtsreiche Kandidaten, doch so wirklich für das internationale Geschäft empfehlen konnte sich noch keiner.
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Am Beispiel von Borussia Dortmund zeigt sich das besonders: Zwei Spiele hat der BVB seit dem Ende der Winterpause gewonnen und trotzdem ist er nach seinem überzeugenden Sieg gegen Union Berlin wieder mittendrin im Kampf um die europäischen Plätze. Nur sieben Punkte trennen den aktuellen Zehntplatzierten vom SC Freiburg auf Platz vier. Der BVB hat Glück, denn er ist nicht der einzige Verein, bei dem es zuletzt und aktuell nicht wirklich glattläuft.
RB Leipzig fehlt die Torgefahr
Die Baustellen der Teams sind zahlreich, jeder Klub hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. RB Leipzig sucht verzweifelt nach echter Torgefahr, mit der man auch die Spiele gegen schwächere Abstiegskandidaten wieder für sich entscheiden kann – fünf torlose Unentschieden, meist gegen Teams aus der unteren Hälfte der Tabelle sprechen für sich. Nur die gleichzeitigen Schwächen der anderen Mannschaften sorgen dafür, dass sich Marco Rose trotz nur eines Sieges in sechs Rückrundenspielen noch keine großen Sorgen um das europäische Geschäft machen muss.
Mönchengladbach und Wolfsburg hingegen mischen vor allem dank ihrer torgefährlichen Stürmer Tim Kleindienst (14 Tore) und Mohammed Amoura (neun Tore) wieder oben mit. Abgesehen davon aber ist Inkonstanz der konstante Faktor in der Saison der beiden Teams. Dass die Klubs so weit oben mitspielen, hätte noch im Herbst, als etwa die Fohlenelf auf Platz 14 eher in Richtung Abstiegskampf schielte, kaum jemand für möglich gehalten.
VfB Stuttgart wackelt nach starken Phasen immer wieder
Das große Überraschungsteam der vergangenen Saison, der VfB Stuttgart, tut sich wiederum schwer, einen wirklichen Lauf zu starten. Immerhin beachtlich: Ein One-Hit-Wonder ist der VfB nach der Vizemeisterschaft 2023/24 und dem Comeback in der Champions League ganz bestimmt nicht. Trotzdem zollten die Schwaben sowohl den Abgängen von Schlüsselspielern wie Serhou Guirassy und Waldemar Anton sowie der erstmaligen Dreifachbelastung des jungen Teams Tribut. Immer wenn die Schwaben in dieser Saison die Chance hatten, auf Platz vier vorzurücken und dort vielleicht sogar ein kleines Polster zu den anderen Klubs aufzubauen, hakte der Stuttgarter Motor plötzlich wieder.
So wirklich zufrieden ist man deshalb wahrscheinlich aktuell nur in Mainz und Freiburg – den beiden Klubs, die man vor der Saison wohl ganz sicher nicht im Champions-League-Rennen vermutet hätte. Gerade die Mainzer spielen unter Trainer Bo Henriksen frei auf, Jonathan Burkardt und Nelson Weiper begeistern die Fans nicht erst seit der Karnevalszeit. Trotzdem profitiert der FSV aktuell von einem relativ entspannten Startprogramm der Saison, die Spitzenteams der Liga kommen erst kurz vor Saisonende.
Freiburg mit Minimalismus in die Champions League?
Dem SC Freiburg reichte der erste wirklich vollends überzeugende Sieg in der Rückrunde gegen Werder Bremen, um direkt auf Platz vier zu springen. Zwar hatten die Freiburger auch die drei Spiele davor gewonnen, dass darunter mit Bochum, Heidenheim und St. Pauli nicht die stärksten Gegner der Liga waren und bei den drei 1:0-Siegen auch ein kleines bisschen Spielglück mit dabei war, weiß man aber auch im Breisgau.
Nicht schlimm, denn mit der Champions League wollen die beiden Überraschungsteams der Liga offiziell sowieso (noch) nichts zu tun haben. “Ich bin immer langweilig”, schmetterte Mainz-Trainer Henriksen nach dem Sieg gegen den FC St. Pauli gegenüber der “Sportschau” die Frage nach neuen Zielen im Höhenflug ab. Alles kann, nichts muss, gilt bei Mainz und in Freiburg – auch keine gefestigten Kandidaten für die Champions League also.
Auch Frankfurt ist nicht konstant
Und selbst Eintracht Frankfurt, der Klub, der zu Beginn der Saison sogar noch auf Augenhöhe mit Bayern und Leverkusen zu sein schien, spielt derzeit alles andere als konstant und kann die Reiseplanungen ins europäische Ausland im nächsten Jahr noch nicht starten. Die deutliche Niederlage gegen den FC Bayern am Sonntagabend reiht sich in viele Partien ein, in denen die Frankfurter nach dem Abgang von Toptorjäger Omar Marmoush eher blass blieben, darunter etwa gegen die TSG Hoffenheim oder Borussia Mönchengladbach. Trotzdem: Solange von unten kein Druck kommt, fühlt sich die Eintracht auf Platz drei, mittlerweile deutlicher hinter der Spitze, ganz wohl.
Und so ist tatsächlich der BVB mit seinem Sieg am Wochenende gegen den 1. FC Union Berlin wieder voll im Kampf um die europäischen Plätze dabei. Sieben Punkte fehlen dem Zehntplatzierten auf den Viertplatzierten aus Freiburg. Das ist immerhin weniger als der Abstand im Meisterschaftskampf zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern (acht Punkte). Eine Siegesserie zur richtigen Zeit und die Dortmunder sind wieder mittendrin im Schneckenrennen um die Champions League.
Verwendete Quellen
“So arbeitet die Redaktion” informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.
Die wichtigsten Entscheidungen beim BVB wurden bisher in der sogenannten ‚Elefantenrunde‘ besprochen. Lars Ricken hat sie nun kurzerhand abgeschafft.
Dortmund – Rund um Borussia Dortmund war nach dem Kantersieg über Union Berlin am Samstagabend die Erleichterung groß. Die 6:0-Gala gegen die Eisernen war das erste große Statement unter Neu-Trainer Niko Kovač, mit dem die Mannschaft bewies, dass sie das Fußballspielen doch nicht verlernt hat.
Die Hoffnung auf eine Initialzündung ist gegeben, muss aber am Wochenende beim FC St. Pauli sogleich bestätigt werden. Schon zu oft hat der BVB in dieser Saison nach guten Spielen einen Rückfall erlitten.
Interessant war indes nicht nur, was am Samstagabend auf dem Spielfeld passierte. Am Seitenrand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine jahrelange BVB-Tradition.
In der Elefantenrunde des BVB wurden schon Cheftrainer gestürzt
Der Sportchef bestätigte bereits vor der Partie beim TV-Sender Sky das Ende der sogenannten ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund.
Üblicherweise einmal im Monat waren in den letzten Jahren die Granden beim BVB zu dieser Besprechung zusammengekommen, in der die Leitlinien der Entwicklung rund um die Profimannschaft entwickelt wurden. In den Elefantenrunden wurden Transferziele formuliert, auch Entscheidungen über den Trainerposten gefällt.
Als sich Dortmund und Chefcoach Marco Rose im Jahr 2022 völlig überraschend trennten, ging dem eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde voraus. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl und sein Vorgänger Michael Zorc sowie Klubberater Matthias Sammer waren die ständigen Mitglieder der Runde, Rose wurde zur Analyse eingeladen.
Ricken leitete die Elefantenrunde beim BVB seit Juni
Nachdem Watzke bereits im letzten Jahr die Umstrukturierung auf der Chefetage angestoßen hatte, leitete Ricken die Elefantenrunden seit Ende der Vorsaison. In seiner ersten Sitzung im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin auf der Tagesordnung. Dessen Aus im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat haben nun auch das Ende der Elefantenrunden mit sich gebracht.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken. „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dem Schritt konsolidiert Ricken die Machtbasis bei den BVB-Profis um sich. Der Sportchef hat die glasklare Richtlinienkompetenz, Sportdirektor Kehl trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Kaderplanung und fungiert als Bindeglied zwischen Trainerstab und Klubführung. Es sind schlanke Strukturen, für die sich Ricken entschieden hat.
BVB-Boss Ricken schärft sein Profil deutlich
Bei seiner Beförderung vom Chef der Nachwuchsabteilung zum Gesicht aller Fußballgeschäfte des BVB war dem Ex-Profi durchaus Skepsis ins Gesicht geweht. Ricken hatte kein sonderlich ausgeprägtes öffentliches Profil, Kritiker wiesen auf mangelnde Erfahrung im Profi-Management hin.
In den ersten Monaten im Amt konnte Ricken den Vorwurf einer gewissen Farblosigkeit nicht ablegen. Wo Watzke als Klubchef bisweilen polterte und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, ist der geborene Dortmunder Ricken eher ein ruhiger Vertreter. Die letzten Wochen haben jedoch gezeigt, dass beim 48-Jährigen stille Wasser durchaus tief sind.
Den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank korrigierte Ricken mehr oder minder im Alleingang. Er gab mit U19-Trainer Mike Tullberg einem langjährigen Vertrauten drei Spiele als Interimscoach, um die Gespräche mit Kovač in der nötigen Ruhe zu führen. Dessen Engagement mit Vertrag bis 2026 löste in Dortmund keine Jubelstürme aus, gibt dem Klub aber auch mit Blick auf die Klub-WM im Sommer Planungssicherheit.
Ricken muss auch gegen alte BVB-Kollegen hart sein
Ricken hat also gezeigt, dass er sich nicht vor Entscheidungen scheut. „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer“, erklärte Ricken selbst.
Die Abkehr von der BVB-Institution der Elefantenrunde passt ins Bild. Ebenso das wohl recht deutlich ausgefallene Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll. Dessen Auftritte als TV-Experte hatten in Dortmund bisweilen für Unruhe gesorgt.
Zum Überlaufen brachte Sammer das Fass mit seiner Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage beim FC Bologna in der Champions League attestierte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft sei „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
Machtwort zu BVB-Berater Sammer zeigt Wirkung
Inhaltlich lag Sammer sicher nicht komplett daneben, für die Außendarstellung des Vereins war es jedoch verheerend, dass eine an der Entscheidungsfindung in Sachen Kaderplanung und Trainerfrage beteiligte Person derart kritische Worte wählte.
Ricken hat Sammer, mit dem er sich zu aktiven Zeiten einst im Trainingslager das Doppelzimmer teilte, deshalb zum Verzicht auf die Expertentätigkeit bei BVB-Spielen aufgerufen. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, schob Ricken nach, dessen Worte aber klar darauf deuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr betreuen wird.
Das Hinspiel im Achtelfinale gegen den OSC Lille läuft beim Streamingdienst Amazon Prime Video, es wäre überraschend, wenn Sammer dabei zum Einsatz käme.
Hans-Joachim Watzke kandidiert erneut für das UEFA-Exekutivkomitee. BVB-Geschäftsführer Lars Ricken bestätigt das Ende der Elefantenrunde.
10 Min Lesezeit
Hier gibt es alle BVB-News und Gerüchte:
25. Februar, 10.04 Uhr: Hans-Joachim Watzke stellt sich zur Wahl
BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke strebt eine weitere Amtszeit im UEFA-Exekutivkomitee an. Der 65-Jährige tritt zur Wiederwahl an. Watzke war im April 2023 für Rainer Koch nachgerückt. Sollte Watzke am 3. April wiedergewählt werden, würde seine Amtszeit vier Jahre dauern. Beim BVB hat Watzke seinen Rückzug als Geschäftsführer zum Jahresende angekündigt. In der DFL ist Watzke Präsidiumssprecher.
Neben Watzke stehen weitere prominente Namen auf der am Montag veröffentlichten Kandidatenliste der UEFA. Der frühere ukrainische Stürmer Andriy Shevchenko (48) ist ebenso dabei wie auch Norwegens Verbandspräsidentin Lise Klaveness (43).
22. Februar, 18.54 Uhr: Ricken bestätigt Ende der Elefantenrunde
Bei Borussia Dortmund ist die Elefantenrunde Geschichte. Das bestätigte Geschäftsführer Lars Ricken vor dem Heimspiel gegen Union Berlin bei Sky. „Aki Watzke scheidet Ende des Jahres aus, Sven Mislintat und Nuri Sahin sind ebenfalls nicht mehr dabei“, sagte der 48-Jährige. „Ich stehe täglich in engem Austausch mit Niko Kovac und Sebastian Kehl.“ Bislang hatten sich die BVB-Verantwortlichen inklusive Berater Matthias Sammer einmal im Montag zur Analyse getroffen.
Sammers Zukunft als TX-Experte bei Prime Video ließ Ricken hingegen offen. „Das muss Matthias mit Amazon klären.“ Das nächste BVB-Spiel bei Prime ist das Hinspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen den OSC Lille am 4. März.
22. Februar, 16 Uhr: BVB-U23 entführt einen Punkt aus Aachen
Borussia Dortmunds U23 hat am Tivoli Moral bewiesen. Der BVB machte aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2-Unentschieden und holte einen wichtigen Punkt bei Alemannia Aachen. Die Mannschaft von Jan Zimmermann tat sich lange schwer, Chancen zu kreieren. Besser machten es die Gastgeber, die durch Bentley Baxter Bahn (35.) und Anas Bakhat (53.) zwischenzeitlich verdient mit 2:0 vorne lagen.
Der Dreifach-Wechsel von BVB-Trainer Jan Zimmermann kurz darauf erwies sich jedoch als goldrichtig. Auf Zuspiel des eingewechselten Danylo Krevsun erzielte der ebenfalls eingewechselte Ayman Azhil zunächst den 1:2-Anschlusstreffer (72.). Vier Minuten vor dem Ende traf auch Antonio Foti als Joker zum 2:2 (86.). Zwei Schüsse, zwei Treffer – der BVB war enorm effizient.
„Wir wussten, was uns hier erwartet. Wir haben es dem Gegner trotzdem zu einfach gemacht mit unseren individuellen Fehlern. Wir haben vor beiden Tore zu krasse Fehler gemacht. Aachen war auf der Siegerstraße, aber als sie dann nicht richtig wollten, waren wir noch mal da und das spricht für die Jungs“, resümierte BVB-U23-Trainer Jan Zimmermann bei „Magentasport“.
22. Februar, 15.20 Uhr: BVB-U19 mit 0:0 bei Mainz 05
Borussia Dortmunds U19 hat beim FSV Mainz 05 einen Teilerfolg errungen. Die Gastgeber waren den Dortmundern körperlich deutlich überlegen und wählten häufig lange Bälle. „Die mussten meine Jungs durchgehend verteidigen. Außerdem ist Mainz gegen den Ball vorne Mann gegen Mann draufgegangen“, berichtete BVB-U19-Trainer Mike Tullberg.
Sein Team war vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt. Eigene Chancen kreierten die Borussen nur ganz selten, weil sie sich im vorderen Drittel kaum durchsetzen konnten. Dafür ließen sie allerdings auch nur eine Mainzer Möglichkeit zu, als Luca Reggiani einen Ball des Gegners falsch einschätzte. Doch bei BVB-Torwart Robin Lisewski (65.) war für die Nullfünfer Endstation. Auf der Gegenseite wurde es nach einem direkt verwandelten Eckball von Nick Cherny (78.) gefährlich, den der FSV-Keeper letztlich noch bereinigen konnte.
Die Schlussphase bestritten die Schwarzgelben in Unterzahl, da Ousmane Diallo wegen Meckerns (80.) die Gelb-Rote Karte sah. Das war ihm in dieser Saison auch schon im Dezember beim 0:0 gegen Fortuna Düsseldorf passiert. „Es war vollkommen in Ordnung, hier 0:0 zu spielen. Es freut mich, dass die Jungs in so einem schwierigen Spiel bestehen konnten. Sie müssen noch lernen, sich künftig in den Eins-gegen-Eins-Duellen besser durchzusetzen. Dafür war dieses Spiel sehr wertvoll“, befand Mike Tullberg.
21. Februar, 19.02 Uhr: BVB-U19 trifft auf Mainz 05
Mit dem Bus ist die U19 des BVB am Freitagnachmittag zur Auswärtspartie gegen den FSV Mainz 05 gefahren. Am Samstagmittag um 12 Uhr erwartet dann das Team von Trainer Mike Tullberg die vierte Partie der Hauptrunde der DFB-Nachwuchsliga. Die Borussia ist mit zwei Siegen und einer Niederlage gestartet und rangiert hinter RB Leipzig auf Platz zwei der Sechserliga. „Wir wollen schon am Ende unter die ersten Zwei kommen, dann haben wir in der ersten Runde der K.o.-Phase definitiv ein Heimspiel“, sagt Tullberg. Der Gegner kommt dann aus der Gruppe C. Aktuell wäre der Drittplatzierte Bayer Leverkusen der Konkurrent.
Das ist die Zukunft. Die Gegenwart heißt Mainz 04. „Das ist eine erwachsene Mannschaft, die sehr reif ist, gute Standards schießt und sehr entschlossen ist“, beschreibt Tullberg den Gegner. Mit der Defensivarbeit seines jungen Teams ist er zufrieden, er verlangt aber ein besseres Umschaltspiel und mehr Gefahr in der Offensive.
Die junge Mannschaft muss auf die Verletzen Tyler Meiser, Joshua Burstedde und Thierry Fidjeu Tazemeta verzichten. Nico Adamczyk ist angeschlagen. „Wir gucken weiter auf die Ausbildung und dürfen nicht vergessen, dass wir überwiegend mit U16-, U17- und U18-Spielern auflaufen. Deshalb wird es spannend sein zu sehen, wie wir uns gegen solch eine erwachsene Mannschaft wie Mainz schlagen werden“, sagt Tullberg.
21. Februar, 11.20 Uhr: Dezimierte BVB-U23 reist nach Aachen
Vor dem Auswärtsspiel bei Alemannia Aachen am Samstag (14 Uhr) hat Husten und Keuchen Hochkonjunktur bei Borussia Dortmunds U23. „Die Grippewelle hat bei uns richtig zugeschlagen“, sagt Trainer Jan Zimmermann im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten. Dann zählt er auf: Neben dem ohnehin verletzten Julian Hettwer plagen sich auch Babis Drakas, Franz Roggow, Prince Aning und Paul Besong mit einer Erkältung herum.
Damit nicht genug: Auch Zimmermann selbst, Co-Trainer Marcel Schmelzer und die beiden Physiotherapeuten Markus Langer und Daniel Zolinski hat es erwischt. „Wir konnten nicht das volle Pensum trainieren, das wir uns vorgenommen hatten“, bekennt Zimmermann und schiebt direkt hinterher: „Dennoch werden wir in Aachen gut vorbereitet sein.“
In Almugera Kabar, Kjell Wätjen und Cole Campbell haben dafür gleich drei Youngster in dieser Woche regelmäßig mittrainiert. Filippo Mane ist dagegen nach seiner in Osnabrück erlittenen Verletzung in der Reha. Mit ihrem Einsatz ist gegen Aachen zu rechnen. „Alemannia ist aggressiv und kampfstark. Am Tivoli herrscht eine tolle Atmosphäre und zugleich schlechte Platzverhältnisse. Dadurch werden unsere spielerischen Qualitäten nicht so zum Tragen kommen. Es wird deshalb darauf ankommen, dass wir uns in den Zweikämpfen behaupten. Das wird ein guter Test für meine junge Mannschaft, wie gut sie mit diesen intensiven Bedingungen zurechtkommt“, sagt Jan Zimmermann.
Sein Arbeitsauftrag ist klar formuliert: „Ich erwarte von meinen Jungs, dass sie sich wehren und durchsetzen können.“ Nach dem 1:0 gegen den SV Sandhausen soll die BVB-U23 bei den Remis-Königen der 3. Liga in Aachen (schon zwölf Unentschieden) nachlegen.
20. Februar, 15.46 Uhr: Borussia Dortmund trauert um Volunteer
Große Trauer bei Borussia Dortmund. Am Mittwochabend während des Champions-League-Spiels gegen Sporting Lissabon ist Martin Labus, ein langjähriger Volunteer, gestorben. Er ist 63 Jahre alt geworden. „Martin Labus war seit Juli 2013 ein fester Bestandteil des Volunteer-Teams und hat seither bei fast jedem Spiel unterstützt. Mit seiner unermüdlichen Einsatzbereitschaft war er eine große Bereicherung für die Volunteers. Im Info-Team „Team Außen“ stand er zahlreichen Fans mit Rat und Tat zur Seite und war stets bereit, bei Fragen und Anliegen zu helfen. Bei seinen Volunteer-Kollegen war er äußerst beliebt, seine kecken Sprüche brachten immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter seiner Mitmenschen“, schreibt der BVB in einer Mitteilung. „Wir sind mit unseren Gedanken bei seiner Familie.“ Labus hinterlässt eine Frau und zwei Töchter.
18. Februar, 22.18 Uhr: Kovac-Ansage an BVB-Profis nach Presse-Aufreger in Bochum
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat seine Spieler für ihr Verhalten nach dem 0:2 beim VfL Bochum gerüffelt. Dass die enttäuschten Profis nach einer Niederlage wie am vergangenen Samstag nicht mit Journalisten sprechen, werde es in Zukunft nicht mehr geben „In Zukunft werden sich die Spieler den Nachfragen stellen. Das gehört zum Leben dazu. Das werden wir mit Sicherheit besser machen“, sagte der 53-Jährige am Dienstag.
Nach der Blamage beim abstiegsbedrohten Reviernachbarn waren nur zwei Spieler den vertraglichen Pflichten nachgekommen und vor die TV-Kameras getreten. Den Fragen aller anderen Journalisten entzogen sich die Profis indes. „Das ist nicht gut gelaufen, dass niemand bei der schreibenden Zunft war“, meinte Kovac. „Da werde ich auch dafür sorgen, dass das in Zukunft nicht mehr passiert. Ich bitte um Nachsicht.“
18. Februar, 19.45 Uhr: Roggow verhandelt mit Hertha BSC
Am Samstag noch war Franz Roggow Siegtorschütze beim 1:0-Erfolg von Borussia Dortmunds U23 gegen den SV Sandhausen. Den trainingsfreien Dienstag nutzte der 22-Jährige nun offenbar für weitere persönliche Weichenstellungen. Ein Video von Sky, das bei „X“ kursiert, zeigt, wie der BVB-Mittelfeldspieler gemeinsam mit seinem Berater Mohamed Meziani die Geschäftsstelle von Hertha BSC besucht.
Roggow, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, führt derzeit Vertragsverhandlungen. Berlin ist dabei einer von mehreren Zweitligisten, die Interesse am Dortmunder zeigen. Roggow (Marktwert: 600.000 Euro) war 2021 vom FC St. Pauli zur BVB-U23 gewechselt und hat sich dort nach kurzer Anlaufzeit rasch zum absoluten Stammspieler entwickelt. Dennoch ist sein Abgang im Juni gewiss – der 22-Jährige möchte den nächsten Schritt in seiner Karriere machen.
16. Februar, 17.17 Uhr: Ragnick übt massive Kritik an BVB-Kaderplanung
Ralf Rangnick (66) hat in der sportlichen Krise von Borussia Dortmund die Kaderplanung des Klubs kritisiert. Der österreichische Nationalcoach war vor der Verpflichtung von Niko Kovac selbst ein Trainerkandidat beim BVB und sagte bei „Bild Sport“: „Man hat nicht das Gefühl, dass als Überschrift steht: Wie wollen wir eigentlich spielen? Wie wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern nicht den Vorwurf machen. Sondern das liegt daran, dass über Jahre hinweg dieser Fixpunkt einer Spielidee nicht mehr verfolgt worden ist.“
Rangnick hatte im Januar in Salzburg Gespräche mit Hans-Joachim Watzke und Lars Ricken über ein mögliches Engagement bei den Schwarzgelben gesprochen, letztlich aber abgesagt. Die Krise der Dortmunder hat seiner Meinung nach einen langen Vorlauf.
„Gehen wir mal in die Zeit zurück, in der der BVB am erfolgreichsten war in den letzten 20 Jahren. Das waren die Jahre unter Jürgen Klopp“, sagte Rangnick. „Damals hat man von Anfang an in der Kaderzusammenstellung darauf geachtet, dass die Spieler zu der gewünschten Spielweise von Jürgen Klopp passen. Damals gab es drei Entscheider, die auch nach außen hin die Entscheider waren mit Aki Watzke, mit Michael Zorc und mit Jürgen Klopp. Und in jedem Transferfenster hat man diesen Kader zusammengestellt, der dann am Ende zweimal Deutscher Meister und Pokalsieger wurde.“
Damals sei der BVB „tatsächlich eine Marke“ gewesen, so Rangnick. „Jetzt haben sie den zehnten oder zwölften Trainer seit Jürgen Klopp nicht mehr da ist. Aber man hat einfach nicht mehr stringent nach irgendeiner vorgestellten Spielweise den Kader zusammengestellt.“
16. Februar, 16.28 Uhr: Diallo sichert Auswärtssieg der BVB-U19
Borussia Dortmunds U19 hat das Aus in der Youth League gegen Real Madrid gut verkraftet. Bei Union Berlin siegte die Mannschaft von Mike Tullberg am Sonntag mt 4:2 (1:2) und drehte dabei einen zweimaligen Rückstand. Zum Matchwinner avancierte Ousmane Diallo mit einem Doppelpack (73., 82.).
Den besseren Start erwischten jedoch die Gastgeber. Nach einem Fehler von BVB-Rechtsverteidiger William Rashidi schob Musa Alkan zur Berliner Führung ein. Dortmund fand durch Pharell Kegni jedoch die direkte Antwort (6.). Eine weitere Unaufmerksamkeit in der Defensive führte nach Foul von Dortmunds Torhüter Robin Lisewski zur erneuten Union-Führung per Elfmeter durch Duje Sliskovic (19.).
Nach insgesamt vier Wechseln bis zur 71. Minute übernahmen die Schwarzgelben immer mehr die Spielkontrolle und drehten die Partie innerhalb von zehn Minuten durch Diallo und Joker Alex Niziolek (77.). „Wir haben das Spiel in der zweiten Halbzeit bestimmt und die drei Tore erzwungen“, sagte Tullberg. In der Tabelle rückt der BVB mit sechs Punkten auf Rang zwei vor. Am kommenden Samstag (12 Uhr) folgt ein weiteres Auswärtsspiel beim Tabellenvierten FSV Mainz 05.
15. Februar. 18.23 Uhr: BVB-U23 beendet Sieglos-Serie gegen Sandhausen
Die BVB-U23 ist zurück in der Erfolgsspur. Durch ein 1:0 gegen den SV Sandhausen beendete die schwarzgelbe Drittliga-Filiale ihre seit drei Spielen andauernde Sieg- und Torlos-Serie. Den Treffer des Tages erzielte Franz Roggow nach einem Doppelpass mit Jordi Paulina nach 17 Minuten.
Der BVB war in der ersten Hälfte drückend überlegen, vergab jedoch eine Reihe von Großchancen. Die dickste gab es nach 27 Minuten, als Michael Eberwein die Latte traf. Nach der Pause ein anderes Bild: Sandhausen drückte, die Borussia geriet vollkommen in die Defensive. Sie hatte in Torwart Marcel Lotka aber einen starken Rückhalt, der den Sieg festhielt.
„Ich bin erleichtert und zufrieden. In der ersten Hälfte haben wir genau das auf dem Platz bekommen, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben es aber versäumt, deutlich höher zu führen. Ein 2:0, 3:0 wäre möglich gewesen. In der zweiten Halbzeit haben wir eine tolle kämpferische Leistung geboten und es als Mannschaft rigoros verteidigt“, befand BVB-U23-Trainer Jan Zimmermann.
12. Februar, 12 Uhr: DFB terminiert Drittliga-Spieltage der BVB-U23
Der DFB hat die Spieltage 27 bis 30 in der 3. Liga terminiert. Glück für die U23 von Borussia Dortmund: An diesen vier Spieltagen findet keine Begegnung parallel zu den Profis statt. Eine Partie steigt allerdings am Achtelfinal-Spieltag der Champions League. Die Ansetzungen im Überblick:
06. Februar, 13.08 Uhr: DFL terminiert Bundesliga-Spieltage 25 bis 27
Die Deutsche Fußball Liga hat am Donnerstag die zeitegnauen Ansetzungen für die Bundesliga-Spieltage 25 bis 27 bekanntgegeben. Alle BVB-Termine auf einen Blick:
Die wichtigsten Entscheidungen beim BVB wurden bisher in der sogenannten ‚Elefantenrunde‘ besprochen. Lars Ricken hat sie nun kurzerhand abgeschafft.
Dortmund – Rund um Borussia Dortmund war nach dem Kantersieg über Union Berlin am Samstagabend die Erleichterung groß. Die 6:0-Gala gegen die Eisernen war das erste große Statement unter Neu-Trainer Niko Kovač, mit dem die Mannschaft bewies, dass sie das Fußballspielen doch nicht verlernt hat.
Die Hoffnung auf eine Initialzündung ist gegeben, muss aber am Wochenende beim FC St. Pauli sogleich bestätigt werden. Schon zu oft hat der BVB in dieser Saison nach guten Spielen einen Rückfall erlitten.
Interessant war indes nicht nur, was am Samstagabend auf dem Spielfeld passierte. Am Seitenrand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine jahrelange BVB-Tradition.
In der Elefantenrunde des BVB wurden schon Cheftrainer gestürzt
Der Sportchef bestätigte bereits vor der Partie beim TV-Sender Sky das Ende der sogenannten ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund.
Üblicherweise einmal im Monat waren in den letzten Jahren die Granden beim BVB zu dieser Besprechung zusammengekommen, in der die Leitlinien der Entwicklung rund um die Profimannschaft entwickelt wurden. In den Elefantenrunden wurden Transferziele formuliert, auch Entscheidungen über den Trainerposten gefällt.
Als sich Dortmund und Chefcoach Marco Rose im Jahr 2022 völlig überraschend trennten, ging dem eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde voraus. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl und sein Vorgänger Michael Zorc sowie Klubberater Matthias Sammer waren die ständigen Mitglieder der Runde, Rose wurde zur Analyse eingeladen.
Ricken leitete die Elefantenrunde beim BVB seit Juni
Nachdem Watzke bereits im letzten Jahr die Umstrukturierung auf der Chefetage angestoßen hatte, leitete Ricken die Elefantenrunden seit Ende der Vorsaison. In seiner ersten Sitzung im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin auf der Tagesordnung. Dessen Aus im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat haben nun auch das Ende der Elefantenrunden mit sich gebracht.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken. „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dem Schritt konsolidiert Ricken die Machtbasis bei den BVB-Profis um sich. Der Sportchef hat die glasklare Richtlinienkompetenz, Sportdirektor Kehl trägt die Verantwortung für die Umsetzung der Kaderplanung und fungiert als Bindeglied zwischen Trainerstab und Klubführung. Es sind schlanke Strukturen, für die sich Ricken entschieden hat.
BVB-Boss Ricken schärft sein Profil deutlich
Bei seiner Beförderung vom Chef der Nachwuchsabteilung zum Gesicht aller Fußballgeschäfte des BVB war dem Ex-Profi durchaus Skepsis ins Gesicht geweht. Ricken hatte kein sonderlich ausgeprägtes öffentliches Profil, Kritiker wiesen auf mangelnde Erfahrung im Profi-Management hin.
In den ersten Monaten im Amt konnte Ricken den Vorwurf einer gewissen Farblosigkeit nicht ablegen. Wo Watzke als Klubchef bisweilen polterte und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, ist der geborene Dortmunder Ricken eher ein ruhiger Vertreter. Die letzten Wochen haben jedoch gezeigt, dass beim 48-Jährigen stille Wasser durchaus tief sind.
Den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank korrigierte Ricken mehr oder minder im Alleingang. Er gab mit U19-Trainer Mike Tullberg einem langjährigen Vertrauten drei Spiele als Interimscoach, um die Gespräche mit Kovač in der nötigen Ruhe zu führen. Dessen Engagement mit Vertrag bis 2026 löste in Dortmund keine Jubelstürme aus, gibt dem Klub aber auch mit Blick auf die Klub-WM im Sommer Planungssicherheit.
Ricken muss auch gegen alte BVB-Kollegen hart sein
Ricken hat also gezeigt, dass er sich nicht vor Entscheidungen scheut. „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer“, erklärte Ricken selbst.
Die Abkehr von der BVB-Institution der Elefantenrunde passt ins Bild. Ebenso das wohl recht deutlich ausgefallene Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll. Dessen Auftritte als TV-Experte hatten in Dortmund bisweilen für Unruhe gesorgt.
Zum Überlaufen brachte Sammer das Fass mit seiner Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage beim FC Bologna in der Champions League attestierte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft sei „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
Machtwort zu BVB-Berater Sammer zeigt Wirkung
Inhaltlich lag Sammer sicher nicht komplett daneben, für die Außendarstellung des Vereins war es jedoch verheerend, dass eine an der Entscheidungsfindung in Sachen Kaderplanung und Trainerfrage beteiligte Person derart kritische Worte wählte.
Ricken hat Sammer, mit dem er sich zu aktiven Zeiten einst im Trainingslager das Doppelzimmer teilte, deshalb zum Verzicht auf die Expertentätigkeit bei BVB-Spielen aufgerufen. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, schob Ricken nach, dessen Worte aber klar darauf deuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr betreuen wird.
Das Hinspiel im Achtelfinale gegen den OSC Lille läuft beim Streamingdienst Amazon Prime Video, es wäre überraschend, wenn Sammer dabei zum Einsatz käme.