Borussia Dortmund mischt im Kampf um die Europapokal-Plätze in der Fußball-Bundesliga wieder kräftig mit. Eine Woche nach dem fulminanten 6:0 gegen den 1. FC Union Berlin kam der BVB zu einem 2:0 (0:0) beim FC St. Pauli.
Torlos St. Pauli
Nach einer schwachen ersten Halbzeit steigerten sich die Gäste. Serhou Guirassy (51.) mit seinem 14. Saisontor und Karim Adeyemi (58.) trafen zum am Ende doch noch verdienten Erfolg. Für die Hamburger wird die Situation am Tabellenende nach der vierten Niederlage nacheinander bedenklich. Zudem blieb die Mannschaft von Trainer Alexander Blessin zum vierten Mal ohne eigenes Tor.
Der Aufsteiger begann stark. Vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion nahm das Spiel der Hamburger nach fünf Minuten Fahrt auf. Vor allem Noah Weißhaupt und Philipp Treu sorgten vorwiegend über die rechte Seite für Schwung.
Farblose Gäste
Und die Dortmunder? Von ihrem Rausch beim Kantersieg gegen Union Berlin war nichts mehr zu sehen. Gegen die von Hauke Wahl organisierte Kiez-Deckung brachten Guirassy und Kollegen lange nichts zustande. Der Vierfach-Torschütze gegen Union war nahezu abgemeldet.
Auch von Dortmunds Top-Vorbereiter Pascal Groß gab es kaum Impulse. Erst mit der letzten Aktion vor der Pause kam der BVB durch Adeyemi zu ihrer ersten Chance. Doch der Ball rollte knapp am rechten Pfosten vorbei.
Zuvor waren Torraumszenen beinahe nur von den Gastgebern zu sehen. Obwohl der BVB mehr Ballbesitz bis zur Pause hatte (58:42 Prozent), tauchten die Hamburger häufiger aussichtsreich im gegnerischen Strafraum auf.
Doch wie schon seit Wochen nutzten sie die Gelegenheiten nicht. Elias Saad (7.) per Kopf, Jackson Irvine (14.) mit einem Schuss über die Latte und Wahl (34.) aus kurzer Entfernung brachten den Ball erst gar nicht aufs Tor und machten die Abschlussschwäche des FC St. Pauli deutlich.
Dortmunder Leistungssteigerung nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel sollte sich das schnell für die Hamburger rächen. Die Dortmunder agierten zielstrebiger, ließen St. Pauli kaum noch ins Spiel kommen. Guirassy (51.) staubte mit seiner bis dahin ersten nennenswerten Szene zur Führung ab. Nur sieben Minuten später krönte Adeyemi mit einem Klasse-Solo einen Konter und seine überzeugende Leistung.
Die Kiezkicker brauchten Zeit, um den Doppelschlag zu verarbeiten. Sie bemühten sich, weiter nach vorn zu spielen. Klare Möglichkeiten ergaben sich nicht mehr. Der BVB agierte immer souveräner und ließ nichts mehr zu.
FC St. Pauli gegen Borussia Dortmund: Hier gibt es den Liveticker zum Nachlesen
Unter Niko Kovač stabilisiert sich der BVB zunehmend. Hat der Coach eine Trendwende geschafft oder von schwachen Gegnern profitiert?
Hamburg/Dortmund – Borussia Dortmund hat am 24. Spieltag der Bundesliga im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli für eine Saisonpremiere gesorgt: Erstmals gelang den Schwarzgelben in der Liga, auf ein Erfolgserlebnis einen weiteren Sieg folgen zu lassen.
Nach der 6:0-Gala gegen Union Berlin bot das 2:0 in Hamburg mit Ausnahme des sehenswerten Treffers von Matchwinner Karim Adeyemi (58.) eher fußballerische Hausmannskost, damit können sie beim BVB aber bestens leben. Zwar bleibt es bei Tabellenplatz zehn, den Anschluss an die Europapokalränge hat Dortmund unter Neu-Trainer Niko Kovač inzwischen aber herstellen können.
BVB unter Niko Kovač in sechs Pflichtspielen viermal ohne Gegentor
Der Chefcoach sammelt weiter Pluspunkte, lässt die Skeptiker, die seine Verpflichtung als Nachfolger von Nuri Şahin (und Interimscoach Mike Tullberg) kritisch gesehen hatten, nach und nach verstummen. Kovač hat nicht den Auftrag erhalten, den Fußball zu revolutionieren und an die „Vollgasveranstaltungen“ von Jürgen Klopp zu erinnern. Sondern der Kroate sollte die Mannschaft stabilisieren und ganz einfach Ergebnisse einfahren.
Nach sechs Pflichtspielen liest sich die Zwischenbilanz gemessen am Krisenzustand des BVB vor Amtsantritt von Kovač ordentlich: Drei Siege, ein Remis und zwei Niederlagen stehen zu Buche, viermal schon blieb Dortmund dabei ohne Gegentreffer, zuletzt alleine dreimal am Stück. Das ist keine Selbstverständlichkeit für eine Mannschaft, die immer noch mehr Bundesliga-Tore kassiert hat als die beiden Gegner, die sie zuletzt besiegen konnte.
„Ein seriöses Spiel“ reicht dem BVB auf St. Pauli
Das 2:0 auf St. Pauli sticht dabei als erst dritter Auswärtssieg in der laufenden Bundesliga-Saison nicht weniger, aber anders hervor als das 6:0 gegen Union in der Vorwoche. Auf fremden Plätzen war der BVB zuvor nur bei einem torlosen Remis gegen Werder Bremen ohne ein Gegentor geblieben.
„Wir haben ein seriöses Spiel gemacht. Die erste Halbzeit war nicht so gut von uns, aber in der zweiten Halbzeit haben wir das ganze unter Kontrolle gehabt, zwei, drei gute Nadelstiche gesetzt, das hat gereicht“, schätzte Verteidiger Nico Schlotterbeck, wie üblich einer der besten beim BVB, gegenüber dem TV-Sender Sky ein.
Experte Dietmar Hamann, der in der jüngeren Vergangenheit oft scharfzüngig über Dortmund richtete, nahm den Ball von Nationalspieler Schlotterbeck auf. „Er hat das Wort genutzt, dass ich zu oft bei den Dortmundern vermisse: seriös. Es war eine seriöse, professionelle Einstellung und Leistung. Sie haben ohne großes Aufheben das Spiel nach Hause gefahren. Mehr brauchst du gegen St. Pauli nicht“, sagte Hamann.
Kein Top-Team besiegte St. Pauli im Vorbeigehen
Fakt ist: St. Pauli hat nun vier Bundesliga-Partien am Stück verloren, stellt mit nur 18 Treffern den schwächsten Angriff der Liga. Fakt ist aber auch, dass sich die defensiv fast immer stabilen Hamburger kaum im Vorbeigehen besiegen lassen. Gegen den FC Bayern, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt, also die Top drei der Tabelle, waren die Kiezkicker jeweils mit einem Treffer Unterschied unterlegen.
Gegen RB Leipzig punktete St. Pauli in der Hinrunde, mit dem VfB Stuttgart verlor auch schon ein Champions-League-Teilnehmer gegen den Aufsteiger. Auswärts bei den Hamburgern gewonnen zu haben, ohne dabei nah an die Leistungsgrenze gehen zu müssen, sollte dem BVB guttun.
Kovač traf mit Dortmund auf machbare Gegner
Keine Frage, der Spielplan hat Kovač in die Karten gespielt. Mit Stuttgart und Sporting in der Champions League ist Dortmund unter dem neuen Trainer nur auf zwei Gegner von höherer Güteklasse getroffen, ansonsten ging es mit dem VfL Bochum, Union und St. Pauli gegen Teams aus dem Tabellenkeller. Gegen den VfB setzte es zum Debüt von Kovač eine verdiente Heimniederlage, in 180 Minuten gegen Lissabon reichte eine gute Halbzeit, um die K.-o.-Runde für den BVB zu entscheiden.
Dortmund ist aber schon viel zu oft über vermeintlich leichte Gegner gestolpert, als dass die ersten Erfolgserlebnisse unter Kovač in der Bundesliga völlig kleingeredet werden sollten. In vier von sechs Pflichtspielen ohne Gegentor geblieben zu sein, ist ungeachtet der Qualität der Gegner eine Hausnummer, auf der sich aufbauen lässt.
Die Gefahr, dass zu schnell zu große Zufriedenheit aufkommt, scheint beim vergleichsweise nüchternen Berliner Kovač nicht gegeben. Auch die Mannschaft erweckt den Eindruck, dass der sprichwörtliche Groschen womöglich endlich gefallen ist. Andernfalls gäbe es im Hintergrund genügend Mahner.
Sportchef Lars Ricken fordert beim BVB einen „Tunnelblick“
„Wir müssen jetzt nicht komplett in Euphorie verfallen. Es geht darum, den Tunnelblick zu haben, die Scheuklappen aufzusetzen und auf uns zu schauen“, gab Sportchef Lars Ricken am Millerntor die Richtung mit Blick auf den Dienstagabend vor. Da geht es gegen den OSC Lille im Achtelfinale der Königsklasse.
Bisher war die Champions League für den BVB eine Wohlfühloase inmitten der so problematischen Bundesliga-Saison. Diesmal nimmt Dortmund sogar Rückenwind aus den beiden Siegen mit. Gewissermaßen ist aber alles, was jetzt noch im Europapokal kommt, Bonus. Der klare Fokus muss darauf liegen, auch nächste Saison an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen.
Platz vier und die damit verbundene Champions-League-Qualifikation bleibt das Fernziel, das aber beim BVB aktuell gar nicht so erklärt im Visier ist. „Im Endeffekt geht es darum, Spiele zu gewinnen. Und dann gucken wir, was dabei rauskommt“, hielt sich Ricken in Hamburg bedeckt.
Immerhin scheint der reine Krisenmodus für den Moment vorbei zu sein bei Borussia Dortmund.
Endlich wieder gute Laune bei Borussia Dortmund! Nach der 6:0-Gala gegen Union folgte der 2:0-Sieg beim FC St. Pauli. Mit Trainer Niko Kovac sieht es aktuell sehr gut aus, was die sportliche Wende betrifft.
Während unter dem neuen Coach einige Spieler von Borussia Dortmund aufblühen, gibt es auch einige Verlierer. Einer von ihnen ist Jamie Gittens. Sportdirektor Sebastian Kehl packt über die aktuelle Situation des Youngsters aus. Kommt es im Sommer zum Abschied?
Borussia Dortmund: Kehl packt über gefrusteten Star aus
Der Erfolg ist endlich wieder da. Erstmals konnte Borussia Dortmund zwei Bundesliga-Siege in Folge einfahren. Mit Niko Kovac sieht es beim BVB wieder viel besser aus. Während Spieler wie Karim Adeyemi endlich zeigen, was sie drauf haben, bleibt einer hinter den Erwartungen zurück.
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Jamie Gittens ist zwar mit 15 Scorern in dieser Saison einer der besten Profis, aktuell ist er unter Kovac allerdings Bankdrücker. In den vergangenen beiden Spielen gab es nur wenige Minuten in der Schlussphase für den 20-Jährigen, dem das ganz und gar nicht gefällt.
„Man merkt ihm an, dass er gerade frustriert ist. Am Ende geht es aber um die Mannschaft – das weiß auch Jamie. Er ist dennoch unglaublich wichtig für den Klub, hat sich zum Unterschiedsspieler gemacht. Es tut uns aber gut, dass wir diese Konkurrenzsituation haben“, sagte Kehl nach der St. Pauli-Partie.
Folgt im Sommer der Abschied?
Aktuell haben Maximilian Beier und Adeyemi den Vorrang vor Gittens. Der junge Brite konnte seit der Ankunft von Kovac kaum überzeugen und sitzt seitdem bei Borussia Dortmund deshalb nur noch auf der Bank. In der Vergangenheit gab es immer wieder Gerüchte über einen Abschied im Sommer. Geht es in den kommenden Wochen und Monaten so weiter, könnte es tatsächlich zur Trennung kommen.
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Die Interessentenliste für Gittens ist lang. Mehrere Premier-League-Vereine wie Arsenal, Chelsea und Tottenham wären bereit, eine hohe Ablöse zu zahlen. Ein Abschied würde realistischer werden, wenn der BVB die Champions League verpasst. Denn dann fehlen auch die wichtigen Einnahmen, die mit einem Gittens-Transfer wieder hereinkommen würden.
Marco Rose ist angezählt. Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund bleibt mit RB Leipzig hinter den Erwartungen zurück.
Leipzig – In Leipzig ist vor Saisonbeginn von einem Meisterschaftskampf geträumt worden, doch von der Spitzenposition ist RB derzeit ähnlich weit entfernt wie der BVB. Platz sechs und magere 38 Punkte stehen nach 24 Spieltagen zu Buche, Spitzenreiter FC Bayern hat bereits 61 Zähler gesammelt. Entsprechend dünn wird die Luft für Trainer Marco Rose, der einst bei Borussia Dortmund angestellt war (2021/22).
Entscheidung um Zukunft von Ex-BVB-Trainer Marco Rose gefallen
Vorerst bleibt Rose aber Trainer der Sachsen, wie Sky berichtet. Grundsätzlich plane RB Leipzig um Geschäftsführer Marcel Schäfer und „Global Head of Soccer“ Jürgen Klopp bis Sommer mit dem ehemaligen BVB-Trainer. Eine Trennung während der Saison sei nicht die angestrebte Lösung.
Dennoch sei das kommende Bundesliga-Spiel wegweisend: RB Leipzig tritt am kommenden Samstag (8. März, 18.30 Uhr) beim Tabellen-Nachbarn aus Freiburg an (Platz 5, 39 Punkte bei einem Spiel weniger). Geht die Partie verloren, deute sich eine Trennung an.
RB verliert, BVB gewinnt: Bundesliga-Tabelle wird enger
RB zog zwar kürzlich ins Halbfinale des DFB-Pokals ein, doch schied Leipzig sang- und klanglos aus der Champions League aus (drei Punkte aus acht Spielen). Zudem gab es im Kalenderjahr 2025 erst zwei Siege in neun Bundesliga-Partien.
Am Samstag (1. März) verlor RB ein Duell um die CL-Plätze mit 1:2 gegen den FSV Mainz 05. Gleichzeitig gewann der BVB mit 2:0 beim FC St. Pauli – deshalb trennen Platz sechs und zehn derzeit nur drei Punkte.
Yan Couto hat beim 2:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen den FC St. Pauli eine starke Leistung gezeigt – und das in einer Rolle, die ihm nicht unbedingt auf den Leib geschneidert ist. Trainer Niko Kovač hatte den Brasilianer als Außenverteidiger aufgestellt, obwohl er ihn zuvor eher als Wingback bezeichnet hatte.
„Manchmal muss ein Trainer ein bisschen flunkeln“, scherzte Kovač nach dem Spiel. Der Plan ging jedenfalls auf: Couto machte seine Sache defensiv stark und war offensiv am Führungstreffer beteiligt. Seine Flanke leitete den Treffer von Serhou Guirassy ein. „Er hat heute richtig gut abgeräumt, viele Zweikämpfe gewonnen und eine starke Leistung gezeigt“, lobte Kovač.
Der 22-Jährige hatte zuvor nur wenige Einsatzminuten unter dem neuen BVB-Coach bekommen, bewies in Hamburg aber, dass er eine ernsthafte Option für die kommenden Spiele sein kann. Besonders in einer Partie, in der Dortmund mehr Ballbesitz erwartete, habe Couto mit seiner Ruhe am Ball das Spiel gut gemanagt, so Kovač.
Ob er auch in den nächsten Spielen als Außenverteidiger startet, bleibt abzuwarten. Doch mit seinem Auftritt auf St. Pauli hat sich Couto zumindest dafür empfohlen.
Quelle: Pressekonferenz
LIGAINSIDER-DURCHSCHNITTSNOTE in den letzten VIER Jahren
Die Hoffnung war groß, gegen Borussia Dortmund den Turnaround zu schaffen. Zunächst sah es auch so aus, als könnte der FC St. Pauli seinen Negativtrend in der Fußball-Bundesliga stoppen. Am Ende aber stand eine 0:2-Heimpleite zu Buche, nach der man nicht so einfach zur Tagesordnung übergehen könne, wie Jackson Irvine hervorhob.
FC St. Pauli muss schnell Antworten finden
Früher hat er sich die Spiele immer noch einmal angeschaut, um sie zu analysieren, zu lernen und besser zu werden. „Für jemanden wie mich, der nicht mit dem ultimativen natürlichen Talent gesegnet ist, ist das auch der Grund, wieso ich es in meiner Karriere bis hierhin geschafft habe“, hat Jackson Irvine einmal erklärt. Nicht selten hat ihn die Selbstkritik um den Schlaf gebracht. Inzwischen versucht der Kapitän des FC St. Pauli schneller mit dem Geschehenen abzuschließen. Am Samstag aber machte der 31-Jährige deutlich: Die Heimpleite gegen den BVB einfach so abzuhaken, das ist nicht möglich.
Die Hamburger sind in der Bundesliga inzwischen seit fünf Spielen sieglos und warten seit nunmehr 430 Minuten auf einen Torerfolg. „Wir müssen Antworten finden“, betonte der sichtlich angefasste Australier. Es braucht Antworten auf die Fragen, warum Chancen nicht genutzt wurden, hinten einfache Fehler zu Gegentoren führten und wiederholt auf eine gute erste Halbzeit eine deutlich schwächere zweite folgte. Eine Erklärung konnte Irvine ad hoc nicht liefern, er werde sich das noch einmal anschauen müssen, sagte der 31-Jährige.
Jackson Irvine kündigt intensive Gespräche an
Das Spiel in seine Einzelteile zu sezieren, mache allerdings wenig Sinn. Das Gesamtbild sei frustrierend, sagte Irvine: „Wie wir Woche für Woche die Spiele durchrutschen lassen – vier Niederlagen in Folge, das geht nicht.“ An der Einstellung läge es nicht, betonte der Australier, man spiele mit ganzem Herzen. Aber in einzelnen Momenten sei es eben nicht gut genug.
Warum die Hamburger gegen den BVB nach der Pause keinen Zugriff mehr bekamen und wie schon eine Woche zuvor in Mainz schnell auf die Verliererstraße gerieten, konnte auch Irvine nicht erklären. „Wir wollten mit hoher Intensität aus der Kabine kommen und aggressiv bleiben. Wir haben es aber nicht geschafft, gute Pressingmomente zu finden und hatten einen wirklich schlechten Start. Das hat uns das Spiel gekostet.“
Gleichwohl wollte der Kapitän sich nicht allein auf die Partie gegen Dortmund versteifen. „Ich denke, es ist ein Tag, um das große Ganze zu betrachten und was es im Kontext unserer aktuellen Situation und der kommenden Spiele bedeutet.“
„Wir müssen schwierige Gespräche untereinander führen. Es kann ein kleiner Kniff sein, der etwas ändert.“
Jackson Irvine
Kapitän des FC St. Pauli
Die Hamburger seien stets gut vorbereitet, körperlich, taktisch, mental. Der Matchplan passe ebenfalls. „Aber vielleicht gibt es einen Grund dafür, dass uns etwas fehlt.“ Möglichst schnell gilt es herauszufinden, was das sein könnte. Dazu werde man sich in die Augen schauen und in einen offenen, ehrlichen Austausch gehen, wie der Kapitän ankündigte: „Wir müssen schwierige Gespräche untereinander führen. Es kann ein kleiner Kniff sein, der etwas ändert.“
Hängende Köpfe und Ratlosigkeit bei den Hamburgern nach der neuerlichen Pleite. Foto: Valeria Witters
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Alexander Blessin wirft seiner Mannschaft „Naivität“ vor
Im ersten Saisondrittel, als der Aufsteiger Lehrgeld bezahlte, hatten die Hamburger noch auf den Entwicklungsprozess vertraut. Inzwischen aber sind eher Rückschritte erkennbar. Vor wenigen Wochen noch hatte Trainer Alexander Blessin davon gesprochen, seine Elf trete reifer auf als zu Beginn dieser Spielzeit. Am Samstag attestierte er der Mannschaft eine gewisse „Naivität“.
Die gilt es schnell abzulegen, im Abstiegskampf wird der Druck zunehmend größer. Deshalb sei es jetzt wichtig, Klartext zu sprechen und Lösungen zu finden. Noch steht der Aufsteiger (15.) über dem Strich, hat vier Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang und sechs auf den ersten Abstiegsplatz. Aber: „Die Dinge können sich sehr schnell ändern“, mahnte auch Irvine mit Blick darauf, dass die Saison in die entscheidende Phase geht und forderte etwas, für das es kein nächtliches Videostudium der letzten Auftritte braucht: „Wir müssen jetzt zehn Spiele um unser Leben spielen.“
Essen. Kaito Mizuta verdient sich als Joker die Note 1, entscheidet das Spiel in Dortmund für Rot-Weiss Essen. Der Winterneuzugang schlägt ein – und drängt in die Startelf.
Nach fünf Siegen in sechs Spielen wussten die RWE-Fans gar nicht, welchen ihrer Helden sie zuerst feiern sollten: Während Jakob Golz auf der einen Seite des Stadions Rote Erde auf den Zaun kletterte, feierten die RWE-Fans auf den Sitzplätzen Trainer Koschinat mit „Uwe, Uwe, Uwe“-Rufen, während der sein TV-Interview gab. Mann des Tages beim 1:0-Auswärtssieg über Borussia Dortmund II war aber ein anderer: Winterneuzugang Kaito Mizuta entschied das Spiel für Rot-Weiss Essen.
Erst einen Monat ist der Japaner bei Rot-Weiss Essen, auf einen Startelfeinsatz wartet er noch. Seine erste Bestnote dagegen hat er schon eingesackt – sein Joker-Auftritt in Dortmund verdiente eine glatte Eins. Eine halbe Stunde vor Schluss kam Mizuta ins Spiel. Mit einer seiner ersten Aktionen zog er das Foul gegen den bereits verwarnten Dortmunder Kabar – dessen Platzverweis war der eindeutige Knackpunkt des bis dahin ausgeglichenen Spiels, wie RWE-Coach Koschinat und BVB-Trainer Jan Zimmermann gleichermaßen analysierten.
Rot-Weiss Essen: Bei den Schlüsselszenen ist Mizuta beteiligt – Gelb-Rot und 1:0
Mizuta sorgte auch für mehr Torgefahr als seine Kollegen bis dahin und sorgte dann in der 86. Minute für Ekstase im Gästeblock: Links an der Strafraumkante legte er sich den Ball auf den rechten Fuß und schoss dann in Richtung des langen Torecks – der Ball knallte von der Unterkante der Latte auf den Boden und dann ins Netz. Ein Traumtor, die Entscheidung.
„Ich hatte zwei Großchancen, deswegen musste ich ein Tor machen“, sagte Mizuta. „Am Ende entscheidet mein Tor, das ist sehr gut“, sagte Mizuta, der sich in den vergangenen Wochen als perfekter Joker erwiesen hat. Schon gegen Ingolstadt brauchte Mizuta nach seiner Einwechslung keine Anlaufzeit, sorgte direkt für Torgefahr. Wenn er ins Spiel kommt, verursacht er mit seinem Tempo und seiner Frische auch immer wieder stressige SItuationen für müde oder schon gelbverwarnte Gegenspieler, ist oft nur per Foul zu stoppen.
Koschinat schwärmt von Mizuta – wann spielt er von Beginn an?
Trainer Uwe Koschinat sieht Mizutas Rolle sogar als Symbol für die Ergebnis- und Stimmungswende bei RWE: „Er steht stellvertretend, für das, was wir in den letzten Wochen geschafft haben: Wir bringen Einwechselspieler, die der Mannschaft unheimlich viel Kraft geben – egal ob wir ein Ergebnis über die Zeit bringen oder das Ergebnis verändern wollen. Das ist gut zu wissen, dass es nicht nur zehn oder elf Spieler gibt, die für den Erfolg verantwortlich sind, sondern mehr.“
Mizuta tut der Mannschaft also gut – aber ist er nur der perfekte Joker? Oder gehört ein Spieler, der so stark Einfluss aufs Spiel nimmt, nicht in die Startelf? Mizuta sagt: „Es ist mein Job, eingewechselt zu werden und die Mannschaft besser zu machen. Ich hoffe, dass ich vielleicht auch in die Startelf darf, aber das wichtigste ist, dass die Mannschaft gewinnt.“
Der Japaner kam kurz vor Transferschluss Ende Januar von Arminia Bielefeld nach Essen. In Bielefeld kam er nicht mehr zum Zug, saß sogar im Dezember nur noch auf der Tribüne. Koschinat brachte Mizuta zuletzt immer für die letzten 15 oder 20 Minuten, in Dortmund nun für eine halbe Stunde.
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Dass der 24-Jährige es verdient hat, von Beginn an aufzulaufen, steht für Koschinat außer Frage: „Einen Spieler dauerhaft ruhig zu halten, der eine Startelfnominierung verdient hat, das geht nur mit guter Kommunikation“, sagt der Trainer. „Ich habe in den persönlichen Gesprächen aber auch viel Dankbarkeit aus seinem Mund erfahren. Er war froh, mit dem Wechsel seine persönliche Situation verändern zu können, kriegt hier viele Spielminuten und Kaito spürt auch die Wertschätzung aus der Mannschaft.“
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Mizuta ist der perfekte Joker – sein nächstes Ziel ist ein Tor an der Hafenstraße
Aktuell ist der Japaner also wirklich der perfekte Joker – und früher oder später wird er an Mizuta sowieso nicht vorbeikommen, ist Koschinat überzeugt. Ob wegen Englischer Wochen, Verletzungen oder Sperren wird er seine zuletzt fest gesetzte Startelf auch mal verändern müssen.
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Das nächste Mal entscheiden muss er sich vor dem Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am Sonntag, 19.30 Uhr unter Flutlicht an der Hafenstraße. Mizuta fühlt sich „sehr gut“ nach seinem ersten Monat in Essen, hat nach der Gefühlsexplosion vorm Gästeblock am Samstag aber einen neuen Wunsch: „Ich will jetzt auch in einem Heimspiel ein Tor machen. Wenn wir das nächste Spiel auch gewinnen, sieht es super aus.“
Dortmund bastelt weiter an einer erfolgreichen Zukunft!
Mit der Einstellung von Niko Kovač (53) und den Entlassungen von Ex-Trainer Nuri Şahin (36) sowie Kaderplaner Sven Mislintat (52) hat der BVB schon eine erste Radikal-Kur zum Jahres-Start durchgezogen. Doch die Bosse treiben den Umbau weiter voran – und holen sich einen echten Experten mit ins Boot.
Dortmund holte heimlich Pep-Flüsterer
Versteckte Botschaft?: Spannende Theorie zum Adeyemi-Jubel
Quelle: BILD01.03.2025
Beim 2:0-Sieg auf St. Pauli saß mit Steven Rands (39) ein neuer Video- und Spielanalyst auf der Bank. Er nahm direkt neben Co-Trainer Robert Kovač Platz, war sofort in alle wichtigen Entscheidungen eingebunden. Der Engländer gilt auf der Insel ein echter Profi seines Gebiets, arbeitete bis 2016 bei Manchester City mit Trainer-Legende Pep Guardiola (54) zusammen. Zuletzt war er als Co-Trainer bei Leicester City angestellt.
Analyse während des Spiels: Trainer Niko Kovač (v.l.), sein „Co“ Robert Kovač und Steven Rands
Foto: picture alliance / Kirchner-Media
Kurios: Nicht Dortmund machte die Verpflichtung offiziell, sondern Rands selbst. Auf der Karriere-Plattform LinkedIn schrieb er unter der Woche: „Es freut mich, mitteilen zu können, dass ich mich dem Champions-League- und Bundesliga-Giganten Borussia Dortmund angeschlossen habe. Es ist eine unglaubliche Chance, Teil eines Klubs mit so einer großen Historie, so leidenschaftlichen Fans und der Verpflichtung zu exzellenter Arbeit zu sein. Ich freue mich darauf, meinen Teil beizutragen und mit einigen der genialsten Köpfe des Fußballs zusammenzuarbeiten!“
Marco Rose soll trotz der mäßigen Bundesliga-Bilanz vorerst Trainer von RB Leipzig bleiben. Nach „dpa“-Informationen leitet der 48-Jährige am Sonntagvormittag das Auslaufen nach dem 1:2 gegen Mainz 05 und soll auch am Samstag im Spiel beim SC Freiburg (18:30 Uhr/Sky) eine weitere Chance erhalten. Zuerst hatte „Sky“ berichtet.
Immer deutlicher zeichnet sich jedoch ab, dass es für Rose im Sommer trotz Vertrages bis 2026 nicht weitergeht. In der Bundesliga ist RB auf Platz sechs abgerutscht, in der Champions League blamabel in der Ligaphase mit nur einem Sieg ausgeschieden. Im DFB-Pokal ist Leipzig mit dem Erreichen des Halbfinals indes im Soll.
Als Kandidat für die Nachfolge gilt Sebastian Hoeneß, der den VfB Stuttgart aufgrund einer Ausstiegsklausel im Sommer verlassen kann. Allerdings wird angeblich eine Ablöse von 8 Millionen Euro fällig, zudem muss der Klub wohl international vertreten sein. Das ist bei Leipzig noch der Fall, allerdings verlieren die Sachsen ihr primäres Ziel – die Qualifikation für die Champions League – gerade etwas aus den Augen.
In der Rückrunden-Tabelle der Bundesliga ist Leipzig nur Elfter. Von bisher sieben Spielen wurde nur eins gewonnen, fünfmal spielte RB unentschieden. Dabei gab man Punkte gegen die Abstiegskandidaten Union Berlin, 1. FC Heidenheim und VfL Bochum ab. In den kommenden Wochen warten dagegen Duelle mit Borussia Dortmund, dem VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt.
„Wir arbeiten bis zum Ende der Saison mit dem Kader, den wir jetzt zur Verfügung haben. Uns fehlen mehrere Spieler und andere sind noch nicht bei einhundert Prozent. Unsere Möglichkeiten für die Offensive waren etwas dünn, aber wir haben unsere Ziele und daran wird sich auch nichts ändern, dementsprechend müssen wir damit arbeiten“, sagte Rose nach der Heimniederlage bei „Sky“.
Seit der Ankunft von Niko Kovac bei Borussia Dortmund läuft es sportlich wieder. Die Ergebnisse stimmen endlich, nachdem es zu Beginn noch bittere Niederlagen gegeben hatte.
So fangen auch einige Spieler von Borussia Dortmund an, endlich ihre Topform zu zeigen und zu bestätigen. Einer von ihnen ist Karim Adeyemi, der immer wieder mit einem Abgang in Verbindung gebracht wird. Jetzt spricht der Flügelstürmer über seine Zukunft.
Borussia Dortmund: Adeyemi spricht über Zukunft
Sowohl für Borussia Dortmund als auch für Karim Adeyemi ist es bislang noch eine enttäuschende Saison. Beim 23-Jährigen warten alle auf den Durchbruch. Zwar zeigt der Offensivspieler immer mal wieder, was er drauf hat. Doch dem BVB ist das noch zu wenig.
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Im Winter gab es viele Gerüchte über einen Wechsel. Vor allem die SSC Neapel soll großes Interesse an einem Transfer gehabt haben. 50 Millionen Euro wollte der italienische Klub für Adeyemi ausgeben. Eigentlich waren sich der BVB und Neapel einig, doch Adeyemi selbst wollte nicht.
Wie sieht nun im Sommer aus? Wird er ab der kommenden Saison auch noch für die Dortmunder spielen? Er fühle sich sehr wohl beim BVB. Allerdings sieht hier ein klares Bekenntnis anders aus: „Was in der Zukunft passiert, weiß man nie“, sagte Adeyemi nach dem 2:0-Sieg gegen St. Pauli.
Hammer-Wechsel im Sommer?
Bei Borussia Dortmund hat er noch einen Vertrag bis 2027. Neben Neapel sind noch andere Top-Klubs an Adeyemi interessiert, die ebenfalls viele Millionen auf den Tisch legen würden, um den Deutschen zu sich ins Team holen zu können. Zuletzt gab es Gerüchte darüber, dass er gerne beim BVB bleiben würde, da er unter Kovac endlich aufblüht.
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Allerdings wird Dortmund ihn nur behalten können, wenn auch die Teilnahme an der Champions League gelingt. Wird das nicht der Fall sein, fehlen wichtige Millionen. Die könnten dann durch einen Adeyemi-Transfer wieder reingeholt werden. Neben Adeyemi sollen auch Gregor Kobel und Jamie Gittens für hohe Ablösen verkauft werden.