Beim BVB legte Henrikh Mkhitaryan eine besonders fulminante Saison hin. An diese erinnerten sich die Dortmunder und erhielten eine rührende Antwort.
Dortmund – Henrikh Mkhitaryan erzielte für Borussia Dortmund 41 Tore und 49 Vorlagen geliefert. Insgesamt hat der Stürmer drei Jahre beim BVB gespielt. Die Zeit hat er nicht vergessen.
Als er von den Dortmundern auf Social Media geehrt wurde, meldete sich Mkhitaryan persönlich zu Wort. Er reagierte auf den Beitrag und sendete „viel Liebe“ ins Ruhrgebiet.
Außerdem betonte er, dass er die Zeit nie vergessen werde. Mkhitaryan spielt aktuell bei Inter Mailand.
Karim Adeyemi war der entscheidende Spieler für den BVB auf St. Pauli. Nach einer schwierigen Phase zeigt der Trend bei ihm in die richtige Richtung.
Hamburg/Dortmund – Borussia Dortmund musste am 24. Spieltag der Bundesliga im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli nur einmal kurz aufs Gaspedal drücken, um mit einer kuriosen Schreckensbilanz aufzuräumen: Dank Treffern von Serhou Guirassy und Karim Adeyemi gelang ein 2:0-Sieg, durch den der BVB erstmals in dieser Spielzeit ein zweites Bundesligaspiel in Serie für sich entscheiden konnte.
Guirassy stocherte in der 50. Minute entscheidend, Adeyemi legte acht Minuten später per Einmannkonter nach Befreiungsschlag von Maximilian Beier nach. Der Außenstürmer avancierte zum Matchwinner beim Arbeitssieg des BVB, weil er zuvor schon den Treffer von Guirassy mit einer feinen Ballannahme eingeleitet hatte.
Karim Adeyemi ist ein klarer Kovač-Gewinner
Adeyemi kann mit Fug und Recht als ein Gewinner des Trainerwechsels beim BVB bezeichnet werden. Der Begriff mag aktuell etwas inflationär genutzt werden, auf den WM-Teilnehmer von 2022 trifft er aber zu. Unter Niko Kovač standen aus der Dortmund-Offensive nur Guirassy und Adeyemi in allen sechs Spielen in der Startelf. Während es beim Mittelstürmer schon aus Gründen der Kaderplanung eine Selbstverständlichkeit darstellt, böten sich auf den Außenbahnen durchaus Alternativen.
Immerhin versetzte Kovač Jungstar Jamie Gittens nun schon zum zweiten Mal in Serie auf die Ersatzbank. Der Engländer wirkte zuvor überspielt, lief sich immer wieder bei Dribblingversuchen fest. Auch Adeyemi ist in den ersten Wochen unter Kovač nicht alles gelungen, weit gefehlt: Die Entscheidungsfindung bleibt das größte Problem beim 23-Jährigen. Dass er sich jetzt aber für den großen Aufwand, den er unter Kovač betreibt, mit dem ersten Bundesliga-Tor seit Mitte September (!) belohnte, kommt nicht von ungefähr.
Selbst Adeyemi-Kritiker schnallt mit der Zunge: „Ein herausragendes Tor“
Bei seinem Treffer zeigte Adeyemi seine Stärken, die ihm im Gesamtpaket zu einem Spieler von herausragendem Potenzial machen: Seinem Gegner nahm er beim Schlag von Beier auf kurzer Distanz einige Meter ab, im Zweikampf blieb Adeyemi stabil, einen anderen Gegenspieler wackelte er kurzerhand aus, der Torschuss war die leichteste Übung. „Ein herausragendes Tor“, lobte nach der Partie sogar der sonst so kritische Sky-Experte Dietmar Hamann.
In der Vergangenheit forderte Hamann schon mehrfach, Adeyemi müsse den nächsten Schritt machen und „erwachsen werden“. Ob dieser Prozess jetzt so richtig im Gang ist, muss sich noch zeigen. Positive Anzeichen gibt es. Dass Adeyemi zum Beispiel auf den Treffer drängte, anstatt eine mögliche Rote Karte wegen einer Notbremse zu provozieren. Aber auch, dass Adeyemi nach misslungen Situationen nicht mehr stehenbleibt, sondern direkt in den Rückwärtsgang schaltet.
Gute Entwicklung seit dem Denkzettel von BVB-Interimscoach Tullberg
Vereinzelt hatte der gebürtige Münchner auch in der Vergangenheit schon gezeigt, dass mit ihm auch stinknormaler, seriöser Fußball möglich ist. Zu oft aber ging es für Adeyemi nach kurzer Zeit zurück in einen Ego-Modus, mit dem er selbst verhinderte, dass er sein herausragendes Potenzial ausschöpft.
Deshalb wird Adeyemi rund um den BVB durchaus kritisch betrachtet. Wenige Spieler polarisieren unter den Fans in Dortmund so stark wie er. Wer es nicht so sehr mit Adeyemi hält, verweist auf den Auftritt gegen den 1. FC Heidenheim, als Mike Tullberg die fußballerische Höchststrafe aussprach: Der Interimstrainer wechselte Adeyemi ein und kurz vor Schluss wieder aus, schickte einen öffentlichen Denkzettel hinterher.
Durchaus möglich, dass der Torschütze die Kritik im Hinterkopf hatte, als er nach seinem Treffer auf St. Pauli regungslos in Richtung des Gästeblocks schaute, bis er von den Kollegen geradezu über den Haufen gerannt wurde. Dass in diesen (Nicht-) Jubel in den Tagen nach dem Auswärtssieg einiges hineininterpretiert werden dürfte, ist eine naheliegende Annahme.
Adeyemi mit kryptischen Aussagen zu Wechselgerüchten
Auch die Aussagen von Adeyemi nach dem Spiel ließen bei einem Thema Interpretationsspielraum: Beim Pay-TV-Sender wurde er auf die heißen Wechselgerüchte aus dem Winter angesprochen, reagierte durchaus kryptisch. „Ich habe in den Medien etwas gelesen, was da klipp und klar stand, dazu stehe ich“, sagte Adeyemi, ohne zu erklären, auf welchen der vielen Berichte um seine Person er anspielte. „Ich bin bei Borussia Dortmund sehr glücklich, was in der Zukunft passiert, weiß man nie“, so der vierfache A-Nationalspieler weiter.
Im Winter-Transferfenster war ein möglicher Wechsel von Adeyemi zur SSC Neapel Dauerthema. Der Angreifer gilt auch perspektivisch als Kandidat, den BVB für viel Geld zu verlassen, wenn der Klub die Champions League verpassen und fehlende Einnahmen durch Transfers wettmachen wollen sollte.
Für den Moment ist aber wichtiger, dass Adeyemi den positiven Trend verstetigt, der bei ihm eingesetzt hat. Damit steht er sinnbildlich für den ganzen BVB: Die Entwicklung ist ordentlich, muss aber von Dauer sein. Dass vielerorts eine gewisse Skepsis vorherrscht, gegen die man erst ankämpfen muss, haben sich Dortmund und auch Adeyemi persönlich selbst zuzuschreiben.
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Vor ihm stehen nur Liverpools Mo Salah (32) und Erling Haaland (24) von Manchester City. Doch Alexander Isak ist in der Torjägerliste der Premier League bereits die Nummer drei. Salah traf 25-mal, während für Haaland 20 Tore zu Buche stehen. Der 25 Jahre alte Schwede netzte für Newcastle United immerhin 19-mal. Doch wie lange noch? Andere Klubs haben den früheren Dortmunder als Top-Transferziel auserkoren.
Zwei Jahre (2017-2019) trug Isak das Trikot des BVB. Mehr als 8,5 Millionen Euro ließ sich der Bundesligist den Transfer des damals noch 17 Jahre jungen Stürmers von AIK Solna kosten. Nur wenige Tage vor Bekanntgabe des Wechsels debütierte der Youngster nicht nur für Schweden, sondern erzielte beim 6:0-Erfolg gegen die Slowakei auch seinen ersten Treffer im Nationaltrikot.
„Alexander Isak ist ein hochkarätiges Sturmtalent, das zahlreiche europäische Topklubs verpflichten wollten. Wir sind sehr froh, dass er sich für Borussia Dortmund entschieden hat. Der BVB ist genauso wie der Spieler absolut überzeugt davon, dass dieser Transfer einer mit großer Perspektive ist“, schwärmte der damalige Sportdirektor Michael Zorc (62) im Januar 2017 bei der Präsentation des Offensiv-Juwels.
Doch nach nur 13 Einsätzen (ein Treffer) für die Profis sowie zwölf Partien für die U23 mit fünf Toren war das Kapitel Dortmund für Isak bereits wieder beendet. Nach einer Leihe zu Willem II in die niederländische Eredivisie zog er für 15 Millionen Euro weiter zu Real Sociedad San Sebastián. Im Baskenland trumpfte er mit 44 Treffern in 132 Begegnungen groß auf. 2022 griffen die Magpies für 70 Millionen Euro zu.
Reds und Blues im Wettstreit
Trotz der nicht gerade niedrigen Ablöse könnte sich die Verpflichtung Isaks nicht nur sportlich, sondern auch finanziell auszahlen. 56 Tore in 97 Spielen für Newcastle stehen in der Bilanz des einstigen BVB-Stürmers.
Ungeachtet eines Vertrages bis 2028 könnte der Schwede schon im kommenden Sommer wechseln. Laut GiveMeSport soll sich der FC Liverpool intensiv mit der Personalie Isak befassen. An der Anfield Road könnte er die Nachfolge Salahs antreten, der seinen auslaufenden Kontrakt immer noch nicht verlängert hat.
Als Transferbetrag stehen rund 145 Millionen Euro im Raum. In ihren Bemühungen um den früheren Dortmunder stehen die Reds allerdings nicht alleine da. Dem Bericht zufolge hat auch der FC Chelsea Isak weit oben auf der Liste.
Die Jungs von Karsten Gorges knüpften nahtlos an ihre gute Leistung im Auftaktspiel (2:1 gegen Bochum) an. Sie gerieten nur nach dem Berliner Anschlusstreffer zum 1:2 in der 77. Minute kurzzeitig unter Druck. Enzo Duarte dos Santos, der Neuzugang aus Luxemburg, beendete die zarten Hoffnungen der Gäste auf einen Punktgewinn mit einem sehenswerten Freistoßtor (86.). Den Schlusspunkt setzte Diego Branco (90+4). „Wir können zufrieden sein. Solch ein Spiel kann auch schnell kippen, aber wir haben es insgesamt sehr gut verteidigt und kaum gegnerische Chancen zugelassen“, urteilte Karsten Gorges.
Union musste auf Torjäger Oskar Engel verzichten, beim BVB fehlten Kapitän Julian Driedger (Zerrung) und Torhüter Jan-Mattis Wehrbein (Sonderurlaub). Links verteidigte Miguel Adje, das Tor hütete Julien Froese. Ansonsten vertraute Gorges der gegen Bochum bewährten Formation. Die Stammspieler Niklas König und Diego Branco begannen die Partie auf der Bank, halfen ihrer Mannschaft aber in der Schlussphase, wichtige drei Punkte abzusichern.
Die Berliner erwiesen sich als der erwartet unangenehme wie zweikampfstarke Gegner, der bemüht war, den Borussen Spaß und Leichtigkeit zu nehmen. Das gelang bis zur 17. Minute und dem Treffer zum 1:0, den Innenverteidiger Jan-Luca Riedl mit perfektem Volleyschuss nach einer punktgenauen Freistoßflanke von Tom Faust erzielte. Der BVB spielte in der Folge taktisch diszipliniert und geriet nur einmal in Gefahr, als Julien Froese einen Ball fallen ließ, danach aber selbst wieder ausbügelte (28.).
Karsten Gorges: „Es war kein einfaches Spiel“
„Es war nicht einfach gegen diesen sehr kompakten Gegner“, befand Karsten Gorges und ergänzte: „Ich muss den Hut ziehen vor der Mannschaft, dass sie trotz des schwer bespielbaren Rasens immer wieder fußballerische Lösungen gefunden hat.“ Wie in der 44. Minute, als Fadi Zarqelain erst die Berliner Pepe Kischke und Tim Stuff aussteigen und anschließend Torwart Fritz Gagzow mit einem platzierten Flachschuss keine Abwehrchance ließ. Danach versäumten es vor allem Zarqelain (47.) und Jemain Kusi (66.), die Führung auszubauen.
Auf der Gegenseite nutzte Union eine der wenigen Dortmunder Nachlässigkeiten zum Anschlusstreffer durch den eingewechselten Francesco Matjani (77.). Der BVB fand indes rasch auf den Erfolgsweg zurück. Einen am überragenden Riedl verursachten Freistoß zirkelte Enzo Duarte dos Santos in die Maschen (86.), Sekunden vor dem Abpfiff profitierte Diego Branco beim Tor zum 4:1-Endstand von krassen Berliner Abwehrfehlern.
Mittwoch gastiert der BVB im Spitzenspiel beim VfL Wolfsburg (16 Uhr), Sonntag geht es zu Borussia Mönchengladbach (11 Uhr).
Ausfälle/Fraglich: Guilavogui, Metcalfe, Mets, Sands, R. Wagner, Zoller
Borussia Dortmund: Letzte Heimspiel 6:0 gegen Union Berlin gewonnen, auswärts 2:0 in Bochum verloren.
Voraussichtliche Aufstellung: Kobel – Ryerson, Can, N. Schlotterbeck, Bensebaini – Sabitzer, P. Groß – Adeyemi, Car. Chukwuemeka, Beier – Guirassy
Bank: A. Meyer – Anton, Kabar, Süle, Svensson, Yan Couto, Brandt, Özcan, Reyna, Wätjen, Duranville, Gittens
Ausfälle/Fraglich: Nmecha, Mane
****************************************************************************** HINWEIS: In diesem Thread geht es ausschließlich um das Spiel FC St. Pauli vs. Borussia Dortmund. Bitte achtet auf einen angemessenen Umgangston. Sollte es zu Provokationen kommen, diese bitte einfach alarmieren und nicht weiter darauf eingehen. Das Fragen nach illegalen Streams ist untersagt. ******************************************************************************
Die BVB-U23 muss eine bittere Niederlage gegen Rot-Weiss Essen verschmerzen. Ein Dortmunder Profi stand dabei im Mittelpunkt.
Dortmund – Gebrauchter Nachmittag für die U23 von Borussia Dortmund: Die Zweitvertretung des BVB verlor am Samstag (1. März) nicht nur mit 0:1 gegen Rot-Weiss Essen. Die Westfalen gaben drei wertvolle Punkte an einen Nachbarn im Kampf gegen den Abstieg ab und zu allem Überfluss flog Almugera Kabar zum zweiten Mal in dieser Saison vom Platz.
BVB-Profi sieht Rot bei U23: Intern besteht Gesprächsbedarf
Besonders bitter: Bis zum Platzverweis des BVB-Profis in der 66. Spielminute gestaltete sich die Partie weitgehend ausgeglichen, wenngleich die Gäste aus Essen in Durchgang zwei die tonangebende Mannschaft waren. Aber erst in der 86. Spielminute, nach fast 20 Minuten in schwarzgelber Unterzahl, erzielte Kaito Mizuta mit einem Distanzschuss sehenswert das Tor des Tages.
„In einer Phase, wo man das Gefühl hatte: Okay, wir sind gut drin und wir kommen dem Sieg vielleicht einen Tick näher, bekommen wir die Gelb-Rote Karte“, sagte BVB-U23-Trainer Jan Zimmermann auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegenüber den anwesenden Medien, zu denen auch RUHR24 gehörte. Der Platzverweis habe „das Spiel extrem verändert“, sagte Zimmermann weiter und holte aus.
Die Gelb-Rote Karte „darf uns nicht passieren. Es ist auch nicht das erste Mal“, sagte Zimmermann enttäuscht und ergänzte: „Wir haben eine junge Mannschaft. Wir haben viele tolle Spieler, die sich entwickeln werden. Aber manchmal wäre ich froh, wenn die Entwicklungsschritte ein Stück schneller gehen würden – dass uns solche Sachen erspart blieben, weil ich finde, der Mannschaft wird die Niederlage nicht gerecht.“
Almugera Kabar sieht Rot bei BVB-Pleite: „Da fehlt einfach die Erfahrung“
Deutliche Worte in Richtung des Rotsünders, der schon zum zweiten Mal in dieser Saison vom Platz gestellt wurde. Bereits bei seinem Bundesliga-Debüt musste Kabar frühzeitig duschen gehen: Er hatte bei der 1:2-Niederlage von Borussia Dortmund beim FC Augsburg am 8. Spieltag ebenfalls Gelb-Rot gesehen, obwohl er erst in der 68. Spielminute eingewechselt worden war.
„Da fehlt einfach die Erfahrung“, sagte Zimmermann über den 18 Jahre alten Linksverteidiger. „Er will die Situation spielerisch lösen, verliert den Ball, versucht den Ball im ersten Puls zurückzuholen, der Ansatz ist normal“, ordnete der Trainer die mitunter spielentscheidende Szene ein.
„Aber dann muss man natürlich auch eine gewisse Cleverness haben – und wissen: Okay, da muss ich nicht mehr hingehen, wenn ich schon Gelb habe. Vor allem in so einer Situation, wo nichts passieren kann“, so Zimmerman.
BVB-Talente: Rückschläge sind einkalkuliert – dennoch schmerzen sie
Der BVB-Trainer werde noch mal über den Platzverweis sprechen: „Jezt geht’s darum, aus diesen Erfahrungen zu lernen. Das ist eine Sache, wo wir sehr deutlich auch intern mit den Jungs sprechen müssen.“ An diesem Punkt müsse nun angesetzt werden.
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„Dass so etwas immer mal wieder passiert, wenn man junge, unerfahrene Spieler hat, die sich auf diesem Niveau beweisen müssen, das ist normal, das ist einkalkuliert, trotzdem tut’s in dem Moment immer weh“, sagte Zimmermann und ergänzte abschließend: „Aber wichtig ist, dass wir mit den Spielern so arbeiten, dass sie diese Fehler dann abstellen.“
BVB-U23 muss gegen 1860 München auf Almugera Kabar verzichten
Kabar, der erst kürzlich seinen Profivertrag beim BVB unterschrieb, fehlt der BVB-U23 nun am 27. Drittliga-Spieltag beim TSV 1860 München (9. März, 13.30 Uhr). In Bayern geht es für die Westfalen erneut um wichtige Punkte im Abstiegskampf gegen einen direkten Konkurrenten.
Die „Löwen“ belegen derzeit Rang 14 mit 32 Zählern und nur vier Punkten Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Der BVB rangiert mit nur einem Punkt mehr (33) als die Löwen auf Platz 11 der dritten Liga.
BVB-Offensivspieler Karim Adeyemi meldet sich beim 2:0 gegen St. Pauli mit einem Treffer zurück. Kann der 23-Jährige endlich auf Strecke überzeugen?
3 Min Lesezeit
Für den Spott brauchte er nicht zu sorgen, die Sticheleien kamen ungefragt. Karim Adeyemi, selbst mit einem ausgeprägten Sinn für kleinere Albereien ausgestattet, konnte das gut ertragen. „Manchmal hat er einen besseren Schuss mit dem rechten als mit seinem starken linken Fuß“, meinte Nico Schlotterbeck und spielte auf die Szene beim 2:0 des BVB an. Da setzte sich Adeyemi gleich gegen zwei St. Paulianer durch, behielt die Übersicht und schob den Ball überlegt ins Tor. Mit dem rechten Fuß.
BVB-Profi Adeyemi beeindruckt Kehl
„Das ist so ein Joke zwischen uns“, sagte der 23-jährige Adeyemi und nahm Schlotterbecks Analyse mit Humor auf. „Ich glaube, der Linke ist trotzdem noch besser als der Rechte.“ Weitaus entscheidender als die Wahl des Spielbeins scheint beim ehemaligen Nationalspieler die Tendenz, seltener Bruder Leichtfuß zu sein. „Ich finde, diese Szene vor unserem zweiten Tor taugt ein bisschen als ein Spiegelbild, weil Karim nicht hinfällt und liegenbleibt, sondern sich wehrt und sich durchsetzt“, erklärte Sebastian Kehl. Dem BVB-Sportdirektor gefiel, „wie wir einfach unbedingt dieses Spiel gewinnen wollten. Und da braucht man am Ende auch solche Aktionen.“
Nach 45 Minuten, in denen die Borussen „sehr träge“ (Schlotterbeck) auftraten und kaum Tempo in die Ballaktionen bekamen, genügte nach Wiederanpfiff eine Viertelstunde mit erhöhter Intensität, um zum ersten Mal in dieser Saison zwei Bundesliga-Siege hintereinander einzufahren. Beim 1:0 durch Serhou Guirassy (50.) leistete Adeyemi mit konsequentem Nachsetzen an der Strafraumgrenze die Vorarbeit, dann machte er acht Minuten später gegen alle Widerstände der Hamburger selbst den Deckel drauf.
BVB-Arbeitssieg gegen St. Pauli
Der BVB-Sieg bei den Kiezkickern war alles andere als ein Schmuckstück. Doch die neu gewonnene Stabilität in der Defensive beim vierten Zu-Null-Spiel in der sechsten Partie unter Trainer Niko Kovac und eine gute Effizienz in der Offensive reichten aus. Unter anderem, weil Adeyemi die Lücke zwischen Potenzial und tatsächlicher Performance kleiner werden ließ.
Den ordentlichen Start ins Spieljahr konnte der schnelle Flügelstürmer wegen einer schweren Muskelverletzung seit Anfang Oktober nicht bestätigen. Erst fiel er lange aus, dann gestaltete sich der Formaufbau bei ihm zum wiederholten Male (zu) langwierig. Der Unterschiedsspieler Adeyemi fehlte dem BVB im Krisenwinter als Leistungsträger. Eine Situation, die dem gebürtigen Münchner zusetzte. „Natürlich macht das etwas mit einem Spieler, wenn wir auf einem schlechten Tabellenplatz stehen. Und ich persönlich habe ja auch meine Ziele nicht erreicht“, sagte er am Samstag. „Ich habe noch etwas gutzumachen.“
BVB benötigt Adeyemi als Unterschiedsspieler
Seine Bude am Millerntor war erst die dritte in der Bundesliga-Saison, eine viel zu geringe Ausbeute. Doch die Entwicklung zeigt wieder nach oben, nicht erst seit diesem Spiel auf St. Pauli, wo er mit sechs Abschlüssen einen persönlichen Rekord aufstellte, sondern auch in den Partien zuvor. „Viele Einzelgespräche“ (Kehl) habe man mit Adeyemi geführt, der nicht nur Haken schlagen und schnell flitzen, sondern Mitspieler und Zuschauer zur Verzweiflung treiben kann, wenn er sich in Mätzchen aufreibt, nach harten Zweikämpfen zu früh ein Foul ziehen will oder mit dem Unparteiischen diskutiert, anstatt sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren.
Neben seinem Scherz über den beidfüßigen Vordermann fand Schlotterbeck auch Worte, die Adeyemis Lage skizzieren. „Ich finde, er kommt langsam wieder in den Schwung, den er in der Hinrunde teilweise schon hatte.“ Warum? „Wenn er sauber Fußball spielt, seriös Fußball spielt“, dann bringe der Lockenschopf einen Mehrwert.
BVB-Geschäftsführer Ricken: „Pirschen uns heran“
Trotz des wertvollen Dreiers auf dem Kiez verkniffen sich die BVB-Bosse Ansagen zur Aufholjagd in der Tabelle. „Wir pirschen uns heran“, sagte Sportchef Lars Ricken. Auch Kehl betonte: „Unser Ziel muss es sein, durch Ergebnisse unsere Situation zu beeinflussen.“ Noch steht die Borussia auf Rang zehn, doch Platz vier ist nur noch sechs Zähler entfernt. Für Rechenspiele bleibt sowieso keine Zeit. Am Dienstag (21 Uhr) steht Champions League auf dem Programm, im Achtelfinal-Hinspiel geht es gegen OSC Lille. Ein stärkerer Gegner für einen erstarkten BVB.
Ausgangslage: Knappe 16 Stunden lagen für die Borussinnen zwischen dem Abpfiff des Halbfinals gegen Ludwigsburg (29:30) und dem Beginn des Spiels um Platz drei. Gegner Bensheim spielte am Vortag bereits erste Halbfinale und hatte etwa drei Stunden mehr Zeit zur Regeneration und Vorbereitung zwischen den beiden Partien. Das bisher einzige Aufeinandertreffen in der laufenden Bundesliga-Saison verlor der BVB mit 25:30 gegen die HSG.
Personalien: Torhüterin Sarah Wachter war nach ihrer Nasenverletzung aus dem Halbfinale nicht einsatzfähig. Lois Abbingh (Grippe), Lena Hausherr (Kreuzband) und Norah Kothen (Knie-OP) fehlten wie schon am Samstag.
Spielverlauf: Nach zwei Minuten und dem frühen 0:1 durch Bensheims Isabell Hurst lief die Borussia im Spiel um Platz 3 warm. Deborah Lassource, Maraike Kusian und Dana Bleckmann ließen einen 3:0-Lauf folgen, es wirkte so, als hätte die Mannschaft das Aus vom Samstag schnell verarbeitet. Offensiv lief der Ball wie aus einem Guss. Bensheim suchte das Stopp-Foul, bekam aber keinen Zugriff. Nach neun Minuten war es abermals Dana Bleckmann, die aus dem Rückraum das 6:2 erzielte.
Eine Unterzahl unterbrach den Spielfluss der Borussinnen schlagartig. Bensheim traf zwei Mal ins verwaiste Dortmunder Tor und bestrafte zwei Ballverluste zum 9:9. Von mangelnder Frische im zweiten Spiel binnen kürzester Zeit war beiden Mannschaften nichts anzumerken. Sowohl Dortmund als auch Bensheim drückten durchgehend aufs Tempo, doch die Hessen nutzen ihr Momentum in Überzahl vollends aus. BVB-Coach Henk Groener nahm beim Stand von 9:11 seine erste Auszeit.
Dass die Schwarzgelben kämpfen können, zeigten sie bereits im gestrigen Halbfinale und so ließen sie sich auch am Sonntagmittag nicht abschütteln. Mit drei Treffern in Folge stellte der BVB zehn Minuten vor der Pause auf 13:13 und meldete sich zurück. Das sorgte auch beim mitgereisten Anhang in der Porsche-Arena für großen Freudenjubel. Ausgeglichen gestalteten die beiden Kontrahenten die Schlussminuten der ersten Halbzeit. Lara Egeling blieb der mögliche Ausgleich aufgrund der Halbzeitsirene verwehrt, mit 18:19 ging es in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die Partie rasant: Im Dortmunder Angriff übernahm die Asienmeisterin Haruno Sasaki das Kommando und bediente Lisa Antl am Kreis in Unterzahl mustergültig zum 22:22 nach 35 Spielminuten. Nach dem 25:25 blieben die Borussinnen acht Minuten ohne eigenen Treffer und gerieten mit 25:28 in Rückstand. Erst Maraike Kusian beendete die Torflaute von Rechtsaußen.
Erstmals brachte Henk Groener nach einer Auszeit Carmen Campos, die Haruno Sasaki auch defensiv mit der Manndeckung ablöste. Sofort reagierte auch Bensheims Trainerin Heike Ahlgrimm mit ihrer Auszeit, um ihr Team auf die neue Aufgabe einzustellen. Mit drei Treffern Rückstand ging die Borussia in die letzten elf Spielminuten.
Der Vorsprung der HSG schmolz noch einmal, auch weil der schwarzgelbe Fanblock nochmal alles gab. Beim Stand von 32:34 produzierte die Borussia einen bitteren Ballverlust, den Bensheim zur Entscheidung im Spiel um Bronze nutzte. Zwar keimte beim 34:35 durch Deborah Lassource ein letztes Mal Hoffnung auf. Die verbleibenden 15 Sekunden spielte Bensheim aber runter und sicherte sich die Medaille.
Alieke van Maurik: „Ich glaube, dass wir einen großen Kampf gezeigt haben. Gestern und heute. Wir müssen jetzt auf den Videos mal analysieren, woran wir für die nächsten Spiele arbeiten müssen. Das ist schon sehr bitter gerade, weil wir gerne was mitgenommen hätten aus dem Turnier.“
Dana Bleckmann: „Es ist super ärgerlich für uns. Ich glaube, beide Mannschaften haben offensiven Handball gezeigt. Im zweiten Spiel innerhalb weniger Stunden geht es dann auch viel über den Kampf, da hast du nicht die Zeit, dich taktisch groß vorzubereiten. Für uns gilt es jetzt, das aufzuarbeiten und es dann in den anstehenden Play-offs besser zu machen.“
Henk Groener: „Gerade ist natürlich die Enttäuschung zu spüren. Ich habe der Mannschaft aber gesagt, sie müssen aus der Enttäuschung die Lehren ziehen, die uns dann in den nächsten Spielen helfen werden. Unser Start ins Spiel war gut, auch mit Tess hinten im Tor. Dann lassen wir Bensheim zu einfach wieder ins Spiel kommen. Insbesondere bei den Kreuzungen haben wir Nina Engel zu viel Platz gegeben. Dennoch muss ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen, die ihr Herz auf dem Feld gelassen hat.”
Ausblick: In der kommenden Woche ist Länderspielpause. Am 15. März geht es dann in die letzten vier Partien der Liga-Hauptrunde. Dann geht es für die BVB-Handballerinnen zur TuS Metzingen. Das nächste Heimspiel steht am 22. März um 19 Uhr in der Halle Wellinghofen gegen die Sport-Union Neckarsulm auf dem Plan.
Und da kann sich auch Gregor Kobel bei Borussia Dortmund wieder freuen! Der Keeper konnte mit dem BVB nicht nur zwei Bundesliga-Spiele in Folge gewinnen, sondern blieb dabei auch gegen Union Berlin (6:0) und St. Pauli (2:0) jeweils ohne Gegentor.
Was dem Torhüter von Borussia Dortmund allerdings ganz und gar nicht gefällt, sind die Anpassungen der Torhüter-Regel, die vom International Football Association Board (IFAB) verkündet wurden. Kobel warnt davor.
Borussia Dortmund: Kobel warnt vor Regeländerung
Worum geht es genau? In Zukunft dürfen der Torwart von Borussia Dortmund und die anderen Keeper den Ball nicht mehr acht, sondern sechs Sekunden in den Händen halten. Hält sich ein Torhüter nicht daran, gibt es dafür künftig einen Eckball statt eines indirekten Freistoßes für den Gegner.
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Der Schiedsrichter wird dem Torwart dann die letzten fünf Sekunden mit den Fingern anzeigen, um ihn darauf hinzuweisen. Kobel zeigt sich davon ganz und gar nicht begeistert, wie er nach der Partie gegen St. Pauli erklärt.
„Das war so eine Regel, bei der nicht wirklich durchgegriffen wurde – auch aus einem gewissen Grund. Wenn man die sechs Sekunden abzählt, ist es eine sehr, sehr kurze Zeit. Ich glaube, das Spiel hat sich auch ein Stück weit so entwickelt, dass es viele der eigenen Mitspieler nicht auf dem Schirm haben“, so der Schweizer.
„Muss sich sicher was ändern“
Und der Torwart von Borussia Dortmund weiter: „Wenn das so durchgebracht wird, muss sich sicher was ändern. Dann muss die ganze Mannschaft ein bisschen sensibler für das Thema sein, dass man schneller in die Position kommt. Das macht das Spiel sicher ein bisschen schneller.“ Allerdings findet Kobel auch, dass es nun besser sei, dass die Strafe ein Eckball sei und nicht der indirekte Freistoß. Dort ist die Gefahr auf ein Gegentor deutlich größer.
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Die neue Regel soll erstmals bei der Klub-WM vom 14. Juni an gelten. Bei dem Turnier in den USA tritt neben Borussia Dortmund auch der FC Bayern München an. Das IFAB unterstützt zudem Bestrebungen des Weltverbandes FIFA, künftig mehr Schiedsrichter Kameras am Körper tragen zu lassen.