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  • 1. FC Köln vs. FC Schalke 04 wie “Kreisliga”

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    1. FC Köln vs. FC Schalke 04 wie “Kreisliga”

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  • BVB wie im Rausch: Dortmund demontiert Sporting

    BVB wie im Rausch: Dortmund demontiert Sporting


    Stand: 12.02.2025 09:23 Uhr

    45 Minuten lang bot Borussia Dortmund im Playoff-Hinspiel der Champions League gegen Sporting Lissabon nicht allzu viel. Dank einer enormen Steigerung erspielte sich der BVB dann aber eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel und siegte auswärts mit 3:0 (0:0).

    Serhou Guirassy (60. Minute) erzielte die Führung für den Bundesligisten, Pascal Groß erhöhte (67.), Karim Adeyemi besorgte den Endstand (82.), der die Dortmunder Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale nochmal verbesserte.

    Zum Live-Ticker: Sporting Lissabon – Borussia Dortmund
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    Zwischenrunde
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    Dort würden entweder Aston Villa oder Lille OSC auf die Borussia warten, die Begegnungen werden am 21. Februar ausgelost.

    Turnierbaum der Playoffs der Champions League

    Dortmunds Trainer Kovac: “Fantastisches Spiel”

    Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl freute sich auch über die Klarheit des Erfolges: “Drei Tore geschossen, auch mal kein Gegentor zu bekommen – das tut der Mannschaft ganz gut.” Die Leistung in der zweiten Hälfte sei sehr erfreulich gewesen. “Damit war es ein richtig guter Schritt in die nächste Runde.” Bis der endgültig vollzogen ist, muss der BVB aber noch das Rückspiel am kommenden Mittwoch überstehen.

    BVB-Trainer Niko Kovac äußerte sich sehr zufrieden: In Hälfte zwei habe die Mannschaft alles besser gemacht, was sie in der ersten Hälfte nicht gut gemacht habe. “Zwangsweise haben wir dann auch wunderschöne Tore gemacht”, sagte Kovac nach seinem zweiten Spiel als BVB-Chefcoach.

    BVB startet ohne Anton, Sporting ohne Gyökeres

    Kovac setzte in seiner Startelf nach dem Ausfall von Ramy Bensebaini auf Neuzugang Daniel Svensson links hinten, zudem rotierte Waldemar Anton nach seinem gebrauchten Tag gegen den VfB Stuttgart auf die Bank. Für ihn verteidigte der in der Liga zuletzt gesperrte Nico Schlotterbeck neben Emre Can.

    Bei Sporting saß Toptorjäger Viktor Gyökeres zunächst ebenfalls noch auf der Bank. Der Schwede war nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht wieder ganz bereit für 90 Minuten.

    Dortmund beginnt vorsichtig in Lissabon

    In der Anfangsphase war bei beiden Mannschaften nicht der ganz große Wille zu erkennen, das Spiel selbst zu gestalten. Beide lauerten eher auf Fehler des Gegners. Und den ersten beinahe folgenschweren beging der BVB, der Maxi Araujo bei dessen Dribbling Richtung Strafraum deutlich zu viel Platz ließ – doch der knallharte Distanzschuss des Uruguayers klatschte in der 16. Minute nur an die Querlatte.

    Der BVB agierte im eigenen Ballbesitz vorsichtig, ließ den Ball gegen einen teilweise sehr hoch pressenden Gegner oft nur durch die hintere Kette laufen, aus der Svensson in Ballbesitz häufig ins zentrale Mittelfeld rückte.

    Daniel Svensson von Borussia Dortmund in Aktion

    Die junge Sporting-Mannschaft war bei ihren Vorstößen direkter und schneller – zu vielen Großchancen führte das aber auch nicht. Wenn die Gastgeber mal gefährlich wurden, dann vor allem aus der Distanz. Die aussichtsreichen Schusspositionen für Sporting häuften sich in der Mitte des ersten Durchgangs ein bisschen – bis auf den Lattenschuss von Araujo flogen die Versuche aber meist zentral auf Kobel.

    Der erste Dortmunder Abschluss, der wirklich so etwas wie Gefahr versprühte, war ein flacher Versuch von Jamie Gittens aus halblinker Position knapp rechts am Tor vorbei (37.). Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs hatte der BVB so etwas wie eine kleine Druckphase, das 0:0 zur Pause entsprach insgesamt auch dem Geschehen auf dem Rasen.

    Nesrin Elnabolsy, Sportschau, 11.02.2025 23:32 Uhr

    Zwei tolle Flanken – zwei Dortmunder Tore

    In Hälfte zwei startete die Kovac-Elf mit deutlich mehr Schwung, der BVB machte Druck. Sportings Trainer Rui Borges reagierte prompt und brachte unter großem Jubel der Fans seinen Topstar Gyökeres.

    Der konnte allein schon qua seiner Position das 0:1 keine Minute später aber auch nicht verhindern: Julian Brandt flankte von der rechten Seite butterweich in den Strafraum, wo Guirassy seinen Bewachern entwischt war und gegen Rui Silvas Laufrichtung überlegt einköpfte (60.). Es war bereits Guirassys zehntes Tor im laufenden Wettbewerb.

    Die Borussia hatte das Spiel jetzt plötzlich total im Griff: Guirassy wich auf den rechten Flügel aus und flankte hart vor das Tor, wo Groß am zweiten Pfosten aus vollem Lauf und kurzer Distanz mit dem Bein das 2:0 erzielte (67.). Die größtenteils eher unerfahrenen Gastgeber hatten nach diesen zwei Wirkungstreffern sichtlich Schwierigkeiten, wieder in die Begegnung zu finden.

    Erst in der 73. Minute gelang Ousmane Diomande der erste wirklich gefährliche Schuss des zweiten Durchgangs. Der Defensivmann zielte aber vom Strafraumrand zu hoch.

    Schlotterbeck mit starker Leistung – auch Adeyemi trifft

    Dortmund hatte nun auch gegen den Ball mehr Intensität zu bieten, Emre Can gewann ein wichtiges Laufduell gegen Gyökeres mit all seiner Physis und Schlotterbeck war fast immer Endstation der portugiesischen Angriffsversuche.

    So auch in der 82. Minute, als er am eigenen Strafraum denn Ball abfing und Adeyemi bediente, der den Konter nach schönem Doppelpass mit Brandt zum 3:0 abschloss (82.) und die Tür in Richtung Achtelfinale noch ein Stück weiter öffnete.

    Für die Dortmunder steht vor dem Rückspiel kommenden Mittwoch aber am Wochenende noch das Revier-Duell mit dem VfL Bochum an.

    Borussia Dortmund für Ihren Kalender
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  • BVB wie im Rausch: Dortmund demontiert Sporting

    BVB wie im Rausch: Dortmund demontiert Sporting


    Stand: 12.02.2025 09:23 Uhr

    45 Minuten lang bot Borussia Dortmund im Playoff-Hinspiel der Champions League gegen Sporting Lissabon nicht allzu viel. Dank einer enormen Steigerung erspielte sich der BVB dann aber eine sehr gute Ausgangsposition für das Rückspiel und siegte auswärts mit 3:0 (0:0).

    Serhou Guirassy (60. Minute) erzielte die Führung für den Bundesligisten, Pascal Groß erhöhte (67.), Karim Adeyemi besorgte den Endstand (82.), der die Dortmunder Chancen auf den Einzug ins Achtelfinale nochmal verbesserte.

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    Zwischenrunde
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    Dort würden entweder Aston Villa oder Lille OSC auf die Borussia warten, die Begegnungen werden am 21. Februar ausgelost.

    Turnierbaum der Playoffs der Champions League

    Dortmunds Trainer Kovac: “Fantastisches Spiel”

    Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl freute sich auch über die Klarheit des Erfolges: “Drei Tore geschossen, auch mal kein Gegentor zu bekommen – das tut der Mannschaft ganz gut.” Die Leistung in der zweiten Hälfte sei sehr erfreulich gewesen. “Damit war es ein richtig guter Schritt in die nächste Runde.” Bis der endgültig vollzogen ist, muss der BVB aber noch das Rückspiel am kommenden Mittwoch überstehen.

    BVB-Trainer Niko Kovac äußerte sich sehr zufrieden: In Hälfte zwei habe die Mannschaft alles besser gemacht, was sie in der ersten Hälfte nicht gut gemacht habe. “Zwangsweise haben wir dann auch wunderschöne Tore gemacht”, sagte Kovac nach seinem zweiten Spiel als BVB-Chefcoach.

    BVB startet ohne Anton, Sporting ohne Gyökeres

    Kovac setzte in seiner Startelf nach dem Ausfall von Ramy Bensebaini auf Neuzugang Daniel Svensson links hinten, zudem rotierte Waldemar Anton nach seinem gebrauchten Tag gegen den VfB Stuttgart auf die Bank. Für ihn verteidigte der in der Liga zuletzt gesperrte Nico Schlotterbeck neben Emre Can.

    Bei Sporting saß Toptorjäger Viktor Gyökeres zunächst ebenfalls noch auf der Bank. Der Schwede war nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht wieder ganz bereit für 90 Minuten.

    Dortmund beginnt vorsichtig in Lissabon

    In der Anfangsphase war bei beiden Mannschaften nicht der ganz große Wille zu erkennen, das Spiel selbst zu gestalten. Beide lauerten eher auf Fehler des Gegners. Und den ersten beinahe folgenschweren beging der BVB, der Maxi Araujo bei dessen Dribbling Richtung Strafraum deutlich zu viel Platz ließ – doch der knallharte Distanzschuss des Uruguayers klatschte in der 16. Minute nur an die Querlatte.

    Der BVB agierte im eigenen Ballbesitz vorsichtig, ließ den Ball gegen einen teilweise sehr hoch pressenden Gegner oft nur durch die hintere Kette laufen, aus der Svensson in Ballbesitz häufig ins zentrale Mittelfeld rückte.

    Daniel Svensson von Borussia Dortmund in Aktion

    Die junge Sporting-Mannschaft war bei ihren Vorstößen direkter und schneller – zu vielen Großchancen führte das aber auch nicht. Wenn die Gastgeber mal gefährlich wurden, dann vor allem aus der Distanz. Die aussichtsreichen Schusspositionen für Sporting häuften sich in der Mitte des ersten Durchgangs ein bisschen – bis auf den Lattenschuss von Araujo flogen die Versuche aber meist zentral auf Kobel.

    Der erste Dortmunder Abschluss, der wirklich so etwas wie Gefahr versprühte, war ein flacher Versuch von Jamie Gittens aus halblinker Position knapp rechts am Tor vorbei (37.). Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs hatte der BVB so etwas wie eine kleine Druckphase, das 0:0 zur Pause entsprach insgesamt auch dem Geschehen auf dem Rasen.

    Nesrin Elnabolsy, Sportschau, 11.02.2025 23:32 Uhr

    Zwei tolle Flanken – zwei Dortmunder Tore

    In Hälfte zwei startete die Kovac-Elf mit deutlich mehr Schwung, der BVB machte Druck. Sportings Trainer Rui Borges reagierte prompt und brachte unter großem Jubel der Fans seinen Topstar Gyökeres.

    Der konnte allein schon qua seiner Position das 0:1 keine Minute später aber auch nicht verhindern: Julian Brandt flankte von der rechten Seite butterweich in den Strafraum, wo Guirassy seinen Bewachern entwischt war und gegen Rui Silvas Laufrichtung überlegt einköpfte (60.). Es war bereits Guirassys zehntes Tor im laufenden Wettbewerb.

    Die Borussia hatte das Spiel jetzt plötzlich total im Griff: Guirassy wich auf den rechten Flügel aus und flankte hart vor das Tor, wo Groß am zweiten Pfosten aus vollem Lauf und kurzer Distanz mit dem Bein das 2:0 erzielte (67.). Die größtenteils eher unerfahrenen Gastgeber hatten nach diesen zwei Wirkungstreffern sichtlich Schwierigkeiten, wieder in die Begegnung zu finden.

    Erst in der 73. Minute gelang Ousmane Diomande der erste wirklich gefährliche Schuss des zweiten Durchgangs. Der Defensivmann zielte aber vom Strafraumrand zu hoch.

    Schlotterbeck mit starker Leistung – auch Adeyemi trifft

    Dortmund hatte nun auch gegen den Ball mehr Intensität zu bieten, Emre Can gewann ein wichtiges Laufduell gegen Gyökeres mit all seiner Physis und Schlotterbeck war fast immer Endstation der portugiesischen Angriffsversuche.

    So auch in der 82. Minute, als er am eigenen Strafraum denn Ball abfing und Adeyemi bediente, der den Konter nach schönem Doppelpass mit Brandt zum 3:0 abschloss (82.) und die Tür in Richtung Achtelfinale noch ein Stück weiter öffnete.

    Für die Dortmunder steht vor dem Rückspiel kommenden Mittwoch aber am Wochenende noch das Revier-Duell mit dem VfL Bochum an.

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  • Erst Sündenbock, dann Held: Wie Julian Brandt beim BVB verkannt wird

    Erst Sündenbock, dann Held: Wie Julian Brandt beim BVB verkannt wird


    Analyse
    Kritik von Matthäus und Sahin

    Aktualisiert am 13.02.2025, 12:18 Uhr

    Julian Brandt blickt ins Leere. Der BVB-Star wurde zuletzt immer wieder kritisiert.
    © IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON

    Der BVB-Buhmann blühte in Lissabon auf. Über Julian Brandts Körpersprache und Effizienz lässt sich streiten, doch die Kritiker verfehlen den Kern des Problems.

    Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Marie Schulte-Bockum sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.Borussia Dortmund steckt in einer sportlichen Krise. Ja, am Dienstagabend feierte der BVB einen 3:0-Sieg bei Sporting Lissabon im Hinspiel der Champions-League-Playoffs. Doch insgesamt bleiben die Borussen in der Saison 2024/25 bislang weit hinter den Erwartungen zurück.Mehr News zu Borussia DortmundIn der Bundesliga steht Dortmund nach zwei Dritteln der Saison auf Platz elf hinter Klubs wie Mainz und Bremen. Das mit teuren Stars gespickte Team droht ins Mittelmaß abzurutschen, in der Champions League muss der BVB nach einem tollen Start in die Ligaphase nun doch die Ehrenrunde über die Playoffs drehen. Und die Qualifikation für die Königsklasse der kommenden Saison wäre nach aktuellem Stand ein schwarzgelbes Wunder.Schon Sahin kritisierte Brandt öffentlichEin Gesicht dieser Krise ist Julian Brandt. Der Mittelfeldspieler wird seit Monaten hart kritisiert: Nuri Sahin stellte ihn Mitte Januar als einen derjenigen infrage, die den Anspruch eines Führungsspielers nicht erfüllen. “Jule Brandt ist einer dieser Spieler. Ich hatte ein Gespräch mit Jule. Er ist sich der Lage bewusst und will mit anpacken”, sagte der mittlerweile entlassene BVB-Coach nach der Niederlage gegen Leverkusen über seinen Vize-Kapitän.Auch Lothar Matthäus bemängelt immer wieder Brandts scheinbar stagnierende Entwicklung. Deutschlands Rekordnationalspieler prangerte zuletzt in aller Öffentlichkeit die Einstellung des 28-Jährigen an: “Ich habe D-Jugend trainiert. Ein Zehnjähriger ärgert sich mehr als ein Julian Brandt und das darf nicht sein”, sagte Matthäus am vergangenen Wochenende bei “Sky90” nach Dortmunds enttäuschender 1:2-Niederlage gegen Stuttgart. Brandt hatte in der Nachspielzeit mit einem Freistoß noch eine gute Chance auf den Ausgleich, vergab aber kläglich.Matthäus, der in jungen Jahren wie Brandt im Mittelfeld agierte, sagte weiter: “Die Entwicklung ist bei Brandt stehen geblieben. Gerade von ihm […] erwarte ich eigentlich schon, dass er nach sechs, sieben Jahren Borussia Dortmund irgendwo auch mal das Heft über einen längeren Zeitraum in die Hand nimmt”.Bayern-Wechsel scheiterte wohl an MentalitätFür 25 Millionen Euro war Brandt 2019 von Leverkusen nach Dortmund gewechselt. Brisant: Schon damals nahm der FC Bayern angeblich Abstand von einer möglichen Verpflichtung des Jungstars – angeblich gab es an der Säbener Straße Zweifel an der Konstanz in Brandts Leistungen.Außerdem hieß es, die Bayern-Bosse seien sich nicht sicher, ob Brandt die “Mia san Mia”-Mentalität habe, was immer das bedeuten mag. BVB-Fans lachten die Berichte damals als Münchner Neid weg.Doch auch in der Dortmunder Kabine soll es laut “Bild” mittlerweile Vorbehalte gegen Brandts mangelnde Effizienz geben – demnach gebe es BVB-intern Diskussionen über die mangelnde Torgefährlichkeit im Dortmunder Mittelfeld, das derzeit von Brandt, Pascal Groß und Marcel Sabitzer bespielt wird.Brandts Scorer-Ausbeute ist Indiz einer stagnierenden EntwicklungDas Gesicht der internen und externen Kritik ist dabei meist Brandt, wohl auch, weil der 28-Jährige der vielleicht talentierteste zentrale Mittelfeldspieler im Dortmunder Kader ist. Doch sind die harten Worte derzeit gerechtfertigt oder wird der wahre Wert von Julian Brandt verkannt?Die Zahlen der aktuellen Saison sprechen auf den ersten Blick nicht für ihn. In 28 Pflichtspielen hat er vier Tore erzielt und zehn Assists geliefert. Besonders seine Abschlüsse stehen in der Kritik: In der Bundesliga führten 75 Schüsse von Brandt zu nur acht direkten Torbeteiligungen. Zum Vergleich: In der Vorsaison waren es 76 Schüsse mit 18 Torbeteiligungen – ein klarer Rückgang in der Effizienz.Brandt äußerte sich nach der Entlassung von Sahin betroffen: “Wir wissen, dass wir in den letzten Wochen superschlecht Fußball gespielt haben. Dafür fühlen wir uns schuldig und schämen uns […] Ich persönlich hätte super gerne mit ihm weitergearbeitet”. Es war wohl auch ein Eingeständnis seiner eigenen Leistung in der durchwachsenen Saison des BVB.Zwei Assists gegen Sporting: Trendwende oder Zufall?Beim Sieg über Sporting Lissabon schien aber plötzlich alles anders, Brandt konnte entscheidend zum Sieg beitragen. Seine lange Flanke auf Serhou Guirassy zum 1:0 war perfekt getimt, ebenso sein Doppelpass mit Karim Adeyemi vor dem 3:0. Dennoch tauchte er – wie die meisten seiner Teamkollegen – in den ersten 60 Minuten immer wieder ab, war nicht bissig genug in den Zweikämpfen und konnte neben seinen Torbeteiligungen kaum spielerische Glanzpunkte setzen.

    Julian Brandt beim Champions-League-Spiel gegen Sporting in Lissabon.

    © IMAGO/Bruno de Carvalho

    Eine Partie, die symptomatisch ist für Brandts Spielweise: Er taucht phasenweise ab, lässt die Schultern auch mal hängen, kann aber mit wenigen Aktionen ein Spiel entscheiden. Das amerikanische Portal “SB Nation” fasste Brandts Leistung von Lissabon treffend zusammen: “Nicht sein bestes Spiel, aber er lieferte zwei Assists und das macht den Unterschied”. Der Blondschopf als kreatives Genie, dem immer wieder mangelhafte Körpersprache vorgeworfen wird – in dieser Hinsicht ist Mittelfeldspieler Brandt eben eher ein Mesut Özil als ein Bastian Schweinsteiger.Wird Brandts Wert verkannt?Trotz seiner Funktion als Dortmunder Vize-Kapitän ist Brandt kein klassischer Führungsspieler, der durch Aggressivität oder Zweikampfhärte auffällt. Seine Stärken liegen in seiner Kreativität, dem Spielwitz und seinen fantastischen technischen Fähigkeiten.In einer funktionierenden Mannschaft kann er als Verbindungsspieler zwischen Mittelfeld und Angriff brillieren, doch in einer verunsicherten Truppe wie dem aktuellen BVB gerät seine unkonstante Spielweise schnell in den Fokus der Kritik.Sein Einfluss auf das Dortmunder Offensivspiel bleibt dennoch unbestritten. Seit seinem Wechsel 2019 von Bayer Leverkusen hat er in 244 Pflichtspielen 44 Tore erzielt und 60 weitere vorbereitet. Gerade in der vergangenen Saison war er mit zehn Toren und 16 Assists in 47 Spielen einer der wenigen Lichtblicke bei Schwarzgelb.Kritiker wie Matthäus wünschen sich von Brandt mehr Konstanz und eine dominantere Rolle, doch das entspricht nicht seinem Stil. Seine Leistung gegen Sporting zeigt dennoch, dass er auch in kritischen Momenten liefern kann – wenn er das richtige Umfeld hat.
    Die Kritik von Matthäus greift zu kurzDie Kritik an Brandt ist nicht unbegründet, aber sie greift zu kurz. Er ist kein Mentalitätsspieler wie Emre Can oder ein eiskalter Vollstrecker wie Guirassy. Doch seine Qualitäten im Spielaufbau und seine Spontanität unter Gegnerdruck sind für Dortmunds Offensivspiel unersetzlich.Sollte es Niko Kovac gelingen, dem BVB wieder Stabilität zu verleihen, könnte Brandt erneut aufblühen. Der Sieg in Lissabon war ein erster Schritt in diese Richtung. Es bleibt abzuwarten, ob Brandt aus der aktuellen Kritik die richtigen Schlüsse zieht – und ob er seinen Kritikern beweisen kann, dass er weit mehr ist als ein ewiges Talent.Verwendete Quellen

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