Die BVB-Fans bekamen ihren staunenden Mund gar nicht mehr geschlossen. Egal, ob die mitgereisten Zuschauer im Lissabonner Stadion oder diese, die das Spiel vor dem TV verfolgten. Sie alle waren förmlich erschlagen von einer fulminanten zweiten Halbzeit von Borussia Dortmund gegen Sporting Lissabon.Mit dem 3:0-Erfolg verschafft sich der BVB eine hervorragende Ausgangslage für das Playoff-Rückspiel eine Woche später. Nach Abpfiff rückt Niko Kovac in den Fokus. Die Fans konnten nach dem Sieg von Borussia Dortmund nur über eine Frage nachdenken.Borussia Dortmund reißt das Ruder herumDenn zunächst hatte sich in der ersten Halbzeit ein weiterer mauer Auftritt der Krisen-Truppe aus dem Ruhrgebiet angebahnt. Sporting diktierte das Spiel, obwohl Trainer Rui Borges zwei schwerwiegende Ausfälle zu verkraften hatte. Und wäre es nicht um wenige Millimeter gewesen, hätte es beim Lattenkracher von Maxi Araujo nach 15 Minuten schon 0:1 stehen können.+++ Ex-BVB-Star treibt Fans die Tränen ins Gesicht +++Doch auch wenn Sporting im ersten Durchgang die besseren Chancen besaß, hielt die Dortmunder Abwehr. Mit dem Seitenwechsel präsentierte sich Borussia Dortmund dann wie ausgewechselt. Mustergültige Flanken, saubere Konter, eiskalte Abschlüsse – so schraubte die Mannschaft das Ergebnis nach oben.Was passierte in der Halbzeit?Umso überraschender war die Leistungsexplosion, weil im ersten Durchgang nichts darauf hingedeutet hatte und Kovac nach der Pause auch nicht wechselte. Deshalb stellten sich die Zuschauer vor dem TV vielfach die Frage, was während der Halbzeitpause in der Kabine wohl passiert sei.Mehr von uns liest du hier:Hatte Kovac seiner Mannschaft einfach gut zugeredet, hatte er seinen Spielern mit einer lauten Ansprache richtig Feuer gemacht oder einfach etwas in den Pausentee gerührt? Die Theorien florierten:
„Egal, was Kovac in der Halbzeitpause erzählt hat… Mach einen Podcast raus und verschenke 11 bis 16 Abos am Spieltag.“
„Kovac hat denen in der Halbzeit 3 Fragen gestellt, der Rest ist Geschichte.“
„Egal, was der Kovac denen in der Halbzeit gesagt hat, bitte das der Mannschaft vor dem Spiel sagen. Was eine Leistungsexplosion.“
„Egal, was Kovac der Mannschaft in der Halbzeit gegeben hat, ich will und brauch es auch.“
Borussia Dortmund nimmt Kurs aufs AchtelfinaleDamit steht der BVB mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League. Aufpassen muss man im Rückspiel kommende Woche trotzdem. Dann dürfte Sporting-Torjäger Viktor Gyökeres wieder komplett fit sein und von Anfang an spielen.
Emre Can hat sich bei Borussia Dortmund in der Innenverteidigung festgespielt. Der Kapitän hat diese Position bereits vor der Übernahme von Neu-Trainer Niko Kovač eingenommen und das wird bis auf Weiteres auch so bleiben, wie der Coach auf der Pressekonferenz nach dem 3:0 gegen Sporting CP festhielt.
„Emre spielt seit Wochen auf der Position richtig gut“, zog Kovač Bilanz. „Und jetzt hat er es gegen zwei richtige Stürmer-Kanten außerordentlich gut gemacht, mit Nico (Schlotterbeck) und Julian (Ryerson) rechts“, lobte der Übungsleiter den Auftritt gegen Lissabon.Gegenwärtig hat Can, der eigentlich im defensiven Mittelfeld beheimatet ist, also seinen Platz in der Innenverteidigung sicher, wie Kovač durchblicken ließ: „Wenn Emre er so weiterspielt, und davon bin ich überzeugt, ist er mit Sicherheit derjenige, der diese Position im Moment am besten bekleidet.“Auf der Bank gelandet war gegen Sporting Waldemar Anton, der beim 1:2 gegen Stuttgart noch für den zum damaligen Zeitpunkt gesperrten Schlotterbeck an der Seite Cans verteidigte. Seine Leistung (inklusive Eigentor) ließ aber zu wünschen übrig. Mit Niklas Süle, der sein Comeback feierte, kommt ein weiterer Konkurrent frisch aus einer Verletzungspause dazu.
Quelle: Pressekonferenz
LIGAINSIDER-DURCHSCHNITTSNOTE in den letzten VIER Jahren
Die Eisstockschützen des FC Penzing sind wieder doppelt erstklassig: Mit Platz 3 in der Bayernliga haben die Damen den Aufstieg in die 1. Bundesliga geschafft. Damit folgen Verena und Maria Ruile sowie Martina Lachmair und Marianne Geyer den FCP-Herren, die schon seit Jahren im Oberhaus agieren.
Penzing – Der Abschied aus der Eisstock-Bundesliga liegt mittlerweile sechs Jahre zurück; Corona, Ausfälle aufgrund von Krankheit oder Babypause ließen die Damen des FC Penzing bis zur Bezirksliga zurückfallen. Nun gelang ihnen aber der Durchmarsch zurück ins Oberhaus.
Als Aufsteiger – letztes Jahr siegten die FCP-Damen souverän ohne Punktverlust in der Bezirksoberliga – war das große Ziel der Klassenerhalt der frisch reformierten Bayernliga. Vom ersten Spiel weg zeigte sich, dass das Feld mit 23 Mannschaften hart umkämpft war. Startete Penzing direkt mit einem Unentschieden gegen Hallbergmoos, folgte sogleich eine Niederlage gegen Kay. Das Auf und Ab nahm seinen Lauf mit abwechselnd Siegen gegen Unter-/Oberbrunn, Fridolfing, Eggstätt und Niederlagen gegen Landshut, Neutraubling und Zaundorf. Zum Abschluss des ersten Spieltags erreichten Penzings Damen mit einem Unentschieden gegen Gattering und zwei Siegen gegen Bärnzell und Berching geradeso ein ausgeglichenes Punkteverhältnis (12:12). Sie positionierten sich auf Liga-Rang 9.
Für den Folgetag war klar: Ausruhen auf den Punkten ist nicht möglich, der Aufstieg war genauso nah wie der Abstieg. Doch diese Spannung ließ die FCP-Damen erst richtig loslegen. Zum Start des zweiten Bayernliga-Tages fuhren sie gleich drei deutliche Siege ein, gegen Rinchnach, Hohenfurch und Eppenschlag. Und schon lag man auf dem Aufstiegsplatz. Doch dann folgten drei weitere Niederlagen gegen Münchshofen, Taufkirchen und Konzell – wieder zurück im Ausgeglichenen Punkteverhältnis und mittendrin im Kampf gegen Abstieg.
Der Plan geht auf
Das Auf und Ab zehrte an den Nerven. „Wir wussten, dass ein ausgeglichenes Punkteverhältnis zum Klassenerhalt reicht, daher haben wir uns in den nächsten Spielen darauf konzentriert und versucht Ruhe zu bewahren“, berichtet Mannschaftsführerin Verena Ruile. Und dieser Plan ging auf: Mit Siegen gegen Irging-Simbach, Klessing und Bürgerholz Regen ging man in die Pause im vorletzten Spiel.
„Mit Blick auf die Tabelle wurde klar, dass der Klassenerhalt sicher war, aber auch zur großen Überraschung, dass der Aufstieg noch möglich ist“, so Ruile. Gegen Schweinhütt (Platz 22) behielt das erfahrene Team aus Penzing zum Abschluss die Nerven und sicherte sich nicht nur den Aufstieg, sondern auch die Bronzemedaille. „Oberstes Ziel war immer nur der Klassenerhalt. Dass wir sogar eine Medaille mit nach Hause nehmen dürfen, ist ein unglaubliches Geschenk“, freut sich Ruile mit ihren Teamkolleginnen. Somit sind sowohl die Herren als auch die Damen des FC Penzing in der 1. Bundesliga im Eisstocksport – nur mit Eigengewächsen aus dem Verein sei das einmalig in Bayern.
Die Wintersaison ist für die Penzinger fast abgeschlossen. Am kommenden Samstag findet noch die Rückrunde der 2. Herrenmannschaft in der Bezirksoberliga in Landsberg statt. Aktuell befinden sie sich mit dem 7. Platz von 22 auf einer erfolgversprechenden Position.
Das Winter-Transferfenster ist dicht, die Kader der 18 Bundesliga-Klubs für die restliche Saison 2024/25 stehen. Einzig Borussia Mönchengladbach hat darauf verzichtet, die letzte Transferperiode vor dem Start der kommenden Spielzeit nochmal für externe Verstärkung und frischen Wind zu nutzen. Alle anderen Vereine haben im Winter neue Spieler an Land gezogen, teils auch im großen Stil. Knapp zwei Wochen nach Transferschluss stellt sich die Frage: Waren es diese Investitionen auch wert? 90min wirft einen Blick auf die bisherigen Leistungen der wichtigsten Winter-Neuzugänge:
Mario Hermoso / Luciano Lima/GettyImages
Beginnen wir beim (noch) amtierenden deutschen Meister. Bayer Leverkusen hielt sich im Winter-Transferfenster keinesfalls zurück, verpflichtete mit Mario Hermoso (Roma) und Emiliano Buendia (Aston Villa) zwei große Namen auf Leihbasis. Die Intention dahinter ist klar: Beide sollte eine Sofortverstärkung darstellen. Erfüllt hat sich diese Hoffnung bislang aber nur im Falle Hermosos. Der Spanier weiß mit starkem Passspiel und Flexibilität in der Defensive zu überzeugen und stand gegen Wolfsburg (0:0) bereits in der Startelf. Buendia hingegen blieb in seinen drei Einsätzen bislang blass, dem Offensivmann gelang noch keine Torbeteiligung. Das muss noch mehr kommen, will er über den Sommer hinaus in Leverkusen bleiben.
Für 1,7 Millionen Euro hat der VfB Stuttgart im Winter Jacob Bruun Larsen zurück ins Ländle geholt – und damit wohl einen Schnapper gelandet. Anlaufzeit benötigte der Däne nämlich nicht, machte bereits fünf Bundesliga-Spiele für den VfB. Dreimal stand er dabei in der Startelf und erzielte beim 2:1-Sieg gegen RB Leipzig auch schon ein Tor. Keine Frage: Bruun Larsen wird den VfB-Fans in der Rückrunde wohl noch einiges an Freude bereiten, ein echter Volltreffer. Ob das auch für Finn Jeltsch und Luca Vazquez gilt, lässt sich noch nicht beurteilen. Die beiden Abwehrtalente kamen erst kurz vor Transferschluss und warten bislang noch auf Einsätze.
Ridle Baku / Stuart Franklin/GettyImages
Die Sachsen brauchten im Winter einen Ersatz für den langzeitverletzten Benjamin Henrichs und fanden ihn in Ridle Baku. 4,5 Millionen Euro für den Rechtsaußen, dessen Vertrag beim VfL Wolfsburg im Sommer ohnehin ausgelaufen wäre, erscheint erstmal viel Geld, doch die Investition war es wohl wert. Baku kam bislang in allen Bundesliga-Spielen zum Einsatz und lieferte stabile Leistungen ab – brachte das, was man sich von ihm erhofft hatte.
Der BVB stürzte im Januar 2025 in eine schwere sportliche Krise, auf Verstärkung musste jedoch lange gewartet werden. Nach der Rückholaktion von Salih Özcan (Wolfsburg) kamen erst am Deadline-Day mit Daniel Svensson (Nordsjaelland) und Carney Chukwuemeka (Chelsea) noch zwei Neue. Zumindest Ersterer scheint sich dabei aber direkt als die dringend benötigte Verstärkung zu entpuppen. Nach einem Kurzeinsatz gegen Stuttgart (1:2) stand er in der Champions League gegen Sporting (3:0) direkt in der Startelf und überzeugte als spielstarker Linksverteidiger auf ganzer Linie. Bei Chukwuemeka könnte sich der BVB dagegen verrannt haben, er fällt vorerst mit Knieproblemen aus. Gut also, dass es nur eine Kaufoption und keine Kaufpflicht im Leihvertrag gibt.
Elye Wahi / Pau Barrena/GettyImages
Mit Omar Marmoush (ManCity) verlor Eintracht Frankfurt im Winter den eigenen Starspieler. Den Ägypter zu ersetzen, scheint unmöglich – und doch wurde es natürlich versucht. Mit Elye Wahi (Marseille) und Michy Batshuayi (Galatasaray) kamen zwei völlig unterschiedliche Stürmertypen: Eine spielstarke Allzweckwaffe und ein klassischer Torjäger. Den größeren Impact hatte bislang der günstigere Batshuayi, der gegen Gladbach (1:1) direkt von Beginn an ran durfte. Ein ordentliches Debüt, allerdings ohne Torerfolg. Die Frankfurter Hoffnungen dürften daher eher auf Wahi liegen, der 26-Millione-Euro-Mann kam bislang aber nicht auf die Beine. Nur ein Kurzeinsatz steht zu Buche. Das muss sich schnell ändern, sonst wartet auf Hugo Ekitike ein Mammutprogramm in der Rückrunde.
Neun Millionen Euro investierte die TSG 1899 Hoffenheim im Winter in Gift Orban. Der junge Franzose sollte die lahmende Offensive beleben und erzielte bislang auch zwei Treffer, schwankt aber noch stark zwischen Genie und Wahnsinn. Nur eine Startelfnominierung spricht nicht für ihn, da wäre mehr zu erwarten gewesen. Gleiches gilt für Bazoumana Toure, der sogar für zehn Millionen Euro von Hammarby IF kam. Der 18-jährige Ivorer braucht wohl noch Eingewöhnungszeit, diese kann sich Hoffenheim ob der prekären Bundesliga-Tabellensituation aber eigentlich kaum leisten. Auf dem Papier hätte da die Leihe von Leo Østigard deutlich wertvoller sein sollen, doch der Norweger erlebte beim Startelfdebüt gegen Union (0:4) einen Alptraum. So wird das nichts mit dem Turnaround im Kraichgau.
Beim 2:0-Heimsieg gegen Union Berlin erlebte das Duo Budu Zivzivadze (Karlsruhe) und Frans Krätzig (Bayern) einen Traumeinstand beim 1. FC Heidenheim. Dem Conference-League-Teilnehmer schein ein doppelter Volltreffer auf dem Transfermarkt gelungen, doch in den vergangenen Wochen hat sich dieser Hype schnell wieder gelegt. Zwar gehörten beide Spieler seither stets zur Startelf, die sportliche Talfahrt konnten auch sie allerdings nur im Union-Spiel kurzzeitig stoppen.
Andre Silva / Stefan Matzke – sampics/GettyImages
Dem SV Werder Bremen gelang kurz vor Transferschluss mit der Leihe von Andre Silva noch ein echter Coup. Ob der 29-jährige Portugiese aber auch eine Verstärkung darstellen kann, muss sich erst noch zeigen. Gegen die Bayern (0:3) bekam er direkt 40 Minuten Einsatzzeit, blieb dabei jedoch relativ blass – wie allerdings die gesamte Mannschaft. Die undankbarste Aufgabe ist nun aus dem Weg geräumt, in den kommenden Wochen gilt es. Wie es gehen könnte, hat der zweite Neue vorgemacht: Issa Kabore. Der flexible Außenverteidiger benötigte keine Anlaufzeit und kam bislang in jedem Spiel zum Einsatz. Schon jetzt geht von ihm deutlich mehr Druck auf die Stammspieler Mitchell Weiser und Derrick Köhn aus als von Olivier Deman in den letzten anderthalb Jahren.
Es zog sich über viele Tage und Wochen, letztlich wurde kurz vor Transferschluss aber doch noch Nägel mit Köpfen gemacht. Acht Millionen Euro zahlte der SC Freiburg für die Dienste von Jan-Niklas Beste an Benfica Lissabon und machte den 26-Jährigen damit zum drittteuersten Neuzugang der Klub-Geschichte. Bislang reichte es nur zu einem Kurzeinsatz gegen Ex-Klub Heidenheim (1:0), selbst in diesen wenigen Minuten deutete Beste aber schon an, welchen Impact er in den kommenden Monaten auf die lahmende Freiburger Offensive haben kann. Nur Zentimeter fehlten zum ersten Scorerpunkt, der wohl nicht allzu lange auf sich warten lassen dürfte.
Mergim Berisha / Helge Prang/GettyImages
In Hoffenheim kam Mergim Berisha nie auf die Beine, weshalb er sein Glück nun wieder bei der Ex sucht. Während der FCA äußerst erfolgreich in die Rückrunde gestartet ist, kann das vom 26-jährigen Angreifer aber nicht behauptet werden. Gerade erst in Augsburg angekommen, bremst ihn nun eine Oberschenkelverletzung schon wieder aus. Bekommt Berisha seine körperlichen Gebrechen nicht in den Griff, wird er den FCA nicht verstärken können. Das Gute aus Sicht der Fuggerstädter: Sie haben Berisha nur geliehen und haben somit eigentlich nichts zu verlieren. Als deutlich sinnvoller hat sich da die Leihe von Cedric Zesiger erwiesen. Der ehemalige Wolfsburger ist beim FCA bereits gesetzt und auf bestem Wege, ein essentieller Stammspieler zu werden. Volltreffer!
14 Millionen Euro zahlte der VfL Wolfsburg für Baku-Ersatz Andreas Skov Olsen und sorgte damit für einen der teuersten Wintertransfers. Gelohnt hat sich das bislang aber noch nicht. In den vier Rückrundenspielen kommt der Däne nur auf zwei Einwechslungen, zweimal blieb er ohne Einsatz auf der Bank sitzen. Da dürften sich die Fans des VfL deutlich mehr erhofft haben.
Als Überflieger der Hinrunde verbreiterte der 1. FSV Mainz 05 im Winter mit den Verpflichtungen von Arnaud Nordin (Montpellier) und Lennard Maloney (Heidenheim) den eigenen Kader. Den Beweis, das sie eine Verstärkung sein können, sind beide Spieler bislang noch schuldig geblieben. Arnaud brachte es nur zu zwei Kurzeinsätzen ohne nennenswerte Aktionen, Maloney spielte noch gar nicht. Wie sinnvolle ihre Transfers waren, wird sich also erst in den kommenden Wochen zeigen. Bei einer kombinierten Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro hat man in Mainz mit dem Duo auf den ersten Blick allerdings auch nicht viel falsch gemacht.
Lediglich 16 Tore erzielte Union Berlin in den ersten 20 Bundesliga-Spielen. Es fehlte ein echter Torjäger, der im Winter in Marin Ljubicic (LASK) gefunden wurde. 4,5 Millionen Euro ließen sich die Berliner diese Verpflichtung kosten – und könnten damit einen Glücksgriff gelandet haben. Keine zwei Minuten benötigte der Kroate, um erstmals in der Bundesliga zu netzen und die Weichen mit dem 2:0 auf den wichtigen Auswärtssieg zu stellen. Später folgte sogar noch ein Assist zum 4:0-Endstand. Macht Ljubicic auch nur im Ansatz so weiter, dürfte Union die Millionen-Investition nicht bereuen.
Georgios Masouras im Zweikampf mit Lewis Holtby / Selim Sudheimer/GettyImages
Lange Zeit sah es aus, als würde der VfL Bochum trotz der schwachen Hinrunde ohne Verstärkung in die restliche Bundesliga-Saison gehen. Kurz vor Schluss holte man dann aber doch noch zwei Neue: Tom Kraus (Mainz) und Georgios Masouras (Olympiakos). Beide sind erstmal auf Leihbasis da, könnten in der Rückrunde aber noch sehr wichtig werden. Beim 2:2 gegen Holstein Kiel standen beide in der Startelf und machten mehr als deutlich, welch große Verstärkung sie für den VfL noch werden können. Starke Transferarbeit!
450.000 Euro überwies der FC St. Pauli im Winter nach Estland zu Paide Linnameeskond, um Abdoulie Ceesay zu verpflichten. Viel Geld für den Aufsteiger, weshalb der wuchtige Angreifer in Hamburg auf hohe Erwartungen trifft. Erwartungen, denen er bislang nicht gerecht werden konnte. In sechs Bundesliga-Spielen kam er nur zu drei Kurzeinsätzen, eine Torbeteiligung fehlt. Der Mann aus Gambia fremdelt noch mit dem deutschen Oberhaus, stand jetzt also schlecht investiertes Geld. Deutlich cleverer waren da die Leihen von Noah Weißhaupt (Freiburg) und James Sands (New York City), die sich beide schon einen Stammplatz ergattert haben und noch essentiell für das Saisonziel ‘Klassenerhalt’ werden könnten.
43 Gegentore kassierte Holstein Kiel in der Hinrunde und stellte damit die Schießbude der Liga. Dass in der Abwehr nachgebessert werden musste, war somit klar. Und die Kieler taten das auch: John Tolkin (2,5 Mio. Euro), David Zec (1,5 Mio. Euro) und Ivan Nekic (unklar) kamen für nicht gerade kleines Geld. Während Letzterer noch auf den ersten Einsatz wartet, haben sich die beiden Erstgenannten auch direkt einen Stammplatz gesichert. Stabiler haben sie die Kieler Defensive allerdings auch nicht gemacht: Elf Gegentore in vier Spielen lassen nur wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt zu. In Anbetracht der für Kieler Verhältnisse großen Geldsummen hätte man da schon etwas mehr erwarten dürfen.
Keine Beurteilung möglich:
Während Borussia Mönchengladbach völlig auf Neuzugänge verzichtete, schnappte sich der FC Bayern München in Jonas Urbig (Köln) nur einen Neuen. Da dieser aber nur als Ersatzkeeper geholt wurde, bleibt eine Beurteilung des Transfers bislang sinnlos. Festhalten lässt sich einzig: In der Rolle als Nummer zwei hinter Manuel Neuer hat sich der U-Nationalkeeper bislang zumindest nichts zu Schulden kommen lassen.
Welche Schlüsse sich aus Unions Verkauf der Stadionaktien ziehen lassen
Bild: IMAGO / Picture Point LE
Durch den jüngst abgeschlossenen Aktienverkauf erhöht der 1. FC Union das Stammkapital seiner Stadion AG auf mehr als 30 Millionen Euro. Ein Erfolg? Sportökonom Christoph Breuer beantwortet die wichtigsten Fragen.
Wie viele Aktien wurden verkauft und was bedeutet das für das Stammkapital des Vereins?
Der 1. FC Union Berlin hat die Zeichnungsphase für neue Aktien der “An der Alten Försterei” Stadionbetriebs AG abgeschlossen. Vom 26. November bis zum 5. Februar wurden mehr als 49.000 neue Aktien gezeichnet.
Auffällig ist: Der 1. FC Union Berlin e.V., also der Verein selbst, nutzte sein Bezugsrecht für 40.000 Aktien – der mit Abstand größte Anteil. 900 Bestandsaktionäre zeichneten weitere 1.500 Aktien. Hinzu kommen rund 7.900 Wertpapiere für 5.900 Neuaktionäre. Der 1. FC Union Berlin e.V. hält künftig 75,75 Prozent der Anteile. Der Streubesitz, bestehend aus Bestands- und Neuaktionären, umfasst nun 24,25 Prozent.
Konkret bedeutet das: Der Verein hat durch seinen Aktienkauf selbst für eine Kapitalerhöhung von 20 Millionen Euro gesorgt. Hinzu kommen etwa 4,7 Millionen Euro durch Bestands- und Neuaktionäre und das bereits vorhandene Stammkapital.
Der Stadion AG des Fußball-Bundesligisten steht nach der Eintragung der Kapitalerhöhung somit ein Stammkapital von mehr als 30 Millionen Euro zur Verfügung. Das Geld soll in die geplanten Baumaßnahmen des Vereins fließen, insbesondere in das Stadion An der Alten Försterei, dessen Kapazität bis zum Sommer 2027 erweitert werden soll.
“Wir sind unserem Ziel, das Stadion An der Alten Försterei für die nächsten Generationen zu sichern, ein sehr wichtiges Stück nähergekommen”, wurde Union-Präsident Dirk Zingler in einer Vereinsmitteilung zitiert. “Die Stadion AG geht, dank einer nun sehr robusten Bilanz- und Eigenkapitalstruktur, gut gerüstet in die Zukunft.”
Wie viele Mitglieder waren zeichnungsberechtigt?
Zu Beginn der Zeichnungsphase hatte der 1. FC Union Berlin rund 68.000 Mitglieder, von denen 60.000 zeichnungsberechtigt waren. Vereinsangaben zufolge hätten 120.000 Aktien herausgegeben werden können. Stückpreis: 500 Euro.
Auf der Jahreshauptversammlung seiner Stadionbetriebs AG hatte der 1. FC Union im November angekündigt, durch die Kapitalerhöhung mithilfe der Aktien bis zu 60 Millionen Euro einnehmen zu wollen.
Welche Schlüsse lassen sich aus der (mangelnden) Beteiligung der Mitglieder ziehen?
“Erstmal muss man sagen, dass es für Union gut und wichtig ist, das Stadion auszubauen und zu modernisieren. Es ist auch gut und interessant, dafür eine vernünftige Eigenkapitalbasis zu schaffen”, meint Sportökonom Christoph Breuer, der als Professor für Sportmanagement an der Deutschen Sporthochschule Köln tätig ist.
Man müsse differenzieren: “Die Idee, vinkulierte Namensaktien [Schmuckaktien, die nicht an der Börse gehandelt werden; Anm. d. Red.] für den Stadionausbau an die Mitglieder zu verkaufen, war nicht blöd. Aber: Wenn ich zumindest das implizite Ziel hatte, 120.000 neue Aktien an den Mann oder die Frau zu bringen, und dann ‘nur’ rund 49.000 Aktien verkaufen konnte, habe ich dieses Ziel natürlich nicht erreicht.”
Zumal man von den 120.000 Aktien ja noch die 40.000 abziehen müsse, “die der Verein selbst gezeichnet hat. Das heißt: von den verbleibenden 80.000 wurden keine 10.000 erworben. Das zeigt, dass diese Art der Finanzierung, die eine Liebhaberfinanzierung für Mitglieder ist, dann doch an enge Grenzen stößt und sich dadurch nicht beliebig viel Geld eintreiben lässt.”
Zusammenfassend könne man sagen, “dass dieses Angebot nur für etwa jedes zehnte Vereinsmitglied überzeugend und interessant war. Eine Erklärung könnte sein, dass viele Mitglieder funktionale Mitglieder sind: Sie sind primär Mitglied, um überhaupt an Tickets zu kommen”, so Breuer. “Das scheint die zentrale Motivation zu sein. Durch den Erwerb einer Aktie komme ich eben nicht leichter an Tickets – da steht der emotionale und symbolische Wert im Vordergrund.”
Auch wenn man es im sozialromantischen Fußballbusiness vielleicht nicht so gerne hören mag: Ohne Banken und klassische Investoren geht es nicht – gerade bei Stadionmodernisierungen.
Sportökonom Christoph Breuer
Ein weiteres Indiz für das überschaubare Interesse der Mitglieder ist, dass die Zeichnungsfrist ursprünglich schon am 10. Januar enden sollte – dann aber bis zum 5. Februar verlängert wurde. “Anscheinend sind nicht so viele Mitglieder bereit gewesen, diesen Weg mitzugehen”, sagt Sportökonom Breuer. Nichtsdestotrotz habe man die Eigenkapitalbasis gestärkt.
Man sei aber noch weit von dem Investment entfernt, das für den Stadionausbau zu tätigen sei. “Wenn man von den 100 Millionen Euro ausgeht, die kolportiert wurden, ist man davon noch relativ weit weg. Zumindest dürfte es der Stadionbetriebs AG durch die Stärkung des Eigenkapitals aber besser gelingen, an Kredite für den Stadionausbau zu kommen.”
Was haben die Trikots der Eisernen mit all dem zu tun?
In der laufenden Saison hat der FCU bislang auf einen Haupt- und Trikotsponsor im klassischen Sinne verzichtet – und stattdessen auf der Arbeitskleidung der Spieler Werbung in eigener Sache betrieben. “proAF – Alte Försterei”, lautete bis zuletzt der Schriftzug auf den Trikots der Eisernen. So stehen rund 4,7 Millionen Euro, die der Verein durch den Aktienverkauf für den Stadionausbau eingenommen hat, auf der einen Seite – und fehlende Einnahmen in Millionenhöhe durch einen Haupt- und Trikotsponsor auf der anderen Seite.
Oder wie es Christoph Breuer formuliert: “Der Eigenkapitalerhöhung stehen auch Ausgaben gegenüber: klassische Werbeausgaben, Ausgaben für rechtliche und bankwirtschaftliche Beratung – und eben der Verzicht auf Einnahmen aus dem Trikotsponsoring. Letzteres steht zwar nicht explizit in den Büchern, sind aber klassische Opportunitätskosten, wenn Union in der ersten Saisonhälfte keine Einnahmen durch einen Trikotsponsor generiert.”
Welche übergeordneten Erkenntnisse bringt Unions Stadionaktienverkauf mit sich?
Im Großen und Ganzen lasse sich aus Unions Aktienverkauf eine Erkenntnis ziehen, die Breuer als “wichtigste Message” bezeichnet: “Fans sind offensichtlich nur begrenzt bereit, zur Finanzierung des Profifußballs beizutragen, wenn die Gegenleistung überschaubar bleibt.”
Auf der Haben-Seite stehe, dass die Ausgangsposition für die Stadionmodernisierung verbessert wurde. “Auf der anderen Seite steht aber, dass weniger Geld als erwartet eingenommen wurde. Die Fans können also nur ein Teil der Finanzierung des Profifußballs sein. Auch wenn man es im sozialromantischen Fußballbusiness vielleicht nicht so gerne hören mag: Ohne Banken und klassische Investoren geht es nicht – gerade bei Stadionmodernisierungen.”
Sendung: DER TAG in Berlin & Brandenburg, 12.02.2025, 18 Uhr
Der FC Bayern hat auf den mutmaßlichen Anschlag in München reagiert. In einem offiziellen Statement drückt der Rekordmeister seine Anteilnahme aus.
Der FC Bayern hat mit Bestürzung auf den mutmaßlichen Anschlag in der Münchner Innenstadt reagiert. Wie der Verein am Donnerstagabend mitteilte, sei der Rekordmeister „in tiefer Anteilnahme bei den Betroffenen und ihren Familien“, heißt es in einem Statement, das auf der klubeigenen Homepage veröffentlicht wurde.
„München ist unsere Heimatstadt, und unsere Heimat wurde heute schwer erschüttert. Die Gedanken der FC Bayern-Familie sind mit den Betroffenen und ihren Angehörigen“, wird FCB-Präsident Herbert Hainer zitiert. „Wir wünschen allen von Herzen, dass sie schnell wieder gesund werden und dass sich die Betroffenenzahlen nicht noch weiter erhöhen.“
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Anschlag am Münchner Stiglmaierplatz
Am Donnerstag war ein Mann gegen 10:30 Uhr am Stiglmaierplatz in München mit seinem Auto in eine Gruppe von mehreren Menschen gefahren. Zu diesem Zeitpunkt fand dort nach Angaben der Polizei eine Demonstration der Gewerkschaft ver.di statt.
Ein Polizeisprecher sagte, der Fahrer des Wagens sei hinter der Gruppe und einem Polizeiauto hergefahren, habe diesen dann überholt, beschleunigt und sei in das Ende der Gruppe gerast.
Nach Angaben der Feuerwehr wurden mindestens 28 Menschen verletzt. Darunter seien auch Schwer- und Schwerstverletzte. Bei einigen könne Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden.
Der Höhenflug der Rostock Seawolves hat ein jähes Ende gefunden. Nach drei Siegen in Folge unterlag die Mannschaft von Cheftrainer Przemyslaw Frasunkiewicz Alba Berlin in der mit 4.850 Zuschauern ausverkauften Stadthalle mit 71:78 (45:36). Für die Mecklenburger war es die neunte Niederlage im 19. Spiel. Die meisten Punkte für die Gastgeber erzielte JeQuan Lewis mit 23 Punkten.
Beide Teams agierten anfangs auf Augenhöhe. Mitte des ersten Viertels konnte sich Rostock dann das erste Mal ein kleines Polster erspielen, bevor Berlin den Anschluss wieder herstellte. Kurz vor der Pause trumpften die Mecklenburger erneut auf.
Berlin ließ sich allerdings nicht vorentscheidend abschütteln. Zwar brauchten die Gäste nach der Pause ein paar Minuten, um zu ihrem Spiel zu finden, verkürzten den Rückstand dann aber zusehends und übernahmen nach einem Dunking von Yanni Wetzell zum 51:49 erstmals wieder die Führung. Im Schlussabschnitt zog Alba dann davon. Rostock gelang es nicht mehr, das Gäste-Team unter Druck zu setzen und die Niederlage abzuwenden.