Das hat er sich alles sicher ganz anders vorgestellt …
Im Winter wechselte Donyell Malen von Borussia Dortmund in die Premier League zu Aston Villa. Für die Dienste des Niederländers überwiesen die „Villans“ 25 Millionen Euro Ablöse.
Beim Premier-League-Klub hat Malen jetzt aber schnell Schiffbruch erlitten. Für die nächsten Aufgaben in der Champions League wurde der Offensivstar nicht nominiert. Ein schwerer Schlag für Malen.
Malen nach BVB-Abgang „sehr enttäuscht“
Wie das englische Portal „The Athletic“ berichtet, sei der Ex-BVB-Akteur „sehr enttäuscht“ von der Entscheidung seines neuen Arbeitgebers.
Der FC Chelsea hat sich mal wieder frühzeitig ein internationales Talent gesichert. Wie Kairat Almaty am Montag bestätigte, wechselt Dastan Satpaev mit Erreichen der Volljährigkeit im Sommer 2026 zu den Blues. Dort erwartet den heute 16-Jährigen ein Fünfjahresvertrag inklusive Option auf eine weitere Saison.
Die Basisablöse beträgt dem Vernehmen nach 2,4 Millionen Euro, womit das Sturmtalent hinter dem Ex-Hannoveraner Patrick Twumasi (30; 3 Mio. Euro) zweitteuerster Abgang der kasachischen Premier Liga ist. Durch Boni kann die Summe auf bis zu 4 Mio. Euro anwachsen, dann würde Satpaev die Spitze des Rankings erklimmen.
Das Eigengewächs von Kairat Almaty überzeugte im Nachwuchsbereich mit seiner Torgefährlichkeit. Der Kapitän von Kasachstans U17 feierte bereits mit 15 Jahren und neun Monaten im Mai 2024 sein Profidebüt im Ligapokal beim deutlichen 9:0 gegen Akzhayik Uralsk – der bisher einzige Einsatz. Satpaev ist damit neben Abzal Beysebekov (32) der jüngste Spieler in der Historie von Kairat Almaty.
Mehr als eine halbe Milliarde Euro haben die englischen Erstligisten in diesem Winter für neue Spieler ausgegeben. Vor allem zwei Beispiele zeigen, wie weit die Premier League der europäischen Konkurrenz in Sachen Geld inzwischen enteilt ist.
Dieser Text enthält eine Einordnung aktueller Ereignisse, in die neben Daten und Fakten auch die Einschätzungen von Michael Schleicher sowie ggf. von Expertinnen oder Experten einfließen. Informieren Sie sich über die verschiedenen journalistischen Textarten.
Lange Zeit war die Transferphase im Winter so etwas wie die Light-Version des Sommerfensters. Während im Juli und August die großen Transfers getätigt wurden, waren im Januar Leihen oder kleinere Deals bereits das höchste der Gefühle. Richtige Transfer-Kracher suchte man zur kalten Jahreszeit meistens vergebens.
Mehr News zum Thema Fußball
Das ist seit einigen Jahren anders: Zwar kommt das Transferfenster im Winter noch immer nicht an jenes des Sommers heran, mächtig Geld ausgegeben wird zur Saison-Halbzeit aber dennoch.
Premier League gibt halbe Milliarde für neue Spieler aus
So war es auch in diesem Jahr. Und wie so häufig steht die Premier League mit ihren finanzkräftigen Klubs an der Spitze der Ausgaben-Rangliste. Unglaubliche 500,55 Millionen Euro gaben die 20 englischen Erstligisten in diesem Winter aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie die Serie A aus Italien, in der Spieler für insgesamt 230,1 Millionen Euro verpflichtet wurden. Die Bundesliga steht mit 182,85 Millionen Euro auf Rang fünf.
In Sachen Transferausgaben ist England also – wenig überraschend – mal wieder an der Spitze.
Kriselnder Transfer-Krösus Manchester City
Eine halbe Milliarde Euro – nur einmal gaben die englischen Erstligisten im Winter mehr Geld für neue Spieler aus. In der Saison 2022/23 schossen Manchester City, der FC Chelsea und Co. den Vogel ab. Ausgaben von 862 Millionen Euro standen Einnahmen von 117 Millionen Euro gegenüber. Macht einen Saldo von minus 755 Millionen (!) Euro. Zahlen, bei denen die europäische Konkurrenz schon lange nicht mehr hinterherkommt – oder, um genau zu sein, auch noch nie wirklich hinterhergekommen ist.
Im vergangenen Winter gab es mit “nur” 134 Millionen Euro an Ausgaben zwar einen kleinen Ausreißer nach unten, 2025 haben Englands Klubs aber wieder kräftig zugelangt. Wie abgehoben die finanzstarke Premier League inzwischen ist, machen vor allem zwei Beispiele der abgelaufenen Transferphase deutlich.
Zum einen muss dabei Manchester City genannt werden. Alleine der Top-Klub, der in dieser Saison mächtig kriselt, ist für fast 44 Prozent der Gesamtausgaben in der Liga verantwortlich. Teure Verstärkungen für insgesamt völlig verrückte 218 Millionen Euro sollen die bislang völlig misslungene Spielzeit noch herumreißen.
Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann
Vier der insgesamt fünf Transfers der “Citizens” belegen im ligainternen Vergleich die ersten vier Plätze. Rekord-Neuzugang ist ein Bekannter aus der Bundesliga: 75 Millionen Euro zahlte City für Frankfurt-Stürmer Omar Marmoush. 60 Millionen Euro sind dem Klub die Dienste des zentralen Mittelfeldspielers Nico González wert, der vom FC Porto kam. 40 Millionen Euro blätterten die Skyblues für Abwehr-Talent Abdukodir Khusanov hin, daneben folgten mit Vitor Reis (37 Mio. Euro) und Juma Bah (6 Mio. Euro) zwei weitere Innenverteidiger.
Was bei den Deals auffällt: Bei fast jedem der Transfers zahlte City deutlich über dem Marktwert. Ausnahme ist mit einem zugedrückten Auge hier noch Marmoush. Hier ist die Diskrepanz zwischen Ablöse (75 Mio. Euro) und Marktwert (60 Mio. Euro) noch vergleichsweise gering.
Ganz anders sieht es da bei drei der anderen Deals aus: González hat laut “transfermarkt.de” einen Marktwert von 18 Millionen Euro, die Differenz von 42 Millionen Euro ist also immens. Ähnliches Spiel auch bei Khusanov, der aktuell bei einem Marktwert von zwölf Millionen Euro liegt (Differenz: 28 Mio. Euro). Bei Reis beträgt der Unterschied zwischen Ablöse und Marktwert immerhin noch 23 Millionen Euro.
Bei Ablösen wie diesen ist es wenig verwunderlich, dass die abgebenden Vereine schwach werden, den Spieler ziehen lassen und dafür die hohe Ablöse einstreichen, um sie anderweitig zu investieren. Das altbekannte Problem: Fast nur Top-Klubs aus der Premier League können auf Dauer dermaßen übertriebene Ablösesummen zahlen. Die hohen Einnahmen aus TV-Rechten und Sponsoring machen’s möglich.
Wenn für einen Zweitligaspieler plötzlich 25 Millionen Euro fließen
Dass jedoch nicht nur die großen, sondern alle Klubs aus der Premier League vom Geldsegen profitieren, zeigt das zweite Beispiel, das deutlich macht, wie verrückt die Premier League mittlerweile geworden ist.
Brighton & Hove Albion gab für drei Spieler im Winter knapp 50 Millionen Euro aus. Auch hier wurden den Vereinen Angebote gemacht, die sie nicht ablehnen konnten. Unter ihnen auch der 1. FC Nürnberg aus der 2. Bundesliga. 25 Millionen Euro zahlte der Klub von Trainer Fabian Hürzeler für Mittelstürmer Stefanos Tzimas. Wenig überraschend ist der Grieche damit der Rekord-Abgang in der Geschichte des Clubs.
Für Innenverteidiger Eiran Cashin legte Brighton 10,75 Millionen Euro auf den Tisch. Klingt im Vergleich zu den anderen bisher genannten Summen vielleicht erstmal nicht nach sonderlich viel. Der Blick auf Cashins Marktwert zeigt dann aber schnell wieder die Abstrusität des Transfers. Laut “transfermarkt.de” liegt dieser nämlich bei lediglich 1,8 Millionen Euro.
Geld regiert die Welt – mittlerweile auch im Winter
Und so kommt es, dass Brighton, das bereits im Sommer übrigens unglaubliche 231 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hatte, in der Winter-Rangliste immerhin auf dem neunten Platz steht. Zwar hinter den zahlungskräftigen Saudi-Vereinen Al-Nassr und Al-Ahli sowie Top-Klubs Paris Saint-Germain, dafür aber vor unzähligen Traditionsklubs wie dem AC Mailand, Manchester United, Juventus Turin, dem FC Bayern, Borussia Dortmund – und natürlich vielen anderen Spitzenvereinen aus Europa.
Geld regiert die Fußball-Welt – und das mittlerweile auch im Winter. Die Transferphase im Januar ist inzwischen viel mehr als eine Light-Version des Sommer-Pendants. Das zeigte die Premier League im vergangenen Monat mal wieder eindrucksvoll.
Verwendete Quellen
“So arbeitet die Redaktion” informiert Sie, wann und worüber wir berichten, wie wir mit Fehlern umgehen und woher unsere Inhalte stammen. Bei der Berichterstattung halten wir uns an die Richtlinien der Journalism Trust Initiative.
Der Streit zwischen Manchester City und der englischen Premier League geht in die nächste Runde – und droht jetzt weiter zu eskalieren!
Wie die britische „Times“ und die „Daily Mail“ übereinstimmend berichten, hat der Klub von Star-Trainer Pep Guardiola erneut rechtliche Schritte gegen die Liga eingeleitet. Allerdings ermittelt die Premier League selbst gegen den Verein wegen etlicher Verstöße.
Der Grund für die City-Wut: die vor wenigen Monaten überarbeiteten und verschärften Sponsoring-Regeln. Jetzt wird geklagt. Denn: Die Vorschriften zu sogenannten Associated Party Transactions (APT) halten die City-Bosse für rechtswidrig.
Sie glauben, Ihrem Verein geht es schlecht? Dann schauen Sie doch einmal in die englische Premier League. Dort kündigt sich seit einiger Zeit der Untergang eines Giganten des Weltfußballs an. Seltsame Entscheidungen reihen sich an seltsame Entscheidungen – und Heilung ist nicht in Sicht.
Im vergangenen Herbst, ein paar Monate nach seinem Amtsantritt als Vorstandsvorsitzender von Manchester United, stellte Omar Berrada im Old Trafford das “Projekt 150” vor. Der Name war Ausdruck des großen Traums, zum 150. Geburtstag des Klubs im Jahr 2028 endlich wieder englischer Meister zu werden. Da stellt sich die Frage: Wie läuft das Projekt? Nun – im Januar sagte Ruben Amorim, der erste Cheftrainer des neuen Regimes des Milliardärs und Miteigentümers Sir Jim Ratcliffe: “Wir sind die vielleicht schlechteste Mannschaft in der Geschichte von Manchester United.”
Amorim ruderte schnell ein wenig zurück und das nicht nur, weil United in der Saison 1933/34 nur knapp dem Abstieg in die alte Division 3 Nord entgangen war und in der Ligapyramide Englands nur auf Rang 42 landete. Doch der Portugiese hatte schon den Dezember 2024 mitder Rede von einem möglichen Abstiegbeendet. Ein Unglück, das United seit 1974 nicht mehr widerfahren ist. In Amorims Argumentation fanden sich viele Übertreibungen. Doch sie verdeutlichten die gigantische Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit im Old Trafford.
Nach einem 0:1 gegen Manchester City stieg United 1974 ab. Die Fans probierten alles und stürmten den Platz. Sie wollte so einen Abbruch provozieren.
(Foto: IMAGO/Colorsport)
Im vergangenen Februar, nachdem er 1,3 Milliarden Pfund (circa 1,6 Milliarden Euro) für 27,7 Prozent der Anteile an United bezahlt hatte, kündigte Ratcliffe noch vollmundigan, Liverpool oder Manchester City innerhalb von drei Jahren von “ihrem Thron” zu stoßen. Das sind große Worte im englischen Fußball. Sie gehen zurück auf Sir Alex Ferguson. Der stand im September 2002 nach einer Serie von schlechten Resultaten unter Druck. Arsenal hatte in der Saison zuvor die Meisterschaft gewonnen und spazierte wieder an der Tabellenspitze davon. Ferguson wischte die Zweifel fort.
Eigentlich konnte der Absturz nicht weitergehen – eigentlich
Seine größte Herausforderung, sagte er, sei nicht die Gegenwart, sondern das, was in den frühen 1990er-Jahren passiert sei. Seine größte Herausforderung war, “Liverpool von ihrem verdammten Thron zu stoßen” und United zur dominanten Mannschaft in England zu machen. Dem Schotten war das gelungen. In seiner Zeit als Trainer reihte er Trophäe an Trophäe. Er gewann dreizehn Meistertitel, fünf FA-Cups und zwei Trophäen in der Champions League. Die Fans des FC Bayern erinnern sich mit Grauen an das Finale im Jahr 1999.
Zum Autor
Richard Jolly gehört zu den renommiertesten Fußball-Autoren Englands. Für “The Independent” berichtet er seit Jahren über die Premier League sowie über Welt- und Europameisterschaften. Für ntv.de schreibt er unregelmäßig über den Fußball auf der Insel.
Nachdem Ferguson 2013 nach 27 Jahren bei United zurückgetreten war, hatte der Klub keine wirkliche Chance mehr auf einen Titel. Die neue und harte Realität unter Sir Jim Ratcliffe: Manchester United muss zuerst Brighton oder Bournemouth vom Thron im Mittelfeld der Tabelle stoßen. An Manchester City oder gar Liverpool ist momentan überhaupt nicht mehr zu denken.
Denn als es so aussah, dass United nicht mehr tiefer sinken kann, sanken die Red Devils immer tiefer. Die letzte Saison beendeten sie auf Platz acht, noch nie seit Einführung der Premier League im Sommer 1992 stand United am Ende einer Saison schlechter und noch nie hatten sie mehr Niederlagen als die 14 in der Saison 2023/2024 kassiert. Beim Blick auf die gigantischen finanziellen Ressourcen war klar, tiefer kann es eigentlich nicht mehr gehen. Ging es für die anderen ja auch nie. Arsenal war seit 1995 nicht schlechter als Platz acht, Liverpool nicht mehr seit ihrem Aufstieg ins Oberhaus im Jahr 1962.
Das portugiesische Wunderkind …
Als United im Oktober 2024 Erik ten Hag rauswarf, waren sie auf Platz 14 abgerutscht. Sie träumten immer noch von einer Platzierung in den Top vier am Ende der Saison. Sie ernannten Amorim zu ihrem Trainer. Sie nannten ihn den aufregendsten jungen Trainer in Europa. Sein Start war der schlechteste Start eines United-Trainers seit 103 Jahren. Allein im Dezember kassierten sie sechs Niederlagen, die meisten in einem Monat für United seit 1930. “Es ist ein bisschen peinlich, Manchester United zu trainieren und so viele Spiele zu verlieren”, sagte Amorim. Von den letzten sechs Heimspielen in der Premier League haben sie fünf Spiele verloren und im sechsten lagen sie gegen die schlechteste Mannschaft der Liga, Southampton, bis zur 81. Minute mit 0:1 zurück. Dann erzielte Amad Diallo einen Hattrick.
Amorims Abschied in Lissabon glich einem Triumphzug.
(Foto: IMAGO/SOPA Images)
Amorim war mit der Empfehlung eines 100-Prozent-Rekords (elf Siege in elf Spielen) in der portugiesischen Liga mit Sporting Lissabon nach England gekommen. Ursprünglich wollte er erst im Sommer 2025 übernehmen. Für United war das keine Option. So kam er während der Saison. Als er Sporting verließ, war der Playoff-Gegner von Borussia Dortmund auch in der Champions League exzellent aufgestellt. Sie hatten gerade Manchester City mit 4:1 besiegt, standen auf Platz zwei, Amorim hatte seinen Ruf als Trainer-Wunderkind untermauert.
… will nur ein System spielen
Da waren die ersten dunklen Wolken längst aufgezogen. Als Liverpool sich auf die Suche nach einem Nachfolger für Jürgen Klopp machte, war der Portugiese in der engeren Auswahl. Doch sein Beharren auf eine Dreierkette nahm ihn aus dem Rennen. Liverpool entschied sich für Arne Slot. Eine bislang solide Wahl. Die Reds stehen souverän an der Spitze der Premier League, sie haben die Tabellenphase der Champions League auf Platz eins abgeschlossen. Es läuft ganz gut an der Anfield Road.
Das Duell der niederländischen Glatzköpfe konnte Slot (r.) gegen ten Hag entscheiden. Einer führt die Tabelle an, der andere musste gehen.
(Foto: IMAGO/Shutterstock)
United verpflichtete einen Trainer, der auf ein 3-4-3 bestand. “Ich muss meine Idee verkaufen, weil ich keine andere habe”, sagte Amorim. Aber bis er im Januar den Dänen Patrick Dorgu für 30 Millionen Euro von US Lecce verpflichten konnte, hatte er im Kader keinen Flügelverteidiger für die Dreierkette. Vielleicht passen nur der Verteidiger Harry Maguire und der derzeit verletzte Mittelfeldspieler Mason Mount überhaupt besser in ein 3-4-3 als in ein anderes System. Die meisten Innenverteidiger haben nicht das Tempo, um die von Amorim gewünschte hohe Verteidigungslinie zu spielen. Das erklärt, warum Uniteds beste Leistungen unter dem Portugiesen dann zu sehen waren, wenn sie, wie gegen Arsenal und Liverpool, tief verteidigen konnten.
United kassiert ständig Einhorn-Tore
Schon unter Ole Gunnar Solskjær war United am stärksten, wenn sie kontern konnten. Doch für einen Verein mit einer langen Tradition von mutigem und unterhaltsamem Angriffsfußball schwächeln sie nun schon lange, wenn sie den Ton angeben müssen. Wie bereits Louis van Gaal und ten Hag so hat auch Amorim besonders gegen die Teams aus dem Mittelfeld seine Probleme, Spiele zu gewinnen. Keiner von ihnen hat auf die Stärken dieser Klubs eine Antwort gefunden.
Der ehemalige Hertha-Spieler Matheus Cunha konnte Onana mit einer direkten Ecke überwinden.
(Foto: IMAGO/NurPhoto)
Der neue Trainer hat überall auf dem Platz Probleme. In der bislang kurzen Amtszeit von Amorim haben beide Torhüter bereits Tore von direkten Ecken kassiert – Altay Bayindir bei der 3:4-Ligapokalpleite in Tottenham im Dezember und Andre Onana nur wenige Tage später beim 0:2 bei den Wolverhampton Wanderers am Boxing Day. Ganz vorn im Sturm bringt es der im Sommer 2023 für 72 Millionen Pfund (circa 84 Millionen Euro) von Atalanta Bergamo verpflichtete Rasmus Hojlund auf gerade einmal zwei Saisontore in der Liga.
Der im vergangenen Sommer für mehr als 40 Millionen Euro vom FC Bologna geholte ehemalige Bayern-Angreifer Joshua Zirkzee wurde von den eigenen Fans laut ausgepfiffen, als er beim 0:2 gegen Newcastle am 30. Dezember bereits nach 33 Minuten ausgewechselt wurde. Eine nahezu beispiellose Demütigung durch die sonst so loyalen Stadionbesucher im Old Trafford. Am vergangenen Wochenende, bei der 0:2-Heimpleite gegen Crystal Palace, entschied sich Amorim gegen beide Spieler und bot stattdessen den Mittelfeldspieler Kobbie Mainoo in der Angriffsspitze auf. Bizarr.
Ex-Bayern-Angreifer trifft nicht, Rashford spielt nicht
Aber die Probleme enden da nicht. Im Mittelfeld fehlt United die Beweglichkeit. Ständig geraten sie dort in Unterzahl, oft werden sie überrannt. Als Amorim im Dezember gegen Newcastle United das langsame Oldie-Duo Casemiro und Christian Eriksen gegen das hochklassige, energiegeladene Trio Sandro Tonali, Bruno Guimares und Joelinton aufbot, war klar, was passieren würde. Und es passierte.Sie wurden überrannt, verloren, Zirkzee wurde ausgewechselt und ausgepfiffen.
Amorim kam zu dem Schluss, dass er Casemiro, einer der am besten verdienenden Spieler bei United, nicht mehr aufbieten kann. Die vergangenen fünf Ligaspiele verbrachte er auf der Bank. Damit ist er immer noch besser dran als Marcus Rashford. Der wurde in gleich 13 aufeinanderfolgenden Pflichtspielen nicht berücksichtigt. In diesem Zeitraum erzielen Hojlund und Zirkzee zusammen genau ein Tor. Am Ende der Wintertransferperiode wurde Rashford nun an Aston Villa ausgeliehen.
Zirkzee stürmte nach seiner Auswechslung in Richtung Tunnel.
(Foto: IMAGO/Sportimage)
Rashford wollte den Klub verlassen. Er hatte außerhalb des Platzes Probleme und auf dem Platz seit 18 Monaten nicht mehr seine Bestform erreicht. In den sieben Wochen, die Rashford vor seiner Leihe von Amorim nicht mehr berücksichtigt worden war, verdiente er mehr als 2 Millionen Pfund (circa 2,5 Millionen Euro) dafür, dass er nicht spielte. Kürzlich sagte Amorim – ohne jedes Taktgefühl -, dass er lieber den 63-jährigen Torwarttrainer Jorge Vital auf die Bank setzen würde, obwohl United viel zu wenig Tore erzielt.
Es war die Fortsetzung eben jener Behandlung, die ten Hag in der vergangenen Saison Jadon Sancho zukommen lassen hatte. Der war im Herbst 2023 vom Niederländer ausgemustert worden. Im Januar 2024 hatte er sich für den Rest der Saison Borussia Dortmund angeschlossen und war dort ein entscheidender Faktor auf dem Weg ins Finale der Champions League.
Bizarre Verhandlungstaktiken
Es ist auch eine perfekte Illustration für die Probleme, die Amorim bei United geerbt hat. Bizarrerweise hatte ten Hag zum Beispiel auch 85 Millionen Pfund (circa 100 Millionen Euro) für Antony bezahlt und ihn damit im Sommer 2022zum zweitteuersten Einkauf der Klubgeschichte gemacht. In dieser Saison stand der brasilianische Flügelspieler in der Liga nicht einmal in der Startelf. Im Januar wurde er an Real Betis nach Spanien verliehen.
Sir Jim Ratcliffe (l.) sieht nicht glücklich aus. Khaldoon Al Mubarak, der Statthalter der Emirate bei Manchester City, kann es in dieser Saison auch nicht sein. Aber das ist eine andere Geschichte.
(Foto: IMAGO/Visionhaus)
Ten Hag war es gelungen, über 600 Millionen Pfund (rund 720 Millionen Euro) in den Kader zu stecken und ihn schlechter zu hinterlassen. Die fatale Kombination aus hohen Ablösesummen, Superstar-Gehältern und dem sinkenden Ansehen macht viele von ihnen unverkäuflich. Obwohl die Financial-Fair-Play-Regelungen der Liga United mit einem Umsatz von 661 Millionen Pfund (rund 800 Millionen Euro) im vergangenen Geschäftsjahr eigentlich zugutekommen sollten, mussten sie eingestehen, dass sie Gefahr laufen, gegen die Regeln zur Rentabilität und Nachhaltigkeit zu verstoßen. Aus diesem Grund mussten sie Scott McTominay im vergangenen August an die SSC Neapel verkaufen, obwohl ten Hag ihn behalten wollte.
Uniteds neues Regime wollte auf dem Transfermarkt eigentlich ganz groß auftrumpfen. Sie verpflichteten Dan Ashworth von Newcastle United. Ratcliffe kündigte ihn als “einen der besten Sportdirektoren der Welt” an. Nach fünf Monaten feuerten sie ihn. Im letzten Sommer sah alles nach einer Trennung von ten Hag aus. Der Verein sprach mit einer ganzen Reihe potenzieller Trainer – unter anderem mit Thomas Tuchel, aber seltsamerweise nicht mit Amorim. Das Ergebnis? Ten Hag erhielt einen neuen Vertrag und obendrauf 200 Millionen Pfund (circa 240 Millionen Euro) für den Transfermarkt.
Einer wusste es schon vor langer Zeit
Diese mangelhafte Entscheidungsfindung kommt von ganz oben. Ratcliffe scheint die Herausforderungen in seiner Heimat unterschätzt zu haben. Der gebürtige Mancunian ist sehr schnell von einem beliebten Neuzugang zu einem unbeliebten Besitzer geworden – obwohl er Ambitionen hat. Er möchte Old Trafford entweder umbauen oder, so wie er es wohl lieber hätte, ein neues, hochmodernes Stadion bauen. Es soll das “Wembley des Nordens” werden. Der Milliardär, der in Monaco im Steuerexil wohnt, will dafür offenbar an das Geld der Steuerzahler. Old Trafford ist unter der Eigentümerschaft der US-Familie Glazer ohne Investitionen immer brüchiger geworden. Das berüchtigte undichte Dach wurde zu einer Metapher für den Klub. Sir Jim Ratcliffe hat immerhin erkannt, dass Old Trafford zum Symbol des Niedergangs von Manchester United geworden ist.
Ralf Rangnick forderte bereits vor drei Jahren drastische Maßnahmen.
(Foto: IMAGO/Xinhua)
Aber United hat im vergangenen Finanzjahr auch 113 Millionen Pfund (circa 136 Millionen Euro) Verlust gemacht. Ratcliffe hat Kosten reduziert und die Eintrittspreise auf 66 Pfund (circa 80 Euro) erhöht – und dazu erklärt, ein Besuch bei Fulham solle nicht teurer als einer bei United sein, obwohl Fulham ja momentan wohl die bessere Mannschaft hat. Ratcliffe hat auch etwa 250 Mitarbeiter entlassen, viele davon langjährige. Auch vor Klub-Legende Sir Alex Ferguson machte Ratcliffe nicht halt. Die United-Legende war Klub-Botschafter und hatte dafür 2 Millionen Pfund (circa 2,4 Millionen Euro) im Jahr erhalten.
In Wien dürfte diese Bilanz ein amüsiertes Lächeln hervorrufen. Vor drei Jahren erklärte Ralf Rangnick während seiner weithin erfolglosen Zeit als Interimstrainer, dass United eine “Operation am offenen Herzen” benötige. Diese Einschätzung scheint heute wahrer denn je.
Insgesamt gaben die Bundesliga-Vereine dieses Mal rund 164 Millionen Euro aus – deutlich mehr als die 106 Millionen Euro im letzten Winter.
In der nächsten Transfer-Periode könnte die Summe wieder sinken, wenn das Transfer-Fenster nur noch zwei statt rund vier Wochen geöffnet ist. Mit dieser Regeländerung befasst sich derzeit die Premier League, wie der „Telegraph“ berichtet.
Der junge Bayern-Stürmer ist Tottenhams Hoffnungsträger. Er kommt in einen Klub mit vielen Problemen und mieser Stimmung.
Es ist nicht ganz sechs Jahre her, da stand Tottenham Hotspur vor der ultimativen Krönung. Der chronisch titellose Klub stand im Finale der Champions League, hatte sich den Weg dorthin in rauschenden Duellen mit dem BVB, Manchester City und Ajax gebahnt. Es fehlten 90 Minuten, um eine großartige Europapokalsaison zu krönen und das Image des sympathischen Verlierers abzuschütteln.
Es kam anders, der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Jürgen Klopps FC Liverpool war im Wanda Metropolitano von Madrid zu stark und gewann das Endspiel der Königsklasse relativ souverän mit 2:0. Wieder hängende Köpfe bei den Nordlondonern, die damals noch vom heutigen Bayern-Star Harry Kane angeführt wurden.
Von der Chance, um den Henkelpott zu kämpfen, ist Tottenham rund ein halbes Jahrzehnt später meilenweit entfernt. Die Spurs rangieren in der Premier League im unteren Mittelfeld und belegen einen indiskutablen 14. Tabellenplatz. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge (10 Punkte) ist deutlich geringer als der Rückstand auf die Champions-League-Plätze (16 Zähler).
Artikel wird unten fortgesetzt
Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie weit Tottenham mittlerweile von der (nationalen) Spitze entfernt ist, dann wurde dieser am vergangenen Donnerstag im Halbfinale des Carabao Cups erbracht. Nach einem 1:0 im Hinspiel ging die komplett überforderte Mannschaft von Trainer Ange Postecoglou in Liverpool mit 0:4 baden.
Kein Wunder, dass seit einigen Wochen eine Debatte um den Coach entbrannt ist. Dabei liegen die Probleme des Traditionsvereins deutlich tiefer – und eine Leihgabe vom FC Bayern soll nun helfen, sie mindestens zu übertünchen und bestenfalls zu lösen.
Premier-League-Klub Aston Villa sichert sich schon jetzt den ersten Neuzugang für den kommenden Sommer!
Wie die “Villains” am Montag offiziell bekanntgeben, wechselt Defensivspieler Yasin Özcan vom türkischen Erstligisten Kasimpasa, bei dem auch ÖFB-Legionär Can Keles unter Vertrag steht, nach Birmingham und unterschreibt laut “Fussballtransfers” einen Vertrag bis Sommer 2029.
Für den Rest der laufenden Saison wird der 18-Jährige jedoch noch beim Tabellen-Achten der Süper Lig bleiben, ehe es danach in die Premier League geht.
Da der zwölffache U21-Nationalspieler der Türkei bei Kasimpasa ebenfalls ein gültiges Arbeitspapier bis Sommer 2029 innehat, musste Aston Villa eine kolportierte Ablösesumme von acht Millionen Euro inklusive Boni hinblättern, wie Transferexperte Fabrizio Romano berichtet.
Für Kasimpasa absolvierte der 2006 Geborene bislang 81 Partien für die Profis. Dabei gelangen ihm fünf Tore und drei Assists.
Aston Villa is pleased to announce the signing of Yasin Ozcan from Kasimpasa on a pre-contract agreement. pic.twitter.com/4ZPSbNoSnr
— Aston Villa (@AVFCOfficial) February 10, 2025
??? Aston Villa have completed new signing for next season as Yasin Özcan joins the club from Kasimpasa.
2006 born centre back signs until June 2029 and will cost €8m package, add-ons included.
Deal sealed. ??? pic.twitter.com/iJOLRphgsf
— Fabrizio Romano (@FabrizioRomano) February 10, 2025
Der FC Bayern hat wohl für die nächste Transferperiode einen Abwehrstar ganz besonders im Fokus. Weil ein anderer Klub seine Bemühungen intensiviert, gerät der FCB womöglich ins Hintertreffen.
Ousmane Diomande stand beim FC Bayern schon für den Winter ganz oben auf der Wunschliste, Sportvorstand Max Eberl soll sogar schon persönlich zu Spielen von Sporting vor Ort gewesen sein, um sich den Innenverteidiger ganz genau anzuschauen. Da die Wintertransferperiode inzwischen zu Ende ist, verlagern sich die Bemühungen in den kommenden Sommer.
Die Bayern geraten aber schon jetzt ins Hintertreffen. Wie das englische Portal TEAMtalk berichtet, hat der FC Chelsea sehr großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit Diomande. Die Blues seien bereits seit mehr als anderthalb Jahren an dem Abwehrstar interessiert. Der 21-Jährige sei deshalb im nächsten Sommer eines von Chelseas Toptransferzielen.
Diomande ist noch bis 2027 an Sporting gebunden, verfügt wie in Portugal üblich allerdings über eine Ausstiegsklausel, die bei 80 Millionen Euro liegt. Chelsea soll in diesem Fall zuversichtlich sein, dass bei schon jetzt angestrengten Bemühungen ein Preisnachlass von über 20 Millionen Euro möglich ist.
Statt zum FC Bayern: Ousmane Diomande will lieber in die Premier League
Was ebenfalls schlecht für die Bayern ist: Diomande soll einen Wechsel in die Premier League gegenüber anderen möglichen Destinationen vorziehen. Der Top-Transfer im kommenden Sommer ist also vehement in Gefahr.
Die Madrider Stadtrivalen Real und Atletico sollen sich ebenfalls mit der Personalie Diomande auseinandersetzen, weit fortgeschritten scheint das Interesse bei den beiden iberischen Topadressen allerdings nicht. Diomande selbst schweigt seit geraumer Zeit zu seiner Zukunft und konzentriert sich lieber auf seine sportlichen Leistungen. Der nächste Schritt im kommenden Sommer gilt aber als sehr wahrscheinlich.