fussball.news1. BundesligaBorussia DortmundStand: 13.02.2025, 19:03 UhrVon: Lars PollmannDruckenTeilenBorussia Dortmund schöpft durch den Erfolg gegen Sporting in der Champions League neues Selbstbewusstsein. Allerdings sollte man nicht zu früh zufrieden sein.Lissabon/Dortmund – Borussia Dortmund hat sich in der Playoff-Runde der Champions League gegen den portugiesischen Meister und aktuellen Tabellenführer Sporting in eine hervorragende Ausgangslage gebracht. Im Hinspiel am Dienstagabend in Lissabon gelang dem BVB dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte ein 3:0-Erfolg.Für Neu-Trainer Niko Kovač bedeutete es das erste Erfolgserlebnis mit dem BVB. Am Wochenende war sein Debüt gegen den VfB Stuttgart mit einer 1:2-Niederlage einhergegangen, die der Dortmund-Coach erstaunlich positiv sah. Besteht jetzt die Gefahr, dass der BVB den Sieg in Portugal überbewertet?BVB-Boss Ricken: „Als wäre eine Handbremse gelöst worden“„Das war fürs Selbstbewusstsein schon richtig gut“, sagte Sportchef Lars Ricken nach der Partie. „Wir dürfen natürlich nicht die ganze Saison vergessen, aber es war heute ein überragendes Statement“, befand der Ex-Profi. Damit konnte Ricken nur den zweiten Durchgang meinen, denn bis zur Pause reihte sich die behäbige Leistung von Dortmund in die zurückliegenden Krisen-Wochen ein.Der BVB agierte in den ersten 45 mutlos, langsam, kam selbst nicht in die gefährlichen Räume und konnte von Glück sagen, dass auch Sporting nicht in der besten Form daherkam. So wurde das Heimteam auch nur bei Distanzschüssen gefährlich. Dass Dortmund nach dem Seitenwechsel wie ausgewechselt wirkte, ist Kovač anzurechnen. „Ich war nicht in der Kabine, aber Niko muss die richtigen Worte gefunden haben. Wie wir aus der Kabine gekommen sind, als wäre eine Handbremse gelöst worden“, schätzte Ricken ein.Dortmund bietet Anschauungsmaterial zum Thema SelbstvertrauenAbwehrmann Nico Schlotterbeck, einer der besten BVB-Stars auf dem Platz, klärte nach dem Spiel auf: Kovač musste nicht laut werden, sondern analysierte mit seiner natürlichen Autorität sachlich, was Dortmund besser machen müsste. Sein Team verschob der Cheftrainer einige Meter nach vorn, plötzlich hatten die Schwarzgelben viel besseren Zugriff und sorgten mit Gegenpressing für Fehler der unerfahrenen Sporting-Truppe.Durch die veränderte Herangehensweise wurde die Qualität des BVB deutlich, der dann auch seine Routine in der Champions League zeigen konnte. Mit dem 1:0 durch einen Kopfball von Serhou Guirassy war der Widerstand von Sporting gebrochen. Was Selbstvertrauen auslösen kann, war in der Folge bei den Gästen zu sehen, die mit zwei weiteren herausgespielten Treffern das Tor zum Achtelfinale sperrangelweit öffneten.Der BVB feierte bei Sporting den ersten Sieg unter Neu-Trainer Niko Kovač. © IMAGO/Jose Manuel Alvarez ReyAn das Rückspiel gegen Sporting nächste Woche dachte aber schon kurz nach Abpfiff niemand mehr beim BVB. Schließlich hat die Champions League in dieser Saison schon oft den Ausweg aus dem tristen Bundesliga-Alltag geboten. Dort wartet mit dem VfL Bochum am Samstag ein kniffliges Auswärtsspiel bei einem Team, das ums Überleben im Oberhaus kämpft.BVB-Direktor Kehl fordert „ähnlich motivierte, couragierte, fokussierte Leistung“„Wir haben auch in der Hinrunde immer mal wieder Highlightspiele gehabt und gesagt, das ist die Benchmark und der Maßstab, an dem wir uns messen lassen müssen. Ganz wichtig ist jetzt: Es war ein gutes Spiel, ein top Spiel, aber wir müssen es abhaken. Jetzt ist wichtig, den Willen zu zeigen, das zu bestätigen“, forderte Ricken.Auch Sportdirektor Sebastian Kehl will keine Selbstzufriedenheit aufkommen lassen. „Es war nur ein erster Schritt. Wir müssen noch eine Menge Schritte machen in dieser Saison. Wir müssen zeigen, dass wir in der Bundesliga endlich wieder Siege einfahren. Ich erwarte eine ähnlich motivierte, couragierte, fokussierte Leistung, dann werden wir Bochum schlagen“, sagte der Ex-Kapitän des BVB.Ein Rückfall in Bochum wäre typisch für die BVB-SaisonEs wäre geradezu typisch für die Probleme von Dortmund in der laufenden Saison, wenn auf die starken zweiten 45 Minuten von Lissabon in Bochum ein Rückfall auf den Boden der Bundesliga-Tatsachen folgen sollte. Egal, was die Verantwortlichen sagen, die Truppe von Kovač muss gegen einen tief im Abstiegskampf steckenden Gegner Taten folgen lassen.Ein gutes Zeichen ist dennoch, dass alle Beteiligten den Fokus sofort nach vorn richteten und sich nicht zu sehr im Glanz eines deutlichen Auswärtssiegs auf der großen Bühne Champions League sonnten. Wenn der BVB die richtigen Schlüsse zieht, kann die Partie in Lissabon Ausgangspunkt einer Wende sein – mehr noch als die Erfolge gegen Schachtar Donezk und den 1. FC Heidenheim unter Interimscoach Mike Tullberg.„Wir haben dieses Jahr auch schon Spiele gewonnen, wo ich nicht mit einem guten Gefühl vom Platz gelaufen bin. Aber heute gehe ich mit einem guten Gefühl vom Platz“, glaubte auch Nationalspieler und Premieren-Torschütze Pascal Groß am Mikrofon von Amazon Prime Video daran, dass in der Halbzeitpause in Portugal womöglich der Schalter umgelegt wurde. Der Nachweis muss nun folgen.
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„Überragendes Statement“? Nur ein Schritt aus der BVB-Krise
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Spielplan und Termine der 62. Spielzeit
Kaum hatte Bayer Leverkusen die Bundesliga-Saison 2023/24 als Meister beendet, durften die Fußball-Fans sich schon auf die nächste Spielzeit freuen. Die Saison Bundesliga-Saison 24/25 trägt die Ordnungsnummer 62. Man darf gespannt sein, ob Leverkusen die Titelverteidigung gelingen wird oder sich der FC Bayern doch berappelt – Zeit genug wäre ja bis zum Mai 2025. Wir haben vorab alle relevanten Infos für Sie. Wann war der Saisonstart? Welches sind die wichtigsten Fakten und Termine? Von wann bis wann läuft die Bundesliga-Saison 2024/25? Bleiben Sie bei uns, wir haben die Antworten.
Fußball-Bundesliga 24/25: Wann war der Beginn?
Die 62. Spielzeit der Fußball-Bundesliga startete am Freitag, 23. August 2024. Kurz vor dem Bundesliga-Start gab es noch den Supercup 2024 live im TV und Stream zu sehen. Leverkusen traf als Meister und DFB-Pokal-Gewinner auf die Vizemeister aus Stuttgart. Das Spiel ging 4:3 (nach Elfmeterschießen) für Leverkusen aus.
Fußball-Bundesliga 2024/25: Spielplan und Termine
Die DFL hat den Rahmenspielplan der Saison 24/25 bereits im Oktober 2023 veröffentlicht. Der komplette Spielplan liegt mittlerweile auch vor. Hier ist er.
Vor der Bundesliga startete die Fußballsaison jährlich mit dem DFL-Supercup, bei dem der deutsche Meister und der DFB-Pokal-Sieger aufeinandertreffen – dieses Jahr war das am 17. August. Der Start der 2. Bundesliga lag übrigens drei Wochen vor dem der Königsklasse, also am 2. August 2024.
Hier kommen die wichtigsten Eckdaten der Saison 2024/25 auf einen Blick:
- 1. – 15. Spieltag: 23. August bis 22. Dezember 2024
- Winterpause: 23. Dezember 2024 bis 9. Januar 2025
- 16. – 34. Spieltag: 10. Januar bis 17. Mai 2025
- Relegation: 22./ 23. Mai und 26./27. Mai 2025
Die 18 Teams der Fußball Bundesliga-Saison 2024/25
Für die Bundesliga 2024/25 haben sich folgende 18 Mannschaften qualifiziert:
- Bayer 04 Leverkusen (M)
- VfB Stuttgart
- FC Bayern München
- RB Leipzig
- Borussia Dortmund
- Eintracht Frankfurt
- TSG 1899 Hoffenheim
- 1. FC Heidenheim
- Werder Bremen
- SC Freiburg
- FC Augsburg
- VfL Wolfsburg
- 1. FSV Mainz 05
- Borussia Mönchengladbach
- 1. FC Union Berlin
- VfL Bochum
- FC Sankt Pauli
- Holstein Kiel
Im Vergleich zur Bundesliga-Saison 2023/24 gab es folgende Veränderungen:
- Der Meister und der Vize-Meister der 2. Bundesliga 2023/24 sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen: Das sind Holstein Kiel und der FC Sankt Pauli
- Im Gegenzug sind die beiden Tabellenletzten aus der Saison 2023/24 in die 2. Bundesliga abgestiegen: Das sind der 1. FC Köln und Darmstadt 98
- VfL Bochum konnte sich in der Relegation gegen Fortuna Düsseldorf beweisen und bleibt damit erstklassig
Tabelle der Bundesliga 2023/2024: Ergebnisse und Qualifikationen
Im Lauf einer Bundesliga-Saison steht natürlich vor allem das Rennen um die deutsche Meisterschale im Fokus. Aber auch der Abstiegskampf und die Qualifizierung für die europäischen Wettbewerbe sind für die Fans spannende Ereignisse. Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, welche Konsequenzen die jeweiligen Platzierungen haben:
- 1. Tabellenplatz: Deutscher Meister, Meisterschale und Qualifikation für die Champions League 2025/2026
- 2. bis 4. Tabellenplatz: Qualifikation für die Champions League 2025/2026
- 5. und 6. Tabellenplatz: Qualifikation für die Europa League 2025/2026
- 7. Tabellenplatz: Teilnahme an den Play-Offs zur Conference League 2025/2026
- 16. Tabellenplatz: Relegation
- 17. und 18. Tabellenplatz: Abstieg in die 2. Bundesliga 2025/2026
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Borussia Dortmund: Kovac-Ansage lässt Stars zittern! Wer landet auf der Bank?
Was für ein Ausrufezeichen! Wochenlang krampfte und stolperte sich Borussia Dortmund durch seine Spiele, in Lissabon folgte der beeindruckende Befreiungsschlag. Nun soll endlich die Serie her, auf die alle schon so lange warten.Ein souveräner Sieg dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit – und erstmals seit 14 Spielen (!) wieder zu Null! Niko Kovac war voll des Lobes. Das Sonderlob für einen BVB-Star aber dürfte einige seiner Teamkollegen bei Borussia Dortmund jetzt zittern lassen.Borussia Dortmund: Wer landet auf der Bank?Viel gescholten, viele schwache Auftritte – Emre Can war beim BVB zum Gesicht der Krise geworden. Eine Positionsveränderung brachte Besserung. War er auf seinem angestammten Platz im defensiven Mittelfeld viel zu fehleranfällig, präsentierte er sich als Innenverteidiger deutlich gefestigter. Dort ist er zuletzt gesetzt, trotz der nominell starken Konkurrenz um Nico Schlotterbeck, Waldemar Anton und Niklas Süle.+++ Borussia Dortmund: Trainer sorgt für Wirbel! Fans trauen ihren Ohren kaum +++Daran hat auch der jüngste Trainerwechsel nichts geändert. Im Gegenteil! Schon bei seiner Vorstellung garantierte Niko Kovac Emre Can das Kapitänsamt (hier mehr). Nach dem 3:0-Erfolg bei Sporting Lissabon gab es nun nicht nur „ein großes Kompliment an meine Jungs“, sondern auch ein Sonderlob samt Hammer-Ansage zu Can: „Emre spielt seit Wochen richtig gut auf dieser Position, hat es auch heute außerordentlich gut gemacht. Er ist aktuell der Spieler, der diese Position am besten bekleidet.“Emre Can als Innenverteidiger gesetztHeißt: An ihm führt aktuell kein Weg vorbei. Heißt auch: Von den drei Innenverteidigern, die alle das Selbstverständnis eines Stammspielers haben, landen zwei auf der Bank. Kovac stehen schwere Entscheidungen bevor. Nico Schlotterbeck war in Lissabon einmal mehr bärenstark, ist oft die defensive Lebensversicherung des BVB, hat aber auch immer wieder herbe Blackouts drin. Niklas Süle war schon in München Kovacs Lieblingsschüler, ist nun wieder fit. Waldemar Anton dagegen sucht in Dortmund weiter seine Stuttgarter Form und Stabilität.Auch spannend:Wer verteidigt neben Emre Can? Dass man sich bei Borussia Dortmund mal diese Frage stellt, hätte vor wenigen Monaten noch niemand gedacht. Für den BVB ein Segen: Der Kapitän hat seinen Platz gefunden und das Problem mit der zu dünn besetzten Innenverteidigung scheint sich auch von alleine erledigt zu haben.
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Wäre der 1. FC Kaiserslautern überhaupt reif für die…
Vier Spiele, vier Siege: Der 1. FC Kaiserslautern ist im neuen Jahr die Mannschaft der Stunde in der 2. Bundesliga. Die Roten Teufel mischen als Tabellendritter im Aufstiegsrennen mit. Doch wäre der Kader reif für die Bundesliga?
38 Punkte aus 21 Spielen, Tabellenplatz drei und nach der Winterpause vier Erfolge in Serie. Beim 1. FC Kaiserslautern läuft es in 2025 – und die Fans träumen bereits vom Aufstieg in die Bundesliga. Die Euphorie unter den Anhängern sei schön, sagte jüngst Julian Krahl im Gespräch mit SWR Sport, doch die Spieler würden sich aktuell noch keine großen Gedanken darum machen, was am Saisonende ist. “Wir spüren die Euphorie unter den Fans, aber für uns heißt es: Wir genießen den Moment”, meinte der FCK-Keeper. “Es macht aktuell einfach einen Riesenspaß, wir wollen den Flow beibehalten. In ein paar Monaten werden wir dann sehen, wo wir stehen.”
Der 1. FC Kaiserslautern ist auf einem guten Weg. In der zurückliegenden Transferperiode wurde das Team noch einmal zielgerichtet verstärkt, nachdem zuvor Schwächen im Kader analysiert worden waren. Die Roten Teufel verfügen nun über ein breites Aufgebot – doch wäre es auch tauglich für die Bundesliga? SWR Sport analysiert die einzelnen Mannschaftsteile.
Tor: Julian Krahl ist einer der stärksten Keeper der 2. Bundesliga
Julian Krahl ist einer der stärksten Torhüter im Bundesliga-Unterhaus. Der 25-Jährige ist stark im Eins-gegen-Eins, hat eine für die 2. Liga weit überdurchschnittliche Reaktionsfähigkeit und verfügt über ein gutes Stellungsspiel. An der Konstanz muss Krahl noch arbeiten, neben seinen starken Leistungen hat er auch immer wieder mal einen Wackler drin.
Nummer zwei im Kader der Pfälzer ist Avdo Spahic, der diese Rolle so ausfüllt, wie es von ihm erwartet wird. Sprich: Er ist da, wenn er gebraucht wird. Spahic musste sich im November einem operativen Eingriff am Knie unterziehen und fiel einige Woche aus. Deshalb – und weil FCK-Trainer Markus Anfang sich auf der Torhüterposition “mehr Konkurrenzkampf” gewünscht hat – liehen die Roten Teufel in der Winterpause noch für anderthalb Jahre Simon Simoni von Eintracht Frankfurt aus. Der 20-Jährige gilt als Keeper-Talent, soll beim FCK die nächsten Schritte im Profifußball machen und Druck auf Spahic sowie Krahl ausüben.
Innenverteidigung: Maximilian Bauer direkt gesetzt
Maximilian Bauer wechselte erst unmittelbar vor Schließung der Transferliste zum 1. FC Kaiserslautern. Der Neuzugang, der auf Leihbasis vom FC Augsburg auf den Betzenberg kam, soll bei den Roten Teufeln den Winter-Abgang von Boris Tomiak (Hannover 96) kompensieren. Bauer war direkt in der Innenverteidigung gesetzt: Gegen Preußen Münster (2:1) und bei Hertha BSC (1:0) absolvierte der 25-Jährige die vollen 180 Minuten – und überzeugte. Zu Bauers Stärken gehören die Spieleröffnung sowie der Zweikampf.
Mit Jan Elvedi , Jannis Heuer , Luca Sirch und Almamy Touré stehen FCK-Coach Anfang vier weitere Kandidaten für die Innenverteidigung zur Verfügung. Da der Trainer gerne auf eine Dreier-Abwehrkette setzt, kommen sie alle zu ihren Spielanteilen. Vor allem Sirch, der Senkrechtstarter der Saison, überzeugt und wird von Woche zu Woche stärker. Auf Elvedi (19 Einsätze) ist ebenso Verlass wie auf Heuer (16). Touré (7) fällt trotz seines hohen Potentials (Europa-League-Sieger 2022 mit Eintracht Frankfurt) etwas ab.
Defensive Außenbahn: Die FCK-Schwachstelle
Die Außenverteidigung ist das Sorgenkind des 1. FC Kaiserslautern. Jean Zimmer, Frank Ronstadt und Jan Gyamerah auf der rechten Seite bringen zwar jede Menge Kampfeswillen mit ein, sie sind in der Offensive aber limitiert und defensiv nicht immer auf der Höhe. Links ist Florian Kleinhansl ebenso Zweitliga-Durchschnitt wie Erik Wekesser und Frank Ronstadt. Alle Außenverteidiger eint zudem, dass ihnen die Konstanz in ihren Leistungen fehlt.
Defensives Mittelfeld: Shootingstar Leon Robinson stopft viele Löcher
Leon Robinson hat sich jüngst in die Startelf und dort festgespielt. Ein weiterer Shootingstar, der mit Intensität in Zweikämpfen und großer Laufstärke überzeugt. Neben Robinson, der zudem viele Löcher stopft, lief zuletzt der starke Filip Kaloc auf, der eine etwas offensivere Rolle bekleidet. Der Tscheche, von seinem Naturell her eher ein Achter, könnte sogar noch weiter vorne spielen. Er ist ein absoluter Leistungsträger. Auch Tobias Raschl ist eher zentraler Mittelfeldspieler als Abräumer, aber aktuell außen vor. Nach der Winterpause stand er zwar in allen vier Spielen im Kader, kam aber nur eine Minute zum Einsatz.
Winter-Neuzugang Tim Breithaupt, Typ Stratege und wie Bauer vom FC Augsburg ausgeliehen, gilt als körperlicher Spieler, der gleichzeitig sehr passsicher ist. Beim FCK erhofft man sich einiges von dem beim Karlsruher SC ausgebildeten 22-Jährigen. Mehr erwartet man indes von Afeez Aremu, der aktuell im Hintertreffen ist. Dem Vernehmen nach hätten die Roten Teufel Aremu im Winter bei einem passenden Angebot ziehen lassen.
Offensives Mittelfeld: Daisuke Yokota – der “Mini-Robben”
Marlon Ritter befindet sich derzeit in Topform. Dem 30-Jährigen merkt man die Spielfreude an, er kreiert von halblinks immer wieder gefährliche Situationen. Zudem ist Ritter als Kapitän und Führungsspieler für die Mannschaft wichtig.
Sein Pendant auf halbrechts heißt Daisuke Yokota. Der Japaner könnte auch den Rechtsaußen geben, macht dies aber nur temporär, weil die Außenbahnen beim FCK von den defensiven Schienenspielern abgedeckt werden. Yokota spielt eine starke Saison, zieht immer wieder von rechts in Richtung Strafraum, schließt selbst ab oder leitet Chancen ein. Der von KAA Gent ausgeliehe Offensivspieler gilt als eine Art “Mini-Robben” und hat das Interesse zahlreicher Klubs geweckt. Wie groß die FCK-Chancen sind, ihn nach Leihende fest zu verpflichten, hängt auch davon ab, ob der Aufstieg gelingt. Bei einem weiteren Jahr 2. Bundesliga wäre Yokota wohl weg.
Winter-Neuzugang Faride Alidou und Kenny-Prince Redondo können die Positionen von Ritter und Yokota spielen, sie gelten in der Offensive als polyvalent. Sie sind vielseitig einsetzbar, können auch Außen oder in der Spitze spielen. Beide haben aktuell den Status “Kaderspieler”, haben aber bereits bewiesen, dass auf sie Verlass ist, wenn sie gebraucht werden. Aaron Opoku ist nach seinem geplatzten Wechsel in die US-amerikanische Major League Soccer derzeit ohne Einsätze, seine Dienste scheinen nicht mehr gefragt.
Mit Philipp Klement gibt es noch einen klassischen Zehner im Kader. Der 32-Jährige weist ein starkes Passspiel auf und ist ein guter Standard-Schütze, allerdings fehlt ihm die Dynamik. Fußballerisch gehört Klement zu den Besten im Kader, aber nicht zu den Schnellsten – vom Tempo her muss er sich hinten ansiedeln. Deswegen kommt er auch nur auf vier Einsätze bislang in dieser Saison.
Angriff: Ragnar Ache bleibt bis zum Sommer – und dann?
Mit Ragnar Ache – elf Torbeteiligungen in bislang 17 Zweitligaspielen diese Saison – weist der Kader des FCK einen potentiellen Unterschiedsspieler auf. Der Wechsel des Stürmers nach Como war am “Deadline Day” geplatzt – mindestens bis Sommer bleibt Ache also in der Pfalz. Dann wäre der auch immer mal wieder von Verletzungen geplagte Angreifer wohl nur bei einem Aufstieg zu halten.
Daniel Hanslik spielt aktuell seine beste Saison, seit er 2021 zum 1. FC Kaiserslautern gewechselt war. 13 Torbeteiligungen weist der 28-Jährige bereits auf, dazu ackert er viel für die Mannschaft und bringt sich auch in die Defensivarbeit ein. Winter-Leihe Grant-Leon Ranos (von Borussia Mönchengladbach) ist eine Ergänzung für den Sturm und soll den wiederum vom FCK nach Fürth ausgeliehenen Jannik Mause ersetzen. Bislang hat es Ranos noch nicht auf Einsatzminuten für die Roten Teufel geschafft.
Fazit: In Teilen reif für den Aufstieg
Der 1. FC Kaiserslautern besitzt eine breiten und weitgehend ausgewogenen Kader. Im Tor, in der Innenverteidigung und in der Offensive wäre dem FCK zuzutrauen, mit Teams wie Heidenheim, St. Pauli, Kiel oder Bochum mitzuhalten. Gehen Ache und Yokota im Sommer von Bord, sähe das aber direkt anders aus – dann käme es auf adäquaten Ersatz an. Auf den Außenbahnen sind die Roten Teufel nicht reif für die Bundesliga und insbesondere defensiv zu schwach. Im defensiven Mittelfeld ist ebenfalls noch viel Luft nach oben.
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FC Bayern zieht Leverkusen in der Fußball-Bundesliga davon –…
Am 21. Spieltag der Fußball-Bundesliga ist im Duell um die Meisterschaft möglicherweise eine kleine Vorentscheidung gefallen. Denn während Tabellenführer FC Bayern München gegen Werder Bremen einen lockeren Sieg einfuhr, spielte Titelverteidiger Bayer 04 Leverkusen beim VfL Wolfsburg nur unentschieden und ließ wichtige Punkte liegen. München hat damit in der Tabelle nun acht Zähler Vorsprung.
“Es war ein gutes Spiel. Ich übernehme gerne die Verantwortung, in diesen Momenten durchzubrechen und das 1:0 zu erzielen”, sagte Bayerns Torjäger Harry Kane nach dem ungefährdeten 3:0-Erfolg seiner Mannschaft in Bremen am Freitagabend. Er hatte mit zwei verwandelten Elfmetern zum 1:0 (56. Minute) und 3:0 (90.+7) einmal mehr entscheidenden Anteil am Erfolg. Den dritten Treffer erzielte Leroy Sané (82.). Kane stellte mit seinem Doppelpack einen neuen Bundesliga-Rekord auf.
Er steht nun bei 57 Toren in Deutschlands oberster Spielklasse und hat gerade einmal 51 Spiele absolviert. Der bisherige Rekordhalter war Erling Haaland, der für seine ersten 56 Tore 57 Partien benötigte. “Ich hatte mehrere Chancen, hätte noch ein Tor erzielen können”, meinte Kane dennoch. “Es gibt noch Platz für Verbesserungen.”
Bayer Leverkusen lässt abreißen
Durch den Bayern-Erfolg in Zugzwang gebracht schaffte es Leverkusen am Samstag nicht, nachzulegen und den Abstand auf den Rekordmeister zu halten. In Wolfsburg tat sich die Werkself ungewohnt schwer und konnte sich kaum Torchancen erarbeiten.
Tatsächlich hatten die “Wölfe” die besseren Möglichkeiten, prüften immer wieder Bayer-Torhüter Lukasz Hradecky und scheiterten einmal an der Latte. Ein Tor gelang aber auch ihnen nicht. Das Spiel endete 0:0.
Der Ball will einfach nicht ins Tor: Frust bei Florian Wirtz (l.) und Emiliano Buendia (r.) von Bayer LeverkusenBild: Swen Pförtner/dpa/picture alliance “Das ist ganz deutlich der Unterschied zu der letzten Saison. Die Spiele, die wir jetzt unentschieden spielen, haben wir letztes Jahr gewonnen. Daher kommen leider die acht Punkte Abstand”, meinte Hradecky anschließend.
Am kommenden Spieltag gibt es das direkte Duell mit den Bayern. Die Werkself könnte den Rückstand dann zumindest auf fünf Zähler verkürzen.
Kein Erfolg für Dortmund bei Kovac-Debüt
Borussia Dortmund hat beim Debüt des neuen Trainers Niko Kovac keinen SIeg geschafft. Gegen den VfB Stuttgart hieß es am Ende sogar 1:2. Ein Eigentor von Nationalspieler Waldemar Anton leitete die Niederlage ein (50.). Kurze Zeit später erhöhte Julian Chabot auf 2:0 für Stuttgart (61.).
Zwar kam der BVB durch Julian Brandt noch auf 1:2 heran (81.), schwächte sich dann aber selbst: Julian Ryerson schlug, nachdem er gefoult worden war, wütend um sich und sah die Gelb-Rote Karte (89.).
“Ich bin zufrieden mit den Jungs, sie haben Verantwortung übernommen, sowohl offensiv als auch defensiv. Dass Stuttgart eine gute Mannschaft hat, wissen wir, aber jeder hat heute hundert Prozent gegeben”, war Kovac nach seinem ersten Spiel als Dortmunder Chefcoach dennoch nicht unzufrieden. “Auch die, die heute von der Bank kamen. Das hat mir gefallen. Nur das Ergebnis gefällt mir nicht, der Rest war völlig in Ordnung.”
Niko Kovac hätte sich zu seinem Einstand bei Borussia Dortmund mehr gewünscht als ein 1:2Bild: Max Maiwald/DeFodi Images/picture alliance Die Chance, es besser zu machen bietet sich dem BVB bereits am Dienstagabend in der Champions League. Im Hinspiel der Playoffs um den Einzug ins Achtelfinale treten die Dortmunder dann bei Sporting Lissabon an. Auch die Bayern müssen in der Königsklasse “nachsitzen”. Sie spielen am Mittwoch bei Celtic Glasgow.
Quartett der Abstiegskandidaten tritt auf der Stelle
Unten im Tabellenkeller konnte keines der Teams, die am stärksten vom Abstieg bedroht sind, drei Punkte einfahren. Der 1. FC Heidenheim verlor mit 0:1 beim SC Freiburg. Die TSG Hoffenheim handelte sich gegen Union Berlin sogar eine 0:4-Heimklatsche ein.
“Mir fehlen die Worte”, kommentierte TSG-Mittelfeldspieler Dennis Geiger anschließend. “Ich hatte das Gefühl, dass wir in den ersten 30 Minuten total verunsichert waren. Wir geben 90 Millionen Euro aus und sind Viertletzter, das kann nicht der Anspruch sein. Aber wir müssen weitermachen.”
Beim direkten Duell der beiden Abstiegskandidaten Holstein Kiel und VfL Bochum, das 2:2 endete, waren am Ende alle ein wenig unglücklich. “Am Ende teilen wir uns die Punkte wie im Hinspiel und das bringt keiner Mannschaft am Ende etwas, deswegen haben wir heute eher zwei Punkte verschenkt”, meinte Kiels Verteidiger Timo Becker. Zwar hielt seine Mannschaft die Bochumer in der Tabelle hinter sich auf dem letzten Platz, machte als Vorletzter aber auch keinen Schritt nach vorne.
Ergebnisse und Torschützen des 21. Bundesliga-Spieltags:
Bayern München – Werder Bremen 3:0 (0:0)
Tore: 1:0 Kane (56., Handelfmeter), 2:0 Sané (82.), 3:0 Kane (90.+7, Foulelfmeter)VfL Wolfsburg – Bayer Leverkusen 0:0
Tore: keineBorussia Dortmund – VfB Stuttgart 1:2 (0:0)
Tore: 0:1 Anton (50., Eigentor), 0:2 Chabot (61.), 1:2 Brandt (81.)
Gelb-Rote-Karte: Ryerson (89.)TSG Hoffenheim – Union Berlin 0:4 (0:1)
Tore: 0:1 Hollerbach (24.), 0:2 Ljubicic (61.), 0:3 Ilic (73.), 0:4 Hollerbach (87.)SC Freiburg – 1. FC Heidenheim 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Grifo (30.)FSV Mainz 05 – FC Augsburg 0:0
Tore: keineBorussia Mönchengladbach – Eintracht Frankfurt 1:1 (1:1)
Tore: 1:0 Kleindienst (26.), 1:1 Ekitiké (31.)Holstein Kiel – VfL Bochum 2:2 (1:2)
Tore: 1:0 Skrzybski (3., Elfmeter), 1:1 Boadu (37.), 1:2 Boadu (39.), 2:2 Zec (50.)RB Leipzig – FC St. Pauli 2:0 (2:0)
Tore: 1:0 Sesko (16.), 2:0 Simons (35.)
Rote Karte: Orban (Leipzig) wegen einer Notbremse (69.)
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Borussia Dortmund sich in Lissabon den Frust von der Seele
Nach seinem ersten Sieg als Dortmunder Trainer klatschte Niko Kovac zufrieden mit seinen Spielern ab. Der sportlich seit Monaten angeschlagene BVB gewann das Playoff-Hinspiel in der Champions League bei Sporting Lissabon mit 3:0 (0:0) und hat damit gute Chancen auf den Einzug in die nächste Runde. Die Dortmunder machten einen kleinen Schritt aus ihrer schweren Sinnkrise und damit Richtung Champions-League-Achtelfinale.
Nach einer klaren Leistungssteigerung im zweiten Durchgang sorgten Serhou Guirassy (60. Minute), Pascal Groß (68.) und Karim Adeyemi (82.) für den verdienten Sieg der Mannschaft von Trainer Kovac. Für den Nachfolger von Nuri Sahin war es der erste Sieg als BVB-Coach, zum Auftakt hatte es für ihn am Samstag in der Bundesliga ein 1:2 gegen Stuttgart gegeben. Das Rückspiel gegen Lissabon findet nächste Woche Mittwoch in Dortmund statt.
„Das war schon wichtig“, sagte Nationalspieler Groß. „Bei einem schweren Spiel in der Champions League hat man in der ersten Halbzeit schon gemerkt, dass wir gerade nicht vor Selbstvertrauen strotzen. Aber nach der Pause haben wir ein sehr ordentliches Spiel gemacht“, sagte Groß bei Amazon Prime.
Verunsicherung bei beiden Mannschaften
Nach einem kleinen Befreiungsschlag für die Borussia hatte es wegen eines mut- und ideenlosen Auftritts vor der Pause aber zunächst überhaupt nicht ausgesehen. Beim BVB rückte Winter-Neuzugang Daniel Svensson erstmals in die Startelf, wie seine Teamkollegen offenbarte aber auch der schwedische Linksverteidiger Defensivschwächen. In der 15. Minute etwa griff der Abwehrverbund um den 22-Jährigen den Uruguayer Maxi Araújo nicht wirklich an, dessen Schuss aus knapp 20 Metern ging aber nur an die Latte.
Die Dortmunder begannen ansonsten mit fast dergleichen Startelf wie zuletzt beim 1:2 gegen den VfB Stuttgart – und der Mannschaft war die tiefe Verunsicherung vor allem im ersten Durchgang in fast jeder Szene anzumerken. In der Offensive agierte der BVB oft zu zögerlich und mutlos im Passspiel, in der Defensive packten Svensson und Co. zunächst nicht richtig zu.
Weil aber auch Sporting alles andere als in Topform auftrat, entwickelte sich ein extrem zähes Spiel. Der schwedische Top-Torjäger der Portugiesen, Viktor Gyökeres, saß leicht angeschlagen zunächst nur auf der Bank. Wenn Sporting mal gefährlich wurde, dann nur, wenn Dortmund zu zögerlich verteidigte. So wie beim frühen Lattenschuss von Araújo.
Klare Leistungssteigerung nach der Pause
Es dauerte, bis die BVB-Profis zumindest etwas Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten gewannen. Kurz vor der Pause ging ein Schuss von Jamie Gittens (38.) nach einem schönen Dribbling knapp vorbei. In den Minuten danach verlagerte sich die Spielkontrolle in Richtung BVB, aber weiter fehlte die Genauigkeit beim letzten Pass.
Das erkannte natürlich auch Kovac, der in seinem zweiten Spiel als BVB-Coach offenbar die richtigen Worte in der Halbzeit fand. Die Dortmunder kamen zwar nicht wie verwandelt aus der Pause, aber deutlich zielstrebiger. Sie pressten die ebenfalls verunsicherten Portugiesen nun höher und aggressiver – und das zahlte sich aus.
Nach starker Ablage von Guirassy scheiterte Adeyemi zunächst aus kurzer Distanz am stark parierenden Sporting-Keeper Rui Silva. Kurz darauf machte es der Torjäger selbst besser. Eine lange Flanke von Julian Brandt segelte hoch in den Strafraum, wo Guirassy gegen Silvas Laufrichtung die Führung köpfte. Wenige Minuten später legte der BVB nach. Diesmal lieferte Guirassy die Vorlage, seine Flanke beförderte Groß aus kurzer Distanz mit dem Knie ins Tor.
Sporting dagegen bekam nach dem Seitenwechsel kaum noch etwas auf die Reihe. Zwar kam Gyökeres in der 59. Minute ins Spiel, aber auch der schnelle Stürmer konnte kaum Akzente setzen. Stattdessen machte Adeyemi kurz vor Schluss noch das 3:0.
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Puma, Nike, Adidas, New Balance & Co. – die Ausrüster der…
Ausrüsterwechsel beim Doublesieger. Bayer 04 Leverkusen wird ab der kommenden Spielzeit nicht mehr von Castore, sondern von New Balance ausgestattet. Die Werkself ist der einzige Bundesligist, die von den Briten beliefert werden.
Genau ein Drittel der 18 Bundesligisten werden vom deutschen Sportartikelriesen Puma mit Trikots versorgt. Immerhin zwei Teams setzen auf Adidas. Bayer 04 Leverkusen zählt nicht dazu, denn der Doublesieger setzt in Zukunft auf das britische Unternehmen New Balance. Die Partnerschaft gelte für sämtliche Teams des Werksklubs sowie die Leichtathletikabteilung und soll Medienberichten zufolge eine Summe zwischen sechs und sieben Millionen Euro pro Saison in die Kassen spülen.
Damit gibt es mittlerweile acht verschiedene Ausrüster in der Beletage des deutschen Fußballs.
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Spektakel in der Champions League: Borussia Dortmund erspielt sich bei Sporting überragende Ausgangsposition
Erst gewackelt, dann geglänzt
BVB erspielt sich bei Sporting überragende CL-Ausgangsposition11.02.2025, 22:54 Uhr
Borussia Dortmund setzt in seiner sportlichen Krise ein Ausrufezeichen. Im Playoff-Hinspiel der Champions League gewinnt der BVB bei Sporting Lissabon. Nach schwachen ersten 45 Minuten dreht die Mannschaft von Trainer Niko Kovac überraschend stark auf.
Niko Kovac klatschte erleichtert in die Hände, und Serhou Guirassy holte sich zufrieden die Glückwünsche seiner Mitspieler ab – dank des Torjägers darf Borussia Dortmund vom Achtelfinale der Champions League träumen. Guirassy war es, der beim 3:0 (0:0) im Hinspiel der Play-offs bei Sporting Lissabon den Unterschied gemacht und dem BVB eine überaus komfortable Ausgangslage fürs Rückspiel am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN und im Liveticker bei ntv.de) kommender Woche beschert hatte. Dort kann Dortmund im eigenen Stadion das Ticket für die nächste Runde lösen. Guirassy (60.) traf zunächst selbst, dann legte er das 2:0 durch Pascal Groß (68.) auf. Karim Adeyemi (82.) sorgte für die Entscheidung. Gelöst feierte Kovac seinen ersten Sieg als Trainer des BVB. Der erfahrene Kroate soll helfen, die bislang so schwache Saison der Dortmunder noch zu retten. Dafür wählte er am Dienstag eine defensive Herangehensweise – mit Erfolg: Erstmals seit Ende November blieb Dortmund ohne Gegentor. Sporting Lissabon – Borussia Dortmund 0:3 (0:0) Tore: 0:1 Guirassy (60.), 0:2 Groß (68.), 0:3 Adeyemi (82.)Lissabon: Silva – Fresneda (73. Quaresma), Diomande, St. Juste, Reis (62. Braganca) – Quenda, Debast (73. Biel), Simões (62. Morita), Araújo – Trincão, Harder (59. Gyökeres). Trainer: Borges Dortmund: Kobel – Ryerson, Can, Schlotterbeck, Svensson (90.+3 Süle)- Sabitzer, Groß (90.+3 Özcan)- Adeyemi (86. Duranville), Brandt (86. Chukwuemeka), Gittens (60. Beier) – Guirassy. Trainer: KovačSchiedsrichter: Espen Eskås (Norwegen)Gelbe Karten: Trincão – GuirassyZuschauer: 41.543 “Es war schon wichtig. Nur Siege geben uns Selbstvertrauen. In der ersten Halbzeit hat man uns angemerkt, dass wir nicht vor Selbstvertrauen strotzen”, sagte Groß bei Prime Video. Dann aber habe sich der BVB “ins Spiel reingekämpft und eine ordentliche zweite Halbzeit gespielt”.BVB gerät mächtig unter DruckSporting, das zunächst ohne seinen angeschlagenen Topstürmer Viktor Gyökeres antrat, wirkte zwar zunächst entschlossener. Doch der BVB ließ insgesamt wenig Chancen der Portugiesen zu, die anfangs enthusiastischen Fans im Estádio José Alvalade XXI waren am Ende kaum mehr zu hören.Kovac hatte ein “gutes Ergebnis fürs Rückspiel” als Ziel ausgegeben, dafür müsse der BVB seine Chancen besser nutzen als jüngst gegen den VfB Stuttgart. Einziges Manko: Erst in der 38. Minute gab Jamie Gittens nach einem Solo einen ersten Distanzschuss ab, ansonsten setzte Sporting in einem zerfahrenen Spiel mehr Akzente. Mit dem langsamen Spielaufbau der Dortmunder hatte Lissabon kaum Schwierigkeiten, zudem kombinierten die Portugiesen sicherer.Maximiliano Araujo (15.) traf aus der Distanz die Latte, zudem musste Torhüter Gregor Kobel mehrfach eingreifen. Die Dortmunder Fans, die sich bereits in der Nachmittagssonne in Lissabons Hauptstadt in Stimmung gesungen hatten, störte der biedere Auftritt ihrer Mannschaft nicht. Im Oberrang klatschten und trommelten sie den BVB nach vorne. BVB erhöht das Risiko – und wird belohnt Erst nach der Pause bekamen sie Erfreuliches zu sehen. Der BVB erhöhte nun etwas das Risiko und versuchte, die Portugiesen bereits in deren Hälfte zu stören. Das zeigte Wirkung: Karim Adeyemi (55.) scheiterte nach einem starken Angriff an Rui Silva. Dortmund war nun überlegen, erspielte sich zahlreiche Standards, blieb bei den Abschlüssen aber immer wieder in der Abwehr Lissabons hängen. Sporting antwortete mit der Einwechslung seines Torjägers Gyökeres, der unter dem Jubel der Fans ins Spiel kam (59.). Unmittelbar danach schlug Guirassy nach einer Flanke von Julian Brandt zu.Der Treffer gab den Dortmundern merklich Sicherheit, entschlossen verteidigten sie ihre Führung und ließen Gyökeres und Co. kaum zur Entfaltung kommen. Stattdessen erhöhte der BVB: Groß grätschte eine Flanke von Guirassy zu seinem ersten Pflichtspieltor für Dortmund entschlossen über die Linie. Mit der Führung im Rücken zog sich Kovacs Team etwas zurück und verwaltete das Ergebnis geschickt. Adeyemi vollendete einen blitzsauberen Konter in der Schlussphase.
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Die Noten und Einzelkritiken der Stars von Borussia Dortmund
Borussia Dortmund schlägt Sporting Lissabon in der Champions League auswärts mit 3:0. Die Noten und Einzelkritiken der Stars vom BVB.Von Justin KraftNachdem es für Niko Kovac und Borussia Dortmund in der Bundesliga nicht mit einem Sieg geklappt hat, folgte der zweite Versuch in der Champions League – und der sollte gelingen.Mit 3:0 gewann der BVB sein Hinspiel in Lissabon und kann so fast schon entspannt ins Rückspiel in der kommenden Woche gehen. Serhou Guirassy (60.), Pascal Groß (68.) und Karim Adeyemi (82.) trafen für den BVB.ran hat die Noten und Einzelkritiken der BVB-Profis.Das Wichtigste in KürzeGregor KobelWird in der ersten Halbzeit nur aus der Distanz getestet und löst seine Pflichtaufgaben souverän. In den zweiten 45 Minuten bekommt er dank der Leistungssteigerung seines Teams aber nicht mehr viel zu tun. ran-Note: 3Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.Privatsphäre-EinstellungenJulian RyersonWirkt in den Anfangsminuten überfordert mit dem Druck des Heimteams, kommt aber immer besser in die Partie und gewinnt einige wichtige Zweikämpfe. Offensiv ist sein Einfluss allerdings überschaubar. ran-Note: 3Emre CanKommt etwas wacklig in die Partie und leistet sich früh einen Stellungsfehler (9.), der beinahe bestraft wird. Fängt sich anschließend und macht eine im Kern sehr unauffällige Partie. In der Schlussphase hat er den eingewechselten Gyökeres gut im Griff. ran-Note: 3Nico SchlotterbeckRepariert mit einer starken Grätsche den Fehler von Can (9.), sieht dafür in der 15. Minute nicht gut aus, als er sich aus seiner Position locken lässt und kurz vor dem Lattentreffer Sportings den Zweikampf verliert. In der Folge mit einigen sehr guten Verlagerungen und guten Aktionen im Vorwärtsverteidigen. Leitet auch das 1:0 mit ein. ran-Note: 2Daniel SvenssonDarf direkt bei seinem Debüt schon die Standards schießen. Lässt sich defensiv hin und wieder etwas überrumpeln, steht aber gerade im ersten Durchgang auch massiv unter Druck, weil Sporting viel über seine Seite spielt. Dafür löst er es im Kontext seines ersten Spiels auf diesem Niveau sogar passabel. Vor allem im Ballvortrag hat er einige gute Aktionen, bietet sich auch mal im Zentrum an und hilft so bei der Spielgestaltung. ran-Note: 3Marcel SabitzerVersteckt sich im Aufbau zu häufig und macht es den eigenen Innenverteidigern damit schwer, Anspielstationen zu finden. Selbst in der starken zweiten Halbzeit fällt der Österreicher nahezu komplett ab. ran-Note: 4BVB: Antons Horror-Tag! Wechseln die ersten BVB-Fans zu S04?Pascal GroßFindet erstmal keinen Rhythmus und von seiner Spielstärke ist ebenfalls wenig zu sehen. Wirkt stattdessen fahrig, wenn er unter Druck gesetzt wird. In der zweiten Halbzeit agiert er deutlich offensiver, wo er besser ins Spiel findet. In der 67. Minute ist Groß nach einer Flanke zur Stelle und trifft zum 2:0. ran-Note: 3Karim AdeyemiVom Angreifer ist eine Halbzeit lang gar nichts zu sehen. Dann aber kommt er mit Druck und Tempo aus der Pause, hat einen guten Abschluss (53.) und einen hohen Ballgewinn, aus dem immerhin eine Ecke entsteht (56.). Arbeitet auch gegen den Ball gut mit und krönt eine gute zweite Halbzeit mit einem sehr gut ausgespielten Konter und seinem Treffer zum 3:0. ran-Note: 2Julian BrandtVerliert in der Vorwärtsbewegung in der Anfangsphase oft den Ball und bietet so Chancen an wie den gefährlichen Fernschuss von Harder (35.). Nach gut einer Stunde dann aber mit der präzisen Flanke auf den Kopf von Guirassy, der das 1:0 köpft. Legt bei einem Konter in den Schlussminuten noch einen weiteren Assist bei Adeyemis Treffer zum 3:0 oben drauf. Und doch bleibt der Eindruck, dass er in vielen Aktionen viel zu ungenau ist – in dieser Partie war Brandt dennoch entscheidend. ran-Note: 2Jamie GittensHat die erste halbgefährliche Aktion des BVB, als er die Sporting-Defensive im Alleingang ausspielt und es dann aus großer Distanz probiert (38.) – bezeichnend. Es bleibt aber die einzige gute Situation für ihn und so nimmt ihn Kovac nach 65 Minuten runter. ran-Note: 4Serhou GuirassyHat zunächst keine wirkliche Anbindung zum Spiel, ist dann zum Ende der ersten Halbzeit aber der zentrale Mann bei einer Art Druckphase der Dortmunder. Sein Fernschuss wird beinahe ins Tor abgefälscht, kurz darauf vergibt er eine Großchance – allerdings aus einer Abseitsposition (45.). Macht im zweiten Durchgang so weiter und ist vor allem nach Flanken sehr gefährlich – so auch bei seinem Führungstreffer zum 1:0, den er per Kopf schön ins lange Eck setzt. Muss später sogar noch das 3:0 machen (80.). Zwischendurch starke Flanke zu Groß’ 2:0. ran-Note: 2Einwechselspieler des BVBMaximilian Beier (ab der 65. Minute für Gittens): Nicht mal drei Minuten auf dem Feld, da sorgt er mit einem starken Laufweg dafür, dass Groß genug Platz im Strafraum hat, um das 2:0 zu erzielen (67.). ran-Note: 3Julian Duranville (ab der 86. Minute für Adeyemi): Darf dabei helfen, die Partie über die Zeit zu bringen. ran-Note: Ohne Bewertung.Carney Chukwuemeka (ab der 86. Minute für Brandt): Kommt zu seinem Debüt. ran-Note: Ohne Bewertung.Salih Özcan (ab der 90.+3 für Groß): Kommt in der Nachspielzeit. ran-Note: Ohne Bewertung.Niklas Süle (ab der 90.+3 für Svensson): Darf auch noch kurz mitmischen. ran-Note: Ohne Bewertung.
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Der Engländer, dem die Bundesliga-Stars das Herz ausschütten
In den sozialen Medien haben die Bundesliga-Interviews von Archie Rhind-Tutt Kultstatus. Der Engländer erklärt, warum sich Spieler und Trainer ihm gegenüber öffnen.
Köln – Interviews scheinen für die Stars der Bundesliga an Spieltagen oftmals ein nötiges Übel zu sein. Hohe Wellen schlagen die sogenannten Field Reporter der TV-Sender eigentlich nur, wenn es zum Streit kommt. Bei Archie Rhind-Tutt ist das anders. Der 32-jährige Londoner lebt seit 2015 in Deutschland, begleitet die Bundesliga für den US-Sender ESPN.
Im Interview mit fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA, spricht Rhind-Tutt über seinen ‚viralen Moment‘ mit Andrej Kramarić, sein Verhältnis zu Stars wie Xabi Alonso und sein Erlebnis beim Meister-Drama des BVB im Mai 2023.

Archie Rhind-Tutt ist als Field Reporter beim US-Sender ESPN für die Bundesliga zuständig. © IMAGO/Markus Fischer Archie Rhind-Tutt, Videos von Ihren Interviews erfreuen sich in den sozialen Medien schon länger großer Beliebtheit. Als kürzlich Andrej Kramarić von der TSG Hoffenheim zum Rundumschlag gegen den eigenen Klub ausholte, ging das Video sogar viral. War Ihnen das schon währenddessen klar?
Während des Interviews habe ich mir gedacht: ‚Was er mir da sagt ist unglaublich, das habe ich nicht erwartet.‘ Jeder wusste, dass Hoffenheim in einer schwierigen Situation steckt, trotzdem war ich in dem Moment regelrecht schockiert. Mir war dann auch gar nicht klar, welche Frage ich als Nächstes stellen soll, ich wollte einfach mehr hören.
Besteht Ihre Aufgabe in so einer Situation darin, den Interviewpartner am Reden zu halten?
Die Faustregel ist, dass wir drei Fragen an den Spieler stellen dürfen. Wenn sie nicht mit der Sprache rausrücken, stelle ich mehr Fragen, wenn sie von selbst ins Rollen kommen, dann reduziere ich. Die Ironie an der Sache mit Kramarić ist: Wenn man sich das Interview anschaut, hat er eigentlich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Deshalb würde ich auch nicht sagen, dass es eins der Interviews war, mit dem ich selbst ungeheuer zufrieden bin. Aber da gibt es nicht immer eine Korrelation mit dem, was gut ankommt.
Sie sind bestimmt nicht mit dem Gedanken zum Spiel zwischen Hoffenheim und Bayern gefahren, dass Sie so an so einer Story beteiligt sein würden?
Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Das ist einer der Gründe, warum ich meinen Job so gerne mag: An den Tagen, an denen man gar nicht damit rechnet, muss man besonders auf der Hut sein, weil sich so etwas eine Bahn brechen kann.
Bei Ihren Interviews ist auffällig, dass sich Spieler, Trainer und Manager sehr offen präsentieren. Haben Sie selbst eine Erklärung dafür?
Ich habe meine eigene Art, die Sache anzugehen. Grundsätzlich musst Du jeden Interviewpartner für sich betrachten. Zum Beispiel am Anfang der Saison, als der FC Bayern mit Vincent Kompany und Borussia Dortmund mit Nuri Şahin neue Trainer hatten – das bedeutet für mich auch den Beginn einer neuen Beziehung mit diesen Leuten.
Bereiten Sie sich besonders auf die erste Begegnung mit jemandem wie Vincent Kompany vor?
Ich versuche, die ersten Pressekonferenzen zu schauen. Bei Kompany habe ich gemerkt, dass er manche Fragen mit einem Lachen abmoderiert, im Sinne von: Netter Versuch. Wichtiger ist aber, glaube ich, dass ich versuche, Fragen zu stellen, über die ich als Fußballfan selbst nachdenke, weil das immer noch das ist, was ich bin. Mir kommt auch zugute: Ich bin kein Fan von einem Team in der Bundesliga, mich interessiert die Liga insgesamt.
In der Premier League schlägt Ihr Herz für den FC Fulham.
Das stimmt. Aber ich habe auch schon bei Spielen vom FC Chelsea gearbeitet, der ein großer Rivale von Fulham ist. Da habe ich gemerkt, mein Gehirn kann diesen Schalter umlegen, wenn es um den Beruf geht. Wenn es um die Bundesliga geht, kann ich aber das Fangehirn nutzen.
„In Harry Kane steckt immer noch ein Kind“
Das Fangehirn?
Ja, genau. Ich würde sagen, die meisten Spieler oder Trainer, die denken genauso. Letzte Woche habe ich Harry Kane gefragt, ob er seine Tore zählt. Bei seiner Reaktion habe ich gemerkt, da steckt immer noch ein Kind in ihm, das war schön zu sehen. Für mich geht es immer darum, Dinge auszuprobieren und deshalb bin ich meinen Bossen bei ESPN dankbar, dass sie mir ein weißes Blatt Papier hinlegen und die Freiheit geben, die Dinge anzugehen, wie ich es mag.
Was dabei herauskommt, wirkt oft eher wie ein Gespräch denn ein klassisches Interview als Frage-Antwort-Spiel.
Ich mache mir vorher ein paar Notizen und habe Ideen, aber ich versuche so gut es geht, ein Gespräch aufkommen zu lassen. Mit meiner ersten Frage geht es darum, herauszufinden, in welcher Laune der Interviewpartner ist. Da will ich nicht voreingenommen sein, man sollte jeden Gesprächspartner als individuelle Person behandeln, die wir nun mal alle sind. Nach dieser ersten Frage spielt sich in meinem Kopf sozusagen ein Flussdiagramm ab: Gehen wir in diese Richtung oder nehmen wir die andere Abzweigung? Gut für mich, dass mich niemand abfragt, was der Spieler eigentlich alles gesagt hat.
Weil Sie sich bereits auf eine weitere Frage konzentrieren?
Manchmal schnappe ich nur einzelne Worte auf, wenn ich schon an die nächste Frage denke, manchmal muss man auch eine Nachfrage stellen. Weiß der Zuschauer, was Julian Nagelsmann mit der ‚Red Zone‘ meint? Es kann spannender sein, das nochmal aufzugreifen, als die nächste Frage zum Spiel zu stellen. Manchmal geschieht auch alles ganz schnell und ich denke an technische Sachen, wie lang darf mein Interview zum Beispiel sein? Wenn wir zu lange machen, lässt der Pressesprecher den Trainer beim nächsten Spiel vielleicht nicht vor mein Mikrofon.
Die Pressesprecher und Trainer kennen Sie inzwischen natürlich auch ganz gut. ESPN schickt sie oft zu Topspielen, neben dem FC Bayern oder dem BVB sind sie seit letzter Saison auch häufig bei Bayer Leverkusen. Wie hat sich die historische Leverkusener Spielzeit für Sie angefühlt?
Je länger der Lauf von Leverkusen gedauert hat, desto klarer wurde uns: Da müssen wir dran sein, weil da etwas sehr Spezielles passiert. Immer wenn wir gedacht haben, jetzt lassen sie nach, haben sie noch einen drauf gesetzt. Das hat sich immer weiter zusammengebraut.
Xabi Alonso bezeichnete sie dann sogar als Glücksbringer für die Werkself.
Xabi Alonso war schon ungefähr ein Jahr im Amt, als ich ihn das erste Mal interviewt habe. Klar, als Fußballfan war er mir viele Jahre bekannt, schon aus seiner Zeit bei Liverpool. Aber trotzdem muss man dann bei null starten und herausfinden, was für eine Persönlichkeit das ist. Betreibe ich mit ihm Smalltalk oder geht es direkt ans Eingemachte?
Was haben Sie herausgefunden?
Je seriöser und professioneller man sich um ihn herum verhält, desto mehr ist er willens, die Fragen zu beantworten. Und ich weiß aus der Erfahrung, dass es nichts bringt, wenn ich ihm vor dem Spiel die Frage nach dem System oder so stelle. Xabi Alonso sagt, das Spiel sei kein Foto, sondern ein Film, bei dem sich die Bilder bewegen. Er will vor dem Spiel nichts verraten.
Und nach dem Spiel?
… ist er durchaus bereit, darüber zu sprechen, wie er Fußball versteht. Man muss bei Trainern immer zwischen den Zeilen lesen, aber wenn man ihm genau zuhört, gibt er eine Menge seines Spielverständnisses preis. Manchmal muss man ihn ein bisschen anstupsen, das gehört aber auch einfach dazu.
Immerhin mussten Sie ihn vergangene Saison nicht nach den Gründen für eine Niederlage fragen …
Stimmt, das war wirklich eine Art Märchen. Mit etwas mehr als einem halben Jahr Abstand wird deutlich, was für eine Sensation das war. Es hat sich alles ineinander gefügt. Mit jedem späten Tor denkst Du, das ist doch der Wahnsinn. Oft war ich schon im Spielertunnel, als sie getroffen haben. Da mit der Presseabteilung von Leverkusen zu stehen, wenn diesen Leuten selbst die Kinnlade herunterfällt, war sehr speziell.
International hat Leverkusen damit sehr an Profil gewonnen. In Deutschland sehen viele Fans die Werkself kritisch.
Ich verstehe, warum manche Traditionalisten etwas gegen Leverkusen haben, das ist Teil der deutschen Fußballkultur. Aber es gibt auch Hardcore-Fans von Leverkusen. Ich lebe in Köln, spiele mit manchen Fans von Bayer selbst Fußball. Zu sehen, wie sich in der letzten Saison ein riesiger Traum für sie erfüllt hat, war einfach etwas Besonderes. Natürlich habe ich auch die journalistische Perspektive und weiß, dass Leverkusen einige Vorteile gegenüber anderen Vereinen hat, die man kritisch sehen kann.
„Xabi Alonso ist einfach ein ziemlich cooler Typ“
Trotzdem war es gut für die Bundesliga, dass Bayern mal nicht den Titel geholt hat?
Definitiv, im Kontext der Dominanz von Bayern München war nicht so wichtig, wofür Leverkusen steht, sondern was sie auf dem Platz machen. Und dann war da eben die Personalie Xabi Alonso …
Was meinen Sie?
Er ist einfach ein ziemlich cooler Typ. Egal, für welchen Klub in der Bundesliga ihr Herz schlägt: Nahezu alle Fans, selbst solche, die den FC Bayern abgrundtief hassen, müssen zugeben, dass Xabi Alonso cool ist. Er hat auch Leverkusen diese Coolness gegeben. Durch Xabi Alonso haben sie dieses Standing, das ihnen vorher gefehlt hat.

Rhind-Tutt war 2023 dabei, als der BVB unter Edin Terzić die Meisterschaft verspielte. © IMAGO/nordphoto GmbH / Teresa Kroeger Ein Jahr vor Leverkusen hätte auch der BVB die Dominanz der Bayern um ein Haar unterbrochen. Sie waren am 27. Mai 2023 beim Spiel gegen Mainz im TV-Einsatz. Wann hatten Sie das Gefühl, dass das für Dortmund schiefgehen würde?
Da gibt es eine Geschichte, Sie erinnern sich vielleicht, dass da ein Schwarm Bienen am Seitenrand schwirrte. Da habe ich einen großen Bogen drum gemacht, deshalb führte mich mein Weg auf die Pressetribüne durch den Spielertunnel. Ich habe in die Gesichter der BVB-Profis geschaut und mir gedacht: Entweder hauen die Mainz hier komplett aus dem Stadion, weil sie total im Fokus sind. Oder die haben die Hosen komplett voll. Es war dann wohl Letzteres.
Das war sicher auch kein ganz so einfacher Arbeitstag für Sie?
Ich hätte nicht gedacht, dass mich etwas so berühren kann bei einem Klub, von dem ich selbst kein Fan bin. In den Gesichtern von so vielen Leuten eine solche Trauer zu sehen – das konnte man dann auch mir selbst ansehen. Was mir in Erinnerung bleibt, ist wie Karim Adeyemi drei Meter von mir entfernt auf dem Boden liegt und ein Kameramann eine Nahaufnahme macht. Da kam ein Mitarbeiter der Presseabteilung und hat ihn rundgemacht. Die Interviews haben wir bewusst einfach gehalten. Da ging es darum, die Leute aus der Seele sprechen zu lassen. Den Tag werde ich jedenfalls nie vergessen, aber nicht in einer positiven Art und Weise.
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