Senne Lynen steht Werder Bremen für das Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Sonntag, 15:30 Uhr) zur Verfügung. Der Mittelfeldspieler hatte beim 0:3 gegen den FC Bayern einen Schlag aufs Sprunggelenk abbekommen und wurde unter der Woche geschont.
Trainer Ole Werner gab jedoch am Freitag Entwarnung: „Senne wird morgen ganz normal mit der Mannschaft trainieren.“ Die Belastung sei lediglich dosiert worden, nachdem Lynen „am letzten Wochenende etwas mitbekommen hat“ und „eigentlich auch die letzte Viertelstunde nicht mehr auf den Fußballplatz gehörte“. Für Sonntag sei das aber „kein Problem.“
Während der Einsatz von Teamkollege Jens Stage weiterhin fraglich ist, kann Werner also zumindest auf den Belgier im Mittelfeldzentrum setzen.
Quelle: Pressekonferenz
LIGAINSIDER-DURCHSCHNITTSNOTE in den letzten VIER Jahren
Das 1:3 gegen Hoffenheim war eine Enttäuschung. Nach früher Führung (Eigentor Nsoki/7.) verlor Werder Bremen erst den Faden und am Ende nach ganz schwacher Leistung das Spiel gegen den Krisen-Klub.
Die Bremer offenbarten Schwächen in der Defensive und bekamen vor der Pause im Offensiv-Spiel kaum eine Torszene zustande. Dabei gelang einem Spieler besonders wenig: Marvin Ducksch (30).
Werders Top-Angreifer (13 Scorer-Punkte) erwischte einen ganz schwachen Tag. Sein Torschuss-Versuch (40.) vor der Pause wurde simpel geblockt, eine Ecke (42.) versemmelte er kläglich, dazu führte ein versprungener Ball zu Geraune bei den Fans.
Mutige Rangnick-Antwort: „Mit mir wäre Leipzig schon Meister geworden“
Quelle: BILD16.02.2025
Konsequenz: Zur Pause nahm Trainer Ole Werner den Top-Star runter. Ein ungewöhnlicher Vorgang.
Werder Bremen: Das steckt hinter dem Ducksch-Denkzettel!
Werner: „Wir haben drei Wechsel zur Halbzeit vorgenommen, weil wir eine andere Energie auf den Platz bringen wollten. Wir wollten vorn einen anderen Spielertypen haben, weil wir es nicht geschafft haben, spielerische Lösungen in Halbräumen zu finden. Deshalb haben wir uns für André entschieden.“
Für Ducksch kam Neuzugang Silva, der agiler war, aber ebenfalls keine Bäume ausriss. Nicht das erste Mal, dass Bremens Stürmer Nr. 1 früh ausgewechselt wurde, aber eine Seltenheit. Zuvor nahm ihn Werner letztmals beim 0:5 gegen die Bayern (4. Spieltag) zur Pause runter.
Kritik am bei vielen Fans kritisch betrachteten Ducksch gibt es von den Bossen jedoch nicht.
Der geplatzte Transfer von Rayan Cherki schmerzt die Fans von Borussia Dortmund noch immer. In ihm sahen sie den perfekten Kandidaten, um dem lahmenden Mittelfeld neues Leben einzuhauchen (hier mehr dazu lesen). Doch Olympique Lyon stellte sich quer.
Zweifelsohne war das Wechsel-Theater um den Franzosen das Thema des Transferfensters. Doch das letzte Kapitel ist in dieser Angelegenheit noch immer nicht geschrieben. Eine neue Meldung macht nach dem geplatzten Wechsel von Rayan Cherki zu Borussia Dortmund die Runde.
Borussia Dortmund: Prämie durch Verbleib
Rund 22,5 Millionen Euro hatte der BVB am Deadline-Day für Cherki geboten. Zu dieser Summe, so hatte es der Spieler mit Lyon eigentlich vereinbart, hätte er den Verein verlassen können. Doch im letzten Moment stellte sich Olympique-Boss John Textor quer und sagte den Wechsel ab. Anschließend erhob er schwere Vorwürfe gegen Sebastian Kehl und Co.
+++ Fans schlottern die Knie – diese Sorge plagt jetzt alle +++
Cherki blieb also in Frankreich – offenbar gegen seinen Willen. Wie mehrere Medien berichteten, hätte er sich Borussia Dortmund nur allzu gerne angeschlossen. Für seinen Verbleib wird er allerdings wohl fürstlich entlohnt!
Wie „RMC“ berichtet, wurde für den Mittelfeldspieler eine ganz besondere Prämie fällig. Demnach stünde ihm eine Sonderzahlung von rund 2,5 Millionen Euro zu. Diese spezielle Klausel sei vereinbart worden für den Fall, dass Lyon ein Angebot für den Offensiv-Star ablehnt.
Cherki-Deal im Sommer deutlich teurer
Der BVB und Cherki – gibt es im Sommer im dritten Anlauf endlich das Happy End? Bereits 2024 wollte Dortmund den Spieler holen, war sich mit diesem sogar schon einig. Letztlich zog allerdings Ex-Trainer Nuri Sahin die Handbremse, weil er nicht gänzlich vom Spieler überzeugt gewesen sein soll.
Hier mehr von uns lesen:
Sollte sich Borussia Dortmund in knapp fünf Monaten nochmal aus der Deckung wagen, dürfte der Spieler allerdings deutlich teurer sein. Französische Medien wie „L’Equipe“ berichten, dass dann rund 30 Millionen Euro über den Tisch gehen müssten, um Cherki zu verpflichten.
Borussia Dortmund ist an einem neuen Tiefpunkt angekommen. Der blutleere Auftritt in Bochum ist dabei noch nicht einmal das Schlimmste. Denn mit ihrem Verhalten abseits des Rasens vermitteln die Spieler eine erschreckende Botschaft. Der SPORT1-Kommentar.
Einsatz, Leidenschaft, Zusammenhalt – ohne diese Eigenschaften geht es im Fußball nicht. Und in einem – zumindest von einer Seite – energiegeladenen Derby schon gleich zweimal nicht.
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Dass der BVB diese Attribute mal wieder nicht auf den Platz bekommt – gegen den bis dahin Tabellenletzten der Bundesliga: Geschenkt. Überraschend sind derartige Leistungen in dieser Spielzeit, selbst nach positiven Ansätzen in Lissabon, schon lange nicht mehr.
Doch als ob diese Einsicht noch nicht bitter genug wäre: Der neue Tiefpunkt ist der Auftritt abseits des Platzes. Die Botschaft ist fatal.
BVB-Spieler lassen Journalisten stehen
Die Journalisten drängelten sich nach Abpfiff in die Mixed Zone des Vonovia Ruhrstadions. Eng ging es dabei aber vor allem auf der blau-weißen Seite zu. Die wenigen Minuten zuvor abgefeierten Bochumer, der Mann des Spiels Georgios Masouras, Torwart-Rückkehrer Timo Horn und Kapitän Philipp Hofmann beantworteten freudestrahlend die Fragen der Medienvertreter.
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Auf der Dortmunder-Seite wollte sich nach dieser peinlichen Niederlage zum ersten Mal in dieser Saison niemand stellen. Erst als ein Vereinsmitarbeiter die Journalisten darauf hinwies, dass es keinen Gesprächspartner mehr gebe, dampften sie ab.
Das Verhalten spricht Bände: Die Dortmunder Spieler ducken sich vor der Verantwortung weg.
BVB-Profis ducken sich vor der Verantwortung weg
Nicht einmal die drei besseren BVB-Profis an diesem Samstagnachmittag wollten sich diesmal opfern. Weder Kapitän Emre Can noch Nico Schlotterbeck oder Gregor Kobel hatten Lust darauf, Erklärungen für diese Niederlage und desolaten Auftritt zu finden. Wohl auch deshalb, weil sie selbst ratlos sind.
Auch die Dortmunder Verantwortlichen Lars Ricken (Geschäftsführer Sport) und Sebastian Kehl (Sportdirektor) wollten an diesem Abend nicht beschwichtigen und verzichteten auf Statements. Auch sie dürften die Faxen dicke haben, Woche für Woche dieselben Ausreden für ihre Spieler zurechtzulegen.
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Wäre Torwart-Titan Oliver Kahn an diesem Abend ein Schwarz-Gelber gewesen, würde er wohl fordern: Wir brauchen Eier! Doch gerade daran mangelt es dem BVB.
Dortmunder lassen Fans abblitzen
Das Bild, das die Mannschaft nach außen abgibt, ist erschreckend. Öffentlich gerade stehen für einen, gerade in der zweiten Halbzeit, indiskutablen Auftritt? Fehlanzeige!
Sich bei den Fans trotz aller Rückschläger für deren unermüdlichen Einsatz bedanken? Auch das verpassten die Dortmunder nach Schlusspfiff und stapften nach wenigen Sekunden ab.
Natürlich waren die schwarz-gelben Anhänger nach der schmerzenden Derby-Pleite auf 180 und hätten sicherlich nicht nett applaudiert. Doch genau darum geht es doch: Rückgrat zeigen.
Kovac irritiert mit Aussagen
Die Führungsspieler-Diskussion lodert nach diesem Auftreten erneut auf. Denn Verantwortung übernehmen sieht anders aus. Trainer Niko Kovac erklärte das Ausbleiben seiner Spieler in der Mixed Zone übrigens mit dringenden „Maßnahmen, um so schnell wie möglich zu regenerieren“. Darunter auch: „Nahrung zu sich führen“.
„Ich bin da, das reicht doch“, antwortete Kovac schmunzelnd auf SPORT1-Nachfrage. Dass sich Kovac, der noch nicht einmal zwei Wochen im Amt ist, allein vor seine Spieler stellt, ist aller Ehren wert. Lange wird er diese Strategie aber wohl nicht mehr fahren können.
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Denn auch er wird sich eingestehen müssen: Auf und abseits des Platzes hat der BVB einen neuen Tiefpunkt erreicht.
Der 19 Jahre alte El Chadaille Bitshiabu verpasst vor dem Spiel beim FC Augsburg den Treffpunkt – und muss die Konsequenzen tragen.
Kuriosum in Leipzig: RB-Abwehrspieler El Chadaille Bitshiabu stand für das Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg überraschend nicht im Kader. Allerdings nicht, weil er krank oder zuletzt zu schwach gewesen wäre: Der 19-Jährige hielt sich nicht an Teamabsprachen.
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„Chad hat die Abfahrt heute früh verpasst und damit auch den Flug. Dann kann man am Ende des Tages auch nicht dabei sein“, sagte Trainer Marco Rose vor dem Anpfiff bei DAZN.
„Er wird sich sicher bei den Jungs entschuldigen“
Größere Konsequenzen muss Bitshiabu wohl nicht fürchten. „Er kommt zum Training und dann machen wir alle zusammen weiter“, sagte Rose: „Er wird sich sicher bei den Jungs entschuldigen. Ich reiße ihm nicht den Kopf ab, er sollte daraus lernen.“
Bitshiabu spielt seit 2023 in Leipzig und stand in dieser Saison in elf Liga-Spielen auf dem Platz, wurde allerdings sieben Mal eingewechselt. In Augsburg holte Roses Mannschaft ohne ihn nur ein 0:0 (0:0) und sucht weiter nach Konstanz.
Karl-Heinz Rummenigge würde ein weiteres Aufeinandertreffen des FC Bayern mit Bayer Leverkusen nach dem Bundesliga-Topspiel lieber vermeiden wollen.
München – Am Samstag reist der FC Bayern zum schweren Auswärtsspiel nach Leverkusen und möchte dort mit einem Sieg den Vorsprung auf den Tabellenzweiten auf satte elf Punkte anwachsen lassen. Ein Sieg bei der Werkself wäre ein Meilenstein auf dem Weg zur 34. Deutschen Meisterschaft. Auf dem Weg zum ebenso wichtigen Champions-League-Titel in der heimischen Allianz Arena könnte das Szenario eintreten, dass die Bayern im Falle eines Weiterkommens gegen Celtic Leverkusen erneut aus dem Weg räumen müssten.
Sollte der deutsche Rekordmeister den Sprung in die K.o.-Phase in der Königsklasse schaffen, stünde im Achtelfinale entweder das Duell gegen Atlético Madrid oder eben gegen die Werkself an. Es könnte also passieren, dass nach dem 15. Februar auch am 4. und 11. März zwei weitere Male mit Bayer auseinandersetzen müsste.
Aufsichtsrat-Mitglied Karl-Heinz Rummenigge verriet im Interview mit der Sport BILD, welchem der beiden Klubs er in der Runde der letzten 16 gerne ausweichen würde: „Statistisch gesehen lieber Leverkusen. Wir haben in den letzten Jahren fünfmal gegen sie gespielt, zweimal unentschieden und den Rest verloren. Momentan ist Leverkusen unser härtester Gegner. Aber wir hatten auch Probleme gegen Atlético, haben 2016 unter Pep Guardiola leider im Halbfinale verloren. Es wird schwierig, egal, welchen von beiden wir bekommen, wenn wir Celtic schlagen.
Bayern warten seit 2022 auf einen Sieg gegen Leverkusen
Zuletzt ärgerte das Team von Xabi Alonso die Münchener im DFB-Pokal ebenfalls im Achtelfinale beim 1:0 in der Allianz Arena. Davor hatte der FCB in vier Bundesliga-Duellen 1:1, 0:3, 2:2 und 1:2 gespielt. Letztmalig schlug man die Werkself am 30. September 2022 beim 4:0-Heimsieg in der Bundesliga.
Dass aber auch die Madrilenen Stolperstein-Potenzial haben, weiß Rummenigge allzu gut: „Allerdings hatten wir zuletzt auch gegen Atlético Probleme, sind leider 2016 im Halbfinale mit Pep Guardiola ausgeschieden. Egal, wer von beiden im Achtelfinale käme, sollten wir gegen Celtic weiterkommen – es würde schwierig.“ Von den letzten fünf Duellen gewannen die Münchener immerhin dreimal (zwei Unentschieden) gegen das Team von Diego Simeone.
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Erst mal müssen die Bayern die Hürde Celtic überstehen. Dann entscheidet am 21. Februar erneut das Los über den weiteren Turnierverlauf. Dort wird festgelegt, wer im Achtelfinale und potenziell im Viertel- und Halbfinale aufeinandertrifft.
Ajax Amsterdam hat in der Europa League einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale gemacht. Große Spannung herrscht weiter zwischen dem FC Porto und der AS Rom, und Galatasaray Istanbul braucht im Rückspiel schon ein kleines Fußballwunder.
Mit Mats Hummels als Bankdrücker kamen die Römer in Porto am Donnerstag (13.02.2025) im Playoff-Hinspiel zu einem 1:1 (1:0). 2014er-Weltmeister Hummels, der in der Serie A zuletzt von Trainer Claudio Ranieri geschont worden war, saß 90 Minuten auf der Bank. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.45 Uhr/Live-Ticker bei sportschau.de) im heimischen Olympiastadion müssen die Römer nun gewinnen, um das Ticket für die Runde der letzten 16 Teams zu lösen.
In Porto brachte Zeki Celik (45.+5 Minute) die Gäste in Führung, Francisco Moura (67.) glich für die Portugiesen aus. Roms Bryan Cristante (72.) sah im zweiten Durchgang wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.
Ein 16-Jähriger trifft für Ajax
Der niederländische Topklub Ajax Amsterdam, im Achtelfinale möglicher Gegner von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt, gewann das Playoff-Duell mit Union Saint-Gilloise aus Belgien auswärts mit 2:0 (0:0).
Nach einer torlosen ersten Hälfte sorgten Christian Rasmussen (59.) und der erst 16 Jahre alte Belgier Jorthy Mokio (71.) auf einem deutlich ramponierten Rasen für die Treffer der Gäste. Ajax geht nun mit einer komfortablen Ausgangsposition in das Rückspiel im eigenen Stadion in einer Woche.
Jorthy Mokio feiert seinen zweiten Treffer mit Kian Fitz-Jim
Klare Sache für Fenerbahce
Sehr gut ist nach dem Playoff-Hinspiel auch die Ausgangslage für Fenerbahce Istanbul. Dank drei prominenten Torschützen gelang ein glattes 3:0 gegen den RSC Anderlecht: Dušan Tadić (11. Minute) traf zur Führung, Edin Džeko (42.) und Youssef En-Nesyri (57.) erzielten die beiden weiteren Treffer.
Eine Top-Ausgangslage hat auch Real Sociedad San Sebastian dank des 2:1-Sieges beim FC Midtjylland. Brais Méndez (11.) und Takefusa Kubo (31.) legten zwei Treffer für die Basken vor, Adam Buksa (38.) konnte nur noch verkürzen.
Alkmaar beherrscht Galatasaray
Einen fulminanten Auftritt legte auch AZ Alkmaar hin. Nach dem 4:1 (2:1) im Hinspiel gegen Galatasaray brauchen die Türken im Rückspiel schon ein kleines Fußballwunder. Sven Mijnans (12.) brachte die Nordholländer in Führung, dem Ex-Freiburger Roland Sallai (20.) gelang der Ausgleich.
Doch danach ging nichts mehr für “Gala”: Troy Parrott (37.) sorgte für die AZ-Führung, dann sah der ehemalige Düsseldorfer und Schalker Kaan Ayhan die Gelb-Rote Karte (51.) In Überzahl machten dann Jordy Clasie (57.) und David Møller Wolfe (66.) alles klar für die Gastgeber.
Frankfurt steigt im Achtelfinale ein
Die Frankfurter dürfen dank ihres fünften Tabellenplatzes in der neuen Ligaphase pausieren und müssen erst im Achtelfinale wieder antreten. Neben Ajax und Saint-Gilloise könnte auch der Sieger der Paarung PAOK Saloniki gegen FCSB Bukarest auf das Team von Trainer Dino Toppmöller treffen. Das Hinspiel zwischen den Teams gewann Bukarest auswärts in Überzahl mit 2:1 (0:1).
Acht Klubs bereits im Achtelfinale
Neben Eintracht Frankfurt stehen auch Lazio Rom, Athletic Bilbao, Manchester United, Tottenham Hotspur, Olympique Lyon, Olympiakos Piräus und Glasgow Rangers bereits im Achtelfinale. Die Ausloung findet am 21. Februar statt.
BVB-PK im LIVE-Ticker: Das sagt Niko Kovac vor dem Derby
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In den sozialen Medien haben die Bundesliga-Interviews von Archie Rhind-Tutt Kultstatus. Der Engländer erklärt, warum sich Spieler und Trainer ihm gegenüber öffnen.
Köln – Interviews scheinen für die Stars der Bundesliga an Spieltagen oftmals ein nötiges Übel zu sein. Hohe Wellen schlagen die sogenannten Field Reporter der TV-Sender eigentlich nur, wenn es zum Streit kommt. Bei Archie Rhind-Tutt ist das anders. Der 32-jährige Londoner lebt seit 2015 in Deutschland, begleitet die Bundesliga für den US-Sender ESPN.
Im Interview mit fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA, spricht Rhind-Tutt über seinen ‚viralen Moment‘ mit Andrej Kramarić, sein Verhältnis zu Stars wie Xabi Alonso und sein Erlebnis beim Meister-Drama des BVB im Mai 2023.
Archie Rhind-Tutt, Videos von Ihren Interviews erfreuen sich in den sozialen Medien schon länger großer Beliebtheit. Als kürzlich Andrej Kramarić von der TSG Hoffenheim zum Rundumschlag gegen den eigenen Klub ausholte, ging das Video sogar viral. War Ihnen das schon währenddessen klar?
Während des Interviews habe ich mir gedacht: ‚Was er mir da sagt ist unglaublich, das habe ich nicht erwartet.‘ Jeder wusste, dass Hoffenheim in einer schwierigen Situation steckt, trotzdem war ich in dem Moment regelrecht schockiert. Mir war dann auch gar nicht klar, welche Frage ich als Nächstes stellen soll, ich wollte einfach mehr hören.
Besteht Ihre Aufgabe in so einer Situation darin, den Interviewpartner am Reden zu halten?
Die Faustregel ist, dass wir drei Fragen an den Spieler stellen dürfen. Wenn sie nicht mit der Sprache rausrücken, stelle ich mehr Fragen, wenn sie von selbst ins Rollen kommen, dann reduziere ich. Die Ironie an der Sache mit Kramarić ist: Wenn man sich das Interview anschaut, hat er eigentlich keine einzige meiner Fragen beantwortet. Deshalb würde ich auch nicht sagen, dass es eins der Interviews war, mit dem ich selbst ungeheuer zufrieden bin. Aber da gibt es nicht immer eine Korrelation mit dem, was gut ankommt.
Sie sind bestimmt nicht mit dem Gedanken zum Spiel zwischen Hoffenheim und Bayern gefahren, dass Sie so an so einer Story beteiligt sein würden?
Es war auf jeden Fall eine interessante Erfahrung. Das ist einer der Gründe, warum ich meinen Job so gerne mag: An den Tagen, an denen man gar nicht damit rechnet, muss man besonders auf der Hut sein, weil sich so etwas eine Bahn brechen kann.
Bei Ihren Interviews ist auffällig, dass sich Spieler, Trainer und Manager sehr offen präsentieren. Haben Sie selbst eine Erklärung dafür?
Ich habe meine eigene Art, die Sache anzugehen. Grundsätzlich musst Du jeden Interviewpartner für sich betrachten. Zum Beispiel am Anfang der Saison, als der FC Bayern mit Vincent Kompany und Borussia Dortmund mit Nuri Şahin neue Trainer hatten – das bedeutet für mich auch den Beginn einer neuen Beziehung mit diesen Leuten.
Bereiten Sie sich besonders auf die erste Begegnung mit jemandem wie Vincent Kompany vor?
Ich versuche, die ersten Pressekonferenzen zu schauen. Bei Kompany habe ich gemerkt, dass er manche Fragen mit einem Lachen abmoderiert, im Sinne von: Netter Versuch. Wichtiger ist aber, glaube ich, dass ich versuche, Fragen zu stellen, über die ich als Fußballfan selbst nachdenke, weil das immer noch das ist, was ich bin. Mir kommt auch zugute: Ich bin kein Fan von einem Team in der Bundesliga, mich interessiert die Liga insgesamt.
In der Premier League schlägt Ihr Herz für den FC Fulham.
Das stimmt. Aber ich habe auch schon bei Spielen vom FC Chelsea gearbeitet, der ein großer Rivale von Fulham ist. Da habe ich gemerkt, mein Gehirn kann diesen Schalter umlegen, wenn es um den Beruf geht. Wenn es um die Bundesliga geht, kann ich aber das Fangehirn nutzen.
„In Harry Kane steckt immer noch ein Kind“
Das Fangehirn?
Ja, genau. Ich würde sagen, die meisten Spieler oder Trainer, die denken genauso. Letzte Woche habe ich Harry Kane gefragt, ob er seine Tore zählt. Bei seiner Reaktion habe ich gemerkt, da steckt immer noch ein Kind in ihm, das war schön zu sehen. Für mich geht es immer darum, Dinge auszuprobieren und deshalb bin ich meinen Bossen bei ESPN dankbar, dass sie mir ein weißes Blatt Papier hinlegen und die Freiheit geben, die Dinge anzugehen, wie ich es mag.
Was dabei herauskommt, wirkt oft eher wie ein Gespräch denn ein klassisches Interview als Frage-Antwort-Spiel.
Ich mache mir vorher ein paar Notizen und habe Ideen, aber ich versuche so gut es geht, ein Gespräch aufkommen zu lassen. Mit meiner ersten Frage geht es darum, herauszufinden, in welcher Laune der Interviewpartner ist. Da will ich nicht voreingenommen sein, man sollte jeden Gesprächspartner als individuelle Person behandeln, die wir nun mal alle sind. Nach dieser ersten Frage spielt sich in meinem Kopf sozusagen ein Flussdiagramm ab: Gehen wir in diese Richtung oder nehmen wir die andere Abzweigung? Gut für mich, dass mich niemand abfragt, was der Spieler eigentlich alles gesagt hat.
Weil Sie sich bereits auf eine weitere Frage konzentrieren?
Manchmal schnappe ich nur einzelne Worte auf, wenn ich schon an die nächste Frage denke, manchmal muss man auch eine Nachfrage stellen. Weiß der Zuschauer, was Julian Nagelsmann mit der ‚Red Zone‘ meint? Es kann spannender sein, das nochmal aufzugreifen, als die nächste Frage zum Spiel zu stellen. Manchmal geschieht auch alles ganz schnell und ich denke an technische Sachen, wie lang darf mein Interview zum Beispiel sein? Wenn wir zu lange machen, lässt der Pressesprecher den Trainer beim nächsten Spiel vielleicht nicht vor mein Mikrofon.
Die Pressesprecher und Trainer kennen Sie inzwischen natürlich auch ganz gut. ESPN schickt sie oft zu Topspielen, neben dem FC Bayern oder dem BVB sind sie seit letzter Saison auch häufig bei Bayer Leverkusen. Wie hat sich die historische Leverkusener Spielzeit für Sie angefühlt?
Je länger der Lauf von Leverkusen gedauert hat, desto klarer wurde uns: Da müssen wir dran sein, weil da etwas sehr Spezielles passiert. Immer wenn wir gedacht haben, jetzt lassen sie nach, haben sie noch einen drauf gesetzt. Das hat sich immer weiter zusammengebraut.
Xabi Alonso bezeichnete sie dann sogar als Glücksbringer für die Werkself.
Xabi Alonso war schon ungefähr ein Jahr im Amt, als ich ihn das erste Mal interviewt habe. Klar, als Fußballfan war er mir viele Jahre bekannt, schon aus seiner Zeit bei Liverpool. Aber trotzdem muss man dann bei null starten und herausfinden, was für eine Persönlichkeit das ist. Betreibe ich mit ihm Smalltalk oder geht es direkt ans Eingemachte?
Was haben Sie herausgefunden?
Je seriöser und professioneller man sich um ihn herum verhält, desto mehr ist er willens, die Fragen zu beantworten. Und ich weiß aus der Erfahrung, dass es nichts bringt, wenn ich ihm vor dem Spiel die Frage nach dem System oder so stelle. Xabi Alonso sagt, das Spiel sei kein Foto, sondern ein Film, bei dem sich die Bilder bewegen. Er will vor dem Spiel nichts verraten.
Und nach dem Spiel?
… ist er durchaus bereit, darüber zu sprechen, wie er Fußball versteht. Man muss bei Trainern immer zwischen den Zeilen lesen, aber wenn man ihm genau zuhört, gibt er eine Menge seines Spielverständnisses preis. Manchmal muss man ihn ein bisschen anstupsen, das gehört aber auch einfach dazu.
Immerhin mussten Sie ihn vergangene Saison nicht nach den Gründen für eine Niederlage fragen …
Stimmt, das war wirklich eine Art Märchen. Mit etwas mehr als einem halben Jahr Abstand wird deutlich, was für eine Sensation das war. Es hat sich alles ineinander gefügt. Mit jedem späten Tor denkst Du, das ist doch der Wahnsinn. Oft war ich schon im Spielertunnel, als sie getroffen haben. Da mit der Presseabteilung von Leverkusen zu stehen, wenn diesen Leuten selbst die Kinnlade herunterfällt, war sehr speziell.
International hat Leverkusen damit sehr an Profil gewonnen. In Deutschland sehen viele Fans die Werkself kritisch.
Ich verstehe, warum manche Traditionalisten etwas gegen Leverkusen haben, das ist Teil der deutschen Fußballkultur. Aber es gibt auch Hardcore-Fans von Leverkusen. Ich lebe in Köln, spiele mit manchen Fans von Bayer selbst Fußball. Zu sehen, wie sich in der letzten Saison ein riesiger Traum für sie erfüllt hat, war einfach etwas Besonderes. Natürlich habe ich auch die journalistische Perspektive und weiß, dass Leverkusen einige Vorteile gegenüber anderen Vereinen hat, die man kritisch sehen kann.
„Xabi Alonso ist einfach ein ziemlich cooler Typ“
Trotzdem war es gut für die Bundesliga, dass Bayern mal nicht den Titel geholt hat?
Definitiv, im Kontext der Dominanz von Bayern München war nicht so wichtig, wofür Leverkusen steht, sondern was sie auf dem Platz machen. Und dann war da eben die Personalie Xabi Alonso …
Was meinen Sie?
Er ist einfach ein ziemlich cooler Typ. Egal, für welchen Klub in der Bundesliga ihr Herz schlägt: Nahezu alle Fans, selbst solche, die den FC Bayern abgrundtief hassen, müssen zugeben, dass Xabi Alonso cool ist. Er hat auch Leverkusen diese Coolness gegeben. Durch Xabi Alonso haben sie dieses Standing, das ihnen vorher gefehlt hat.
Ein Jahr vor Leverkusen hätte auch der BVB die Dominanz der Bayern um ein Haar unterbrochen. Sie waren am 27. Mai 2023 beim Spiel gegen Mainz im TV-Einsatz. Wann hatten Sie das Gefühl, dass das für Dortmund schiefgehen würde?
Da gibt es eine Geschichte, Sie erinnern sich vielleicht, dass da ein Schwarm Bienen am Seitenrand schwirrte. Da habe ich einen großen Bogen drum gemacht, deshalb führte mich mein Weg auf die Pressetribüne durch den Spielertunnel. Ich habe in die Gesichter der BVB-Profis geschaut und mir gedacht: Entweder hauen die Mainz hier komplett aus dem Stadion, weil sie total im Fokus sind. Oder die haben die Hosen komplett voll. Es war dann wohl Letzteres.
Das war sicher auch kein ganz so einfacher Arbeitstag für Sie?
Ich hätte nicht gedacht, dass mich etwas so berühren kann bei einem Klub, von dem ich selbst kein Fan bin. In den Gesichtern von so vielen Leuten eine solche Trauer zu sehen – das konnte man dann auch mir selbst ansehen. Was mir in Erinnerung bleibt, ist wie Karim Adeyemi drei Meter von mir entfernt auf dem Boden liegt und ein Kameramann eine Nahaufnahme macht. Da kam ein Mitarbeiter der Presseabteilung und hat ihn rundgemacht. Die Interviews haben wir bewusst einfach gehalten. Da ging es darum, die Leute aus der Seele sprechen zu lassen. Den Tag werde ich jedenfalls nie vergessen, aber nicht in einer positiven Art und Weise.