Die Vorzeichen für das Ruhrpottderby Bochum – Borussia Dortmund waren klar. Der BVB ging, trotz seiner zuletzt schwachen Formkurve, als klarer Favorit gegen den arg abstiegsbedrohten VfL ins Spiel. Nur drei Punkte konnten Schwarz-gelb im Kampf um die europäischen Plätze helfen.
Doch die Hoffnung der BVB-Fans, ihre Mannschaft könnte den Schwung aus dem vergangenen CL-Sieg in Lissabon mitnehmen, ging schnell zunichte. Am Ende setzte es im Spiel Bochum – Borussia Dortmund eine krachende 0:2-Niederlage für den BVB. Nun finden die Anhänger von Schwarz-gelb klare Worte für die schwache Leistung ihrer Mannschaft!
Bochum – Borussia Dortmund: BVB-Fans toben nach Niederlage
Es wird einfach nicht besser. Trotz der jüngsten Installation von Niko Kovac beim BVB kassiert die Borussia ihre zweite Niederlage in der Bundesliga in Serie. Auf Tabellenplatz vier sind es inzwischen ganze acht Punkte Rückstand. Dem Revierklub droht in der kommenden Saison ein Jahr ohne Champions-League-Fußball.
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Dementsprechend hagelt es auf der Social-Media-Plattform „X“ (ehemals Twitter) Kritik für die Leistung der Dortmunder Mannschaft: „Schwache Performance“, „Zweite Bundesliga wir kommen“, „Peinlich“, „Das ist inakzeptabel“ oder „Jeden Samstag derselbe Mist“ heißt es von Seiten vieler wütender Anhänger.
Fans fordern personelle Veränderungen
Einige BVB-Fans richten ihren Blick sogar schon jetzt auf den kommenden Sommer und fordern einige personelle Veränderungen: „Über die Hälfte der Mannschaft muss diesen Verein verlassen“ schreibt ein aufgebrachter Fan. Ein anderer User resümiert: „In diesem Sommer muss es zu umfassenden Veränderungen kommen. Das ist nicht gut genug und die Fans haben was besseres verdient“.
Die gute Nachricht aus Dortmunder Sicht: Mit Union Berlin, St. Pauli und dem FC Augsburg wartet in den kommenden Wochen in der Bundesliga ein wohl machbares Programm auf den BVB. Selbiges war allerdings auch vor dem Duell gegen den VfL Bochum zu erwarten. Dessen Ausgang ist bekannt.
Ist Niko Kovac schon vor Ende seines Vertrags beim BVB wieder weg? Ein TV-Kommentator ist sich sicher – und geht eine riskante Wette ein.
Ist Niko Kovac schon vor Ende seines Vertrags beim BVB wieder weg? Ein TV-Kommentator ist sich sicher – und geht eine riskante Wette ein.
Da ist sich einer seiner Sache sicher: Der TV-Kommentator Robby Hunke glaubt nicht an einen langfristigen Verbleib von Niko Kovac bei Borussia Dortmund.
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In der RTL-Sendung „Einfach machen!“ ging er daher sogar eine riskante Wette ein.
„Wenn Niko Kovac am Ende des Jahres 2025 noch Trainer von Borussia Dortmund ist, lasse ich mir hier auf die Wade ‚Einfach machen!’ tätowieren”, verkündete Hunke.
Harte Kritik an Kovac und BVB
Der 41-Jährige sagte im Gespräch mit seinem Co-Moderator Julius Fellermann weiter: „Das Ausrufezeichen kann gerne entweder Niko Kovac tätowieren oder du, wie auch immer ihr möchtet.“
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Der Coach, Nachfolger des glücklosen Nuri Sahin, passe einfach nicht zum BVB: „Das kannst du doch in Dortmund im Westfalenstadion keinem anbieten.“
Dortmund befindet sich in der schlimmsten sportlichen Krise seit vielen Jahren. Kovac konnte zwar in der Champions League das Playoff-Hinspiel gegen Sporting Lissabon gewinnen (3:0), doch in der Bundesliga setzte es zwei Niederlagen.
Hunkes Kritikpunkte: Als Trainer des VfL Wolfsburg habe Kovac „gar keine Idee“ für das Spiel mit dem Ball entwickelt. Und bei Bayern München sei der Kroate an mächtigen Spielern wie Thomas Müller gescheitert.
Ähnliches könne auch mit den Stars in Dortmund passieren: „Die haben schon ganz andere Trainer aufgefressen.“
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Der aktuelle BVB-Coach hat einen Vertrag bis Mitte 2026 erhalten. Doch Hunke legte sich fest: „Ende des Jahres ist Niko Kovac kein Trainer mehr vom BVB.“
Die anhaltende sportliche Talfahrt von Borussia Dortmund manifestiert sich zunehmend in einer besorgniserregenden Gesamtsituation. Mit nur einem Sieg aus den letzten sieben Bundesligapartien und dem elften Tabellenplatz steht der Verein vor erheblichen Herausforderungen. Der wachsende Abstand zu den Champions-League-Plätzen, der mittlerweile acht Punkte beträgt, gefährdet nicht nur die sportlichen Ziele, sondern könnte auch weitreichende finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen. Die Mannschaft zeigt dabei fundamentale Defizite in Schlüsselbereichen wie Professionalität und Einsatzbereitschaft. Der Trainerwechsel zu Niko Kovac hat bislang keine spürbare Verbesserung der Situation herbeiführen können, was sich in zwei Niederlagen in seinen ersten beiden Ligaspielen widerspiegelt.
Strukturelle Veränderungen erforderlich
Experten sehen einen dringenden Bedarf an substantiellen Veränderungen im Kaderbereich. Die aktuelle Zusammensetzung der Mannschaft wird als nicht zukunftsfähig eingestuft, wobei Schätzungen zufolge bei sechs bis acht Spielern Handlungsbedarf besteht. Eine solche Neuausrichtung könnte erhebliche finanzielle Aufwendungen erfordern, die sich bei einer verpassten Champions-League-Qualifikation als besonders belastend erweisen würden. Dennoch wird eine grundlegende Umstrukturierung als alternativlos angesehen, um die sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Vereins wiederherzustellen.
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Aktienemittent Borussia Dortmund verlor das nächste Spiel in der 1sten Bundesliga, Anleiheemittent Hertha BSC Berlin dagegen zum vierten Mal in Serie.
Neuer Trainer in Dortmund, weiterhin kein Fortune in der Bundesliga. Auch beim – jetzt ehemaligen Tabellenschlusslicht – VFL Bochum ging die Borussia sang- und klanglos mit 2:0 unter. Ex-Nationalspieler Niklas Süle zeigte eindrücklich, warum er auf der Bank besser aufgehoben wäre als im Spiel: Der Pass zum Gegentor muss beinahe als Vorlage für ihn gewertet werden. Man kann es nur noch einmal betonen: Die Abwehr der Borussia ist eine Katastrophe. Aber auch die Offensive tat sich am Samstag gegen den Tabellenletzten nicht wirklich hervor, sondern glänzte durch das Vergeben diverser Großchancen. Ein 3:2 Auswärtssieg hätte drei Punkte gebracht, aber die Hauptbaustelle(n) vernebelt.
Echte Liebe, hart auf dem Prüfstand: Borussia Dortmund in der 1sten Bundesliga
Platz 11 mit 29 Punkten. Zugegeben, zu den internationalen Rängen sind es nur sechs Punkte, bis zur Champions League sind es acht. Allerdings liegt die obere Tabellenhälfte abgesehen von Meister und Ex-Meister auch sehr dicht beisammen – dort noch hineinzustoßen, sieht für die Borussia derzeit weiter entfernt denn je aus.
In Berlin darf man sich wohl auf die gefühlt 17nte Interimsübernahme durch Pal Dardai einrichten bis Ende der Saison. Die Hertha verlor auch das vierte Spiel in Serie, sogar nach Führung. Die Hertha hat zwar in diesen vier Spielen gegen drei Ex-Tabellenführer der 2ten Bundesliga verloren (was in dieser Saison gar nichts heißt), allerdings auch gegen Schlusslicht Jahn Regensburg. Vom derzeitigen BSC-Trainer wird man nach BondGuide-Prognose nie wieder etwas hören – genau wie vorher also. Wo graben die Hauptstädter eigentlich diese Namen immer wieder aus? – während Urgewächs Dardai sich einen schlanken Fuß auf der Tribüne macht und nur mitleiden darf.
In den Sonntagsspielen kann Schalke 04 mit einem Sieg gegen Karlsruhe erstmals in dieser Saison an Tabellennachbar Hertha vorbeiziehen. Sogar ein Unentschieden würde reichen – es wurde ein 2:1.
Der vierte Kapitalmarktemittent, der SV Werder Bremen, steht bereits vor der Borussia und könnte sich nur um einen Tabellenplatz verbessern, und zwar vor den FSV Mainz. Im Heimspiel gegen die co-abstiegsbedrohte TSG Hoffenheim besteht eine gute Möglichkeit dazu. Indes, es wurde eine nicht sehr ansehnliche Heimpleite 1:3 gegen Hoffenheim. Trotz Führung. Werder muss nun kleinere Brötchen backen – nach oben ist der Zug endgültig abgefahren.
Falko Bozicevic
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Als Neuer neben dem Tor seine Sachen – unter anderem eine Trinkflasche und ein Handtuch – aufsammelte, waren über ein Megafon unflätige Beleidigungen gegen Neuer zu hören („Hu***sohn“, „F*** deine Mutter“). Offenbar direkt vom Capo oder zumindest aus dem direkten Umfeld des Bayer-Vorsängers.
Der jüngst noch in Dortmund gehandelte Ralf Rangnick übt scharfe Grundsatzkritik am Klub – und rätselt auch über die BVB-Auftritte von Marcel Sabitzer.
Borussia Dortmund ist auch dem österreichischen Nationaltrainer Ralf Rangnick ein Rätsel. Vor allem, wenn er auf seinen Schützling Marcel Sabitzer blickt.
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In einem Interview bei BildTV brach der langjährige Bundesliga-Coach am Sonntag eine Lanze für Sabitzer: Er habe im ÖFB-Team stets performt und zu den Leistungsträgern gehört. „Wenn du ihn jetzt in Dortmund spielen siehst, ist er fast nicht wiederzuerkennen. Das muss ja irgendwelche Gründe haben.“
Rangnick: Beim BVB sind die Spieler schlechter
Sabitzer war am Samstag mit dem BVB in Bochum mit 0:2 untergegangen, in der Bundesliga steht Dortmund auf Rang elf. Es ist die größte Krise seit vielen Jahren.
Woran es liegt? Einen häufig gewählten Erklärungsansatz lehnte Rangnick ab: „Ich bin kein so großer Freund von Mentalitätsdebatten. Die Vorstellung, dass die Spieler in Dortmund plötzlich eine schlechte Mentalität haben und gerne Spiele verlieren, glaube ich einfach nicht. Das ist nicht der Fall.“
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Es müsse also „schon auch andere Gründe geben, warum die Spieler in Dortmund gefühlt immer schlechter spielen als woanders.“ Es handele sich schließlich um Profis, „die, bevor sie zum BVB gewechselt sind, in ihren Vereinen über viele Jahre richtig gute Leistungen gebracht haben.“
Rangnick hinterfragt Dortmunds Transferpolitik
Seit kurzem hat beim BVB Trainer Niko Kovac das Sagen. Vor seiner Einstellung war auch Rangnick ein Kandidat, wie er selbst bestätigte. Es habe Gespräche gegeben, aber seine Aufgaben in Österreich stünden für ihn im Vordergrund.
Auch vor dem Hintergrund seiner Absage an Dortmund ist pikant, dass er auch mit dem Blick auf das große Ganze in Dortmund scharfe Kritik übt: In der Ära Jürgen Klopp, befand Rangnick, sei der BVB-Kader gezielt so zusammengestellt worden, „dass die Spieler perfekt zur Spielweise von Klopp passten“ – bekanntermaßen mit großem Erfolg. Seit Klopp habe der BVB nun aber nicht nur unzählige Trainer verschlissen, sondern auch bei Transfers keine klare Handschrift mehr.
„Man hat nicht stringent nach einer bestimmten Vorstellung, wie man Fußball spielen will, den Kader zusammengestellt“, sagte Rangnick: „Dass dann Dinge entstehen wie jetzt, ist dann so. Man hat nicht das Gefühl, dass es um die Frage geht: Wie wollen wir spielen? Wie wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern keinen Vorwurf machen, es liegt daran, dass schon seit Jahren der Fixpunkt fehlt. Dass seit Jahren nicht mehr anhand der Spielidee eines Trainers die Frage verfolgt wird: Wie wollen wir spielen?“
Die Kritik an Borussia Dortmund wird immer größer. Der BVB spielt bislang eine verkorkste Saison, die jüngste 0:2-Pleite gegen Schlusslicht Bochum tat ihr Übriges. Angesichts der jüngsten Formkurve ist von Optimismus keine Spur.
Nun äußert auch ein TV-Experte sein Unverständnis über die jüngsten Ereignisse bei Borussia Dortmund. Für ihn hapert es bei Schwarz-gelb vor allem an einem Problem – das hört man beim BVB nicht zum ersten Mal!
Borussia Dortmund ohne Führungsspieler?
Der Revierklub musste im vergangenen Sommer einige namhafte Abgänge hinnehmen, unter anderem Mats Hummels und Niclas Füllkrug haben den Verein verlassen. Anführer, die Lothar Matthäus jetzt im Dortmunder Kader vermisst: „Mir fehlen die Führungsspieler. Sie haben keinen einzigen Führungsspieler. Jeder hat mit sich selbst zu kämpfen. Dann fallen sie als Mannschaft auseinander“, so der „Sky“-Experte.
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Der 63-Jährige führt im Rückblick das Bochum-Spiel auf: „Dass man sich so aufgibt und sich nicht wehrt, das ist diese Charaktersache, die mir bei Dortmund im Endeffekt fehlt.“ Die viel berüchtigte Charakterfrage muss sich der BVB also auch in dieser Saison einmal mehr gefallen lassen. Für Matthäus ist derzeit keine Besserung für Schwarz-gelb in Sicht.
„Sie brauchen einen Psychologen“
„Ich habe für Dortmund gehofft, dass mit Niko Kovac jemand kommt, der als harter Hund bekannt ist und durchgreift. Im Endeffekt weiß ich nicht, wer da helfen kann. Sie brauchen einen Psychologen, der sie befreit, damit sie als Mannschaft und Einheit auf dem Platz auftreten. Das macht Borussia Dortmund in den letzten Monaten nicht mehr.“ Harte Worte des Weltmeisters von 1990.
Immerhin: In der Champions League steht der BVB vor dem Einzug ins Achtelfinale. Nach dem 3:0-Auswärtssieg in Lissabon ist das Playoff-Rückspiel am kommenden Mittwoch (19. Februar) wohl nur noch Formsache.
Borussia Dortmund taumelt ausgerechnet vor dem Abschied von Hans-Joachim Watzke von Krise zu Krise. Auf dem Platz fehlen die “Basics”, Ralf Rangnick attestiert der BVB-Führung eine fehlende Philosophie. Wie schlecht steht es nach 20 Jahren Watzke um den BVB wirklich?
Von Martin Jahns
Bei Borussia Dortmund wiederholt sich derzeit Geschichte.
Mittelmaß in der Bundesliga, eine negative Tordifferenz und eine peinliche Niederlage als Tiefpunkt des Februars. Das ist die aktuelle Situation – und das war die Lage vor genau 20 Jahren im Februar 2005.
Damals übernahm Hans-Joachim Watzke den Posten als BVB-Geschäftsführer, der BVB stand mit einer Tordifferenz von -4 auf Platz 12 und wurde vom FC Bayern München mit 0:5 abgewatscht. Zwei Dekaden, zwei Meisterschaften und ebenso viele Champions-League-Finals später steht die Borussia nach dem blamablen 0:2 in Bochum und einer Differenz von -1 auf dem elften Platz.
Ausgerechnet vor Watzkes feststehendem Abschied nach der Saison ist der BVB die vielleicht größte Baustelle der Liga. Sein Vermächtnis droht zu zerbröseln.
BVB-Mannschaft: Fehlende “Basics” als ewiges Problem
Denn die aktuelle Situation ist mehr als eine vorübergehende Ergebniskrise: Die uninspirierten Auftritte in der Liga mit fünf Pleiten aus sieben Spielen in diesem Kalenderjahr machen deutlich, dass in der eigentlich hoch veranlagten Mannschaft etwas nicht stimmt.
Nico Schlotterbeck beklagte nach der Pleite in Bochum die fehlenden “Basics” bei seinem Team, bei dem vermeintliche Leistungsträger wie Julian Brandt, Marcel Sabitzer oder Niklas Süle negativ herausstachen.
Die Schlagworte “fehlende Mentalität” und “mangelnder Wille” wird die Mannschaft seit Jahren nicht los, weil sie ihnen wie in Bochum immer wieder neues Futter gibt. Der x-te Umbruch auf der Suche nach einer Achse in der Mannschaft scheint auch diesen Sommer unvermeidbar.
Dabei muss der BVB allerdings diesmal womöglich kleinere Brötchen backen: Die Teilnahme an der Champions League ist in höchster Gefahr.
“Der BVB hält auch zwei Jahre aus”, beschwichtigte Watzke ein solches Szenario noch vor kurzem: “Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot.”
Doch Verkaufskandidaten der Kaliber Erling Haaland oder Jude Bellingham hat der BVB seit 2023 nicht mehr zu bieten.
Das Wichtigste in Kürze
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Vier Trainer saßen beim BVB binnen der vergangenen 365 Tage auf der Bank. Das gab es in den vorherigen 19 Watzke-Jahren nicht – weder vor noch nach Jürgen Klopp. Und nun legte Niko Kovac mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Ligaspielen den größten BVB-Fehlstart eines Trainers in 40 Jahren hin.
Die Drehtür auf der Dortmunder Trainerbank und die kopflose Mannschaft bedingen sich gegenseitig. Das kritisierte auch Ralf Rangnick, der selbst als BVB-Kandidat galt, bei “Bild Sport”: “Man hat nicht das Gefühl, dass als Überschrift steht: Wie wollen wir eigentlich spielen? Wie wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern nicht den Vorwurf machen. Sondern das liegt daran, dass über Jahre hinweg dieser Fixpunkt einer Spielidee nicht mehr verfolgt worden ist.”
VIDEO: Nach BVB-Pleite: Ex-DFB-Star verspottet Kovac
Der BVB und die Fans: Eine langsame Entfremdung
Die Auftritte auf dem Platz haben sich inzwischen auch auf das Verhältnis zu den eigenen Fans niedergeschlagen.
In Bochum traute sich die Mannschaft nach Schlusspfiff nur bis an die Strafraumkante, um den mitgereisten Fans gegenüberzustehen. Schon während der Partie zoffte sich Jamie Gittens bei seiner Auswechslung mit den eigenen Anhängern.
Der Vertrauensvorschuss bei den Fans aus den Klopp-Jahren oder nach der bitter verlorenen Meisterschaft 2023 scheint inzwischen endgültig aufgebraucht.
Dazu kamen zuletzt auch Unmutsbekundungen über Entscheidungen der Verantwortlichen wie beim Sponsoring-Deal mit Rüstungskonzern Rheinmetall.
VIDEO: Ärger um Gittens? Kovac erklärt Wechsel-Disput
BVB-Klubführung: Machtkämpfe im Schatten der Krise
Inmitten der sportlichen Krise tobte zuletzt ein heftiger Machtkampf in der Führungsriege. Am Ende sprach Watzkes designierter Nachfolger Lars Ricken ein Machtwort und entließ Sven Mislintat, den ehemaligen Technischen Direktor, der vor nicht einmal einem Jahr zum BVB zurückgekehrt war und mehr Einfluss auf Transfers anstrebte.
Der Schritt zeigte auch, wie uneins sich die Führungsriege kurz vor Watzkes Abschied im Hinblick auf die sportliche Ausrichtung zu sein scheint.
Reden beim BVB zu viele Köpfe mit? Das zumindest bemängelte auch Rangnick, der an die goldenen Klopp-Zeiten erinnerte: “Damals gab es drei Entscheider, die auch nach außen hin die Entscheider waren mit Aki Watzke, mit Michael Zorc und mit Jürgen Klopp.”
Damals sei der BVB “tatsächlich eine Marke” gewesen. Mittlerweile sehe das nicht mehr so aus: “Man hat einfach nicht mehr stringent nach irgendeiner vorgestellten Spielweise den Kader zusammengestellt.”
Gelingt der Turnaround?
Immerhin, wie auch vor 20 Jahren hat der BVB auch jetzt noch Zeit, die von Schlotterbeck befürchtete “Horrorsaison” zu retten und damit auch die Zukunftsperspektiven zu verbessern. Damals beendete der Klub unter Trainer Bert van Marwijk die Saison letztlich auf dem siebten Platz. Diesmal ist durchaus noch mehr drin, wenn die Mannschaft zurück in die Spur findet.
Nach dem 3:0 bei Sporting Lissabon steht der BVB schon mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League. Dazu ist der Rückstand auf einen Champions-League-Platz in der Bundesliga trotz der Krise mit acht Punkten weiterhin nicht uneinholbar.
Und auch perspektivisch steht der BVB wie von Watzke angesprochen deutlich besser da als zu seinen Anfangsjahren. In der jüngsten Deloitte-Studie der umsatzstärksten Klubs der Welt belegte der BVB Rang elf. Die Teilnahme an der Klub-WM diesen Sommer wird weitere Millionen in die Kasse spülen.
Zumindest die Rahmenbedingungen beim BVB hinterlässt Watzke auf Top-Niveau. Nun müssen Führungsriege, Mannschaft und Trainer daraus wieder etwas machen.
Dortmund. Die sportliche Krise bei Borussia Dortmund verschärft sich. Mit Ralf Rangnick äußert nun ein ehemaliger Trainerkandidat deutliche Kritik am BVB-Kader.
Noch vor wenigen Wochen ist er ein heißer Kandidat auf den Trainerposten bei Borussia Dortmund gewesen, nun äußert Ralf Rangnick (66) deutliche Kritik an der Kader-Planung des BVB. Der aktuelle Trainer der österreichischen Nationalmannschaft sagte bei Bild, dass die momentane Krise des Champions-League-Teilnehmers einen langen Anlauf genommen habe.
„Gehen wir mal in die Zeit zurück, in der der BVB am erfolgreichsten war in den letzten 20 Jahren. Das waren die sieben oder acht Jahre unter Jürgen Klopp“, sagte Rangnick zurückblickend auf die für viele BVB-Anhänger wunderbaren Jahre. „Damals hat man von Anfang an in der Kaderzusammenstellung darauf geachtet, dass die Spieler zu der gewünschten Spielweise von Jürgen Klopp passen. Damals gab es drei Entscheider, die auch nach außen hin die Entscheider waren mit Aki Watzke, mit Michael Zorc und mit Jürgen Klopp. Und in jedem Transferfenster hat man diesen Kader zusammengestellt, der dann am Ende zweimal deutscher Meister und Pokalsieger wurde.“
Sei der BVB damals noch „tatsächlich eine Marke“ gewesen, so habe er inzwischen nicht das Gefühl, „dass als Überschrift steht: Wie wollen wir eigentlich spielen? Wir wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern nicht den Vorwurf machen. Sondern das liegt daran, dass über Jahre hinweg dieser Fixpunkt einer Spielidee nicht mehr verfolgt worden ist.“
Zu viele Trainer bei Borussia Dortmund? Rangnick erinnert an Klopp-Ära
Seit dem Abschied von Klopp versuchten sich zehn Trainer an der Titeljagd mit dem Ruhrgebietsklub. Bis auf den Pokalsieg 2021 alle erfolglos. „ Aber man hat einfach nicht mehr stringent nach irgendeiner vorgestellten Spielweise den Kader zusammengestellt“, sagt Rangnick, der nicht nur ein Angebot des BVB, sondern auch eine Trainerstelle bei Rekordmeister FC Bayern München absagte, um weiterhin das österreichische Nationalteam zu coachen.
BVB: Mehr News und Hintergründe zu Borussia Dortmund
Beim 0:0 gegen den FC Bayern München wurde Amine Adli in der 85. Minute für Nathan Tella eingewechselt. Für den Marokkaner waren es die ersten Minuten seit seinem im Oktober erlittenen Wadenbeinbruch. Bereits beim 2:2 gegen den VfL Wolfsburg stand der 24-Jährige im Bayer-Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz.
LIGAINSIDER-DURCHSCHNITTSNOTE in den letzten VIER Jahren