Er absolvierte 508 Spiele für den BVB, im Ausland läuft es weniger gut. Kehrt eine Dortmund-Legende jetzt zurück in die Bundesliga?
Dortmund – Spielt BVB-Legende Mats Hummels bald wieder in der Bundesliga? Wie die Zeitung La Repubblica berichtet, zieht es den 36-jährigen Abwehrspieler zurück in die Nähe seiner Familie und seines Sohnes. Er könnte nach einem Jahr in Italien wieder nach Deutschland zurückkehren.
BVB-Legende plant Bundesliga-Rückkehr schon im Sommer
Aktuell steht der langjährige Abwehrchef von Borussia Dortmund noch bis Saisonende bei der AS Rom unter Vertrag. Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft will Mats Hummels im Sommer treffen.
Der Start in der italienischen Hauptstadt verlief für den Ex-BVB-Profi alles andere als optimal. Nach seinem Rom-Transfer im September kam er zunächst nicht zum Einsatz.
BVB-Legende Mats Hummels mit Auf und Ab in Italien: Karriereende in der Bundesliga?
Erst nach dem Trainerwechsel zu Claudio Ranieri fand Mats Hummels seinen Platz im Team und entwickelte sich zu einer wichtigen Stütze der Defensive – ehe er zuletzt wieder in vier von fünf Serie-A-Spielen keine Berücksichtigung fand (alle News zu ehemaligen BVB-Stars auf RUHR24).
Ein langfristiger Aufenthalt in Rom ist unwahrscheinlich. „Seine Zukunft scheint irgendwo anders zu liegen, wahrscheinlich in Deutschland, um seine Karriere bei einem Bundesliga-Verein abzuschließen“, schrieb La Repubblica.
Ex-BVB-Innenverteidiger Mats Hummels mit großer Karriere in der Bundesliga
Mats Hummels blickt auf eine beeindruckende Karriere in der Bundesliga zurück. Mit dem BVB und dem FC Bayern München gewann er insgesamt sechs Meisterschaften und viermal den DFB-Pokal.
Zudem erreichte er mit den Dortmundern in den Jahren 2013 und 2024 das Finale der Champions League, verpasste jedoch beide Male den Titelgewinn. Sein größter Erfolg bleibt der WM-Triumph mit der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 2014.
Dortmunds Spielmacher Julian Brandt (28) wurde diese Saison zu einem der Krisen-Gesichter von Borussia Dortmund. In der Liga erzielte er bislang drei Treffer, enttäuschte in den meisten Spielen. Jetzt muss er sogar um seinen Stammplatz bangen, Chelsea-Leihgabe Carney Chukwuemeka (21) drängt sich auf.
Ohne den verletzten Brandt gewann Dortmund nun überzeugend mit 6:0 gegen Union Berlin. Die Frage, die sich nun alle BVB-Fans stellen: Ist Dortmund ohne Brandt besser?
Brandt fehlt die Chef-Mentalität
Pro von SPORT BILD-Reporter Yannick Hüber: „Niko Kovac versuchte, Julian Brandt starkzureden, indem er ihn „in die Range“ mit Florian Wirtz und Jamal Musiala hob. Keine Frage: Brandt ist ein hochbegabter Fußballer mit großartigen technischen Fähigkeiten. Bei seinem Vergleich hat Kovac aber einen entscheidenden Punkt außer Acht gelassen: Wirtz ist mit gerade mal 21 Jahren schon eine Führungspersönlichkeit, und auch Musiala übernimmt im selben Alter immer mehr Verantwortung, indem er Spiele allein entscheidet.
Brandt hingegen ist immer nur so gut wie sein Team. Im Erfolg glänzt er. Bei Misserfolg fehlt ihm die Chef-Mentalität, um seine Kollegen aus der Krise zu ziehen. Vizekapitänsamt und Rückennummer 10 scheinen ihn eher zu belasten.
Das haben auch die Bosse erkannt, die derzeit nicht mit ihm verlängern wollen und mit Carney Chukwuemeka einen unbekümmerten Antreiber holten. In der aktuellen Situation ist Dortmund ohne Brandt daher besser.“
Viererpack!: Die gigantische Guirassy-Show
Quelle: Bild23.02.2025
BVB braucht Brandt für die Ziele
Contra von SPORT BILD-Reporter Jonas Ortmann: „Ohne Zweifel: Julian Brandt ist in dieser Saison nicht als Krisen-Bekämpfer aufgefallen. Die Bosse und Ex-Trainer Sahin haben weder sich noch dem dienstältesten Dortmund-Profi einen Gefallen getan, ihn als Vizekapitän und Nummer 10 zu positionieren. Die Binde ist für den introvertierten Kopfmenschen Brandt ein Rucksack.
In Dortmund heißt es auch deshalb schnell, „Schönwetterfußballer“ Brandt spiele nur gut, wenn es auch das Team tut. Das kann man aber auch anders sehen: Die Mannschaft funktioniert vor allem (und vielleicht nur) dauerhaft dann, wenn Brandt performt! Beispiele? Fast-Meisterschaft 2023 und Champions-League-Finaleinzug 2024, als er mit Top-Leistungen überzeugte und Mitspieler besser machte.
Besinnen sich Klub und Spieler wieder auf die Stärken und entlasten ihn, bleibt Brandt Dortmunds genialster Spieler. Vorangehen müssen andere.
BILD berichtete bereits am Montag über Dortmunds Pläne mit Chelsea-Leihgabe Carney Chukwuemeka (21). Der britische Mittelfeld-Stratege ist der größte Hoffnungsträger für die laufende Rückrunde. Beim 6:0 gegen Union Berlin deutete er bereits sein riesiges Potenzial an, war Ausgangspunkt bei zwei Treffern und wurde von Neu-Trainer Niko Kovac (53) überschwänglich gelobt: „Carney ist sensationell gut!“
Jetzt kommt raus: Bei seiner Wechsel-Entscheidung für den BVB spielte ein anderer Dortmund-Star eine ganz entscheidende Rolle…
Diese Freundschaft brachte Chukwuemeka zum BVB!
Im Interview mit der britischen Plattform „SportsBoom“ enthüllte der Leih-Star jetzt seine enge Verbindung zu Landsmann Jamie Gittens (20). Chukwuemeka: „Jamie und ich stehen uns ziemlich nahe, um ehrlich zu sein. Wir haben auch abseits des Fußballs dieselbe Freundesgruppe.“
Das beeindruckende 6:0 gegen Union Berlin definiert neue Standards beim BVB. Abseits des Platzes schafft Lars Ricken spannende Fakten.
Dortmund – Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Samstagabend herrschte große Erleichterung. Mit dem 6:0-Erfolg gegen die Köpenicker setzte das Team unter dem neuen Trainer Niko Kovač ein erstes bedeutendes Zeichen in der Bundesliga und zeigte, dass es seine fußballerischen Fähigkeiten nicht verloren hat.
Die Hoffnung auf einen positiven Impuls ist vorhanden, muss jedoch am kommenden Wochenende gegen den FC St. Pauli bestätigt werden. In dieser Saison hat der BVB nach starken Leistungen bereits zu häufig Rückschläge erlitten.
Nicht nur das Geschehen auf dem Spielfeld war am Samstagabend derweil von Interesse. Am Rand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine langjährige Tradition des Vereins.
Die ‚Elefantenrunde‘ wird beim BVB nicht mehr einberufen
Vor dem Spiel äußerte der Sportchef beim TV-Sender Sky, dass die sogenannte ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund nicht mehr einberufen wird. Diese Treffen fanden in den vergangenen Jahren üblicherweise monatlich statt und dienten dazu, die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Fragen rund um die Profimannschaft zu bestimmen.
In diesen Runden wurden sowohl Transferziele festgelegt als auch Entscheidungen über den Trainerposten getroffen. Im Jahr 2022 etwa führte eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde zur völlig überraschenden Trennung von Cheftrainer Marco Rose.
Zu den festen Teilnehmern der Runde zählten seinerzeit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl, sein Vorgänger Michael Zorc und Klubberater Matthias Sammer. Marco Rose war speziell für die Analyse eingeladen worden.
Ricken hat die Elefantenrunden seit dem Ende der letzten Saison geleitet, nachdem Watzke die Umstrukturierung in der Führungsebene angestoßen hatte. In der ersten Sitzung unter Leitung von Ricken im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin im Mittelpunkt. Das Ausscheiden Şahins im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat führten nun auch zum Ende der Elefantenrunden.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken und erklärte: „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dieser Entscheidung stärkt Ricken seine Machtbasis beim BVB. Der Sportchef besitzt die klare Richtlinienkompetenz, während Sportdirektor Kehl für die Umsetzung der Kaderplanung verantwortlich ist und als Verbindungsglied zwischen Trainerteam und Klubführung fungiert. Ricken hat sich für schlankere Strukturen entschieden.
BVB-Boss Ricken konnte sein Profil zuletzt schärfen
Bei seiner Beförderung vom Leiter der Nachwuchsabteilung zur zentralen Figur aller Fußballgeschäfte bei Borussia Dortmund begegnete dem ehemaligen BVB-Spieler anfängliche Skepsis. Kritiker bemängelten, dass Ricken kein besonders ausgeprägtes öffentliches Profil habe und es ihm an Erfahrung im Profi-Management fehle.
In den ersten Monaten seiner neuen Rolle konnte Ricken den Vorwurf der Farblosigkeit nicht ganz entkräften. Während Watzke als Vereinschef gelegentlich lautstark auftrat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigte sich der geborene Dortmunder Ricken eher zurückhaltend. Doch die letzten Wochen verdeutlichen, dass er trotz seiner ruhigen Art durchaus entscheidungsfreudig agiert.
Ricken korrigierte den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank weitgehend eigenständig. Er betraute den langjährigen U19-Trainer Mike Tullberg für drei Spiele als Interimstrainer, um in Ruhe Gespräche mit Kovač zu führen. Obwohl Kovačs Verpflichtung mit einem Vertrag bis 2026 in Dortmund keine Begeisterungsstürme auslöste, bietet sie dem Verein Planungssicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Klub-WM im Sommer.
Manche Entscheidungen beim BVB sind für Ricken „unbequem“
Ricken hat bewiesen, dass er vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Er selbst sagte: „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer.“
Die Abkehr von der traditionellen BVB-Elefantenrunde fügt sich in dieses Bild ein. Auch das klare Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll, passt dazu. Sammers Auftritte als TV-Experte in der Champions League hatten in Dortmund gelegentlich für Unruhe gesorgt.
Den Ausschlag gab schließlich Sammers Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage gegen den FC Bologna in der Champions League erklärte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft präsentiere sich „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
BVB-Berater Sammer wohl erfolgreich eingenordet
Inhaltlich lag Sammer nicht völlig falsch, doch für das öffentliche Bild des Vereins war es katastrophal, dass jemand, der in die Kaderplanung und Trainerentscheidungen involviert ist, so kritische Worte wählte.
Ricken, der zu aktiven Zeiten mit Sammer im Trainingslager gelegentlich ein Doppelzimmer teilte, forderte ihn daher auf, bei BVB-Spielen auf seine Rolle als Experte zu verzichten. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, fügte Ricken hinzu, wobei seine Worte darauf hindeuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr kommentieren wird.
Das Achtelfinalhinspiel gegen den OSC Lille wird beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Es wäre überraschend, wenn Sammer dabei eingesetzt würde.
In Dortmund blühte er wieder auf, der Start beim FC Chelsea wirkte vielversprechend. Nun erleidet die Karriere von Jadon Sancho den nächsten Dämpfer.
Dortmund/London – Der Saisonbeginn für Jadon Sancho und den FC Chelsea schien äußerst vielversprechend. In seinen ersten drei Premier-League-Spielen für die Blues bereitete Sancho jeweils ein Tor vor und erntete dafür viel Lob.
Teamkollege Tosin Adarabioyo lobte Sancho im September als „Spitzenspieler“. Bei Chelsea sei man deshalb „sehr glücklich, ihn zu haben“.
Im Dezember zeigte sich Chelseas Trainer Enzo Maresca „beeindruckt“ von Sancho. Der Flügelspieler, der im August auf Leihbasis von Manchester United zu den Londonern kam, habe sich seit seiner Ankunft „perfekt“ präsentiert, lobte Maresca.
Ex-Chelsea-Stars gehen mit Sancho hart ins Gericht
Doch die anfängliche Begeisterung um Sancho ist mittlerweile verflogen!
Chelsea-Legende John Obi Mikel kritisierte Sancho in seinem Podcast The Obi One unlängst mit scharfen Worten. „Er hat uns mit ein paar guten Spielen betrogen. Wir dachten, verdammt, jetzt kriegen wir diesen Sancho von Borussia Dortmund, aber er ist wieder verschwunden“, urteilte Mikel.
„Ich weiß nicht, was mit Jadon passiert ist. Er ist von der Bildfläche verschwunden. Er kommt nicht mehr an Gegenspielern vorbei, kreiert keine Torchancen mehr. Er hilft dem Team nicht so, wie er es eigentlich sollte“, beklagte sich Mikel und forderte: „Jadon muss sich steigern. Er muss verdammt nochmal aufwachen.“
Schon im Oktober schrieb der ehemalige Chelsea-Stürmer Tony Cascarino in seiner Kolumne für die Times, dass Sancho es seinen Gegenspielern „viel zu leicht“ mache.
Sancho und Chelsea stecken in der Formkrise
Sanchos Formtief fällt mit Chelseas Formkrise zusammen. Am 17. Spieltag standen die Londoner noch auf dem zweiten Tabellenplatz der Premier League. Nach 26 Spielen sind die Blues jedoch auf den siebten Platz abgerutscht.
Im Dezember stand Sancho in der Premier League noch viermal in Folge in der Startelf und erzielte seine bisher einzigen beiden Tore im Chelsea-Trikot. Zuletzt musste er sich jedoch oft mit der Rolle als Joker begnügen.
Auch andere Spieler haben mit Formschwächen zu kämpfen. Cole Palmer erzielte bis Mitte Januar 14 Tore in der Premier League, blieb aber in den letzten fünf Spielen torlos. Nicolas Jackson erzielte sein neuntes und bisher letztes Tor Mitte Dezember, fiel aber zuletzt mit einer Oberschenkelverletzung aus.
Von den letzten zehn Ligaspielen konnte Chelsea nur zwei gewinnen, während die Blues fünf Niederlagen und drei Unentschieden hinnehmen mussten. Ist Sancho nur dann erfolgreich, wenn auch sein Team gut spielt?
Beim BVB blühte Sancho wieder auf
In der Vorsaison erreichte Borussia Dortmund das Finale der Champions League, wobei Sancho einer der herausragenden Spieler war. Der BVB holte den Engländer für ein halbes Jahr per Leihe zurück, eine Festverpflichtung im Sommer scheiterte aus Kostengründen.
Bei Manchester United konnte Sancho vor seiner temporären Dortmund-Rückkehr die hohen Erwartungen nicht erfüllen und geriet in Konflikt mit dem damaligen Trainer Erik ten Hag. Manchester United, das seit Jahren in Unordnung ist, bot offenbar nicht das richtige Umfeld für Sancho, der in Dortmund einst zum Star wurde und 2021 für 85 Millionen Euro zu den Red Devils wechselte.
Ob es bei Chelsea wieder bergauf geht, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Form des Teams verbessern, könnte auch Sancho eine Trendwende erleben. Unter bestimmten Bedingungen greift im Sommer eine Kaufpflicht, wonach der Ex-Dortmunder für kolportierte 30 Millionen Euro von den Londonern fest verpflichtet würde.
Die BVB-Zahlen stimmen. Finanzchef Thomas Treß ordnet die Situation ein und erklärt, was das Verpassen der Champions League aus wirtschaftlicher Sicht bedeuten würde.
3 Min Lesezeit
BVB-Ergebnis schrumpft um 70 Millionen Euro
BVB-Jahresziel: 500 Millionen Euro Umsatz ohne Transfers
Ob Eric Smith am Dienstagabend den TV eingeschaltet hat, um sich das DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen Drittligist Arminia Bielefeld und Werder Bremen (3:1) anzugucken, bei dem der Drittligist sensationell weiterkam, ist nicht verbrieft. Vermutlich aber hatte der Schwede, der seit vergangenem September stolzer Vater ist, mit seinem Töchterchen zu tun. Der Abwehrboss von Bundesligist FC St. Pauli braucht ohnehin keinen Fernseher für besondere Pokalabende, vor drei Jahren war er bei einem Hauptakteur.
Im Januar 2022 schlugen die damals noch zweitklassigen Hamburger den schier übermächtigen Gegner Borussia Dortmund mit 2:1. Smith ist neben Kapitän Jackson Irvine der einzige verbliebene BVB-Bezwinger [Vasilj und Ritzka saßen auf der Bank, d. Red.], wird bei der Neuauflage am Samstagabend (15.30 Uhr/Sky live) Revanche für die 1:2-Hinspielpleite nehmen wollen. Die Erlebnisse von damals würden heute zwar nicht mehr helfen, sind aber dennoch schöne Erinnerungen. Erst recht, weil es gegen heutige Weltstars wie Erling Haaland (Manchester City) und Jude Bellingham (Real Madrid) ging. „Wir hatten damals schwierige Platzverhältnisse“, erinnert sich Smith am Dienstag nach dem Wochentrainingsauftakt an der Kollaustraße, „das hat uns sehr geholfen.“
Der Platz im Millerntor-Stadion dürfte am Samstag in einem gepflegten Zustand sein, St. Pauli sich nicht verstecken wollen. Hinten Beton anrühren und vorne auf einen Standard hoffen ist nicht der Stil der Mannschaft von Alexander Blessin. Vielmehr giert diese danach, sich für mutige Auftritte auch gegen die großen Namen der Liga zu belohnen.
Er hoffe auf den viel besprochenen „Ketchupflaschen-Effekt“, so Smith, darauf, dass ein erzieltes Tor den Knoten platzen lassen könne. Schon am Samstag? Der BVB, qua Namen und Status großer Favorit, hatte in den Vorwochen so seine liebe Mühe in der Liga, fegte aber am Samstag Union Berlin mit 6:0 aus dem Stadion. „Wenn sie einen guten Tag haben, wird es schwierig, ihnen wehzutun“, prognostiziert Smith und lobte des Gegners individuelle Qualität.
St. Pauli schlug einst BVB mit Haaland und Bellingham
Haaland und Bellingham sind beim BVB zwar Geschichte, in Serhou Guirassy etwa aber haben die Schwarz-Gelben immer noch einen Stürmer mit internationalem Format in ihren Reihen. „Es ist ein Privileg in dieser Liga in Deutschland zu spielen, die so viele gute Spieler hat. Es macht Spaß und ist herausfordernd“, befindet Smith. Herausfordernd für das eigene Gemüt waren auch die vergangenen Wochen für den FC St. Pauli. Drei Niederlagen am Stück, zuletzt das bittere 0:2 in Mainz, wo die Hamburger über weite Strecken der Partie die gefälligere Mannschaft waren. „Wir kreieren genug Chancen“, sagt Smith und verweist auf den Pfostenschuss von Noah Weißhaupt auf der sechsten Minute: „Es fehlen nur Zentimeter.“ Schmerzhafte, teure Zentimeter.
„Wenn sie einen guten Tag haben, wird es schwierig, ihnen wehzutun“
Eric Smith
über die individuelle Qualität bei Borussia Dortmund
Smith spielte bei den Nullfünfern aufgrund der Verletzung von James Sands im zentralen Mittelfeld an der Seite von Irvine. Schon 2022 hatte er gegen den BVB den „Sechser“ gegeben. Erst ein halbes Jahr nach der Pokal-Sensation rückte der Schwede auf die Innenverteidigerposition, war dort nicht mehr wegzudenken, ehe die Personalbeschwerden zu groß wurden. Wie Blessin am Samstag aufstellt, steht noch nicht fest. Smith ist es egal: Der Schwede hat sich von der lauf intensiveren Arbeit im Mittelfeld am Samstag wieder erholt – trotz des geringen Schlafes wegen seines Töchterchens.
Und schon sieht die BVB-Welt wieder rosiger aus! Nach der 6:0-Gala gegen Union Berlin herrscht in Dortmund gute Laune. Endlich konnten die Schwarzgelben sich vorerst aus der Krise schießen und zeigen, dass es doch anders geht, als es in den vergangenen Wochen oft der Fall war.
Die Hoffnung ist jetzt groß, dass es beim BVB wieder aufwärts geht und die lang ersehnte Trendwende endlich geschafft werden kann. Einige Experten glauben tatsächlich daran, dass Neu-Coach Niko Kovac Borussia Dortmund wieder dorthin führen kann, wo der Revierklub auch hingehört.
Schafft der BVB nun die Trendwende?
Es war so, als würde der BVB sich den Frust aus der Seele schießen. Der Leidtragende war Union Berlin, die im Signal-Iduna-Park regelrecht unter die Räder gerieten. Durch den deutlichen Sieg herrscht beim Traditionsklub wieder Hoffnung und Zuversicht auf eine bessere Rückrunde.
Auch interessant: Paris Brunner: Hammer um Ex-BVB-Juwel! Jetzt schauen alle auf ihn
Aber nicht nur in der Liga will Dortmund wieder ganz nach oben, sondern auch in der Champions League so weit wie möglich kommen. Im Achtelfinale geht es gegen die große Überraschung der bisherigen Königsklasse – LOSC Lille.
Geht es nach Lothar Matthäus, wird es „eine Frage der Mentalität“, so der ehemalige Nationalspieler und Sky-Experte, der an den BVB glaubt. „Wenn die Dortmunder die Leistung bringen, die sie in dieser Champions-League-Saison schon einige Male gezeigt haben, kommen sie weiter“, sagt Matthäus der „Bild“.
Guirassy wird entscheidend sein
Matthäus ist sich sicher, dass der BVB das Potenzial dafür hat, Lille auszuschalten und ins Viertelfinale einzuziehen. Dafür könnte besonders ein Spieler wichtig werden: „Dortmund hat den mit zehn Treffern Führenden der Torschützenliste: Serhou Guirassy, der in diesem Duell ein Faktor sein wird.“ Der Angreifer ist in herausragender Form und könnte der entscheidende Spieler im Achtelfinale sein.
Mehr Nachrichten für dich:
Allerdings warnt Matthäus gleichzeitig auch vor der französischen Mannschaft: „Lille hat in der Vorrunde drei von vier Achtelfinalisten geschlagen, nämlich Real, Atlético und Feyenoord.“ Deshalb dürfen Guirassy und Co. den Gegner nicht unterschätzen.