Aktualisiert am 23.02.2025 – 09:41 UhrLesedauer: 1 Min.
Serhou Guirassy: Der Stürmer traf gleich viermal das Tor. (Quelle: IMAGO/Bahho Kara)
Beim deutlichen Sieg des BVB gegen Union Berlin gab es eine Überraschung zum Anpfiff. Der Klub wollte damit eine klare Botschaft senden.
Auf der Plattform X teilte der BVB später auch den Grund dafür mit: “Unser Kreuz auf dem Rasen – Dein Kreuz für die Demokratie!” Dortmund rief damit zum Wählengehen bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag auf.
Zuletzt hatten mehrere Klubs aus dem deutschen Oberhaus zum Wählen aufgerufen. Der BVB entschied sich für das Kreuz. Dieses wurde allerdings nicht wie die anderen Linien auf dem Spielfeld mit Kreide aufgetragen. Stattdessen lösten sich die Striche nach wenigen Minuten wieder auf.
Der BVB feierte nach 90 Minuten einen deutlichen 6:0 (2:0)-Kantersieg gegen die Berliner und steht in der Bundesliga-Tabelle aktuell auf Rang zehn. Am kommenden Samstag geht es gegen Aufsteiger St. Pauli. Dann wollen die Schwarzgelben ihre Aufholjagd fortsetzen.
BVB, News und Gerüchte – “Die Situation war doch deutlich für alle – außer für den Schiedsrichter”: Union Berlin sauer wegen eines nicht gegebenen Platzverweises gegen Borussia Dortmund SPOX
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Serhou Guirassy: Der Stürmer traf gleich viermal das Tor. (Quelle: IMAGO/Bahho Kara)
Beim deutlichen Sieg des BVB gegen Union Berlin gab es eine Überraschung zum Anpfiff. Der Klub wollte damit eine klare Botschaft senden.
Auf der Plattform X teilte der BVB später auch den Grund dafür mit: “Unser Kreuz auf dem Rasen – Dein Kreuz für die Demokratie!” Dortmund rief damit zum Wählengehen bei der Bundestagswahl an diesem Sonntag auf.
Zuletzt hatten mehrere Klubs aus dem deutschen Oberhaus zum Wählen aufgerufen. Der BVB entschied sich für das Kreuz. Dieses wurde allerdings nicht wie die anderen Linien auf dem Spielfeld mit Kreide aufgetragen. Stattdessen lösten sich die Striche nach wenigen Minuten wieder auf.
Der BVB feierte nach 90 Minuten einen deutlichen 6:0 (2:0)-Kantersieg gegen die Berliner und steht in der Bundesliga-Tabelle aktuell auf Rang zehn. Am kommenden Samstag geht es gegen Aufsteiger St. Pauli. Dann wollen die Schwarzgelben ihre Aufholjagd fortsetzen.
Die deutliche Niederlage des 1. FC Union Berlin bei Borussia Dortmund brachte viele Besonderheiten mit sich. Weil sich die Klatsche zunächst gar nicht andeutete. Und schließlich erschreckende Probleme zu Tage beförderte. Von Ilja Behnisch
Selbst als alles vorbei war, selbst als mit dem 0:6 bei Borussia Dortmund die sechsthöchste Pflichtspielniederlage in der Geschichte des 1. FC Union besiegelt war, selbst als die Spieler schon vor ihren mitgereisten Fans standen, um sich gegenseitig nochmal ein herzliches “Eisern” zu wünschen, trafen sie noch die falsche Entscheidung. Wer in die Gesichter von Rani Khedira, Frederik Rönnow und Co. blickte, sah grenzenlose Leere.
Dabei wäre so etwas wie Fassungslosigkeit weitaus angebrachter gewesen. Denn es war ein reichlich absurdes Spiel, dass die beiden Mannschaft da in den Abend gestellt hatten.
Absurd, weil das Ergebnis noch deutlich höher hätte ausfallen können für die Dortmunder, die allerdings, absurd absurd, gar nicht mal sonderlich gut spielten. Und dann, absurd, absurd, absurd, war Union gar nicht mal so richtig, richtig schlecht. Wobei die beiden letzten Punkte den Vorbehalt haben, nur für die ersten 75 bis 80 Minuten der Begegnung zu gelten.
Deutliche Kräfteverhältnisse
Bis dahin konnte man sich viele Gedanken über den Fußball im allgemeinen und die beiden darbietenden Mannschaften im speziellen machen. Zum Beispiel darüber, was die Startaufstellungen zu bedeuten hatten. Bei Union Berlin etwa rückte Tom Rothe für den verhinderten Robert Skov auf die Linksverteidiger-Position. Rothe durfte eine Weile als einer der wenigen Lichtblicke dieser Union-Saison gelten, im Früh-Herbst 2024 wurde er sogar in die Nähe der Nationalmannschaft gemunkelt.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Rothe in Dortmund auf seinen Ex-Verein traf, der ihn vor der Saison trotz erheblichen Personalmangel auf der Linksverteidiger-Position nach Berlin ziehen ließ. Nur, um einmal die Kräfte-Verhältnisse dieser beiden Klubs zu veranschaulichen.
Ein Kräfte-Verhältnis, dass sich dann auch nahtlos auf den Rasen übertrug. Auf dem der Luxus-Kader aus Dortmund lange Zeit alles andere als gut spielte und den Berlinern dennoch haushoch überlegen war. Die es zwar über weite Strecken der ersten Halbzeit defensiv ordentlich machten und wenig Räume boten, dabei aber offenbar vergessen hatten, so etwas wie eine offensive Idee auszuhecken für den Abend.
Dortmund zunächst nur scheinbar dominant
Das hätte nicht weiter ins Gewicht fallen müssen, denn die Überlegenheit der Borussia war zunächst beeindruckend wenig zielführend und so ein 0:0 hätte doch durchaus Charme gehabt. Der BVB rollte zwar immer wieder an, nur eben wie ein Rammbock, dem nie jemand erzählt hat, wie so eine zu öffnende Tür eigentlich ausschaut. Wie zunehmend die Verzweiflung darüber war, ließ eine Szene in der 23. Minute durchblicken, als Dortmunds Julien Ryerson tief in der eigenen Hälfte zum Einwurf schritt und dabei verbale Hilfestellung seines Trainers Niko Kovac erhielt, der gewinnbringend zuzurufen hatte: “Nach vorne!”
imago images/Max Maiwald
Dortmunds Trainer Niko Kovac – Der Un-Berliner Ur-Berliner
Eigentlich müsste Borussia Dortmunds neuer Trainer Niko Kovac so etwas wie eine Berliner Fußball-Ikone sein. Tatsächlich aber wird der 53-Jährige selten mit der Hauptstadt verbunden. Auch, weil viel aussagt, wie wenig er sagt. Von Ilja Behnisch
Was Kovac keine zwei Minuten später genau rief, ist nicht bekannt, vermutlich aber einfach: Tor. Oder: Juhu. Nach der Führung der Dortmunder durch Ryerson, dem Ex-Unioner, der nicht jubeln wollte nach seinem Treffer, der vielleicht auch ein Eigentor von Diogo Leite war. Die Entscheidung darüber ist philosophischer Natur. Fakt ist, dass der Gewaltroller Ryersons ohne gegnerisches Zutun niemals ins Glück gefunden hätte. Aber was ist schon ein Eigentor? Was nur abgefälscht? Und warum ging es danach dahin mit Union?
Was mehr Sorgen bereitet als das Ergebnis
Fußballerisch gibt es wenig klare Antworten darauf. Eine lautet, dass Dortmund zumindest in einer Disziplin nahezu überragend war an diesem Abend. Das Gegenpressing, also das Ball jagen nach Ballverlust, klappte, als sei der Geist von Gegenpressing-Guru und Ex-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp ins Stadion gefahren, um persönlich zu klären. Allerdings stellte sich Union diesen Anstrengungen auch zunehmend wie Kerzenwachs entgegen.
Das war bis zum 3:0 in der 75. Minute zumindest in Sachen Resultat nicht weiter schlimm. Und doch alarmierend. Denn wie das Berliner Spiel spätestens nach rund einer Stunde so vor sich hin plätscherte, wie teilnahmslos Unions Spieler teilweise über den Platz schlufften, als seien sie Teil einer Hochzeitskapelle, die den halben Saal leer gespielt hat, aber eben für 90 Minuten bezahlt wurde und also einfach weiter dudelt – das sollte den Verantwortlichen der Köpenicker mehr zu denken geben als die Höhe der Klatsche.
Dass Josip Juranovic vor dem 0:3 am eigenen Strafraum über seinen Gegenspieler lupfen (!) wollte, dass Dortmunds Maximilian Beier vor dem 4:0 im Berliner Strafraum gleich zwei Mal mit der Sohle über den Ball streicheln durfte und ihn anschließend mit der Sohle quer legen konnte, dass eben jener Beier beim 6:0 aus fünf Metern freistehend zum Kopfball kam, obwohl Union mit Leopold Querfeld kurz zuvor einen dritten Innenverteidiger eingewechselt hatte – groteske Episoden eines Spielverlaufs, der irgendwann ein Eigenleben entwickelte.
Doch wenn es stimmt, dass es zumeist nur wenige Prozentpunkte und Details sind, die auf Bundesliga-Niveau den Unterschied ausmachen, sollte Union bestens darauf achten, dass aus der angebrachten Fassungslosigkeit nach Spielschluss keine Methode wird.
Borussia Dortmund schlägt Union Berlin deutlich und kann sich so vorerst aus der Krise schießen. Die Noten und Einzelkritiken der Stars des BVB.
Borussia Dortmund schlägt Union Berlin mit 6:0 und schafft so einen mindestens kleinen Befreiungsschlag. Neben Torjäger Serhou Guirassy und dem umtriebigen Karim Adeyemi profitiert aber vor allem ein Mittelfeldspieler vom neuen System. Die Noten und Einzelkritiken der Dortmunder Spieler.
Carney Chukwuemeka: Dortmunds Neuzugang schrie seinen Jubel nach dem Sieg raus. (Quelle: IMAGO/UWE KRAFT/imago)
Borussia Dortmund kann nach dem 6:0 gegen Union Berlin aufatmen. Beim ersten Liga-Sieg unter dem neuen Coach Niko Kovač gelingen Torjäger Guirassy vier Tore.
Auf der Südtribüne tobten die Fans, auf dem Rasen feierten die Dortmunder Spieler ausgelassen – so hatte man den BVB lange nicht mehr erlebt. Nach einem furiosen 6:0 gegen Union Berlin, bei dem Torjäger Serhou Guirassy mit vier Treffern glänzte, keimt in Dortmund wieder Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd in der Bundesliga auf. “Heute ist ein sehr guter Tag. Vier Tore. Sieg. Tolle Fans”, sagte der Matchwinner bei Sky. “Ich bin natürlich glücklich.”
Wie alle Borussen, nachdem sie sich den Frust der letzten Wochen von der Seele geschossen hatten. “Ich glaube, alle sind erleichtert”, sagte Sportdirektor Sebastian Kehl und gab zu: “Dass wir heute hier 6:0 gewinnen, davon war nicht auszugehen.” Ein Sonderlob erhielt Guirassy: “Serhou hat eine Riesenshow heute abgeliefert”, lobte Kehl, “heute hat’s geknallt”. Coach Niko Kovač reichte ein Wort für seinen Torjäger: “Weltklasse!” Und Kapitän Emre Can fand: “Ein perfekter Samstag für uns alle.”
Nach zwei Auftaktniederlagen in der Liga unter Neu-Trainer Kovač leitete ein Eigentor von Diogo Leite (25. Minute) den ersten Bundesliga-Heimsieg seit drei Monaten ein. Danach lud Guirassy (40. Minute/75./80./83.) zur Toreparty, ehe Maximilian Beier (89.) den Schlusspunkt setzte. Für Kovac war es zugleich der erste Liga-Sieg als BVB-Coach. “Wir werden uns sicherlich auch ein Glas Rotwein gönnen”, sagte der sichtlich zufriedene Trainer.
Sämtliche BVB-Spiele der Saison 2024/25 sind live im TV und Stream zu sehen. Doch wer überträgt Borussia Dortmund? Die Übersicht.
Dortmund – Darf Borussia Dortmund am Ende der Saison 2024/25 endlich wieder einen Titel am Borsigplatz feiern? In drei Wettbewerben (inklusive Klub-WM 2025) ist die Mannschaft von Cheftrainer Niko Kovac nach dem Aus im DFB-Pokal noch vertreten. Fans können alle BVB-Spiele live im TV und Stream sehen.
Wann spielt Dortmund? BVB gegen St. Pauli live im TV und Stream sehen
Wann spielt der BVB als Nächstes? Und gegen wen? Das nächste Pflichtspiel steht für Borussia Dortmund in der Bundesliga gegen St. Pauli an. Anstoß ist am Samstag (1. März) um 15.30 Uhr. Das Spiel ist live im TV und Stream bei Sky zu sehen. Zudem berichtet RUHR24 im BVB-Live-Ticker.
Samstag (1. März, 15.30 Uhr) St. Pauli – BVB (Bundesliga, 24. Spieltag), live im TV bei Sky
BVB live im TV und Stream: Sky zeigt in der Saison 2024/25 die meisten Bundesliga-Spiele
Wer alle Spiele von Borussia Dortmund live im TV und Stream sehen möchte, braucht auch in der Saison 2024/25 mehrere Abos. Allein die Partien in der Bundesliga werden bei insgesamt drei Sendern übertragen.
Das größte Rechtepaket besitzt Pay-TV-Sender Sky. Hier laufen sämtliche Spiele am Samstag um 15.30 Uhr, sowohl einzeln und in der Konferenz. Zudem wird das Topspiel samstags um 18.30 Uhr bei Sky übertragen. Die Ehre des ersten Bundesliga-Topspiels gebührt in der neuen Saison dem BVB. Spiele am Dienstag und Mittwoch in „Englischen Wochen“ laufen ebenfalls ausschließlich bei Sky.
BVB in der Bundesliga sehen: Freitags- und Sonntagsspiele bleiben bei DAZN
Der Streaming-Dienst DAZN hält weiterhin die Rechte an den Spielen am Freitag um 20.30 Uhr. Ist der BVB sonntags gefordert, dann ist ebenfalls ein DAZN-Abo erforderlich. Der Streaming-Dienst zeigt alle Sonntagsspiele um 15.30 Uhr, 17.30 Uhr und zehn Spiele um 19.30 Uhr exklusiv.
Einige wenige Spiele sind zudem im Free-TV bei Sat.1 zu sehen. Dazu gehört das Bundesliga-Eröffnungsspiel am Freitag (23. August, 20.30 Uhr) zwischen Borussia Mönchengladbach und Meister Bayer Leverkusen sowie jeweils zwei Duelle des 16. und 17. Spieltags, die Relegation und der Supercup.
Wer ein BVB-Spiel live im TV und Stream verpasst, hat mehrere Optionen, sich Highlights anzusehen. Die ARD-Sportschau beginnt traditionell samstags um 18.30 Uhr, das ZDF-Sportstudio zeigt Höhepunkte samstags ab 23 Uhr. Sonntagmorgens zeigt Sport1 Highlights, am Sonntagabend dürfen die Dritten Programme der ARD die besten Szenen zeigen.
Die TV-Rechte der Bundesliga in der Saison 2024/25 im Überblick
Eröffnungsspiel: Sky und Sat.1 Spiele am Freitag um 20.30 Uhr: DAZN Spiele am Samstag um 15.30 und 18.30 Uhr: Sky Spiele am Sonntag um 15.30, 17.30 und 19.30 Uhr: DAZN Spiele an einem Dienstag oder Mittwoch: Sky Relegation (Abstieg): Sky und Sat.1 Highlights im Free-TV: ARD-Sportschau und ZDF-Sportstudio (jeweils Samstag), ARD/Dritte Programme und Sport1 (jeweils Sonntag)
BVB live im TV und Stream sehen: Hier läuft in der Saison 2024/25 die Champions League
In der Champions League ändert sich in der neuen Saison für den BVB zwar der Spielmodus, nicht jedoch die Lage auf dem TV-Markt. Die Rechte sind bis 2027 vergeben. Drei Anbieter übertragen weiterhin die Partien der Königsklasse live im TV und Stream.
Das Gros der Champions-League-Spiele ist exklusiv bei DAZN zu sehen. Lediglich dienstags zeigt Amazon Prime pro Spieltag eine ausgewählte Partie live. Solange deutsche Mannschaften im Wettbewerb sind, wird das Amazon-Prime-Spiel stets eines mit deutscher Beteiligung sein.
Das Finale am 31. Mai 2025 in der Münchner Allianz Arena zeigt das ZDF live im Free-TV. Während der Saison zeigt das ZDF zudem mittwochabends Highlights des Wettbewerbs. Im Pay-TV bei DAZN sind Highlights jederzeit abrufbar.
Die TV-Rechte der Champions League in der Saison 2024/25 im Überblick
Spiele am Dienstag: DAZN und Amazon Prime (insgesamt 17 Partien) Spiele am Mittwoch: DAZN Finale: DAZN und ZDF Highlights im Pay-TV: DAZN Highlights im Free-TV: ZDF (mittwochabends ab 23 Uhr)
DFB-Pokal: Spiele laufen im TV und Stream bei Sky, ARD und ZDF
Im DFB-Pokal ist ein Sky-Abo für Fans das Mittel, um alle Spiele zu sehen. Der Pay-TV-Sender zeigt alle Spiele des Wettbewerbs. Mehrere Spiele sind zudem im Free-TV bei den öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF zu sehen.
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Die beiden großen deutschen Sender zeigen in der 1. Pokalrunde insgesamt vier Partien live im Free-TV, in der 2. Runde sind es zwei Live-Spiele. Außerdem laufen drei Achtelfinals, drei Viertelfinals, beide Halbfinals und das Finale im Berliner Olympiastadion live in der ARD und im ZDF.
ARD und ZDF besitzen im Free-TV zudem die Rechte an den Highlights der Pokalspiele. Das gilt ebenso für Sport1. Dort werden die Höhepunkte aber erst am Folgetag ab 6 Uhr gezeigt. Im Pay-TV bietet Sky zusätzlich zu den Live-Übertragungen die besten Szenen an, ebenso wie der Streamingdienst DAZN.
Die TV-Rechte des DFB-Pokals in der Saison 2024/25 im Überblick
Dortmund. Der BVB lockt mit seiner Aktion „Alle in die Halle“: besondere Marke für Handballerinnen vor Union-Spiel. BVB-Idole kriegen Grenzen aufgezeigt.
Der Tag begann mit einem Knall. Bereits für 11.40 Uhr war das erste Halbfinale über 1500 Meter bei Deutschen Hallenmeisterschaft der Leichtathletik angesetzt. Der Startschuss war symbolisch für einen besonderen Sporttag in Dortmund. Denn während sich in der Helmut-Körnig-Halle in unmittelbarer Stadionnähe das ganze Wochenende über die besten Leichtathleten des Landes messen, hatte Borussia Dortmund zusätzlich am Samstag mit der Aktion „Alle in die Halle“ seine Fans vor der Bundesligapartie gegen Union Berlin (18.30 Uhr) zuvor noch zum European-League-Spiel seiner Handballerinnen gegen Sola HK aus Norwegen aufgerufen. Und dann spielten plötzlich auch noch die beiden Ex-BVB-Profis Roman Weidenfeller und Kevin Großkreutz Tischtennis.
Ehe es dazu kam, lieferten aber zunächst die fleißigen Zeiten-, Höhen- und Weitenjäger ab. So flog noch vor Anpfiff der Dortmunder Handballerinnen Bianca Stichling (TSV Bayer Leverkusen) zu ihrem zweiten Hallen-Titel. In Abwesenheit von Topfavoritin Christina Honsel (TV Wattenscheid), die wegen einer Fußverletzung fehlte, sprang die 25-Jährige erstmals seit 2022 wieder ihre persönliche Bestleistung von 1,90 Metern und setzte sich gegen die favorisierte Imke Onnen (Cologne Athletics), die über die gleiche Höhe mehr Versuche brauchte, durch. In der gut gefüllten Halle (Maximum 4500 Zuschauer) jubelten die Fans bei Pommes-Currywurst auf den Rängen, honorierten persönliche Bestleistungen, auch wenn sie keine Titelchance bedeuteten. Ein echtes Fachpublikum.
Dass die Leichtathletik seit einigen Jahren mit einem Nachwuchsproblem kämpft, war in Dortmund nicht zu spüren. Viele Kinder und Jugendliche flitzten in T-Shirts ihrer Heimatvereine herum, schauten die Wettkämpfe und gingen auf Autogramm- und Fotojagd bei ihren Helden. Wünsche, die die Athleten gerne erfüllten.
BVB-Fanartikel der Handballerinnen
Auch außerhalb der Halle kam es gelegentlich zu besonderen Begegnungen. Da waren die Athleten, die mit dicken Kopfhörern auf den Ohren, ihr Aufwärmprogramm absolvierten, dabei aber ersten mitunter neugierig schauenden Fans mit schwarzgelben Schals ausweichen mussten. Ihre Blicke fragten: Was ist denn hier los? Auf der anderen Seite wussten zumindest einige DM-Besucher: „Ach, der BVB spielt ja.“ Und das gleich doppelt.
Dass an Spieltagen der Dortmunder die Strobelallee für Autos gesperrt ist, schien einige Leichtathletik-Fans überrascht zu haben: Das Ordnungsamt hatte ab Mittag reichlich mit dem Abschleppen falsch geparkter Autos zu tun. Während die schwarzgelbe Welle an der Stadionstraße gegen 14 Uhr noch nicht angerollt war, wog sie bereits kräftig, wenn man die paar Meter zur Westfalenhalle hinter sich ließ. Neben ersten Getränke- und Imbissbuden gab es auch Fanartikel zu kaufen. Jedoch: nicht nur mit den Namen der Fußballer, sondern auch mit extra Handball-Branding.
BVB-Prominenz unterstützt
„Das haben sie clever gemacht“, sagte ein Besucher des Handballspiels, „dass sie das vor das Fußballspiel gelegt haben.“ Schon 2023 hatte der BVB die gleiche Aktion umgesetzt – mit Erfolg: 11.112 Zuschauer kamen – Rekord für die Handballerinnen. Auch diesmal ließen die Gespräche erkennen, dass viele in schwarzgelber Tracht, das Angebot annahmen und ihren Verein gleich doppelt unterstützen.
Während sich dort, wo sonst vor allem Konzerte stattfinden, die Handballerinnen um Nationaltorhüterin Sarah Wachter warmmachten, wurden ein paar prominente Besucher vorgestellt. BVB-Präsident Reinhold Lunow, die Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Carsten Cramer gaben sich ebenso die Ehre wie die Ex-BVB-Profis Roman Weidenfeller und Kevin Großkreutz.
„Ich finde es mega, dass es uns immer wieder gelingt, als Borussia Dortmund die Menschen zu begeistern – nicht nur drüben im Stadion, sondern eben auch zu anderen Anlässen. Wir sind ja auch mehr als nur ein Fußballverein. Wir sind ein Verein, der Handball und Tischtennis anbietet“, sagte Cramer. „Immer dann, wenn Schwarz-Gelb ruft, dann haben die Menschen Bock auf den BVB. Und das ist eine schöne Bestätigung.“
BVB: „You‘ll never walk alone“ auch beim Handball
Die große Lust auf den BVB war deutlich zu erkennen – schwarzgelb prägte das Bild auf den Rängen – und zu hören: Mit diversen Vereinshymnen sangen sich die Anhänger prächtig warm fürs Stadion. Wie später nebenan wurden zu „You’ll never walk“ vorab die Schals gezückt, Tore wurden mit „Heja, BVB“ gefeiert. Und davon gab es beim Handball naturgemäß mehr als beim Fußball.
Direkt vom Start weg hatten die Dortmunderinnen die Fans hinter sich, begeisterten mit Spiellust und Power. Als dann mit der Halbzeitsirene der Ball zum 19:14 im Tor landete, kochte die Halle.
In der Pause zeigte der BVB dann, was er noch zu bieten hat: Die Tischtennis-Mannschaft war zu Gast. An einem fluchs aufgebauten Tisch zeigten die Bundesliga-Profis ihr Können – und ließen selbst zwei Dortmunder Fußballidole alt aussehen. 2014 gehörten Roman Weidenfeller und Kevin Großkreutz zum deutschen Weltmeisterkader, nun war es der ehemaliger Doppel-Weltmeister Kristian Karlsson (33) aus Schweden, der zur neuen Saison zum BVB wechselt und die beiden genauso wie seine zukünftigen Teamkollegen mit seinen Aufschlägen zur Verzweiflung brachte.
Der Ehrgeiz war geweckt. Doch Chancen hatten die beiden Ex-Profis nur, als sie gegeneinander spielten – sehr zur Unterhaltung der Fans auf den Rängen. Nach ein paar Minuten klatschten sich die Sportler lachend ab. Nun sollte der Handball wieder im Fokus stehen.
BVB: Handballerinnen liefern sich spannendes Match
Eine allzu dominante Leistung zeigten sie in Hälfte zwei jedoch nicht. Vielmehr ging es mitreißend hin und her. Trainer Henk Groener rotierte in dem sportlich bedeutungslosen Spiel – beide Teams hatten keine Chance mehr auf den Einzug ins Viertelfinale –, plötzlich kamen die Gäste aus Norwegen heran, glichen aus. Der BVB konnte sich bei seiner nach einer Verletzung zurückgekehrten Torhüterin Tess Lieder bedanken, die einen ähnlich starken Auftritt hinlegte wie Sarah Wachter in Durchgang eins.
Es wurde eine enge Kiste, die am Ende knapp, aber spannungsgeladen mit 29:28 für die BVB-Frauen gewonnen wurde. Die bedankten sich im Anschluss bei den 9.305 Fans in der Westfalenhalle. Laut BVB war es das bestbesuchteste Frauen-Handballspiel weltweit im Jahr 2025. „Danke an alle Zuschauer für diese Kulisse. In dieser Saison haben wir es schon häufiger zum Ende hin spannend gemacht. Ich bin froh, dass wir uns diesen Sieg noch erkämpfen konnten“, sagte Alicia Langer.
Während die Spielerinnen Arm in Arm im Kreis hüpften und sich von den Fans feiern ließen, dröhnten über die Lautsprecher weitere BVB-Hits. „Borussia spielt heut ganz groß – bis zum letzten Mann“, erklang es. Eine perfekte Vorlage an die Fußballer nebenan – die erfüllten ihren Auftrag und besiegten Union Berlin fulminant und dank Vier-Tore-Mann Serhou Guirassy mit 6:0.
Die Teilnahme an der kommenden Champions League ist für Borussia Dortmund in höchster Gefahr. Nach schwierigen Wochen sendet die Mannschaft gegen Union ein Lebenszeichen. Der BVB überrollt die Berliner förmlich. Alle Tore hier im Video.
Der Premierensieg unter dem neuen Trainer Niko Kovac ist geschafft – und wie! Das 6:0 (2:0) gegen Lieblingsgegner Union Berlin gibt Krisenklub Borussia Dortmund wieder Hoffnung auf eine erfolgreiche Aufholjagd in der Fußball-Bundesliga. Insbesondere Torjäger Serhou Guirassy schoss sich mit einem Viererpack (40. Minute/75./80./83.) den Frust der letzten Wochen von der Seele. Nach zwei Auftaktniederlagen in der Liga unter Kovac hatte zuvor ein Eigentor von Diogo Leite (25.) den ersten Bundesliga-Heimsieg seit drei Monaten eingeleitet. Maximilian Beier (89.) setzte den Schlusspunkt.
„Heute ist ein sehr guter Tag. Vier Tore. Sieg. Tolle Fans“, sagte Matchwinner Guirassy bei Sky. „Ich bin natürlich glücklich.“ Und Sportdirektor Sebastian Kehl meinte. „Ich glaube, alle sind erleichtert. Dass wir heute hier 6:0 gewinnen, davon war nicht auszugehen.“ Ein Sonderlob erhielt Guirassy: „Serhou hat eine Riesenshow heute abgeliefert. Heute hat’s geknallt.“
Mal wieder erwies sich Union als willfähriger Aufbaugegner für den BVB. Auch im sechsten Aufritt in Dortmund blieben die Köpenicker erneut ohne jeden Punkt. Durch den neunten Saisonsieg verbesserten sich die Westfalen mit nun 32 Punkten immerhin um einen Rang auf Platz zehn. Bis zu den Europapokalplätzen sind es aber immer noch fünf Punkte. Dieser Abstand könnte am Sonntag wieder anwachsen.
Kovac hatte angesichts der katastrophalen Tabellensituation des Vorjahres-Finalisten der Champions League und der aktuellen Stimmung im Umfeld des Clubs einen Sieg gegen Union zur Pflicht erklärt. „Wir brauchen Erfolgserlebnisse, wir müssen die Spiele gewinnen und da geht es nicht darum, ob schön oder nicht schön, das kommt irgendwann mal, aber jetzt geht es Punkt für Punkt für Punkt“, sagte Kovac bei Sky.
Kovac setzte erstmals ein personelles Zeichen
Der 53-Jährige, der sich seit seiner Amtsübernahme vor drei Wochen stets vor seine Spieler gestellt hatte, setzte diesmal ein Zeichen und platzierte den beim 0:0 gegen Sporting Lissabon enttäuschenden Jamie Gittens zunächst nur auf die Bank. Auf Nationalspieler Julian Brandt musste er notgedrungen verzichten. Der kriselnde Spielmacher fiel kurzfristig wegen einer Muskelverhärtung aus.
„Er hat sich nicht gut gefühlt und wir gehen kein Risiko ein“, sagte Kovac zu Brandt. Für ihn bekam Giovanni Reyna nach einigen Wochen mal wieder eine Chance von Beginn an. Für Gittens spielte Beier.
Auch mit den personellen Wechseln war die Unsicherheit der Dortmunder zu Beginn noch deutlich zu spüren. Nach fünf sieglosen Bundesliga-Heimspielen in Serie schien jede Aktion schwer zu fallen und von vielem Grübeln begleitet. Dass die Führung nach nervösem Beginn durch ein Eigentor fiel, passte da ins Bild. Der Portugiese Diogo Leite lenkte einen Schuss des Ex-Unioners Julian Ryerson unglücklich ins eigene Netz.
Groß bereitete drei Tore vor
Durch das Tor schien Dortmund alles wieder leichter zu fallen. Es war nun deutlich mehr Tempo und Zug zum Tor im Spiel. Nach einigen weiteren guten Gelegenheiten machte Guirassy noch vor der Pause das wichtige 2:0. Der Treffer ging allerdings mindestens zur Hälfte auf das Konto von Ramy Bensebaini, der sich zunächst vehement auf der linken Seite durchgesetzt und dann mustergültig auf Guirassys Kopf geflankt hatte.
Nach dem Wechsel gelang es den Gästen nur kurzzeitig, das Spiel wieder etwas zu stabilisieren. Nach Guirassys zweitem Treffer gab es kein Halten mehr. Unter dem frenetischen Jubel der mehr als 80.000 Zuschauer legte der Goalgetter noch zwei weitere Tore nach. Nationalspieler Pascal Groß leistete bei drei der vier Treffer Guirassys die Vorarbeit und assistierte auch noch Beier zum Endstand.
Nach schwierigen Wochen lechzte Borussia Dortmund am Samstag nach einem Erfolgserlebnis. Gegen Union Berlin schoss sich der BVB tatsächlich mit einem furiosen 6:0-Sieg den Frust von der Seele. Alle BVB-Stars in der Einzelkritik:
TOR: Gregor Kobel – Note: 2,5
Hielt gegen Hollerbach einmal richtig gut (35.), zeigte sich bei freien Bällen in seinem Strafraum ebenfalls voll auf der Höhe. 65 Prozent Passquote sind weiterhin ausbaufähig.
ABWEHR: Julian Ryerson (bis 85.) – Note: 2,0
Sorgte gegen seinen Ex-Klub für viel Druck über die rechte Seite. War wegen der hohen Intensität teilweise kaum zu halten. Erzwang das kuriose Eigentor mit seinem scharfen Ball in den Strafraum. Defensiv hielt er die Außenbahn ebenfalls stabil.
Yan Couto (ab 85.) – ohne Bewertung
Ließ den Ball in den letzten Minuten laufen und schien den Auftritt ohne Druck zu genießen. Allerdings kein großer Faktor mehr.
Emre Can – Note: 3,0
Machte einige Situationen unnötig spannend, hätte im zweiten Durchgang sogar fast ein Eigentor erzielt. letztlich ging aber immer alles gut. Wirkte in den letzten Spiele dennoch etwas griffiger.
Nico Schlotterbeck – Note: 2,0
Ließ in der Defensive nichts anbrennen und hatte gerade in der Luft eine starke Zweikampfquote. Sicherte zudem aufmerksam ab, wenn Can die Gegner aggressiv anging. Stand auch sonst fast immer dort, wo er gebraucht wurde.
Ramy Bensebaini (bis 69.) – Note: 2,5
Antizipierte die Situationen enorm gut und holte die Bälle oft frühzeitig zurück. Hatte vor den ersten beiden Toren ganz wichtige Ballaktionen. Nahm später etwas raus.
Daniel Svensson (ab 69.) – Note: 3,0
Prägte das Spiel nicht ganz so sehr wie vorher Bensebaini. Besann sich auf die einfachen Dinge, blieb dadurch insgesamt komplett fehlerfrei.
MITTELFELD: Marcel Sabitzer (bis 85.) – Note: 2,0
Fütterte als Verbindungsspieler die offensiven Kollegen und zeigte sich in der Passauswahl klar verbessert. Musste gegen den Ball viele Lücke im Alleingang schließen. Glänzte aber auch als Abräumer und verlor keinen einzigen Zweikampf
Salih Özcan (ab 85.) – ohne Bewertung
Übernahm im Mittelfeldzentrum und hätte beinahe noch ein Kopfballtor beigesteuert, doch Rönnöw hielt im kurzer Eck herausragend.
Pascal Groß – Note: 1,0
Riss das Spiel komplett an sich und legte einen historischen Auftritt hin. Bereitete mit seinen perfekten Flanken insgesamt vier Tore direkt vor. Spielte sogar noch deutlich mehr geniale Pässe im letzten Drittel. Auf ihn fand Union überhaupt keine Antwort.
Karim Adeyemi – Note: 2,0
Brachte viel positive Energie auf das Feld. Ging keinem Duell aus dem Weg und löste viele Szenen durch brachiale Dynamik auf. War zeitweise an jedem gefährlichen Angriff beteiligt. Hätte teilweise noch zwingender sein können, wenn er technisch nicht so unsauber gewesen wäre.
Gio Reyna (bis 69.) – Note: 4,5
Übernahm die Rolle des verletzten Julian Brandt im offensiven Mittelfeld. Fand aber nur schwerlich Bindung zum Spiel. Strahlte nicht die Überzeugung aus, wirklich etwas bewegen zu wollen. Wäre wegen seines unglücklichen Zweikampftiming sogar fast noch vom Platz geflogen.
Carney Chukwuemeka (ab 69.) – Note: 2,5
Feierte endlich sein Debüt für den BVB – und das machte durchaus Mut. Drehte sich gleich in seiner ersten Szene herausragend aus dem Druck. Gerade wenn er mit Tempo auf die Kette laufen konnte, wurde es immer brandgefährlich.
Maximilian Beier – Note: 2,0
Wirkte auf der linken Seite lange unglücklich. Ließ im Abschluss die Überzeugung vermissen und hatte mitunter leichte Ballverluste in seinem Spiel. Mit jedem BVB-Tor kam bei ihm dann mehr Leichtigkeit auf. Legte schließlich ein Guirassy-Tor auf und traf später sogar selbst. Das dürfte ihm guttun.
ANGRIFF: Serhou Guirassy (bis 85.) – Note: 1,0
Brachte seinen ersten Torschuss direkt im Tor unter, obwohl er in der ersten Hälfte zuvor kaum stattgefunden hatte. Nach dem Seitenwechsel begann die große Guirassy-Show. Versenkte Union mit drei weiteren Toren und verwandelte den Signal Iduna Park in ein Tollhaus.
Jamie Gittens (ab 85.) – ohne Bewertung
Kam diesmal nur von der Bank und war nicht Teil der BVB-Party. Bitter für ihn, dass ausgerechnet heute erst so spät mitwirken durfte.