Beim BVB legte Henrikh Mkhitaryan eine besonders fulminante Saison hin. An diese erinnerten sich die Dortmunder und erhielten eine rührende Antwort.
Dortmund/Mailand – Es war der Sommer 2013, als sich Borussia Dortmund dazu entschloss, 27,5 Millionen Euro für einen Spieler aus der ukrainischen Liga zu zahlen. Für Shakhtar Donetsk sammelte er in der seinerzeit gerade abgeschlossenen Saison in wettbewerbsübergreifend 42 Spielen starke 41 Scorer. Sein Name: Henrikh Mkhitaryan.
Ex-BVB-Star sendet Liebesbekundung an Borussia Dortmund
Anfangs hatten BVB-Fans noch Schwierigkeiten, seinen Namen richtig zu schreiben. Doch das änderte sich schon in seiner Debütsaison, weil er sich mit Leichtigkeit zum Leistungsträger entwickelte. In der Bundesliga konnte er während der Spielzeit 2013/14 19 Scorerpunkte zur Vizemeisterschaft beisteuern.
Nun erinnerte der Revierklub speziell an die sensationelle Saison 2015/16. „Eine der besten Saisons aller Zeiten“, schreibt Schwarz-Gelb auf X mit Blick auf die Leistungen des Armeniers. Der ehemalige BVB-Star sendete anschließend eine Liebesbekundung an die Borussia. Doch eins nach dem anderen.
BVB-Vereinsikone Hummels reagiert auf beeindruckende Mkhitaryan-Bilanz: „Ihr habt keine Ahnung…“
Die Westfalen trennten sich seinerzeit gerade von Kult-Trainer Jürgen Klopp, der heutzutage verspottet wird. Unter dem neuen Coach Thomas Tuchel blühte Dortmunds Zehner so richtig auf. In 52 Pflichtspielen erzielte Henrikh Mkhitaryan 23 Tore und bereitete 32 weitere Treffer direkt vor.
Auf den Social-Media-Post des BVB mit der unfassbaren Ausbeute des Armeniers reagierte sogar Mats Hummels, der drei Jahre lang mit dem 95-fachen Nationalspieler zusammenspielte. Die Vereinsikone der Borussia bekräftigte: „Ihr habt keine Ahnung, wie unfassbar gut Miki in diesem Jahr gespielt hat.“
Ex-BVB-Star Henrikh Mkhitaryan reagiert gerührt und sendet „viel Liebe“
Henrikh Mkhitaryan wurde ebenfalls auf den Beitrag und den Kommentar seines Ex-Teamkollegen aufmerksam. Der einstige Dortmunder antwortete gerührt: „Danke für die schönen Erinnerungen! Ich vermisse diese Zeiten“ und sendete „viel Liebe“ ins Ruhrgebiet.
Im Anschluss an seine bemerkenswerte Saison beim BVB wechselte der beidfüßige Offensivstratege für 42 Millionen Euro in die Premier League. Dort spielte Mkhitaryan erst für Manchester United und im Anschluss für den FC Arsenal, bevor er seine Reise in der italienischen Serie A fortsetzte.
Ex-BVB-Star Henrikh Mkhitaryan trifft im April auf Dortmund-Weggefährte Mats Hummels
Heute steht der mittlerweile 36-Jährige bei Inter Mailand unter Vertrag, konnte dort im vergangenen Jahr die Meisterschaft feiern und ist unangefochtener Stammspieler im zentralen Mittelfeld. Ende April trifft er mit den „Nerazzurri“ in der Liga übrigens auf die AS Rom und damit auf seinen ehemaligen Weggefährten Mats Hummels.
Bis heute ist Borussia Dortmund der Klub, für den Mkhitaryan am häufigsten aufgelaufen ist. Allerdings fehlen dem Ex-BVB-Star nur noch zwölf Partien im Inter-Trikot, um die Bestmarke von 140 Partien einzustellen.
Das beeindruckende 6:0 gegen Union Berlin definiert neue Standards beim BVB. Abseits des Platzes schafft Lars Ricken spannende Fakten.
Dortmund – Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Samstagabend herrschte große Erleichterung. Mit dem 6:0-Erfolg gegen die Köpenicker setzte das Team unter dem neuen Trainer Niko Kovač ein erstes bedeutendes Zeichen in der Bundesliga und zeigte, dass es seine fußballerischen Fähigkeiten nicht verloren hat.
Die Hoffnung auf einen positiven Impuls ist vorhanden, muss jedoch am kommenden Wochenende gegen den FC St. Pauli bestätigt werden. In dieser Saison hat der BVB nach starken Leistungen bereits zu häufig Rückschläge erlitten.
Nicht nur das Geschehen auf dem Spielfeld war am Samstagabend derweil von Interesse. Am Rand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine langjährige Tradition des Vereins.
Die ‚Elefantenrunde‘ wird beim BVB nicht mehr einberufen
Vor dem Spiel äußerte der Sportchef beim TV-Sender Sky, dass die sogenannte ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund nicht mehr einberufen wird. Diese Treffen fanden in den vergangenen Jahren üblicherweise monatlich statt und dienten dazu, die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Fragen rund um die Profimannschaft zu bestimmen.
In diesen Runden wurden sowohl Transferziele festgelegt als auch Entscheidungen über den Trainerposten getroffen. Im Jahr 2022 etwa führte eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde zur völlig überraschenden Trennung von Cheftrainer Marco Rose.
Zu den festen Teilnehmern der Runde zählten seinerzeit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl, sein Vorgänger Michael Zorc und Klubberater Matthias Sammer. Marco Rose war speziell für die Analyse eingeladen worden.
Ricken hat die Elefantenrunden seit dem Ende der letzten Saison geleitet, nachdem Watzke die Umstrukturierung in der Führungsebene angestoßen hatte. In der ersten Sitzung unter Leitung von Ricken im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin im Mittelpunkt. Das Ausscheiden Şahins im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat führten nun auch zum Ende der Elefantenrunden.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken und erklärte: „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dieser Entscheidung stärkt Ricken seine Machtbasis beim BVB. Der Sportchef besitzt die klare Richtlinienkompetenz, während Sportdirektor Kehl für die Umsetzung der Kaderplanung verantwortlich ist und als Verbindungsglied zwischen Trainerteam und Klubführung fungiert. Ricken hat sich für schlankere Strukturen entschieden.
BVB-Boss Ricken konnte sein Profil zuletzt schärfen
Bei seiner Beförderung vom Leiter der Nachwuchsabteilung zur zentralen Figur aller Fußballgeschäfte bei Borussia Dortmund begegnete dem ehemaligen BVB-Spieler anfängliche Skepsis. Kritiker bemängelten, dass Ricken kein besonders ausgeprägtes öffentliches Profil habe und es ihm an Erfahrung im Profi-Management fehle.
In den ersten Monaten seiner neuen Rolle konnte Ricken den Vorwurf der Farblosigkeit nicht ganz entkräften. Während Watzke als Vereinschef gelegentlich lautstark auftrat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigte sich der geborene Dortmunder Ricken eher zurückhaltend. Doch die letzten Wochen verdeutlichen, dass er trotz seiner ruhigen Art durchaus entscheidungsfreudig agiert.
Ricken korrigierte den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank weitgehend eigenständig. Er betraute den langjährigen U19-Trainer Mike Tullberg für drei Spiele als Interimstrainer, um in Ruhe Gespräche mit Kovač zu führen. Obwohl Kovačs Verpflichtung mit einem Vertrag bis 2026 in Dortmund keine Begeisterungsstürme auslöste, bietet sie dem Verein Planungssicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Klub-WM im Sommer.
Manche Entscheidungen beim BVB sind für Ricken „unbequem“
Ricken hat bewiesen, dass er vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Er selbst sagte: „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer.“
Die Abkehr von der traditionellen BVB-Elefantenrunde fügt sich in dieses Bild ein. Auch das klare Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll, passt dazu. Sammers Auftritte als TV-Experte in der Champions League hatten in Dortmund gelegentlich für Unruhe gesorgt.
Den Ausschlag gab schließlich Sammers Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage gegen den FC Bologna in der Champions League erklärte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft präsentiere sich „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
BVB-Berater Sammer wohl erfolgreich eingenordet
Inhaltlich lag Sammer nicht völlig falsch, doch für das öffentliche Bild des Vereins war es katastrophal, dass jemand, der in die Kaderplanung und Trainerentscheidungen involviert ist, so kritische Worte wählte.
Ricken, der zu aktiven Zeiten mit Sammer im Trainingslager gelegentlich ein Doppelzimmer teilte, forderte ihn daher auf, bei BVB-Spielen auf seine Rolle als Experte zu verzichten. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, fügte Ricken hinzu, wobei seine Worte darauf hindeuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr kommentieren wird.
Das Achtelfinalhinspiel gegen den OSC Lille wird beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Es wäre überraschend, wenn Sammer dabei eingesetzt würde.