Wegen eines Leistungsabfalls in der zweiten Hälfte kommt Borussia Dortmund im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Lille nicht über ein Remis hinaus. Das Problem ist offensichtlich. Doch es zu lösen, scheint schier unmöglich zu sein.
Nach dem Schlusspfiff waren sich alle Beteiligten einig: Die erste Hälfte des Achtelfinal-Hinspiels gegen Lille gehörte klar dem BVB. Die Dortmunder waren griffiger, stark in den Zweikämpfen und dominant. Folgerichtig gingen sie in Führung. Doch die zweite Halbzeit war wie abgeschnitten. „Wir waren passiv“, bilanzierte Sportdirektor Sebastian Kehl. Auch Nico Schlotterbeck und Trainer Niko Kovac waren dieser Meinung. „Uns hat die Aggressivität gefehlt. Wir haben wenige zweite Bälle gewonnen“, beschwerte sich Torhüter Kobel.
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Es ist nicht das erste Mal in dieser Saison, dass der BVB innerhalb eines Spiels zwei verschiedene Gesichter zeigt. Vielmehr ist es schon fast zur Regel geworden. Doch wie kommt es dazu?
BVB zeigt innerhalb eines Spiels zwei Gesichter
Auch wenn es niemand so richtig zugeben will. Der Grund scheint offensichtlich zu sein: Der BVB kämpft mit mangelnder Fitness. Gerade in den vielen englischen Wochen, in denen alle drei, vier Tage gespielt wird, wird der Zustand der Mannschaft sichtbar. So auch gegen Lille.
Die Folgen: Die zweite Hälfte war bestimmt von Ungenauigkeiten, falschem Stellungsspiel und Zuspätkommen in Zweikämpfen.
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„In der ersten Halbzeit haben wir deutlich mehr getan. In der zweiten Halbzeit hat Lille mehr Ballbesitz und mehr Spielanteile gehabt. Wir waren passiv, wir haben insgesamt nicht mehr die Spielkontrolle gehabt“, bemerkte auch Kehl.
Mangelnde Fitness? BVB-Spieler weichen aus
Die Daten belegen: In der Bundesliga gehört der BVB in den Statistiken zu den zurückgelegten Kilometern, intensiven Läufen und Sprints jeweils zum unteren Mittelfeld.
Die BVB-Spieler wollten die Kraftfrage nicht richtig beantworten. „Das weiß ich nicht. Das ist sehr schwierig für mich als Torwart zu sagen“, sagte Kobel schmallippig.
„Keine Kraftfrage. Wir sind Profisportler, Leistungssportler. Du musst alle drei, vier Tage Leistung bringen, sonst bist du falsch im Beruf. Das ist auf keinen Fall eine Kraftfrage“, legte sich Schlotterbeck fest, schob dann aber doch noch hinterher: „Vielleicht sah das von außen so aus, aber ich kann von mir sagen, dass ist absolut keine Kraftfrage.“
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Auf Schlotterbeck selbst trifft diese Annahme nicht zu. Der Innenverteidiger gehört, genauso wie Emre Can, in den vergangenen Wochen zu den verlässlichsten Dortmundern. Doch gerade in der laufintensiveren Schaltzentrale im Mittelfeld sowie in der Kreativabteilung fehlen offenbar die Reserven.
Die Folgen daraus wiegen schwer.
Kobel: „Da kommst du in eine Unzufriedenheit rein“
„Wenn du nur hinterherläufst, fehlt dir dann auch die Konzentration und die Kraft“, meinte Kovac auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Kehl pflichtete dem Trainer bei: „Die [Anm. d. Red.] Sicherheit geht flöten.“ Auch dass der BVB in Folge wenige zweite Bälle gewann, nicht mal die, laut Kobel, „50:50-Duelle“, zeugt von ein paar Prozent, die den Dortmunder fehlten. „Da kommst du in eine Unzufriedenheit rein“, so Kobel. Die Rechnung ist eigentlich einfach: Fitnessdefizite führen zu schwankenden Leistungen.
Der Trainer selbst wich der Frage nach dem Leistungszustand der Mannschaft in der Vergangenheit des Öfteren aus. Ein Nachtreten in Richtung Nuri Sahin kommt für ihn nicht in Frage. Das wäre nicht seine Art.
Stattdessen lobte Kovac den Willen und die Bereitschaft des Teams und wies auf Schlussphasen hin, in denen der BVB sehr wohl noch einen Gang hochschalten konnte. Doch eine konstante Leistung über 90 Minuten riefen die Spieler bislang nicht ab.
Kovacs Herangehensweise birgt ein Risiko
Fakt ist: Kovac brachte beim BVB eine gewisse Portion Stabilität rein. Sein Plan, so oft es geht auf dieselbe Elf zu setzen und einen Stamm zu bilden, ging dahingegen auf.
Doch genau diese Herangehensweise birgt auch das Risiko, dass die etablierten Kräfte überspielt sind und ihnen schneller der Saft ausgeht.
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Kovac, der ohnehin einen großen Wert auf Datenanalyse legt, hat dieses Problem ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt. Schon in der vergangenen Woche ordnete der 53-Jährige einen Laktattest an – ohne die Spieler voll zu belasten. Das kann er auch gar nicht. Denn Gelegenheit, hart und intensiv zu trainieren, hat er aufgrund des eng getakteten Terminkalenders nicht. Ihm sind die Hände gebunden.
Nun ist es am Trainerteam, so viele Prozent-Pünktchen wie möglich aus dieser BVB-Mannschaft zu kitzeln. Doch gerade zu diesem Zeitpunkt der Saison scheinen große Sprünge nach vorne nicht drin zu sein. Dieses Fitness-Problem dürfte für Kovac eine unlösbare Aufgabe sein.
Der BVB wusste beim 2:0 Sieg gegen St. Pauli durchaus zu überzeugen. Der Vater des Erfolgs ist Niko Kovac – ein Problem muss der Trainer aber lösen.
Dortmund – Gegen St. Pauli feierte der BVB zum ersten Mal in dieser Saison zwei Bundesliga-Siege in Folge. Dank der Treffer von Serhou Guirassy (51.) und Karim Adeyemi (58.) stehen die Dortmunder direkt vor der Tür zur Befreiung aus der sportlichen Krise. Damit die Schwarz-Gelben hindurchgehen, muss Trainer Niko Kovac eine Antwort auf Borussias Halbzeitproblem finden. Vier Erkenntnisse zum 24. Spieltag.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Alte Probleme und Kovac‘ neue Lösungen
Erkenntnis 1: Niko Kovac bleibt für Halbzeiträtsel noch ohne Lösung: Die Konstanz ist bei Borussia Dortmund das bekannteste Problem der vergangenen Jahre. Viele Trainer scheiterten zuletzt an diesem Thema. Kurioserweise zeigte sich das meist an 45 Minuten. Seit der Zeit unter Ex-Trainer Edin Terzic gab es selten zwei überzeugende Spielhälften. Das beste Beispiel: die zweite Halbzeit gegen Real Madrid, als der BVB unter Nuri Sahin trotz 2:0 Führung mit 2:5 verlor.
Auch Kovac hat dieses Problem noch nicht gelöst. Gegen St. Pauli zeigte sein Team durchwachsene erste 45 Minuten. Drei Katastrophenpässe von Emre Can und Ramy Bensebainis elfmeterreifes Foul (30. Minute) blieben glücklicherweise unbestraft. Bei schlussendlichem Erfolg könnten Experten von Pragmatismus sprechen, bei der Niederlage aber von fehlender Konstanz. Gerade hier könnte der BVB-Coach neue Lösungen bieten.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Kovac‘ pragmatische Art hilft Borussia Dortmund
Erkenntnis 2: Kovac‘ pragmatische Art hilft Borussia Dortmund: Der BVB-Trainer versucht, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: den sportlichen Erfolg. Seine Außendarstellung scheint Kovac relativ egal zu sein. Der Kroate will beispielsweise kriselnden Spielern Selbstbewusstsein geben, indem er sie trotz schwacher Leistungen über den grünen Klee lobt.
Im Fußball wird in solchen Fällen gerne von einer Wagenburgmentalität gesprochen. Doch tatsächlich scheint die Wir-gegen-alle-Einstellung zu fruchten. Die vom Trainer stark geredeten Spieler wie Marcel Sabitzer oder Pascal Groß zahlen es mit Leistungen zurück. Karim Adeyemi will angeblich sogar wegen Kovac in Dortmund bleiben und wurde prompt zum Schlüsselspieler gegen St. Pauli. Der BVB-Coach moderierte auch eine andere Personalie gekonnt ab.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Personalie Julian Brandt wird zu hochgekocht
Erkenntnis 3: Die Personalie Julian Brandt wird zu sehr hochgekocht: Denn fast alle TV-Kameras waren vor Spielbeginn auf den Mittelfeldstar gerichtet, weil er erstmals in dieser Saison von der Bank startete. Kovac klärte aber auf, ob der BVB ohne Julian Brandt planen würde.
Er entschärfte die Sky-Nachfrage zu Brandts möglichen Stammplatz-Verlust umgehend. „Ja natürlich“ sehe Kovac Brandt als Stammspieler, lautete die Antwort. Er betonte mehrmals, dass Borussias Zehner wegen seiner kürzlichen Muskelverletzung nur wenige Minuten spielte und bald wieder von Beginn auflaufen werde. Dem 53-Jährigen wird ohnehin unterstellt, großen Wert auf Fitness zu legen. So führte der BVB zuletzt mitten in der Saison einen Laktattest durch. Ein weiteres Vorurteil bestätigte er nur bedingt.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Kovac schreckt tatsächlich nicht vor großen Namen zurück
Erkenntnis 4: Kovac schreckt tatsächlich nicht vor großen Namen zurück: Für diese Beobachtung reicht ein Blick auf die BVB-Bank gegen St. Pauli. Mit dem erwähnten Julian Brandt, Niklas Süle, Youngster Jamie Gittens und Waldemar Anton fanden sich gleich vier durchaus gestandene Profis auf der Dortmunder Ersatzbank wieder.
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Allerdings scheint es dem Ex-Bayern-Trainer nicht darum zu gehen, einen Star abzusägen. Zu seiner Münchener Zeit wurde spekuliert, dass Kovac Thomas Müller nur auf die Bank setzte, um sich Respekt zu verschaffen. In Dortmund könnten die Personalentscheidungen viel mehr mit Fitness, Leistung und vor allem Selbstvertrauen zu tun haben.
So ist es auffällig, dass der BVB-Coach oft auf die gleiche Startelf setzt. Zum Einen könnte sich dadurch Konstanz und eine Achse ergeben. Zum Anderen gibt er seinen Schützlingen mehrere Chancen, sich zu beweisen.
Inwiefern die Erkenntnisse rund um Niko Kovac und Borussia Dortmund dann zum endgültigen Schritt aus der Krise führen, bleibt abzuwarten. Weil die Konkurrenz rund um den VfB Stuttgart und RB Leipzig patzte, steht der BVB aktuell nur noch drei Zähler hinter den internationalen Plätzen (Leipzig, 6.).
Bei Borussia Dortmund können Fans und Mannschaft endlich wieder glücklich sein! Die heftige Krise der vergangenen Wochen und Monate ist zwar noch lange nicht beendet, doch der BVB ist auf einem guten Weg, die Saison doch noch etwas erfreulich zu gestalten.
Mit zwei Siegen gegen Union Berlin (6:0) und St. Pauli (2:0) hat Borussia Dortmund schon mal gezeigt, wohin es gehen kann. Cheftrainer Niko Kovac kann auch zufrieden sein. Doch ein Problem der vergangenen Jahre muss er für die endgültige Wende wohl noch lösen.
Borussia Dortmund: Kovac muss Problem noch lösen
Es ist ein Problem, das nicht erst in dieser Saison aufgetreten ist. Borussia Dortmund fehlt die Konstanz. Wann es das letzte Mal der Fall war, dass der BVB in beiden Halbzeiten überzeugt hat, weiß vermutlich kaum ein Fan. In dieser Spielzeit war der Revierklub entweder immer in der 1. oder 2. Halbzeit richtig gut. In den anderen 45 Minuten lief fast nichts zusammen.
Auch interessant: Borussia Dortmund: BVB-Star größter Verlierer unter Kovac? Kehl lässt aufhorchen
So war es auch auf St. Pauli. Die Kovac-Elf hat St. Pauli unnötig stark gemacht, hätte sogar in Rückstand geraten können. Erst nach dem Seitenwechsel konnten die Dortmunder dann jubeln. Serhou Guirassy sorgte für die 1:0-Führung, ehe Karim Adeyemi in der Schlussphase alles klarmachte.
Da fragen sich viele Fans: Warum nicht immer so? Warum erst nach der Halbzeit oder warum nicht über das gesamte Spiel so? Auch gegen Union bei der Gala ging es in der 2. Hälfte richtig ab, als die Berliner dann so abgeschossen wurden.
Konstanz muss rein
Ein negatives Beispiel, an das sich viele Fans von Borussia Dortmund wohl ungern erinnern werden, ist die Champions-League-Partie bei Real Madrid. Zur Halbzeit führten die Schwarzgelben mit 2:0 und verloren im Bernabeu gegen den Rekordsieger der Königsklasse noch mit 2:5.
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Kovac ist zwar erst seit einigen Wochen da, doch die ersten positiven Aspekte sind schon zu sehen. Es wird also nicht mehr lange dauern, bis bei Borussia Dortmund endgültig die Trendwende perfekt ist. Dafür muss es aber auch zwei gute Halbzeiten geben.
Der BVB wusste beim 2:0 Sieg gegen St. Pauli durchaus zu überzeugen. Der Vater des Erfolgs ist Niko Kovac – ein Problem muss der Trainer aber lösen.
Dortmund – Gegen St. Pauli feierte der BVB zum ersten Mal in dieser Saison zwei Bundesliga-Siege in Folge. Dank der Treffer von Serhou Guirassy (51.) und Karim Adeyemi (58.) stehen die Dortmunder direkt vor der Tür zur Befreiung aus der sportlichen Krise. Damit die Schwarz-Gelben hindurchgehen, muss Trainer Niko Kovac eine Antwort auf Borussias Halbzeitproblem finden. Vier Erkenntnisse zum 24. Spieltag.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Alte Probleme und Kovac‘ neue Lösungen
Erkenntnis 1: Niko Kovac bleibt für Halbzeiträtsel noch ohne Lösung: Die Konstanz ist bei Borussia Dortmund das bekannteste Problem der vergangenen Jahre. Viele Trainer scheiterten zuletzt an diesem Thema. Kurioserweise zeigte sich das meist an 45 Minuten. Seit der Zeit unter Ex-Trainer Edin Terzic gab es selten zwei überzeugende Spielhälften. Das beste Beispiel: die zweite Halbzeit gegen Real Madrid, als der BVB unter Nuri Sahin trotz 2:0 Führung mit 2:5 verlor.
Auch Kovac hat dieses Problem noch nicht gelöst. Gegen St. Pauli zeigte sein Team durchwachsene erste 45 Minuten. Drei Katastrophenpässe von Emre Can und Ramy Bensebainis elfmeterreifes Foul (30. Minute) blieben glücklicherweise unbestraft. Bei schlussendlichem Erfolg könnten Experten von Pragmatismus sprechen, bei der Niederlage aber von fehlender Konstanz. Gerade hier könnte der BVB-Coach neue Lösungen bieten.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Kovac‘ pragmatische Art hilft Borussia Dortmund
Erkenntnis 2: Kovac‘ pragmatische Art hilft Borussia Dortmund: Der BVB-Trainer versucht, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren: den sportlichen Erfolg. Seine Außendarstellung scheint Kovac relativ egal zu sein. Der Kroate will beispielsweise kriselnden Spielern Selbstbewusstsein geben, indem er sie trotz schwacher Leistungen über den grünen Klee lobt.
Im Fußball wird in solchen Fällen gerne von einer Wagenburgmentalität gesprochen. Doch tatsächlich scheint die Wir-gegen-alle-Einstellung zu fruchten. Die vom Trainer stark geredeten Spieler wie Marcel Sabitzer oder Pascal Groß zahlen es mit Leistungen zurück. Karim Adeyemi will angeblich sogar wegen Kovac in Dortmund bleiben und wurde prompt zum Schlüsselspieler gegen St. Pauli. Der BVB-Coach moderierte auch eine andere Personalie gekonnt ab.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Personalie Julian Brandt wird zu hochgekocht
Erkenntnis 3: Die Personalie Julian Brandt wird zu sehr hochgekocht: Denn fast alle TV-Kameras waren vor Spielbeginn auf den Mittelfeldstar gerichtet, weil er erstmals in dieser Saison von der Bank startete. Kovac klärte aber auf, ob der BVB ohne Julian Brandt planen würde.
Er entschärfte die Sky-Nachfrage zu Brandts möglichen Stammplatz-Verlust umgehend. „Ja natürlich“ sehe Kovac Brandt als Stammspieler, lautete die Antwort. Er betonte mehrmals, dass Borussias Zehner wegen seiner kürzlichen Muskelverletzung nur wenige Minuten spielte und bald wieder von Beginn auflaufen werde. Dem 53-Jährigen wird ohnehin unterstellt, großen Wert auf Fitness zu legen. So führte der BVB zuletzt mitten in der Saison einen Laktattest durch. Ein weiteres Vorurteil bestätigte er nur bedingt.
BVB-Erkenntnisse nach Sieg gegen St. Pauli: Kovac schreckt tatsächlich nicht vor großen Namen zurück
Erkenntnis 4: Kovac schreckt tatsächlich nicht vor großen Namen zurück: Für diese Beobachtung reicht ein Blick auf die BVB-Bank gegen St. Pauli. Mit dem erwähnten Julian Brandt, Niklas Süle, Youngster Jamie Gittens und Waldemar Anton fanden sich gleich vier durchaus gestandene Profis auf der Dortmunder Ersatzbank wieder.
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Allerdings scheint es dem Ex-Bayern-Trainer nicht darum zu gehen, einen Star abzusägen. Zu seiner Münchener Zeit wurde spekuliert, dass Kovac Thomas Müller nur auf die Bank setzte, um sich Respekt zu verschaffen. In Dortmund könnten die Personalentscheidungen viel mehr mit Fitness, Leistung und vor allem Selbstvertrauen zu tun haben.
So ist es auffällig, dass der BVB-Coach oft auf die gleiche Startelf setzt. Zum Einen könnte sich dadurch Konstanz und eine Achse ergeben. Zum Anderen gibt er seinen Schützlingen mehrere Chancen, sich zu beweisen.
Inwiefern die Erkenntnisse rund um Niko Kovac und Borussia Dortmund dann zum endgültigen Schritt aus der Krise führen, bleibt abzuwarten. Weil die Konkurrenz rund um den VfB Stuttgart und RB Leipzig patzte, steht der BVB aktuell nur noch drei Zähler hinter den internationalen Plätzen (Leipzig, 6.).
Nur ein Sieg aus neun Spielen: Der SV Werder Bremen will am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Live-Ticker) gegen den VfL Wolfsburg die Trendwende schaffen – der Vorbericht!
Bremen – Im Spielertrakt des Weserstadions, das hat Werders Cheftrainer Ole Werner am Donnerstag verraten, hängt schon seit längerer Zeit ein sehr bekannter Spruch an der Wand. Ach was: eine Weisheit, die seit Jahrzehnten fest im deutschen Fußballsprachgebrauch verankert ist. „Entscheidend is‘ auf’m Platz.“ Gesagt hat das einst BVB-Legende Alfred „Adi“ Preißler, womit er eine denkbar simple, aber gerade deshalb so treffende Grundformel für den Sport geliefert hat. Dass sie bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat, ist unumstritten – und doch müssen sie beim SV Werder Bremen in diesen Tagen hart dafür arbeiten, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Seit Wochen ausbleibende Ergebnisse und Spieler, die sich dafür gegenseitig (und öffentlich) die Schuld in die Schuhe schieben – im Jahr 2025 gibt Grün-Weiß ein höchst besorgniserregendes Bild ab, mit dem blamablen Pokal-Aus bei Drittligist Bielefeld als vorläufigem Tiefpunkt. Wie er die Lage wieder in den Griff bekommen möchte, hat Trainer Werner vor dem anstehenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) erklärt – und dabei verraten, dass es ein spezielles Problem bei Werder schon seit Jahren gibt.
Werder Bremen im Liveticker gegen den VfL Wolfsburg: Ole Werner fordert zu mehr Geschlossenheit auf
„Wir hatten in der Vergangenheit schon häufiger solche Themen, die jetzt nach draußen dringen. Das ist nicht neu für mich“, sagte der 36-Jährige, „es sind Themen, die mich hier mindestens schon seit zweieinhalb Jahren beschäftigen und die auch im Verein bekannt sind.“ Auf Nachfrage eines Journalisten, was er denn genau damit meine, kam Ole Werner auf den Bremer Umgang mit Misserfolgen zu sprechen. Zwar hätten fraglos personelle Ausfälle, negative Ergebnisse und ein wiederum dadurch schwindendes Selbstvertrauen zur Krise beigetragen. „Es ist aber auch der Umgang mit Situationen, in denen Ergebnisse nicht für uns sprechen“, sagte Werner. „Man muss dann trotzdem bei sich bleiben und die Dinge gemeinsam angehen. Das haben wir in den letzten Wochen zu selten getan. Es ist etwas, das uns in Phasen immer mal wieder beschäftigt.“ In einer Fußball-Mannschaft sei das nichts Ungewöhnliches – nur hat es sich für Werder Bremen inzwischen zum handfesten Problem ausgewachsen. Werner selbst hatte es nach dem 0:5 in Freiburg öffentlich zur Sprache gebracht.
„Dass es jetzt nach außen dringt, hat sicherlich damit zu tun, dass wir gestiegene Erwartungen an uns haben und dass es diese Themen bei uns schon sehr lange gibt“, sagte der Chefcoach des SV Werder Bremen, der bisher nicht imstande war, sein Team in diesem Punkt wieder auf Kurs zu bringen. Grundsätzlich sei er das und sei es auch die Mannschaft aber sehr wohl, betonte Ole Wernervor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg: „Wir haben das immer wieder bearbeitet und auch in den Griff bekommen. Es ist wichtig, dass wir uns vor Augen halten, dass wir in der Lage sind, diese Dinge zu ändern.“ Genau darum gehe es jetzt wieder, schnellstmöglich.
Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg im DeichStube-Live-Ticker: Clemens Fritz will keine Trainer-Diskussion aufkommen lassen
Öffentliche Ansagen von Profis wie Leonardo Bittencourt, der nach dem Pokal-Aus in Bielefeld Mitspieler Derrick Köhn verbal attackiert hatte, sind für den Trainer dabei nicht das Problem. „Ich bin nicht derjenige, der sagt: ,Das geht gar nicht‘. Man kann durchaus auch mal offene und härtere Worte finden“, hielt Ole Werner fest. Seine Bedingung dabei: „Das Entscheidende ist, dass man sich im Nachhinein zusammenrauft und beim nächsten Mal wieder als Einheit auf dem Platz steht und alles füreinander tut.“ In dieser Hinsicht will der Trainer des SV Werder Bremen auf sein angeschlagenes Team einwirken. „Der Kopf spielt in so einer Phase natürlich eine Rolle. Als Trainer bist du nie nur in fußballerischen Fragen gefordert, sondern auch in diesem Bereich.“
Ole Werner selbst geht vor dem Wolfsburg-Spiel betont sachlich mit der angespannten Situation um. Die zuletzt zunehmende Kritik an seiner Person, die Sportchef Clemens Fritz bereits zum Satz „Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion“ veranlasste, lässt ihn – zumindest nach außen hin – kalt. „Ich habe seit über drei Jahren ununterbrochen Werder im Kopf. Natürlich gewinne ich lieber Spiele, denn für uns alle sind die Tage angenehmer, wenn man Erfolgserlebnisse hat. Aktuell ist keine Zeit, in der wir beschwingt über die Flure laufen“, sagte Werner, betonte jedoch auch: „Ich sehe es aber trotzdem so, wie es ist: Es ist mein Job, mit der Mannschaft zu arbeiten und Antworten zu finden, um wieder positive Ergebnisse zu erzielen. Es ist mein Job, sich darum zu kümmern und entsprechend zu liefern.“ Am besten schon am Samstag, wenn der SV Werder Bremen im eigenen Stadion gegen den VfL Wolfsburg (live im TV) spielt. „Das ist eine Mannschaft mit hoher Qualität, die sehr geradlinig spielt und den direkten Weg zum Tor sucht“, sagte Werner, der gegen Ende des Medientermins am Donnerstag beinahe froh wirkte, endlich über den Sport Fußball sprechen zu können. Wie gesagt: „Entscheidend is‘ auf’m Platz.“ Hängt bei Werder ja sogar an der Wand. (dco)
Nur ein Sieg aus neun Spielen: Der SV Werder Bremen will am Samstag (15.30 Uhr/DeichStube-Live-Ticker) gegen den VfL Wolfsburg die Trendwende schaffen – der Vorbericht!
Bremen – Im Spielertrakt des Weserstadions, das hat Werders Cheftrainer Ole Werner am Donnerstag verraten, hängt schon seit längerer Zeit ein sehr bekannter Spruch an der Wand. Ach was: eine Weisheit, die seit Jahrzehnten fest im deutschen Fußballsprachgebrauch verankert ist. „Entscheidend is‘ auf’m Platz.“ Gesagt hat das einst BVB-Legende Alfred „Adi“ Preißler, womit er eine denkbar simple, aber gerade deshalb so treffende Grundformel für den Sport geliefert hat. Dass sie bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren hat, ist unumstritten – und doch müssen sie beim SV Werder Bremen in diesen Tagen hart dafür arbeiten, sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen. Seit Wochen ausbleibende Ergebnisse und Spieler, die sich dafür gegenseitig (und öffentlich) die Schuld in die Schuhe schieben – im Jahr 2025 gibt Grün-Weiß ein höchst besorgniserregendes Bild ab, mit dem blamablen Pokal-Aus bei Drittligist Bielefeld als vorläufigem Tiefpunkt. Wie er die Lage wieder in den Griff bekommen möchte, hat Trainer Werner vor dem anstehenden Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) erklärt – und dabei verraten, dass es ein spezielles Problem bei Werder schon seit Jahren gibt.
Werder Bremen im Liveticker gegen den VfL Wolfsburg: Ole Werner fordert zu mehr Geschlossenheit auf
„Wir hatten in der Vergangenheit schon häufiger solche Themen, die jetzt nach draußen dringen. Das ist nicht neu für mich“, sagte der 36-Jährige, „es sind Themen, die mich hier mindestens schon seit zweieinhalb Jahren beschäftigen und die auch im Verein bekannt sind.“ Auf Nachfrage eines Journalisten, was er denn genau damit meine, kam Ole Werner auf den Bremer Umgang mit Misserfolgen zu sprechen. Zwar hätten fraglos personelle Ausfälle, negative Ergebnisse und ein wiederum dadurch schwindendes Selbstvertrauen zur Krise beigetragen. „Es ist aber auch der Umgang mit Situationen, in denen Ergebnisse nicht für uns sprechen“, sagte Werner. „Man muss dann trotzdem bei sich bleiben und die Dinge gemeinsam angehen. Das haben wir in den letzten Wochen zu selten getan. Es ist etwas, das uns in Phasen immer mal wieder beschäftigt.“ In einer Fußball-Mannschaft sei das nichts Ungewöhnliches – nur hat es sich für Werder Bremen inzwischen zum handfesten Problem ausgewachsen. Werner selbst hatte es nach dem 0:5 in Freiburg öffentlich zur Sprache gebracht.
„Dass es jetzt nach außen dringt, hat sicherlich damit zu tun, dass wir gestiegene Erwartungen an uns haben und dass es diese Themen bei uns schon sehr lange gibt“, sagte der Chefcoach des SV Werder Bremen, der bisher nicht imstande war, sein Team in diesem Punkt wieder auf Kurs zu bringen. Grundsätzlich sei er das und sei es auch die Mannschaft aber sehr wohl, betonte Ole Wernervor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg: „Wir haben das immer wieder bearbeitet und auch in den Griff bekommen. Es ist wichtig, dass wir uns vor Augen halten, dass wir in der Lage sind, diese Dinge zu ändern.“ Genau darum gehe es jetzt wieder, schnellstmöglich.
Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg im DeichStube-Live-Ticker: Clemens Fritz will keine Trainer-Diskussion aufkommen lassen
Öffentliche Ansagen von Profis wie Leonardo Bittencourt, der nach dem Pokal-Aus in Bielefeld Mitspieler Derrick Köhn verbal attackiert hatte, sind für den Trainer dabei nicht das Problem. „Ich bin nicht derjenige, der sagt: ,Das geht gar nicht‘. Man kann durchaus auch mal offene und härtere Worte finden“, hielt Ole Werner fest. Seine Bedingung dabei: „Das Entscheidende ist, dass man sich im Nachhinein zusammenrauft und beim nächsten Mal wieder als Einheit auf dem Platz steht und alles füreinander tut.“ In dieser Hinsicht will der Trainer des SV Werder Bremen auf sein angeschlagenes Team einwirken. „Der Kopf spielt in so einer Phase natürlich eine Rolle. Als Trainer bist du nie nur in fußballerischen Fragen gefordert, sondern auch in diesem Bereich.“
Ole Werner selbst geht vor dem Wolfsburg-Spiel betont sachlich mit der angespannten Situation um. Die zuletzt zunehmende Kritik an seiner Person, die Sportchef Clemens Fritz bereits zum Satz „Es gibt bei uns keine Trainerdiskussion“ veranlasste, lässt ihn – zumindest nach außen hin – kalt. „Ich habe seit über drei Jahren ununterbrochen Werder im Kopf. Natürlich gewinne ich lieber Spiele, denn für uns alle sind die Tage angenehmer, wenn man Erfolgserlebnisse hat. Aktuell ist keine Zeit, in der wir beschwingt über die Flure laufen“, sagte Werner, betonte jedoch auch: „Ich sehe es aber trotzdem so, wie es ist: Es ist mein Job, mit der Mannschaft zu arbeiten und Antworten zu finden, um wieder positive Ergebnisse zu erzielen. Es ist mein Job, sich darum zu kümmern und entsprechend zu liefern.“ Am besten schon am Samstag, wenn der SV Werder Bremen im eigenen Stadion gegen den VfL Wolfsburg (live im TV) spielt. „Das ist eine Mannschaft mit hoher Qualität, die sehr geradlinig spielt und den direkten Weg zum Tor sucht“, sagte Werner, der gegen Ende des Medientermins am Donnerstag beinahe froh wirkte, endlich über den Sport Fußball sprechen zu können. Wie gesagt: „Entscheidend is‘ auf’m Platz.“ Hängt bei Werder ja sogar an der Wand. (dco)
In dieser Saison kommt der FC Bayern bisher ohne waschechten Anführer im Abwehrzentrum aus. Ein Fakt, der für Diskussionen sorgt.
Für Dayot Upamecano dürfte es ein innerer Triumph gewesen sein: Nach dem Spiel bei Celtic Glasgow wurde der Franzose zum „Player of the match“ gewählt. Eine Ehre, die Abwehrspielern eher selten zuteilwird. Meistens sind es die Offensivstars, die diese Trophäe abstauben.
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Auch wenn man über Sinn und Nutzen solcher individueller Ehrungen trefflich streiten kann: Fakt ist, dass sich Upamecano im Vergleich zur Vorsaison positiv entwickelt hat.
Die Fehlerquote ist gesunken, er fühlt sich unter Trainer Vincent Kompany deutlich wohler als unter dessen Vorgänger im Amt des Bayern-Trainers.
Upamecano hat ein Imageproblem
Und trotzdem hat der Franzose ein Problem: Einen Ruf als Abwehrboss hat er sich noch immer nicht erarbeitet.
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Sein Image in der Öffentlichkeit leidet weiterhin unter seinen Auftritten in Manchester im Jahr 2023 und in Heidenheim im Frühling 2024. Spiele, die weit in der Vergangenheit liegen, aber trotzdem nachwirken. Das mag unfair sein, ist aber Fakt.
Auf die Spitze trieb es jüngst Ivan Klasnic. Der Ex-Profi sagte in der Talkrunde „At Broski“: „Die Abwehr ist gar nix. Den Upamecano kannst du gleich wegschmeißen. Die meisten Fehler passieren über seine Seite“. Worte, die den Franzosen schmerzen dürften und deutlich überzogen sind.
FCB-Sportvorstand Max Eberl – schon seit Monaten als Anwalt der bayerischen Abwehrreihe unterwegs – hielt in Glasgow dagegen. „Ich habe ihn schon die ganze Saison sehr stabil gesehen. Er hat heute Situationen gelöst, er spielt Mann gegen Mann da hinten. Upa ist für mich ein herausragender Innenverteidiger“, sagte der 51-Jährige zu SPORT1.
Diskussion wird zum Nerv-Thema
Dass „Upa“ nicht dem entspricht, was man in Fußball-Deutschland unter einem „Abwehrboss“ versteht, bemängelt aber auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.
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„Bayern braucht in der Abwehr einen Leader. Einen, der den Nebenmann führt. Denn das sind weder Kim noch Upamecano. Sie sind beide talentiert, gute Spieler, aber vom Naturell keine Anführer“, erklärte Matthäus in der Sport Bild.
Worte, die selbst dem eigentlich ruhig agierenden Kompany auf die Nerven gehen. „Das sind immer diese Sprüche … Wenn man mal Preise in die Luft streckt, hat man viele Bosse. Das ist eine Aussage, die ich schon seit 30 Jahren höre. Das kommt immer wieder“, sagte der Belgier am Freitagvormittag auf Nachfrage von SPORT1.
Kompany stützt Bayern-Star
Vermutlich würde man Upamecano ohnehin keinen Gefallen damit tun, ihn einfach zum Chef zu ernennen. Er ist kein Lautsprecher, ein Schreihals erst recht nicht. Die Kritik wird daher wahrscheinlich bleiben in dieser sehr „deutschen“ Diskussion.
Die Sehnsucht nach Anführern auf dem Feld ist hierzulande deutlicher ausgeprägt als woanders. Kompany seinem Schützling trotzdem (oder gerade deswegen) Zeit geben.
„Ich war als junger Spieler auch nicht sofort ein Abwehrboss. Am Ende war deutlich, wer der Boss in der Verteidigung war. Das muss wachsen. Das kann man nicht herbeireden, sondern muss man zeigen. Das dauert, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Bayern-Trainer.
Upamecano selbst werden vermutlich nur gute Leistungen dabei helfen, die Kritiker und sein Image als Fehlerquelle abzuschütteln. Die Auszeichnung in Glasgow war da ein weiterer Schritt.
Gregor Kobel ist ein Spitzenkeeper, doch unter Nuri Sahin standen auch seine Schwächen im Scheinwerferlicht. Niko Kovac könnte das mit seiner Spielidee ändern – und den BVB aus einem Dilemma befreien.
BVB-Torhüter Gregor Kobel ist ein Garant für wenig Gegentore, Verlässlichkeit und beeindruckende Paraden. Seine Bedeutung für die Dortmunder Mannschaft ist enorm – eigentlich.
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Trotzdem waren zuletzt Diskussionen um Kobel aufgekommen. Der Hauptgrund: Mit dem Ball am Fuß wackelt der Schweizer häufiger. Was in der Vergangenheit nicht gerade selten zu haarsträubenden Situationen führte.
Mal war es ein unsauberer Pass, mal ein Querschläger ins Seiten-Aus und manchmal stockte den Fans allein der Atem, wenn der 27-Jährige am Ball war.
Es gibt allerdings Grund anzunehmen, dass unter dem neuen Coach Niko Kovac einiges besser wird für den Dortmunder Keeper: Die Philosophie des Kroaten kommt ihm eher entgegen als die von Vorgänger Nuri Sahin.
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BVB-Keeper Kobel: Fußballerisch ausbaufähig
Unter Kovacs Vorgänger Nuri Sahin war es eindringlich gewünscht, Situationen spielerisch zu lösen – was Kobel ein ums andere Mal nicht optimal gelungen war.
Man denke zurück an das letzte Ligaphasenspiel gegen Schachtar Donezk in der Champions League. Der BVB führte durch einen Doppelpack von Serhou Guirassy mit 2:0, die Dortmunder agierten klar überlegen. Doch in der 50. Minute stoppte der Kobel einen einfachen Rückpass von Pascal Groß zu lässig und wurde prompt für diese technische Unsauberkeit bestraft – 2:1. Die Ukrainer kamen nochmal ran. Der BVB gewann zwar am Ende noch 3:1, unnötig spannend machte es der Torhüter mit seiner Aktion dennoch.
Wie gut ein mitspielender Torhüter für das Spiel der Dortmunder – zumindest unter Ex-Trainer Sahin – sein kann, bewies in dieser Saison die Nummer zwei des BVB, Alexander Meyer. Sowohl gegen RB Leipzig (2:1) als auch bei der Pleite gegen Mainz (1:3) stellte er seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß unter Beweis und wirkte dabei sicherer als Kobel.
Kovac nimmt Druck von Kobel
Doch wie komplett muss ein Torhüter wirklich sein? Wie kompromisslos muss er das spielerische Element verkörpern? Kovac vertritt in dieser Hinsicht eine andere Einstellung als Sahin.
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„Wir dürfen nicht den Fehler machen und denken, wenn es eng wird, dass man gewisse Situationen immer spielerisch lösen kann und muss“, meinte Kovac jüngst auf SPORT1-Nachfrage.
Es gebe „große Mannschaften in der Welt, die, wenn es eng wird, den Ball auch mal nach vorne schlagen oder notfalls auch mal auf die Tribüne. Da darf sich keiner zu schade sein.“
In Lissabon ging es in die richtige Richtung
In Lissabon konzentrierte sich Kobel in Kovacs Sinne auf die Aktionen, die in der Stellenbeschreibung eines Torhüters ganz oben stehen: Bälle halten. Und prompt konnte der Schlussmann, der weitaus seltener am Ball war, glänzen und sorgte unter anderem dafür, dass die Dortmunder bereits nach dem Hinspiel der Play-Off-Runde mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League stehen.
„Wenn er das Gefühl hat, er kann aufbauen, dann soll es machen und dann ist auch erwünscht. Wenn nicht, dann ist es kein Problem und keine Schande, wenn man den Ball über die Mittellinie schlägt. Dann geht’s darum, dass man die zweiten Bälle gewinnt. Das ist auch ein Teil des Fußballspiels. Ja nicht auf Teufel kommt raus“, erklärte Kovac und dürfte mit diesen Aussagen wohl für Erleichterung bei seiner Nummer eins sorgen.
Natürlich: Torhüter müssen heutzutage, anders als früher, deutlich mehr mitbringen. Einzig und allein stark auf der Linie zu sein und nahezu unhaltbare Bälle aus dem Winkel zu fischen, reicht auf höchstem Niveau schon lange nicht mehr aus.
Stärken und Schwächen bei den verschiedenen Anforderungen hat trotzdem weiter jeder Keeper – und die Spielidee eines Trainers kann einen entscheidenden Unterschied machen, was zur Geltung kommt.
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Transfer Kobels könnte wieder zur Verlockung werden
Gewiss ist: Kobel ist ein Spitzenkeeper, was man auch daran sieht, dass er in der Vergangenheit immer wieder Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt hat. In nahezu jeder der drei vergangenen Transferperioden wurde über einen Abgang des Leistungsträgers spekuliert, ein Wechsel in die Premier League war oft Thema – und könnte es wieder werden.
Durch den Transfer von Diant Ramaj, der direkt weiterverliehen wurde, hat der BVB eine neue Zukunftsoption. Und die potenzielle Ablösesumme für Kobel (Vertrag bis 2028, Marktwert über 40 Millionen Euro) ist für Dortmund eine Verlockung. Vor allem dann, wenn der BVB das internationale Geschäft verpassen sollte, täte sich im Sommer-Transferfenster ein kniffliges Dilemma auf.
Für den Moment allerdings ist klar: Bei Kovac ist Kobel gesetzt. Und wenn es dem BVB-Trainer gelingt, die Defizite seines Schlussmanns clever zu kaschieren, werden sie die Diskussionen um die Nummer 1 beruhigen – jetzt und wohl auch in unmittelbarer Zukunft.