Schwere Zeiten für BVB-Leihgabe Youssoufa Moukoko: Bei OGC Nizza spielt der Stürmer keine Rolle mehr. Die Rückkehr nach Dortmund im Sommer steht bevor.
BVB-Spielmacher Julian Brandt steckt im Formtief. Die Versuche, ihn starkzureden, schlagen fehl. Die Zweifel mehren sich. Ein Abschied im Sommer wird zum Thema.
BVB-Rechtsverteidiger Yan Couto überzeugt auf St. Pauli als Ersatz für Julian Ryerson. Ein Trick von Trainer Niko Kovac verschafft ihm entscheidende Freiheiten.
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Emre Can drückte ihn nach Abpfiff ganz fest an seine Brust und tätschelte seinen Kopf. Auch Giovanni Reyna nahm Yan Couto mit einem breiten Grinsen in den Arm. Der 2:0-Sieg beim FC St. Pauli war ein wichtiger Schritt – für Borussia Dortmund insgesamt und für den Brasilianer im Speziellen. Am Millerntor hatte Couto erstmals unter Niko Kovac von Beginn an das Vertrauen erhalten. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Julian Ryerson stand der 22-Jährige erstmals seit dem Jahresauftakt gegen Bayer Leverkusen in der Startelf – und hinterließ einen guten Eindruck.
BVB-Trainer Kovac spendiert Couto ein Lob
„Seit ich da bin, hat Yan es gut gemacht. Er hat relativ wenige Minuten bekommen. Aber ich war davon überzeugt, dass wir heute mehr Ballbesitz haben werden, dass wir ihn brauchen mit seiner Ruhe am Ball, dass er das richtig managt“, erläuterte Kovac seine Entscheidung. Der BVB-Trainer sah sich hinsichtlich seiner Einschätzung bestätigt.
Couto wies die drittmeisten Ballkontakte (106) aller Borussen auf, zudem initiierten die Schwarzgelben gut ein Drittel ihrer Angriffe über die rechte Seite. Das hatte mit einer taktischen Umstellung Kovacs zur Halbzeit zu tun. Bevor der Brasilianer allerdings offensiv häufiger in Erscheinung trat, war er spürbar auf Sicherheit und Stabilität bedacht, indem er St. Paulis Flügelstürmer Elias Saad beschattete. Zwar verlor Couto noch immer die Mehrzahl seiner Zweikämpfe (32 Prozent gewonnene Duelle), aber – und das ist ein wichtiger Fortschritt – er zeigte sich gewillt, sie zu führen.
BVB-Systemumstellung nach der Pause
„Je länger das Spiel gedauert hat, desto besser kam Yan rein“, befand Sport-Geschäftsführer Lars Ricken. Coutos zunehmendes Zutrauen korrespondierte eng mit der Systemumstellung. Anders als noch in den ersten 45 Minuten, in denen der BVB im zuletzt regelmäßig exerzierten 3:2-Aufbau agierte, suchte der Trainer nun durch den Aufbau über die Viererkette (4:1) bewusst mehr Breite.
„Dadurch haben wir unsere Außenverteidiger besser ins Spiel gebracht, konnten die erste Verteidigungslinie überspielen und hatten Kontrolle im Spiel“, sagte Kovac. Couto nutzte das hinzugewonnene Maß an Freiheiten, um nun verstärkt über die rechte Seite anzuschieben.
Wichtige Impulse für BVB-Offensive
Schon unmittelbar vor der Pause hatte er die bis dato beste BVB-Torchance mit einem Steilpass auf Karim Adeyemi eingeleitet. Und es kam auch nicht von ungefähr, dass Couto seine Anteile am Führungstreffer von Serhou Guirassy (50.) besaß, weil es seine Flanke war, die in den Strafraum segelte und dort von Adeyemi aufgegriffen wurde, um das 1:0 einzuleiten.
Kovac bescheinigte Couto daher einen gelungenen Auftritt am Millerntor. „Nicht nur, weil er am ersten Tor mit beteiligt war. Er hat auch hinten richtig gut abgeräumt, die Zweikämpfe geführt. Er hat eine richtig gute Leistung gezeigt. Das habe ich mir von ihm erwartet, von ihm erhofft und das hat er auch bestätigt.“ Die Vorstellung war also ein wichtiger Schritt, dem weitere folgen müssen. Das eint Couto und den BVB gleichermaßen.
BVB-Offensivspieler Karim Adeyemi meldet sich beim 2:0 gegen St. Pauli mit einem Treffer zurück. Kann der 23-Jährige endlich auf Strecke überzeugen?
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Für den Spott brauchte er nicht zu sorgen, die Sticheleien kamen ungefragt. Karim Adeyemi, selbst mit einem ausgeprägten Sinn für kleinere Albereien ausgestattet, konnte das gut ertragen. „Manchmal hat er einen besseren Schuss mit dem rechten als mit seinem starken linken Fuß“, meinte Nico Schlotterbeck und spielte auf die Szene beim 2:0 des BVB an. Da setzte sich Adeyemi gleich gegen zwei St. Paulianer durch, behielt die Übersicht und schob den Ball überlegt ins Tor. Mit dem rechten Fuß.
BVB-Profi Adeyemi beeindruckt Kehl
„Das ist so ein Joke zwischen uns“, sagte der 23-jährige Adeyemi und nahm Schlotterbecks Analyse mit Humor auf. „Ich glaube, der Linke ist trotzdem noch besser als der Rechte.“ Weitaus entscheidender als die Wahl des Spielbeins scheint beim ehemaligen Nationalspieler die Tendenz, seltener Bruder Leichtfuß zu sein. „Ich finde, diese Szene vor unserem zweiten Tor taugt ein bisschen als ein Spiegelbild, weil Karim nicht hinfällt und liegenbleibt, sondern sich wehrt und sich durchsetzt“, erklärte Sebastian Kehl. Dem BVB-Sportdirektor gefiel, „wie wir einfach unbedingt dieses Spiel gewinnen wollten. Und da braucht man am Ende auch solche Aktionen.“
Nach 45 Minuten, in denen die Borussen „sehr träge“ (Schlotterbeck) auftraten und kaum Tempo in die Ballaktionen bekamen, genügte nach Wiederanpfiff eine Viertelstunde mit erhöhter Intensität, um zum ersten Mal in dieser Saison zwei Bundesliga-Siege hintereinander einzufahren. Beim 1:0 durch Serhou Guirassy (50.) leistete Adeyemi mit konsequentem Nachsetzen an der Strafraumgrenze die Vorarbeit, dann machte er acht Minuten später gegen alle Widerstände der Hamburger selbst den Deckel drauf.
BVB-Arbeitssieg gegen St. Pauli
Der BVB-Sieg bei den Kiezkickern war alles andere als ein Schmuckstück. Doch die neu gewonnene Stabilität in der Defensive beim vierten Zu-Null-Spiel in der sechsten Partie unter Trainer Niko Kovac und eine gute Effizienz in der Offensive reichten aus. Unter anderem, weil Adeyemi die Lücke zwischen Potenzial und tatsächlicher Performance kleiner werden ließ.
Den ordentlichen Start ins Spieljahr konnte der schnelle Flügelstürmer wegen einer schweren Muskelverletzung seit Anfang Oktober nicht bestätigen. Erst fiel er lange aus, dann gestaltete sich der Formaufbau bei ihm zum wiederholten Male (zu) langwierig. Der Unterschiedsspieler Adeyemi fehlte dem BVB im Krisenwinter als Leistungsträger. Eine Situation, die dem gebürtigen Münchner zusetzte. „Natürlich macht das etwas mit einem Spieler, wenn wir auf einem schlechten Tabellenplatz stehen. Und ich persönlich habe ja auch meine Ziele nicht erreicht“, sagte er am Samstag. „Ich habe noch etwas gutzumachen.“
BVB benötigt Adeyemi als Unterschiedsspieler
Seine Bude am Millerntor war erst die dritte in der Bundesliga-Saison, eine viel zu geringe Ausbeute. Doch die Entwicklung zeigt wieder nach oben, nicht erst seit diesem Spiel auf St. Pauli, wo er mit sechs Abschlüssen einen persönlichen Rekord aufstellte, sondern auch in den Partien zuvor. „Viele Einzelgespräche“ (Kehl) habe man mit Adeyemi geführt, der nicht nur Haken schlagen und schnell flitzen, sondern Mitspieler und Zuschauer zur Verzweiflung treiben kann, wenn er sich in Mätzchen aufreibt, nach harten Zweikämpfen zu früh ein Foul ziehen will oder mit dem Unparteiischen diskutiert, anstatt sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren.
Neben seinem Scherz über den beidfüßigen Vordermann fand Schlotterbeck auch Worte, die Adeyemis Lage skizzieren. „Ich finde, er kommt langsam wieder in den Schwung, den er in der Hinrunde teilweise schon hatte.“ Warum? „Wenn er sauber Fußball spielt, seriös Fußball spielt“, dann bringe der Lockenschopf einen Mehrwert.
BVB-Geschäftsführer Ricken: „Pirschen uns heran“
Trotz des wertvollen Dreiers auf dem Kiez verkniffen sich die BVB-Bosse Ansagen zur Aufholjagd in der Tabelle. „Wir pirschen uns heran“, sagte Sportchef Lars Ricken. Auch Kehl betonte: „Unser Ziel muss es sein, durch Ergebnisse unsere Situation zu beeinflussen.“ Noch steht die Borussia auf Rang zehn, doch Platz vier ist nur noch sechs Zähler entfernt. Für Rechenspiele bleibt sowieso keine Zeit. Am Dienstag (21 Uhr) steht Champions League auf dem Programm, im Achtelfinal-Hinspiel geht es gegen OSC Lille. Ein stärkerer Gegner für einen erstarkten BVB.
Die BVB-Profis sind nach dem Sieg beim FC St. Pauli zurück in Dortmund. Schon rückt das Lille-Hinspiel in den Fokus. So läuft die Vorbereitung.
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Nach einer ruhigen Woche zwischen den Spielen gegen Union Berlin (6:0) und beim FC St. Pauli (2:0) geht die turbulente Saison bei Borussia Dortmund mit zwei Englischen Wochen weiter. Schon am Dienstag (21 Uhr) steigt im Signal Iduna Park das Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den OSC Lille.
BVB zwischen St. Pauli und Lille
Zwischen der Rückehr aus Hamburg und dem Anstoß in der Könisgklasse liegen gerade einmal 72 Stunden. Eine Handvoll Fans empfing die BVB-Spieler am Samstagabend um kurz nach 20.30 Uhr am Dortmund Airport. Niko Kovac und Pascal Groß gaben gut gelaunt Autogramme. Dortmunds Trainer suchte anschließend im Teambus noch kurz das Gespräch mit Kapitän Emre Can.
BVB-Einzelkritik gegen St. Pauli Adeyemi meldet sich zurück – Couto macht wichtigen Schritt
BVB Einzelkritik
Die Lille-Vorbereitung ist eng getaktet: Am Sonntagvormittag steht das obligatorische Auslaufen in Brackel an. Die Stammspieler arbeiten im Kraftraum, die Reservisten sind auf dem Rasen gefordert. Das Abschlusstraining folgt am Montagnachmittag (15 Uhr), letzte taktische Feinheiten werden am Dienstagmittag beim Anschwitzen einstudiert. Anschließend geht die Mannschaft ins Teamhotel.
Dortmund. Borussia Dortmund muss am Samstag beim FC St. Pauli antreten. Trainer Niko Kovac erklärt auf der Pressekonferenz seine Ideen für das Spiel.
Niko Kovac hatte in dieser Woche ungewöhnlich viel Zeit mit seiner Mannschaft. Eine Woche ohne Champions League, dafür einige echte Trainingseinheiten, in denen er auch endlich inhaltlich konkret mit seinen Spielern arbeiten konnte. Welche Auswirkungen das schon gegen den FC St. Pauli am Samstag haben wird? Das dürfte Kovac am Freitagmittag auf der Pressekonferenz erklären.
Für den BVB ist das Spiel am Millerntor besonders wichtig. Wenn man trotz dieser bislang schwachen Saison den Schwung aus dem Kantersieg gegen Union Berlin mitnehmen kann, ist vielleicht am Ende doch noch ein Champions-League-Platz drin. Außerdem gilt es, sich weiter Selbstvertrauen für das Achtelfinale in der Königsklasse zu holen. Denn schon am Dienstag muss der BVB zu Hause gegen OSC Lille vorlegen.
All das wird Kovac im Blick haben. Auf der Pressekonferenz wird er darüber sprechen, welches Personal er in Hamburg zur Verfügung haben wird, wie er die starke Defensive knacken will und ob der Sieg gegen Union nun die Wende unter ihm war.
Live! BVB-Pressekonferenz mit Niko Kovac
Hier tickern wir ab 14 Uhr die Aussagen von Kovac live
BVB-Trainer Niko Kovac ist seit rund drei Wochen im Amt. Der neue Dortmund-Coach setzt auf einen harten Kern an Profis. Das sind die Verlierer dieser Entwicklung.