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  • Sieg in Lille ist Pflicht: Der BVB manövriert sich in Kovacs Lieblingsmotto

    Sieg in Lille ist Pflicht: Der BVB manövriert sich in Kovacs Lieblingsmotto



    Sieg in Lille ist Pflicht

    Der BVB manövriert sich in Kovacs Lieblingsmotto

    Die erste Halbzeit hui, die zweite pfui: Borussia Dortmund spielt im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen OSC Lille so wankelmütig, wie sich das Team seit Monaten gibt. Das ärgert Trainer Niko Kovac und seine Spieler – und macht ganz klar, wie es nächste Woche laufen muss.

    “Keep it simple” heißt das Motto von Trainer Niko Kovac, seitdem er bei Borussia Dortmund übernommen hat. Zumindest in einem Punkt halten sich seine Spieler daran: Wenn es in der kommenden Woche im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League zu OSC Lille (Mittwoch, 18.45 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker) geht, ist die Ausgangslage klar. Der BVB muss gewinnen. Ganz einfach also.

    So sieht es auch Karim Adeyemi: “Dann holen wir es halt bei denen zu Hause”, sagt er so selbstbewusst wie trotzig. Und eben getreu dem Kovac-Motto. Zumindest theoretisch ist das einfach. Aber an der praktischen Umsetzung darf gezweifelt werden. Schließlich ist beim BVB seit Monaten alles überhaupt nicht simpel. Und schon gar nicht leicht zu erklären. Ein ständiges Hin und Her in der Leistung – sogar innerhalb des Spiels. So ist das 1:1 (1:0) gegen Lille folgerichtig. Aber eben auch schmerzhaft. “Das müssen und können wir viel besser”, hadert Kapitän Emre Can.

    Borussia Dortmund – OSC Lille 1:1 (1:0)

    Borussia Dortmund: Kobel – Ryerson (82. Couto), Can, Schlotterbeck, Svensson (83. Bensebaini) – Groß, Sabitzer – Adeyemi, Brandt (83. Reyna), Gittens (66. Beier) – Guirassy; Trainer: Kovač
    Lille: Chevalier – Meunier, Diakite, Alexsandro, Ismaily (77. Bakker) – Mukau (77. Gomes), Andre, Bouaddi – Mbappé (71. Fernandez-Pardo), Haraldsson – David; Trainer: Génésio
    Schiedsrichter: José María Sánchez Martínez (Spanien)
    Tore: 1:0 Adeyemi (22.), 1:1 Haraldsson (68.)
    Gelbe Karten: Can, Groß (2) –
    Zuschauer: 81.365 (ausverkauft)

    Denn vor der wie immer ausverkauften Kulisse im heimischen Stadion überzeugt der BVB zunächst gegen Lille. Zug zum Tor, gutes Zusammenspiel, Dominanz. Die Folge: ein Traumtor von Karim Adeyemi – alles andere als simpel. Der 23-Jährige, der fast so etwas wie das Sinnbild seines Teams ist – mal völlig in der Versenkung verschwunden, unter Kovac aber offenbar aufgeblüht, selbstbewusst -, bekommt den Ball nach einer Ecke, er steht völlig allein im Rückraum und zieht per Dropkick ab. Aus etwa 18 Metern fliegt der Ball wie ein Strahl Richtung Tor, knallt an den Innenpfosten und von da aus ins Tor.

    Alles gut also, der BVB zeigt sein schönes Gesicht? Kurz vor der Pause explodiert das Stadion noch einmal in Jubel, weil Pascal Groß den Ball aus kurzer Distanz ins Tor befördert. Aber: Abseits, es bleibt bei der 1:0-Führung zur Halbzeit. Und dann zeigt der BVB eben doch wieder sein anderes Gesicht.

    “Wir haben die Kontrolle verloren”

    Das, bei dem die Schwarz-Gelben sich in ihrer Passivität ergeben, keinerlei Torgefahr ausstrahlen – und die Quittung bekommen. Ausgleich durch Hakon Haraldsson (68.). Verursacht durch ein Mittelfeld ohne Zugriff, ohne Pressing, ohne Leidenschaft. Ein Tor, das sich angedeutet hatte, wie es so schön heißt, wenn überdeutlich zu sehen ist, dass das Spiel kippt.

    “In der zweiten Halbzeit hatten wir keinen Zugriff mehr. Wir hatten zu wenig Spielverlagerung und zu wenig Phasen, wo wir das Spiel dann auch beruhigt haben. Wir haben den Ball sehr leicht weggegeben”, so sieht es Kovac. Und Groß stimmt ihm zu: “Wir haben die Kontrolle verloren und den Gegner zurück ins Spiel kommen lassen.” Can ergänzt: “Wir sind nicht dahingegangen, wo es wehtut. Und das muss man gegen sie. Gegen den Ball müssen wir uns besser bewegen und mutiger sein.”

    Die Analyse ist so klar wie einfach. Der BVB ist selbst schuld am Ergebnis und an der Ausgangslage für das Rückspiel. Dabei wird OSC Lille bei der Auslosung als machbares, vielleicht sogar dankbares Los für das Kovac-Team bewertet. Fünfter der französischen Ligue 1, zuletzt 1:4 gegen Primus Paris St. Germain verloren. Aber genauso wie die für den BVB mögliche Alternative Aston Villa direkt für das Achtelfinale qualifiziert. Und heimstark: Erst wettbewerbsübergreifend drei Spiele verlor Lille zu Hause.

    Der BVB hat sich also in eine Situation gedaddelt, die eben doch gar nicht so einfach ist, wie Kovac es gern hätte. “Es wird nicht einfach in Lille”, sagt Can und betont trotzdem: “Wir fahren mit breiter Brust hin.” Und auch Kovac ist sicher: “Ich bin davon überzeugt, dass wir es im Rückspiel hinkriegen.” Denn es ist ja ganz simpel: Gewinnen und ins Viertelfinale einziehen.



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  • Kovacs Kampf gegen die Blockade beim BVB

    Kovacs Kampf gegen die Blockade beim BVB


    Im großen Buch der Fußball-Psychologie bewegt sich Niko Kovac früh auf das Kapitel „Durchhalteparolen“ zu. „Nach Regen kommt wieder Sonne“, sagte der immer noch recht neue Trainer von Borussia Dortmund am Freitag, und: „Wir sollten zusehen, dass wir uns durch den Kopf selbst stärken.“

    In dieser zutiefst verfahrenen Situation, als Antreiber für eine verunsicherte Mannschaft, hat Kovac selbstverständlich keine andere Wahl, als stoisch Zuversicht auszustrahlen. Darüber redet er ganz offen. Er ist lange genug dabei, um zu wissen: Diese Art von Blockaden lösen nur Siege. Denn der Kopf „kann vieles manipulieren“.

    Kovac: „Wir brauchen drei Punkte“

    Seit Wochen ist schon zu lesen, eine weitere Niederlage könne die Bundesliga-Saison des BVB quasi beenden – vor dem Heimspiel gegen Union Berlin am Samstag (18.30 Uhr/Sky) ist das so nah an der Wahrheit wie noch nie. „Wir brauchen drei Punkte – nicht nur, um uns heranzupirschen, sondern für uns selbst“, sagte Kovac. Was einst ein Pflichtsieg war, ist heute ein schwerer Brocken.

    „Die Jahresuhr steht niemals still“, heißt es im Kinderlied. Ende Februar bleiben noch exakt zwölf Spiele, um die acht Punkte Rückstand auf den vierten Platz schmelzen zu lassen. „Im März muss man im Rennen sein, denn was man bis dahin verloren hat, wird schwierig aufzuholen sein“, sagte Kovac.

    Dieser vierte Platz, von der Vereinsführung ohnehin als „Minimalziel“ nachgeschoben, führt wieder in die Champions League. Dort schlägt sich der BVB nicht begeisternd, jedoch beachtlich: Am Freitagmittag bekam er für das Achtelfinale den machbaren Gegner OSC Lille zugelost, Fünfter der französischen Liga. Von mehr zu träumen, ist erlaubt.

    Kovacs letzter Bundesligasieg war im Dezember 2023

    Die Grundlage für europäische Fest-Abende wird im Brot-und-Butter-Geschäft gelegt. Niko Kovac kann den Geschmack eines Bundesliga-Sieges allenfalls noch erahnen: Kurz vor Weihnachten war sein letzter – aber nicht vor zwei Monaten, sondern am 16. Dezember 2023 – da gewann er mit dem VfL Wolfsburg bei Darmstadt 98 1:0.

    Elf Spiele ohne Sieg später war Kovacs Uhr abgelaufen. Die kläglichen ersten Versuche mit dem BVB gegen den VfB Stuttgart (1:2) und beim VfL Bochum (0:2) eingerechnet, hat er also 13 Bundesligaspiele in Serie nicht gewonnen. Es wird wahrlich Zeit. Dennoch spricht Kovac weiter analytisch und aufbauend, vom Kapitel „Verzweiflungsfloskeln“ ist er noch einige Seiten entfernt. Gras fressen, Bock umstoßen, alles raushauen, das ist nicht seine Sprachwelt. Zumindest noch nicht.



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  • BVB: Kovacs Sonderlob für Svensson

    BVB: Kovacs Sonderlob für Svensson


    Niko Kovac hat sich anerkennend über die bisherigen Leistungen von Winterneuzgang Daniel Svensson geäußert. „Er spielt drei sensationell gute Spiele. Er macht wenig Fehler, ist immer anspielbar. Er kommt aus Dänemark, spricht kein Wort Deutsch und ist sofort eingefügt. Das war top“, lobte der Trainer von Borussia Dortmund den schwedischen Linksverteidiger auf der heutigen Pressekonferenz.

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    Auf Leihbasis samt einer Kaufoption, die sich nach Erfüllungen bislang unbekannter Kriterien zur Kaufpflicht wandeln könnte, kam Svensson im Januar vom dänischen Erstligisten FC Nordsjaelland in den Signal Iduna Park. Insgesamt vier Partien stehen seitdem auf dem Konto des 23-Jährigen, drei davon bestritt er über die vollen 90 Minuten und wusste dabei über weite Strecken zu überzeugen.



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  • BVB-Krise: Alles Kopfsache – Niko Kovacs Antwort auf die Kritiker

    BVB-Krise: Alles Kopfsache – Niko Kovacs Antwort auf die Kritiker


    Die Krise von Borussia Dortmund spitzt sich zu. Doch der neue Trainer Niko Kovac setzt weiterhin vor allem darauf, seine strauchelnde Mannschaft irgendwie starkzureden. Dabei sehen immer mehr Kritiker strukturelle Ursachen.

    Es gibt nicht viel, worauf sich Fans und Wegbegleiter von Borussia Dortmund in der laufenden Saison verlassen können. Eines aber, versprach Niko Kovac, werde am Mittwoch, wenn seine Mannschaft gegen Sporting Lissabon um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League spielt (18.45 Uhr/live DAZN), garantiert nicht passieren: dass Spieler erneut schweigen werden.

    Sie werden sich nicht wie nach der 0:2-Niederlage beim VfL Bochum einfach so in den Feierabend verabschieden können. Am Samstag hatten die BVB-Profis abgesehen von den Fernsehinterviews, zu denen sie verpflichtet waren, nicht mit den wartenden Journalisten gesprochen.

    „Unser Pressesprecher Sven Westerschulze und ich werden dafür sorgen, dass das in Zukunft wieder anders ist. Unsere Spieler werden sich euren Fragen stellen“, sagte der Dortmunder Trainer am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel in der Play-off-Runde gegen den portugiesischen Meister. Das Hinspiel vor einer Woche hatte der BVB 3:0 gewonnen. Da hatte Kovac noch geglaubt, die quälend lange Krise der Mannschaft, die er erst vor gut zwei Wochen übernommen hatte, sei beendet. Er sollte sich irren.

    „Das Entscheidende im Leben ist, nach Niederlagen immer wieder aufzustehen. Manchmal braucht man dafür etwas länger“, erklärte Kovac. Auf die kickenden Angestellten seines neuen Arbeitgebers trifft das definitiv zu. Auf nahezu jeden vermeintlichen Aufwärtstrend folgt prompt der nächste Rückschlag. In Bochum ließ die Mannschaft nahezu alles vermissen: Entschlossenheit, Stabilität – und vor allem Haltung.

    BVB mit individuellen Patzern

    Die Ursache dafür, dass es einfach nicht gelingen will nachhaltig in Spur zu finden, sieht Kovac immer noch im mentalen Bereich – zumindest sagt er es so. „Wir machen nur wenige Fehler, aber die sind von der Auswirkung her immens“, erklärte der 53-Jährige. Dem ist kaum zu widersprechen. Gegen den VfB Stuttgart, dem ersten Spiel unter Leitung von Kovac, war es Waldemar Anton, der mit einem verunglückten Rückpass auf Torhüter Gregor Kobel eine Großchance des Gegners ermöglicht hatte. Später war dem Innenverteidiger ein Eigentor unterlaufen. Dortmund verlor 1:2. In Bochum war es Niklas Süle, der das zweite Gegentor verschuldete. Mit diesen individuellen Patzern brach dann das Selbstvertrauen der kompletten Mannschaft zusammen.

    „Unsere Spieler haben wirklich eine hohe Qualität – aber derzeit ist der Kopf der ausschlaggebende Faktor“, so Kovac. Er werde sich deshalb nicht in die Runde der zunehmenden Kritiker einreihen, die wahlweise den Profis ihre Qualität oder ihre Mentalität absprechen – oder aber sagen, die Mannschaft sei falsch zusammengestellt worden. Letzteres hatte pikanterweise Ralf Rangnick getan – mit dem die BVB-Verantwortlichen vor der Verpflichtung von Kovac ein Gespräch über eine mögliche Zusammenarbeit geführt hatten.

    „Die Vorstellung, dass die Spieler in Dortmund plötzlich eine schlechte Mentalität haben und gerne Spiele verlieren, glaube ich einfach nicht“, hatte der Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft bei WELT TV gesagt. Er sehe die Ursache woanders. „Man hat den Kader einfach nicht mehr stringent nach irgendeiner vorgestellten Spielweise zusammengestellt“, so Rangnick. Das wiederum ist eine Ohrfeige für die BVB-Verantwortlichen, für Sportchef Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl.

    Insofern bleibt Kovac auch nicht viel anderes übrig, als weiterhin den Eindruck zu vermitteln, es liege an der Verunsicherung der Spieler, dass der BVB in 2025 fünf von sieben Bundesligaspielen verloren hat. Seine vordringlichste Aufgabe sei es, Selbstvertrauen zu vermitteln. Dies versuchte Kovac bislang auch, indem er dreimal die nahezu identische Startelf auf den Rasen schickte. Er reagierte lediglich auf Verletzungen oder Sperren.

    Sabitzer nur auf der Bank?

    Gut möglich, dass er auch gegen Sporting wieder so verfahren wird. Zumal Rami Bensebaini, der im Hinspiel ausgefallen war, und der angeschlagene Winterzugang Carney Chukwuemeka, immer noch nicht in der Lage scheinen, um über die volle Distanz zu gehen. Allerdings könnte eine ähnliche Formation wie in Bochum auch Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein, die Kovac dies als fehlende Konsequenz auslegen dürften.

    Ein Kandidat für die Bank könnte vor allem Marcel Sabitzer sein. Der Mittelfeldspieler, der in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit zu den Leistungsträgern gehörte, spielt eine auffällig schwache Saison. Er sei im Gegensatz zu seinen Spielen in der österreichischen Nationalelf „fast nicht wiederzuerkennen“, hatte Rangnick gesagt. In diesem Punkt ist er sich mit Kovac einig. Der BVB-Trainer hatte Sabitzer am Samstag in Bochum bereits zu Halbzeit ausgewechselt. Allerdings ohne jeglichen positiven Effekt.



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