Der BVB will seine Mini-Ungeschlagen-Serie auch im Spiel Borussia Dortmund – FC Augsburg fortsetzen. Seit vier Pflichtspielen ist die Mannschaft von Niko Kovac ohne Niederlage, konnte sich so zuletzt dank schwächelnder Konkurrenz sogar ein wenig an die internationalen Plätze heranpirschen.
Kurz vor dem Duell Borussia Dortmund – FC Augsburg erreichen den BVB allerdings schlechte Nachrichten. Nach dem Ausfall von Daniel Svensson wird der nächste Spieler gegen die Fuggerstädter aussetzen müssen – er kommt bei Schwarz-Gelb einfach nicht in Fahrt.
Borussia Dortmund – FC Augsburg: Chukwuemeka fällt erneut aus
Gerade einmal 40 Pflichtspielminuten hat Carney Chukwuemeka seit seiner Ankunft Anfang Februar im Dortmunder Trikot absolviert. Die Chelsea-Leihgabe schleppt sich von Wehwehchen zu Wehwehchen, musste so zuletzt auch im Champions-League-Achtelfinale gegen Lille aussetzen. Auf einer Pressekonferenz verkündete BVB-Trainer Kovac nun die nächste bittere Kunde.
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Demnach wird der 21-Jährige auch gegen Augsburg nicht zur Verfügung stehen. Chukwuemekas Verletzung scheint zwar nicht allzu gravierend zu sein, allerdings signalisierte der zentrale Mittelfeldspieler im Dortmunder Abschlusstraining am Freitag (7. März), dass ein Einsatz gegen den FCA wohl noch zu früh käme.
Kann sich Chukwuemeka noch empfehlen?
Angesichts der jüngsten Verletzungsmisere der Rückrunden-Leihgabe könnten beim BVB die ersten Fragen aufkommen, ob Chukwuemeka in seiner kurzen Zeit in Dortmund überhaupt richtig zum Zug kommt. Sollte Schwarz-Gelb in der kommenden Woche aus der Champions League ausscheiden, bleiben dem Engländer gerade einmal neun Bundesligaspiele, um sich nachhaltig zu empfehlen.
Dass der BVB die im Leihvertrag verankerte Kaufoption von kolportierten 35 Millionen Euro für Chukwuemeka ziehen wird, erscheint derzeit unwahrscheinlich. Das hochveranlagte Talent könnte sich letztendlich als Flop-Transfer entpuppen.
Karim Adeyemi im Zweikampf gegen Lilles Verteidiger Ismaily.
Quelle: AFP
Da stand er wieder, wie zur Salzsäule erstarrt und die Arme vor der Brust verschränkt: Karim Adeyemi hat sich diese Geste in jüngster Zeit zu eigen gemacht, wenn er einen Torerfolg zu zelebrieren hat.
Gegen den Kontrahenten aus Frankreich war dem 23-Jährigen mit dem linken Fuß ein besonders schönes Erfolgserlebnis geglückt, der Nationalspieler hätte sich durchaus als Held des Abends feiern lassen können, wären seine Kollegen in schwarz-gelb unter Flutlicht in einer ähnlich guten Verfassung aufgetreten.
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“Karim macht im Moment alles gut, alles richtig”
“Karim macht im Moment alles gut, alles richtig”, lobt sein sportlicher Vorgesetzter Niko Kovac. Eine ähnliche Wertschätzung verdienten sich die übrigen Dortmunder Profis allerdings nur in der ersten Halbzeit, in der sie gegen einen weitgehend harmlosen Gegner das Spiel bestimmten und ohne weiteres höher hätten führen können.
“Da haben wir es sehr ordentlich gemacht”, sagte Kovac, der nach dem Wechsel von der Außenlinie mit ansehen musste, wie die Souveränität dahinschwand wie Eiswürfel in der prallen Augustsonne. Vorbei war es mit Dominanz, mit dem Willen und der Intensität aus Hälfte eins.
Kann Borussia Dortmund in der Champions League seinen Lauf fortsetzen? Gegner im Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag ist OSC Lille – ein Team, das der BVB nicht unterschätzen sollte.03.03.2025 | 0:41 min
Ein Klub mit zwei Gesichtern gibt weiter Rätsel auf
Der Gegner aus Nordfrankreich, der bis dahin nun wirklich nicht die Sterne vom Himmel gespielt hatte, kam geradezu zwangsläufig ins Spiel zurück und erzielte folgerichtig den Ausgleich durch den jungen Isländer Hakon Haraldsson.
Was macht man mit diesen Dortmundern und diesen 90 Minuten, die mal wieder viele ratlose Minen zurückließen? Der BVB, dieser Klub mit den immer wiederkehrenden zwei Gesichtern, gibt weiter Rätsel auf. Nationalspieler Pascal Groß liefert eine trockene wie treffende Analyse:
Die erste Halbzeit war ganz gut, in der zweiten Halbzeit haben wir die Kontrolle verloren.
„
Pascal Groß, BVB-Spieler
Der BVB fällt immer wieder in alte Muster zurück
Spielführer Emre Can formulierte es deutlicher. Der Auftritt nach der Pause sei “überhaupt nicht gut” gewesen, “viel zu wenig Intensität, zu wenig Ballbesitzphasen”. Es ist für alle Beobachter ein sich ständig wiederholendes Mysterium, eine Mannschaft zu beobachten, die immer dann, wenn sie gravierende Lernerfolge für sich verbucht zu haben glaubt, in alte Muster zurückfällt.
Der jüngste Übungsleiter, den sie vor wenigen Wochen verpflichtet haben, um einem Ensemble Hochbegabter den Schlendrian auszutreiben, ist Niko Kovac. Er hat es immerhin schon mal geschafft, die defensive Stabilität zu festigen, doch das allein ist zu wenig, um auf europäischem Topniveau zu reüssieren.
Trainer Niko Kovac von Borussia Dortmund nach dem Spiel gegen Union Berlin im sportstudio-Interview.22.02.2025 | 3:16 min
Kovac: “Bin überzeugt, dass wir das hinkriegen”
Nach zwei Erfolgserlebnissen in der Liga ohne Gegentreffer in der Bundesliga bedeuten die zweiten 45 Minuten gegen Lille einen Rückfall, der zu denken gibt. Immerhin bleibt die Hoffnung, es beim zweiten Aufeinandertreffen in Frankreich besser zu machen und den Einzug ins Viertelfinale, der weitere Millionen in die Kassen des börsenorientierten Fußballunternehmens spülen würde, mit einem Sieg zu sichern.
Um diesen Plan zu verwirklichen, beschwört Can die simplen Tugenden des Fußballspiels: “Mutiger sein und dahin gehen, wo es weh tut.” Auch Kovac hat das Weiterkommen noch lange nicht abgeschrieben:
Es steht 1:1, es ist Halbzeit, es ist noch ein harter Gang zu gehen, aber ich bin überzeugt, dass wir das hinkriegen.
„
Emre Can, BVB-Kapitän
Quelle: Reuters
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Um die Geschichte des Fußballprofis Karim Adeyemi zu verstehen, lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten und aus der Ferne nach Dortmund zu blicken, zum Beispiel aus dem süditalienischen Neapel. Zu sehen ist dann ein Sportler, der Phantasien weckt. Einer dieser seltenen und sehr begehrten Flügelspieler, die nicht nur rasend schnell rennen, sondern auch geschickt Haken schlagen können.
Ein Mann, der an guten Tagen kaum zu stoppen ist, der Tore schießt, dessen technische Brillanz fasziniert, der sogar köpfen kann. Aus der Ferne sieht Karim Adeyemi aus wie ein Spieler, für den ein ambitionierter Klub auch mal 40 oder 50 Millionen Euro ausgeben kann, weil er das Potential hat, Spiele zu entscheiden.
Sogar in den größten Wettbewerben, in der Bundesliga, in der Champions League, wo Adeyemi mit seinem BVB am Dienstagabend (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Prima Video) im Hinspiel des Achtelfinales auf den OSC Lille trifft. Er mag diesen Wettbewerb.
Er hatte den Titel auf dem Fuß
Beinahe hätte der 23 Jahre alte Dortmunder schon dem verlorenen Champions-League-Endspiel des BVB gegen Real Madrid im vergangenen Jahr mit einem oder zwei Toren eine ganz andere Richtung gegeben. Er hatte den Titel sozusagen auf dem Fuß.
Und auch in der laufenden Saison hat Adeyemi in seinen sechs absolvierten Partien in der Champions League bereits vier Tore erzielt und ein weiteres vorbereitet. Kein Wunder also, dass dieser Typ ambitionierte Manager in Italien, Spanien und England reizt.
Das Aufspüren von stagnierenden oder hadernden Großtalenten, die nur ins richtige Umfeld überführt werden müssen, um dort aufzublühen, ist eine Art Königsdisziplin in der Kaderplanung. So erklärt sich, dass der Transfermarktinsider Fabrizio Romano im Januar behauptete, dass die SSC Neapel im Winter eine Ablösesumme zwischen 40 und 50 Millionen Euro für Adeyemi geboten habe, und das passende Zitat von dem neapolitanischen Sportchef Giovanni Manna gleich mitlieferte: „Ich kann bestätigen, dass wir uns mit Borussia Dortmund einig waren. Ich habe Karim in Deutschland getroffen, aber der Deal platzte, weil er nicht zu uns wechseln wollte.“
Dort, wo viele Leute Adeyemi in jedem seiner Spiele sehen, wo sie die Geschichten von seiner nicht immer ganz professionellen Lebensweise kennen, wurde gestaunt über diese angebliche Offerte, von der Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl sagte, dass es sie nie gegeben habe.
„Dann ist er schwer zu bremsen“
In jedem Fall ist Adeyemi immer noch beim BVB, wo der neue Trainer Niko Kovac klug genug ist, den Problemspieler gelöst von der Vorgeschichte zu betrachten. „Karim kriegt von mir das Vertrauen, das jeder Spieler braucht“, sagte Kovac schon vor seinem ersten Spiel als Trainer in Dortmund: „Ich wünsche mir für ihn und für uns, dass er die Fähigkeiten, die er hat, voll reinwirft, denn dann ist er schwer zu bremsen und dann ist auch der BVB schwer zu bremsen.“
Kovac beobachtet Adeyemi seit Jahren, er kennt das Potential und die großartigen Momente dieses Fußballers. Zum Beispiel sein atemraubendes 1:0-Siegtor im Achtelfinale der Champions League vor zwei Jahren gegen den FC Chelsea. Alle in Dortmund wollen mehr davon.
Demgegenüber stehen jedoch Verletzungen, seine Neigung, mit Schwalben Elfmeter schinden zu wollen, und mitunter lustlos wirkende Auftritte, die in einer ohnehin nicht stabilen Mannschaft besonders destruktiv aussehen. Adeyemi produziert wirre Aktionen, denen mehr gedankliche Klarheit guttäte. Er ist ein Spieler, der nicht in allen Phasen seiner Dortmunder Zeit so professionell lebte, wie es von einem Angestellten mit Millionengehalt erwartet wird, der sich schwer tat mit der Fleißarbeit in der Defensive.
Im Umfeld des BVB zweifeln inzwischen viele Beobachter, dass Adeyemi irgendwann die Konstanz und die Reife entwickelt, die er braucht, um zu einer prägenden Figur bei einem der besten Klubs der Welt und vielleicht auch wieder in der deutschen Nationalmannschaft zu werden.
„Jetzt zählt es für ihn“
Am Samstag nach dem Dortmunder Sieg beim FC St. Pauli wurde Adeyemi im Sky-Interview nach seiner Wechseloption im Winter befragt, seine Antwort war so unsortiert wie seine Zeit in Dortmund bisher: „Das ist, glaube ich, wie man in den Medien lesen kann, was jetzt, ich habe, glaub ich, was gelesen jetzt vor Kurzem, dass da was klipp und klar stand – und dazu stehe ich.“ Verstanden hat das niemand.
Auf dem Platz zuvor hatte er sich allerdings von seiner besten Seite gezeigt und später seinem Trainer gedankt. „Er vertraut mir“, sagte Adeyemi über Kovac, nachdem er seinen Auftritt mit einem Treffer und einer Torvorlage veredelt hatte, und wieder einmal stellte sich diese große Frage, die noch niemand beantworten konnte: Warum nicht immer so?
Kehl berichtete von vielen „Einzelgesprächen“, die er mit Adeyemi geführt habe, bisher ohne den erhofften Durchbruch zu bewirken, und Abwehrchef Nico Schlotterbeck sagte: „Mit seiner Geschwindigkeit kann er so viel rausholen. Jetzt zählt es für ihn, das nicht ein- bis zweimal pro Monat zu machen, sondern jeden Tag.“
Womöglich haben die Dortmunder auch an Adeyemi gedacht, als sie beschlossen, das Team nach den Jahren mit den eher antiautoritär arbeitenden Trainern Edin Terzic sowie Nuri Sahin nun in die Hände eines Mannes zu legen, der eine gewisse väterliche Strenge ausstrahlt. Auf jeden Fall scheint es zu passen mit Kovac, der Adeyemi in seinen ersten Partien beim BVB trotz damals noch schwacher Leistungen viel Spielzeit gewährte.
Das vergangene Wochenende lieferte Argumente für alle, die trotz der vielen Enttäuschungen weiter an diesen Hochbegabten glauben, die Erfahrung hingegen sagt: Vertrauen kann man diesen Eindrücken nicht, weil das Gesamtbild eine andere Geschichte erzählt. Vorerst bleibt Karim Adeyemi ein Rätsel.
Werder-Trainer Ole Werner erlebte gegen Wolfsburg eine Mannschaft, die nicht effektiv genug war.
Bild: Imago | Nordphoto
Trainer Ole Werner sah auch Positives bei der 1:2-Niederlage gegen Wolfsburg. Doch um die fünfte Pflichtspiel-Pleite in Folge zu verhindern, reichte es einfach nicht.
Ole Werner saß mit sparsamer Miene auf dem Podium des Weserstadions und suchte nach Erklärungen. “Wenn es darum geht, Spiele zu gewinnen, haben wir aktuell Probleme mit der Effektivität, sowohl defensiv als auch offensiv”, sagte der Trainer nach dem 1:2 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg, der fünften Niederlage in Serie. Werder Bremen wird seine Krise einfach nicht los – und kämpft um den Zusammenhalt.
“Natürlich ist es in so einer Phase schwierig für den Kopf”, sagte Werner. Und schwierig ist es auch, das alles im Umfeld zu vertreten. Die Europapokalplätze sind nach dem Rückschlag gegen den vermeintlich direkten Konkurrenten erst einmal kein Thema mehr, die lange hoffnungsvollen Anhänger mittlerweile spürbar frustriert. Über die 30 Punkte, die seit Ende Januar wie zementiert bei den Hanseaten in der Tabelle stehen, kommt Werder trotz aller Anstrengungen einfach nicht hinaus.
Aussprache mit den Werder-Fans
Werder-Fans hielten in der Ostkurve ein Transparent hoch mit der Aufschrift: “Kein Wille, kein Kampf, keine Mentalität. Wer dieses Trikot trägt, hat sich zu zerreißen”.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Schon nach dem bitteren Pokal-K.o. bei Drittligist Arminia Bielefeld (1:2) waren Spannungen in der sonst so harmonischen Werder-Welt offen zutage getreten. Eine Aussprache vor dem Wolfsburg-Spiel mit den Fans kittete zumindest die größten Risse. Und dennoch war die per Plakat transportierte Botschaft an die Profis nach dem Abpfiff am Samstag deutlich: “Kein Wille, kein Kampf, keine Mentalität – wer dieses Trikot trägt, hat sich zu zerreißen”, stand darauf.
“Es geht nur gemeinsam”, sagte Werner, der die Unterstützung des Publikums lobte. Und Verbesserungen bei seiner Mannschaft feststellte, die auf den frühen Fehler von Torwart Michael Zetterer vor dem 0:1 von Doppeltorschütze Patrick Wimmer (6./48.) ordentlich reagierte, aber mehrere Ausgleichschancen liegen ließ. Der Anschlusstreffer von Mitchell Weiser (90.) war am Ende nur Ergebniskorrektur.
Angespannte Lage bei Werder
“Es ist schade, dass wir nicht mehr mitgenommen haben, denn Wolfsburg hat aus wenig viel gemacht”, sagte Werder-Geschäftsführer Clemens Fritz. “Wir sind derzeit in einer schwierigen Position, da gehen die 50:50-Spiele einfacher zur anderen Seite, und das ist heute passiert”, meinte Jens Stage, der wie die gesamte Mannschaft noch nicht wieder in der Verfassung der Hinrunde ist. Der Druck wird vor dem enorm schwierigen Auswärtsspiel in Leverkusen damit noch ein Stück größer.
Auf die sportliche Führung, auf die Mannschaft, auf Werner. Alle betonten den zarten Fortschritt. “Das war das Gesicht, das wir jetzt wieder über einen längeren Zeitraum zeigen müssen”, sagte der Trainer. Die Stimmung bleibt enorm angespannt an der Weser.
Die Partie Union Berlin – VfL Bochum (1:1) vom 14. Spieltag wurde nachträglich mit 2:0 für Bochum gewertet, nachdem VfL-Keeper Patrick Drewes in der Nachspielzeit von einem Feuerzeug am Kopf getroffen wurde und die Partie nicht zu Ende spielen konnte. Das DFB-Bundesgericht hat das Urteil bestätigt und es ist so in die Tabelle eingeflossen, aber Union will vor das Ständige Schiedsgericht ziehen. (Stand 01.03.2025).
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sid.
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buten un binnen mit Sportblitz, 2. März 2025, 19:30 Uhr
BVB | “Besorgniserregend”: Moukoko sinkt immer tiefer
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Dortmund. In einer Talkrunde sprach Pascal Groß darüber, warum ihn die aktuelle BVB-Lage auch zu Hause noch beschäftigt – und was ihm einen extra „Push“ gegeben hat.
Am Samstag schnürte BVB-Spieler Pascal Groß ein Vorlagen-Viererpack, am Dienstag war er zu Gast im Talkformat „Brinkhoffs Ballgeflüster“ im „Bistro 09“ in Dortmund. Dort stellte er sich den Fragen von Norbert Dickel und von den Fans im Publikum. Groß, sonst eher zurückhaltend, zeigte sich bestens aufgelegt und in Plauderlaune.
Rückblickend auf seinen Gala-Auftritt am Samstag sagte Groß, das Spiel gegen Union Berlin sei „sein bestes im BVB-Trikot gewesen.“ Bei aller Freude über den 6:0-Kantersieg, stimmte der Mittelfeldspieler angesichts einer bislang enttäuschenden Saison aber schnell wieder ernstere Töne an: „Wir haben uns alle mehr ausgerechnet, so ehrlich muss man schon sein. Wir hatten einige enttäuschende Spiele“ sagte Groß und gab im Anschluss Einblicke in seine Gefühlswelt.
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„Ich nehme Niederlagen schon mit nach Hause. Das beschäftigt einen, wenn man in so einer schwierigen Phase ist. Fußball beeinflusst unser Leben, das ist mein Job. Ich mache das aus Liebe und Leidenschaft, mich zwingt niemand dazu und ich bin dankbar, dass ich für Dortmund spielen darf. Dann ist es für mich das Mindeste, dass ich mich auch damit beschäftige. Ich habe auch wenig Verständnis, wenn jemand nach Hause geht und sich nicht damit beschäftigt.“
BVB-Spieler Pascal Groß: „Das unterscheidet uns von den großen Mannschaften“
Gedanken an Niederlagen zu Hause oder das fehlende Selbstvertrauen auf dem Platz: „Der Kopf spielt im Sport eine extreme Rolle“, stellt auch Pascal Groß fest. „Man hat gegen Union oder auch Lissabon gesehen: Wenn wir in Führung gehen und das zweite, dritte Tor nachlegen können, dann löst sich viel und wir spielen viel besser. Das muss man natürlich auch mal direkt von Spielbeginn an sehen.“
Damit spricht Groß eines der großen Probleme der BVB-Saison an: „Wir lassen dir Konstanz vermissen. Konstanz heißt, alle drei Tage gut zu spielen. Das unterscheidet uns im Augenblick von den ganz großen Mannschaften. Da müssen wir uns verbessern, das ist der Anspruch für die nächsten Monate.“
Dass der Nationalspieler dabei mit seinen 33 Jahren als erfahrener Spieler eine wichtige Stütze sein muss, weiß er selbst: „Ich habe mir persönlich schon mehr vorgenommen. Zum einen, dass wir als Mannschaft besser dastehen in der Bundesliga und ich zum anderen selbst auch mehr Einfluss darauf habe. Da ist Luft nach oben.“
Pascal Groß ist beeindruckt von der Choreo der BVB-Fans
Luft nach oben war zumindest bei den Fans des BVB in dieser Saison nie. Trotz teils desolater Auftritte gab es am vergangenen Samstag beim Einlaufen der Mannschaften ein beeindruckendes Intro auf der Südtribüne mit hunderten Fahnen und flackernden Pyro-Fackeln. Groß war sichtlich beeindruckt:
„Die Aktion der Fans vor dem Spiel war Wahnsinn. Wie die uns in einer schwierigen Phase so unterstützt haben. Schlotti (Nico Schlotterbeck, d. Red.) kam beim Warmmachen zu mir und hat gesagt: Pascal, die machen heute eine Choreo. Wenn das so ist, dann hauen wir die Gegner immer weg. Als wir dann rausgelaufen sind, war das sehr besonders, das hat uns extrem gepusht. Das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit, wo wir die Fans nicht immer verwöhnt haben“, so Groß.
Borussia Dortmund war einer der wenigen Klubs, die Groß aus Brighton weglocken konnten
Neben dem sportlichen waren vermutlich auch die Fans ein Faktor, die Groß im Sommer zu einem Wechsel zum BVB bewegten. Die Entscheidung sei ihm aber dennoch nicht leicht gefallen. Immerhin sieben Jahre war die britische Küstenstadt sein Zuhause, 261 Spiele machte der Mittelfeldstratege für Brighton an Hove Albion.
„Es gab nicht viel, was mich aus Brighton weglocken konnte. Ich wusste immer zu schätzen, was ich dort habe. Der BVB war in Deutschland mit die einzige Option, wo ich mir überhaupt Gedanken gemacht habe“, so Groß.
Nun möchte er in seiner ersten BVB-Saison den Turnaround mit den Schwarz-Gelben schaffen. „Es ist Februar, noch haben wir einige Spiele. Wir sollten zusehen, dass wir wieder öfter gewinnen.“ Auf das Auswärtsspiel gegen St. Pauli blickt er positiv: „Auswärtsfahrten waren in dieser Saison teilweise echt schlimm. Aber ich bin optimistisch, dass wir in St. Pauli gewinnen und danach mit einem positiven Gefühl in das Champions-League-Spiel gegen Lyon gehen.“
BVB: Mehr News und Hintergründe zu Borussia Dortmund
BVB-Profi Pascal Groß macht nach seiner Assist-Gala gegen Union Berlin ein ehrliches Geständnis. Und spricht über einen ganz besonderen Motivations-Push.
Ein Profi vom FC Everton könnte die Probleme in der Defensive von Real Madrid beheben. Das Preisschild ist aber nicht ohne.
Jarrad Branthwaite gehört zum Stammpersonal des FC Everton und sorgt in dieser Saison mit dafür, dass den Klub aus Liverpool keine akuten Abstiegssorgen plagen. Die guten Leistungen des Abwehrspielers rufen Real Madrid auf den Plan.
„Hoffentlich kann er so gut sein, wie Josip Stanisic es am Ende war. Er hatte einen großen Einfluss in der zweiten Saisonhälfte“, sagte Leverkusen-Coach Xabi Alonso im Dezember über Nordi Mukiele. Nach einem schwierigen Start hat sich der 27 Jahre alte Franzose in der Mannschaft festgesetzt. Wie der „Kicker“ berichtet, denken die Verantwortlichen der Werkself über eine feste Verpflichtung der Leihgabe von Paris Saint-Germain nach.
Kurz vor Ende des Transferfensters im Sommer hatte Bayer 04 Mukiele vom französischen Meister ausgeliehen und damit auf den Abgang von Odilon Kossounou zu Atalanta Bergamo reagiert. Der flexible Verteidiger sollte kurzfristig die Lücke füllen, die sich nach dem Abgang des Ivorers aufgetan hatte. Über ein langfristiges Engagement wurde zunächst nicht verhandelt, sodass keine Kaufoption vereinbart wurde.
Mukiele fehlte bei PSG regelmäßige Spielpraxis, was durch seine späte Ankunft in Leverkusen zusätzlich erschwert wurde. „Nordi ist noch in seiner Entwicklung, aber auch in seiner Entwicklung in der Mannschaft. Er hatte kein Trainingslager und keine Vorbereitung mit uns“, bremste Alonso die Erwartungen. Es gibt viele Parallelen zu Stanisic, der im Sommer 2023 auf Leihbasis von den Bayern kam. Beide sind flexibel einsetzbar und auch der Kroate hatte anfangs Probleme, sich in die Mannschaft zu spielen, ehe er in der Rückrunde eine wichtige Säule wurde.
Fester Platz für Mukiele bei Bayer Leverkusen seit Jahreswechsel
Seit dem Jahreswechsel läuft es aus diversen Gründen deutlich besser für Mukiele. 2024 sammelte er in fünf Bundesliga-Partien nur 124 Minuten und musste öfter auf der von ihm nicht favorisierten rechten Schiene ran. Dies änderte sich im neuen Jahr, auch weil Alonso wie zuletzt beim 0:0 gegen den FC Bayern immer wieder mit Viererkette spielen ließ. Seitdem hat Mukiele seinen festen Platz als Rechtsverteidiger in der Vierer- und als Innenverteidiger in der Dreierkette.
2025 stand er in fünf von sieben Bundesliga-Spielen auf dem Platz, allesamt über 90 Minuten. Hinzu kommen zwei Partien in der Champions League sowie eine im DFB-Pokal. Ob er für den kommenden Sommer fest verpflichtet wird? „Es ist noch zu früh, um das zu bewerten. Aber Nordi hat sich nach einem schwierigen Start sehr gut entwickelt, ist total im Team integriert und zeigt richtig gute Leistungen“, antwortete Sportchef Simon Rolfes auf „Bild“-Nachfrage.
Mukiele wird derzeit auf 10 Millionen Euro taxiert, sein Vertrag in Paris läuft noch bis 2027. Sollte Bergamo die Kaufoption von Kossounou aktivieren, spült der Verkauf 25 Mio. Euro in die Bayer-Kasse. Ein Teil davon könnte genutzt werden, um Mukiele zu finanzieren.