Selbst die „Gelbe Wand“ kann diese Mannschaft nicht mehr wachrütteln: In der Bundesliga wartet der BVB seit fünf Heimspielen auf einen Sieg, die längste Sieglos-Serie seit mehr als 18 Jahren!
Es passt zum Team, das lustlos wirkt – und fertig hat!
In dem jeder Einzelne mit sich selbst hadert. In dem das Feuer, die Begeisterung fehlt. Selbst Trainer Kovac, der auf Einsatz höchsten Wert legt, konnte nicht direkt entgegenwirken. Nur vier Spieler hatten bei seinem Debüt gegen Stuttgart (1:2) eine erfolgreiche Zweikampf-Bilanz: Eigentorschütze Anton, Gelb/Rot-Sünder Ryerson, Kapitän Can und der sonst so schwache Groß.
Der Rest? Abgekocht! Überlaufen! Überfordert! Die vermeintlichen Führungsspieler tauchen ab. Brandt, Sabitzer – oft Totalausfälle.
Unglaublich: Adeyemi schlug in der Liga (57 Einsätze) erst eine einzige Flanke, die zum Tor führte. Die Bosse müssen radikal umbauen. Ansonsten führt der Weg weiter nach unten.
In dieser Saison kommt der FC Bayern bisher ohne waschechten Anführer im Abwehrzentrum aus. Ein Fakt, der für Diskussionen sorgt.
Für Dayot Upamecano dürfte es ein innerer Triumph gewesen sein: Nach dem Spiel bei Celtic Glasgow wurde der Franzose zum „Player of the match“ gewählt. Eine Ehre, die Abwehrspielern eher selten zuteilwird. Meistens sind es die Offensivstars, die diese Trophäe abstauben.
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Auch wenn man über Sinn und Nutzen solcher individueller Ehrungen trefflich streiten kann: Fakt ist, dass sich Upamecano im Vergleich zur Vorsaison positiv entwickelt hat.
Die Fehlerquote ist gesunken, er fühlt sich unter Trainer Vincent Kompany deutlich wohler als unter dessen Vorgänger im Amt des Bayern-Trainers.
Upamecano hat ein Imageproblem
Und trotzdem hat der Franzose ein Problem: Einen Ruf als Abwehrboss hat er sich noch immer nicht erarbeitet.
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Sein Image in der Öffentlichkeit leidet weiterhin unter seinen Auftritten in Manchester im Jahr 2023 und in Heidenheim im Frühling 2024. Spiele, die weit in der Vergangenheit liegen, aber trotzdem nachwirken. Das mag unfair sein, ist aber Fakt.
Auf die Spitze trieb es jüngst Ivan Klasnic. Der Ex-Profi sagte in der Talkrunde „At Broski“: „Die Abwehr ist gar nix. Den Upamecano kannst du gleich wegschmeißen. Die meisten Fehler passieren über seine Seite“. Worte, die den Franzosen schmerzen dürften und deutlich überzogen sind.
FCB-Sportvorstand Max Eberl – schon seit Monaten als Anwalt der bayerischen Abwehrreihe unterwegs – hielt in Glasgow dagegen. „Ich habe ihn schon die ganze Saison sehr stabil gesehen. Er hat heute Situationen gelöst, er spielt Mann gegen Mann da hinten. Upa ist für mich ein herausragender Innenverteidiger“, sagte der 51-Jährige zu SPORT1.
Diskussion wird zum Nerv-Thema
Dass „Upa“ nicht dem entspricht, was man in Fußball-Deutschland unter einem „Abwehrboss“ versteht, bemängelt aber auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.
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„Bayern braucht in der Abwehr einen Leader. Einen, der den Nebenmann führt. Denn das sind weder Kim noch Upamecano. Sie sind beide talentiert, gute Spieler, aber vom Naturell keine Anführer“, erklärte Matthäus in der Sport Bild.
Worte, die selbst dem eigentlich ruhig agierenden Kompany auf die Nerven gehen. „Das sind immer diese Sprüche … Wenn man mal Preise in die Luft streckt, hat man viele Bosse. Das ist eine Aussage, die ich schon seit 30 Jahren höre. Das kommt immer wieder“, sagte der Belgier am Freitagvormittag auf Nachfrage von SPORT1.
Kompany stützt Bayern-Star
Vermutlich würde man Upamecano ohnehin keinen Gefallen damit tun, ihn einfach zum Chef zu ernennen. Er ist kein Lautsprecher, ein Schreihals erst recht nicht. Die Kritik wird daher wahrscheinlich bleiben in dieser sehr „deutschen“ Diskussion.
Die Sehnsucht nach Anführern auf dem Feld ist hierzulande deutlicher ausgeprägt als woanders. Kompany seinem Schützling trotzdem (oder gerade deswegen) Zeit geben.
„Ich war als junger Spieler auch nicht sofort ein Abwehrboss. Am Ende war deutlich, wer der Boss in der Verteidigung war. Das muss wachsen. Das kann man nicht herbeireden, sondern muss man zeigen. Das dauert, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Bayern-Trainer.
Upamecano selbst werden vermutlich nur gute Leistungen dabei helfen, die Kritiker und sein Image als Fehlerquelle abzuschütteln. Die Auszeichnung in Glasgow war da ein weiterer Schritt.
Gregor Kobel ist ein Spitzenkeeper, doch unter Nuri Sahin standen auch seine Schwächen im Scheinwerferlicht. Niko Kovac könnte das mit seiner Spielidee ändern – und den BVB aus einem Dilemma befreien.
BVB-Torhüter Gregor Kobel ist ein Garant für wenig Gegentore, Verlässlichkeit und beeindruckende Paraden. Seine Bedeutung für die Dortmunder Mannschaft ist enorm – eigentlich.
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Trotzdem waren zuletzt Diskussionen um Kobel aufgekommen. Der Hauptgrund: Mit dem Ball am Fuß wackelt der Schweizer häufiger. Was in der Vergangenheit nicht gerade selten zu haarsträubenden Situationen führte.
Mal war es ein unsauberer Pass, mal ein Querschläger ins Seiten-Aus und manchmal stockte den Fans allein der Atem, wenn der 27-Jährige am Ball war.
Es gibt allerdings Grund anzunehmen, dass unter dem neuen Coach Niko Kovac einiges besser wird für den Dortmunder Keeper: Die Philosophie des Kroaten kommt ihm eher entgegen als die von Vorgänger Nuri Sahin.
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BVB-Keeper Kobel: Fußballerisch ausbaufähig
Unter Kovacs Vorgänger Nuri Sahin war es eindringlich gewünscht, Situationen spielerisch zu lösen – was Kobel ein ums andere Mal nicht optimal gelungen war.
Man denke zurück an das letzte Ligaphasenspiel gegen Schachtar Donezk in der Champions League. Der BVB führte durch einen Doppelpack von Serhou Guirassy mit 2:0, die Dortmunder agierten klar überlegen. Doch in der 50. Minute stoppte der Kobel einen einfachen Rückpass von Pascal Groß zu lässig und wurde prompt für diese technische Unsauberkeit bestraft – 2:1. Die Ukrainer kamen nochmal ran. Der BVB gewann zwar am Ende noch 3:1, unnötig spannend machte es der Torhüter mit seiner Aktion dennoch.
Wie gut ein mitspielender Torhüter für das Spiel der Dortmunder – zumindest unter Ex-Trainer Sahin – sein kann, bewies in dieser Saison die Nummer zwei des BVB, Alexander Meyer. Sowohl gegen RB Leipzig (2:1) als auch bei der Pleite gegen Mainz (1:3) stellte er seine Qualitäten mit dem Ball am Fuß unter Beweis und wirkte dabei sicherer als Kobel.
Kovac nimmt Druck von Kobel
Doch wie komplett muss ein Torhüter wirklich sein? Wie kompromisslos muss er das spielerische Element verkörpern? Kovac vertritt in dieser Hinsicht eine andere Einstellung als Sahin.
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„Wir dürfen nicht den Fehler machen und denken, wenn es eng wird, dass man gewisse Situationen immer spielerisch lösen kann und muss“, meinte Kovac jüngst auf SPORT1-Nachfrage.
Es gebe „große Mannschaften in der Welt, die, wenn es eng wird, den Ball auch mal nach vorne schlagen oder notfalls auch mal auf die Tribüne. Da darf sich keiner zu schade sein.“
In Lissabon ging es in die richtige Richtung
In Lissabon konzentrierte sich Kobel in Kovacs Sinne auf die Aktionen, die in der Stellenbeschreibung eines Torhüters ganz oben stehen: Bälle halten. Und prompt konnte der Schlussmann, der weitaus seltener am Ball war, glänzen und sorgte unter anderem dafür, dass die Dortmunder bereits nach dem Hinspiel der Play-Off-Runde mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League stehen.
„Wenn er das Gefühl hat, er kann aufbauen, dann soll es machen und dann ist auch erwünscht. Wenn nicht, dann ist es kein Problem und keine Schande, wenn man den Ball über die Mittellinie schlägt. Dann geht’s darum, dass man die zweiten Bälle gewinnt. Das ist auch ein Teil des Fußballspiels. Ja nicht auf Teufel kommt raus“, erklärte Kovac und dürfte mit diesen Aussagen wohl für Erleichterung bei seiner Nummer eins sorgen.
Natürlich: Torhüter müssen heutzutage, anders als früher, deutlich mehr mitbringen. Einzig und allein stark auf der Linie zu sein und nahezu unhaltbare Bälle aus dem Winkel zu fischen, reicht auf höchstem Niveau schon lange nicht mehr aus.
Stärken und Schwächen bei den verschiedenen Anforderungen hat trotzdem weiter jeder Keeper – und die Spielidee eines Trainers kann einen entscheidenden Unterschied machen, was zur Geltung kommt.
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Transfer Kobels könnte wieder zur Verlockung werden
Gewiss ist: Kobel ist ein Spitzenkeeper, was man auch daran sieht, dass er in der Vergangenheit immer wieder Begehrlichkeiten bei anderen Klubs geweckt hat. In nahezu jeder der drei vergangenen Transferperioden wurde über einen Abgang des Leistungsträgers spekuliert, ein Wechsel in die Premier League war oft Thema – und könnte es wieder werden.
Durch den Transfer von Diant Ramaj, der direkt weiterverliehen wurde, hat der BVB eine neue Zukunftsoption. Und die potenzielle Ablösesumme für Kobel (Vertrag bis 2028, Marktwert über 40 Millionen Euro) ist für Dortmund eine Verlockung. Vor allem dann, wenn der BVB das internationale Geschäft verpassen sollte, täte sich im Sommer-Transferfenster ein kniffliges Dilemma auf.
Für den Moment allerdings ist klar: Bei Kovac ist Kobel gesetzt. Und wenn es dem BVB-Trainer gelingt, die Defizite seines Schlussmanns clever zu kaschieren, werden sie die Diskussionen um die Nummer 1 beruhigen – jetzt und wohl auch in unmittelbarer Zukunft.
Raphael Guerreiro zeigte als Linksverteidiger des FC Bayern zuletzt mehrere schwache Auftritte. Zieht Vincent Kompany daraus Konsequenzen?
Raphael Guerreiro ist ein Spieler, an dem sich die Geister scheiden. Ein klassisches Fußball-Beispiel von Genie und Wahnsinn. Der Portugiese wird bis heute von vielen Seiten unterschätzt. Guerreiro ist unheimlich vielseitig, sehr aktiv, bringt eine hohe Ballsicherheit mit, ist technisch stark und auch sein Abschluss ist sehenswert. Doch er ist auch unberechenbar.
Diese Unberechenbarkeit ist eigentlich eine gute Eigenschaft. Guerreiro spielt mit viel Intuition. Sein Spielverständnis und die gute Ballbehandlung erlauben es ihm, situativ richtige Räume zu erkennen, anzuspielen und sich frei auf dem Spielfeld zu bewegen. Er wird zwar offiziell als Linksverteidiger geführt, hat im Grunde aber keine feste Position.
Nach dem 2:1 des VfB bei Borussia Dortmund haben sich die Beteiligten zur Partie geäußert. Wir fassen die Stimmen zum Spiel zusammen.
Nach einer disziplinierten Leistung nimmt der VfB durch einen 2:1-Sieg bei Borussia Dortmund alle drei Punkte mit nach Hause. Wie ordnen die Spieler und Verantwortlichen das Geschehen ein? Die Stimmen zum Spiel im Überblick.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß: „Wir wussten, dass wir einen offenen Schlagabtausch wahrscheinlich heute nicht spielen können. Deswegen war die Idee, den Gegner einen Tick tiefer zu empfangen. Es war eine recht ereignisarme erste Hälfte. In der zweiten Hälfte hatten wir Glück in der Anfangsphase. Du musst dann zustechen und die Situationen die daliegen nutzen. Wir wollten schlau spielen – und das ist heute super aufgegangen. Die Jungs haben nicht zum ersten Mal Charakter gezeigt. Die Mannschaft hat klug und pragmatisch verteidigt.“
BVB-Trainer Niko Kovac: „Meine Mannschaft hat es mit Blick auf die Leistungsbereitschaft und den Willen 90 Minuten richtig gut gemacht, teils aber offensiv nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Niederlage tut uns weh, weil sie unnötig war.“
VfB-Chris Führich „Ich freue mich sehr über den Sieg – auch weil ich hier aus der Gegend komme. Nach der kleinen Schwächephase in der Bundesliga tut uns dieser Erfolg als Mannschaft sehr gut.“
VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: „Wir hatten heute weniger Ballbesitz als sonst und haben den Gegner kommen lassen. Wir haben den Plan extrem schlau und clever umgesetzt. Und jeder hat um jeden Zentimeter gekämpft. Es war ein verdienter Sieg am Ende. Das Selbstbewusstsein aus dem Sieg gegen Augsburg unter der Woche hat uns geholfen, hier zu bestehen.“
Alle Noten für die Weiß-Roten | Das Bundesliga-Livecenter
Wir haben alle mindestens zehn Minuten eingesetzten Stuttgarter Profis mit einer detaillierten Einzelkritik bewertet. Diese lesen Sie in der Bilderstrecke. Auch Sie können die VfB-Spieler bewerten – in unserem Notentool.
Ob bei Bo Svensson (45) oder Steffen Baumgart (53), Benedict Hollerbach hat beim 1. FC Union Berlin seinen Stammplatz sicher. Der 23 Jahre alte Flügelspieler gilt in der Offensive der Köpenicker als gesetzt. In der laufenden Saison verpasste er keine einzige Partie. Seine Leistungen haben offenbar auch andere Klubs überzeugt – so etwa Borussia Dortmund.
Bislang stehen für Hollerbach wettbewerbsübergreifend sechs Treffer und vier Torvorlagen zu Buche. Er absolvierte 23 Einsätze, darunter nur zwei nicht in der Startelf. Doch in der Bundesliga aufzutrumpfen, genügt dem gebürtigen Starnberger auf Dauer nicht. „Ich möchte so schnell wie möglich europäisch spielen“, betonte der vielseitig einsetzbare Stürmer im Oktober 2024 gegenüber der Bild-Zeitung.
Auch wenn der BVB in dieser Spielzeit schwächelt, ist die Qualifikation für einen Europapokal weiterhin gut möglich. Freiburg als Sechster liegt vier Zähler vor den Schwarz-Gelben. Dagegen sind Duelle auf europäischer Bühne für Union eher die Ausnahme denn die Regel.
Flink und torgefährlich
Nach Angaben des Portals fichajes.net soll Hollerbach bei den Verantwortlichen von Borussia Dortmund auf der Liste stehen. Mit seiner Fähigkeit, sich im Strafraum gefährlich in Szene zu setzen, sei er wie geschaffen für das Offensivspiel der Westfalen, heißt es. Zudem passe er mit seiner Schnelligkeit und seinem Torinstinkt gut zur Borussia. Hollerbachs Top-Speed in dieser Saison liegt bei 34,4 km/h. Damit zählt er aktuell zu den Top 60 der Bundesliga.
Sollte Karim Adeyemi (23) im kommenden Sommer tatsächlich in die Premier League wechseln, wäre Hollerbach ein idealer Ersatz für den Flügelflitzer des BVB. Doch noch schnürt er seine Fußballschuhe für die „Eisernen“. Es ist nicht bekannt, wie lange der Vertrag mit den Hauptstädtern noch läuft. Laut Berliner Kurier endet der Kontrakt frühestens 2026.
Eine Verpflichtung Hollerbachs ließe sich für Dortmund sicherlich stemmen. Nach Angaben von transfermarkt.de liegt sein Marktwert bei sechs Millionen Euro.
Serhou Guirassy war der entscheidende Spieler beim BVB-Sieg in Portugal. Trotz der Lobgesänge auf den Stürmer gibt es auch Kritik an seinen Schwalben.
Dortmund – Borussia Dortmund steht nach dem überraschend deutlichen 3:0-Sieg in der Champions League bei Sporting in der Bringschuld: Schon zu oft ist der BVB in dieser Saison an dem Vorhaben gescheitert, aus einem Erfolgserlebnis eine echte Trendwende abzuleiten. Am Samstag muss die Elf von Niko Kovač beim VfL Bochum nachlegen.
Dass dabei die Hoffnungen nicht zuletzt auf Serhou Guirassy ruhen, liegt auf der Hand. Der Stürmer überragte in Lissabon mit einem Kopfballtor zur Führung sowie einer Traumflanke auf den erstmaligen BVB-Torschützen Pascal Groß zum 2:0. Die UEFA ernannte Guirassy zum Man of the Match, es hagelte Lobeshymnen für den Nationalspieler von Guinea.
Serhou Guirassy hat bereits einen Vereinsrekord beim BVB egalisiert
Die scheinen durchaus berechtigt. Immerhin führt Guirassy die Torschützenliste der Champions League nach neun Einsätzen mit zehn Treffern an. Damit hat der Sommereinkauf vom VfB Stuttgart schon jetzt mehr Tore erzielt als die Topschützen der vergangenen Spielzeit: Harry Kane vom FC Bayern und Kylian Mbappé, damals noch bei Paris Saint-Germain, teilten sich den Bestwert mit je acht Treffern.
Mehr noch: Guirassy egalisierte mit seinem Kopfball am Dienstagabend einen BVB-Vereinsrekord. Zehn Treffer in einer Champions-League-Saison waren bisher nur Robert Lewandowski und Erling Haaland gelungen. Durchaus bemerkenswert, dass Guirassy in die Fußstapfen dieser Topstürmer bisher vor allem auf der europäischen Bühne getreten ist. In der Bundesliga sind seine neun Tore nach 18 Partien eine ordentliche, aber keine Überflieger-Quote.
Eine konkrete Erklärung für diesen Split gibt es beim BVB derzeit nicht. „Er ist ein extrem wichtiger Spieler für uns, nicht nur in der Champions League, sondern auch in der Bundesliga“, wollte Lars Ricken dieses Guirassy-Thema in Portugal nicht aufkommen lassen. „Die letzten Wochen waren auch für ihn keine einfache Zeit, sich dann so im wahrsten Sinne des Wortes herauszukämpfen – das 1:0 war überragend“, schwärmte der Sportchef.
Kovač von Guirassy beeindruckt: „Das ist schon à la bonne heure“
Auch Trainer Niko Kovač reihte sich in die Lobeshymnen ein. „Das ist ein Ausnahmestürmer“, sagte der Kroate bei Amazon Prime Video zu Guirassy. „Er hat eine super Entwicklung genommen. Das ist schon à la bonne heure.“ Klar, dass Kovač genau auf die Belastung des 28-Jährigen schaut. Weil Guirassy der einzige waschechte Mittelstürmer im Kader ist, ist er seit Monaten ein absoluter Vielspieler. „Ich überlege immer, ob ich ihn in den letzten Minuten rausnehme, weil er am Anschlag spielt“, sagte Kovač.
Weil sich der BVB in der Bundesliga so ein tiefes Loch gebuddelt hat, ist jedoch kaum denkbar, dass Guirassy allzu bald eine Pause erhält. An einem gewissen Punkt wird sie sich nicht mehr vermeiden lassen, um den vielleicht wichtigsten Spieler im Kader bei Gesundheit zu halten. Viele BVB-Fans würden sich dabei wünschen, dass Guirassy nicht nur eine Atempause erhält, sondern auch eine Denkpause.
Denn bei aller Freude über die sportlichen Leistungen des Angreifers gerade in der Champions League gibt es auch berechtigte Kritik an Guirassy. Seine Fallsucht wird zum immer größeren Ärgernis im Umfeld des BVB. Auch in Lissabon suchte der Stürmer bei kleinsten Berührungen den Bodenkontakt, um Freistöße oder gar einen Elfmeter zu schinden.
Guirassy tritt beim BVB als ‚Schwalbenkönig‘ auf
Kurz vor der Halbzeitpause sank Guirassy nach minimalem Kontakt mit Sporting-Verteidiger Ousmane Diomandé, der beim FC Bayern als Neuzugang gehandelt wird, hernieder. Der umsichtige norwegische Schiedsrichter Espen Eskas machte sofort klar, dass es für diesen billigen Versuch keinen Strafstoß geben konnte. Guirassy selbst war es wohl peinlich, jedenfalls sparte er sich das übliche Lamentieren und entschuldigte sich offenbar gar bei den Gegenspielern mit dem Hinweis, er sei gestolpert und wolle gar keinen Pfiff für sich beanspruchen.
Wenn es sich dabei um einen Einzelfall handeln würde, könnten Fans darüber hinwegsehen. Jedoch haben Schwalben bei Guirassy längst Methode. Im Dezember fiel Schiedsrichter Harm Osmers beim Spiel des BVB gegen die TSG Hoffenheim (1:1) zunächst auf den Täuschungsversuch von Guirassy rein, der Videobeweis sorgte in diesem Fall für Gerechtigkeit und entlarvte den Dortmunder ‚Schwalbenkönig‘.
Einen Aufreger sahen zumindest diejenigen, die es mit dem BVB halten, auch bei der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt im Januar (0:2). Da wurde Guirassy von Verteidiger Arthur Theate leicht gehalten, ging aber mit einer Theatralik zu Boden, als sei seine Schulter aus dem Gelenk gerissen worden. „Die Entscheidung, keinen Strafstoß zu geben, ist für uns korrekt“, schätzte Schiri-Sprecher Alex Feuerherdt gegenüber fussball.news, dem Fußball-Portal von IPPEN.MEDIA ein.
Die Schiedsrichter schauen genau auf Dortmund-Star Guirassy
„Es gibt zwar ein kurzes, leichtes Halten, das aber nicht ursächlich dafür ist, dass Guirassy zu Boden geht. Impuls und Wirkung passen insoweit nicht zusammen“, erläuterte Feuerherdt. Weil sich derartige Szenen beim BVB-Stürmer häufen, übrigens nicht nur im Strafraum, sondern etwa auch bei handelsüblichen Luftduellen im Mittelfeld, haben die Schiedsrichter sicher ein genaues Auge auf Guirassy.
Der „Ausnahmestürmer“ des BVB muss aufpassen, dass er die Unparteiischen nicht zu sportlichen Vorurteilen anstiftet, die nur menschlich wären. Man möchte Guirassy an die Fabel vom Hirtenjungen und dem Wolf erinnern, die aus der Antike stammt und dem griechischen Dichter Äsop zugeschrieben wird.
Auch BVB-Kollege Karim Adeyemi hatte zweifelhaften Ruf
In der Fabel brüllt ein Hirtenjunge wiederholt, dass seine Schafsherde von Wölfen angegriffen werde. Die ihm zur Hilfe eilenden Dorfbewohner bemerken jedoch stets schnell, dass sich der Junge die Wölfe nur ausgedacht hat. Eines Tages wird die Herde tatsächlich angegriffen, doch die Rufe des Hirten verhallen, weil sich das Dorf nicht mehr von einem Jungen veräppeln lassen mag.
Übertragen auf den Fußball: Wenn Guirassy so weitermacht, wird ihm eines Tages ein Strafstoß verwehrt bleiben, den es eigentlich geben müsste. Dass auch der Videobeweis nicht immer hilft, weiß der BVB nicht zuletzt wegen eines Auswärtsspiels in Bochum – 2023 blieben der Pfiff von Schiedsrichter Sascha Stegemann und der Eingriff aus dem ‚Kölner Keller‘ nach klarem Foul an Karim Adeyemi aus. Auch der Außenstürmer hatte in der Vergangenheit schon den Ruf weg, viel zu schnell zu Boden zu gehen.
Der junge Bayern-Stürmer ist Tottenhams Hoffnungsträger. Er kommt in einen Klub mit vielen Problemen und mieser Stimmung.
Es ist nicht ganz sechs Jahre her, da stand Tottenham Hotspur vor der ultimativen Krönung. Der chronisch titellose Klub stand im Finale der Champions League, hatte sich den Weg dorthin in rauschenden Duellen mit dem BVB, Manchester City und Ajax gebahnt. Es fehlten 90 Minuten, um eine großartige Europapokalsaison zu krönen und das Image des sympathischen Verlierers abzuschütteln.
Es kam anders, der Ausgang der Geschichte ist bekannt. Jürgen Klopps FC Liverpool war im Wanda Metropolitano von Madrid zu stark und gewann das Endspiel der Königsklasse relativ souverän mit 2:0. Wieder hängende Köpfe bei den Nordlondonern, die damals noch vom heutigen Bayern-Star Harry Kane angeführt wurden.
Von der Chance, um den Henkelpott zu kämpfen, ist Tottenham rund ein halbes Jahrzehnt später meilenweit entfernt. Die Spurs rangieren in der Premier League im unteren Mittelfeld und belegen einen indiskutablen 14. Tabellenplatz. Der Vorsprung auf die Abstiegsränge (10 Punkte) ist deutlich geringer als der Rückstand auf die Champions-League-Plätze (16 Zähler).
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Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie weit Tottenham mittlerweile von der (nationalen) Spitze entfernt ist, dann wurde dieser am vergangenen Donnerstag im Halbfinale des Carabao Cups erbracht. Nach einem 1:0 im Hinspiel ging die komplett überforderte Mannschaft von Trainer Ange Postecoglou in Liverpool mit 0:4 baden.
Kein Wunder, dass seit einigen Wochen eine Debatte um den Coach entbrannt ist. Dabei liegen die Probleme des Traditionsvereins deutlich tiefer – und eine Leihgabe vom FC Bayern soll nun helfen, sie mindestens zu übertünchen und bestenfalls zu lösen.
Neuer Trainer, neue Strukturen!Seit 12 Tagen ist Niko Kovač (53) im Amt beim BVB. Seine klare Zielsetzung: das Erreichen der Champions-League-Plätze und die wankenden Stars wieder in die Spur bringen. Damit das klappt, braucht er natürlich jede Mithilfe. Und scheinbar hat eine Neuerung schon sofort gefruchtet. Worum es geht und was das mit Bundestrainer Julian Nagelsmann zu tun hat – nur mit BILDplus.
2. Fußball-Bundesliga
Trainer hat “Spaß”: Fürth nach Kaderumbau im Aufschwung
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Aller guten Dinge sind drei. Nach zwei Erfolgen möchte Jan Siewert mit Fürth in Elversberg nachlegen. Welchen Einfluss ein erhöhter Konkurrenzkampf im Kader hat, erklärt der Trainer.
Trainer Jan Siewert macht bei der SpVgg Greuther Fürth die umfangreichen Kaderanpassungen im Januar verantwortlich für den jüngsten Aufwärtstrend seines Teams in der 2. Fußball-Bundesliga. “Es macht gerade viel Spaß”, sagt Siewert vor dem aus seiner Sicht “schweren Auswärtsspiel” am Samstag (13.00 Uhr) bei der recht heimstarken SV Elversberg.
Der Spaß liege dabei nicht nur an den jüngsten zwei Siegen, “sondern weil die Jungs sich gerade alles abverlangen”, erklärte Siewert: “Es ist eine richtig gute Konkurrenzsituation. Da konnten wir durch das Winter-Transferfenster viel Energie reinbringen. Es gibt uns keine Garantie für Siege, aber es gibt uns eine Wahrscheinlichkeit. Ich hoffe, dass wir auf dieser Welle weiterreiten können.”
“Es geht darum, Ergebnisse zu ziehen”
Die Priorität beim Tabellen-Elften liegt weiterhin darauf, Woche für Woche zu punkten. Das sei aktuell wichtiger als attraktiver Fußball, gerade in der 2. Liga. “Es geht darum, Ergebnisse zu ziehen. Wir müssen uns erstmal reinarbeiten ins Spiel. Und dann können sich Spiele so entwickeln, dass du mit Ball viel bessere Lösungen findest. Aber du musst den Gegner erstmal niederringen.”
Nach zwei Dreiern am Stück gebe es überhaupt keinen Anlass für Euphorie, meint der Fürther Coach: “Wer anfängt zu fliegen, den fange ich mit dem Köcher wieder ein.” Ausfallen werden in Elversberg die Offensivkräfte Julian Green und Roberto Massimo.