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  • Meine Meinung: Hans-Joachim Watzke darf beim BVB noch nicht aufhören | Fußball

    Meine Meinung: Hans-Joachim Watzke darf beim BVB noch nicht aufhören | Fußball


    Meisterschaft, Double, zweimal ins Champions-League-Finale, dazu noch zwei Pokalsiege – die Ära von Hans-Joachim Watzke gehört beim BVB zu den erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. Als Vorsitzender der Geschäftsführung führte er Dortmund aus der Fast-Insolvenz im Jahr 2005 bis in die Spitze der Bundesliga und Europas.

    Im Herbst will der Sauerländer seinen Job als oberster Boss nach über 20 Jahren eigentlich aufgeben. Aber in der aktuellen Lage darf Watzke nicht aufhören!

    Dortmund spielt trotz des 6:0 gegen Union Berlin die schlechteste Saison seit zehn Jahren – Stand jetzt verpasst der Klub nicht nur erstmals seit 2015 die Champions League, sondern spielt kommende Saison überhaupt nicht in Europa. Es wird immer klarer: Nur mit ein paar kosmetischen Eingriffen allein findet Dortmund nicht zurück in die Erfolgsspur.



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  • Hans-Joachim Watzke [Geschäftsführer] – Borussia Dortmund – Forum | Seite 1948

    Hans-Joachim Watzke [Geschäftsführer] – Borussia Dortmund – Forum | Seite 1948


    Zitat von LuciferIX
    Am Ende ist Watzke zu sehr “Diplomat”, als dass er so eine harte Entscheidung trifft und Ricken, Kehl und Kovac vor die Tür setzt.

    Da muss schon alles schief laufen und selbst dann wird es vermutlich keine Konsequenzen haben. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen.

    Aber nur das würde etwas ändern. In der Konstellation kann es eigentlich nicht mehr weitergehen. Aber wenn man hört, dass Watzke der Meinung ist, dass Sammer und Matthäus zwei der besten Analysten sind, dann bin ich mir mittlerweile bei Watzke nicht mehr sicher, ob er die Situationen noch richtig einschätzen kann.

    Ich bin ein absoluter Befürworter seit der ersten Stunde von ihm. Für mich hatte jede seiner Entscheidungen bis drei, vier Jahre immer Hand und Fuß.

    Leider habe ich dieses Gefühl verloren durch viele Interviews, etc. in den letzten zwei, drei Jahren.

    Da sehe ich Watzke schon deutlich kritischer, auch wenn ich nicht jeder meiner Aussagen belegen kann, sie aber aus dem Kontext heraus für nachvollziehbar halte.

    Watzke hinterlässt hier ein (in Teilen zurecht) positives Bild.
    Aber wenn wir 100 Fans fragen, welche die wichtigste Personalie der letzten 20 Jahre beim BVB war, dann werden vermutlich 99 von ihnen Jürgen Klopp nennen. Mit ihm haben wir den Weg in die Spitzengruppe gefunden und ohne ihn hat man selbst in besseren Phasen das Gefühl, da fehlen sportlich einfach die letzten 10 Prozent.

    Ja, Watzke hat Klopp geholt oder war mitverantwortlich und es wäre unfair, ihm diese Errungenschaft abzusprechen.

    Diese Argumente kann man dann aber bei anderen Personalien auch umkehren. Watzke hat all die Trainer danach zumindest mitzuverantworten, er hat sicher nicht unerhebliches Mitspracherecht in der “Mentalitäts” und “Deutsche Nationalspieler” Strategie, sowie Rückholaktionen um Sahin oder Götze, die Instellation von Terzic, die teils unverständliche Trennung von Rose, um Terzic erneut zu installieren, Sahin als Co-, dann als Haupttrainer. Und nicht zuletzt schien er ebenfalls in die kürzliche Trainersuche um Rangnick und Kovac beteiligt zu sein, bei der man eigentlich nur eine Übergangslösung suchte und nun Kovac für 1 1/2 Jahre am Backen hat. Ebenso das Ricken-Experiment ist ihm mitzuverdanken, was indirekt auch in einer für mich total unverständlichen Vertragsverlängerung von Kehl mündete.

    Selbst wenn man im Sommer einen harten Cut macht und sich von Ricken, Kehl, Sammer und Kovac trennt, dann hab ich kein gutes Gefühl, wenn es wieder Watzke sein wird, der den Laden dann wieder von der Pike auf neu zusammenstellt.

    Ich lasse mich gern eines Besseren belehren. Aber mir geht es um Wahrscheinlichkeiten. Und wenn ich mir die teilweise haarsträubenden Entscheidungen der letzten Jahre so anschaue, dann beurteile ich die Wahrscheinlichkeit auf einen erfolgreichen U-Turn unter Watzke als nicht besonders hoch.



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  • Macht Hans-Joachim Watzke doch weiter?

    Macht Hans-Joachim Watzke doch weiter?


    Sportliche Führung unter Beobachtung

    Droht ein Boss-Beben beim BVB?

    19.02.2025 – 10:53 UhrLesedauer: 1 Min.

    Hans-Joachim Watzke: Eigentlich wollte er im Herbst aufhören.Vergrößern des Bildes

    Hans-Joachim Watzke: Eigentlich wollte er im Herbst aufhören. (Quelle: IMAGO/David Inderlied/imago-images-bilder)

    Borussia Dortmunds Ziele sind in dieser Saison in Gefahr. Ist das ein Grund für Hans-Joachim Watzke umzudenken?

    Für Borussia Dortmund läuft in dieser Saison bisher wenig nach Plan. Trainer Nuri Şahin musste bereits nach einem halben Jahr gehen. Für ihn kam Niko Kovač als Nachfolger. Allerdings konnte der neue Trainer in der Bundesliga bisher noch keinen Sieg verbuchen, zuletzt gab es eine 0:2-Niederlage in Bochum. In der Tabelle stehen die Dortmunder auf dem elften Platz – mit 26 Zählern Rückstand auf den Spitzenreiter Bayern München.

    In der Klubspitze gibt es daher laut “Sport Bild” Gedankenspiele, einen “Neustart auf allen Ebenen” zu forcieren. Auch die Frage, ob der Vorsitzende der Geschäftsführung, Hans-Joachim Watzke, doch weitermacht, stehe im Raum. Dies hänge von den sportlichen Ergebnissen der kommenden Monate ab. Watzke wollte eigentlich Richtung Jahresende abtreten.

    Wie das Magazin weiter schreibt, könnte die sportliche Führungsstruktur zerbrechen, sollte sich Watzke dazu entscheiden, bei der anstehenden Präsidentschaftswahl im November 2025 doch nicht anzutreten. Das war Medienberichten zufolge eigentlich der Plan Watzkes. Eine Abkehr von diesem Plan würde dann Sport-Geschäftsführer Lars Ricken ebenso betreffen wie Sportdirektor Sebastian Kehl und Berater Matthias Sammer.

    In der kommenden Zeit wolle die BVB-Spitze die Situation und Entscheidungen der vergangenen Wochen jedoch genau beobachten, um dann eine Entscheidung zu treffen. Ricken plant offenbar, Sammer als Berater künftig an sich zu binden. Zudem soll Ricken unter genauer Beobachtung stehen und der Verein noch immer Interesse an Eintrachts Markus Krösche haben, sollte es mit dem aktuellen Sport-Geschäftsführer nicht klappen.



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  • Hans-Joachim Watzke [Geschäftsführer] – Borussia Dortmund – Forum | Seite 1948

    Hans-Joachim Watzke [Geschäftsführer] – Borussia Dortmund – Forum | Seite 1948


    Auch wenn Watzke seine Anteile an der aktuellen Situation hat, glaube auch ich, dass er von den aktuellen Führungsmitgliedern noch am ehesten den Karren aus dem Dreck ziehen könnte.

    Die Probleme dabei:
    Er müsste in erster Linie zunächst sich selber eingestehen, dass nicht wirklich viel positiv am Verspielen der Meisterschaft am letzten Spieltag zu Hause gegen Mainz ist und man schon da hätte einen Kahlschlag bei der Mannschaft und Trainer angehen müssen. Einfach, weil das offenkundig mental Spuren bei den meisten hinterlassen hat und sie in schwarz-gelb nicht mehr an ihr Potential rankommen, einfach zu gehemmt sind.

    Ebenso, dass das Erreichen des CL-Finals eher glücklich zustandekommen ist (ich sach nur 7 oder 8 Alutreffer von Paris gegen die man im Normalfall hätte achtkant rausfligen müssen) und nicht, weil man die Gegner reihenweise spielerisch im Griff hatte oder gar dominiert hat.

    Man das hart erarbeitete Standing die Top Adresse für die Top-Talente nahezu komplett verbrannt hat und noch nicht mal in der Lage ist die eigenen Talente halbwegs vernünftig zu fördern und an die erste Mannschaft heranzuführen.

    Man unter Kehls Leitung (und mir persönlich ist dabei komplett scheißegal wer da wie viele Anteile hatte an Einzelentscheidungen, weil KEHL die Position inne hat und damit auch hauptverantwortlich für Transfers sein muss!) um die 200 Mio€ für Spieler rausgefeuert hat, die nicht zusammenpassen und man kaum eine gescheite Spielidee implementieren kann. Buli-Spieler Monopoly kann nahezu jeder hier im Forum auch spielen, wenn man ihm Jahr für Jahr 50-70 Millionen € zur Verfügung stellt.

    Und zuletzt (aus meiner persönlichen Sicht und logischerweise auch mit viel Entfernung zum Menschen Aki Watzke)..er scheint mir einfach körperlich abgebaut zu haben und nicht mehr die Frische, den Elan und die Zuversicht ausstrahlen zu können, die notwendig wäre, um solch einen Restart über 1-2 Jahre zu moderieren. Vielleicht irre ich mich auch, aber er scheint einfach müde geworden zu sein.

    Sollte ich mich da täuschen und einen falschen Eindruck von ihm haben (er also fit ist), dann glaube ich, dass er am ehesten so Leute wie Rangnick vom Projekt BVB überzeugen könnte.

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    Nur der BVB!!!

    Ein großes DANKESCHÖÖN für 13 wunderbare Jahre…Leonardo de Déus Santos – ALLEEEZ DEDE!!!

    Dieser Beitrag wurde zuletzt von n13m4nd am 19.02.2025 um 09:08 Uhr bearbeitet



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  • Borussia Dortmund in der Dauerkrise: Zerbröselt Hans-Joachim Watzkes Vermächtnis?

    Borussia Dortmund in der Dauerkrise: Zerbröselt Hans-Joachim Watzkes Vermächtnis?


    Borussia Dortmund taumelt ausgerechnet vor dem Abschied von Hans-Joachim Watzke von Krise zu Krise. Auf dem Platz fehlen die “Basics”, Ralf Rangnick attestiert der BVB-Führung eine fehlende Philosophie. Wie schlecht steht es nach 20 Jahren Watzke um den BVB wirklich?

    Von Martin Jahns

    Bei Borussia Dortmund wiederholt sich derzeit Geschichte.

    Mittelmaß in der Bundesliga, eine negative Tordifferenz und eine peinliche Niederlage als Tiefpunkt des Februars. Das ist die aktuelle Situation – und das war die Lage vor genau 20 Jahren im Februar 2005.

    Damals übernahm Hans-Joachim Watzke den Posten als BVB-Geschäftsführer, der BVB stand mit einer Tordifferenz von -4 auf Platz 12 und wurde vom FC Bayern München mit 0:5 abgewatscht. Zwei Dekaden, zwei Meisterschaften und ebenso viele Champions-League-Finals später steht die Borussia nach dem blamablen 0:2 in Bochum und einer Differenz von -1 auf dem elften Platz.

    Ausgerechnet vor Watzkes feststehendem Abschied nach der Saison ist der BVB die vielleicht größte Baustelle der Liga. Sein Vermächtnis droht zu zerbröseln.

    BVB-Mannschaft: Fehlende “Basics” als ewiges Problem

    Denn die aktuelle Situation ist mehr als eine vorübergehende Ergebniskrise: Die uninspirierten Auftritte in der Liga mit fünf Pleiten aus sieben Spielen in diesem Kalenderjahr machen deutlich, dass in der eigentlich hoch veranlagten Mannschaft etwas nicht stimmt.

    Nico Schlotterbeck beklagte nach der Pleite in Bochum die fehlenden “Basics” bei seinem Team, bei dem vermeintliche Leistungsträger wie Julian Brandt, Marcel Sabitzer oder Niklas Süle negativ herausstachen.

    Die Schlagworte “fehlende Mentalität” und “mangelnder Wille” wird die Mannschaft seit Jahren nicht los, weil sie ihnen wie in Bochum immer wieder neues Futter gibt. Der x-te Umbruch auf der Suche nach einer Achse in der Mannschaft scheint auch diesen Sommer unvermeidbar.

    Dabei muss der BVB allerdings diesmal womöglich kleinere Brötchen backen: Die Teilnahme an der Champions League ist in höchster Gefahr.

    “Der BVB hält auch zwei Jahre aus”, beschwichtigte Watzke ein solches Szenario noch vor kurzem: “Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot.”

    Doch Verkaufskandidaten der Kaliber Erling Haaland oder Jude Bellingham hat der BVB seit 2023 nicht mehr zu bieten.

    Das Wichtigste in Kürze

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    BVB-Trainerbank: Dauerbaustelle statt klarer Spielidee

    Vier Trainer saßen beim BVB binnen der vergangenen 365 Tage auf der Bank. Das gab es in den vorherigen 19 Watzke-Jahren nicht – weder vor noch nach Jürgen Klopp. Und nun legte Niko Kovac mit zwei Niederlagen aus den ersten beiden Ligaspielen den größten BVB-Fehlstart eines Trainers in 40 Jahren hin.

    Die Drehtür auf der Dortmunder Trainerbank und die kopflose Mannschaft bedingen sich gegenseitig. Das kritisierte auch Ralf Rangnick, der selbst als BVB-Kandidat galt, bei “Bild Sport”: “Man hat nicht das Gefühl, dass als Überschrift steht: Wie wollen wir eigentlich spielen? Wie wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern nicht den Vorwurf machen. Sondern das liegt daran, dass über Jahre hinweg dieser Fixpunkt einer Spielidee nicht mehr verfolgt worden ist.”

    VIDEO: Nach BVB-Pleite: Ex-DFB-Star verspottet Kovac

    Der BVB und die Fans: Eine langsame Entfremdung

    Die Auftritte auf dem Platz haben sich inzwischen auch auf das Verhältnis zu den eigenen Fans niedergeschlagen.

    In Bochum traute sich die Mannschaft nach Schlusspfiff nur bis an die Strafraumkante, um den mitgereisten Fans gegenüberzustehen. Schon während der Partie zoffte sich Jamie Gittens bei seiner Auswechslung mit den eigenen Anhängern.

    Der Vertrauensvorschuss bei den Fans aus den Klopp-Jahren oder nach der bitter verlorenen Meisterschaft 2023 scheint inzwischen endgültig aufgebraucht.

    Dazu kamen zuletzt auch Unmutsbekundungen über Entscheidungen der Verantwortlichen wie beim Sponsoring-Deal mit Rüstungskonzern Rheinmetall.

    VIDEO: Ärger um Gittens? Kovac erklärt Wechsel-Disput

    BVB-Klubführung: Machtkämpfe im Schatten der Krise

    Inmitten der sportlichen Krise tobte zuletzt ein heftiger Machtkampf in der Führungsriege. Am Ende sprach Watzkes designierter Nachfolger Lars Ricken ein Machtwort und entließ Sven Mislintat, den ehemaligen Technischen Direktor, der vor nicht einmal einem Jahr zum BVB zurückgekehrt war und mehr Einfluss auf Transfers anstrebte.

    Der Schritt zeigte auch, wie uneins sich die Führungsriege kurz vor Watzkes Abschied im Hinblick auf die sportliche Ausrichtung zu sein scheint.

    Reden beim BVB zu viele Köpfe mit? Das zumindest bemängelte auch Rangnick, der an die goldenen Klopp-Zeiten erinnerte: “Damals gab es drei Entscheider, die auch nach außen hin die Entscheider waren mit Aki Watzke, mit Michael Zorc und mit Jürgen Klopp.”

    Damals sei der BVB “tatsächlich eine Marke” gewesen. Mittlerweile sehe das nicht mehr so aus: “Man hat einfach nicht mehr stringent nach irgendeiner vorgestellten Spielweise den Kader zusammengestellt.”

    Gelingt der Turnaround?

    Immerhin, wie auch vor 20 Jahren hat der BVB auch jetzt noch Zeit, die von Schlotterbeck befürchtete “Horrorsaison” zu retten und damit auch die Zukunftsperspektiven zu verbessern. Damals beendete der Klub unter Trainer Bert van Marwijk die Saison letztlich auf dem siebten Platz. Diesmal ist durchaus noch mehr drin, wenn die Mannschaft zurück in die Spur findet.

    Nach dem 3:0 bei Sporting Lissabon steht der BVB schon mit einem Bein im Achtelfinale der Champions League. Dazu ist der Rückstand auf einen Champions-League-Platz in der Bundesliga trotz der Krise mit acht Punkten weiterhin nicht uneinholbar.

    Und auch perspektivisch steht der BVB wie von Watzke angesprochen deutlich besser da als zu seinen Anfangsjahren. In der jüngsten Deloitte-Studie der umsatzstärksten Klubs der Welt belegte der BVB Rang elf. Die Teilnahme an der Klub-WM diesen Sommer wird weitere Millionen in die Kasse spülen.

    Zumindest die Rahmenbedingungen beim BVB hinterlässt Watzke auf Top-Niveau. Nun müssen Führungsriege, Mannschaft und Trainer daraus wieder etwas machen.



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  • Hans-Joachim Watzke verkennt das Ausmaß der Dortmunder

    Hans-Joachim Watzke verkennt das Ausmaß der Dortmunder


    05.02.2025, Sportbusiness-Konferenz SpoBis im CCH Congress Center in Hamburg: Dortmunds Gesch

    Hans-Joachim Watzke ist aktuell noch Vorsitzender der Geschäftsführung beim BVB. Bild: IMAGO images / Kirchner-Media

    Meinung

    Jan Schultz

    Ruft man auf der Vereinswebsite des BVB das Profil von Hans-Joachim Watzke auf, findet man einige grundlegende Informationen über den Vorsitzenden der Geschäftsführung. Er kam 1959 in Merseburg zur Welt, 1978 hat er sein Abitur abgeschlossen, nach dem Studium eine erfolgreiche Firma aufgebaut.

    Vor allem aber liegt der Fokus in den drei Absätzen auf den Erfolgen, die Borussia Dortmund unter der Führung Watzkes zu verzeichnen hatte. Die Abwendung der Insolvenz Anfang des Jahrtausends, die Meisterschaften unter Jürgen Klopp und die großen Nächte in der Champions League.

    “In der Europapokal-Saison 2024/25 nimmt der BVB zum 19. Mal insgesamt und zum neunten Mal in Serie an der UEFA Champions League teil. Übertroffen wird diese Konstanz nur von vier Vereinen: von Real Madrid, FC Barcelona, Manchester City und Bayern München”, heißt es auf der Website des BVB.

    Nun darf man davon ausgehen, dass Watzke diese Zeilen nicht selbst getippt hat. Vielleicht aber hat er einen gewissen Schwerpunkt vorgegeben. Ganz gewiss hat er als Vorsitzender der Geschäftsführung in den vergangenen Jahren geprägt, wie Borussia Dortmund denkt.

    Aus der Betonung dieser Zeilen liest sich ein gewisses Zugehörigkeitsgefühl heraus. Der BVB als einer der Global Player, einer der ganz großen Klubs. Und irgendwo stimmt das ja: das gewaltige Stadion, das internationale Fanaufkommen. Und neun Jahre in Folge hat sich Borussia Dortmund tatsächlich für die Königsklasse qualifiziert, die Zahl ist nicht erfunden.

    Titel sind beim BVB zur Mangelware geworden

    Aber eines unterscheidet den BVB dann doch ganz wesentlich von Real Madrid, dem FC Barcelona, Manchester City und dem FC Bayern: Die Schwarz-Gelben haben die Champions League in diesem Jahrtausend nicht gewonnen.

    Generell ist die Titelausbeute für einen Verein, der sich auf seiner eigenen Website in einem Atemzug mit Rekordmeistern und Seriensiegern nennt, zuletzt ziemlich mager gewesen.

    2017 und 2021 holte der BVB zumindest noch den DFB-Pokal, in der Bundesliga aber ist die Qualifikation für die Champions League das höchste der Gefühle. So gesehen wäre es womöglich gar passender, wenn sich etwa Shakhtar Donezk mit derartigen Zeilen schmückt. Die Ukrainer sind die achte Saison in Folge dabei, seit 2010 sogar einmal häufiger als der BVB. National räumen die Ukrainer on top regelmäßig ab.

    BVB: Hans-Joachim Watzke sieht Probleme als Momentaufnahme

    Anders als Borussia Dortmund. In der Bundesliga dümpelt der Traditionsklub im Mittelfeld der Tabelle herum, belegt momentan den elften Rang. Womit wir wieder bei Watzke wären. Denn der hat das aktuelle Geschehen beim BVB mehr oder weniger als Momentaufnahme eingeordnet.

    “Wir haben das erste Mal seit zehn Jahren eine problematische Situation. Dafür ist mir die Kritik zu hart”, sagte der 65-Jährige bei der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRheinMain.

    Es passt zu dem Bild, was sich basierend auf seinem Profil auf der Vereinswebsite schon gezeichnet hat. Borussia Dortmund gehört doch eigentlich zu den ganz Großen, macht grundsätzlich fast alles richtig und hat einfach mal eine schlechte Saison, wie sie der FC Liverpool oder Bayer Leverkusen auch schon einmal hatten.

    Mit dieser Einordnung verkennt der BVB-Boss die wahren Ausmaße der Dortmunder Probleme. Denn deren Wurzeln führen weiter zurück als bis zum vergangenen Sommer. Schon die Jahre unter Edin Terzić waren von spielerischer Rückentwicklung geprägt.

    Spielerische Armut, ein Kader mit Baustellen: die Probleme des BVB

    Dass sich die Borussen 2023 mit einem guten Lauf und dank schwächelnder Bayern noch ins Titelrennen einschalten konnten, täuscht ebenso darüber hinweg wie der CL-Run aus der Vorsaison. Auch in dem Fall profitierte der BVB oftmals von Glück, etwa den vielen Aluminiumtreffern von PSG, sowie individueller Klasse.

    In der Vorsaison war es in der Königsklasse oftmals Mats Hummels, in der Bundesliga das Jahr zuvor Jude Bellingham. Davor holte allzu oft Erling Haaland die Kohlen aus dem Feuer.

    Jene Ausnahmekönner aber werden beim BVB immer seltener, immer häufiger greift Sebastian Kehl daneben. Der Kader wirkt zunehmend unausgewogen. Dennoch wurde mit dem Sportdirektor verlängert. Sven Mislintat wiederum, der in der Vergangenheit viele werthaltige Spieler für den Verein entdeckt hat, musste nach internen Auseinandersetzungen gehen. Auch das ist ein Teil des Problems.

    Mindestens kurios mutet am jüngsten Auftritt von Watzke darüber hinaus noch eine weitere Aussage an. “Wir sind zum permanenten Überperformen verdammt. Wenn wir das nicht tun, haben wir ein Problem”, sagte der BVB-Boss.

    Der BVB unterperformt schon seit Jahren

    Zur Einordnung: Gemessen am Umsatz ist Borussia Dortmund seit Jahren die mit Abstand zweitstärkste Kraft im deutschen Fußball. Nun ist Geld nicht alles, aber im modernen Fußball ein zunehmend besserer Indikator für Erfolg. Als zweitstärkste Kraft überzuperformen würde also heißen, Erster zu werden.

    Das ist dem BVB nachweislich nicht gelungen. Die vier Spielzeiten nach Lucien Favre hat Borussia Dortmund im Schnitt mit 66,75 Punkten beendet. Mit einer solchen Ausbeute wurde man in der Bundesliga zuletzt nur noch Dritter.

    Also im Schnitt, denn de facto war der BVB im Vorjahr sogar nur noch Fünfter. Dass das überhaupt noch für die Champions League gereicht hat, lag einzig an der Reform der Königsklasse.

    Watzke täte gut daran, in seinen letzten Monaten im Amt intern andere Einordnungen zu äußern, als er dies auf öffentlichen Wegen macht.

    Um baldige Augenhöhe mit dem FC Schalke 04 muss er sich zwar noch nicht sorgen. Zieht der BVB aber selbst aus diesem Jahr nicht die richtigen Konsequenzen, drohen Klubs wie Leverkusen, Leipzig, Frankfurt und Stuttgart zu enteilen. In Watzkes so toller BVB-Vita würde sich das als Abschluss nicht sonderlich gut machen.

    Unter Dino Toppmöller spielt Eintracht Frankfurt in dieser Saison endlich aufregenden Fußball. “Das ist das erste Mal, dass ich von einer Mannschaft begeistert bin”, sagte Ex-Trainer Felix Magath kürzlich im Hessischen Rundfunk.



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