All der aufgestaute Frust kam raus. Nach Monaten der Enttäuschungen und Krisenstimmung spielten sich am Samstagabend alle bei Borussia Dortmund in einen Rausch. Alle? Nein. Einem schmeckt die 6:0-Gala bittersüß.
Auch Giovanni Reyna hat ein Erfolgserlebnis dringend nötig. In Abwesenheit von Julian Brandt bekam er gegen Union Berlin die große Chance. Doch während um ihn herum alle glänzten, blieb der Amerikaner blass – und es kam noch schlimmer.
Borussia Dortmund: Trotz 6:0 – Reyna ist der Verlierer der Gala
Einst galt er als Erbe von Marco Reus, legte einen kometenhaften Start in die Karriere hin. Doch aus dem Supertalent ist ein Sorgenkind geworden. Giovanni Reynas Leistungen stagnierten immer weiter, seine Einsatzzeiten dadurch auch. Die Leihe nach Nottingham floppte, zurück in Dortmund ist er endgültig in die Rolle des Ergänzungsspielers gerutscht.
+++ Borussia Dortmund lange ohne Bensebaini? Kovac klärt auf +++
Nun bot sich ihm eine seltene Gelegenheit. Durch den kurzfristigen Ausfall von Spielmacher Julian Brandt (hier mehr) rutschte der US-Boy in die Startelf. Bei einem Ergebnis von 6:0 möchte man meinen, dass er diese Chance eindrucksvoll genutzt hat. Stattdessen dürfte Reyna diesen magischen Abend nur eingeschränkt genießen können.
Reyna geht raus, Dortmund dreht auf
Während sich alles um ihn herum in einen Rausch spielte, blieb sein persönlicher Befreiungsschlag aus. Als Spielmacher aufgestellt, lief das Offensivspiel größtenteils an ihm vorbei. Alle sammelten Tore, Vorlagen, Selbstbewusstsein; der 22-Jährige musste nach 70 durchwachsenen Minuten als erster vom Platz. Bezeichnend: Vier der sechs Tore fielen erst nach seiner Auswechslung.
Für ihn kam Carney Chukwuemeka, für Reyna wurde es nicht besser. Im Winter als neue Konkurrenz verpflichtet, konnte auch die Chelsea-Leihgabe seine Fähigkeiten in seinem ersten längeren Einsatz direkt unter Beweis stellen, hatte einige starke Momente.
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Wie viele solcher Chancen Giovanni Reyna noch bekommt, ist ungewiss. Schon am nächsten Wochenende dürfte Brandt wieder vor seiner Nase stehen. Im Sommer fällt die Entscheidung um seine Zukunft bei Borussia Dortmund. Tendenz: Trennung.
Borussia Dortmund schlägt Union Berlin deutlich und kann sich so vorerst aus der Krise schießen. Die Noten und Einzelkritiken der Stars des BVB.
Borussia Dortmund schlägt Union Berlin mit 6:0 und schafft so einen mindestens kleinen Befreiungsschlag. Neben Torjäger Serhou Guirassy und dem umtriebigen Karim Adeyemi profitiert aber vor allem ein Mittelfeldspieler vom neuen System. Die Noten und Einzelkritiken der Dortmunder Spieler.
Im Salary Cap von LaLiga ist Real mit Abstand erster aber der FC Sevilla mit noch größerem Abstand Letzter – Foto: getty images
Real bleibt top, Sevilla darf nur 684.000 ausgeben
Nach Ende des Wintertransfermarkts ist es in LaLiga wieder so weit: Verband LFP hat die Gehaltsobergrenzen angepasst und festgelegt. Und auch wenn Real Madrid eines von sechs Teams ist, bei denen das Salary Cap unverändert weder nach oben noch nach unten ging, so fällt doch speziell eine Zahl besonders im Auge.
???? The Squad Cost Limit (LCPD) for #LALIGAEASPORTS and #LALIGAHYPERMOTION clubs following the winter transfer window.
— LALIGA Corporativo (@LaLigaCorp) February 18, 2025
Wirkte der FC Sevilla schon im Herbst finanziell handlungsunfähig aufgrund nur 2,5 Millionen Euro gestatteter Gehaltszahlungen, so ist diese Zahl jetzt nochmal geschrumpft auf nur 684.000 Euro. Und das, obwohl im Winter mit Jesús Navas der Kapitän wie geplant seine Karriere beendet hat und obwohl Gonzalo Montiel zu River Plate verkauft wurde für geschätzte 4,5 Millionen Euro. Und trotzdem „darf“ der FC Sevilla eigentlich nicht mal mehr eine Million Euro für Gehälter ausgeben? Wie das in der Praxis aussehen und umgesetzt werden soll, das weiß vermutlich nur Liga-Präsident Javier Tebas.
Wohlgemerkt handelt es sich bei diesen Gehaltskosten nicht nur um die der Spieler, sondern des gesamten Klubs: Reserve-Team, Jugendbereich, Trainer und sonstige Mitarbeiter. Wobei die Zahlen sowohl fixe Gehälter als auch variable, erfolgsabhängige Zahlungen einschließen, sogar Provisionen an Spielerberater.
Klub
Sep. 2023
Feb. 2024
Sep. 2024
Feb. 2025
Veränderung
Real Madrid
727,45 Mio.
727,45 Mio.
754,9 Mio.
754,9 Mio.
+ 0 Mio.
FC Barcelona
270,02 Mio.
204,16 Mio.
426,4 Mio.
463,4 Mio.
+ 37,0 Mio.
Atlético
296,36 Mio.
303,4 Mio.
310,7 Mio.
314,2
+ 3,5 Mio.
FC Sevilla
168,7 Mio.
152,28 Mio.
2,5 Mio.
0,68 Mio.
– 1,81 Mio.
LaLiga gesamt
2,56 Mrd.
2,53 Mrd.
2,6 Mrd.
2,67 Mrd.
+ 0,07 Mrd.
Barça steigt, Olmo-Fall weiter offen
Mit der Einführung des Salary Caps im Jahr 2020 verfolg(t)en Tebas und Co. zwar ein durchaus löbliches Ziel – Klubs sollen nicht mehr ausgeben, als sie einnehmen – aber in den letzten Jahren fanden Vereine wie der FC Barcelona immer wieder Wege, um doch noch Spieler – mal Gavi, mal Dani Olmo – auf zweifelhafte Art und Weise unterzubringen. So wächst der Anspruch des FC Barcelona mittlerweile sogar und die Katalanen machen einen Sprung von 37 Millionen Euro auf 463,4 Millionen Euro – wohl auch aufgrund des ebenso intransparenten Verkaufs zukünftiger VIP-Plätze im noch lange nicht fertiggestellten Camp Nou. Diese 463 Millionen bedeuten wie gehabt den zweithöchsten Wert der Liga – fast 300 Millionen Euro unter Real Madrid. Die Blancos können weiter mit 754,9 Millionen Euro planen.
Manche Klubs wirken finanziell also durchaus solide, ob Konsequenzen jedoch für finanziell angeschlagene Klubs möglich sind, ist völlig offen. Denn nicht nur Sevilla hat einen Mini-Etat, auch Aufsteiger Espanyol kann nur noch mit 7,8 Millionen Euro planen – zum Vergleich: 14 Zweitligisten haben eine höhere Gehaltsobergrenze. Und bei Barça ist der im Winter für Aufregung gesorgte Fall von Dani Olmo und Pau Víctor noch lange nicht abgeschlossen, die Austragung beziehungsweise verweigerte Neu-Registrierung von LaLiga wurde lediglich vom nationalen Sportrat CSD aufgehoben, bis der Fall vor Gericht final geklärt ist. So oder so verkommt das Financial Fairplay in Spanien mehr und mehr zur Lachnummer, wenn zwei Klubs nicht mal mehr als acht Millionen Euro ausgeben dürfen. Aber es vermutlich dennoch tun werden. Ohne Konsequenzen?
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Als Ademola Lookman (27) in der 61. Minuten beim Stand von 1:3 gegen Club Brügge zum Elfmeter antrat, waren die Chancen auf das Weiterkommen nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel für Atalanta gering – ein Treffer hätte die Hoffnung wieder geweckt. Es folgte der Fehlschuss gegen Simon Mignolet (36) und das Aus in den Playoffs der Champions League. Trainer Gian Piero Gasperini zeigte sich nach dem Spiel wenig begeistert von seinem Schützling: „Ich denke, er ist einer der schlechtesten Elfmeterschützen der Geschichte, selbst im Training tritt er sie wirklich schlecht.“
Gasperini sah den ersten Fehlschuss Lookmans im Atalanta-Trikot seit seinem 9,35 Millionen Euro teuren Wechsel von RB Leipzig – zuvor traf er viermal vom Punkt. „De Ketelaere und Retegui waren auch da, er nahm den Ball auf der Welle der Euphorie. Es ist eine Geste, die mir absolut nicht gefallen hat“, so der 67 Jahre alte Erfolgstrainer. Lookman kam von der Bank und erzielte direkt nach der Pause das zwischenzeitliche 1:2, in der Folge war Mignolet unüberwindbar.
In der Serie A hatte auch Top-Torjäger Mateo Retegui (25) zuletzt aus Elfmetern vergeben – 2024/25 verwandelte der Europa-League-Sieger von 2024 fünf seiner acht Strafstöße. Für Mignolet war es der zweite Elfer, der in dieser Saison nicht gegen ihn verwandelt werden konnte. In seiner 19 Jahre langen Profikarriere entschärfte er 16 von 74 Strafstößen.
Für Brügge ist es der zweite Einzug in das Achtelfinale der seit 1992/93 ausgetragenen Champions League, wo man auf Lille oder Aston Villa trifft. Der beste Lauf im Europapokal der Landesmeister endete 1978 erst im Finale am FC Liverpool.
Als Ademola Lookman (27) in der 61. Minuten beim Stand von 1:3 gegen Club Brügge zum Elfmeter antrat, waren die Chancen auf das Weiterkommen nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel für Atalanta gering – ein Treffer hätte die Hoffnung wieder geweckt. Es folgte der Fehlschuss gegen Simon Mignolet (36) und das Aus in den Playoffs der Champions League. Trainer Gian Piero Gasperini zeigte sich nach dem Spiel wenig begeistert von seinem Schützling: „Ich denke, er ist einer der schlechtesten Elfmeterschützen der Geschichte, selbst im Training tritt er sie wirklich schlecht.“
Gasperini sah den ersten Fehlschuss Lookmans im Atalanta-Trikot seit seinem 9,35 Millionen Euro teuren Wechsel von RB Leipzig – zuvor traf er viermal vom Punkt. „De Ketelaere und Retegui waren auch da, er nahm den Ball auf der Welle der Euphorie. Es ist eine Geste, die mir absolut nicht gefallen hat“, so der 67 Jahre alte Erfolgstrainer. Lookman kam von der Bank und erzielte direkt nach der Pause das zwischenzeitliche 1:2, in der Folge war Mignolet unüberwindbar.
In der Serie A hatte auch Top-Torjäger Mateo Retegui (25) zuletzt aus Elfmetern vergeben – 2024/25 verwandelte der Europa-League-Sieger von 2024 fünf seiner acht Strafstöße. Für Mignolet war es der zweite Elfer, der in dieser Saison nicht gegen ihn verwandelt werden konnte. In seiner 19 Jahre langen Profikarriere entschärfte er 16 von 74 Strafstößen.
Für Brügge ist es der zweite Einzug in das Achtelfinale der seit 1992/93 ausgetragenen Champions League, wo man auf Lille oder Aston Villa trifft. Der beste Lauf im Europapokal der Landesmeister endete 1978 erst im Finale am FC Liverpool.
Trotz Trainerwechsel kriselt es weiter in Dortmund. Der BVB taumelt nach dem blamablen 0:2 in Bochum. Warum schafft es niemand, den Sturzflug aufzuhalten? Fünf Probleme lähmen den Verein seit Jahren.
Wie tief will der BVB noch sinken? Die Talfahrt kennt offenbar keine Grenzen, es geht immer weiter bergab für den großen Traditionsclub. Die Borussia befindet sich seit Jahren in einer bedrohlichen Abwärtsspirale, nur verkennen die Verantwortlichen den bösen Trend.
Aktuelle Lage? Platz elf in der Bundesliga, acht Punkte von den Champions-League-Plätzen entfernt. Erst ein Ligasieg im neuen Kalenderjahr. Unter Niko Kovac, der für den gescheiterten Nuri Sahin übernahm, gab es zum Start gleich zwei Pleiten.
Damit ist der Kroate der erste Dortmunder Trainer seit Timo Konietzka im August 1984, der mit zwei Bundesliga-Niederlagen in seinen neuen Job startete. Konietzka hielt sich nur elf Spiele an der schwarz-gelben Seitenlinie.
Fünf BVB-Probleme lähmen die Borussia
Im DFB-Pokal findet der BVB seit der Zweiten Runde schon nicht mehr statt (0:1 beim VfL Wolfsburg), einzig die Königsklasse hält die Dortmunder im Gespräch. Das 3:0 im Hinspiel bei Sporting Lissabon machte die Tür zum Achtelfinale weit auf, am Mittwoch steht im heimischen Westfalenstadion das Rückspiel an.
Aber eine gute Spielzeit in der Königsklasse sollte nicht schon wieder über die fundamentalen Probleme in der Mannschaft hinwegtäuschen – das passierte den Verantwortlichen schon nach der Vorsaison, als der BVB trotz anhaltender Krise ins Finale nach Wembley stürmte (0:2 gegen Real Madrid).
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Fünf übergreifende Probleme lähmen den BVB seit Jahren.
1. BVB-Problem: Die ewige Mentalitätsdebatte
Die ständigen Mentalitätsdebatten umgeben die Borussia wie die grauen Wolken am Himmel. Schon vor fünfeinhalb Jahren explodierte Marco Reus auf diverse Nachfragen, Stichwort „Mentalitätsscheiß“. Seitdem hält sich das Thema und wird zur traurigen Identität der Mannschaft.
Die BVB-Führungsspieler Emre Can, Nico Schlotterbeck und Julian Brandt (v.l.) Imago
Wenn sich dann noch der Abwehrchef höchstselbst hinstellt und die „Basics im Fußball“ vermisst, dann sollte vielmehr als nur Alarmstufe Rot herrschen.
Die Basics im Fußball? „Zweikämpfe annehmen, Zweikämpfe gewinnen, das muss sich schleunigst ändern. Wenn wir das nicht hinbekommen, stehen wir zu Recht da, wo wir stehen. Wir müssen das schnell hinkriegen, sonst wird es eine Horrorsaison“, erklärte Nico Schlotterbeck.
Es war eine der wenigen Stimmen nach dem Bochum-Spiel, weil sich kein Spieler abseits der verpflichtenden TV-Interviews den Fragen der Journalisten stellte. Leere in der Dortmunder Mixed-Zone. Bezeichnend.
Aber was wäre sonst schon aus den Mündern der Spieler gekommen? Wie oft schon redeten sich die Kicker eine Niederlage schön? Getreu dem Motto: So schlimm war es doch nicht. Spielerisch sah es ja gut aus. Selbstkritik oder Reflexion? Fehlanzeige.
Die Spieler baden in einer Selbstgefälligkeit, sind mit Wenig zufrieden. Das ist nicht die Mentalität einer Gewinnermannschaft, nicht die Mentalität eines würdigen Meisters.
2. BVB-Problem: Fehlende Spieler-Entwicklung
Ralf Rangnick, der vor wenigen Wochen sogar als Trainerkandidat gehandelt wurde, ist „kein Freund von Mentalitätsdebatten“, wie er bei der „Bild“ sagte. Es sei aber bezeichnend, dass viele Spieler vor ihrer Zeit beim BVB über Jahre gute Leistungen bei ihren vorherigen Vereinen gezeigt hätten.
Er könne sich nicht vorstellen, dass diese Spieler nun plötzlich gerne verlieren würden. Als Beispiel nennt er Österreichs Nationalspieler Marcel Sabitzer, den er als Ösi-Bundestrainer nur zu gut kennt. Bei ihm gehöre er zu den absoluten Leistungsträgern, in Dortmund sei er aktuell gar nicht wiederzuerkennen.
Maximilian Beier sitzt nach dem 0:2 in Bochum frustriert auf der Ersatzbank Imago
Viele Spieler haben in Dortmund nach ihrem Wechsel den nächsten Schritt verpasst. Ob der zuletzt abgewanderte Donyell Malen, ob Karim Adeyemi oder Giovanni Reyna in der Offensive. Ob Salih Özcan oder Felix Nmecha im Mittelfeld oder auch Niklas Süle in der Abwehr. Ein ähnliches Schicksal droht den Sommertransfers Waldemar Anton, Pascal Groß und Maximilian Beier.
In der Vergangenheit konnte dies von den alles überstrahlenden Superstars Jadon Sancho, Erling Haaland und Jude Bellingham kaschiert werden. Doch sie waren Ausnahmetalente.
Ein Grund für die fehlende bzw. stagnierende Entwicklung sind die vielen Trainerwechsel, ein anderer die generelle Transferpolitik.
3. BVB-Problem: Transferpolitik
Dass diese beiden Punkte aber unwiderruflich miteinander verknüpft sind, analysierte auch Rangnick bei „Bild“: „Man hat nicht das Gefühl, dass als Überschrift steht: Wie wollen wir eigentlich spielen? Wie wollen wir auftreten? Wie wollen wir wahrgenommen werden? Da kann man den Spielern nicht den Vorwurf machen. Sondern das liegt daran, dass über Jahre hinweg dieser Fixpunkt einer Spielidee nicht mehr verfolgt worden ist.“
4. BVB-Problem: Keine Führungsspieler
Und eine führungslose dazu. Während in der Vereinshauptstelle zu viele Bosse herumtanzen, gibt es auf dem Rasen zu wenig. Kapitän Emre Can ist sportlich angezählt und hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen. Nico Schlotterbeck und Julian Brandt können ihre Rolle (noch) nicht erfüllen – besonders Brandt wird seinen hohen Ansprüchen seit Jahren nicht gerecht.
Vor der Saison gab der Verein in Marco Reus, Mats Hummels und Niclas Füllkrug drei wichtige Führungsspieler ab. Sie waren die Bosse in der Kabine, Lautsprecher und Motivatoren – und Typen, die den Finger in die Wunde legten. Ihren Wert für das Mannschaftsgefüge haben die Vereinsbosse verkannt.
Kapitän Emre Can versucht seine Mannschaft wieder aufzubauen Imago
Didi Hamann, Sky-Experte und Dauerkritiker des BVB, legte nach dem 0:2 in Bochum wieder los. „Wenn es nicht geht und wenn keine Besserung in Sicht ist, musst du irgendwann mal einen Schnitt machen“, sagte der 51-Jährige und zählte die Profis an.
Nur ein radikaler Umbruch könne dem Verein helfen. „Vor dieser Entscheidung stehen sie jetzt bei sechs bis acht Spielern. Das mag teuer werden, vor allem wenn du nicht in die Champions League kommst. Aber mit der Truppe, so wie die zusammengestellt ist, ist Hopfen und Malz verloren.“
5. BVB-Problem: Arroganz
Wer das anders sieht? BVB-Oberhaupt Hans-Joachim Watzke. Der Geschäftsführer wollte auf der Spobis Conference in Hamburg Anfang Februar die aktuelle Lage nicht schwarzmalen. Das Verpassen der Champions League sei selbst für zwei Jahre für den Verein verkraftbar, man werde das ohne Probleme überstehen.
Der HSV und der geliebte (Achtung, Ironie) Rivale aus Gelsenkirchen können ein Lied davonsingen. Als mahnendes Beispiel betrachtet Watzke die in die zweite Liga abgestürzten Bundesliga-Riesen offenbar nicht.
Der BVB ist schließlich der BVB. „Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot“, so Watzke. Das hat im Sommer ja ebenfalls gut geklappt (Achtung, wieder Ironie).
Bis dahin sind der FC Bayern und Bayer Leverkusen längst enteilt. Auch RB Leipzig, Eintracht Frankfurt und der VfB Stuttgart sägen am Stuhl der langjährigen Nummer zwei des deutschen Fußballs. Wird den BVB-Bossen der Ernst der Lage nicht bald bewusst, geht die Abwärtsspirale unaufhörlich weiter.
In den kommenden Wochen wird ein Urteil gegen Manchester City erwartet. Es könnte drastisch ausfallen.
Englands Meister Manchester City droht im Falle eines Schuldspruchs wegen des Verstoßes gegen die Finanzregularien der Premier League in 115 Fällen eine massive Strafe. Davon geht der bekannte Experte für Fußballfinanzen, Kieran Maguire, aus. Er rechnet bei einer möglichen Verurteilung mit einer Strafe von bis zu 100 Punkten Abzug für den Spitzenverein.
Für Borussia Dortmund schlägt es in der Bundesliga fünf vor zwölf! Die Schwarz-Gelben drohen, die Qualifikation für die Champions League zu verspielen. Sollte dieses Horror-Szenario wahr werden, könnte das weitreichende Folgen haben.Dem BVB würden millionenschwere Einnahmen einfach so wegbrechen. Diese müssten entsprechend aufgefangen werden. Den naheliegendsten Weg deutete Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, jüngst schon an. Jetzt gibt es weitere Details.Borussia Dortmund zu Verkäufen gezwungen?Sieben Punkte liegt der BVB nach dem 21. Spieltag schon hinter den Champions-League-Plätzen. Auch das erklärte Minimalziel ist also in Gefahr. Grund genug für die Bosse, noch ein Stück weiter zurückzurudern und erst keine Panik aufkommen zu lassen. Denn was mit Traditionsvereinen passiert, denen plötzlich Geld und Erfolg ausgeht, konnte man in den letzten Jahren wenige Kilometer von Dortmund entfernt in Gelsenkirchen beobachten.+++ Erling Haaland zittert mehr denn je – jetzt droht ihm das bittere Aus +++Deshalb beschwichtigte Watzke jüngst auf der „Spobis“, dass Borussia Dortmund auch zwei Jahre ohne Königsklasse aushalten würde. „Dann macht der BVB ein oder zwei Transfers, dann ist wieder alles im Lot.“ Bedeutet: Das eigene Tafelsilber müsste verscherbelt werden.SIE gelten als VerkaufskandidatenStellt sich allerdings ebenso die Frage, wer aus dem aktuellen Kader beim Verpassen der Champions League so viel Geld einbringen würde, um die fehlenden Einnahmen zu kompensieren. Laut der „Sport Bild“ hat der BVB dafür drei seiner Stars ausgemacht.Wenig überraschend soll einer von ihnen natürlich Jamie Gittens sein. Der englische Tempodribbler gilt längst als der nächste Verkauf der Kategorie Jude Bellingham oder Jadon Sancho. Intern hoffe man auf eine Ablöse von bis zu 100 Millionen Euro. Aber selbst wenn Dortmund die Königsklasse noch erreicht, dürfte es schwierig werden, ihn im Sommer zu halten.Hier kannst du noch mehr von uns lesen:Zudem könnten auch Karim Adeyemi und Gregor Kobel nach Einschätzung der Bosse jeweils mindestens 50 Millionen Euro einbringen. Insbesondere bei Kobel gelte aber: Verkaufen würde ihn die Borussia nur, wenn der Keeper einen Wechselwunsch signalisiert.Borussia Dortmund: Aufholjagd beginntAuch wenn die Situation als Elfter aktuell bedrohlich ist, ist in der Liga noch alles drin. Mit dem 3:0 gegen Sporting Lissabon (hier mehr dazu erfahren) hat sich die Mannschaft zudem Selbstvertrauen geholt. Jetzt muss man eine Serie starten.