In der Champions League und in der Copa Itralia hat sich Juventus Turin vorzeitig verabschiedet – umso wichtiger war jetzt der späte Sieg gegen Hellas Verona.
Die Begegnung spiegelte aber jede Menge von der Saison wieder, die die “Alte Dame” aktuell spielt. Nichts fällt leicht, alles ist harte Arbeit. Es sieht selten schön aus, was Juve abliefert, auch dieses 2:0 (0:0) gegen den Tabellen-14. der Serie A war kein Produkt von spielerischer Klasse, sondern defensiver Disziplin gepaart mit Geduld und Beharrlichkeit bis in die Schlussphase.
27. Spieltag
Pfeil rechts
Erlösung erst in der 90. Minute durch Koopmeiners
Bis in die 72. Minute durfte Hellas davon träumen, im Kapmf um den Klassenerhalt einen echten Befreiungsschlag zu landen. Dann gelang Khéphren Thuram der Führungstreffer, es blieb zwar eng bis in die letzten Minuten, doch das Juve-Bollwerk hielt dicht wie in den besten Zeiten von Giorgio Chiellini, Leonardo Bonucci und Andrea Barzagli.
In der 90. Minute erlöste Teun Koopmeiners die Fans in Turin mit dem Treffer zum 2:0, der den Sprung auf Platz vier bedeutete: Mit 52 Zählern zog Juventus an Lazio Rom (50) vorbei und darf sogar wieder von mehr als der erneuten Champions-League-Teilnahme träumen: Inter Mailand auf Platz 1 ist sechs Punkte entfernt, Neapel fünf, Atalanta Bergamo vier.
Doppel-Aus im Februar
Alles andere als dieser Pflichtsieg hätte die Lage bei Juve verschärft, denn vergangene Monat war für den Verein schlimm gewesen. Am 19. Februar ging das Rückspiel in der Königsklassen-K.o.-Runde bei der PSV Eindhoven nach Verlängerung 1:3 verloren, das 2:1 aus dem Hinspiel reichte also nicht. Ebenfalls ausgeschieden ist Juve sieben Tage später in der Copa: Im Elfmeterschießen setzte sich in Turin das Serie-A-Kellerkind SC Empoli im Elfmeterschießen durch – und das mit zuvor nur 31 Prozent Ballbesitz.
Thiago Motta fand nach dieser Vollblamage erneut sehr deutliche Worte über seine Mannschaft. Schon nach dem Aus in der Königsklasse urteilte er: “Es hat uns einfach an allem gefehlt.” Nach Empolis Triumph gab er zu: “Ich schäme mich, wir sind am Tiefpunkt angekommen. Wir können Fehler machen, aber die Einstellung in der ersten Halbzeit war beschämend. Empoli hatte sogar noch einige Spieler geschont, wir haben es sportlich nicht verdient, ins Halbfinale einzuziehen.”
Sieg gegen Verona bringt etwas Zeit
Motta war erst in diesem Sommer für den gefeuerten Massimo Allegri zu Juventus gekommen, nach dem Doppel-Aus in Pokal und Champions League wurde schon wieder über seine Ablösung debattiert. Der Sieg über Hellas Verona hat ihm nun etwas Zeit verschafft. Wie nachhaltig der Aufschwung ist, wird sich in den kommenden beiden Wochen mit den Wegweiser-Spielen gegen Atalanta Bergamo und beim AC Florenz zeigen – alles andere als ein Platz in den Top-Vier am Saisonende würde auf jeden Fall seinen Job gefährden.
Der Wechsel im kommenden Sommer zeichnete sich langsam ab, doch mittlerweile gibt es angeblich ein Umdenken bei den Katalanen.
Der FC Barcelona hat sich angeblich gegen eine ablösefreie Verpflichtung von Bayer Leverkusens Jonathan Tah im kommenden Sommer entschieden und möchte stattdessen lieber weiterhin auf Ronald Araujo in der Innenverteidigung bauen. Das berichtet der spanische Sender Cadena SER.
Der Mitglieder-Boom beim SV Werder Bremen geht weiter. Wie das 60.000. Mitglied ausgezeichnet wurde und wie es weitergehen soll.
Bremen – Eigentlich war es ein Tag, an dem es für den SV Werder Bremen nicht viel zu feiern gab. Eigentlich. Denn noch ehe am Samstagnachmittag die 1:2-Heimniederlage gegen Wolfsburg ihren Lauf nahm, war es im Weserstadion zeremoniell geworden. Der Grund: Der Verein durfte sein inzwischen 60.000 Mitglied begrüßen. Torben Battermann heißt der gute Mann, der die Schallmauer hat durchbrechen lassen und dafür im Vorlauf der Partie gesondert ausgezeichnet wurde. Den grün-weißen Mitgliederschal hatte der Werder-Fan um den Hals gewickelt, ehe er aus dem Spielertunnel geschritten kam und klatschend die Hände über den Kopf hob. „Für mich geht hier gerade ein Traum in Erfüllung“, sagte er Sekunden später.
Werder Bremen verzeichnet Mitglieder-Rekord – und träumt von mehr
Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald gehörte zu den ersten Gratulanten, überreichte Battermann ein Trikot, auf dessen Rücken etwas konstruiert „60“ und darunter „Tausend“ zu lesen war. Und der 64-Jährige hoffte, dass es noch viele Nachahmer geben wird, die dem Beispiel von Torben Battermann folgen werden. „60.000 Mitglieder – das ist historisch, aber noch nicht das Ende“, betonte Hess-Grunewald. „Ich habe ja einmal die Vision geäußert, dass wir 100.000 Mitglieder schaffen wollen. Im vergangenen August waren es noch 50.000, und ich habe die Hoffnung, dass wir Ende des Jahres die 70.000 schaffen werden.“
Auch der Kids-Club des SV Werder Bremen, wo die jungen Anhänger im Alter zwischen sechs und 13 Jahren als aktive oder fördernde Mitglieder eine Heimat haben, wächst und wächst. Inzwischen sind dort 2300 Kinder registriert, die von Reisen zu Auswärtsfahrten, besonderen Heimspielerlebnissen oder Treffen mit anderen Kids-Clubs der Bundesliga profitieren – Tendenz steigend. Der SVW hat also auch in sportlich schwierigen Zeiten Magnetwirkung. Aus diesem Grund richtete Hubertus Hess-Grunewald noch einmal einen Appell an potenzielle Neu-Einsteiger jeden Alters: „An alle, die jetzt mit dem Gedanken spielen: Eine Mitgliedschaft ist das stärkste Commitment, das man für den SV Werder abgeben kann, und ich fordere jede und jeden auf, Mitglied zu werden, damit wir viele sind in der grün-weißen Familie.“ (mbü)
+++ Update, 26. Februar, 14:11 Uhr: Emre Can darf offenbar doch auf Vertragsverlängerung hoffen +++
Emre Can gehört zweifellos zu den Gewinnern bei Borussia Dortmund unter dem neuen Trainer Niko Kovac. Seit der Kroate Anfang Februar beim BVB übernommen hat, spielt der Kapitän in der Innenverteidigung so stark, dass nun sogar eine Vertragsverlängerung über 2026 hinaus im Raum steht.
Wie die “Bild” berichtet, findet gerade ein Umdenken in der Führungsriege des BVB statt. Während man bis vor wenigen Wochen einen Verkauf des 31-Jährigen favorisiert habe, sei man nun offenbar dazu bereit, über eine Verlängerung des Kontrakts nachzudenken.
Allerdings gebe es eine Voraussetzung dafür. Nur wenn die Dortmunder, derzeit auf Platz zehn der Tabelle, noch die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb schaffe, habe Can Chancen zu bleiben. Der Rückstand auf die Champions-League-Plätze beträgt bereits sieben Punkte, auf Platz sechs sind es aktuell sechs Zähler.
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+++ Update, 20. Februar, 09:55 Uhr: Topklub bastelt wohl an Adeyemi-Transfer +++
Verabschiedet sich Karim Adeyemi schon bald aus Dortmund? Laut Transferinsider Fabrizio Romano bastelt Juventus Turin an einer Verpflichtung des Flügelspielers.
“Adeyemi hat den Berater gewechselt und Juve hat ihn für den Juli angerufen”, erklärte Romano bei “Viva El Futbol”.
Bereits im vergangenen Winter wurde immer wieder über einen Abgang des 23-Jährigen spekuliert, Hauptziel war dabei allerdings die SSC Neapel.
Deren Sportdirektor Giovanni Manna sagte später, man sei sich prinzipiell mit dem BVB einig gewesen. Der Deal scheiterte aber, weil der gebürtige Münchner nicht zu Napoli wechseln wollte und erst überzeugt werden musste.
Adeyemis Vertrag bei der Borussia läuft noch bis 2027.
+++ Update, 18. Februar, 11:55 Uhr: BVB strebt offenbar Trennung von Reyna an +++
Angesichts der sportliche Misere scheint sich Borussia Dortmund nach der Saison von einigen Profis trennen zu wollen. Die “Ruhrnachrichten” bringen in diesem Zusammenhang Namen wie Emre Can, Salih Özcan, Niklas Süle, Pascal Groß oder Marcel Sabitzer ins Spiel.
Vor dem Aus beim BVB steht demnach auch Giovanni Reyna. Hinsichtlich des als hochveranlagt geltenden US-Amerikaners, der in seiner Entwicklung seit geraumer Zeit stagniert, seien die Verantwortlichen “mittlerweile mit der Geduld am Ende”, eine Trennung werde trotz Vertrags bis 2026 angestrebt.
In dieser Saison kommt Reyna wettbewerbsübergreifend auf 16 Einsätze, drei davon von Beginn an. Dabei gelangen ihm zwei Tore. Allerdings verpasste der 22-Jährige auch zwei Monate wegen einer Leistenzerrung.
Der in England geborene Sohn des früheren Bundesliga-Profis Claudio Reyna und der ehemaligen US-Nationalspielerin Danielle Egan steht seit 2019 beim BVB unter Vertrag, war in der vergangenen Rückrunde an Nottingham Forest ausgeliehen. In England konnte er sich jedoch nicht in den Vordergrund spielen. Für die Profis der Schwarz-Gelben absolvierte er bislang 137 Pflichtspiele, in denen er 19 Tore erzielte.
+++ Update, 17. Februar, 09:38 Uhr: Wettbieten um Jamie Gittens deutet sich wohl an +++
Ein möglicher Abgang von BVB-Star Jamie Gittens könnte für den Sommer 2025 wohl ein ernsthaftes Thema werden.
Laut “Bild” könnte sich dabei für die Dortmunder der nächste Abgang für eine Ablösesumme im dreistelligen Millionenbereich abzeichnen.
Im Bericht ist von einem möglichen Wettbieten der englischen Topklubs FC Chelsea, FC Arsenal und Tottenham Hotspur die Rede, die wohl allesamt Interesse am Dortmunder Offensiv-Juwel haben.
Gittens‘ Vertrag in Dortmund läuft noch bis zum 30. Juni 2028. Einst wurde der gebürtige Londoner bei Manchester City und beim FC Reading ausgebildet, bevor er im Sommer 2022 zum BVB wechselte.
In der laufenden Saison steuerte Gittens für die Borussia bei 33 Pflichtspiel-Einsätzen immerhin schon elf Tore und fünf Vorlagen bei.
+++ Update, 10. Februar, 12:11 Uhr: Matthäus-Kritik an Brandt – “Entwicklung bei ihm stehen geblieben +++
Nach der kürzlichen 1:2-Heimpleite von Borussia Dortmund gegen den VfB Stuttgart steht BVB-Star Julian Brandt in der Kritik.
“Ein Talent darf alle fünf Spiele mal überragend spielen und das macht er. Aber die Entwicklung ist bei ihm stehen geblieben”, fällte Rekordnationalspieler Lothar Matthäus bei “Sky” ein hartes Urteil über den 28-Jährigen und erklärte, dass Brandt für ihn immer noch ein Talent sei.
Vor allem eine Brandt-Szene im Spiel des BVB gegen Stuttgart erzürnte Matthäus. In der Nachspielzeit verzog Brandt einen Freistoß aus aussichtsreicher Position völlig, reagierte darauf aber kaum.
“Der muss doch ein Zeichen an die Gelbe Wand setzen und sich sagen: ‘Hey, habe ich das jetzt so verbockt?’. Ich habe D-Jugend trainiert. Ein Zehnjähriger ärgert sich mehr als ein Julian Brandt und das darf nicht sein. Meine Spieler haben sich geärgert, wenn sie verkackt haben. Brandt hat sich nicht geärgert”, sagte Matthäus.
Zusammenfassend meinte der 63-Jährige, dass er von Brandt “ein bisschen enttäuscht” sei, weil “er aus seinem Talent viel zu wenig gemacht hat”.
Die BVB-Ikone Kevin Großkreutz hat nach der Heimpleite gegen den VfB Stuttgart (1:2) recht deutliche Kritik an den aktuellen Stars seines Ex-Klubs geäußert.
Besonders Jungstar Jamie Gittens bekam heftige Worte vom 36-Jährigen zu hören. “Wenn er einen guten Tag hat, ist er ein Weltklassespieler, wenn nicht, dann kann er bei uns in der Westfalen-Liga spielen”, kritisierte Großkreutz, der für den SV Wacker Obercastrop in der Westfalenliga 2 kickt, im Podcast “Viertelstunde Fußball” die Inkonstanz des 20-jährigen Engländers.
Großkreutz bemängelte das “Rauf und Runter” in den Leistungen des BVB-Talents, das aber dennoch bereits elf Tore und fünf Vorlagen in der laufenden Saison auf seinem Konto hat.
+++ Update, 8. Februar, 18:15 Uhr: Verträge von Star-Trio sollen wohl nicht verlängert werden +++
Mit der Ankunft von Niko Kovac begann beim BVB eine neue Zeitrechnung.
Unter dem neuen Trainer soll das kriselnde Bundesliga-Schwergewicht wieder in die Spur finden. Die Heimpremiere gegen den VfB Stuttgart (1:2) ging derweil nach hinten los.
Ziel für die alles andere als zufriedenstellend verlaufende Saison ist weiterhin die Qualifikation für die Champions League. In der kommenden Saison soll dann wieder mit neuem Elan angegriffen werden – und mit großer Wahrscheinlichkeit auch mit anderem Personal.
BVB betrogen? Kovac hadert mit Schiri-Entscheidungen
Mit Linksverteidiger Daniel Svensson vom FC Nordsjaelland und Mittelfeldspieler Carney Chukwuemeka vom FC Chelsea kamen zum Ende der Wintertransferphase bereits zwei ambitionierte Neuzugänge per Leihe mit Kaufpflicht bzw. Kaufoption. Im Sommer dürfte sich gerade auch auf der Abgangsseite einiges tun.
Durch die anhaltende Krise sollen die Verträge eines Star-Trios derzeit nicht verlängert werden. Wie die “Sport Bild” berichtet, handelt es sich dabei um Emre Can, Niklas Süle und Julian Brandt.
Alle drei Großverdiener besitzen noch bis 2026 gültige Arbeitspapiere, könnten folglich nur noch im Sommer zu marktgerechten Preisen abgegeben werden. Unter Kovac sollen vorherige Absprachen aus der Zeit unter Vorgänger Nuri Sahin keine Rolle mehr spielen und alles neu bewertet werden.
Auch interessant: Borussia Dortmund: Böser Seitenhieb gegen gefeuerten Sven Mislintat
+++ Update, 7. Februar, 18:41 Uhr: Duranville-Leihe zu Besiktas? BVB reagierte angeblich sehr deutlich +++
Dortmunds Shootingstar Julien Duranville war zuletzt während der Winter-Transferperiode wohl heiß begehrt. Wie die “Bild” berichtet, soll der BVB zahlreiche Transferanfragen für den 18-jährigen Belgier abgelehnt haben.
Unter anderem soll auch der türkische Topklub Besiktas Istanbul angefragt haben bezüglich einer Leihe mit anschließender Kaufoption. Allerdings soll dieses Modell für die BVB-Bosse überhaupt nicht infrage gekommen sein.
BVB-Fans in Sorge um “Tullbergs Lebenswerk”
Immerhin winken dem Teenager nach dem Abgang von Donyell Malen zu Aston Villa im Frühjahr regelmäßige Einsätze in Dortmund. In der laufenden Saison durfte das Toptalent 13 Mal für die BVB-Profis in Pflichtspielen ran. Dabei gelang ihm je ein Tor sowie eine Vorlage.
+++ Update, 6. Februar, 07:46 Uhr: Napoli-Boss packt aus: Adeyemi-Transfer stand kurz bevor +++
Wie nah war Karim Adeyemi an einem Wechsel von Borussia Dortmund zur SSC Napoli?
Wie Giovanni Manna, Sportdirektor des Tabellenführers nun offenbarte, wohl sehr nah. “Was ich bestätigen kann ist, dass wir mit Borussia Dortmund einen Vertragsentwurf wegen Adeyemi ausgehandelt hatten”, sagte der 36-Jährige auf einer Medienrunde.
Der Flügelstürmer sollte der Nachfolger des abgewanderten Kvicha Kvaratskhelia werden. “Wir waren dort, wir haben geredet, aber der Spieler war sich nicht sicher. Er wollte nicht im Januar zu uns wechseln, wir wollten nicht darauf bestehen”, erklärt Manna weiter.
Deshalb nahmen die Süditaliener Abstand von der Verpflichtung. “Alle Spieler, die seit Sommer gekommen sind, wollten unbedingt nach Napoli kommen. Wenn ich dich überzeugen muss, auf diesem Niveau zu Napoli zu gehen, bist du keiner für uns.”
+++ Update, 5. Februar, 17:18 Uhr: Rückkehr von Ex-Coach Edin Terzic? Bosse waren wohl uneinig +++
Bevor sich Borussia Dortmund für Niko Kovac als neuen Trainer entschied, stand wohl auch eine mögliche Rückkehr von Ex-Coach Edin Terzic im Raum.
Laut “Sport Bild” soll sich vor allem der Technische Direktor Sven Mislintat für ein Comeback des 42-Jährigen ausgesprochen haben.
Allerdings stand er mit der Einschätzung, dass Terzic der richtige Mann für den BVB sei, intern wohl alleine da. Für die anderen Verantwortlichen Lars Ricken und Sebastian Kehl sein eine Terzic-Rückkehr dem Bericht nach sogar ein “Ding der Unmöglichkeit” gewesen, weshalb diese Spur auch nie besonders heiß geworden sei
Terzic führt den BVB in der Vorsaison ins Finale der Champions League, dennoch entschied man sich anschließend für getrennte Wege. Seitdem wartet er auf eine neue Aufgabe als Coach.
Sein schon damals großer Fürsprecher Mislintat dürfte nun wohl auch kurz davor stehen, seinen Platz räumen zu müssen, da er vor allem mit Sportdirektor Kehl ein schwieriges Verhältnis haben soll.
+++ Update, 5. Februar, 11:00 Uhr: Mit dem Kopf nicht mehr beim BVB: Kehl kritisiert Malen +++
Sebastian Kehl hat Donyell Malen nach dessen Wechsel zu Aston Villa kritisiert. Malen sei “nicht mehr wirklich mit dem Kopf bei Borussia Dortmund”, gewesen, sagte Kehl. “Und wir wissen alle, dass es dann auch nicht mehr zu Leistungen führt. In der Verfassung, in der er sich am Ende präsentiert hat, war der Transfer eine gute Lösung.” Der 26-Jährige sei “nicht mehr dahin gekommen, wo er mal war”, betonte der BVB-Sportdirektor.
Man habe auf der Position eigentlich niemanden mehr abgeben wollen, betonte Kehl.
“Das Angebot hat sich aber irgendwann in eine Dimension entwickelt, wo wir drüber nachdenken mussten. Der Spieler hat uns auch klar zu verstehen gegeben, dass er auch aufgrund seiner Vertragslaufzeit etwas Neues machen möchte“, so Kehl weiter. Malen wechselte schließlich Mitte Januar für 25 Millionen Euro zu Aston Villa.
+++ Update, 3. Februar, 19:18 Uhr: Fix! BVB holt Keeper Ramaj – direkte Leihe nach Kopenhagen +++
Borussia Dortmund hat am Deadline Day mit Diant Ramaj einen weiteren Torhüter verpflichtet. Der frühere Heidenheimer und Frankfurter wechselt von Ajax Amsterdam zurück in die Bundesliga.
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In Dortmund unterschrieb der 23-Jährige einen Vertrag bis zum Sommer 2029 und wird umgehend nach Dänemark zum FC Kopenhagen weiterverliehen.
Alemannia Aachen dominierte das Spiel gegen den BVB, muss sich trotz eines 2:0-Vorsprungs aber wieder mal mit einem Punkt begnügen. Das effiziente Dortmund konnte sich auf seine Joker verlassen.
Zwei Schüsse, zwei Tore: Aachens Keeper Olschowsky ist bedient.
IMAGO/Beautiful Sports
Aachen-Coach Heiner Backhaus nahm im Vergleich zum 1:3 bei Viktoria Köln zwei Änderungen vor. Meyer und Gaudino liefen für Rumpf und Goden (Adduktorenzerrung) auf. Zwei Wechsel auch beim BVB nach dem 1:0 gegen Sandhausen: Kabar und Campbell begannen für Lelle und Foti.
Die seit vier Spielen sieglosen Aachener erwischten auf dem Flickenteppich am Tivoli den besseren Start und dominierten die Begegnung. Schon in der 5. Minute wähnte sich die Backhaus-Elf im Ziel, als Hanraths Keeper Lotka überwand. Das Schiedsrichtergespann entschied aber auf Abseits, obwohl beim Steilpass Dortmunds Roggow über den Ball geschlagen hatte und somit ein gegnerischer Spieler als Letzter am Ball war. Die Unparteiischen erkannten aber keine kontrollierte Bewegung, weswegen der Treffer nicht zählte.
Der Aufsteiger ließ sich davon nicht entmutigen. Dortmund war überwiegend mit Defensivarbeit beschäftigt gegen die engagierten und kampfstarken Hausherren. Bakhats Kopfball war aber zu ungenau und kein Problem für Lotka (10.), El-Fouzis Abschluss flog knapp am Tor vorbei (21.)
In der 35. Minute war es aber soweit: Heister leitete den Treffer über die rechte Seite ein, legte ab auf El-Faouzi, der das Leder flach in die Mitte schlug. Dort stand Bahn goldrichtig, aus kurzer Distanz traf er aus der Drehung durch die Beine von Lotka. Die verdiente Führung für die Alemannia, und gleichzeitig der Pausenstand.
Auch nach Wiederanpfiff änderte sich wenig am Geschehen. Aachen blieb am Drücker und belohnte sich recht schnell dafür. Kabar verlor an der linken Eckfahne den Ball an El-Faouzi, der direkt Bahn bediente. Dessen butterweiche Flanke erreichte Bakhat – entgegen Lotkas Laufrichtung nickte er aus fünf Metern ein (53.).
BVB-Joker stechen spät
BVB-Coach Zimmermann reagierte fünf Minuten später mit einem Dreierwechsel, der zunächst nicht die gewünschten Impulse brachte – bis zur 72. Minute. Der eingewechselte Krevsun bediente von rechts den ebenfalls ins Spiel gekommenen Azhil, der völlig frei aus elf Metern einschieben konnte. Auf einmal kam wieder Spannung auf am Tivoli.
Und tatsächlich: In der 86. Minute landete ein langer Ball bei Eberwein, der einen klugen Diagonalpass von links in den Strafraum spielte. In der Mitte wurde der ebenfalls eingewechselte Foti von einem Mitspieler freigeblockt und traf mit rechts ins lange Eck. Zweiter Torschuss, zweites Tor für den BVB.
Es blieb beim 2:2, das das über weite Strecken dominante Aachen bitter schmerzte. Für die Alemannia war es bereits das 13. Unentschieden in dieser Saison. Aachen trifft als nächstes am 2. März (Sonntag) um 13.30 Uhr auswärts auf Mannheim. Dortmund II ist am Tag zuvor um 14 Uhr zu Hause gegen Essen gefordert.
Das weinrote Römertrikot des FC Augsburg brach in dieser Saison alle Rekorde: Schon kurz nach dem Verkaufsstart im Sommer gab es kaum noch Exemplare. Ein nachproduziertes Kontingent war kurz vor Weihnachten innerhalb eines Tages restlos ausverkauft. Schon seit Monaten sind sogar die Kindergrößen des Verkaufsschlagers weg. Doch damit nicht genug: Wie der FC Augsburg bestätigte, gibt es auch vom grünen Auswärtstrikot nicht einmal mehr 100 Exemplare. Der Ausrüsterwechsel vom US-Konzern Nike auf den japanischen Hersteller Mizuno, verbunden mit der Eigenvermarktung des FCA seit dieser Spielzeit, scheint sich für den Bundesligisten ausgezahlt zu haben. Schon jetzt gibt es einen neuen Verkaufsrekord.
Geschäftsführer Michael Ströll sagt dazu: „Bislang haben wir über 25.000 Trikots verkauft. Das sind bereits jetzt 5.000 mehr als die Rekordmarke in der gesamten vergangenen Saison.“ In der Saison 2022/23, der letzten mit Nike, gingen „nur“ 10.000 Trikots über den Tresen. Im Vergleich mit dem FC Bayern ist das zwar immer noch bescheiden: Der Branchenprimus verkaufte in der vergangenen Spielzeit alleine mit Trikots von Harry Kane rund 100.000 Exemplare. Schon am ersten Wochenende nach der Verpflichtung des Engländers wurden 20.000 Kane-Shirts verkauft, wie Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bei einer Jahreshauptversammlung sagte. Dennoch ist der jetzt entstandene Hype für den FC Augsburg eine neue Dimension. Auch verbunden mit allen Begleitgeräuschen wie Römertrikots, die im Internet für 800 Euro angeboten werden – oder Fälschungen, die mit Dumpingpreisen locken. Der Verein beobachte solche Entwicklungen genau und versucht, dagegen vorzugehen, sofern es rechtlich möglich ist, so Ströll.
Der FC Augsburg will nun die Marke von 30.000 verkauften Trikots anpeilen
Laut Ströll gibt es eine neue Zielsetzung: „Wir wollen bis zum Saisonende einen neuen Rekord erreichen und über 30.000 Trikots verkaufen. Das ist für unsere Verhältnisse sehr ambitioniert. Aber eine derartig hohe Nachfrage hat es beim FCA bislang auch noch nie gegeben.“ Der Großteil des Hypes ist auf das Römertrikot zurückzuführen. Davon seien in der ersten Tranche 6000 Exemplare bestellt worden, was in etwa den bisherigen Erfahrungen entsprach. Demnach sei das dritte Alternativtrikot bislang immer das mit der geringsten Nachfrage gewesen. „Nachdem die Trikots innerhalb von kürzester Zeit vergriffen waren, haben wir in Abstimmung mit Mizuno weitere Trikots nachbestellt. Im August hatte schließlich jeder Fan die Chance, seine gewünschte Trikotanzahl zu ordern. Damals haben uns über 8000 weitere Bestellwünsche erreicht, und wir haben nochmals als Klub on top 3500 in Auftrag gegeben.“ Und trotzdem war alles innerhalb eines Tages weg. Dass die Nachbestellung möglich war, sei dem guten Miteinander zwischen FCA und Sportartikelhersteller geschuldet, denn für gewöhnlich werden die Kontingente für eine Saison ein Jahr im Voraus festgelegt. Bis ein Trikot vom ersten Design ab in den Verkauf geht, dauere es sogar meist eineinhalb Jahre.
Bedeutet aber auch: Was weg ist, ist weg und wird nicht nachgeliefert. Dass es mitunter jetzt schon Unmut darüber gibt, dass die Auswahl dezimiert ist, kann Ströll zwar verstehen, betont aber auch: „Es war nicht absehbar, dass diese Trikots so derart durch die Decke gehen. Aber jeder, der ein Römertrikot haben wollte, hatte auch die Chance dazu – als wir im Sommer informiert haben, dass zusätzliche Nachbestellungen möglich sind.“ Warum der FCA nicht einfach deutlich mehr als die von den Fans georderten 8.000 Exemplare bestellt hat, erklärt Ströll so: „Zum einen haben wir nochmals 3.500 Trikots zusätzlich bestellt, aber es gibt auch hierbei Aspekte wie Nachhaltigkeit, die dagegensprechen, auf gut Glück zu viele Trikots zu horten. Und dann gibt es schlichtweg auch wirtschaftliche Gründe, wenn man die Marge des Trikots betrachtet.“ Wie hoch der Einkaufspreis eines Trikots ist, verrät Ströll nicht. Branchenintern gilt es aber als Faustregel, dass der Einkaufspreis bei etwas mehr als der Hälfte des Verkaufspreises liegt. Die FCA-Trikots, die unbeflockt für 85 Euro angeboten werden, würden dem Verein demnach etwas über 45 Euro kosten.
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Samuel Essende (links) und Steve Mounié im Auswärtstrikot des FC Augsburg. Foto: FC Augsburg
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Samuel Essende (links) und Steve Mounié im Auswärtstrikot des FC Augsburg. Foto: FC Augsburg
Warum die Trikots so gut ankommen? Dafür nennt Ströll mehrere Gründe. Zunächst, dass die Shirts nicht von der Stange kommen, sondern individualisiert sind. „Die Trikots thematisieren die Geschichte Augsburgs, das kommt bei den Leuten an – vor allem, wenn sie sich nicht nur mit dem FCA, sondern auch mit der Stadt identifizieren. Zudem ist das Design ein echter Hingucker.“ Während beim Römertrikot die Gründungsgeschichte thematisiert wird, ist auf dem grünen Shirt der Stadtplan eingedruckt. Das weiße Heimtrikot spielt mit Renaissance-Elementen. „Eine Rolle hat natürlich auch das Marketing gespielt.“ So wurde das Römertrikot vom Model Nicola Cavanis präsentiert. Die 26-Jährige ist nicht nur Influencerin und Lebensgefährtin von Mats Hummels, sondern auch FCA-Fan und ehemalige Auszubildende beim Hauptsponsor WWK Versicherungen.
Die Bestellmengen (für das neue Trikot) hat der FCA schon längst aufgegeben. „Wir haben unsere Kapazitäten moderat erhöht und nach oben angepasst“, sagt Ströll. „Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich ein derartiger Ansturm nochmal wiederholen wird.“
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BVB, News und Gerüchte – “Die Situation war doch deutlich für alle – außer für den Schiedsrichter”: Union Berlin sauer wegen eines nicht gegebenen Platzverweises gegen Borussia Dortmund SPOX
Union Berlin: Debakel in Dortmund: 0:6-Packung: Baumgart völlig ratlos BILD
Reporter unterbrochen Angefressen im Interview: Baumgart nach 0:6-Klatsche sauer über eine Szene EXPRESS
Nach 0:6 in Dortmund: Baumgart sauer auf Schiedsrichter SPORT1
Was für ein Abend. Erst die Mega-Choreo auf der Südtribüne, dann ein Fußballfest, wie man es bei Borussia Dortmund lange nicht gesehen hat. Das Ende der Krise? Zumindest ein denkwürdiger Tag, den sich die leidenden BVB-Fans verdient haben.
Star des Abends: Viererpacker Serhou Guirassy. Ein anderer Star von Borussia Dortmund hat in dessen Schatten gegen Union Berlin (6:0) aber ebenfalls eine historische Leistung auf dem Platz erbracht. Pascal Groß gelangen in 90 Minuten vier Vorlagen. Eine Rarität in der Bundesliga.
Borussia Dortmund: Pascal Groß gelingt Rarität
Oft genug hatte der BVB in den letzten Jahren nach einem Führungstor in den Verwaltungsmodus geschaltet und es später bereut. Diesmal war alles anders. Jedes Tor schien die Borussen noch weiter zu beflügeln und zu Höchstleistungen anzustacheln. Union Berlin zerfiel in seine Einzelteile.
+++ Borussia Dortmund lange ohne Bensebaini? Kovac klärt auf +++
Guirassy nahm den Spielball nach Abpfiff mit nach Hause. Pascal Groß hätte ihn nicht weniger verdient. Während alle vom Stürmerstar und seinem Viererpack schwärmen, platzten auch bei seinem Kollegen am Samstagabend alle Knoten gleichzeitig. Vier Tore legte er ein einem Spiel auf – seit Beginn der detaillierten Datenaufzeichnung 2004 ist das erst zwei Spielern vor ihm gelungen: Leipzigs Nkunku 2020 gegen Schalke (5:0) und Huszti 2012 für Hannover gegen Wolfsburg (4:0).
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Vier Vorlagen in einem Spiel. Mehr als in allen Bundesliga-Spielen zusammen, die er bislang für den BVB bestritt. Eine Seltenheit, die an diesem Abend nicht die Würdigung fand, die sie verdient. Zu viel Großartiges war aus Sicht von Borussia Dortmund passiert, als dass man sich auf ein solch beeindruckendes Detail stürzen kann. Für Pascal Groß aber dürfte es sich phantastisch angefühlt haben. Nach einem ordentlichen Start beim BVB stolperte er seit Monaten immer tiefer in ein Formloch, bekam kein Bein an den Boden. Nun der Befreiungsschlag.
Die deutliche Niederlage des 1. FC Union Berlin bei Borussia Dortmund brachte viele Besonderheiten mit sich. Weil sich die Klatsche zunächst gar nicht andeutete. Und schließlich erschreckende Probleme zu Tage beförderte. Von Ilja Behnisch
Selbst als alles vorbei war, selbst als mit dem 0:6 bei Borussia Dortmund die sechsthöchste Pflichtspielniederlage in der Geschichte des 1. FC Union besiegelt war, selbst als die Spieler schon vor ihren mitgereisten Fans standen, um sich gegenseitig nochmal ein herzliches “Eisern” zu wünschen, trafen sie noch die falsche Entscheidung. Wer in die Gesichter von Rani Khedira, Frederik Rönnow und Co. blickte, sah grenzenlose Leere.
Dabei wäre so etwas wie Fassungslosigkeit weitaus angebrachter gewesen. Denn es war ein reichlich absurdes Spiel, dass die beiden Mannschaft da in den Abend gestellt hatten.
Absurd, weil das Ergebnis noch deutlich höher hätte ausfallen können für die Dortmunder, die allerdings, absurd absurd, gar nicht mal sonderlich gut spielten. Und dann, absurd, absurd, absurd, war Union gar nicht mal so richtig, richtig schlecht. Wobei die beiden letzten Punkte den Vorbehalt haben, nur für die ersten 75 bis 80 Minuten der Begegnung zu gelten.
Deutliche Kräfteverhältnisse
Bis dahin konnte man sich viele Gedanken über den Fußball im allgemeinen und die beiden darbietenden Mannschaften im speziellen machen. Zum Beispiel darüber, was die Startaufstellungen zu bedeuten hatten. Bei Union Berlin etwa rückte Tom Rothe für den verhinderten Robert Skov auf die Linksverteidiger-Position. Rothe durfte eine Weile als einer der wenigen Lichtblicke dieser Union-Saison gelten, im Früh-Herbst 2024 wurde er sogar in die Nähe der Nationalmannschaft gemunkelt.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Rothe in Dortmund auf seinen Ex-Verein traf, der ihn vor der Saison trotz erheblichen Personalmangel auf der Linksverteidiger-Position nach Berlin ziehen ließ. Nur, um einmal die Kräfte-Verhältnisse dieser beiden Klubs zu veranschaulichen.
Ein Kräfte-Verhältnis, dass sich dann auch nahtlos auf den Rasen übertrug. Auf dem der Luxus-Kader aus Dortmund lange Zeit alles andere als gut spielte und den Berlinern dennoch haushoch überlegen war. Die es zwar über weite Strecken der ersten Halbzeit defensiv ordentlich machten und wenig Räume boten, dabei aber offenbar vergessen hatten, so etwas wie eine offensive Idee auszuhecken für den Abend.
Dortmund zunächst nur scheinbar dominant
Das hätte nicht weiter ins Gewicht fallen müssen, denn die Überlegenheit der Borussia war zunächst beeindruckend wenig zielführend und so ein 0:0 hätte doch durchaus Charme gehabt. Der BVB rollte zwar immer wieder an, nur eben wie ein Rammbock, dem nie jemand erzählt hat, wie so eine zu öffnende Tür eigentlich ausschaut. Wie zunehmend die Verzweiflung darüber war, ließ eine Szene in der 23. Minute durchblicken, als Dortmunds Julien Ryerson tief in der eigenen Hälfte zum Einwurf schritt und dabei verbale Hilfestellung seines Trainers Niko Kovac erhielt, der gewinnbringend zuzurufen hatte: “Nach vorne!”
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Dortmunds Trainer Niko Kovac – Der Un-Berliner Ur-Berliner
Eigentlich müsste Borussia Dortmunds neuer Trainer Niko Kovac so etwas wie eine Berliner Fußball-Ikone sein. Tatsächlich aber wird der 53-Jährige selten mit der Hauptstadt verbunden. Auch, weil viel aussagt, wie wenig er sagt. Von Ilja Behnisch
Was Kovac keine zwei Minuten später genau rief, ist nicht bekannt, vermutlich aber einfach: Tor. Oder: Juhu. Nach der Führung der Dortmunder durch Ryerson, dem Ex-Unioner, der nicht jubeln wollte nach seinem Treffer, der vielleicht auch ein Eigentor von Diogo Leite war. Die Entscheidung darüber ist philosophischer Natur. Fakt ist, dass der Gewaltroller Ryersons ohne gegnerisches Zutun niemals ins Glück gefunden hätte. Aber was ist schon ein Eigentor? Was nur abgefälscht? Und warum ging es danach dahin mit Union?
Was mehr Sorgen bereitet als das Ergebnis
Fußballerisch gibt es wenig klare Antworten darauf. Eine lautet, dass Dortmund zumindest in einer Disziplin nahezu überragend war an diesem Abend. Das Gegenpressing, also das Ball jagen nach Ballverlust, klappte, als sei der Geist von Gegenpressing-Guru und Ex-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp ins Stadion gefahren, um persönlich zu klären. Allerdings stellte sich Union diesen Anstrengungen auch zunehmend wie Kerzenwachs entgegen.
Das war bis zum 3:0 in der 75. Minute zumindest in Sachen Resultat nicht weiter schlimm. Und doch alarmierend. Denn wie das Berliner Spiel spätestens nach rund einer Stunde so vor sich hin plätscherte, wie teilnahmslos Unions Spieler teilweise über den Platz schlufften, als seien sie Teil einer Hochzeitskapelle, die den halben Saal leer gespielt hat, aber eben für 90 Minuten bezahlt wurde und also einfach weiter dudelt – das sollte den Verantwortlichen der Köpenicker mehr zu denken geben als die Höhe der Klatsche.
Dass Josip Juranovic vor dem 0:3 am eigenen Strafraum über seinen Gegenspieler lupfen (!) wollte, dass Dortmunds Maximilian Beier vor dem 4:0 im Berliner Strafraum gleich zwei Mal mit der Sohle über den Ball streicheln durfte und ihn anschließend mit der Sohle quer legen konnte, dass eben jener Beier beim 6:0 aus fünf Metern freistehend zum Kopfball kam, obwohl Union mit Leopold Querfeld kurz zuvor einen dritten Innenverteidiger eingewechselt hatte – groteske Episoden eines Spielverlaufs, der irgendwann ein Eigenleben entwickelte.
Doch wenn es stimmt, dass es zumeist nur wenige Prozentpunkte und Details sind, die auf Bundesliga-Niveau den Unterschied ausmachen, sollte Union bestens darauf achten, dass aus der angebrachten Fassungslosigkeit nach Spielschluss keine Methode wird.