Ex-BVB-Star Pulisic vergibt vom Punkt – so reagiert sein
Der ehemalige BVB-Spieler Christian Pulisic hat am vergangenen Wochenende einen entscheidenden Elfmeter in einem Ligaspiel für seinen aktuellen Club Chelsea verschossen. Das Spiel fand im Rahmen der Premier League gegen Manchester United statt und endete mit einem dramatischen Unentschieden von 2:2. Pulisics missratener Schuss aus elf Metern sorgte für große Enttäuschung unter den Fans und Teamkollegen.
Der Elfmeter und seine Folgen
Die Szene ereignete sich in der 78. Minute, als Pulisic nach einem Foulspiel im Strafraum einen Elfmeter zugesprochen bekam. Er trat selbst an und zielte auf die rechte untere Ecke des Tores. Doch der Torhüter von Manchester United, David de Gea, parierte den Schuss souverän. Pulisic fiel nach dem vergebenen Elfmeter auf die Knie und zeigte sich tief enttäuscht.
Reaktionen von Fans und Mitspielern
Auf Social Media regten sich zahlreiche Fans über den verschossenen Elfmeter auf. Einige kritisierten Pulisics Entscheidung, den Elfmeter selbst zu schießen, während andere sich hinter den Spieler stellten und seine insgesamt starken Leistungen in der vergangenen Saison lobten. Teamkollege Mason Mount erklärte in einem Interview nach dem Spiel: „Jeder kann mal einen Elfmeter verschießen. Das Wichtigste ist, dass er sich schnell davon erholt.“
Statistische Analyse von Pulisics Elfmetern
In der bisherigen Saison hat Pulisic insgesamt fünf Elfmeter getreten, von denen er drei verwandeln konnte. Diese Quote von 60 Prozent ist im Vergleich zu den besten Elfmeterschützen der Liga unterdurchschnittlich. Sportanalysten weisen darauf hin, dass der Druck in einem so wichtigen Spiel gegen einen Rivalen wie Manchester United extrem hoch war und Pulisic möglicherweise ins Stocken geriet.
Vergangenheit bei Borussia Dortmund
Christian Pulisic, der 2015 zu Borussia Dortmund wechselte, gilt als eines der größten Talente, die der Club hervorgebracht hat. Während seiner Zeit in der Bundesliga verwandelte er insgesamt 8 Elfmeter und war bekannt für seine kalte Nervenstärke. Experten sind sich einig, dass er diese Fähigkeit auch in der Premier League zurückgewinnen muss, um die Kritiker zu überzeugen.
Der Blick nach vorn
Für Pulisic wird es entscheidend sein, wie er in den nächsten Spielen reagiert. Am kommenden Samstag steht ein wichtiges Match gegen Tottenham Hotspur auf dem Programm. Trainer Graham Potter zeigte sich optimistisch, dass sein Spieler aus dieser Niederlage lernen wird. „Wir haben volles Vertrauen in Christian. Er wird wieder zurückkommen und seine Form finden“, so Potter in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel.
Die psychologische Komponente
Experten der Sportpsychologie betonen, dass das Vergeben eines Elfmetertors nicht nur eine technische Herausforderung ist, sondern auch eine mentale. Der Druck im Profisport kann immense Auswirkungen auf die Leistung eines Spielers haben. Ein verschossener Elfmeter kann das Selbstvertrauen eines Spielers erheblich beeinflussen, was Pulisic vor der bevorstehenden Partie gegen Tottenham berücksichtigen muss.
Zusammenfassende Gedanken
Der verschossene Elfmeter von Christian Pulisic wird nicht nur als individuelle Fehlentscheidung wahrgenommen, sondern auch als Test für seine Charakterstärke. Angesichts der bevorstehenden Spiele wird sich zeigen, ob er in der Lage ist, aus dieser Erfahrung zu lernen und gestärkt zurückzukehren. Die Gesamtumstände um den Spielverlauf deuten darauf hin, dass Chelsea eine starke Mannschaft hat, die in der Lage ist, sich aus Drucksituationen zu befreien.
Ronaldo-Klub angeblich an Christian Pulisic interessiert
Der portugiesische Fußballverein Al-Nassr, bei dem Cristiano Ronaldo unter Vertrag steht, zeigt angeblich Interesse an Christian Pulisic. Der Amerikaner spielt derzeit für den Premier-League-Club Chelsea FC und könnte somit ein potenzieller Neuzugang für die Saudis sein, die ihre Mannschaft in dieser Saison verstärken möchten.
Al-Nassr hat in den letzten Monaten mehrere international bekannte Spieler verpflichtet, darunter neben Ronaldo auch Sadio Mané und Marcelo Brozović. Der Verein strebt an, sich in der Saudi-Pro League zu etablieren und auf die asiatische Fußballbühne zu bringen. Pulisic würde mit seiner technischen Versiertheit und Erfahrung in europäischen Ligen eine wertvolle Addition zum bestehenden Kader darstellen.
Aktuelle Situation von Christian Pulisic
Christian Pulisic, der 2023 mit Chelsea den FA Cup gewann, war in der abgelaufenen Saison oft von Verletzungen geplagt. Diese Einschränkungen führten dazu, dass er nur sporadisch Einsatzzeiten erhielt. Unter den Trainern Thomas Tuchel und Graham Potter war Pulisics Rolle häufig unklar. Dennoch hat sein Talent und seine Technik einen hohen Marktwert, was ihr Interesse erklärt.
Die jüngsten Berichte über Al-Nassrs Interesse an Pulisic kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Spieler überlegen muss, wie es nach der laufenden Saison weitergeht. Die Zukunft in der Premier League könnte unsicher sein, besonders wenn er weiterhin um einen Platz in der Startelf kämpfen muss.
Al-Nassrs Ambitionen und Strategie
Die Übernahme von Holzhäusern und internationalen Stars durch Al-Nassr ist Teil einer umfassenden Strategie zur Förderung des Fußballs in Saudi-Arabien. Der Verein verfolgt das Ziel, nicht nur in der Liga, sondern auch auf internationalem Niveau konkurrenzfähig zu werden. Die Investitionen in hochkarätige Spieler sollen nicht nur die Zuschauerzahlen und das Interesse an der Liga steigern, sondern auch die sportliche Qualität erhöhen.
Al-Nassrs jüngste Verpflichtungen zeigen den Willen des Vereins, sich mit Spitzenklubs in Europa zu messen. Ein Transfer von Pulisic könnte dies weiter zu untermauern, da der Amerikaner trotz seiner Schwierigkeiten in der Premier League über eine beeindruckende Bilanz und Erfahrung im internationalen Wettbewerb verfügt.
Marktwert und Vertragssituation
Pulisics aktueller Marktwert wird auf etwa 25 Millionen Euro geschätzt. Sein Vertrag bei Chelsea läuft im Jahr 2024 aus, was bedeutet, dass sein Wechsel zu Al-Nassr theoretisch noch in dieser Transferperiode möglich wäre. Chelsea könnte an einer Ablöse interessiert sein, um Pulisics Gehalt einzusparen und neuen Platz im Kader zu schaffen.
Diese finanziellen Überlegungen spielen auch für Al-Nassr eine bedeutende Rolle. Die Saudis müssten abwägen, ob sie in Pulisic investieren möchten, während sie versuchen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen hohen Gehältern und Spielerleistung zu finden.
Reaktionen aus der Liga und den Medien
Die Medienberichterstattung über Pulisics mögliche Abwanderung hat unterdessen hohe Wellen geschlagen. Fußball-Experten und Fans äußern unterschiedliche Meinungen zu einem potenziellen Wechsel. Einige sehen darin eine großartige Gelegenheit für Pulisic, sich in einer neuen Liga zu beweisen und regelmäßig zu spielen. Andere sind skeptisch und warnen vor der Gefahr, in einer weniger kompetitiven Liga zu spielen, was sein Potenzial beeinträchtigen könnte.
In der Saudi-Pro League sind die Spielstile und Anforderungen anders im Vergleich zu Europa. Kritiker befürchten, dass ein Wechsel Pulisics Entwicklung schaden könnte, vor allem wenn er langfristige Ambitionen hat, in der Nationalmannschaft der USA eine führende Rolle zu spielen.
Strategische Überlegungen für die Zukunft
Für Pulisic stellt sich die Frage, ob ein Wechsel zu Al-Nassr nicht nur finanzielle, sondern auch sportliche Vorteile bringen kann. Das Team könnte in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle im asiatischen Fußball spielen, und der Amerikaner hätte die Möglichkeit, sich dort als Führungsspieler zu etablieren.
Auf der anderen Seite muss Chelsea die Möglichkeit eines Wechsels realistisch in Betracht ziehen. Das Management könnte gezwungen sein, aus einer sportlich weniger erfolgreichen Saison Lehren zu ziehen und jeden Spieler zu evaluieren, der nicht im Stamm spielt. Pulisics Talent bleibt unbestritten, aber seine Einsatzzeiten werden entscheidend sein, um seine Karriere voranzutreiben.
Fazit
Die Gerüchte rund um Pulisic und Al-Nassr werfen Fragen auf, die sowohl für den Spieler als auch für den Verein entscheidend sein könnten. Ob der Wechsel tatsächlich zustande kommt, bleibt abzuwarten. Eines ist jedoch sicher: Der Fußballmarkt bleibt dynamisch, und Pulisic könnte eine Schlüsselrolle in dieser aufregenden Entwicklung spielen.
Am 28. Spieltag der Serie A beendet die AC Milan den Negativ-Lauf von drei Pleiten in Folge.
Auswärts ringen die “Rossoneri” US Lecce mit 3:2 nieder, wobei nach einer Stunde die Zeichen auf eine erneute Niederlage stehen. Krstovic erzielt für den Außenseiter einen Doppelpack (7., 59.), Lecce führt bis zur 68. Minute mit 2:0.
Zuvor hat Milan zweifach Pech, da Tore von Gimenez (1.) und Gabbia (15.) jeweils wegen Abseits aberkannt werden.
Pulisic schießt Milan ins Glück
Trotzdem beweist die Mannschaft von Sergio Conceicao Willen, ein Eigentor von Gallo (68.) leitet die Wende ein. Fünf Minuten später verursacht Baschirotto einen Strafstoß, den Pulisic (73.) mit einem unhaltbaren Versuch verwertet – 2:2.
Lecce verliert den Faden, Milan wittert seine Chance. Tatsächlich glückt den Mailändern erneut durch Pulisic das Comeback. Der US-Amerikaner bringt die Kugel nach einer Flanke von Leao im Tor unter (81.).
Damit verkürzt AC Milan den Rückstand auf die internationalen Plätze auf drei Punkte, in der Tabelle ist man Achter. Lecce hat als 16. nur drei Punkte Polster auf die Abstiegsränge.
Die AC Milan ist raus aus der Königsklasse! Gegen Feyenoord Rotterdam schieden die “Rossoneri” nach einem 1:1 im Playoff-Rückspiel mit einem Gesamtscore von 1:2 aus. Spielbericht >>>
So gefällig die Leistung, speziell im Vergleich zum Hinspiel, gewesen sein mag – das Ausscheiden ist beispielhaft dafür, dass beim Traditionsverein vieles im Argen liegt.
In der Serie A belegt Milan derzeit nur Rang sieben, immerhin aber in Schlagdistanz zu Rang vier. Tabelle der Serie A >>>
Auch wenn es unter Neo-Coach Sergio Conceicao dem Champions-League-Aus zum Trotz nun etwas aufwärts geht: Das ist viel zu wenig für die Ansprüche der stolzen “Rossoneri”. Die Saison ist eine verkorkste, einzig die Derbys gegen Inter (von den bisherigen drei konnte man zwei gewinnen, eines endete Remis) und ein Sieg in der CL-Ligaphase gegen Real Madrid sorgten für Freude.
Doch woran genau hakt es, welche Fehler wurden in den vergangenen Monaten und Jahren gemacht? LAOLA1 hat sich die Situation zu Gemüte geführt. Das sind die sechs wesentlichen Gründe dafür, dass die Mailänder ihren Ansprüchen aktuell weit hinterherhinken:
1.) Der Rausschmiss von Klub-Ikone Paolo Maldini
Die Aufregung in Mailand war im Sommer 2023 groß, als klar wurde, dass einer der maßgeblichen Architekten des Erfolgs der letzten Jahre gehen muss. Nach der Übernahme des Klubs durch RedBird Capital, angeführt vom nunmehrigen Klubbesitzer Gerry Cardinale, blieb kein Stein auf dem anderen und der Technische Direktor Maldini – die Vereinsikone schlechthin – war eines der ersten Opfer.
Das Duo Maldini-Massara musste im Sommer 2023 gehen.
Man warf ihm vor, auf dem Transfermarkt schlecht gearbeitet zu haben. Wenig später musste auch Sportdirektor Fredric Massara gehen. Sie beiden formten in Zusammenarbeit mit Ex-Trainer Stefano Pioli aus einem desolaten Milan ab 2019 eine Meistermannschaft, die 2022 den “Scudetto” holte.
Cardinale und Maldini haben nie richtig harmoniert. Maldini wollte den bedachten und über Jahre angelegten Kurs der Entwicklung weiterverfolgen, Cardinale aber wollte den schnellen Erfolg. Der Klubboss warf den langjährigen Kapitän samt seiner rechten Hand Massara kurzerhand raus und köpfte damit die sportliche Abteilung. Mitgeteilt wurde dies in einer dreizeiligen Pressemitteilung. Ein Affront für die Fans.
Gerade in Italien spielen Sentimentalitäten eine gewichtige Rolle. Maldini rauszuschmeißen – und das noch dazu so ungalant – hat auch dem Image des Klubs massiv geschadet. Seit Maldinis Abgang hat sich das Budget verdoppelt – aktuell bei nicht einmal halbem Ertrag.
2.) Die Trennung von Meistercoach Stefano Pioli
Es gab Befürworter und Kritiker der Entscheidung, sich mit Ende der Saison 2023/24 von Stefano Pioli zu trennen. Stand heute lässt sich sagen: Es war ein Fehler. Milan konnte nach seinem Abgang nicht mehr an die letzten Jahre anschließen.
Pioli coachte Milan für vier volle Saisons, in diesen wurde er ein Mal Meister (2022), zwei Mal Vizemeister (2021, 2024) und ein Mal Vierter (2023). Dazu kommt ein Halbfinale in der Champions League 2023.
Er war im Zusammenspiel mit Maldini und Massara maßgeblich dafür verantwortlich, dass aus einer überalterten und leidenschaftslosen Truppe ein Meister geformt werden konnte. Zudem erreichte er den selben Punkteschnitt wie Carlo Ancelotti (beide 1,93; K.o.-Spiele exkludiert). Pioli gelang es, Spieler wie Davide Calabria, Alessio Romagnoli, Rafael Leao und Theo Hernandez zu Top-Stars und wesentlichen Faktoren für den Gewinn der Meisterschaft zu formen.
Bild mit Symbolcharakter: Pioli wurde von den Spielern nicht nur sportlich, sondern vor allem für seine menschlichen Qualitäten geschätzt.
Seine Mannschaftsführung wurde insbesondere in seiner letzten Saison als zu kumpelhaft kritisiert, was tatsächlich immer wieder zu blutleeren Auftritten führte. Ihm wurde zudem vorgeworfen, das Team taktisch und spielerisch nicht weiterentwickelt zu haben. Die Spiele unter ihm wurden immer unattraktiver, speziell nach dem Abgang von Denker und Lenker Sandro Tonali. Dazu gesellten sich auch defensive Schwächen.
Dennoch gelang es ihm, Milan zum Vizemeistertitel zu führen. Pioli selbst deutete immer wieder an, dass es auch Phasen geben müsse, in denen man das aktuelle Niveau hält, ehe man den nächsten Schritt machen kann. Nur, was man bei einem Spitzenklub eben nicht hat, ist Zeit. Speziell, seit RedBird das Sagen hat.
Am Ende wurde ihm die Vorsaison, in der man in den internationalen Bewerben sowie in der Coppa Italia früh raus war, zum Verhängnis. Der Vizemeistertitel hinter einem überlegenen Inter konnte darüber nicht hinwegtrösten.
Etwas mehr als ein halbes Jahr später wünschen sich nicht wenige einen wie Pioli zurück. Oft weiß man erst zu schätzen, was man hatte, wenn man es nicht mehr hat.
3.) Die Verpflichtung von Paulo Fonseca
Als Nachfolger von Stefano Pioli wurde Paulo Fonseca von OSC Lille geholt. Spielerisch sollte es unter ihm einen Schritt nach vorne gehen, nachdem Pioli speziell in seiner letzten Saison oft sehr pragmatischen Fußball spielen ließ.
Dieser Gedanke kam bei den anfangs eher skeptischen Fans (Fonseca trainierte einst die AS Roma) naturgemäß gut an. Fonseca hatte die Kurve auch bis zum Ende großteils hinter sich, weil er zeigte, dass er dem Team Feuer unter dem zuvor oft zu bequemen Hinterteil machen will.
(Text wird unter dem Video fortgesetzt)
Abgesehen vom Derbysieg über Inter und dem 3:1 gegen Real Madrid, in denen Milan wirklich überzeugen konnte, blieb die gewünschte Entwicklung aber großteils unsichtbar. Die Fans sehen die Gründe dafür aber eher bei der Mannschaft, als bei Fonseca.
Das Verhältnis zwischen dem Portugiesen und seinem Team war nie das Beste, wie aus dem San Siro zu vernehmen war. Am Ende scheiterte er an seiner Mannschaftsführung, die zu unterschiedlich von jener Piolis war, unter dem sich Milan zur Wohlfühloase entwickelt hatte. Auch das sollte durch die Verpflichtung des strengeren Fonseca gebrochen werden, der Kontrast war am Ende aber zu krass.
Fonseca legte sich öffentlich mit Stars wie Theo Hernandez und Rafael Leao an. Zudem griff er phasenweise das ganze Team medienwirksam an, wie etwa nach dem CL-Spiel gegen Roter Stern Belgrad, was die Kabine mehr und mehr spaltete, anstatt die Spieler anzustacheln.
Auch der schon unter Pioli nicht immer sattelfesten Defensive konnte er nicht die nötige Stabilität verleihen. Er rotierte oft wild durch, fand nie einen Stamm für die Viererkette.
Funktionierte der “Fonseca-Ball” aber einmal, war ersichtlich, welches Potenzial in dem Team steckt. Das gelang aber zu selten. Fonseca selbst betonte glaubhaft, er habe “alles versucht”. Das mag so sein, aber nicht immer passt der gekaufte Trainer-Deckel auch zum vorhandenen Mannschafts-Topf.
4.) Die wackelnden Säulen der Meistermannschaft
Einige elementare Säulen aus der Meistermannschaft von 2022 spielen nach wie vor für die “Rossoneri”. Keeper Mike Maignan, Theo Hernandez, Rafael Leao und Fikayo Tomori halten bis heute die Knochen für Milan hin.
Sie bildeten gemeinsam mit Franck Kessie, dem erst kürzlich zu Bologna gewechselten Davide Calabria und Alessio Romagnoli das Gerüst des Teams. Sie spielen eine ebenso gewichtige Rolle im Zustandekommen der aktuellen Situation.
Theo und Leao: Die vielleicht beste linke Seite Europas
Insbesondere Theo und Leao, die – wenn sie ihr Potenzial voll ausschöpfen – wohl die beste linke Seite Europas sein können – fielen in der jüngeren Vergangenheit zu oft durch Extravaganzen und abseits des Feldes auf, anstatt mit Leistung zu glänzen. Was aber nicht nur an den beiden Egozentrikern liegt, sondern auch am geschassten Fonseca, der es im Gegensatz zu Pioli nie wirklich schaffte, die Stärken des Duos in sein System einzubinden.
Keeper Maignan erlebte ebenso schon bessere Tage, leistete sich in dieser Saison auffällig viele Unsicherheiten und Patzer. An ihm alleine liegt es aber natürlich nicht. Denn genauso gab es zahlreiche Situationen, in denen er seinem Team den Allerwertesten rettete.
Tomori, unter Pioli unumschränkter Stammspieler und Abwehrchef, wurde von Fonseca rasiert. Einsätze in der Startelf wechselten sich mit 90 Minuten auf der Bank regelmäßig ab. Da so etwas wie Konstanz in seinen Leistungen zu entwickeln, ist eine Mammutaufgabe. Dennoch passierten ihm zu viele einfach Fehler, die einem selbst bei mangelnder Spielzeit nicht unterlaufen sollten.
Unter Conceicao zeigten aber zumindest Hernandez und Leao wieder in Ansätzen, wozu sie in der Lage sind. Unter dem Neo-Coach arbeitet Leao nun auch endlich defensiv mit. Maignan wurde zum Kapitän ernannt, zumindest in dieser Rolle macht er sich bisher gut.
5.) Die Entscheidungen von “König” Zlatan
Zlatan Ibrahimovic mag ein großartiger Fußballer gewesen sein. Das steht außer Frage. Nach seinem Karriereende 2023 wurde er Chef-Berater von Milan-Eigentümer RedBird und Klubboss Gerry Cardinale.
Seither wird keine sportliche Entscheidung ohne den selbsternannten “König von Mailand” getroffen. Ibrahimovic sollte den Klub sportlich neu ausrichten, hatte Cardinale doch den Sieg in der Champions League als großes Ziel für die nächsten Jahre ausgerufen. Wohin dieses Vorhaben und Zlatans Entscheidungen bisher geführt haben, sieht man.
Bisher ist Zlatan Ibrahimovics Ära als “starker Mann” der AC Milan nicht von Erfolg gekrönt.
Ibrahimovic drängte auf die Ablöse von Stefano Pioli und die Verpflichtung von Fonseca. Es war seine erste große Entscheidung als Quasi-Sportdirektor (kaufmännisch wird der Klub von Ex-Bänker Giorgio Furlani geführt) und diese stellte sich als Fehler heraus.
Als Spieler war der selbstbewusste Schwede in seinem Ausgedinge ein wesentlicher Faktor beim Wiedererstarken der “Rossoneri”. Mit der gleichen Attitüde geht er an seine nunmehrige Aufgabe heran, bisher mit mäßigem Erfolg. Das führt uns auch zum nächsten Punkt, in den “Ibra” wesentlich involviert ist.
6.) Die chaotische Kader-Politik
Der Transfer-Sommer bei der AC Milan war auffällig ruhig. Er symbolisierte weder den von den Fans erhofften Aufbruch, noch war er es schlussendlich.
Als Ersatz für den zu Los Angeles abgewanderten Stürmer-Haudegen Olivier Giroud holte man Spaniens Teamkapitän Alvaro Morata und Tammy Abraham von der Roma. Beide sollten nicht einschlagen. Hoffnungsträger Morata suchte mittlerweile wieder das Weite und wechselte zu Galatasaray.
Dazu gab man ohne jede Not mit Pierre Kalulu eine Abwehrkonstante der letzten Jahre ab, was für breites Unverständnis sorgte. Ihn sollte Ex-Salzburger Strahinja Pavlovic ersetzen, der unter Fonseca gar nicht funktionierte, sich jetzt unter Conceicao aber langsam fängt.
Mit Youssouf Fofana holte man einen universellen Sechser, dem man bis dato tatsächlich wenig vorwerfen kann. Er ist von den Neuzugängen der mit Abstand konstanteste.
Die Verpflichtung von Santiago Gimenez erwies sich bisher als Erfolg.
Was Ibrahimovic und Fonseca geritten hat, Emerson Royal als Konkurrenz für den etablierten Rechtsverteidiger Davide Calabria zu holen, wäre spannend zu erfahren. Der Brasilianer offenbarte schon bei Tottenham Schwächen im Spiel gegen den Ball – eigentlich war das genau jene Baustelle, die es zu schließen galt.
Immerhin erkannte Zlatan seine Fehler und reagierte im Winter.
In der Defensive gelang dies mit der Verpflichtung von Kyle Walker. Der langjährige City-Kapitän kann in der Abwehr rechts und innen spielen, er blieb bisher nichts schuldig.
Offensiv bediente sich bei Feyenoord Rotterdam und holte Shootingstar Santiago Gimenez. Der mexikanische Teamspieler geht bisher wie gewünscht auf und lieferte in fünf Einsätzen drei Tore und eine Vorlage.
Auch war im Sommer erwartet worden, dass man endlich die Baustelle auf der Zehner-Position schließt, welche der Abgang des von Real Madrid zurückgeholten Brahim Diaz aufgerissen hat. Fonseca versuchte aber stattdessen, Flügelspieler Christian Pulisic dort zu etablieren – und scheiterte. Auch hier reagierte man im Winter und lieh Joao Felix von Chelsea, der zumindest in Ansätzen zeigt, dass er die erhoffte Verstärkung sein kann. Für ein Urteil ist es aber noch zu früh.
Fazit: Bisher ist die Kaderpolitik von Ibrahimovic chaotisch und erfolglos. So unreflektiert, wie er sich gibt, scheint er aber nicht zu sein. Die Schritte, die man im Winter gesetzt hat, sind durchaus erfolgversprechend. Es wartet aber noch viel Arbeit auf und abseits des Platzes. Das hat das Rückspiel gegen Feyenoord gezeigt.
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