Der 1. FC Union Berlin ist nach der historischen 0:6-Blamage beim BVB erschüttert – höher verloren die Eisernen nie in der Bundesliga. Die Klatsche ist ein Schock für Spieler und Fans. Seit Jahren hat man kein Union-Team in so kurzer Zeit so schlimm auseinanderfallen sehen – ein alarmierender Auftritt!
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Quelle: Bild23.02.2025
Über allem steht die Frage: Wie konnte der Champions-League-Teilnehmer von 2023 so schnell, so brutal abschmieren?
BILD macht die große Krisen-Analyse und nennt 4 Gründe für den Absturz der Köpenicker.
1. Fehlende Abwehrkräfte
In der Schlussviertelstunde brachen die Eisernen in sich zusammen. In den 75 Minuten zuvor erspielte sich das Team kaum Chancen. Den Profis fehlt jegliches Selbstbewusstsein, daran änderte offenbar auch das 4:0 in Hoffenheim vor zwei Wochen nichts.
Auch Trainer Steffen Baumgart (53) ist ratlos: „Die letzte Viertelstunde kann ich jetzt auf Anhieb auch nicht erklären. Das Spiel nimmt einen Lauf, den ich so nicht erwartet habe. Das muss ich erst mal sacken lassen. Ich kann da keine klaren Antworten geben.“
Erschreckend: Union lässt beim BVB alle Tugenden vermissen, die den Klub einst erfolgreich machten: Zweikampfhärte, Kampfgeist, perfekte Abwehr-Abstimmung.
Baumgart wurde geholt, um die harmlose Offensive zu beleben. Die richtige Balance zu einer stabilen Defensive hat er bisher nicht gefunden.
Auch Steffen Baumgart konnte das Blatt beim 1.FC Union Berlin bislang nicht zum Positiven wenden
Foto: Jürgen Fromme /firo Sportphoto
Union steckt seit rund eineinhalb Jahren fast permanent im Abstiegskampf. Vor allem die Verteidigung steht Woche für Woche unter Dauerdruck. Das Personal besteht dabei größtenteils aus Spielern, die Union einst in die Königsklasse führten.
Die alte Sicherheit und das Selbstbewusstsein sind komplett verschwunden. Unions einstiger Faustpfand – die Defensive – ist zu oft nur noch Liga-Durchschnitt. Im Zusammenspiel mit der schwachen Offensive eine brandgefährliche Kombination.
2. Trainer-Karussell
Der Klub war immer dann erfolgreich, wenn es Konstanz auf der Trainer-Position gab. Nach der Trennung von Erfolgstrainer Urs Fischer (58) entwickelte sich der Trainerstuhl der Berliner in nicht mal eineinhalb Jahren zum Schleudersitz.
Bjelica, Grote, Svensson und jetzt Baumgart, der fünf seiner acht Spiele verlor (0,88 Punkte pro Bundesliga-Partie). Keiner schaffte es, Union dauerhaft zu alter Stärke zurückzuführen.
Alte Gewissheiten und ein über Jahre perfektioniertes System gibt es nicht mehr. Die Spieler müssen sich inzwischen halbjährlich auf einen neuen Coach mit neuer Spielidee einstellen – das gelingt nicht.
Nach der 0:6-Packung in Dortmund (höchste Bundesliga-Niederlage aller Zeiten) herrscht bei Union Berlin Untergangsstimmung. Die Eisernen brechen völlig auseinander, bekommen in der Schlussphase noch 4 Gegentore eingeschenkt. Trainer Steffen Baumgart (53) zeigte sich nach dem Spiel bedient und komplett ratlos.
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Baumgart: „Die letzte Viertelstunde kann ich jetzt auf Anhieb auch nicht erklären. Das Spiel nimmt einen Lauf, den ich so nicht erwartet habe. Das muss ich erst mal sacken lassen. Da sind so viele individuelle Sachen dabei gewesen. Ich kann da keine klaren Antworten geben.“
Die Leistung in der zweiten Halbzeit war indiskutabel und führt zur fünften Pleite im achten Spiel unter Baumgart – bei nur sieben Punkten. Der Trend zeigt jetzt wieder klar nach unten, während es mit den Auftritten gegen Leipzig (0:0) und in Hoffenheim (0:4) zwischenzeitlich Besserung gab.
Unions Tom Rothe (20) hat keine einfachen Wochen hinter sich. Unter Ex-Trainer Bo Svensson (45, gefeuert im Dezember) noch unangefochten, findet er sich bei Steffen Baumgart (53) überraschend nur auf der Bank wieder. Nun deutet aber vieles auf eine Startelf-Rückkehr hin – und das ausgerechnet am Samstag gegen Ex-Klub Dortmund.
Hauptkonkurrent Robert Skov (28) droht auszufallen. Im Gladbach-Spiel (1:2) musste der Däne schon nach 30 Minuten verletzungsbedingt runter. Rothe ersetzte ihn und machte ein gutes Spiel (u.a. holte er den Elfmeter zum Anschlusstreffer raus).
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Rothe sagt: „Ein sehr besonderes Spiel für mich. Die Vorfreude ist groß.“
Ab 2021 empfahl sich Rothe über die U19 des BVB bei den Profis, feierte 2022 sein Bundesliga– und Champions-League-Debüt. Der Durchbruch blieb aufgrund der starken Konkurrenz und seines jungen Alters jedoch aus. Nach einer Leihstation in Kiel (2023/24) zog es Rothe im Sommer für 5 Mio. Euro Ablöse zu Union.
Dennoch: Bei den Schwarz-Gelben steht Rothe weiter hoch im Kurs. Nach SPORT-BILD-Infos ist eine Rückkehr noch vor Vertragsende 2028 denkbar – dank einer Rückkaufklausel, die ab 2026 greift. Die Ablöse soll dann abhängig von der Einsatzzeit bei Union zwischen 12 und 18 Mio. Euro liegen. Zudem hat Dortmund sich das Erstzugriffs-Recht („Matching Right“) auf Rothe gesichert. Es wurde vereinbart, dass die Berliner bei einem Angebot eines anderen Klubs vor 2026 den BVB darüber informieren müssen.
Union Berlin (Platz 13) verlor zu Hause 1:2 gegen Europa-Anwärter Mönchengladbach (Platz 7) und verpasst nach der Hoffenheim-Gala (4:0) den zweiten Sieg in Folge. Die Gäste waren im ersten Durchgang besser, gingen verdient 2:0 in Führung. Doch das Team von Trainer Steffen Baumgart (53) steckte nicht auf, zeigte nach der Pause mit Umstellung auf Dreierkette eine klare Leistungssteigerung. Mehr als der Anschlusstreffer durch Andrej Ilic (63.) sollte aber nicht mehr gelingen.
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Manager Horst Heldt (55) bei Sky: „Die erste Hälfte haben wir komplett verschlafen und überhaupt keinen Zugriff bekommen. Danach wurde es besser. Wir wurden griffiger und konnten mehr Druck aufbauen.“
Beinahe in allen Belangen war Union im zweiten Durchgang der Seoane-Elf überlegen. Mehr Torschüsse, mehr Flanken, mehr Ballbesitz. Die Abstimmung im Anlaufen und das Timing im Pressingverhalten passten viel besser. Dennoch: Die Belohnung für den mutigen und aufopferungsvollen Auftritt blieb den Berlinern verwehrt.
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Die drei Bundesliga-Gründungsmitglieder stehen aktuell (Spieltag 21) auf den Aufstiegsplätzen der 2. Liga – und klopfen immer lauter an die Tür zum Oberhaus.