Trainer Niko Kovac vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund hat sich vor Julian Brandt gestellt und seinem zuletzt mit Formschwankungen kämpfenden Mittelfeldspieler eine Einsatzgarantie für das Spiel gegen den FC Augsburg gegeben. „Was ich von ihm halte, habe ich schon mehrfach gesagt. Er kann für uns den Unterschied machen und er wird weiter diesen Stellenwert behalten“, sagte Kovac vor dem nächsten Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr /Sky).
Der 28-Jährige steht seit geraumer Zeit in der Kritik, nicht sein Potenzial abzurufen und als Führungsspieler zu wenig präsent zu sein. Auch beim 1:1 in der Champions League gegen Lille habe Brandt „unglücklich“ agiert, gibt Kovac zu, „aber er hat in verschiedenen anderen Spielen schon gezeigt, was er für uns leisten kann“.
Umso mehr möchte Kovac seinen Spielmacher bestärken. „Das ist mein Spieler. Ich möchte, dass Jule das Vertrauen von mir spürt, und das tut er – denke ich – auch. Er wird sicherlich wieder dahin kommen, wo wir ihn eigentlich sehen. Das geht nur über Minuten. Wir brauchen Jule. Er ist ein Bestandteil dieses Klubs.“
Borussia Dortmund muss nach einem Einbruch in der zweiten Halbzeit gegen den OSC Lille um den erneuten Einzug in die Champions League bangen. Das Team von Trainer Niko Kovac spielte im Achtelfinal-Hinspiel nur 1:1 (1:0) gegen den Tabellenfünften aus Frankreich, der erstmals mit Ethan Mbappé, dem 18 Jahre alten Bruder von Weltstar Kylian Mbappé in der Startelf der Königsklasse angetreten war.
Karim Adeyemi (22. Minute) hatte die vor der Pause spielbestimmenden Dortmunder in Führung geschossen. Nach der Pause traf Hakon Haraldsson (68.) für die nun stärkeren Gäste zum Ausgleich. Das Rückspiel in Nordfrankreich findet am kommenden Mittwoch statt. Sollte Dortmund das Weiterkommen schaffen, könnte es in der Runde der letzten Acht zum Duell mit dem FC Barcelona und Trainer Hansi Flick kommen.
Karim Adeyemi brachte den BVB fulminant in Führung. Foto: dpa/Federico Gambarini
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Mit zuletzt zwei Bundesligasiegen am Stück und einer neuen defensiven Stabilität unter Kovac, der den taumelnden Revier-Riesen vor einem Monat übernommen hatte, ging der BVB mit Rückenwind in das Hinspiel. Zunächst war der Bundesligazehnte spielbestimmend. Lille dagegen wirkte beim ersten Achtelfinalspiel in der Königsklasse überhaupt nervös. Erst im zweiten Durchgang wurden die von rund 8000 Fans begleiteten Franzosen mutiger.
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Lille mit Mbappé-Bruder erst nach der Pause besser
Bei Lille spielte Ethan Mbappé etwas überraschend von Beginn an, konnte jedoch keine Akzente setzen. Die Gäste erinnerten erst nach der Pause an die Leistungen der Vorrunde, in der sie sich als Siebter im Gegensatz zum BVB direkt für das Achtelfinale qualifiziert hatten. Dort hatten sie unter anderem gegen Real Madrid und Atlético Madrid gewonnen.
Die Führung für die Schwarz-Gelben gelang durch eine satte Direktabnahme Adeyemis aus rund 18 Metern. Der Ball war dem 23-Jährigen nach einer Ecke vor die Füße gesprungen. Es war das fünfte Champions-League-Tor in dieser Saison für den Nationalstürmer. Folgende teils gravierende Fehler Lilles im Aufbau nutzte der BVB bis zur Pause aber nicht mehr für weitere Treffer. Das vermeintliche 2:0 durch Pascal Gross erneut nach einer Ecke wurde wegen Abseits in der Nachspielzeit der ersten Hälfte nicht gegeben.
Dortmunder Leistungsabfall nach der Pause
Dass der BVB nicht vor der Pause konsequenter war, rächte sich. Lille wurde nach der Pause mutiger und wirkte längst nicht mehr so gehemmt. Beim Ausgleich agierte auch die zuletzt so sattelfeste Abwehr Dortmunds alles andere als souverän. Auch nach vorne lief nichts mehr zusammen beim BVB.
Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat seine Spieler für ihr Verhalten nach dem 0:2 am Wochenende beim VfL Bochum gerüffelt. Dass die enttäuschten Profis nach einer Niederlage wie am vergangenen Samstag nur mit Fernsehjournalisten sprechen, werde es in Zukunft nicht mehr geben. Er selbst werde dafür sorgen, sagte Kovac vor dem Playoff-Rückspiel in der Champions League gegen Sporting Lissabon am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN).
„In Zukunft werden sich die Spieler den Nachfragen stellen. Das gehört zum Leben dazu. Das werden wir mit Sicherheit besser machen“, sagte Kovac. Nach der Blamage beim abstiegsbedrohten Reviernachbarn waren nur zwei Spieler den vertraglichen Pflichten nachgekommen und vor TV-Kameras getreten. Den Fragen der anderen Journalisten entzogen sich die Profis indes.
„Das ist nicht gut gelaufen, dass niemand bei der schreibenden Zunft war“, meinte Kovac. „Da werde ich auch dafür sorgen, dass das in Zukunft nicht mehr passiert. Ich bitte um Nachsicht.“
Sportliche Leistung will Kovac nicht zu sehr kritisieren
Mit dem Auftreten seiner Spieler auf dem Platz wollte der BVB-Coach indes nicht so kritisch sein. „Ich sehe die Ergebnisse. Aber ich sehe auch das, was es an guten Sachen gibt“, meinte Kovac, der mit zwei Niederlagen aus zwei Spielen in der Bundesliga so schlecht wie seit mehr als 40 Jahren kein Dortmunder Trainer mehr gestartet war. „Wenn wir als Trainerteam jetzt auch noch draufhauen, ist niemandem geholfen.“
In der Champions League steht sein Team nach dem 3:0 im Hinspiel in Portugal gegen Lissabon vor dem Achtelfinale-Einzug. In der Bundesliga hinken die Westfalen den Ansprüchen aber weit hinterher.