Borussia Dortmund schlägt Union mit 6:0 – und gibt eine Kostprobe davon, wie Kovac-Fußball beim BVB erfolgreich sein kann.
“Fußball ist eine Geschichte: Es muss zu dir fallen oder es fällt zum Gegner”, sagte Niko Kovac nach dem 6:0-Sieg des BVB gegen Union Berlin bei Sky. Es ist eine Aussage, die sich dazu eignen würde, den Trainer und auch Menschen Kovac zu erklären.
Der 53-Jährige liebt es, Sachverhalte einfach und simpel darzustellen, dem Fußball die Komplexität dort zu nehmen, wo sie aus seiner Sicht nur stört. Gegen Union Berlin haben sich die Vorteile seiner Philosophie und seiner Herangehensweise gezeigt. Drei Erkenntnisse zum Kantersieg von Borussia Dortmund.
Borussia Dortmunds Sportchef Lars Ricken hat die sogenannte Elefantenrunde beim BVB für beendet erklärt. «Die wird es in Zukunft nicht mehr geben», sagte Ricken dazu gefragt bei Sky am Rande des 6:0-Sieges am Samstagabend gegen Union Berlin.
Bislang hatten der im Herbst aus dem Amt scheidende Clubchef Hans-Joachim Watzke, Berater Matthias Sammer, Sportdirektor Sebastian Kehl, Sport-Geschäftsführer Ricken sowie die inzwischen beurlaubten Kaderplaner Sven Mislintat und Trainer Nuri Sahin einmal im Monat strategische Gespräche geführt.
«Aus der Elefantenrunde hat es auch mit Sven Mislintat und Nuri Sahin letztendlich auch zwei getroffen», sagte Ricken weiter. Er sei inzwischen mit Kehl und dem neuen Chefcoach Niko Kovac im täglichen Austausch. «Da haben wir eine ganz normale Meeting-Struktur. Aber da braucht man diese Elefantenrunde, die braucht man da nicht.»
Attacke gegen Wirtz empört Rüdes Foul überschattet beeindruckende Bayer-Serie
23.02.2025, 08:11 Uhr
Bayer Leverkusen hat vor langer Zeit das Verlieren auf fremden Plätzen eingestellt. Das Team von Trainer Xabi Alonso stürmt damit zum Rekord – die rückt aber in den Hintergrund. Denn eine heftige Attacke gegen den größten Star des Klubs empört.
Das Foul von Holstein Kiels Magnus Knudsen gegen Bayer-Star Florian Wirtz hat die Bestmarke der Leverkusener von 28 Auswärtsspielen ohne Niederlage in der Fußball-Bundesliga beinahe in den Hintergrund gerückt. “Das Spiel war okay. Es gab Fair Play”, sagte Bayer-Trainer Xabi Alonso nach dem ungefährdeten 2:0 des deutschen Meisters beim Aufsteiger im hohen Norden. “Okay, vielleicht bis auf die eine Aktion”, räumte er ein.
Mit Fair Play hatte “die eine Aktion” in der zwölften Minute in der Tat nichts zu tun: Kiels Knudsen trat völlig sinnfrei Nationalspieler Wirtz übel gegen den Knöchel. Knudsen fand seine Aktion allerdings völlig im Rahmen. “Es war ein normales Tackling und nichts weiter”, meinte er.
Am Ende hatten beide Spieler Glück: Knudsen, weil er von Schiedsrichter Daniel Schlager nur die Gelbe Karte statt der vertretbaren Roten Karte gesehen hatte. Und Wirtz, weil er durch den Tritt nicht verletzt wurde.
Das Foul ließ die Diskussion wieder aufleben, ob gerade Top-Spieler besser geschützt werden müssen. “Für mich ist es Rot”, regte sich Sky-Experte Dietmar Hamann im Studio auf. Es sei egal, welcher Spieler es ist, “wir müssen die Gesundheit der Spieler schützen. Und wenn von hinten jemand auf die Achillessehne oder aufs Sprunggelenk draufsteigt, dann hat er mit Rot vom Platz zu gehen.”
Auch Wirtz’ Teamkollege Robert Andrich fand deutliche Worte: “Wenn es unfair wird und man wirklich auf den Körper gehen will, dann muss man ihn als Schiedsrichter schützen”, sagte er nach der Partie: “Da gilt es auch für uns als Spieler auf dem Platz, den Schiedsrichter vielleicht drauf hinzuweisen. Aber das sind Situationen, die muss ein Schiedsrichter meiner Meinung nach auf dem Schirm haben.”
“Wir erhalten keine Medaille für diesen Rekord”
Der 43 Jahre alte Alonso blieb sich treu und gab sich gewohnt moderat, als er auf die Attacke auf Ausnahmespieler Wirtz angesprochen wurde. “Ich wünsche mir mehr Schutz, nicht nur für Flo, sondern für alle Spieler”, sagte der Leverkusener Trainer. Andrich wies auch darauf hin, dass sich Dribbelkünstler Wirtz in solchen Situationen “ganz gut wehren” könne. “Aber trotzdem muss man die Jungs schützen, denn unfair sollte es nicht werden.”
Wirtz wird in jedem Fall weiterhelfen können, die Rekordserie der Leverkusener auf fremden Plätzen schon gleich am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) beim Tabellendritten Eintracht Frankfurt auszubauen. “Das bedeutet, dass wir eine Top-Mentalität haben”, erklärte Alonso zu der Bestmarke für ihn und den Verein. “Wir erhalten keine Medaille für diesen Rekord, aber er bedeutet, dass wir sehr effizient und stabil sind.”
Die letzte Niederlage in der Fremde erlebten Alonso und seine Spieler am 34. Spieltag der Saison 2022/23 beim 0:3 beim VfL Bochum. Seitdem kassierten die Leverkusener insgesamt nur einen Misserfolg in der Bundesliga: das 2:3 gegen RB Leipzig am 31. August – in der Heimat.
Borussia Dortmund
Ricken erklärt BVB-Elefantenrunde für beendet
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Nach den Trennungen von Nuri Sahin als Trainer und Kaderplaner Sven Mislintat gibt es keine berüchtigte Elefantenrunde beim BVB mehr. Das bestätigt Sportchef Lars Ricken beim 6:0 gegen Union Berlin.
Borussia Dortmunds Sportchef Lars Ricken hat die sogenannte Elefantenrunde beim BVB für beendet erklärt. “Die wird es in Zukunft nicht mehr geben”, sagte Ricken dazu gefragt bei Sky am Rande des 6:0-Sieges am Samstagabend gegen Union Berlin.
Bislang hatten der im Herbst aus dem Amt scheidende Clubchef Hans-Joachim Watzke, Berater Matthias Sammer, Sportdirektor Sebastian Kehl, Sport-Geschäftsführer Ricken sowie die inzwischen beurlaubten Kaderplaner Sven Mislintat und Trainer Nuri Sahin einmal im Monat strategische Gespräche geführt.
“Aus der Elefantenrunde hat es auch mit Sven Mislintat und Nuri Sahin letztendlich auch zwei getroffen”, sagte Ricken weiter. Er sei inzwischen mit Kehl und dem neuen Chefcoach Niko Kovac im täglichen Austausch. “Da haben wir eine ganz normale Meeting-Struktur. Aber da braucht man diese Elefantenrunde, die braucht man da nicht.”
Vor 34 Jahren trat Borussia Dortmund zum Rückrundenstart beim VfB Stuttgart an – und erlebte eine der schwärzesten Stunden der Vereinsgeschichte.
Ratlos: Coach Horst Köppel erlebt mit dem BVB in Stuttgart ein Debakel.
imago images/Sportfoto Rudel
Wütend pfefferte Wolfgang “Teddy” de Beer nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Wolf-Günter Wiesel seine Handschuhe weg. “Es hätte wohl keinen Sinn, sie noch länger zu behalten”, schnaubte Dortmunds Torhüter am 23. Februar 1991. Sieben Tore hatte er an diesem Tag kassiert, die ersten drei innerhalb von nur elf Minuten, “und bis dahin hatte ich den Ball noch nicht einmal berührt.” Borussia Dortmund folgte im Neckarstadion einem komplett verkorksten Drehbuch. Eine XXL-Sensation.
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Die deutliche Niederlage des 1. FC Union Berlin bei Borussia Dortmund brachte viele Besonderheiten mit sich. Weil sich die Klatsche zunächst gar nicht andeutete. Und schließlich erschreckende Probleme zu Tage beförderte. Von Ilja Behnisch
Selbst als alles vorbei war, selbst als mit dem 0:6 bei Borussia Dortmund die sechsthöchste Pflichtspielniederlage in der Geschichte des 1. FC Union besiegelt war, selbst als die Spieler schon vor ihren mitgereisten Fans standen, um sich gegenseitig nochmal ein herzliches “Eisern” zu wünschen, trafen sie noch die falsche Entscheidung. Wer in die Gesichter von Rani Khedira, Frederik Rönnow und Co. blickte, sah grenzenlose Leere.
Dabei wäre so etwas wie Fassungslosigkeit weitaus angebrachter gewesen. Denn es war ein reichlich absurdes Spiel, dass die beiden Mannschaft da in den Abend gestellt hatten.
Absurd, weil das Ergebnis noch deutlich höher hätte ausfallen können für die Dortmunder, die allerdings, absurd absurd, gar nicht mal sonderlich gut spielten. Und dann, absurd, absurd, absurd, war Union gar nicht mal so richtig, richtig schlecht. Wobei die beiden letzten Punkte den Vorbehalt haben, nur für die ersten 75 bis 80 Minuten der Begegnung zu gelten.
Deutliche Kräfteverhältnisse
Bis dahin konnte man sich viele Gedanken über den Fußball im allgemeinen und die beiden darbietenden Mannschaften im speziellen machen. Zum Beispiel darüber, was die Startaufstellungen zu bedeuten hatten. Bei Union Berlin etwa rückte Tom Rothe für den verhinderten Robert Skov auf die Linksverteidiger-Position. Rothe durfte eine Weile als einer der wenigen Lichtblicke dieser Union-Saison gelten, im Früh-Herbst 2024 wurde er sogar in die Nähe der Nationalmannschaft gemunkelt.
Das ist deshalb bemerkenswert, weil Rothe in Dortmund auf seinen Ex-Verein traf, der ihn vor der Saison trotz erheblichen Personalmangel auf der Linksverteidiger-Position nach Berlin ziehen ließ. Nur, um einmal die Kräfte-Verhältnisse dieser beiden Klubs zu veranschaulichen.
Ein Kräfte-Verhältnis, dass sich dann auch nahtlos auf den Rasen übertrug. Auf dem der Luxus-Kader aus Dortmund lange Zeit alles andere als gut spielte und den Berlinern dennoch haushoch überlegen war. Die es zwar über weite Strecken der ersten Halbzeit defensiv ordentlich machten und wenig Räume boten, dabei aber offenbar vergessen hatten, so etwas wie eine offensive Idee auszuhecken für den Abend.
Dortmund zunächst nur scheinbar dominant
Das hätte nicht weiter ins Gewicht fallen müssen, denn die Überlegenheit der Borussia war zunächst beeindruckend wenig zielführend und so ein 0:0 hätte doch durchaus Charme gehabt. Der BVB rollte zwar immer wieder an, nur eben wie ein Rammbock, dem nie jemand erzählt hat, wie so eine zu öffnende Tür eigentlich ausschaut. Wie zunehmend die Verzweiflung darüber war, ließ eine Szene in der 23. Minute durchblicken, als Dortmunds Julien Ryerson tief in der eigenen Hälfte zum Einwurf schritt und dabei verbale Hilfestellung seines Trainers Niko Kovac erhielt, der gewinnbringend zuzurufen hatte: “Nach vorne!”
imago images/Max Maiwald
Dortmunds Trainer Niko Kovac – Der Un-Berliner Ur-Berliner
Eigentlich müsste Borussia Dortmunds neuer Trainer Niko Kovac so etwas wie eine Berliner Fußball-Ikone sein. Tatsächlich aber wird der 53-Jährige selten mit der Hauptstadt verbunden. Auch, weil viel aussagt, wie wenig er sagt. Von Ilja Behnisch
Was Kovac keine zwei Minuten später genau rief, ist nicht bekannt, vermutlich aber einfach: Tor. Oder: Juhu. Nach der Führung der Dortmunder durch Ryerson, dem Ex-Unioner, der nicht jubeln wollte nach seinem Treffer, der vielleicht auch ein Eigentor von Diogo Leite war. Die Entscheidung darüber ist philosophischer Natur. Fakt ist, dass der Gewaltroller Ryersons ohne gegnerisches Zutun niemals ins Glück gefunden hätte. Aber was ist schon ein Eigentor? Was nur abgefälscht? Und warum ging es danach dahin mit Union?
Was mehr Sorgen bereitet als das Ergebnis
Fußballerisch gibt es wenig klare Antworten darauf. Eine lautet, dass Dortmund zumindest in einer Disziplin nahezu überragend war an diesem Abend. Das Gegenpressing, also das Ball jagen nach Ballverlust, klappte, als sei der Geist von Gegenpressing-Guru und Ex-Dortmund-Trainer Jürgen Klopp ins Stadion gefahren, um persönlich zu klären. Allerdings stellte sich Union diesen Anstrengungen auch zunehmend wie Kerzenwachs entgegen.
Das war bis zum 3:0 in der 75. Minute zumindest in Sachen Resultat nicht weiter schlimm. Und doch alarmierend. Denn wie das Berliner Spiel spätestens nach rund einer Stunde so vor sich hin plätscherte, wie teilnahmslos Unions Spieler teilweise über den Platz schlufften, als seien sie Teil einer Hochzeitskapelle, die den halben Saal leer gespielt hat, aber eben für 90 Minuten bezahlt wurde und also einfach weiter dudelt – das sollte den Verantwortlichen der Köpenicker mehr zu denken geben als die Höhe der Klatsche.
Dass Josip Juranovic vor dem 0:3 am eigenen Strafraum über seinen Gegenspieler lupfen (!) wollte, dass Dortmunds Maximilian Beier vor dem 4:0 im Berliner Strafraum gleich zwei Mal mit der Sohle über den Ball streicheln durfte und ihn anschließend mit der Sohle quer legen konnte, dass eben jener Beier beim 6:0 aus fünf Metern freistehend zum Kopfball kam, obwohl Union mit Leopold Querfeld kurz zuvor einen dritten Innenverteidiger eingewechselt hatte – groteske Episoden eines Spielverlaufs, der irgendwann ein Eigenleben entwickelte.
Doch wenn es stimmt, dass es zumeist nur wenige Prozentpunkte und Details sind, die auf Bundesliga-Niveau den Unterschied ausmachen, sollte Union bestens darauf achten, dass aus der angebrachten Fassungslosigkeit nach Spielschluss keine Methode wird.
Robert Andrich (30) und Bayer Leverkusen haben bei der Nullnummer im Liga-Gipfel gegen die Bayern am vergangenen Samstag verpasst, auf 5 Punkte an den Rekordmeister heranzukommen und so mehr Spannung in das Meister-Rennen zu bringen.
Doch geht es nach Andrich, will der Meister den Bayern noch nicht zur Schale gratulieren. Im Gegenteil: Der DFB-Star schaltet auf Angriff, sendet eine Kampf-Ansage in Richtung München.
Erst Schick, dann schicker: Zauber-Lupfer von Adli
Quelle: Bild22.02.2025
Andrich im ZDF-Interview: „Wir wollen den Bayern bis zum Ende auf den Sack gehen und Druck von hinten geben.“
Fakt ist: Ein 8-Punkte-Vorsprung wurde bei 12 ausstehenden Spieltagen in der Bundesliga-Historie noch nie verspielt!
Noch bevor die Profis ihren 6:0-Kantersieg gegen den 1. FC Union Berlin feierten, landete auch die zweite Mannschaft von Borussia Dortmund zumindest einen Teilerfolg. Eine Woche, nachdem mit einem 1:0-Sieg gegen den SV Sandhausen eine Negativserie von drei Pleiten in Folge ohne eigenes Tor gestoppt werden konnte, kam die U23 des BVB im Westduell bei Alemannia Aachen nach einem 0:2-Rückstand immerhin noch zu einem 2:2.
Vor 23.300 Zuschauern am gewohnt stimmungsvollen Tivoli übernahmen die Gastgeber das Kommando, während der BVB zwar zunächst ordentlich stand, aber nach vorne nur wenig zustande brachte. Folgerichtig ging Aachen so in der 36. Minute durch Bentley Baxter Bahn in Führung, die nicht nur bis zur Pause Bestand hatte, sondern von den Gastgebern in der 53. Minute durch Anas Bakhat sogar ausgebaut wurde.
BVB-Joker stechen
Kurz nach dem 0:2 brachte BVB-Coach Jan Zimmermann mit Ayman Azhil, Antonio Foti und Danylo Krevsun drei frische Kräfte, mit denen sich am Spielverlauf zunächst wenig änderte, die dann aber allesamt noch entscheidenden Einfluss nehmen sollten. In der 72. Minute gelang Azhil nach einer Hereingabe von Krevsun beinahe aus dem Nichts der Anschlusstreffer, der sich ein wenig als Wachmacher erweisen sollte. So erzielte Foti in der 86. Minute sogar noch den unter dem Strich sicherlich schmeichelhaften 2:2-Ausgleich für die Borussia, die damit zumindest für eine Nacht ihren Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz auf sieben Punkte ausbauen konnte.
„Wir wussten, was uns hier erwartet. Wir haben es dem Gegner mit unseren individuellen Fehlern zu einfach gemacht. Wir haben vor beiden Toren einfach zu viele Fehler gemacht“, machte Zimmermann in seinem Fazit auf der BVB-Homepage kein Geheimnis daraus, lange Zeit mit dem Auftritt seines Teams nicht zufrieden gewesen zu sein, konnte sein Fazit aber positiv abschließen: „Dann war Aachen auf der Siegerstraße, aber als sie dann nicht richtig wollten, waren wir nochmal da. Das spricht auch für die Jungs. Es ist erneut ein Spiel, aus dem die Jungs viel lernen können.“
So kann man sich auch den Frust aus der Seele schießen! Borussia Dortmund hat unter Neu-Trainer Niko Kovac den ersten Bundesliga-Sieg eingefahren und Union Berlin mit 6:0 aus dem Signal-Iduna-Park rausgeballert.
Dank einer starken Leistung und einem überragenden Serhou Guirassy, dem vier Tore gelangen, holt Borussia Dortmund drei wichtige Punkte. Nach dem Spiel überraschte Kovac mit einer Maßnahme für die Mannschaft.
Borussia Dortmund: Kovac jubelt endlich
Im dritten Anlauf hat es dann doch geklappt. Nach zwei bitteren Niederlagen gegen Stuttgart (1:2) und Bochum (0:2) geht Borussia Dortmund in der Bundesliga als Sieger vom Platz. Es ist schon eine Weile her, seitdem der BVB eine solch souveräne und abgeklärte Leistung gezeigt hatte, wie es am 23. Spieltag gegen Union Berlin der Fall war.
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In der Abwehr war die Mannschaft von Trainer Niko Kovac stabil, ließ nicht viel zu. Und wenn die Berliner durchkamen, dann war Keeper Gregor Kobel zur Stelle. Vorne machte Serhou Guirassy vier Tore, Maximilian Beier jubelte auch einmal und Diogo Leite traf beim 1:0 ins eigene Tor.
Ein rundum perfekter Abend für die Schwarzgelben, die jetzt natürlich auf die Trendwende hoffen. Zur Feier des Tages gab es dann vom Chefcoach höchstpersönlich eine Belohnung für die Mannschaft.
Zwei freie Tage für BVB-Stars
Nach der Partie erklärte Kovac nämlich, dass es für die Spieler jetzt zwei freie Tage gibt. In dieser Woche hat Borussia Dortmund spielfrei. Im DFB-Pokal ist der Revierklub nicht mehr vertreten und die Champions League pausiert, bis es bald im Achtelfinale dann gegen den LOSC Lille weitergeht.
Die Entscheidung von Kovac ist zum einen verständlich, da die Profis anstrengende Wochen und Monate hinter sich haben und jetzt auch ein wenig die Beine hochlegen können. Andererseits erklärte der BVB-Coach zuletzt, dass er mehr Zeit mit seinem Team brauche und alle beisammen haben möchte.
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So oder so werden sich die Stars über die freien Tage freuen. Bis es am kommenden Wochenende dann beim FC St. Pauli weitergeht. Folgt jetzt tatsächlich die Trendwende?
Borussia Dortmund feiert gegen Union Berlin einen Gala-Triumph. Niko Kovač durchbricht dabei eine beachtliche Negativserie.
Dortmund – Am Samstagabend hat Borussia Dortmund gegen Union Berlin den ersten Heimsieg in der Bundesliga seit dem 23. November eingefahren. Fast auf den Tag genau drei Monate nach einem 4:0 gegen den SC Freiburg übertraf sich der BVB um zwei weitere Treffer. Der 6:0-Galasieg gegen die Berliner sollte dem Team einiges Selbstvertrauen geben.
Für Niko Kovač war es dabei ein durchaus besonderer Moment. Der historische Fehlstart mit zwei Bundesliga-Pleiten liegt nun hinter dem Trainer, zudem ist eine persönliche Horrorbilanz in Dortmund zu Ende gegangen: Als Chefcoach von Eintracht Frankfurt, beim FC Bayern und VfL Wolfsburg war Kovač sechsmal im Signal Iduna Park zu Gast und verlor alle sechs Spiele.
Niko Kovač feiert BVB-Gala mit einem Glas Rotwein
Auch sein BVB-Heimdebüt gegen den VfB Stuttgart war für den gebürtigen Berliner mit einer Pleite verbunden. Unter der Woche gelang Kovač im Playoff-Rückspiel der Champions League mit einem 0:0 gegen Sporting ein erster Teilerfolg, gegen Union durfte der Ex-Herthaner nun endlich mal so richtig im Westfalenstadion jubeln.
„Es fühlt sich gut an, natürlich bin ich glücklich. Zumal sich die Jungs heute wirklich in einen Rausch gespielt haben“, sagte Kovač nach der Partie beim TV-Sender Sky. Eine allzu große Siegesfeier wird es aber mit seinem Bruder Robert, der ihn auf allen Trainerstationen als Assistent und rechte Hand begleitet, nicht geben.
„Der Robbie hat schon einige Spiele hier gewonnen“, spielte Kovač auf die Vergangenheit seines Bruders als Abwehrmann beim BVB an. „Für mich ist es schön, aber wir wollen es auch nicht überbewerten. Wir werden es genießen, uns ein Glas Rotwein gönnen, die Jungs bekommen zwei Tage frei“, sagte der Cheftrainer.
Kovač fasst Leistung von BVB-Torjäger Serhou Guirassy in einem Wort zusammen
Bei wem sich Kovač zuvorderst für die Beendigung seiner Horrorserie in Dortmund bedanken musste, wird mit einem Blick auf das Statistikblatt offensichtlich: Serhou Guirassy legte vor der Halbzeitpause zum sprichwörtlichen psychologisch günstigen Zeitpunkt das 2:0 nach, in der Schlussphase der zweiten Halbzeit ließ er drei Tore binnen acht Minuten folgen. Ein Viererpack war beim BVB zuletzt Erling Haaland im November 2020 gegen Hertha BSC gelungen.
„Weltklasse. Mehr gibt es nicht zu sagen, wenn einer vier Tore macht“, reagierte Kovač auf den Punkt gebracht auf die Leistung von Guirassy, der seine Treffer in klassischer Mittelstürmer-Manier beigesteuert hatte.
„Ich glaube, das ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich vier Tore schieße. Ich habe ein paar Hattricks gesammelt, aber vier Tore sind etwas Besonderes. Das wichtigste sind aber die Mannschaft und der Sieg“, sagte Guirassy selbst bei Sky.
Pascal Groß macht sein bestes Spiel seit dem Wechsel zum BVB
Die Lobeshymnen muss sich Guirassy derweil wohl mehr teilen, als es bei einem Spieler, der einen Viererpack geschnürt hat, üblich ist. Denn auch Pascal Groß sammelte mit Vorlagen für drei Treffer von Guirassy sowie den Schlusspunkt von Maximilian Beier vier Scorerpunkte.
„Ich will auch Pascal hervorheben, der vier aufgelegt hat. Das ist auch Klasse“, geriet Kovač ins Schwärmen und erklärte: „Seine Rolle ist immens wichtig: In der Verteidigung spielt er auf der Doppelsechs, wenn wir angreifen ist er auf der Acht. Er hat die Übersicht, die Ruhe am Ball, das Auge für den Mitspieler. Das ist genau der Pascal, den wir uns alle wünschen und er selbst auch.“
Neuer Bundesliga-Rekord beim BVB dank Guirassy und Groß?
Durchaus möglich, dass dem BVB dank Guirassy und Groß am Samstagabend sogar ein Novum gelang: Ob in einer Partie der Bundesliga jemals ein Spieler vier Treffer erzielte, während ein anderer vier Vorlagen sammelte, ist jedoch schwer zu sagen. Assists sind in der Bundesliga erst seit der Saison 2004/05 Teil der detaillierten Datenerfassung, weiter zurück gehen nur inoffizielle Datenbanken.
Nach immerhin 20 Jahren der detaillierten Erfassung ist Groß erst der dritte Spieler, der vier Torvorlagen in einem Spiel gesammelt hat. Vier Treffer durch einen Spieler hat es indes schon in mehr als 50 Bundesliga-Spielen gegeben – diese Statistik wird jedoch eben auch schon seit Gründung der Beletage des deutschen Fußballs im Jahr 1963 geführt.