Emre Can (31) ist einer der Gewinner unter Neu-BVB-Coach Niko Kovac (53). Noch vor dem ersten Training bestätigte er den Kapitän in seinem Amt. In der Innenverteidigung neben Nico Schlotterbeck (25) ist Can aktuell seit Wochen nicht wegzudenken. Ohne Zweifel: Derzeit geht Can voran – ist unter den vielen Formschwachen einer der Besser-Kicker!
Die Schwierigkeit: Sein Vertrag läuft im Sommer 2026 aus, was Dortmunds Chefetage jetzt in eine hochspannende Lage bringt. Sie müssen jetzt bewerten: Ist Can langfristig der richtige Kapitän für den Klub? Kann um ihn herum die zwingend notwendige Kader-Renovierung stattfinden?
Julian Brandt ist gegen Union Berlin verletzungsbedingt nicht dabei. Nach dem Sieg des BVB wird er zum Verlierer erklärt. Der Star ist längst ein Sündenbock.
Dortmund – Mit dem 6:0-Kantersieg über Union Berlin hat Borussia Dortmund ein erstes echtes Ausrufezeichen unter Neu-Trainer Niko Kovač gesetzt. Es wäre aber nicht der BVB der Saison 2024/25, wenn nicht selbst nach einer solchen Gala das Haar in der Suppe gesucht würde.
Serviert wird sie Julian Brandt. Der Nationalspieler verpasste das Heimspiel gegen die Köpenicker kurzfristig mit einer Muskelverhärtung. In Abwesenheit von Brandt legten die Kollegen auf den ersten Blick ein offensives Feuerwerk hin. Für viele Beobachter ist damit klar: Brandt ist der große Verlierer des ersten Bundesliga-Siegs von Kovač beim BVB.
Dass Dortmund nach eher zaghaftem Beginn durch ein Eigentor in Führung ging und der deutliche Sieg erst in der Schlussphase zustande kam, als Union bemerkenswerte Auflösungserscheinungen zeigte, wird bei der Bewertung geflissentlich übersehen. Ebenso der Umstand, dass Giovanni Reyna, der Ersatz für Brandt in der Startelf, selbst keine großen Akzente setzen konnte.
Trotzdem läuft die heiße Diskussion über die Stellung von Brandt beim BVB.
BVB-Trainer Niko Kovač hat seine Stars bisher stets starkgeredet
Ex-Profi Stefan Effenberg etwa erklärte im Sport1-‚Doppelpass‘, es sei ein Spiel gewesen, „das mit Sicherheit nicht gut war für Julian Brandt“. Die Bild-Zeitung warnt, der Mittelfeldmann drohe „zum prominenten Startelf-Opfer“ zu werden – übrigens nicht wegen Reyna, sondern wegen Joker Carney Chukwuemeka, der einen gelungenen 20-Minuten-Auftritt hinlegte. Daraus leitet das Boulevardblatt ab, die Leihgabe vom FC Chelsea solle beim BVB „jetzt die BVB-Saison retten“.
Dass Brandt binnen 90 Minuten von der unumstößlichen Stammkraft zum Herausforderer aus der zweiten Reihe mutiert ist, steht nicht ernsthaft zu erwarten. Kovač hatte nur einen Tag vor dem Spiel großes Lob für den Regisseur übrig, dem er für die ersten gemeinsamen Wochen auch nach der Gala gegen Union ein gutes Zeugnis ausstellte. „Julian hat in den letzten Spielen auch sehr viel Druck vorne gemacht, sehr viel Laufleistung, mit dem Ball, gegen den Ball. Der Julian ist schon ein sehr wichtiger Spieler für uns“, erklärte Kovač beim TV-Sender Sky.
Wer den Cheftrainer in den ersten Wochen beim BVB beobachtet hat, wird nicht um die Feststellung herumkommen, dass eine plötzliche Verbannung von Brandt in die zweite Reihe völlig aus der Reihe fallen würde. Kovač hat bisher noch jede Chance ergriffen, seine Profis starkzureden und ihnen Vertrauen auszusprechen. Dafür hat der Kroate sogar die Kritik in Kauf genommen, er betreibe Schönrederei.
Julian Brandt gab zu, wie sehr ihn die BVB-Krise belastet
Insofern wäre schon harter Tobak, Brandt nach einer verpassten Partie fallen zu lassen. Zumal der 28-Jährige erst unter der vergangenen Woche seltene Einblicke in sein Seelenleben gab, offen erklärte, wie sehr ihn die anhaltende Krisensituation beim BVB beschäftigt.
BVB-Reporter Oliver Müller spekuliert im Sport1-Podcast ‚Die Dortmund-Woche‘ vor diesem Hintergrund gar darüber, dass Brandt womöglich keine Muskelverhärtung erlitten habe. „Vielleicht war es auch eine bewusste Maßnahme von Kovač. Ich glaube, dass Julian Brandt sich in ein Loch reingespielt hat. Es schien so, als würde er da nicht mehr rauskommen. Vielleicht war dieser Reset-Knopf der einzige Ausweg. Clever wäre es von Kovač.“
Eine Bestätigung für diese brisante Idee wird es kaum geben können. Es drängt sich allerdings die Frage auf, warum der BVB eine solche Maßnahme erst am Spieltag entwerfen sollte, nachdem Kovač in einer Pressekonferenz erneut lobende Worte zu Brandt verloren hatte. Unter Hinweis auf die Belastungssteuerung hätte Brandt ohne jede Geheimniskrämerei auf der Bank Platz nehmen können, ohne dass es Anlass für spannende Theorien gegeben hätte.
BVB-Kapitän Emre Can hat sich aus der Krise gearbeitet
Dass sie sich um Brandt drehen, ist indes bei der aktuellen Gemengelage kein großes Wunder. Denn der dienstälteste BVB-Profi hat ungewollt den Staffelstab des Sündenbocks in Dortmund von Emre Can übernommen. Der Kapitän war über Monate die große Reizfigur bei Fans und Medienvertretern, ist aber seit Wochen als Innenverteidiger neben Nico Schlotterbeck gesetzt und zeigt starke Leistungen.
Sich in der aktuellen Situation an Can abzuarbeiten, wäre absurd. Also wird sprichwörtlich die nächste Sau durchs Dorf getrieben.
Brandt ist dabei ein leichtes Opfer, weil er geradezu sinnbildlich für die Diskrepanz zwischen theoretischer Qualität und tatsächlicher Leistung beim BVB steht. Den Vorwurf, aus seinem herausragenden Talent zu wenig herauszuholen, wird der 48-fache Nationalspieler mutmaßlich bis zum Ende seiner Profikarriere nicht mehr abschütteln können.
Damit wurde Brandt in den letzten Wochen immer stärker zum Gesicht der BVB-Krise, insbesondere nach dem Aus von Trainer Nuri Şahin, der zuvor als der naheliegende Blitzableiter neben Can am meisten Kritik und auch Häme abbekommen hatte.
BVB-Star Brandt hat einen fairen Umgang verdient
Aus dieser Situation kann sich Brandt nur mit guten Leistungen befreien, wie es Can gelungen ist. Der Vizekapitän hat dabei aber gewiss einen fairen Umgang verdient. Ob Spekulationen über seinen mentalen Zustand und vorgeschobene Verletzungen dazu gehören, sei dahingestellt.
Fakt ist: Neben Brandt stand auch Jamie Gittens am Samstagabend nicht in der Startaufstellung. Während Brandt-Ersatz Reyna allenfalls ein ordentliches Spiel machte, konnte Gittens-Ersatz Maximilian Beier mit zwei Scorerpunkten und einem beherzten Auftritt auf sich aufmerksam machen. Die Idee, Gittens als Verlierer des Tages darzustellen, der sich plötzlich hinten anstellen muss, wäre jedoch abwegig.
Für Brandt gelten andere Maßstäbe – weil es bei einem großen Verein wie Borussia Dortmund immer einen Sündenbock braucht?
Dortmund. In einer Talkrunde sprach Pascal Groß darüber, warum ihn die aktuelle BVB-Lage auch zu Hause noch beschäftigt – und was ihm einen extra „Push“ gegeben hat.
Am Samstag schnürte BVB-Spieler Pascal Groß ein Vorlagen-Viererpack, am Dienstag war er zu Gast im Talkformat „Brinkhoffs Ballgeflüster“ im „Bistro 09“ in Dortmund. Dort stellte er sich den Fragen von Norbert Dickel und von den Fans im Publikum. Groß, sonst eher zurückhaltend, zeigte sich bestens aufgelegt und in Plauderlaune.
Rückblickend auf seinen Gala-Auftritt am Samstag sagte Groß, das Spiel gegen Union Berlin sei „sein bestes im BVB-Trikot gewesen.“ Bei aller Freude über den 6:0-Kantersieg, stimmte der Mittelfeldspieler angesichts einer bislang enttäuschenden Saison aber schnell wieder ernstere Töne an: „Wir haben uns alle mehr ausgerechnet, so ehrlich muss man schon sein. Wir hatten einige enttäuschende Spiele“ sagte Groß und gab im Anschluss Einblicke in seine Gefühlswelt.
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„Ich nehme Niederlagen schon mit nach Hause. Das beschäftigt einen, wenn man in so einer schwierigen Phase ist. Fußball beeinflusst unser Leben, das ist mein Job. Ich mache das aus Liebe und Leidenschaft, mich zwingt niemand dazu und ich bin dankbar, dass ich für Dortmund spielen darf. Dann ist es für mich das Mindeste, dass ich mich auch damit beschäftige. Ich habe auch wenig Verständnis, wenn jemand nach Hause geht und sich nicht damit beschäftigt.“
BVB-Spieler Pascal Groß: „Das unterscheidet uns von den großen Mannschaften“
Gedanken an Niederlagen zu Hause oder das fehlende Selbstvertrauen auf dem Platz: „Der Kopf spielt im Sport eine extreme Rolle“, stellt auch Pascal Groß fest. „Man hat gegen Union oder auch Lissabon gesehen: Wenn wir in Führung gehen und das zweite, dritte Tor nachlegen können, dann löst sich viel und wir spielen viel besser. Das muss man natürlich auch mal direkt von Spielbeginn an sehen.“
Damit spricht Groß eines der großen Probleme der BVB-Saison an: „Wir lassen dir Konstanz vermissen. Konstanz heißt, alle drei Tage gut zu spielen. Das unterscheidet uns im Augenblick von den ganz großen Mannschaften. Da müssen wir uns verbessern, das ist der Anspruch für die nächsten Monate.“
Dass der Nationalspieler dabei mit seinen 33 Jahren als erfahrener Spieler eine wichtige Stütze sein muss, weiß er selbst: „Ich habe mir persönlich schon mehr vorgenommen. Zum einen, dass wir als Mannschaft besser dastehen in der Bundesliga und ich zum anderen selbst auch mehr Einfluss darauf habe. Da ist Luft nach oben.“
Pascal Groß ist beeindruckt von der Choreo der BVB-Fans
Luft nach oben war zumindest bei den Fans des BVB in dieser Saison nie. Trotz teils desolater Auftritte gab es am vergangenen Samstag beim Einlaufen der Mannschaften ein beeindruckendes Intro auf der Südtribüne mit hunderten Fahnen und flackernden Pyro-Fackeln. Groß war sichtlich beeindruckt:
„Die Aktion der Fans vor dem Spiel war Wahnsinn. Wie die uns in einer schwierigen Phase so unterstützt haben. Schlotti (Nico Schlotterbeck, d. Red.) kam beim Warmmachen zu mir und hat gesagt: Pascal, die machen heute eine Choreo. Wenn das so ist, dann hauen wir die Gegner immer weg. Als wir dann rausgelaufen sind, war das sehr besonders, das hat uns extrem gepusht. Das ist nicht selbstverständlich in einer Zeit, wo wir die Fans nicht immer verwöhnt haben“, so Groß.
Borussia Dortmund war einer der wenigen Klubs, die Groß aus Brighton weglocken konnten
Neben dem sportlichen waren vermutlich auch die Fans ein Faktor, die Groß im Sommer zu einem Wechsel zum BVB bewegten. Die Entscheidung sei ihm aber dennoch nicht leicht gefallen. Immerhin sieben Jahre war die britische Küstenstadt sein Zuhause, 261 Spiele machte der Mittelfeldstratege für Brighton an Hove Albion.
„Es gab nicht viel, was mich aus Brighton weglocken konnte. Ich wusste immer zu schätzen, was ich dort habe. Der BVB war in Deutschland mit die einzige Option, wo ich mir überhaupt Gedanken gemacht habe“, so Groß.
Nun möchte er in seiner ersten BVB-Saison den Turnaround mit den Schwarz-Gelben schaffen. „Es ist Februar, noch haben wir einige Spiele. Wir sollten zusehen, dass wir wieder öfter gewinnen.“ Auf das Auswärtsspiel gegen St. Pauli blickt er positiv: „Auswärtsfahrten waren in dieser Saison teilweise echt schlimm. Aber ich bin optimistisch, dass wir in St. Pauli gewinnen und danach mit einem positiven Gefühl in das Champions-League-Spiel gegen Lyon gehen.“
BVB: Mehr News und Hintergründe zu Borussia Dortmund
Er absolvierte 508 Spiele für den BVB, im Ausland läuft es weniger gut. Kehrt eine Dortmund-Legende jetzt zurück in die Bundesliga?
Dortmund – Spielt BVB-Legende Mats Hummels bald wieder in der Bundesliga? Wie die Zeitung La Repubblica berichtet, zieht es den 36-jährigen Abwehrspieler zurück in die Nähe seiner Familie und seines Sohnes. Er könnte nach einem Jahr in Italien wieder nach Deutschland zurückkehren.
BVB-Legende plant Bundesliga-Rückkehr schon im Sommer
Aktuell steht der langjährige Abwehrchef von Borussia Dortmund noch bis Saisonende bei der AS Rom unter Vertrag. Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft will Mats Hummels im Sommer treffen.
Der Start in der italienischen Hauptstadt verlief für den Ex-BVB-Profi alles andere als optimal. Nach seinem Rom-Transfer im September kam er zunächst nicht zum Einsatz.
BVB-Legende Mats Hummels mit Auf und Ab in Italien: Karriereende in der Bundesliga?
Erst nach dem Trainerwechsel zu Claudio Ranieri fand Mats Hummels seinen Platz im Team und entwickelte sich zu einer wichtigen Stütze der Defensive – ehe er zuletzt wieder in vier von fünf Serie-A-Spielen keine Berücksichtigung fand (alle News zu ehemaligen BVB-Stars auf RUHR24).
Ein langfristiger Aufenthalt in Rom ist unwahrscheinlich. „Seine Zukunft scheint irgendwo anders zu liegen, wahrscheinlich in Deutschland, um seine Karriere bei einem Bundesliga-Verein abzuschließen“, schrieb La Repubblica.
Ex-BVB-Innenverteidiger Mats Hummels mit großer Karriere in der Bundesliga
Mats Hummels blickt auf eine beeindruckende Karriere in der Bundesliga zurück. Mit dem BVB und dem FC Bayern München gewann er insgesamt sechs Meisterschaften und viermal den DFB-Pokal.
Zudem erreichte er mit den Dortmundern in den Jahren 2013 und 2024 das Finale der Champions League, verpasste jedoch beide Male den Titelgewinn. Sein größter Erfolg bleibt der WM-Triumph mit der deutschen Nationalmannschaft im Jahr 2014.
Dortmunds Spielmacher Julian Brandt (28) wurde diese Saison zu einem der Krisen-Gesichter von Borussia Dortmund. In der Liga erzielte er bislang drei Treffer, enttäuschte in den meisten Spielen. Jetzt muss er sogar um seinen Stammplatz bangen, Chelsea-Leihgabe Carney Chukwuemeka (21) drängt sich auf.
Ohne den verletzten Brandt gewann Dortmund nun überzeugend mit 6:0 gegen Union Berlin. Die Frage, die sich nun alle BVB-Fans stellen: Ist Dortmund ohne Brandt besser?
Brandt fehlt die Chef-Mentalität
Pro von SPORT BILD-Reporter Yannick Hüber: „Niko Kovac versuchte, Julian Brandt starkzureden, indem er ihn „in die Range“ mit Florian Wirtz und Jamal Musiala hob. Keine Frage: Brandt ist ein hochbegabter Fußballer mit großartigen technischen Fähigkeiten. Bei seinem Vergleich hat Kovac aber einen entscheidenden Punkt außer Acht gelassen: Wirtz ist mit gerade mal 21 Jahren schon eine Führungspersönlichkeit, und auch Musiala übernimmt im selben Alter immer mehr Verantwortung, indem er Spiele allein entscheidet.
Brandt hingegen ist immer nur so gut wie sein Team. Im Erfolg glänzt er. Bei Misserfolg fehlt ihm die Chef-Mentalität, um seine Kollegen aus der Krise zu ziehen. Vizekapitänsamt und Rückennummer 10 scheinen ihn eher zu belasten.
Das haben auch die Bosse erkannt, die derzeit nicht mit ihm verlängern wollen und mit Carney Chukwuemeka einen unbekümmerten Antreiber holten. In der aktuellen Situation ist Dortmund ohne Brandt daher besser.“
Viererpack!: Die gigantische Guirassy-Show
Quelle: Bild23.02.2025
BVB braucht Brandt für die Ziele
Contra von SPORT BILD-Reporter Jonas Ortmann: „Ohne Zweifel: Julian Brandt ist in dieser Saison nicht als Krisen-Bekämpfer aufgefallen. Die Bosse und Ex-Trainer Sahin haben weder sich noch dem dienstältesten Dortmund-Profi einen Gefallen getan, ihn als Vizekapitän und Nummer 10 zu positionieren. Die Binde ist für den introvertierten Kopfmenschen Brandt ein Rucksack.
In Dortmund heißt es auch deshalb schnell, „Schönwetterfußballer“ Brandt spiele nur gut, wenn es auch das Team tut. Das kann man aber auch anders sehen: Die Mannschaft funktioniert vor allem (und vielleicht nur) dauerhaft dann, wenn Brandt performt! Beispiele? Fast-Meisterschaft 2023 und Champions-League-Finaleinzug 2024, als er mit Top-Leistungen überzeugte und Mitspieler besser machte.
Besinnen sich Klub und Spieler wieder auf die Stärken und entlasten ihn, bleibt Brandt Dortmunds genialster Spieler. Vorangehen müssen andere.
BILD berichtete bereits am Montag über Dortmunds Pläne mit Chelsea-Leihgabe Carney Chukwuemeka (21). Der britische Mittelfeld-Stratege ist der größte Hoffnungsträger für die laufende Rückrunde. Beim 6:0 gegen Union Berlin deutete er bereits sein riesiges Potenzial an, war Ausgangspunkt bei zwei Treffern und wurde von Neu-Trainer Niko Kovac (53) überschwänglich gelobt: „Carney ist sensationell gut!“
Jetzt kommt raus: Bei seiner Wechsel-Entscheidung für den BVB spielte ein anderer Dortmund-Star eine ganz entscheidende Rolle…
Diese Freundschaft brachte Chukwuemeka zum BVB!
Im Interview mit der britischen Plattform „SportsBoom“ enthüllte der Leih-Star jetzt seine enge Verbindung zu Landsmann Jamie Gittens (20). Chukwuemeka: „Jamie und ich stehen uns ziemlich nahe, um ehrlich zu sein. Wir haben auch abseits des Fußballs dieselbe Freundesgruppe.“
Das beeindruckende 6:0 gegen Union Berlin definiert neue Standards beim BVB. Abseits des Platzes schafft Lars Ricken spannende Fakten.
Dortmund – Nach dem überzeugenden Sieg von Borussia Dortmund gegen Union Berlin am Samstagabend herrschte große Erleichterung. Mit dem 6:0-Erfolg gegen die Köpenicker setzte das Team unter dem neuen Trainer Niko Kovač ein erstes bedeutendes Zeichen in der Bundesliga und zeigte, dass es seine fußballerischen Fähigkeiten nicht verloren hat.
Die Hoffnung auf einen positiven Impuls ist vorhanden, muss jedoch am kommenden Wochenende gegen den FC St. Pauli bestätigt werden. In dieser Saison hat der BVB nach starken Leistungen bereits zu häufig Rückschläge erlitten.
Nicht nur das Geschehen auf dem Spielfeld war am Samstagabend derweil von Interesse. Am Rand beendete Lars Ricken mit wenigen Worten eine langjährige Tradition des Vereins.
Die ‚Elefantenrunde‘ wird beim BVB nicht mehr einberufen
Vor dem Spiel äußerte der Sportchef beim TV-Sender Sky, dass die sogenannte ‚Elefantenrunde‘ in Dortmund nicht mehr einberufen wird. Diese Treffen fanden in den vergangenen Jahren üblicherweise monatlich statt und dienten dazu, die strategische Ausrichtung in den wesentlichen Fragen rund um die Profimannschaft zu bestimmen.
In diesen Runden wurden sowohl Transferziele festgelegt als auch Entscheidungen über den Trainerposten getroffen. Im Jahr 2022 etwa führte eine kritische Saisonanalyse in der Elefantenrunde zur völlig überraschenden Trennung von Cheftrainer Marco Rose.
Zu den festen Teilnehmern der Runde zählten seinerzeit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der heutige Sportdirektor Sebastian Kehl, sein Vorgänger Michael Zorc und Klubberater Matthias Sammer. Marco Rose war speziell für die Analyse eingeladen worden.
Ricken hat die Elefantenrunden seit dem Ende der letzten Saison geleitet, nachdem Watzke die Umstrukturierung in der Führungsebene angestoßen hatte. In der ersten Sitzung unter Leitung von Ricken im Juni standen der Rücktritt von Edin Terzić als Cheftrainer und die Beförderung seines Assistenten Nuri Şahin im Mittelpunkt. Das Ausscheiden Şahins im Januar sowie die Trennung vom Technischen Direktor Sven Mislintat führten nun auch zum Ende der Elefantenrunden.
„Die wird es in Zukunft nicht mehr geben“, bestätigte Ricken und erklärte: „Es ist einfach so, dass Aki Watzke nicht mehr dabei ist und aus der Elefantenrunde hat es mit Sven Mislintat und Nuri Şahin ja letztendlich auch zwei getroffen. Wir sind täglich im Austausch, Niko Kovač, Sebastian Kehl und ich, wenn Matthias Sammer dazu kommt, haben wir eine ganz normale Meetingstruktur, aber da brauchen wir diese Elefantenrunde nicht mehr.“
Mit dieser Entscheidung stärkt Ricken seine Machtbasis beim BVB. Der Sportchef besitzt die klare Richtlinienkompetenz, während Sportdirektor Kehl für die Umsetzung der Kaderplanung verantwortlich ist und als Verbindungsglied zwischen Trainerteam und Klubführung fungiert. Ricken hat sich für schlankere Strukturen entschieden.
BVB-Boss Ricken konnte sein Profil zuletzt schärfen
Bei seiner Beförderung vom Leiter der Nachwuchsabteilung zur zentralen Figur aller Fußballgeschäfte bei Borussia Dortmund begegnete dem ehemaligen BVB-Spieler anfängliche Skepsis. Kritiker bemängelten, dass Ricken kein besonders ausgeprägtes öffentliches Profil habe und es ihm an Erfahrung im Profi-Management fehle.
In den ersten Monaten seiner neuen Rolle konnte Ricken den Vorwurf der Farblosigkeit nicht ganz entkräften. Während Watzke als Vereinschef gelegentlich lautstark auftrat und die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zog, zeigte sich der geborene Dortmunder Ricken eher zurückhaltend. Doch die letzten Wochen verdeutlichen, dass er trotz seiner ruhigen Art durchaus entscheidungsfreudig agiert.
Ricken korrigierte den Fehler mit Şahin auf der Trainerbank weitgehend eigenständig. Er betraute den langjährigen U19-Trainer Mike Tullberg für drei Spiele als Interimstrainer, um in Ruhe Gespräche mit Kovač zu führen. Obwohl Kovačs Verpflichtung mit einem Vertrag bis 2026 in Dortmund keine Begeisterungsstürme auslöste, bietet sie dem Verein Planungssicherheit, insbesondere im Hinblick auf die Klub-WM im Sommer.
Manche Entscheidungen beim BVB sind für Ricken „unbequem“
Ricken hat bewiesen, dass er vor schwierigen Entscheidungen nicht zurückschreckt. Er selbst sagte: „Es ist für mich auch unbequem, aufgrund der sportlichen Situation ehemalige Mitspieler freizustellen, auch Mitarbeiter, mit denen ich lange zusammengearbeitet habe. Das ist unbequem. Aber so, wie ich als Spieler Lust auf die Herausforderung hatte, habe ich sie jetzt auch als Geschäftsführer.“
Die Abkehr von der traditionellen BVB-Elefantenrunde fügt sich in dieses Bild ein. Auch das klare Machtwort, das Ricken gegenüber Matthias Sammer gesprochen haben soll, passt dazu. Sammers Auftritte als TV-Experte in der Champions League hatten in Dortmund gelegentlich für Unruhe gesorgt.
Den Ausschlag gab schließlich Sammers Analyse des letzten Spiels der kurzen Şahin-Ära. Nach einer Niederlage gegen den FC Bologna in der Champions League erklärte der ehemalige Meistertrainer, die Mannschaft präsentiere sich „körperlich und geistig in einer Nicht-Verfassung“.
BVB-Berater Sammer wohl erfolgreich eingenordet
Inhaltlich lag Sammer nicht völlig falsch, doch für das öffentliche Bild des Vereins war es katastrophal, dass jemand, der in die Kaderplanung und Trainerentscheidungen involviert ist, so kritische Worte wählte.
Ricken, der zu aktiven Zeiten mit Sammer im Trainingslager gelegentlich ein Doppelzimmer teilte, forderte ihn daher auf, bei BVB-Spielen auf seine Rolle als Experte zu verzichten. „Wir schätzen bei Matthias seine offene Art, das schätzt dann auch der Fernsehsender. Es ist eine schwierige Konstellation, wir haben das intern besprochen.“ Die Entscheidung liege bei Sammer und Amazon, fügte Ricken hinzu, wobei seine Worte darauf hindeuten, dass der Experte keine BVB-Spiele mehr kommentieren wird.
Das Achtelfinalhinspiel gegen den OSC Lille wird beim Streamingdienst Amazon Prime Video übertragen. Es wäre überraschend, wenn Sammer dabei eingesetzt würde.
In Dortmund blühte er wieder auf, der Start beim FC Chelsea wirkte vielversprechend. Nun erleidet die Karriere von Jadon Sancho den nächsten Dämpfer.
Dortmund/London – Der Saisonbeginn für Jadon Sancho und den FC Chelsea schien äußerst vielversprechend. In seinen ersten drei Premier-League-Spielen für die Blues bereitete Sancho jeweils ein Tor vor und erntete dafür viel Lob.
Teamkollege Tosin Adarabioyo lobte Sancho im September als „Spitzenspieler“. Bei Chelsea sei man deshalb „sehr glücklich, ihn zu haben“.
Im Dezember zeigte sich Chelseas Trainer Enzo Maresca „beeindruckt“ von Sancho. Der Flügelspieler, der im August auf Leihbasis von Manchester United zu den Londonern kam, habe sich seit seiner Ankunft „perfekt“ präsentiert, lobte Maresca.
Ex-Chelsea-Stars gehen mit Sancho hart ins Gericht
Doch die anfängliche Begeisterung um Sancho ist mittlerweile verflogen!
Chelsea-Legende John Obi Mikel kritisierte Sancho in seinem Podcast The Obi One unlängst mit scharfen Worten. „Er hat uns mit ein paar guten Spielen betrogen. Wir dachten, verdammt, jetzt kriegen wir diesen Sancho von Borussia Dortmund, aber er ist wieder verschwunden“, urteilte Mikel.
„Ich weiß nicht, was mit Jadon passiert ist. Er ist von der Bildfläche verschwunden. Er kommt nicht mehr an Gegenspielern vorbei, kreiert keine Torchancen mehr. Er hilft dem Team nicht so, wie er es eigentlich sollte“, beklagte sich Mikel und forderte: „Jadon muss sich steigern. Er muss verdammt nochmal aufwachen.“
Schon im Oktober schrieb der ehemalige Chelsea-Stürmer Tony Cascarino in seiner Kolumne für die Times, dass Sancho es seinen Gegenspielern „viel zu leicht“ mache.
Sancho und Chelsea stecken in der Formkrise
Sanchos Formtief fällt mit Chelseas Formkrise zusammen. Am 17. Spieltag standen die Londoner noch auf dem zweiten Tabellenplatz der Premier League. Nach 26 Spielen sind die Blues jedoch auf den siebten Platz abgerutscht.
Im Dezember stand Sancho in der Premier League noch viermal in Folge in der Startelf und erzielte seine bisher einzigen beiden Tore im Chelsea-Trikot. Zuletzt musste er sich jedoch oft mit der Rolle als Joker begnügen.
Auch andere Spieler haben mit Formschwächen zu kämpfen. Cole Palmer erzielte bis Mitte Januar 14 Tore in der Premier League, blieb aber in den letzten fünf Spielen torlos. Nicolas Jackson erzielte sein neuntes und bisher letztes Tor Mitte Dezember, fiel aber zuletzt mit einer Oberschenkelverletzung aus.
Von den letzten zehn Ligaspielen konnte Chelsea nur zwei gewinnen, während die Blues fünf Niederlagen und drei Unentschieden hinnehmen mussten. Ist Sancho nur dann erfolgreich, wenn auch sein Team gut spielt?
Beim BVB blühte Sancho wieder auf
In der Vorsaison erreichte Borussia Dortmund das Finale der Champions League, wobei Sancho einer der herausragenden Spieler war. Der BVB holte den Engländer für ein halbes Jahr per Leihe zurück, eine Festverpflichtung im Sommer scheiterte aus Kostengründen.
Bei Manchester United konnte Sancho vor seiner temporären Dortmund-Rückkehr die hohen Erwartungen nicht erfüllen und geriet in Konflikt mit dem damaligen Trainer Erik ten Hag. Manchester United, das seit Jahren in Unordnung ist, bot offenbar nicht das richtige Umfeld für Sancho, der in Dortmund einst zum Star wurde und 2021 für 85 Millionen Euro zu den Red Devils wechselte.
Ob es bei Chelsea wieder bergauf geht, bleibt abzuwarten. Sollte sich die Form des Teams verbessern, könnte auch Sancho eine Trendwende erleben. Unter bestimmten Bedingungen greift im Sommer eine Kaufpflicht, wonach der Ex-Dortmunder für kolportierte 30 Millionen Euro von den Londonern fest verpflichtet würde.
Die BVB-Zahlen stimmen. Finanzchef Thomas Treß ordnet die Situation ein und erklärt, was das Verpassen der Champions League aus wirtschaftlicher Sicht bedeuten würde.
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BVB-Jahresziel: 500 Millionen Euro Umsatz ohne Transfers